05 - Seite 196 bis 239 (ab "Haus zur stolzen ...")

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  • Was Hernando angeht, sieht die Situation für mich aber anders aus und ich habe mich nicht gewundert, dass er Debona so schnell fallenließ. Nach meinem Empfinden wirkt er so kalt, weil er Debona eben nicht wirklich geliebt hat, sondern mehr aus Gewohnheit oder so mit ihr zusammen war. [...] So habe ich die Szene gelesen.


    Das ist eine lesart, der ich mich anschließen würde. Trotzdem denke ich, dass auch echte Liebe an so einer Offenbarung zerbrechen kann.

  • danke Heimfinderin, scheinbar bin ich nicht so einsam mit meinen Empfindungen.



    Man muss schon ziemlich egozentrisch sein, um es angemessen zu finden, jemanden zu töten um seinenPartner halten zu können.


    Sie hat diese Partnerin als eine Art Droge gesehen, der Hernando verfallen war. Sie wußte ja, dass es keine Frau zum heiraten war, aber sie hat wohl merken müssen, dass er all seine Leidenschaft an sie verwende hat. Sie wollte, dass er glücklich wird. Mit Giuliana wäre er nie glücklich geworden und Debona hätte es wohl nicht ausgehalten das eheliche Aushängeschild für seine Leidenschaft zu werden. Kann man es auch so sehen?


  • danke Heimfinderin, scheinbar bin ich nicht so einsam mit meinen Empfindungen.



    Sie hat diese Partnerin als eine Art Droge gesehen, der Hernando verfallen war. Sie wußte ja, dass es keine Frau zum heiraten war, aber sie hat wohl merken müssen, dass er all seine Leidenschaft an sie verwende hat. Sie wollte, dass er glücklich wird. Mit Giuliana wäre er nie glücklich geworden und Debona hätte es wohl nicht ausgehalten das eheliche Aushängeschild für seine Leidenschaft zu werden. Kann man es auch so sehen?


    Jain. Ausgeschlossen ist das nicht aber echte Hinweise auf die Selbstlosigkeit, die du ihr unterstellst, sehe ich nicht.

  • Debona tut mir leid. Es ist nie schön, zu wissen, dass der Geliebte ein Verhältnis zu einer anderen hat und das offensichtlich schon länger. Allerdings hätte ich die Beziehung längst beendet, was Debona aber wohl offensichtlich nicht konnte oder wollte. Wie auch immer, ihr Leid war sicher groß und sie wollte Hernando einfach für sich alleine haben und nun hat sie nichts.


    Was Hernando angeht, sieht die Situation für mich aber anders aus und ich habe mich nicht gewundert, dass er Debona so schnell fallenließ. Nach meinem Empfinden wirkt er so kalt, weil er Debona eben nicht wirklich geliebt hat, sondern mehr aus Gewohnheit oder so mit ihr zusammen war. Für mich fühlte es sich hier immer so an, dass seine wahre Leidenschaft eben Giuliana war. Und dann ist es für mich gut nachvollziehbar, wie er auf Debonas Enthüllung reagiert. Wenn keine wahre Liebe im Spiel ist, aber der andere die wahre Leidenschaft zerstört hat, dann ist sicher kein großes Bedürfnis vorhanden, denjenigen tröstend in den Arm zu nehmen. Hernando hatte damals, als Boromeo ihn auf Giuliana ansprach, schon sehr emotional mit einer Schlägerei reagiert, diese Frau scheint ihm also viel bedeutet zu haben oder er war abhängig von ihr, o. ä. und entsprechend groß ist wohl sein emotionaler Verlust und seine entsprechende Empfindlichkeit. So habe ich die Szene gelesen.


    Ich kann Hernandos Verhalten eigentlich ganz gut nachvollziehen. Immerhin erfährt er in der Situation, das seine Guiliana von der Frau getötet wurde, für die er einmal etwas empfunden hatte. Debona ist ja nach dem Mord sogar wieder in das längst beendete Verhältnis eingestiegen. Und wenn ich mich recht erinnere, wirft er ihr in der Szene sogar vor, manipulativ zu sein. Das hat die Beziehung wohl vorher auch schon sehr belastet, und wohl auch dazu geführt, das ihm die Trennung von Debona leichter viel. Debona ist, in meinen Augen, nicht nur die arme betrogene Frau. Sie macht auf mich den Eindruck, als hätte sie sich in die Idee verrannt mit Hernando ein gemeinsames Leben zu führen, um jeden Preis. Und das ist meiner Meinung nach auch ganz bestimmt keine Liebe.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Jain. Ausgeschlossen ist das nicht aber echte Hinweise auf die Selbstlosigkeit, die du ihr unterstellst, sehe ich nicht.


    Nein, ich finde sie nicht Selbstlos, aber zwischen Selbslosigkeit und Egozentrismus gib es noch eine Menge.


    Zitat

    Sie macht auf mich den Eindruck, als hätte sie sich in die Idee verrannt mit Hernando ein gemeinsames Leben zu führen, um jeden Preis. Und das ist meiner Meinung nach auch ganz bestimmt keine Liebe.


    Ist es nicht Hernando, der sich selbst stellen will, weil er ein Leben mit Debona führen will und sie nicht verlieren?

  • Ist es nicht Hernando, der sich selbst stellen will, weil er ein Leben mit Debona führen will und sie nicht verlieren?


    Ja diese Vorstellung kommt ihm, nach dem die beiden miteinander geschlafen haben. Aber ich glaube, wir erleben hier nur das Ende einer längeren nicht unproblematischen Beziehung. Darauf weisen Sätze von Hernando hin, wie z.B. 'Ich hätte auf mein Gefühl hören sollen. Du bist krank' oder 'Du bist fertig damit mein Leben zu bestimmen'.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen