05 - Seite 196 bis 239 (ab "Haus zur stolzen ...")

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  • Ein wunderbares Kapitel. Das Tempo zieht an, die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen.
    Es kommt zwar nicht unerwartet, aber jetzt ist es offiziell: Lumino ließ Novara umbringen, Hesindio weiß es und beide spielen Zahir Mitgefühl vor. Grausam und fast unvorstellbar. Aber die Beerdigung Novaras ist eine grandiose Szene, die mich tief bewegt hat. Zahir beginnt über sich selbst hinauszuwachsen. Nichts scheint ihn von nun an mehr zu berühren. Dennoch schafft es Lumino noch einmal Zahirs Zweifel zu zerstreuen, ihn noch einmal in der Familia zu halten. Und nun erfahren wir auch endlich, warum Zahir für seinen Ziehvater ein so offenes Buch ist: er dringt seit Jahren regelmäßig mit Zauberei in dessen Geist ein (Seite 227 Mitte). Das hat mich dann schon erschreckt. In meinen Augen ist das der Gipfel der Bösartigkeit. Jetzt frage ich mich natürlich, wie frei war Zahirs Willen in den letzten Jahren? Wenn er etwas für den Vater tun sollte, hat er es freiwillig getan? Wie seht Ihr das? Oder interpretiere ich da zuviel in die Szene?


    Wir kommen endlich der Wahrheit um Guilianas Tod näher. In einer unbeschreiblich schönen und dramatischen (Liebes-)Szene (Andre Du liebst Filme, oder?) zwischen Hernando und Debona, erwahren wir endlich, das Debona für Guilianas Tod verantwortlich ist. Ein klassischer Mord aus Eifersucht? Hernando will es nicht glauben. Doch Debona überzeugt ihn, die Frau beginnt ihm Angst zu machen. Letztendlich bezahlt er seine Aufrichtigkeit mit dem Leben. Debona erschlägt ihn, als er zu Erresto gehen will.
    Aber war sie es wirklich? Wir haben nur ihre Aussage. Und wie hat sie es gemacht? Auch hier bleibt sie die Antwort schuldig. Ein Mord, so geschickt, das Erresto und Kallista nicht dahinter kommen, wie es gemacht wurde. Das traue ich einer eifersüchtigen Debona nicht zu. Mit wem hat sie zusammengearbeitet? Wer hat ihr geholfen? Wer hasst die Tandoris so, das er ihr Guiliana töten würde? Bisher wurde uns nur einer näher vorgestellt, der dieser Neigung nachgeht: Lumino Xetarro. Könnte er dahinter stecken? Seine Magie würde ihm sicher Möglichkeiten geben.


    Und eine echte Überraschung hält das Kapitel auch bereit. Die Ferkinas sind aus Rachegründen in der Nähe Taladurs. Wie es aussieht, hat Luminos leiblicher Sohn, den Sohn des Anführers der Ferkinas umgebracht. Doch wie ist das zeitlich möglich? Luminos Sohn ist doch beinahe 20 Jahre tot, wenn ich bedenke, das Zahir bereits 19 Jahre alt ist. Aber erfreulich, das nun über Hesindio und Lumino ein Damoklesschwert schwebt. Schade nur das dann auch Zahirs Leben in Gefahr ist.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

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  • Ich fand auch das dieser Abschnitt viele Interessante Informationen hatte.


    Das Ende von Novara fand ich schade. Es war das erste Paar in der Geschichte wo ich beide Charaktere nett fand.


    Das Debona den Mord gestanden hat war für mich auch eine Überraschung. Ich hätte nicht an so eine Lösung gedacht, die mir fast zu einfach erscheint. Ich würde mir deswegen auch wünschen, wenn noch mehr dahinter steckt oder die gute Debona vielleicht gelogen hat. Vielleicht glaubt sie auch selber nur das sie es getan hat.


    Wir werden sehen.


    Den Ferkina-Chaotentrupp finde ich immer noch nicht so zugänglich. Irgendwie sind die Ferkinas für mich im Kopf immer noch die guten alten Aufwärmgegner im Spiel, bevor die Helden die Khomwüste betreten dürfen.


  • Den Ferkina-Chaotentrupp finde ich immer noch nicht so zugänglich. Irgendwie sind die Ferkinas für mich im Kopf immer noch die guten alten Aufwärmgegner im Spiel, bevor die Helden die Khomwüste betreten dürfen.


    Seit ihrem ersten Auftreten in Band 1 habe ich die Ferkinas als abstossend und irgendwie total fehl am Platz empfunden. Sie passen, in meinen Augen, auch jetzt noch nicht wirklich in die Geschichte. Ich bin aber froh, das jetzt der Ansatz für ein Motiv geliefert wird. Eigentlich fehlt der Truppe mehr Buchanteil um sie begreiflicher und nachvollziehbar zu machen.
    Aber ich gebe Dir recht, im Augenblick scheinen sie wirklich nur die bösen Jungs zu sein, geschaffen um früher oder später eins aufs Maul zu bekommen. Ich bin gespannt, wo uns die Autoren noch hinführen.

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  • Ja, ich liebe Filme ;) Und gerade Kampf- oder Dialogszenen sind in meinem Kopf beim Aufschreiben immer sehr bildlich vorhanden.


    Die Ferkinas finde ich persönlich sehr spannend, weil sie eine so gänzlich andere Denkungsart haben, als es dem modernen westlichen Menschen naheliegt. Sie kommen später noch mal vor und dann geht es richtig zur Sache, aber als Hautpstrang eigenen sie sich nur bedingt, weil sie zwar anders, aber doch auch sehr eindimensional denken.

  • Armer Zahir,für einen kleinen Moment schien er seiner ersehnten Freiheit und Liebe so nah :( !Bleibt nur zu hoffen ,dass er die bösartigkeit/skrupellosigkeit seines 'Vaters' durchschaut und vorallem auch die Falschheit seines Bruders ohne dessen Vorarbeit Lumino nicht/noch nicht auf seine liebschaft aufmerksam geworden wäre. Erstaunlich,dass Zahir so naiv und blauäugig USt,obwohl er doch scheinbar in einem 'Schlangennest' aufgezogen wurde..



    Zu den Ferkinas muss ich sagen,lesen sich die Abschnitte mit ihnen immernoch wie eine ganz eigenständige Geschichte,die nichts mit den restlichen aktuellen Geschehnissen in und um Taladur zu tun haben. Ich bin sehr gespannt,wie sie sich noch in die restliche Geschichte eingliedern. UND nach wie vor bin ich sehr neugierig wer die Frau ist,die bei ihnen ist,ob es vielleicht wirklich Doloresas verschollene Schwester ist und was ich mir auch überlegt habe,ob vielleicht der Schamane der Ferkinas etwas mit doloresas 'Fluch' zu tun hat?? Die Ferkinas schienen ja bereits in der Vergangenheit ihr Unwesen um Taladur getrieben zu haben...hmmm,alles sehr dubios.


  • Es kommt zwar nicht unerwartet, aber jetzt ist es offiziell: Lumino ließ Novara umbringen, Hesindio weiß es und beide spielen Zahir Mitgefühl vor. Grausam und fast unvorstellbar. Aber die Beerdigung Novaras ist eine grandiose Szene, die mich tief bewegt hat.


    Der Diener hat also das "Problem" Novara tatsächlich weggeschafft, ich habe es ja befürchtet. :( Und dieses geheuchelte Mitgefühl, dieser gnädige Freibrief, puhhh, das hat mich echt wütend gemacht! Aber mir geht es hier wie dir: die Beerdigungsszene, als Zahir seine Geliebte eigenhändig ins Grab legt, fand ich auch sehr ergreifend.



