01 - Prolog + Kapitel 1 (Der Weg nach Taladur) - (Anfang bis Seite 82)

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  • Hallo liebe Leserunde,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Türme im Nebel" und ich begrüße alle Teilnehmer und ganz besonders Bernard Craw, der uns hier wieder begleiten wird. Schön, dass Du wieder mit dabei bist! :-*


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können.


    Die ersten beiden Abschnitte sind etwas länger, dafür sind spätere Abschnitte dann etwas kürzer. Aber ich wollte ungern die Abschnitte nochmals in sich zerschneiden, um gleichmäßigere Abschnitte zu erreichen.


    Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 82 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Ich wünsche uns nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!!! :winken:


    Liebe Grüße
    Heimfinderin

  • Habe gestern Abend den Prolog gelesen. Der arme Edelhart wird von seinem Vater ja ganz schön hart rangenommen. Aber mit 23 sollte man halt einfach schon ehrenvoll (profitabel) verheiratet sein. Immerhin ist er ja jetzt mit der ältesten Tochter der Ernathesa (Jazemina) verlobt.


    Soweit so gut. Der Anfang liest sich recht flüssig (was ich bei einem Buch sehr wichtig finde). Die kurze Vorgeschichte macht Appetit auf das Folgende. Edelharts Vater scheint ja auch selbst Intrigen zu schmieden... Was ich persönlich aber immer nicht so mag, ist, wenn ich nicht genau beschrieben bekomme wo sich wer befindet. Mir fehlt da einfach die Beschreibung der Umwelt (welche Stadt, welches Haus, welches Zimmer, wie sind die Lichtverhältnisse, Geruch, Ausstattung, ...) - also einfach wie sieht das alles aus? Woher kommen eigentlich diese Binsböckels? Okay, Darpatien, aber wo ist das? Wie weit ist es von Taladur entfernt? Ich bin glaube ich der einzige, den sowas interessiert.


    Jetzt aber erstmal der nächste Abschnitt...


  • Was ich persönlich aber immer nicht so mag, ist, wenn ich nicht genau beschrieben bekomme wo sich wer befindet. Mir fehlt da einfach die Beschreibung der Umwelt (welche Stadt, welches Haus, welches Zimmer, wie sind die Lichtverhältnisse, Geruch, Ausstattung, ...) - also einfach wie sieht das alles aus? Woher kommen eigentlich diese Binsböckels? Okay, Darpatien, aber wo ist das? Wie weit ist es von Taladur entfernt? Ich bin glaube ich der einzige, den sowas interessiert.


    Erstens glaube ich nicht, dass Du der Einzige bist, den solche Dinge interessieren, und zweitens - selbst wenn Du der Einzige wärst, wäre es ja dennoch interessant, wie Du subjektiv das Buch erlebst. Darum geht es ja in einer Leserunde.
    Was das Verhältnis von Darpatien und Taladur angeht, die Entfernung und die kulturellen Unterschiede, so hoffe ich, dass das im Laufe des Buchs noch klarer werden wird. Wir werden Edelhart schon noch einige Male wiedersehen ... ;)

  • So, ich habe den heutigen Samstag Mittag genutzt um die ersten 82 Seiten zu lesen. Grundsätzlich kann ich schon mal sagen, dass das was ich gelesen habe mich neugierig gestimmt hat auf das, was noch kommen mag.


    Ich selber würde mich als alten Hasen in Bezug auf DSA sehen, da ich schon seit 1988 regelmäßig in den Weiten des DSA Kosmos unterwegs und belesen bin. Genau deswegen wußte ich auch schon vorher, dass mich das generelle Setting Almada eher weniger interessiert. Ich habe es nicht ganz so mit den ganzen für mich schwer zu merkenden italienisch/spanisch? angehauchten Namen mit ihren Dons und Doms und Seniores. Mein Herz schlägt da im Mittelreich eher für Albernia, Kosch oder Weiden.


    Umso interessanter fand ich dann sogleich den Einstieg in den Roman, der bisherige Hauptcharakter des Buches ist quasi einer wie ich. Verwurzelt im zentralen Mittelreich und wird ins südliche Almada "abgeschoben". Ich konnte mich auf den ersten Seiten also Stück für Stück mit der auch mir eher unliebsamen Kultur des Südens weiter anfreunden.


    Dabei wirkt der Edle Edelhart von Binsböckel erst mal sympatisch auf mich. Er scheint kleine Fehler zu haben und kein glattgebügelter Protagonist zu werden. Die Reise hin nach Taladur macht dann schon Spass zu lesen. Insbesondere die Zwischenstopp in der Kneipe war ein Highlight. Der herrlich überhebliche Edelhart schlägt sich hier mit den Almadaner Gemeinen rum, die ihm doch tatsächlich die seinem Stande angemessene Etikette verwehren.


    Die Figur des Lerico Tandori weiss dann auch gleich zu gefallen. Ich fand es sehr clever wie er die Situation gelöst hat. Ich hatte ansich schon damit gerechnet das gleich die Degen klirren werden. Der Spaziergang draussen hart dem Charakter dann noch mehr Farbe verliehen.


    Der Mordfall an der Stadtfrau Guiliana in Verbindung mit den beiden Ermittlern war interessant beschrieben. Es scheint in der Stadt Taladur also eher intrigant zuzugehen. Da alle großen Familien ihre eigenen Interessen wahren wollen. Der Eindruck war jedenfalls bei mir durch den Mordfall entstanden.


    Die Art und Weise wie man die zukünftige Frau Edelharts kennenlernt hat mir auch gefallen. So bekommt man einen Eindruck von der guten Jazemina, bevor der neue Mann in ihr Leben tritt. Sie scheint ja eine Frau zu sein, die einem Flirt nicht abgeneigt ist. Ausserdem hat man durch die Szenen mit Jazemina einen ersten Eindruck der Gesellschaft Taladurs bekommen können.


    Ein wenig Krass fand ich bisher die Frau mit dem Parasiten im Gesicht. Ich habe keine Ahnung was das für ein Parasit sein soll. Das macht mich jedenfalls neugierig und hoffe auf eine Aufklärung im Verlauf der Geschichte. Das ganze könnte ja fast ein Dämonenmal sein (obschon ich nicht annehme das es eins ist).


    Der erste Hammer kam dann für mich am Ende des ersten Kapitels. Ich war genauso überrascht wie Edelhart, dass er nicht das Erbe der Familie antreten wird. Die Option, dass der Soberan aber seinen Nachfolger frei wählen kann, schürt in mir die Hoffnung, dass er später Edelhart freiwillig wählen wird.


    Als letztes Geheimnis des ersten Kapitels bleiben für mich noch die Namensgebenden Türme zu erwähnen. Ich frage mich wieso eine so relativ kleine Stadt wie Taladur solch riesige Wehrtürme hat. Ist das reines Prestige der Besitzer? Wie alt sind die Türme? Gibt es ein Geheimnis was die Türme verbindet? Hatten die Türme ursprünglich einen anderen Sinn und werden nur von den heutigen Stadtbewohnern zum wohnen "missbraucht"? Meine Fragen und Vermutungen sind bisher nicht aus Fakten aus dem Roman belegt oder begründet, trotzdem hat die Beschreibung des Turmes der Familie Ernathesa meine Phantasie entsprechend angeregt. Aber vielleicht sind es am Ende auch doch alles nur Türme und meine Phantasie ist hier im frühen Stadium des Buches mit mir nur durchgegangen.


    Da dies hier meine erste Leserunde ist würde ich gerne noch wissen ob die Art wie ich das hier jetzt angegangen bin so OK war? Und gibt es schon eine Vorstellung ab wann man mit dem Lesen von Kapitel 2 beginne sollte? Ich werde das Buch jetzt erst mal nicht weiter anrühren bis die Lesegruppe offiziell weiterzieht in Kapitel 2.


  • Ich selber würde mich als alten Hasen in Bezug auf DSA sehen, da ich schon seit 1988 regelmäßig in den Weiten des DSA Kosmos unterwegs und belesen bin.


    Sehr schön - dann haben wir ja vom "DSA-Nicht-Kenner" bis zum "alten Hasen" alles dabei!
    Ich selbst habe 1984 das Basis-Spiel unter dem Weihnachtsbaum gefunden, dann einige Jahre sehr intensiv gespielt, dann riss der Kontakt ab und seit 2009 beschäftige ich mich wieder intensiv damit.



    ..., der bisherige Hauptcharakter des Buches ist quasi einer wie ich. Verwurzelt im zentralen Mittelreich und wird ins südliche Almada "abgeschoben". Ich konnte mich auf den ersten Seiten also Stück für Stück mit der auch mir eher unliebsamen Kultur des Südens weiter anfreunden.


    Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. ;D
    Hauptaufgabe von Türme im Nebel ist, den Leser in die Geschichte einzuführen, die der Zyklus erzählt. So etwas kann man auf unterschiedliche Arten machen. Ich habe mich für den Fremden, durch dessen Erfahrungen der Leser die Umgebung entdeckt entschieden. Edelhart stammt aus Darpatien, einer Kultur, die den meisten Lesern näher sein sollte als Almada. Darpatien ist dem mittelalterlichen Deutschland (dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation) recht ähnlich, das "kennt man" und wird deswegen vermutlich ähnlich auf Almada schauen, wie Edelhart es tut.



    Dabei wirkt der Edle Edelhart von Binsböckel erst mal sympatisch auf mich.


    Wie sehen das die anderen Leser? Findet Ihr Edelhart im ersten Leseabschnitt sympathisch?
    Grundsätzlich ist mir da "alles recht", wobei mir am liebsten wäre, wenn sich die Sympathien etwas verteilen würden. Das würde zeigen, dass die Figuren dem "echten Leben" nahe kommen, in dem man ja auch manche Leute mag und andere nicht - aber nicht alle sind mit den gleichen Leuten befreundet oder verlieben sich in die gleichen Menschen. Zum Glück ...



    Insbesondere die Zwischenstopp in der Kneipe war ein Highlight.


    Diese Szene verwende ich auch gern in Lesungen. Sie sorgt oft für Lacher.



    ... Jazemina ... scheint ja eine Frau zu sein, die einem Flirt nicht abgeneigt ist.


    Sagen wir so: Mich deucht, sie ist eine Almadanerin ... ;)



    Ein wenig Krass fand ich bisher die Frau mit dem Parasiten im Gesicht.


    In der Tat ist Doloresa Amazetti nach den Rückmeldungen, die ich bekomme, die am kontroversesten rezipierte Figur des ganzen Zyklus. Sie hat frenetische Anhänger, aber es gibt auch Leser, die meinen: "Die hättet Ihr Euch sparen können ..."
    An dieser Stelle vielleicht so viel: Es lohnt sich, über den Parasiten nachzudenken ...



    Als letztes Geheimnis des ersten Kapitels bleiben für mich noch die Namensgebenden Türme zu erwähnen. Ich frage mich wieso eine so relativ kleine Stadt wie Taladur solch riesige Wehrtürme hat.


    Vielleicht lohnt hier ein kurzer Blick auf den Stadtplan (Seite 369). Dort sieht man, dass die Türme nicht an der Stadtmauer stehen, sondern innerhalb der Altstadt. Sie müssen also sehr alt sein (sonst stünden auch in der Neustadt welche) und sie können nicht der "Verteidigung" nach außen dienen. Zudem scheint man sehr stolz zu sein, wenn die eigene Familia einen solchen Turm besitzt. Wobei - Almadaner sind immer stolz, ob mit oder ohne Grund ...


  • Da dies hier meine erste Leserunde ist würde ich gerne noch wissen ob die Art wie ich das hier jetzt angegangen bin so OK war? Und gibt es schon eine Vorstellung ab wann man mit dem Lesen von Kapitel 2 beginne sollte? Ich werde das Buch jetzt erst mal nicht weiter anrühren bis die Lesegruppe offiziell weiterzieht in Kapitel 2.


    Das ist alles ganz richtig so, wie du es gemacht hast. :)


    Was das Tempo betrifft, kann jeder in seinem Tempo lesen und schreiben, aber als Faustregel höchstens einen Abschnitt am Tag. Grundsätzlich ist es aber natürlich schön, wenn man sich ein bisschen dem Tempo der meisten anpasst, also auch mal pausiert, wenn man zu schnell vorpreschen würde. Es diskutiert und spekuliert sich eben am Schönsten, wenn man etwa auf gleicher Höhe ist, trotzdem darf man auch schneller sein, als andere. ;) Da in dieser Runde aber schon einige bekannt gegeben haben, dass sie aufgrund der Feiertage später oder langsamer mitmachen können, kann es sein, dass wir etwas verzerrt sind und es insgesamt vielleicht nicht so "flüssig" läuft, wie sonst oft üblich. Das soll uns aber den Spaß nicht nehmen, nur schön wäre es dabei dann aber, wenn man mit den später dazu kommenden oder langsamer lesenden noch diskutiert, auch wenn man schon weiter ist. Wichtig ist dann aber natürlich, dass man bei fortgeschrittener Lektüre aufpasst, in den Anfangsabschnitten nichts aus den späteren Teilen zu verraten.

  • Hallo zusammen,


    ich habe den ersten Abschnitt nun auch schon lesen können und finde mich so langsam in die Geschichte ein. Anfangs fühlte ich mich sehr erschlagen von den vielen Namen, die auch noch in ihrer Art zum Verwechseln verleiten. Allein schon im Prolog rattert der Vater von Edelhart eine ganze Liste Namen runter, so hatte ich zumindest das Gefühl. ;) Ich habe die meisten Namen dann aber erst mal einfach wie eine Beilage so hingenommen und erst bei Wiederholungen oder wenn ich den Eindruck hatte, die Person ist wichtig, hinten nachgeschlagen (was allerdings ziemlich oft war). Aber das Namensverzeichnis ist sehr sehr gut. Es hat mir dann zur Aufdröselung der verschiedenen Familien gut geholfen, auch wenn ich dadurch langsamer vorankam. Du hast dich jedenfalls ganz schön mit Stammbäumen und Namen ausgetobt, Bernard. ;)



    Was ich persönlich aber immer nicht so mag, ist, wenn ich nicht genau beschrieben bekomme wo sich wer befindet. Mir fehlt da einfach die Beschreibung der Umwelt (welche Stadt, welches Haus, welches Zimmer, wie sind die Lichtverhältnisse, Geruch, Ausstattung, ...) - also einfach wie sieht das alles aus? Woher kommen eigentlich diese Binsböckels? Okay, Darpatien, aber wo ist das? Wie weit ist es von Taladur entfernt? Ich bin glaube ich der einzige, den sowas interessiert.


    Du bist bestimmt nicht der einzige, dafür sind die Geschmäcker einfach vielseitig. Ich gehöre aber schon zu denen, die nicht immer gleich alles genau beschrieben haben müssen. Ich mag es natürlich auch sehr gerne, wenn die Umgebung detailliert vor den Augen entsteht und damit Atmosphäre erzeugt wird (was ich aber hasse, sind ausufernde Landschaftsbeschreibungen, die nur noch wie Aufzählungen auf mich wirken. Detailliert ist auch immer so eine Sache, das kann gut oder schlecht gelöst sein .... ). Aber ich habe nichts dagegen, wenn sich mir dies erst nach und nach erschließt, wenn ich mit Andeutungen nur mal eine Stimmung oder ein Gefühl spüre und mir damit ein eigenes Bild machen kann, bzw. ich aus vielen Puzzleteilen nach und nach ein Bild zusammensetzten kann. Wenn ein Autor mir im Laufe des Geschehens wie nebenbei Umgebung und Zusammenhänge erklärt, ist mir das oft lieber, als wenn erst das Drumherum erklärt wird, bevor dann mal irgendwann die Handlung richtig losgeht.


    Nachdem ich anfangs nicht so richtig wusste, was ich von den unterschiedlichen Familien so halten soll, hat sich hier für mich nun herauskristallisiert, dass die wohl alle so ein bisschen feindlich untereinander eingestellt sind. So wie streitende Mafiafamilien kamen sie mir teilweise vor, besonders aufgrund des Mordes am Anfang und der Szene in der Kneipe, als der Streit um den Transport losging. Muss aber wohl am südlichen Flair, dem dargestellten Stolz und der niedrigen Hemmschwelle liegen, dass mir das in den Sinn kam ;)


    Den Ermittler Erresto und seine Kollegin fand ich beide sehr sympathisch. Ich bin auf ihre weiteren Ermittlungen gespannt.



    Wie sehen das die anderen Leser? Findet Ihr Edelhart im ersten Leseabschnitt sympathisch?


    Nein! ;D Ich fand ihn ganz schön arrogant und überheblich mit seinem "Stand"-Getue und wie er die Träger behandelt und vom "niederen Volk" denkt. Und entsprechend war es mir eine Genugtuung, als er dann in verschiedenen Situationen nicht seinen gewohnten Respekt erhalten hatte, sondern wie ein "normaler" Mensch behandelt wurde. Allerdings muss ich auch sagen, dass er mich immer mal wieder positiv überrascht hatte, in den Momenten, wo er einfach mal mitlachte oder die Behandlung, die man ihm entgegenbrachte, einfach resigniert hinnahm. Ich glaube, es kann noch was werden mit ihm. ;) Aber mein Liebling ist er bisher nicht, neugierig auf seine weitere Entwicklung bin ich aber sehr.


    Besonders gefallen habe mir auch die humorvollen Szenen in den Tabernas. Ich mag es sehr, wenn zwischen Abenteuer und Kämpfen auch der Witz nicht fehlt. Und hier musste ich doch oft grinsen über die lebens- und rauflustigen Bewohner, die Edelhart unterwegs trifft. :D



    Die Art und Weise wie man die zukünftige Frau Edelharts kennenlernt hat mir auch gefallen. So bekommt man einen Eindruck von der guten Jazemina, bevor der neue Mann in ihr Leben tritt. Sie scheint ja eine Frau zu sein, die einem Flirt nicht abgeneigt ist. Ausserdem hat man durch die Szenen mit Jazemina einen ersten Eindruck der Gesellschaft Taladurs bekommen können.


    Ja, ich fand es auch interessant, Jazemina schon mal kennenzulernen. Nachdem man nun sehen konnte, wie hitzig sie reagiert, wenn man sie nicht "richtig" behandelt, dann kann ich mir jetzt schon vorstellen, dass der etwas unterkühlte Edelhart sicher noch einiges erleben wird. ;)


    Ich fand es übrigens auch sehr überraschend, dass er gar nicht der Erbe sein wird (bzw. Jazemina nicht). Sein Vater scheint das aber auch nicht gewusst zu haben und wird entsprechend enttäuscht sein. Ich bin gespannt, wie Edelhart sich nun weiter verhält, was er aus der Situation noch macht.



    Ein wenig Krass fand ich bisher die Frau mit dem Parasiten im Gesicht. Ich habe keine Ahnung was das für ein Parasit sein soll. Das macht mich jedenfalls neugierig und hoffe auf eine Aufklärung im Verlauf der Geschichte. Das ganze könnte ja fast ein Dämonenmal sein (obschon ich nicht annehme das es eins ist).


    Puhh, ja. Das ist eklig. Ein richtig gruseliger Anblick! :o Mir macht die Frau ein bisschen Angst in ihrer Art, vor allem nach dem blutigen Duell, das wir mitverfolgt haben. Die ist ja richtig skrupellos! Ich frage mich nur, ob das wirklich sie ist oder eher der Parasit, der Einfluss auf sie und ihr Handeln nimmt.



    Hauptaufgabe von Türme im Nebel ist, den Leser in die Geschichte einzuführen, die der Zyklus erzählt. So etwas kann man auf unterschiedliche Arten machen. Ich habe mich für den Fremden, durch dessen Erfahrungen der Leser die Umgebung entdeckt entschieden.


    Ich finde das bisher gut gelungen. Es ist immer für den Leser spannend, eine neue Umgebung aus der Sicht, bzw. gemeinsam mit einem Protagonisten kennenzulernen. Allerdings habe ich jetzt kein "Problem" mit dem südlichen Volk. Insgesamt wirkt es nicht so sehr fremd, wie z. B. ein neues Fantasy-Volk, sondern einfach südeuropäisch.


    Insgesamt habe ich also ganz gut in die Geschichte eingefunden und bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen. Und auch die Atmosphäre gefällt mir bisher ganz gut, nur Personen sind es mir am Anfang ein bisschen zu viel gewesen. Das wirkt auf mich dann mal wie unliebsame Landschaftsbeschreibungen und ich fange an darüber hinwegzulesen. ;)


  • Allein schon im Prolog rattert der Vater von Edelhart eine ganze Liste Namen runter, so hatte ich zumindest das Gefühl. ;)


    Die Entstehung von Die Türme von Taladur hatte die Besonderheit, dass wir mit sechs Autorinnen und Autoren gemeinsam den Zyklus geschrieben haben. Eine Folge davon war, dass das jeweils eigene Manuskript fünf anderen Autoren "in die Finger kam", bevor es ins Lektorat ging.
    Ich erinnere mich, dass genau der Effekt, den Du angesprichst, das Herunterrattern von Namen im Prolog, auch von einem Kollegen moniert wurde. Ich habe es trotzdem dringelassen, weil es konkreter ist als eine allgemeine Umschreibung (wie etwa: "... Edelharts Vater erwähnte zwei Dutzend mehr oder minder in Nachbarschaft lebende Familien und steigerte sich in die Aufzählung der Dummheiten hinein, die sie aus ihrem Ehrgefühl heraus begingen. Schließlich starrte er seinen Sohn mit zornrotem Kopf an ...").




    Ich habe die meisten Namen dann aber erst mal einfach wie eine Beilage so hingenommen und erst bei Wiederholungen oder wenn ich den Eindruck hatte, die Person ist wichtig, hinten nachgeschlagen


    Sehr schön, so war es auch gedacht. Ich erwähnte glaube ich schon, dass ich es liebe, wenn ein Plan funktioniert ... ;D



    Ich gehöre aber schon zu denen, die nicht immer gleich alles genau beschrieben haben müssen. ... Aber ich habe nichts dagegen, wenn sich mir dies erst nach und nach erschließt, wenn ich mit Andeutungen nur mal eine Stimmung oder ein Gefühl spüre und mir damit ein eigenes Bild machen kann, bzw. ich aus vielen Puzzleteilen nach und nach ein Bild zusammensetzten kann.


    Ich bin da hin- und hergerissen.
    Einerseits bin ich ein großer Fan von Hemingway. Der ist für seinen knappen Stil bekannt. Manchmal wird von einer Figur nur beschrieben, dass sie eine Frau ist, die einen Hut trägt, und dennoch wird diese Figur sehr plastisch, allein durch die Art, wie sie redet und handelt. Andererseits ist Fantasy "Milieu-Literatur", die man eben auch liest, weil man darin ein unbekanntes Land entdeckt. Also ist für die Fantasy typisch und auch gewollt, dass es mehr Beschreibungen gibt, als zum Voranbringen der Handlung nötig wären (deswegen ist der Herr der Ringe auch das Gegenteil von einem Thriller).




    So wie streitende Mafiafamilien kamen sie mir teilweise vor, ...


    Der Arbeitstitel von Die Türme von Taladur war übrigens "Familienfehde" ... ;)


    Nein! ;D Ich fand ihn ganz schön arrogant und überheblich mit seinem "Stand"-Getue und wie er die Träger behandelt und vom "niederen Volk" denkt.


    1:1 - einem Leser ist Edelhart ans Herz gewachsen, eine andere Leserin würde ihm gern ans Schienbein treten. :) Ich liebe es, wenn ein Plan ... ;)
    Wir haben uns übrigens bemüht, Taladur und seine Bewohner wie in einem Kaleidoskop darzustellen. Jeder der sechs Romane schildert sie aus einem etwas anderen Blickwinkel. Ich bin mir sicher, dass jeder, der den dritten Band Das Spiel der Türme liest, zumindest einen kleinen Platz in seinem Herzen für Edelhart freiräumen wird.



    Besonders gefallen habe mir auch die humorvollen Szenen in den Tabernas. Ich mag es sehr, wenn zwischen Abenteuer und Kämpfen auch der Witz nicht fehlt. Und hier musste ich doch oft grinsen ...


    Als ich mit Die Türme von Taladur begann, hatte ich gerade den Isenborn-Zyklus beendet. Der Isenborn-Zyklus spielt auch in der Welt von Das schwarze Auge, hat aber eine recht harte Grundstimmung - es ist Military Fantasy. Danach wollte ich etwas Leichteres, Luftigeres schreiben. Was Ihr gerade lest, ist also für meine Verhältnisse "leicht und luftig".



    Ich fand es übrigens auch sehr überraschend, dass er gar nicht der Erbe sein wird (bzw. Jazemina nicht). Sein Vater scheint das aber auch nicht gewusst zu haben und wird entsprechend enttäuscht sein.


    Glaubst Du wirklich, dass sein Vater es nicht wusste?
    Edelhart scheint ja nicht so viel Vertrauen in die elterliche Liebe zu haben - er fühlt sich verschachert für einen Handelsvertrag ...



    Mir macht die Frau ein bisschen Angst in ihrer Art, vor allem nach dem blutigen Duell, das wir mitverfolgt haben. Die ist ja richtig skrupellos! Ich frage mich nur, ob das wirklich sie ist oder eher der Parasit, der Einfluss auf sie und ihr Handeln nimmt.


    Eine sehr gute Frage! Ich liebe es, wenn ... ;)



    Es ist immer für den Leser spannend, eine neue Umgebung aus der Sicht, bzw. gemeinsam mit einem Protagonisten kennenzulernen.


    Wie Ihr sicher bemerkt habt, habe ich zusätzlich noch eine zweite Methode benutzt, um den Leser mit dem Hintergrund vertraut zu machen: Daroca Ernathesas Tagebucheinträge. Sie sind alles andere als objektiv, kommentieren aber das Geschehen mit etwas Abstand. Ich hoffe, in dem Tagebucheintrag vor dem zweiten Leseabschnitt wird Xeledorn auch noch ein wenig Futter dazu finden, welche Bedeutung die Streittürme haben ...



    Allerdings habe ich jetzt kein "Problem" mit dem südlichen Volk. Insgesamt wirkt es nicht so sehr fremd, wie z. B. ein neues Fantasy-Volk, sondern einfach südeuropäisch.


    Ein seltsamer Effekt für einen Fantasy-Autor ist, dass Fantasy-Fans oftmals kübelweise Exotik vertragen, sobald ein geschildertes Volk spitze Ohren hat, man aber sehr behutsam sein muss, wenn es sich um ein menschliches Volk handelt. Dort gibt es manchmal Enttäuschungen, wenn man von einem (vermeintlichen?) irdischen Vorbild abweicht, ohne genau zu erklären, warum ... Vielleicht wird man als Autor dadurch manchmal übervorsichtig.



    Insgesamt habe ich also ganz gut in die Geschichte eingefunden und bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen. Und auch die Atmosphäre gefällt mir bisher ganz gut, nur Personen sind es mir am Anfang ein bisschen zu viel gewesen. Das wirkt auf mich dann mal wie unliebsame Landschaftsbeschreibungen und ich fange an darüber hinwegzulesen. ;)


    Solange Dich das "Drüberweglesen" nicht stört, ist es nicht schlimm. Die eigentliche Hauptfigur, die ich dem Leser gern näherbringen möchte, ist die Stadt Taladur selbst. Die soll als lebendig, turbulent und manchmal auch ein wenig verwirrend wahrgenommen werden. Das Intrigengeflecht funktioniert nur, wenn man eben nicht genau weiß, wer wann was mit wem und warum getan hat oder getan haben soll ;)


    Wer ist denn nach dem ersten Leseabschnitt Deine Lieblingsfigur, Heimfinderin? Edelhart scheint es ja (noch) nicht auf den ersten Platz gechafft zu haben ...

  • Ums gleich vorweg zu nehmen: Edelhart ist im ersten Abschnitt auch mein Favorit!


    Ihr merkt: Ich hab' heute auch den ersten Abschnitt fertig gelesen - zum zweiten Mal. Und ich muss sagen: Gefällt mir sehr sehr gut. Edelhart ist für mich so eine Mischung aus "arroganter Drecksack" und "wohlerzogener Adeliger". Das Ganze wird gepaart mit einer Art naiven Überheblichkeit, die mich sogar laut zum Lachen gebracht hat. Köstlich folgender Satz als er mit dem Schiff Richtung Taladur reiste und Edelhart vom Kapitän erklärt wurde, warum er den Kahn näher ans Ufer brachte: ">>Gut. Ich verstehe. Weitermachen.<< In Wahrheit verstand Edelhart nichts von der Schifffahrt, aber es gab dem Volk Sicherheit, wenn der Adel sein Handeln bestätigte." Aufgrund von solchen Aussagen des Erzählers, der irgendwie immer auch aus der Sicht von Edelhart schreibt, bin ich von dem Reisenden sowohl entsetzt wegen seiner maßlosen Überheblichkeit, als auch begeistert.


    Die Szene in der Tanzschule erinnerte mich irgendwie an meinen eigenen Abschlussball anno 1999. Der Tanzlehrer ist für mich eine Art Jorge von "Germanys next Topmodel". An dieser Stelle werden weitere Charaktere eingeführt und wir erfahren endlich etwas über Jazemina, aber noch nicht so viel, als dass ich mir eine Meinung über sie bilden konnte. Ganz im Gegensatz zu Doloresa, dem Biest. Der Spitzname macht gleich den ersten richtigen Auftritt der Amazetti alle Ehre. Der Parasit in ihrem Gesicht ist eine klasse Idee. Allerdings finde ich das Leuchten der Adern irgendwie eher störend. Leichte Bewegungen unter der Haut hätten es hier sicher auch getan. Das Leuchten ist einfach zu viel Science Fiction für mich.


    Am Ende des Leseabschnitts erfährt Edelhart also, dass nicht das älteste Kind als Erbe eingesetzt wird, sondern einfach ein würdiger Nachfolger gewählt wird. Irgendwie hatte ich bei dem Kapitel ständig das Bedürfnis Edelhart auszulachen. Er ist zwar zur Zeit mein Liebling, was aber nicht heißt, dass ich ihn für den Helden halte. Eher ist er zur Zeit die Figur, die mich am besten unterhält.


    Was das Alles mit dem Tod von Giuliana zu tun hat, werden wir hoffentlich im Laufe der Handlung noch erfahren. Es bleibt also spannend...


    Ich erwische mich auch immer wieder, dass ich die beiden Karten, das Glossar und das Namensregister hinten im Buch aufschlage. Absolut geniale Idee!


    Och bin da hin- und hergerissen.
    Einerseits bin ich ein großer Fan von Hemingway. Der ist für seinen knappen Stil bekannt. Manchmal wird von einer Figur nur beschrieben, dass sie eine Frau ist, die einen Hut trägt, und dennoch wird diese Figur sehr plastisch, allein durch die Art, wie sie redet und handelt. Andererseits ist Fantasy "Milieu-Literatur", die man eben auch liest, weil man darin ein unbekanntes Land entdeckt. Also ist für die Fantasy typisch und auch gewollt, dass es mehr Beschreibungen gibt, als zum Voranbringen der Handlung nötig wären (deswegen ist der Herr der Ringe auch das Gegenteil von einem Thriller).


    Eigentlich geht es mir da genau so. Einerseits ist es für den Leser sicherlich toll die eigene Fantasie anzustrengen, andererseits finde ich einen Herrn der Ringe aber an keiner Stelle langweilig. Wie Bernhard schon sagt: Es ist halt eine Fantasy-Welt und da hätte ich einfach gerne mehr Beschreibungen.


    1:1 - einem Leser ist Edelhart ans Herz gewachsen, eine andere Leserin würde ihm gern ans Schienbein treten. :) Ich liebe es, wenn ein Plan ... ;)
    Wir haben uns übrigens bemüht, Taladur und seine Bewohner wie in einem Kaleidoskop darzustellen. Jeder der sechs Romane schildert sie aus einem etwas anderen Blickwinkel. Ich bin mir sicher, dass jeder, der den dritten Band Das Spiel der Türme liest, zumindest einen kleinen Platz in seinem Herzen für Edelhart freiräumen wird.


    2:1 ;)



    Besonders gefallen habe mir auch die humorvollen Szenen in den Tabernas. Ich mag es sehr, wenn zwischen Abenteuer und Kämpfen auch der Witz nicht fehlt. Und hier musste ich doch oft grinsen ...


    Das geht mir absolut genauso!


    Glaubst Du wirklich, dass sein Vater es nicht wusste?
    Edelhart scheint ja nicht so viel Vertrauen in die elterliche Liebe zu haben - er fühlt sich verschachert für einen Handelsvertrag ...


    Bis jetzt bin ich eigentlich auch der Meinung gewesen, dass Edelharts Vater davon nichts wusste. Aber jetzt... Naja, noch sehe ich auch keinen Grund, warum er dann nach Taladur einheiraten soll.


    Wie Ihr sicher bemerkt habt, habe ich zusätzlich noch eine zweite Methode benutzt, um den Leser mit dem Hintergrund vertraut zu machen: Daroca Ernathesas Tagebucheinträge. Sie sind alles andere als objektiv, kommentieren aber das Geschehen mit etwas Abstand. Ich hoffe, in dem Tagebucheintrag vor dem zweiten Leseabschnitt wird Xeledorn auch noch ein wenig Futter dazu finden, welche Bedeutung die Streittürme haben ...


    Die Tagebucheinträge sind irgendwie harte Kost für mich. Ich musste die Stellen oft mehrmals lesen, bis ich sie verstanden hatte. Warum das so ist, kann ich nicht sagen...


    Ein seltsamer Effekt für einen Fantasy-Autor ist, dass Fantasy-Fans oftmals kübelweise Exotik vertragen, sobald ein geschildertes Volk spitze Ohren hat, man aber sehr behutsam sein muss, wenn es sich um ein menschliches Volk handelt. Dort gibt es manchmal Enttäuschungen, wenn man von einem (vermeintlichen?) irdischen Vorbild abweicht, ohne genau zu erklären, warum ... Vielleicht wird man als Autor dadurch manchmal übervorsichtig.


    Gut, dass ihr das ansprecht. Ich bin ausgesprochener Fantasy-Fan und habe tatsächlich Probleme mit den Namen und Bezeichnungen in Taladur. Das ist mir einfach zu Südeuropäisch und zu wenig Fantasy. Das Problem habe ich aber auch bei Regionen, die ägyptisch, asiatisch, afrikanisch, usw. angehaucht sind. Klar müssen die Ideen irgendwo herkommen, aber Fantasy sind für mich spitze Ohren ;). Ich bin mir durchaus bewusst, dass es vielen Lesern leichter fällt, sich ein Volk vorzustellen, wenn es ein irdisches Pendant gibt, aber für mich persönlich ist das eher störend.
    Das Gleiche gilt übrigens auch für einen Fantasy-Roman ohne Fantasy-Elemente. Mein erster DSA-Roman war Band 100 "Über den Dächern Gareths". Ein tolle Geschichte, aber außer ein bisschen Magie war da nix mit Fantasy. Deshalb bin ich sehr sehr froh über den Parasite - und ich hoffe es bleibt nicht nur dabei. ;)


    Solange Dich das "Drüberweglesen" nicht stört, ist es nicht schlimm. Die eigentliche Hauptfigur, die ich dem Leser gern näherbringen möchte, ist die Stadt Taladur selbst. Die soll als lebendig, turbulent und manchmal auch ein wenig verwirrend wahrgenommen werden. Das Intrigengeflecht funktioniert nur, wenn man eben nicht genau weiß, wer wann was mit wem und warum getan hat oder getan haben soll ;)


    Wer ist denn nach dem ersten Leseabschnitt Deine Lieblingsfigur, Heimfinderin? Edelhart scheint es ja (noch) nicht auf den ersten Platz gechafft zu haben ...


    Das interessiert mich jetzt auch. ;) Nachdem ich ja den ersten Leseabschnitt bereits vor einigen Monaten schon einmal gelesen hatte, waren mir die Namen auch viel zu viel. Jetzt beim zweiten Lesen kann ich das nicht mehr kommentarlos unterschreiben. Ich bin sogar der Meinung, dass die vielen Namen und Beziehungen den Großteil von Taladur ausmachen. Das Namensverzeichnis ist wirklich eine große Hilfe!


    Die Sache mit den Türmen kommt mir allerdings irgendwie bekannt vor. Gab's da nicht auch in der realen Welt so etwas? In Italien glaube ich. Wenn ja, dann finde ich das eher wieder unschön (siehe weiter oben), da der Bezug zur reallen Welt existent ist. Aber wie gesagt: Das ist meine Meinung und kein Grund das Buch schlecht zu finden. ;)


    edit: Ich hab gegogelt! Ha! San Giminiano - Geschlechtertürme. Kam mir doch gleich bekannt vor...
    So - und jetzt mache ich mich an den zweiten Leseabschnitt.


    PS: Gibt es eine einfache Möglichkeit aus verschiedenen Posts Zitate zu kopieren und in meinen Post einzufügen? Ich hab's jetzt einfach per Hand ausklamüsert. Das ist aber eher mühsam... ::)

  • Vater Binsböckel ist herrlich lebendig in seiner Aufgebrachtheit. Woher stammt übrigens der Name, an sich schon passend für einen Pfennigfuchser und dann noch mit Alliteration?
    Der Sohn ist für mich eher uninteressant. Er lässt sich sein Versagen bei Heiratskandidatin Nr. 1 unter die Nase reiben und nickt brav die Folgemaßnahmen ab, also die nächste Verlobung mit irgendeiner hübschen, hoffentlich gesellschaftlich ausreichend schwergewichtigen Dame. Es erinnert mich sehr an Verbannung.


    Es kam schon Schadenfreude auf, als ich zuerst erfuhr, dass die Dame gern flirtet und dann zum Schluss des ersten Kapitels zusammen mit Edelhart sehr direkt mitgeteilt bekam, dass es mit der gesellschaftlichen Stellung Essig ist. Trübe Aussichten. Er scheint sowieso nicht soviel zu wissen, an dieser Stelle trifft ihn dieser Mangel hart. Fast könnte er mir Leid tun, wenn er nicht so ein überheblicher Ignorant wäre.


    Ich liebe den Wechsel zwischen Tanz- und Fechtboden im ersten Kapitel. Der klapperdürre und knöchrige Signore Peglesto hat was. Er ließ mich schmunzeln.


  • Und ich muss sagen: Gefällt mir sehr sehr gut.
    ...
    ... sogar laut zum Lachen gebracht hat.


    Vielen Dank! :banane:
    Die Figur Edelhart war ein Wunsch des Lektorats. Der Lektor hat auch meinen "Isenborn"-Zyklus betreut, dort gab es die Nebenfigur Zendor von Binsböckel, die charakterlich sehr ähnlich gestrickt ist und Vorbild für Edelhart war. Das war natürlich nur ein Ausgangspunkt, im Autorenteam wurde die Figur dann noch gemeinschaftlich "geknetet", um optimal in die Geschichte zu passen.
    Ich bin unsicher, ob Euch solche Informationen interessieren?



    Aufgrund von solchen Aussagen des Erzählers, der irgendwie immer auch aus der Sicht von Edelhart schreibt, ...


    Das liegt daran, dass ich in Türme im Nebel personale Erzähler verwende. Jede Szene ist aus der Sicht einer Figur geschrieben, im ersten Kapitel häufig aus der von Edelhart. Man sieht die Welt durch die Augen dieser Perspektivfigur, die Wertungen sind die Wertungen dieser Figur, das Wissen auch das subjektive Wissen dieser Figur. Deswegen können manche Dinge in einer Szene bekannt sein, in einer späteren aber vielleicht nicht mehr - je nachdem, was die jeweilige Figur weiß.



    Die Szene in der Tanzschule erinnerte mich irgendwie an meinen eigenen Abschlussball anno 1999.


    Die vielen Tanzszenen sind auch davon inspiriert, dass ich selbst Hobby-Tänzer bin. Inzwischen tanze ich Standard und Latein im Gold-Casino meiner Tanzschule. Allerdings habe ich in meiner Schulzeit meine Klassenkameraden bestochen, damit meine Eltern nichts vom Tanzkurs mitbekamen und ich diesem Übel entkommen konnte. Erst vor ein paar Jahren habe ich Walzerschritte gelernt und bin wider Erwarten gleich auf den Geschmack gekommen.



    Der Parasit in ihrem Gesicht ist eine klasse Idee. Allerdings finde ich das Leuchten der Adern irgendwie eher störend. Leichte Bewegungen unter der Haut hätten es hier sicher auch getan. Das Leuchten ist einfach zu viel Science Fiction für mich.


    Wie erwähnt ist Doloresa eine sehr polarisierende Figur, übrigens auch im Autorenteam. Einige Auoren wollten ihr sehr viel Bühne geben, andere hätten sie am liebsten aus dem Konzept entfernt.
    Und Du hast mich ertappt: Ich bin ein Science-Fiction-Fan. :)



    Ich erwische mich auch immer wieder, dass ich die beiden Karten, das Glossar und das Namensregister hinten im Buch aufschlage. Absolut geniale Idee!


    Vielen Dank, insbesondere in die Karten ist auch viel Mühe geflossen. Glossar und Namensregister waren dagegen durch die Vorarbeit aus dem Konzept mit geringem Aufwand zu realisieren.



    Naja, noch sehe ich auch keinen Grund, warum er dann nach Taladur einheiraten soll.


    Vielleicht reicht es dem Vater, dass der ansonsten nutzlose Sohn durch seine Heirat einen Handelsvertrag sichert - unabhängig davon, wie gut oder schlecht dieser Sohn dann versorgt ist oder welche Stellung er bekleidet.



    Die Tagebucheinträge sind irgendwie harte Kost für mich. Ich musste die Stellen oft mehrmals lesen, bis ich sie verstanden hatte. Warum das so ist, kann ich nicht sagen...


