01 - Anfang bis einschl. Kapitel 8 (Anfang bis Seite 82)

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  • Hallo Ihr Lieben,


    hier treffen wir uns ab dem 11.01.2013 zur Leserunde zu dem Buch "Vier Beutel Asche" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders Boris Koch, der uns hier wieder begleiten wird. Schön, dass Du, lieber Boris, wieder mit dabei bist! :-*


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass bitte pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte! :winken:


    Hier könnt Ihr bis S. 82 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Ich wünsche uns nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Hi, ich bin neu und mache mal einfach den Anfang.
    Also eigentlich wollte ich nur mal die ersten Seiten lesen und war dann schon auf Seite 103 als ich schauen wollte (irgendwie sieht man beim e-book die Seiten nicht beim Lesen).
    Ich dachte erst, es ist wohl wieder: noch mal unbedingt d a s erleben bevor... -nun ist derjenige aber schon tot, wie verändert das die Geschichte? Das klang interessant und deshalb wollte ich das Buch lesen. Bis zu Seite 103 ist es die Schilderung einer tiefen Verzweiflung. Da es hier nur bis Seite 82 geht - die Verzweiflung eines Jungen, des besten Freundes. Die Suche nach dem Schuldigen an etwas, das für ihn unfassbar ist. Gibt es solche Freundschaften wirklich? Die Denkweise des Jungen ist jedenfalls unter der Voraussetzung, dass es so eine Freundschaft gibt, immer nachvollziehbar. Wieso geht alles weiter, wenn doch eigentlich nichts mehr so ist wie vorher, wieso können die anderen wieder einfach zur Tagesordnung über gehen. Ich finde es gut geschrieben. Da ich eine andere Generation bin, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was können die Eltern tun? Sie sind so hilflos wie der Junge selbst. Keine Klischees an dieser Stelle. Keine "blöden Alten", einfach nur Hilflosigkeit auf beiden Seiten. Viel zum Nachdenken, bisher nix zum Kritisieren gefunden.

  • Hi Rhea!
    Tammy hat ja auch die Kapitel angegeben, die sind doch bestimmt auch im ebook, oder?


    Ich habe auch gerade den ersten Abschnitt gelesen und weiß noch nicht so recht, was ich von der Geschichte halten soll.
    Am Anfang war ich schon ein bisschen geschockt, dass Jan tatsächlich einen Molotow-Cocktail gebastelt hat und das Auto zerstören will. Aber spätestens als er überlegt, wie er werfen muss, um nicht auch die Garage abzufackeln, war klar, dass er das nicht macht.
    Zu diesem Zeitpunkt wissen wir ja noch nicht genau, was eigentlich passiert ist, aber ich hätte es auf keinen Fall gut gefunden, wenn so ein Anschlag tatsächlich als Rache durchgeführt worden wäre. Immerhin ist der Fahrer freigesprochen worden, auch wenn Jan dessen Unschuld anscheinend nicht akzeptieren will.


    Mir gefällt gut, dass hier mal ein Junge die Hauptfigur ist. Oft wird ja, gerade bei solchen Verlustsituationen, aus Sicht eines Mädchens berichtet.
    Durch die Rückblenden erfahren wir nach und nach, wie die Freundschaft zu Christoph entstanden ist.


    Trotzdem finde ich Jans Verhalten bis hierher recht extrem. Er scheint der Einzige zu sein, der nicht in der Lage ist, "normal" weiterzumachen.
    Auch die beiden anderen Kumpels scheinen den Tod des Freundes besser zu verkraften.


    Nun bin ich gespannt, was es mit diesem Maik auf sich hat, den Jan an Christophs Grab trifft und wie es dann weitergeht.

  • irgendwie sind auch keine Kapitel angegeben, aber ich bin kein Fan von Handbüchern vielleicht habe ich einfach eine falsche Einstellung.? Ich sehe wieviel Prozent des Buches ich gelesen habe und naja mit ein wenig Rechnen.....


    Ich war von dem Anfang auch überrascht, aber nicht lange, weil ich diese Form von ohnmächtiger Wut kenne. Ich war auch von Maiks Reaktion überrascht, sie scheint mir übertrieben, denn er ist nicht so eng befreundet. Naja, wenn er ihm im betrunkenen Zustand ein Auto geliehen hätte, dann würde ich es verstehen, also denke ich nicht daran, dass man betrunken überhaupt nicht am Straßenverkehr teilnehmen sollte. Leider haben die meisten kein Geld um jede Party per Taxi zu verlassen.
    Edit Tammy: Habe den Satz entfernt, da das erst im nächsten Abschnitt kommt und hier zu viel spoilert! :winken:
    Und er hatte es ihm doch gesagt. Wie gesagt, diese Stelle finde ich weniger verständlich als den Molotowcoctail, aber beides ist vielleicht einfach schriftstellerische Überhöhung?

  • Hallo an die Leserunde und an Boris,


    ich habe eben den ersten Abschnitt auch beendet. Das Buch liest sich sehr flüssig und mir gefällt es auch vom Aufbau her sehr gut, daß man nach und nach erfährt, wie es zur Freundschaft zwischen Jan und Christoph kam und wie sich diese weiter entwickelte.


    Während der Lektüre habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie es mir gegangen wäre, wenn ich in dem Alter meine beste Freundin verloren hätte ... ich weiß nicht, ob mich das auch so aus der Bahn geworfen hätte oder nicht. Glücklicherweise mußte ich das nicht erleben. Aber irgendwo kann ich Jans Verhalten mit 16 schon nachvollziehen: auf der einen Seite macht er das, was er sonst auch gemacht hat, wie zur Schule gehen usw., aber auf der anderen Seite möchte er mit seinem Frust und seiner Wut alleine sein und in Ruhe gelassen werden; er kommt mit dem Tod seines Freundes überhaupt nicht klar - während alle anderen um ihn herum scheinbar kein Problem damit haben, zur Tagesordnung überzugehen.


    Was ich sehr gut nachvollzehen konnte, war Jans Wut bei der Beerdigung: in dem Alter kam mir das alles auch immer so falsch vor und mich haben innerlich diese ganzen Floskeln ziemlich genervt.


    Außerdem braucht er einen Schuldigen für Christophs Tod: er kann nicht akzeptieren, daß Christoph selbst schuld ist, sonst müßte sich seine Wut eigentlich gegen ihn wenden, aber dieser lebt nicht mehr, und Gerber ist damit die geeignetere Zielscheibe für Jans Zorn.



    Da ich eine andere Generation bin, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was können die Eltern tun? Sie sind so hilflos wie der Junge selbst. Keine Klischees an dieser Stelle. Keine "blöden Alten", einfach nur Hilflosigkeit auf beiden Seiten.


    Ja, die Eltern sind ziemlich hilflos, sie wissen nicht, wie sie Jan helfen können und hoffen einfach, daß er bald wieder zur Nomalität zurückfindet.


    Ich bin nun auch gespannt, warum Maik an Christophs Grab sitzt und wie sich das weiterentwickelt.

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich habe heute auch den ersten Abschnitt beendet und muss sagen, dass ich gleich von Jan's Erzählsicht komplett gefesselt war. Ich war zuerst auch erstaunt die Ich-Perspektive zu lesen und habe im ersten Moment noch gedacht, dass wir zuerst noch ein ein Einblicke in die letzten Stunden von Christoph bekommen. Aber dann war schnell klar, dass es sich um Jan, Christoph's besten Freund handelt, der mit dem Verlust noch nicht wirklich umgehen kann.



    Während der Lektüre habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie es mir gegangen wäre, wenn ich in dem Alter meine beste Freundin verloren hätte ... ich weiß nicht, ob mich das auch so aus der Bahn geworfen hätte oder nicht. Glücklicherweise mußte ich das nicht erleben. Aber irgendwo kann ich Jans Verhalten mit 16 schon nachvollziehen: auf der einen Seite macht er das, was er sonst auch gemacht hat, wie zur Schule gehen usw., aber auf der anderen Seite möchte er mit seinem Frust und seiner Wut alleine sein und in Ruhe gelassen werden; er kommt mit dem Tod seines Freundes überhaupt nicht klar - während alle anderen um ihn herum scheinbar kein Problem damit haben, zur Tagesordnung überzugehen.


    Genau die Frage habe ich mir auch gestellt und ich glaube fast, dass ich in dem Alter den Verlust meiner besten Freundin auch nur sehr schwer verkraftet hätte. Ich habe damals nur den Tod einer nicht so guten Freundin miterlebt und das war schon schlimm genug und hat mich ganz schön fertig gemacht. Gerade in dem Alter sind Freunde doch einfach das Wichtigste und ich glaube der Tod des besten Freundes wirft einen einfach komplett aus der Bahn. Von daher kann ich das Verhalten von Jan sehr gut nachvollziehen. Ich denke in dem Alter denkt man auch kaum über Tod nach, da man ja noch so jung ist und das Gefühl hat, dass das Leben einfach noch ewig währt. Wenn dann der Tod so plötzlich ankommt, ist das schon sehr schwer!


    Gut dargestellt, finde ich auch wie hilflos eigentlich die Erwachsenen und auch gerade seine Eltern sind. Klar, möchten sie, dass es ihm wieder gut geht und natürlich kommt man mit allen guten Ratschlägen an, die man selber so gehört hat, aber wie man Jan wirklich helfen kann, weiß wohl keiner so genau. Und ich habe mir das echt überlegt, ich wüsste auch nicht, wie ich als Eltern reagieren würde! :o



    Was ich sehr gut nachvollzehen konnte, war Jans Wut bei der Beerdigung: in dem Alter kam mir das alles auch immer so falsch vor und mich haben innerlich diese ganzen Floskeln ziemlich genervt.


    Die Wut kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich heute noch bei Beerdigungen mir echt denke, dass da doch nur irgendwelche Floskeln herunter gebetet werden.


    Neugierig bin ich jetzt schon, was es mit Lena und Maik auf sich hat. Nachdem Selena ja die Freundin von Christoph war, bin ich echt gespannt, wer diese Lena ist. Und jetzt auch schon sehr neugierg, wieso Maik am Grab von Christoph sitzt? :-\


    Gut gefällt mir, dass wir in Rückblenden erfahren, wie es dazu gekommen ist, dass Jan und Christoph Freunde geworden sind und was sie so gemacht haben. Das ist echt gut gemacht. Auch, dass diese Rückblenden kursiv geschrieben sind und damit eindeutig immer vom Rest abgehoben sind.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Hallo zusammen!


    Oh je, der arme Jan! Das ist ein ganz schönes Gefühlschaos für einen 16-jährigen Jungen! Ich kann schon recht gut nachvollziehen, dass ihn der Tod seines Freundes Christoph so nahe geht und ihn gewissermaßen aus der Bahn geworfen hat. Nach außen hin versucht er zwar, sich nichts anmerken zu lassen, aber innerlich brodelt es. Er braucht einen Schuldigen, er muss seine Wut loswerden. Er steckt einerseits voller Aggressionen, andererseits voller Verzweiflung, Leere und Traurigkeit.
    Ich finde, dieses Gefühlschaos in ihm wird sehr gut dargestellt.

  • die Floskeln findet man glaube ich in jedem Alter unangebracht. Ich kann heute noch schlecht jemandem "herzliches Beileid" wünschen und ich finde dieses Händeschütteln genauso anstrengend für die Hinterbliebenen. Meine Reaktion ist die von Jan. Wenn ich kann nehme ich denjenigen in den Arm. Worte gibt es da sowieso nicht.


  • Neugierig bin ich jetzt schon, was es mit Lena und Maik auf sich hat. Nachdem Selena ja die Freundin von Christoph war, bin ich echt gespannt, wer diese Lena ist. Und jetzt auch schon sehr neugierg, wieso Maik am Grab von Christoph sitzt? :-\


    Bei Lena bin ich auch gespannt, welche Rolle sie spielt.

  • Ich habe es nun auch geschafft den ersten Abschnitt zu lesen, nachdem ich jedesmal wenn ich lesen wollte, gestört wurde.


    Mit Büchern aus der Ich-Perspektive tue ich mich manchmal echt schwer aber diesesmal ist es nicht so.
    Der Anfang war ja schon recht krass, mit dem Molotow-Cocktail. Ohne Vorgeschichte mitten in die Handlung reingeschubst zu werden ist ja eher ungewöhnlich.
    Ich finde Jan sehr interessant und ich kann seine Wut sehr gut verstehen. In dem Alter (bzw. überhaupt) seinen besten Freund zu verlieren ist eine wirklich schlimme Sache. In dem Alter hat man auch häufig noch eine viel festere Bindung zu seinen Freunden, vor allem zu seinen besten.
    Die Wut, das Nichteinsehen von Christophs Schuld sind, denke ich, relativ normale Reaktionen. In seiner Verzweiflung macht sich Jan was vor. Ich frage mich, ob er bei der Party auch dabei war und ob er es vielleicht hätte verhindern können, das Christoph betrunken mit dem Fahrrad nach Hause fährt. Vielleicht macht er sich auch selbstvorwürfe und das schmälert die Wut bekanntlich nicht.
    Ich finde es toll wie das Gefühlsleben von Jan beschrieben wird. Die Verzweiflung, Wut und Hilflosigkeit.
    Für seine Eltern ist es auch schwierig damit umzugehen.
    Durch die Rückblenden erfahren wir von Christophs und Jans Freundschaft, wie sie sich kennengelernt haben und auch von den anderen Jugendlichen.
    Da bin ich mal gespannt, warum Maik am Grab ist und was er mit seinen Worten meint.
    Auch bin ich mal gespannt, welche Rolle Lena spielt.



    Die Wut kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich heute noch bei Beerdigungen mir echt denke, dass da doch nur irgendwelche Floskeln herunter gebetet werden.


    Beerdigungen sind so eine Sache. Einerseits die Floskeln, andererseits kann man doch nicht jemanden einfach unter der Erde verscharren. Ich bin kein Freund von Beerdigungen. Wenn dann das ganze Dorf auftaucht nur weil etwas "los" ist, die Angehörigen sich von lauter Leuten die eventl nichts mit Ihnen und der Verstorbenen Person zu tun haben, da sind und man noch zig Hände schütteln muss... Dann noch der Leichenschmaus... Ich finde das sehr Anstrengend.

  • Bei den Spekulationen beteilige ich mich aus offensichtlichen Gründen mal nicht ... ;) (Obwohl ich bei einer meiner Erzählungen mal einen der beiden Erzählstränge komplett vergessen habe und ich irritiert war, auf die Zeitebene der "Erwachsenen" angesprochen zu werden, wo ich mich selbst nur noch an den "Jugendlichen-Strang" erinnert habe ... Aber das ist eine andere Geschichte, und da lag auch mehr Zeit zwischen Schreiben und fehlender Erinnerung ;D)


    Was die Floskeln bei der Beerdigung anbelangt: Ich selbst habe sie als Jugendlicher auch gehasst, und noch immer bin ich kein Freund von Floskeln, egal in welcher Situation. Allerdings sind sie ja auch eine Art "Schutz" für die Eltern (oder allgemein: die Angehörigen), zumindest denke ich das heute. Wenn 100 Leute zur Beerdigung deines Kindes kommen, und jeder versucht, besonders persönliche und originelle Worte zu finden, über die man nachdenken müsste, auf die man auch eine individuelle Antwort geben sollte oder möchte, dann dreht man irgendwann am Rad. In dem Moment willst du dich bestimmt nicht mit den Gedanken von 100 Leuten beschäftigen, du hast genug mit deinen eigenen zu tun.
    Ich glaube, es tut einfach gut zu sehen, dass Leute durch ihre Anwesenheit Anteil nehmen, auch wenn sie nicht gewandt mit Worten sind. Mit den engsten Freunden ist es etwas anderes, da ist mehr als "Mein Beileid" wichtig, mehr als nur Worte. Da braucht es auch Umarmungen & hilfreiches Anpacken.
    Aber auch da ist wohl jeder ein wenig anders, und genau darum geht es dann: Rauszufinden, was derjenige braucht, der gerade trauert.

  • Der Anfang ist ja schon mal heftig, Jan will mittels Molotow-Cocktail einen Anschlag auf Herbert W. Gerber bzw. auf dessen Eigentum verüben. Glücklicherweise hat er einen Rückzieher gemacht, denn was hätte das gebracht, seinen Rachegefühlen freien Lauf zu lassen? Dieser Abschnitt ist allgemein von den Wut- und Rachegedanken des Ich-Erzählers geprägt, der den tragischen Tod seines besten Freundes immer noch nicht verarbeiten kann. Zwar könnte man meinen, irgendwann müsste er doch mal darüber hinweg kommen, aber andererseits ist der Tote nicht Irgendwer, sondern der beste Freund, und da geht man sicher nicht einfach so zur Tagesordnung über, glücklicherweise war ich bisher noch nicht in dieser Situation und möchte es auch nie sein.


    Dass Jan in Gerber den Sündenbock sieht, ist auch irgendwie nachvollziehbar, wobei man nicht weiß, ob diesem Gerber die alleinige Schuld trifft, denn Christoph soll ja auf einer Party gewesen sein und unter Alkohol gestanden haben, als er sich auf dem Heimweg gemacht hat, und wer weiß, vielleicht ist er ja wirklich auf die Gegenfahrbahn geraten. Als Leser tappt man ja im Dunkeln, denn wir werden ja mit der Wut Jans konfrontiert, der in dem Unfallfahrer den Hauptschuldigen sieht.


    Die Rückblenden finde ich auch gut gesetzt, sie fügen sich meiner Meinung nach gut in die Handlung ein. Die Geschichte, wie sich Jan und Christopf kennen gelernt haben, fand ich schön, wie sich Christoph mit dem älteren Jungen angelegt hat, vor dem die anderen Kinder Angst gehabt haben. Insgesamt liest sich das Buch auch recht flüssig und man kommt gut voran.


    Ja, die Eltern sind ziemlich hilflos, sie wissen nicht, wie sie Jan helfen können und hoffen einfach, daß er bald wieder zur Nomalität zurückfindet.


    Jan verschließt sich auch sehr, in dieser Situation ist es sicher auch für Eltern schwer, an ihren Sohn heranzukommen, zumal der Vater ja beruflich sehr eingespannt ist und mehr mit sich selbst zu tun hat, als sich intensiv um die Sorgen seines Sohnes zu kümmern.


    Vielleicht offenbart er sich diesem Maik, der an Christophs Grab sitzt, in ihm findet er eventuell einen Mitleidenden, sowas ist sicher besser, als die Beileidsbekundungen von Außenstehenden zugeworfen zu bekommen.


    Die Wut kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich heute noch bei Beerdigungen mir echt denke, dass da doch nur irgendwelche Floskeln herunter gebetet werden.


    Ja, ich konnte Jan auch gut verstehen, besonders die Verwandten und Bekannten, die zur Beerdigung gekommen sind, ich glaube, viele sind nur anstandshalber ge- bzw. mitgekommen, oder weil sie mit ihm verwandt waren.


    Ich glaube, wenn der Pfarrer am Eingang die Leute aufgefordert hätte, nur dann zur Beerdigung zu erscheinen, wenn sie ein besonders bzw. enges Verhältnis oder überhaupt eine gute Beziehung zum Verstorbenen hatten, dann würden sicher über die Hälfte wieder nachhause fahren.


    Also, ich bin gespannt, wie es weitergeht und wie sich die Situation mit Maik an Christophs Grab auflöst.

  • Suse

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