    Und nun erfahren wir auch endlich, warum Zahir für seinen Ziehvater ein so offenes Buch ist: er dringt seit Jahren regelmäßig mit Zauberei in dessen Geist ein (Seite 227 Mitte). Das hat mich dann schon erschreckt. In meinen Augen ist das der Gipfel der Bösartigkeit. Jetzt frage ich mich natürlich, wie frei war Zahirs Willen in den letzten Jahren? Wenn er etwas für den Vater tun sollte, hat er es freiwillig getan? Wie seht Ihr das? Oder interpretiere ich da zuviel in die Szene?


    Ich fand das auch mies. So kontrolliert er also seine Söhne, bzw. deren Stimmungen (falls er das bei Hesindio auch tut). Ich hatte hier nicht daran gedacht, dass es außer Kontrolle auch noch direkte Beeinflussung des Geistes sein könnte, aber jetzt wo du es erwähnst, könnte es tatsächlich sein, dass er derart auf den Geist Eingriff nehmen kann, dass zumindest der Wille, etwas zu tun, beeinflusst wird. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, würde das vielleicht auch erklären, warum ich bei der Szene mit der imaginären Ratte ein bisschen das Gefühl hatte, Zahir spielt bei dieser Provokation wie eine Marionette mit, zumindest ein bisschen wie gesteuert.


    Jazemina hat also sogar prophetische Träume. Na, da hat Yelador ja einen guten Fang gemacht mit ihr. Allerdings gerät Yelador diesmal gleich selbst in die Fänge, da Daroca mal wieder dafür sorgen muss, dass ihre Pläne nicht vereitelt werden. Zum Glück für sie, ist ihre Schwester Jazemina ja immer noch sehr vertrauensvoll zu ihr und erzählt ihr alles, was sie bewegt. ::) So langsam wird es aber immer anstrengender für Daroca, alles weiterhin im Griff zu behalten, habe ich das Gefühl. ;)


    Arbeiten die Ferkinas im Auftrag der Zwerge? Oder wie verstehe ich den Satz des Häuptlings auf Seite 230: "Wie lange müssen wir dem kleinen Mann noch dienen?"


    Und für Erresto wird es nun noch schwieriger, den Mord an Guiliana aufzuklären, zumindest wenn außer Debona nun niemand mehr davon weiß, nachdem sie Hernando als Zeugen ermordet hat.



    Aber war sie es wirklich? Wir haben nur ihre Aussage. Und wie hat sie es gemacht? Auch hier bleibt sie die Antwort schuldig. Ein Mord, so geschickt, das Erresto und Kallista nicht dahinter kommen, wie es gemacht wurde. Das traue ich einer eifersüchtigen Debona nicht zu. Mit wem hat sie zusammengearbeitet? Wer hat ihr geholfen? Wer hasst die Tandoris so, das er ihr Guiliana töten würde? Bisher wurde uns nur einer näher vorgestellt, der dieser Neigung nachgeht: Lumino Xetarro. Könnte er dahinter stecken?


    Nun, so kaltblütig wie sie ihren Liebsten totgeschlagen hat, kann ich mir schon vorstellen, dass sie erst recht die Geliebte ihres Liebsten alleine töten kann. Und dafür hatte sie ja mehr Zeit zur Planung als bei dem jetzigen Mord aus dem Affekt heraus. Frauen töten ja gerne mal mit Gift und vielleicht hat sie doch erreicht, dass Giuliana ein Gift über das Konfekt zu sich nahm. Unsere CSI-Taladur-Truppe ;) verfügt ja doch noch nicht über die Mittel wie ihre heutigen Kollegen, um vielleicht tödliche Substanzen klar zu erkennen, würde ich sagen. Ist eigentlich Silber in irgendeiner Form giftig oder wird zur Silbergewinnung ein giftiges Mittel verwendet? Immerhin ist Debona ja Silberschmiedin und Tochter eines Meisters aus der Silberzunft, soweit ich mich erinnere, und hätte da sicher ausreichend Kenntnisse und Gelegenheit, so etwas zu erlangen.


    Natürlich ist die Möglichkeit einer Unterstützung auch gegeben und das schließe ich auch nicht aus. Nur wäre es mir an Debonas Stelle zu gefährlich, da noch einen Mitwisser zu haben, glaube ich. Und wie sollte sie als Fellachin an Lumino herankommen? Der spricht doch nicht einfach so mit ihr, denke ich. Wenn dann müsste er von Debona wissen und ihrer Liebe zu Hernando und dass dieser mit Giuliane ein Verhältnis hat. Ziemlich viel, was er da wissen müsste, oder?


    Ich bin echt gespannt, wie sich das auflöst und vor allem, wie dieses Buch hier nun enden wird und was noch offen bleibt...

  • Arbeiten die Ferkinas im Auftrag der Zwerge? Oder wie verstehe ich den Satz des Häuptlings auf Seite 230: "Wie lange müssen wir dem kleinen Mann noch dienen?"



    Also Ferkinas sind ja in der aventurischen Welt, Barbaren aus dem Gebiet des Rashtullswall (eine Gebirgskette), sie sind in der Regel meißt über zwei Meter groß und sehr kräftig..-ich denke daher,dass die eher schmächtigen/normal gebauten Menschen im vergleich zu ihnen/für sie mickrig und klein sind,so hab ich das zumindest interpretiert...das hinter 'kleiner Mann' auch ein Zwerg stehen könnte hab ich gar nicht bedacht,sollte ich mir aber mal merken.. ;)

  • Also Ferkinas sind ja in der aventurischen Welt, Barbaren aus dem Gebiet des Rashtullswall (eine Gebirgskette), sie sind in der Regel meißt über zwei Meter groß und sehr kräftig..-ich denke daher,dass die eher schmächtigen/normal gebauten Menschen im vergleich zu ihnen/für sie mickrig und klein sind,so hab ich das zumindest interpretiert...das hinter 'kleiner Mann' auch ein Zwerg stehen könnte hab ich gar nicht bedacht,sollte ich mir aber mal merken.. ;)


    Ein Zwerg soll die Ferkinas angeheuert haben? Ein möglicher Gedanke. Aber ich will es nicht glauben. Zwerge, die sich mit solchem Abschaum einlassen. Ich denke nicht.
    Ich glaube auch eher, das er abschätzig über seinen menschlichen Befreier aus dem Gefängnis und Auftraggeber spricht, den er auf Grund seiner Statur und Lebensart nicht für 'voll' nimmt. Wenn Brucharm nur einmal ein Zwerg über den Weg gelaufen wäre. Diese Bezeichnung würde er wahrscheinlich nicht wählen. ;D


    Zitat

    die Beerdigungsszene, als Zahir seine Geliebte eigenhändig ins Grab legt, fand ich auch sehr ergreifend


    Dieser Augenblick hat mich sehr stark an den jungen Belmondo in dem Film 'Cartouche, der Bandit' erinnert. Als er die Cardinale in die Kutsche legt und diese dann im See eigenhändig versenkt. In diesem Buch, wie auch im Film eine ergreifende Szene.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()


  • Also Ferkinas sind ja in der aventurischen Welt, Barbaren aus dem Gebiet des Rashtullswall (eine Gebirgskette), sie sind in der Regel meißt über zwei Meter groß und sehr kräftig..-ich denke daher,dass die eher schmächtigen/normal gebauten Menschen im vergleich zu ihnen/für sie mickrig und klein sind,so hab ich das zumindest interpretiert...


    Ach ja, stimmt. :D. An so was habe ich hier gar nicht gedacht, mir fiel einfach nur der "kleine Mann" auf und ich dachte in dem Moment daran, dass wir ja noch gar nicht wieder was von den Zwergen gelesen haben, die bisher nur so einen kurzen Auftritt in Band 1 hatten.

  • Lumino lässt also die große Libe seines Ziehsohnes umbringen. Wie ambivalent von ihm. ;) Aber im ernst: Ich kenne in der Fantasyliteratur wenige Charaktere die noch mehr durch und durch böse sind als er. Eins Sauron oder Voldemort ist er noch nicht aber viel fehlt auch nicht dazu.


    Die (scheinbare?) Auflösung des Mordes hat mir gar nicht gefallen. Debona (Kam die schon vor?) hat es also aus Eifersucht getan. (Ja, sie kam schon vor. Trotzdem finde ich eine so unbedeutende Randfigur als Mörder nicht sehr gelungen.)


    Die Ferkinas finde ich auch etwas fehl am Platz und vorallem finde ich es schade, dass es wieder die alten Klischee-Ferkinas sind, die wie etwas intelligentere Tiere dargestellt werden und nicht als Menschen mit anderem kulturellem Background...


    Was mir gut gefallen hat, war die Beschreibung der Beerdigungsszene.

  • Ich merke schon, ich lese anders.Für mich kam hier die Bestätigung für Jazeminas weiterhin sehr naives Verhalten.sie denkt nicht und verrät die Träumer, obwohl sie doch auch versprochen hatte dies nicht zu tun. Zumindest einen vagen Verdacht müßte sie gegen ihre Schwester haben, wenn sie bewußt in dieser Gesellschafft lebt, in der jedes Kind Konkurrent des anderen ist.
    Lumino wird ja nun schon länger als der Bösewicht gehandelt und seine Machtübernahme deutet daraufhin,wie sein Sohn die Macht übernehmen wird und schon ist egentlicht nichts mehr überraschend.
    Der Schluss der Liebesszene zwischen Debona und Hernando erinert mich an Harz 4 Fernsehen. Wie kann jemand eben noch eine Frau über alles lieben und dann, ohne weiter nachzufragen, ohne einen Funken Mitleid, sich von dieser abwenden? Wenn er schon so plötzlich von deren absoluter Bösartigkeit überzeugt ist, warum passt er dann ncht auf? Das ist eine Szene, die ich überhaupt nicht überzeugend finde. Erschrocken kann er sein, aber so eine Wende der Gefühle? Liebe schaltet sich doch nicht so einfach ab. Ich hätte erwartet, dass er mit ihr spricht,sie fragt, warum und die Situation mit seinen Gefühlen erst einmal verabeiten muss. Dann wäre er vermutlich auch nicht gestorben. Das musste er aber wohl?


  • Der Schluss der Liebesszene zwischen Debona und Hernando erinert mich an Harz 4 Fernsehen. Wie kann jemand eben noch eine Frau über alles lieben und dann, ohne weiter nachzufragen, ohne einen Funken Mitleid, sich von dieser abwenden? Wenn er schon so plötzlich von deren absoluter Bösartigkeit überzeugt ist, warum passt er dann ncht auf? Das ist eine Szene, die ich überhaupt nicht überzeugend finde. Erschrocken kann er sein, aber so eine Wende der Gefühle? Liebe schaltet sich doch nicht so einfach ab. Ich hätte erwartet, dass er mit ihr spricht,sie fragt, warum und die Situation mit seinen Gefühlen erst einmal verabeiten muss. Dann wäre er vermutlich auch nicht gestorben. Das musste er aber wohl?


    Ich fand die Szene überzeugend. Wenn meine Freundin mir heute Abend erzählen würde, dass sie jemanden ermordet hat, würden meine Gefühle für sie auch sofort erkalten und ich mich von ihr distanzieren.

  • Ich sage ja, ich ticke scheinbar andes. Ich würde zuerst fragen, warum? Es würdemir weh tun, zu wissen, dass damit unsere Verbindung keine zukunft mehr hat. Ich könnte gefühle nicht so schnell umschalten. Findest Du es nicht leichtfertig so etwas zu sagen? Einige frgen sich, ob sie es überhaupt war, weil es nicht zu ihr passt. Wieso fragt er sich nicht? Schließlich trägt er einen Teil Schuld, oder? Komischerweise scheint es hier wieder zwei moralische Ebenen zu geben. Bei einem alten Mann, der mit Einverständnis aller Beteiligten beim Sex zuschaut sind alle empört. Wenn aber jemand seine Freundin betrügt und sie in dieser Verzweiflung mordet (was ich nicht gut heiße!!) dann hat er das Recht sich so plötzlich moralisch über sie zu stellen, ohne einen Funken schlechtes Gewissen?


  • Ich sage ja, ich ticke scheinbar andes. Ich würde zuerst fragen, warum? Es würdemir weh tun, zu wissen, dass damit unsere Verbindung keine zukunft mehr hat. Ich könnte gefühle nicht so schnell umschalten.


    Ich habe ja nicht gesagt, dass es mir mit den Umständen anschließen gut ginge aber erstmal würde ich ähnlich reagieren.


    Einige frgen sich, ob sie es überhaupt war, weil es nicht zu ihr passt. Wieso fragt er sich nicht?


    Wieso sollte er? Wenn sie ihm glaubhaft erzählt, das s sie es war, warum sollte er daran zweifeln?


    Schließlich trägt er einen Teil Schuld, oder?


    Nein, trägt er nicht. Sein Fremdgehen finde ich natürlich verwerflich aber es berechtigt sie in kleiner Weise zu diesem Mord.


    Bei einem alten Mann, der mit Einverständnis aller Beteiligten beim Sex zuschaut sind alle empört.


    Nicht alle. Ich habe mich darüber nicht negativ geäußert. Ich würde es zwar auch nicht wollen, dass mir ein alter Man beim Sex zuschaut aber wenn alle damit einverstanden sind, ist es doch OK.


    Wenn aber jemand seine Freundin betrügt und sie in dieser Verzweiflung mordet (was ich nicht gut heiße!!) dann hat er das Recht sich so plötzlich moralisch über sie zu stellen, ohne einen Funken schlechtes Gewissen?


    Jain. Auch ein "Fremdgeher" darf einen Mörder moralisch verurteilen. Ein schlechtes Gewissen wegen seines Fehlverhaltens sollte er natürlich trotzdem haben.


    Wobei man natürlich auch nicht die kulturellen Umstände unberücksichtigt lassen darf. In Taladur wird "Fremdgehen" doch sehr anders gesehen als heute in unserer Welt.

  • Wobei man natürlich auch nicht die kulturellen Umstände unberücksichtigt lassen darf. In Taladur wird "Fremdgehen" doch sehr anders gesehen als heute in unserer Welt.


    Die allgemeine Moral und die, wie sich der Einzelne fühlt, sind wohl noch einmal andere Dinge. Debona war doch scheinar ziemlich verzweifelt und ich könnte sie dann nicht auf einmal so empfinden, dass ich mich sofot von ihr wende. Wäre es nicht normal erst selbst verzweifelt zu sein? Eben noch überlegt er, wie er gerade diese Liebe retten kann und dann ist diese so vorbei? Ja, er ist erschrocken und bestimmt verzeifelt über ihre Tat, aber alle Liebe zu ihr ist auf einmal weg? Ich denke, dann hat er sie nicht wirklich geliebt. Den Mord zu verurteilen ist eine Sache, aber die Geliebte in dieser Situaion zu sehen, zu wissen, dass sie dafür sterben wird, das ist doch eine andere Sache.Ich häätte sie auch angezeigt, aber es hätte mir weh getan. Ich glaube, dass ich sie trotzdem in den Arm genommen hätte und sie mir unendlich leid getan hätte. Vielleicht hätte ich mir auch selbst leid getan, aber Hernandos Reaktion wirkt so kalt. Tut Dir als Leser Debona nicht leid? Jetzt hat sie alles verloren. Egal wie es weiter geht.

  • [quote author=originaldibbler]
    [quote author=Rhea]
    Bei einem alten Mann, der mit Einverständnis aller Beteiligten beim Sex zuschaut sind alle empört.[/quote]
    Nicht alle. Ich habe mich darüber nicht negativ geäußert. Ich würde es zwar auch nicht wollen, dass mir ein alter Man beim Sex zuschaut aber wenn alle damit einverstanden sind, ist es doch OK.
    [/quote]


    Mir ging es in der szene auch nicht darum,ob es nun moralisch verwerflich ist,oder nicht..wenn es im allgemeinen einverständniss geschieht,dann go for it.
    Ich meinte nur,dass es ein Zeichen für das eigenartige Vater-Sohn Verhältniss ist,dass Lumino und Zahir haben und man darf auch nicht ausser Acht lassen,dass es Zahir ja auch nicht besser weiß,also weiß ich nicht inwieweit man von Einverständniss sprechen zu können,er scheint es aber auf jedenfall nicht ungewöhnlich zu finden..allerdings meine ich mich erinnern können dass er in einer der Liebeszenen mit Novara auch daran gedacht hat und es ihm nicht gefallen hätte wenn sein Vater hier zugegen gewesen wäre..-also scheint es hier für ihn auch eine emotionale Grenze zu geben.


    Edit Heimfinderin: Zitatkästchen repariert

  • allerdings meine ich mich erinnern können dass er in einer der Liebeszenen mit Novara auch daran gedacht hat und es ihm nicht gefallen hätte wenn sein Vater hier zugegen gewesen wäre..-also scheint es hier für ihn auch eine emotionale Grenze zu geben.


    Ja, das eine ist Sex, das andere Liebe da gibt es schon einen großen Unterschied.


  • Ja, er ist erschrocken und bestimmt verzeifelt über ihre Tat, aber alle Liebe zu ihr ist auf einmal weg? Ich denke, dann hat er sie nicht wirklich geliebt. Den Mord zu verurteilen ist eine Sache, aber die Geliebte in dieser Situaion zu sehen, zu wissen, dass sie dafür sterben wird, das ist doch eine andere Sache.Ich häätte sie auch angezeigt, aber es hätte mir weh getan. Ich glaube, dass ich sie trotzdem in den Arm genommen hätte und sie mir unendlich leid getan hätte. Vielleicht hätte ich mir auch selbst leid getan, aber Hernandos Reaktion wirkt so kalt. Tut Dir als Leser Debona nicht leid? Jetzt hat sie alles verloren. Egal wie es weiter geht.


    Debona tut mir leid. Es ist nie schön, zu wissen, dass der Geliebte ein Verhältnis zu einer anderen hat und das offensichtlich schon länger. Allerdings hätte ich die Beziehung längst beendet, was Debona aber wohl offensichtlich nicht konnte oder wollte. Wie auch immer, ihr Leid war sicher groß und sie wollte Hernando einfach für sich alleine haben und nun hat sie nichts.


    Was Hernando angeht, sieht die Situation für mich aber anders aus und ich habe mich nicht gewundert, dass er Debona so schnell fallenließ. Nach meinem Empfinden wirkt er so kalt, weil er Debona eben nicht wirklich geliebt hat, sondern mehr aus Gewohnheit oder so mit ihr zusammen war. Für mich fühlte es sich hier immer so an, dass seine wahre Leidenschaft eben Giuliana war. Und dann ist es für mich gut nachvollziehbar, wie er auf Debonas Enthüllung reagiert. Wenn keine wahre Liebe im Spiel ist, aber der andere die wahre Leidenschaft zerstört hat, dann ist sicher kein großes Bedürfnis vorhanden, denjenigen tröstend in den Arm zu nehmen. Hernando hatte damals, als Boromeo ihn auf Giuliana ansprach, schon sehr emotional mit einer Schlägerei reagiert, diese Frau scheint ihm also viel bedeutet zu haben oder er war abhängig von ihr, o. ä. und entsprechend groß ist wohl sein emotionaler Verlust und seine entsprechende Empfindlichkeit. So habe ich die Szene gelesen.


  • Tut Dir als Leser Debona nicht leid? Jetzt hat sie alles verloren. Egal wie es weiter geht.


    Nein. Ohne den Mord hätte sie mir Leid getan aber so... Natürlich gibt es nichts, was einen Mord rechtfertigt aber es gibt Gründe, die ich halbwegs nachvollziehen kann. Betrogen zu werden gehört aber bestimmt nicht dazu. Zumal es ja offenbar wirklich Mord war und keine Handlung im Affekt. Man muss schon ziemlich egozentrisch sein, um es angemessen zu finden, jemanden zu töten um seinenPartner halten zu können.