    Vermutlich liegt das an dem geschwollenen Tonfall einer Sechzehnjährigen, die glaubt, die Welt bis auf den Grund zu durchschauen. Das war jedenfalls meine Intention - durch eine andere Erzählstimme Daroca zu charakterisieren.



    Ich bin mir durchaus bewusst, dass es vielen Lesern leichter fällt, sich ein Volk vorzustellen, wenn es ein irdisches Pendant gibt, aber für mich persönlich ist das eher störend.


    Das geht mir auch so. Ich führe das bei mir darauf zurück, dass ich ein Science-Fiction-Fan bin - bei Science Fiction stehen ja alternative Gesellschaftsentwürfe im Mittelpunkt. Deswegen finde ich immer spannend, wenn etwas völlig Neuartiges, Unbekanntes geschildert wird.



    Das Gleiche gilt übrigens auch für einen Fantasy-Roman ohne Fantasy-Elemente. Mein erster DSA-Roman war Band 100 "Über den Dächern Gareths". Ein tolle Geschichte, aber außer ein bisschen Magie war da nix mit Fantasy. Deshalb bin ich sehr sehr froh über den Parasite - und ich hoffe es bleibt nicht nur dabei. ;)


    Da bin ich leider nicht Sicher, ob Türme im Nebel in dieser Hinsicht Deinen Geschmack treffen wird. Innerhalb von Das schwarze Auge ist der Kontinent Aventurien tendenziell ein Hintergrund mit eher sparsam eingesetzten fantastischen Elementen. Für Leute, die hier gern mehr hätten, hat man einen weiteren Kontinent erschaffen, Myranor. Dort spielen allerdings nur wenige Romane (drei, wenn ich mich nicht irre). Bald soll eine in Myranor spielende Kurzgeschichten-Anthologie erscheinen.



    Nachdem ich ja den ersten Leseabschnitt bereits vor einigen Monaten schon einmal gelesen hatte, waren mir die Namen auch viel zu viel. Jetzt beim zweiten Lesen kann ich das nicht mehr kommentarlos unterschreiben. Ich bin sogar der Meinung, dass die vielen Namen und Beziehungen den Großteil von Taladur ausmachen.


    Ja, das denke ich auch.
    Ohne zu wissen, wie viele Leute den kompletten Zyklus mehrfach lesen werden, haben wir übrigens auch einige "Ostereier" in die Romane eingebaut, die man erst verstehen oder wiederfinden kann, wenn man die späteren Romane kennt. Für die Handlung des jeweiligen Einzelromans sind sie natürlich nicht relevant, sie sind so gründlich versteckt, dass man hoffentlich einfach drüberwegliest und sie für atmosphärische Schilderungen hält. Bei einem möglichen zweiten Lesen mag man dann aber schmunzeln.



    Die Sache mit den Türmen kommt mir allerdings irgendwie bekannt vor. Gab's da nicht auch in der realen Welt so etwas? In Italien glaube ich.
    ...
    edit: Ich hab gegogelt! Ha! San Giminiano - Geschlechtertürme. Kam mir doch gleich bekannt vor...


    Ja, solche Geschlechtertürme kann man heute noch in Italien besichtigen. In Griechenland, auf Mani, einem "Finger" des Peleponnes, sind solche Türme sogar prägend für die Landschaft. Dort haben die Clans die Türme noch benutzt, als es längst Feuerwaffen gab, und sie bei Fehden teilweise im Kugelhagel der verfeindeten Familien höher gebaut und ausgebaut. Kein Wunder - dort siedelten die Nachkommen der Spartaner.




    PS: Gibt es eine einfache Möglichkeit aus verschiedenen Posts Zitate zu kopieren und in meinen Post einzufügen? Ich hab's jetzt einfach per Hand ausklamüsert. Das ist aber eher mühsam... ::)


    Wenn Du Deinen Beitrag verfasst, findest Du die alten Beiträge unter dem Bereich, in dem Du tippst. An jedem Beitrag gibt es eine Schaltfläche "Zitat einfügen", damit mache ich das immer, wenn ich mehrere Beiträge zitiere. Ansonsten kann man mit mehreren Tabs arbeiten. Aber vielleicht kennt Heimfinderin noch eine bessere Methode?


  • Vater Binsböckel ist herrlich lebendig in seiner Aufgebrachtheit. Woher stammt übrigens der Name, ...


    Die Binsböckels sind eine im Hintergrundmaterial zu Das schwarze Auge beschriebene Adelsfamilie. Dort ist auch ausgeführt, dass diese Familie dafür bekannt ist, durch geschickte Heiratspolitik ihren Einfluss zu erhalten und auszudehnen.
    Die Figuren an sich wurden für die Romanreihe erfunden.



    Es erinnert mich sehr an Verbannung.


    Ich vermute, Edelhart würde dieser Einschätzung zustimmen. "Verbannung" oder auch "Abschiebung" dürfte es treffen.



    Der klapperdürre und knöchrige Signore Peglesto hat was. Er ließ mich schmunzeln.


    Nachdem ich gerade erwähnte, dass ich selbst aktiver Tänzer bin, muss ich hier schon aus reinem Selbstschutz betonen, dass die Figur des Signore Peglesto keinerlei reales Vorbild hat - erst recht nicht meine nette Tanzlehrerin! ;)


  • Andererseits ist Fantasy "Milieu-Literatur", die man eben auch liest, weil man darin ein unbekanntes Land entdeckt. Also ist für die Fantasy typisch und auch gewollt, dass es mehr Beschreibungen gibt, als zum Voranbringen der Handlung nötig wären (deswegen ist der Herr der Ringe auch das Gegenteil von einem Thriller).


    Das auf jeden Fall und wie gesagt, ich mag sehr gerne detailierte Beschreibungen. Aber mir ist es nicht so wichtig, im voraus die Welt erklärt zu bekommen, sondern ich entdecke sie gerne nach und nach, dann aber auch gerne in schönen Beschreibungen. ;D So wie ich Droddl verstanden hatte, hätte er aber gerne gleich zu Anfang mehr von der Welt erklärt bekommen, bevor es richtig losgeht.



    Der Arbeitstitel von Die Türme von Taladur war übrigens "Familienfehde" ... ;)


    Aha :D Na, dann kam das ja bei mir gleich gut so an.


    Jeder der sechs Romane schildert sie aus einem etwas anderen Blickwinkel. Ich bin mir sicher, dass jeder, der den dritten Band Das Spiel der Türme liest, zumindest einen kleinen Platz in seinem Herzen für Edelhart freiräumen wird.


    Ach, vorstellen kann ich mir das schon. Er wirkt ja nicht wie ein Bösewicht und hat auf jeden Fall Entwicklungspotential. ;D



    Glaubst Du wirklich, dass sein Vater es nicht wusste?
    Edelhart scheint ja nicht so viel Vertrauen in die elterliche Liebe zu haben - er fühlt sich verschachert für einen Handelsvertrag ...


    Ich fand den Vater eigentlich sehr überzeugend, also auch überzeugt von seinem eigenen Plan. Er wirkte auf mich schon so, als würde er sich über seinen genialen Plan für noch mehr Einfluss sehr freuen. Und dass es nur um seinen eigenen Vorteil geht, ist mir schon klar, er ist sicher nicht am Wohle seines Sohnes interessiert. Und da er mir so gar nicht sympathisch ist, hätte es mir gut gefallen, wenn er mit diesem Schachzug reingefallen wäre, weil sein Sohn eben gar nicht der Erbe wird. Was soll ihm die ganze Aktion dann überhaupt bringen, wenn sein Sohn da unten keinen Einfluss bekommt. Will er ihn einfach nur bestrafen, wenn er die Regeln kannte?



    Wie Ihr sicher bemerkt habt, habe ich zusätzlich noch eine zweite Methode benutzt, um den Leser mit dem Hintergrund vertraut zu machen: Daroca Ernathesas Tagebucheinträge. Sie sind alles andere als objektiv, kommentieren aber das Geschehen mit etwas Abstand. ...


    Ja, stimmt, die vergaß ich ganz zu erwähnen. Das gefällt mir sehr gut, gerade weil man noch einen weiteren Blick auf alles bekommt. Wie eine zweite Erzählerin, die sich zwischendurch mit einklinkt.



    Wer ist denn nach dem ersten Leseabschnitt Deine Lieblingsfigur, Heimfinderin? Edelhart scheint es ja (noch) nicht auf den ersten Platz gechafft zu haben ...


    Eine einzelne Figur habe ich noch nicht, aber spontan sofort richtig gut gefallen haben mir Erresto und Kallista und Iona. Jazemina dagegen mag ich momentan noch nicht so, sie erscheint mir jetzt schon zu anstrengend, was ihre Emotionen betrifft und wirkt auch ein bisschen oberflächlich, aber ich kenne sie noch zuwenig, mal sehen, was sie noch so tut. Edelhart gebe ich wie gesagt auf jeden Fall seine Chance in der Beliebtheit hochzusteigen und außerdem konnte ich mich ja schon auf seine Kosten amüsieren. Das ist ja schon mal was. ;D



    Der Tanzlehrer ist für mich eine Art Jorge von "Germanys next Topmodel".


    Jetzt, wo du es sagst ... Ich wusste doch, er erinnert mich an jemanden. :D



    PS: Gibt es eine einfache Möglichkeit aus verschiedenen Posts Zitate zu kopieren und in meinen Post einzufügen? Ich hab's jetzt einfach per Hand ausklamüsert. Das ist aber eher mühsam... ::)


    Du kannst ja mehrere Tabs gleichzeitig öffnen und dann nach und nach daraus die verschiedenen Zitate in deine Antwort kopieren, dann brauchst du nicht immer einzeln von vorne anzufangen mit scrollen, falls du das mit mühsam meintest.


  • Was soll ihm die ganze Aktion dann überhaupt bringen, wenn sein Sohn da unten keinen Einfluss bekommt. Will er ihn einfach nur bestrafen, wenn er die Regeln kannte?


    Na ja, es gibt ja noch etwas zwischen "mein Sohn kontrolliert die Familia" und "mein Sohn ist ein Niemand". Edelhart wird auf jeden Fall ein Ernathesa sein - vielleicht reicht das, um die Handelsbeziehung abzusichern. Um ein irdisches Pendant zu bemühen: Es ist doch für die meisten Leute schon eine tolle Sache, in die englische Königsfamilie einzuheiraten - auch, wenn man nicht Thronfolger wird, sondern "nur" einen der jüngeren Prinzen abbekommt. Nur, wenn man wie Edelhart auf Höheres gehofft hat, ist man natürlich enttäuscht ...
    Natürlich sind die Ernathesa nicht auf einer Stufe mit den Windsors im Vereinigten Königreich, aber vielleicht wird die Richtung klar.



    Ja, stimmt, die vergaß ich ganz zu erwähnen. Das gefällt mir sehr gut, gerade weil man noch einen weiteren Blick auf alles bekommt. Wie eine zweite Erzählerin, die sich zwischendurch mit einklinkt.


    Genau das ist die Idee: eine zweite Erzählerin/ Kommentatorin, um eine zusätzliche Erzählebene anzubieten.


  • Ich bin unsicher, ob Euch solche Informationen interessieren?


    Auf jeden Fall! 8) Ich liebe Hintergrundinformationen zu den Büchern. Deshalb mag ich ja die Leserunden so gerne!



    Ohne zu wissen, wie viele Leute den kompletten Zyklus mehrfach lesen werden, haben wir übrigens auch einige "Ostereier" in die Romane eingebaut, die man erst verstehen oder wiederfinden kann, wenn man die späteren Romane kennt. Für die Handlung des jeweiligen Einzelromans sind sie natürlich nicht relevant, sie sind so gründlich versteckt, dass man hoffentlich einfach drüberwegliest und sie für atmosphärische Schilderungen hält. Bei einem möglichen zweiten Lesen mag man dann aber schmunzeln.


    Ui, das hört sich spannend an und das muss ich natürlich unbedingt im Hinterkopf behalten. :)



    Wenn Du Deinen Beitrag verfasst, findest Du die alten Beiträge unter dem Bereich, in dem Du tippst. An jedem Beitrag gibt es eine Schaltfläche "Zitat einfügen", damit mache ich das immer, wenn ich mehrere Beiträge zitiere. Ansonsten kann man mit mehreren Tabs arbeiten. Aber vielleicht kennt Heimfinderin noch eine bessere Methode?


    Diese beiden Methoden verwende ich auch. Ich wüsste jetzt auch keine andere Möglichkeit.



    Na ja, es gibt ja noch etwas zwischen "mein Sohn kontrolliert die Familia" und "mein Sohn ist ein Niemand". Edelhart wird auf jeden Fall ein Ernathesa sein - vielleicht reicht das, um die Handelsbeziehung abzusichern.


    Ah ok, es ist dann mehr "einen Spielstein setzten und schauen, wieviel er (hoffentlich) einbringt". Ja das erscheint sinnvoll. Ich habe da in die Pläne und das Wissen des Vaters wohl zu viel hineininterpretiert.

  • Auf jeden Fall! 8) Ich liebe Hintergrundinformationen zu den Büchern. Deshalb mag ich ja die Leserunden so gerne!


    Finde ich auch gut sowas zu erfahren.




    Ja, das denke ich auch.
    Ohne zu wissen, wie viele Leute den kompletten Zyklus mehrfach lesen werden, haben wir übrigens auch einige "Ostereier" in die Romane eingebaut, die man erst verstehen oder wiederfinden kann, wenn man die späteren Romane kennt. Für die Handlung des jeweiligen Einzelromans sind sie natürlich nicht relevant, sie sind so gründlich versteckt, dass man hoffentlich einfach drüberwegliest und sie für atmosphärische Schilderungen hält. Bei einem möglichen zweiten Lesen mag man dann aber schmunzeln.


    Ostereier sind ne tolle Sache für Leser die sich intensiver mit dem Materie beschäftigen wollen. Bei TV Serien wie LOST habe ich das genossen beim zweiten durchgucken. Dummerweise habe ich in meinem Leben glaube ich bisher kein einziges Buch zweimal gelesen. Dafür gibts zu viele spannende neue Bücher, die ich noch nicht kenne. Mich würde da mal interessieren ob die anderen hier ihre Romane mehrfach lesen? Ausnahme sind bei mir hier übrigens Höhrbücher. Ich habe schon einige Bücher die ich gerne gelesen habe im Anschluss noch mal gehört.


  • Mich würde da mal interessieren ob die anderen hier ihre Romane mehrfach lesen? Ausnahme sind bei mir hier übrigens Höhrbücher. Ich habe schon einige Bücher die ich gerne gelesen habe im Anschluss noch mal gehört.


    Es kommt nicht oft vor, dass ich Bücher mehrfach lese, weil es tatsächlich ja so vieles gibt, was ich noch lesen will, aber so ein Anreiz wie diese Ostereier, kann schon mal dafür sorgen. Auch einige Autoren und/oder ihre Reihen habe ich schon /oder habe es noch vor, sie nochmals zu lesen, weil einfach so viel in ihnen steckt, das ich das einfach nochmals mit dem Gesamtwissen der übergreifenden Handlung lesen will (z. B. Andreas Brandhorsts Kantaki Reihe).


    Ja auch bei Hörbüchern habe ich das schon gemacht. Herr der Ringe vor kurzem und Otherland von Tad Williams (das man ohne Vorwissen der Bücher aber besser sowieso nicht hören sollte, so gut sie auch gemacht sind).

  • Obwohl ich all Eure Kommentare schon gelesen habe, würde ich einfach gerne meine ersten Eindrücke schildern, bevor ich mit ins Gespräch einsteige.


    Gut die erste Hälfte des ersten Leseabschnitts liegt hinter mir. Ich habe mir vorgenommen, den Text etwas langsamer zu lesen, als es meine Gewohnheit ist, um ihn einerseits zu genießen (Bernards Sprache gefällt mir) und um die Details bei Bedarf besser erinnern zu können. Deshalb werde ich sicherlich nicht vorpreschen, sondern eher etwas hinterher hinken.


    Die Idee mit den den Kapiteln vorangestellten Tagebucheintragungen als kommentierende Stimme hat mir gleich gut gefallen. Obwohl ich ihn vorm Prolog etwas störend finde. Der Einstieg in die Geschichte wäre unmittelbarer, direkter ohne ihn. Der Prolog gefällt mir ausgesprochen gut. Die wenigen Seiten reichen um eine ganze Familie in ihren wesentlichen Eigenschaften darzustellen und mir sofort unsympathisch zu machen. Die Hoffnung mit denen nicht viel zu tun haben zu wollen, erfüllt sich dann ja auch schnell. Selbst wenn Edelhart den großen Teil der folgenden Geschichte trägt. Der arrogante Kerl wird dann ja auch bald vorgeführt in seiner ganzen dummen Selbstherrlichkeit.
    Ein eleganter Schachzug vom Autor, wie ich finde. Denn so erhält die Kultur der Amaldaner, die mir längst nicht so vertraut ist, einen Sympathiepluspunkt. Echt gut gemacht.


    Bisher am besten gefällt mir das Eingangskapitel zum 'Weg nach Taladur'. Erresto und Kallista sind meine unangefochtenen Lieblinge. Die Szene hat mich sofort an diverse CSI Folgen erinnert. Da ich Krimis sehr mag, hat Bernards Geschichte von nun an meine volle Aufmerksamkeit. Das Auffinden der Leiche wird sehr detailreich beschrieben. Fast könnte man meinen der Leser soll eine Chance bekommen, mitzuknobeln wer denn wohl der Täter sein könnte. Aber das dürfte dann am Ende wohl nicht so wichtig sein, wer es war. Sondern eher, was durch den Mord ausgelöst wird. Das ganze Kapitel ist in meinen Augen das bisher beste. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Figuren Erresto und Kallista weiterentwickeln.


    Ein sehr stimmungsvolles Kapitel folgt dann in der Taberna. Hier trifft Lebenslust auf Lebensfrust. Das Lesen dieses Abschnitts macht einfach nur Freude.


    Die folgende Tanzschulszene finde ich dann schon fast unerträglich. Obwohl sie schon sehr gut zeigt, wie unterschiedlich Adel und einfaches Volk sich zur Musik vergnügen. Als Kontrast zur Szene in der Taberna funktioniert sie. Da kann ich sie auch akzeptieren. Aber als Vorstellung der Verlobten von Edelhart (irgendwie erinnert mich der Name an eine Figur aus einen deutschen Heimatfilm Reihe) finde ich sie eher misslungen. Einzig Doloresa Amazetti rettet die Szene für mich. Der Parasit, den sie im Gesicht trägt, ist interessant, und lässt einen die organisierte Tanzerei schnell vergessen.


    Der rasche Szenenwechsel trägt wunderbar zum Schwung des Buches bei. Das Lesen geht leicht von der Hand. Die Figuren deuten jetzt schon Tiefe und Charakter an. Erstaunlich gut hat Bernard die Vielzahl von Figuren, die jetzt schon auftreten im Griff. Ich musste nicht einmal das Personenregister im Anhang bemühen. Die Einführung der (wichtigen) Charaktere ist prägnant und der Wiedererkennungswert hoch. Ich denke, ich werde auch weiterhin keine Probleme mit den Figuren haben.


    Alles in allem gefällt mir der Roman sehr gut. Ich kann im Augenblick gar nicht mehr nachvollziehen, warum mir beim ersten Mal der Zugang nicht gelang. Das Buch muss mich auf dem falschen Fuß erwischt haben.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Der Prolog gefällt mir ausgesprochen gut. Die wenigen Seiten reichen um eine ganze Familie in ihren wesentlichen Eigenschaften darzustellen und mir sofort unsympathisch zu machen.
    ...
    Ein sehr stimmungsvolles Kapitel folgt dann in der Taberna. Hier trifft Lebenslust auf Lebensfrust.


    :totlach:
    Wir werden viel Spaß in dieser Leserunde haben, Torshavn. Der Humor, mit dem Du Deine Eindrücke schilderst, gefällt mir sehr gut.



    Ein eleganter Schachzug vom Autor, wie ich finde. Denn so erhält die Kultur der Amaldaner, die mir längst nicht so vertraut ist, einen Sympathiepluspunkt. Echt gut gemacht.


    Vielen Dank.



    Bisher am besten gefällt mir das Eingangskapitel zum 'Weg nach Taladur'.


    Die Kapitelüberschrift Der Weg nach Taladur hat für mich zwei Bedeutungen. Einerseits befindet sich Edelhart auf dem Weg nach Taladur, andererseits möchte ich aber auch den Leser nach Taladur einladen und mit ihm "den Weg dorthin gehen".



    Das Auffinden der Leiche wird sehr detailreich beschrieben. Fast könnte man meinen der Leser soll eine Chance bekommen, mitzuknobeln wer denn wohl der Täter sein könnte. Aber das dürfte dann am Ende wohl nicht so wichtig sein, wer es war. Sondern eher, was durch den Mord ausgelöst wird.


    Ich sage mal so: Grundsätzlich hast Du recht, aber einer meiner Autorenkollegen hat mit seinem Beitrag zu Die Türme von Taladur besonders die Krimi-Fans im Blick gehabt, und da könnte ich mir vorstellen, dass eine bestimmte Saat aufgeht ... ;)



    Die folgende Tanzschulszene finde ich dann schon fast unerträglich.


    Das ist ja spannend! Wie geht es den anderen Leserundenteilnehmern mit dieser Szene?



    Der rasche Szenenwechsel trägt wunderbar zum Schwung des Buches bei.


    Über diese Frage bin ich mit einem meiner Kollegen ins Philosophieren gekommen. Dieser Kollege ist der Ansicht, es sei die hohe Kunst des Romaneschreibens, eine Geschichte komplett aus einer einzigen Perspektive zu erzählen. Er hat insofern ein gewichtiges Argument, weil eine solche Erzählweise dazu führt, dass der Leser sehr tief in eine Figur (eben die Perspektivfigur) eintauchen kann und niemals aus dieser Figur herausgerissen wird. Für Türme im Nebel habe ich dennoch den Ansatz gewählt, viele kurze Szenen aus vielen unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen, um dem Leser als Einstieg in den Zyklus eine Art Stadtrundgang anzubieten, bei dem man viele "Topp-Sehenswürdigkeiten" anschaut - und auch einmal in die ein oder andere dunkle Gase blickt.



    Alles in allem gefällt mir der Roman sehr gut. Ich kann im Augenblick gar nicht mehr nachvollziehen, warum mir beim ersten Mal der Zugang nicht gelang. Das Buch muss mich auf dem falschen Fuß erwischt haben.


    "Ein Autor kann ein Buch nur beginnen. Zuende bringt es der Leser." Wegen meines schlechten Namensgedächtnisses erinnere ich mich nicht, von wem dieses Zitat ist.
    Es ist aber für die meisten Leser ein himmelweiter Unterschied, ob sie ein Buch in der U-Bahn zwischen den Stationen lesen oder zu Hause in einem Ohrensessel bei einem Glas Wein. Eine Leserunde ist schon so etwas wie eine "Laborsituation" - hier wird meist ungewöhnlich aufmerksam gelesen. Dadurch werden alle Lücken und Fehler offenbar, aber man "liest eben auch genau hin" und kann sich deswegen vielleicht Details und auftretende Figuren besser merken.
    Das wäre jetzt meine Vermutung, woran das unterschiedliche Leseempfinden liegen könnte, das Du nun beim gleichen Text hast.

  • Zitat

    Zitat von: Torshavn am Heute um 08:03:39


    Bisher am besten gefällt mir das Eingangskapitel zum 'Weg nach Taladur'.


    Die Kapitelüberschrift Der Weg nach Taladur hat für mich zwei Bedeutungen. Einerseits befindet sich Edelhart auf dem Weg nach Taladur, andererseits möchte ich aber auch den Leser nach Taladur einladen und mit ihm "den Weg dorthin gehen".


    Die Idee geht, in meinen Augen, voll auf.
    Ich habe nun auch die letzten Kapitel 'Der Weg nach Taladur' gelesen. Nun fühle ich mich angekommen in der Stadt.
    Wozu nicht unwesentlich die Szene im Teatro de los Suenos beigetragen hat. Begriffen hatte ich zwar schon in der Taberna in San Cardasso wie stark die Familias miteinander in Fehde liegen. Aber wie dünnhäutig manche Mitglieder sind und was es für grausame Konsequenzen haben kann, wenn der Streit wirklich mit dem Degen ausgetragen wird zeigt dieses Abschiedsfest des Zwerges Wengrex. Ein wirklich wunderbares Kapitel, das mit shakespearscher Wucht daher kommt, mitten unter die Montagues und Capulets, oh pardon ich meinte die Amazettis und Taresca.


    Interessant finde ich auch die Stellung der Zwerge im Gefüge Taladurs und der Umgebung. Sie sind ein Teil der Gesellschaft. Aber auch nicht ganz. Sie werden für ihr handwerkliches Geschick geschätzt. Aber darüber hinaus? Alles andere als typische Zwerge. Schon fast ein bißchen zu vermenschlicht. Aber mal schauen, wie sich die Zwerge im Laufe der Geschichte entwickeln.

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