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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


    Über eine Rezension auf Literaturschock.de würde sich André sicher freuen: Die Last der Türme. Eine zusätzliche Anmeldung ist dafür nicht nötig

  • Zum Buch:
    'Die Last der Türme', der zweite Band aus der Taladur- Reihe zur Welt des Schwarzen Auges Aventurien, stammt aus der bewährten Feder, Pardon Tastatur Andre Wieslers, der schon mit einigen DSA- und Shadowrun- Romanen von sich Reden gemacht hat.


    Nachdem Bernard Craw den Schauplatz, die vieltürmige Stadt Taladur in Almada, im ersten Band bereitet hatte, stellt Andre die Familia Xetarro, den Soberan Lumino und seine beiden Ziehsöhne Zahir und Hesindio, in den Mittelpunkt seiner Geschichte.
    Lumino ist beinahe achtzig Jahre alt und hat alles erreicht, was er erreichen konnte. Nun denkt der Magier über seine Nachfolge als Oberhaupt der Familia nach. Unschlüssig ob er den kampfstarken aber etwas naiven Zahir oder den brillianten intriganten Hesindio zum Mundillo, Erben machen soll. Er beschließt die beiden hart auf ihre Eignung zu prüfen.
    Natürlich können wir auch am Rande die Geschichte um Jazemina und Boromeo weiter verfolgen. Und auch der Mord an der Ratsvorsitzenden Guiliana Tandori kommt seiner Aufklärung näher. Wir lernen auch die Traumwanderer um ihren Meister Yelador näher kennen. Die vielen Gesichter dieser Stadt erhalten weitere, teils unerwartete Konturen. Und natürlich bleiben genug Fragen offen, einige neue kommen auch hinzu, um voller Freude nach dem dritten Band zu greifen.


    'Die Last der Türme' ist ein typischer Wiesler voller Action (hervorragende Kampfszenen in bester Mantel- und Degen- Manier), Drama und Erotik. Wie so oft schreibt er spannend und rasant, ohne Aus- oder Abschweifungen. Das tut nach dem breit und ruhig angelegten ersten Roman des Zyklus richtig gut. Doch jetzt (im nächsten Teil) wird es auch wieder Zeit für ein breiter angelegtes Setting, das wieder Charaktere in den Fokus rückt, die ich schon vermisse, wie z.B. Erresto und Kallista vom CSI Taladur.
    Alles in allem lässt auch der zweite Band, der bisher besten DSA Romanreihe, keine Wünsche offen und macht dennoch große Lust auf mehr.


    Zur Leserunde:
    Auch diese, meine zweite Leserunde hat mir wieder großen Spaß gemacht, und so manche dunkle oder unklare Stelle oder Figur im Roman in ein verstehendes Licht gerückt.
    Vielen Dank meinen MitstreiternInnen für eine wunderbare und oft kontroverse Diskussion. Ich hoffe, wir sehen uns beim dritten Teil wieder.
    Mein Dank gilt auch dem Autor Andre Wiesler. Auch wenn ich mir sehr gewünscht habe, Dich öfter bei der Diskussion anzutreffen ;). Aber wahrscheinlich hat Bernard uns zu sehr verwöhnt. :)

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Ich fand die Diskussionen auch sehr spannend, vor allem hat mich gefreut zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen LeserInnen ihre Sympathien verteilt haben. Das ist allerdings auch der Grund, warum ich in solchen Diskussionen nur selten Stellung beziehe oder Dinge "klarstelle" - in dem Moment, wo das Buch von meinen Händen in eure wandert, gebe ich damit auch bewusst die Deutungshoheit auf. Ein Buch bedeutet für jeden etwas anderes, jeder liest daraus andere Intentionen und Schwerpunkte und das macht für mich auch den Spaß dabei aus, ein Buch zu lesen und noch mehr, darüber zu diskutieren. Wer wäre ich, dass ich mich hinstelle und verkünde: So war es gedacht, so ist es wahr? Darum habe ich mich vorrangig bei Fragen geäußert, bei denen ich vermutete, dass sie sich auf Dinge bezogen, die ich hätte noch deutlicher herausarbeiten können oder wo es tatsächlich eine plottechnisch richtige Antwort gab, die auch für kommende Bände als Setzung diente. Also eher die Fakten als die Intention. In den meisten Fällen bin ich der Meinung, ein Text sollte (wie ein Bild oder ein Musikstück) für sich stehen und nicht durch den Autor mit (Vor)Ausdeutung angefüllt werden.

  • Ich kann nicht sagen, was ein "typischer Wiesler" ist, denn es war das erste Buch, welches ich von dem Autor gelesen habe. Es ist flüssig geschrieben und ich habe mich zurückgehalten, nicht zu schnell weiter zu lesen. Allerdings hat mich in dem Buch wenig wirklich überrascht.
    Die Einführung der neuen Familie Xetarro hat mir ganz gut gefallen. Leider macht es mir den Eindruck, als ob André hier eine abgeschlossene Geschichte liefern will. Nach wie vor finde ich das schade.
    Leider sind für mich einige Personen nicht logisch geführt worden, auch wenn ich da in der Diskussion überstimmt wurde :) Einiges ist mir einfach zu sehr Klischee, zu sehr schwarz/weiß.


    Komischerweise fand ich die Stimmung in diesem Band nicht so düster wie im ersten. (obwohl es ja genug Tote gibt) Dafür fehlten mir die Tänzer. Ich hoffe sie sind in der Reihe nicht ganz verschwunden. Auch Doloresa gibt nur eine Gastrolle, ist die vielleicht zu differenziert für diesen Autor ;)


    Sehr gut gefallen hat mit die Darstellung der Traumwanderungen und die Ferkinas bekommen eine Rolle, während sie im ersten Band eher als Verstärkung der düsteren Stimmung wirkten. Broromeo entwickelt sich gut weiter. Er wird "erwachsen". Nun immerhin hat sich der Faden so weiter gesponnen, dass wir weiterlesen wollen.


    Danke an die Runde für die interessanten Diskussionen und an André für die Begleitung und das Aushalten meiner Mäkeleien ;D

  • Rezension:
    Die Last der Türme ist der zweite Band der Reihe Die Türme von Taladur. Im wesentlichen werden Handlungsfäden des ersten Bandes weitergesponnen. Die Kenntnis des ersten Bandes ist also sinnvoll bis notwendig. Allerdings wird auch eine weitere Familia eingeführt und etwa die Hälfte des Buches handelt von dieser Familia und einem neuen Handlungsstrang, der (scheinbar?) nichts mit den Handlungssträngen aus Band 1 zu tun hat. Am Ende wird jedoch klar, dass dieser neue Strang mit dem Ende des Buches keinesfalls abgeschlossen ist.
    Sowohl thematisch als auch stilistisch ist der Band nahe am ersten Band. Wem der erste Band gefallen hat, wird auch der zweite gefallen, wer mit dem ersten nicht glücklich wurde, wird es auch mit dem zweiten nicht werden.

  • So, endlich kommt auch mein Fazit:


    Zum Buch


    Inhalt
    In der almadischen Stadt Taladur gibt es einige einflussreiche Familias, deren angespanntes Verhältnis untereinander regelrecht spürbar ist, ebenso wie deren gnadenloses Machtstreben. Der im Vorfeld begangene und immer noch nicht aufgeklärte Mord an einer Ratsmeisterin hat die Fehde unter den Familias bisher nur verstärkt und auch die Ungewissheit über den Verbleib eines anderen Familienmitglieds sorgt für schlechte Stimmung. In dieser Geschichte liegt der Schwerpunkt nun auf der Familia Xetarro, dessen altes Oberhaupt Dom Lumino momentan nur eines im Sinn hat, nämlich die Macht und den Einfluss seiner Familie vor seinem Abtreten noch zu stärken. Dafür benutzt er seine unterschiedlichen Ziehsöhne, wie es ihm gefällt . Während der eine unter den Maßnahmen fast zerbricht, fühlt der andere sich seinen eigenen Zielen immer näher...


    Meine Meinung
    Dies ist der zweite Teil der sechsteiligen Reihe um die Stadt Taladur und ihre Familias und nach meinem Empfinden sollte man dieses Buch nicht ohne die Kenntnisse des Vorgängers lesen. Die Handlung, die die Familie Xetarro betrifft, kann zwar für sich alleine gelesen und verstanden werden, aber die ganzen Geschehnisse darum herum, die Schicksale der anderen Protagonisten, werden immer weitergeführt und sind ohne Vorkenntnisse nicht gut verständlich.


    Nach dem ersten Teil, in dem der Autor Bernard Craw die Stadt und ihre Familias vorgestellt und mit dem Mord an der Ratsherrin viele folgenden Geschehnisse ins Rollen gebracht hatte, führt nun André Wiesler diese fort und führt mit der Familie Xetarro noch eine eigene Geschichte ein. Ich habe gleich gemerkt, dass der Stil und das Tempo sich geändert haben, denn insgesamt wirkte die Geschichte von Anfang an temporeicher, geradliniger und hatte den Schwerpunkt mehr auf Action gelegt und auch die Erotik kam nicht zu kurz. Trotzdem fügte sie sich wunderbar in die vorgelegte Atmosphäre ein und ich war sofort wieder in der besonderen Stimmung der brodelnden Stadt Taladur gefangen und auch die Personen waren mir gleich wieder vertraut, was ich sehr faszinierend finde, gerade weil der Stil und der Autor ein anderer sind, als vorher. Ich finde das äußerst gut gelungen bisher, denn etwas Skepsis ist natürlich vorhanden, wenn man sich auf eine Geschichte einlässt, die von unterschiedlichen Autoren geschrieben wird. Wenn es so stimmig weitergeht, bin ich begeistert!


    Mit Dom Lumino hat der Autor eine Figur erschaffen, die recht schnell Abneigung erzeugte, steigern kann er sich dann aber noch mit dessen jüngstem Sohn, der mir die Haare zu Berge stehen ließ. Als wohltuenden Kontrast bot er den älteren Sohn, der gleich Sympathien bei mir weckte und mit dem ich sehr gut mitleiden konnte. So gesehen sind die Figuren dann aber auch schnell recht klar definiert und einordbar und es bleibt keine Grauzone. Allerdings wirkte gerade Lumino anfangs auch anders auf mich, was aber nicht so fortgeführt wurde und ebenso gab es eine andere Figur, die in einer ihrer Reaktionen aus meiner Sicht völlig entgegen ihrer bisherigen Charakterisierung agierte. Hier wirkten die Personen kurzzeitig nicht authentisch auf mich, was mich ein bisschen störte. Aber das ist das einzige, was mich stolpern ließ.


    Insgesamt sind die Figuren toll beschrieben und auch die Spannungen unter den Familias und den Schrecken, den die auch hier wieder auftauchenden Barbaren verbreiteten, waren sehr gut spürbar. Denn abgesehen von den Intrigen, die Dom Lumino und sein übereifriger Sohn hier schmieden, werden die losen Fäden aus Teil eins direkt wieder aufgegriffen. So verfolgen wir das Schicksal des verstoßenen Boromeo im Steinbruch weiter und erleben mit, wie seine Geliebte Jazemina reagiert, als sie herausfindet, dass sein Verschwinden nicht die ihr bekannten Gründe hatte. Wir lernen die Traumwanderer kennen und begleiten sie bei ihren gefährlichen Träumen und auch der Aufklärung des Mordes an der Ratsmeisterin kommen wir ein Stück näher. Was Dom Lumino und seine Pläne betrifft, schließt sich hier in Teil 2 am Ende zwar zum Teil der Kreis, aber eben nur zum Teil ... und auch die anderen Fäden laufen immer weiter. Ich freue mich auf Teil 3.


    Zur Leserunde


    Mir hat es wieder viel Spaß gemacht, mit euch gemeinsam zu diskutieren. Vielen Dank auch an André für deine Begleitung und deine Beiträge ich freue mich, dass du auch deinen Spaß hattest. Und natürlich hat jeder Autor unterschiedliche Vorlieben, wie er über seine eigene Geschichte mitredet. Deine Argumentation kann ich auch verstehen, auch andere Autoren denken so und gestalten entsprechend ihre Diskussionen. :)

  • Hier ist es ruhig geworden und somit können wir diese Leserunde schließen. Noch fehlende Fazits können natürlich gerne noch eingetragen werden, ansonsten bedanke ich mich noch einmal bei allen, die teilgenommen haben. :winken:

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen