05 - Kapitel 31 bis Ende (Seite 324 - Ende)

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  • Auch da kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass meinem Bruder genau das passiert ist: Da wollte er sich bei seiner Ex-Freundin mal ausquatschen und sie hat es abgetan, mit den Worten, dass er spinnt und sie sich das gar nicht vorstellen kann! Ja, das gibt es!


    Wie traurig :(

  • Wie traurig :(


    Stimmt, das ist wirklich sehr traurig! Und auch nicht nachvollziehbar für mich. Wenn meine Freundin, Freund, Ex-Freund oder wer auch immer mir Nahestehender mir so etwas erzählt, dann kann ich das doch nicht abtun!? Für mich völlig unvorstellbar! Aber so eine Geschichte nicht hören zu wollen, ist natürlich sehr viel einfacher!


  • Nach dieser Geschichte von Lena, musste ich dann tatsächlich dieses Buch zuerst zur Seite legen. Ist mir noch nie passiert, dass mich ein Buch so tief berührt hat, aber die Geschichte hat mich echt mitgenommen! Da kann ich nur sagen: Ganz toll geschrieben und ich habe großen Respekt für diese Darstellung! Klasse gemacht!


    Danke. Das ist ein richtig dickes Kompliment, gerade auch nach deinem ausführlichen Post.

  • Danke. Das ist ein richtig dickes Kompliment, gerade auch nach deinem ausführlichen Post.


    Ja, war auch so gemeint. So etwas zu beschreiben, die richtigen Worte zu finden und dass es den Leser wirklich trifft, ist nicht leicht und ich finde du hast das sehr gut gemacht (was ich an meiner Reaktion gut erkennen konnte! ;)).



    Stimmt, das ist wirklich sehr traurig! Und auch nicht nachvollziehbar für mich. Wenn meine Freundin, Freund, Ex-Freund oder wer auch immer mir Nahestehender mir so etwas erzählt, dann kann ich das doch nicht abtun!? Für mich völlig unvorstellbar! Aber so eine Geschichte nicht hören zu wollen, ist natürlich sehr viel einfacher!


    Ja, leider! Und oft ist es auch schwer vorstellbar, dass solche Dinge wirklich passieren. Gerade wenn man die Menschen auch noch besser kennt. Ist ja hier bei Jan und Selina der Fall. Sie konnten sich das gar nicht vorstellen. Obwohl ich schon denke, dass sie Christoph zugehört haben.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Ja, das mit dem Alkohol ist wirklich was Schlimmes und ich weiß nun wieder, wie schlimm es ist, wenn die Kinder sehen, wie die Mutter geschlagen wird und das verdrängen. Es gibt Menschen, die es so erfolgreich verdrängen, dass erst eine psychiatrische Behandlung die Erinnerung freilegt. Gerade deshalb finde ich es so wichig, darüber zu reden. In dieser Beziehung habe ich wohl Glück mit meinen Freundinnen gehabt. Eine Freundin, die so was als Quatsch abtut ist wirklich nur eine EX!!!
    Wie der Zufall es will habe ich gerade mit einer Frau im Krankenhaus gelegen, der niemjand glaubt, dass ihr Exmann sie geschlagen hat, weil sie es auch niemandem erzählt hat und nun hat sie sich getrennt und muss um ihre Kinder kämpfen. Es ist erstaunlich wie häufig häusliche Gewalt vorkommt und die Betroffenen denken immernoch, sie seien die Einzigen und schämen sich. Schlimm ist es bei Alkohol auch deswegen, weil der Mann im nüchternen Zustand sehr nett und lieb sein kann und es ihm leid tut. Vielleicht bleibt Christophs Mutter deshalb bei dem Mann. Liebe ist etwas sehr Komliziertes.


  • Schlimm ist es bei Alkohol auch deswegen, weil der Mann im nüchternen Zustand sehr nett und lieb sein kann und es ihm leid tut. Vielleicht bleibt Christophs Mutter deshalb bei dem Mann. Liebe ist etwas sehr Komliziertes.


    Ja, da hast du Recht. Ich denke auch, dass Christoph's Mutter zum einen aus Liebe zu ihrem Mann bei ihm bleibt. Zum anderen kommen die Faktoren Scham hinzu und die Angst davor, was die Leute sagen, wenn man sich trennt. Und dann ist noch ein Punkt, wie die finanziellen Verhältnisse sind. Hier hört es sich auch so an, dass nur der Vater zum Arbeiten geht und die Mutter zu Hause bleibt. Wenn sie sich scheiden lässt, muss sie sehr stark kämpfen, dass sie abgesichert wird, dass sie das Sorgerecht für ihren Sohn behält usw. Wenn sie sich dann nie dazu geäußert hat, dass ihr Mann gewalttätig wird, wird das richtig schwer (siehe die Frau, die du im Krankenhaus getroffen hast! Auch richtig übel! :().


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • So, jetzt ist die Reise zuende und Christops posthume Reise beginnt jetzt. Wir wissen jetzt auch, wie sich Lena und Christoph kennen gelernt haben und dass Christophs Familie unter einem gewalttätigen Vater zu leiden hatte, leider fehlt der Mutter die Kraft, sich aus dieser Beziehung zu lösen. Sie lässt es sogar zu, dass sich Christoph zwischen sie und ihrem Mann stellt, ab diesem Moment hätte sie die Reißleine ziehen müssen, aber aus Scham, was die Leute denken könnten, musste Christoph dafür büßen.



    Maik hat mich am Anfang dieses Abschnitts auch überrascht: ich hätte eher erwartet, daß er es eher als coole Nummer sieht, daß Jan sein Motorrad geschnappt hat, um Selina zu suchen, aber er hat sich wirklich Sorgen um Jans Wohlbefinden gemacht (und nicht um das Motorrad) und ist ehrlich aufgebracht darüber, was alles hätte passieren können. Gut, daß nichts passiert ist und Jan mit Selina wohlbehalten zurückkommt - und Selina kriegt sich auch wieder ein.


    Ja, seine Reaktion war schon nachvollziehbar, und Glück für Jan, dass nichts passiert ist, hätte aber, denn Jan hat noch nicht mal einen Führerschein, hätte er ihn und könnte mit so einem Motorrad umgehen, hätte man es vielleicht auch etwas lockerer sehen können, aber so.


    Zitat

    Hmm, der Vater meiner besten Freundin (ich kenne sie seit dem Kindergarten) war Alkoholiker (tagsüber der korrekte Beamte und abends kam dann der Alkohol), davon habe ich nie etwas mitbekommen, erst vor wenigen Jahren hat mir meine Freundin das erzählt (der Vater lebt nicht mehr). Sie hat sich so dafür geschämt, daß sie mir als Kind bzw. Jugendliche nie davon erzählen konnnte, selbst ihr Mann wußte lange Zeit nichts. Ich war allerdings nicht enttäuscht, sondern einfach sehr überrascht, weil ich damit niemals gerechnet hätte.


    Mit der Zeit lernen wohl die meisten Menschen, so ein Umfeld gut zu verbergen, selbst vor besten oder guten Freunden und ich glaube, es ist dann schon schwer etwas mitzubekommen. Ich würde mir auch Vorwürfe machen, wenn ich sowas von jemanden aus meinem Freundeskreis hören würde.


    Zitat


    Der Abschied von Christoph hat mir sehr gut gefallen, für mein Empfinden hat das alles gepasst.


    Ja, der Abschied war schon toll, obwohl ich mir Jans Abschied von Christoph anders vorgestellt habe, aber anscheinend bedarf es nicht immer großer Worte.



    Ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich reagiert hätte, wenn ich an Stelle der Vier gewesen wäre: alleine wäre ich definitiv zu feige gewesen, die Urne des besten Freundes/Freundin auszugraben - ich kann mir vorstellen, daß weder Jan, Maik, Selina noch Lena dies alleine durchgezogen hätte.


    Ich glaube auch nicht, daß mein damaliger Freundeskreis auf die Idee gekommen wäre, aber wer weiß; in dem Buch trauen sie sich das auch nur in der Gemeinschaft. Für die Vier war es auf jeden Fall gut, weil es ihre persönliche Trauerarbeit positiv beinflusst hat, sie können den Tod Christophs nun eher akzeptieren, weil es jetzt "passt".


    Durch die Reise sind sie sicher auch ein Stück weit zusammengewachsen, die gemeinsamen Erfahrungen und die Aufarbeitung von Konflikten hat sie auch nähergebracht. Somit können sie auch unter den Tod Christophs einen Schlussstrich ziehen und ich glaube, die Reise hat auch ihrer Freundschaft gut getan

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen