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  • So, nun in ich doch überzeugt, das diese Welt sich meinem Verständnis entzieht. Für mich passt es nicht zu Lumino, seinen Sohn wegen so einer Lappalie zu opfern, ebenso wenig, dass er den kleinen Giftpilz nicht durchschaut. Er ist ja gerade nicht blind vor Vaterliebe. Bin enttäuscht.


  • So, nun in ich doch überzeugt, das diese Welt sich meinem Verständnis entzieht. Für mich passt es nicht zu Lumino, seinen Sohn wegen so einer Lappalie zu opfern, ebenso wenig, dass er den kleinen Giftpilz nicht durchschaut. Er ist ja gerade nicht blind vor Vaterliebe. Bin enttäuscht.


    Auch wenn ich Luminos Reaktion im ersten Augenblick erschreckend fand, passt sein Handeln und die Bereitschaft seinen Sohn zu opfern, sehr gut in das Bild, das ich mir von Lumino gemacht habe. Und für den alten Mann geht es auch nicht um eine Lappalie. Ihm geht es wie immer darum, seine geschäftlichen Aktivitäten zu erweitern und damit auch seine Machtfülle.
    Lumino ist zwar nicht blind vor Vaterliebe. Aber in meinen Augen ist er so von sich überzeugt, das er überhaupt nicht auf die Idee kommt, das sein Leben eines Tages durch einen seiner Ziehsöhne in Gefahr sein könnte. Obwohl er ja selbst auf diese Weise zum Soberan wurde.
    Hesindio ist für mich auch nicht nur ein Giftpilz. Er ist gefährlich. Und wenn er erst ein paar Jahre älter ist, wird er unberechenbar sein.
    Ich bin bisher nicht vom Roman enttäuscht; sondern eher erfreut über das Erzähltempo und die doch teileweise überraschenden Wendungen.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Ich versuche zu erklären, warum für mich Lumino nicht so aussieht wie auf dem Titelbild. Ich habe ihn kennengelernt als einen Man der klug ist, die Naturgewalten respektiert, nach Wissen strebt (ja gern nach schwarzer Magie oder verbotenem Wissen), der zwei Söhne großgezogen hat, die sich völlig unterschiedlich entwickelt haben . Schon da frage ich mich, welche Rolle spielt Erziehung? Hat er sie absichtlich verschieden erzogen? Oder sind wir hier bei der Behauptung, dass die Gene den Charakter bestimmen? Er hat eigentlich alles geschafft. Was er will, ist das halten und ausbauen. Dazu fällt ihm die Entscheidung nicht leicht und ich bekomme es nicht zusammen, wie eine Mann, der sich sagt, dass sein Sohn nicht glücklich ist (und für mich war das ein trauriger Gedanke) und ein Mann der Klug ist, sich keinen besseren Plan ausdenken kann, die Hochzeit zu arrangieren. Wie man sieht geht es auch ohne Mord.
    Eine Spannung durch Intrigen zu erzeugen empfinde ich als einfach. Interessanter hätte ich es gefunden, wenn er sich etwas ausgedacht hätte, um Zahir als Schutz gegen Hesindio bei sich zu behalten. Das wäre klug gewesen. Die jetzige Lösung kommt doch für die meisten, die hier mitlesen nicht unvermutet, oder?
    Noch eine Szene, die ich unlogisch finde. Corvara, eine kluge Frau, die Boromeo dazu bringt, sich zurückzuhalten und ihm sagt, dass man einen Plan braucht, diese FrauFrau ist dann so leichtsinnig, das mit Mühe erschaffte Messer ohne Rückversicherung hervorzuholen. So wie ich sie kennengelernt habe würde sie das nicht tun.


  • Noch eine Szene, die ich unlogisch finde. Corvara, eine kluge Frau, die Boromeo dazu bringt, sich zurückzuhalten und ihm sagt, dass man einen Plan braucht, diese FrauFrau ist dann so leichtsinnig, das mit Mühe erschaffte Messer ohne Rückversicherung hervorzuholen. So wie ich sie kennengelernt habe würde sie das nicht tun.


    Mit der Szene habe ich auch einige Schwierigkeiten. Du hast Recht Rhea, eigentlich haben wir Corvara ganz anders kennengelernt. Auch die schwachen frühmorgendlichen Lichtverhältnisse (Seite 186 oben) sind für mich keine ausreichende Erklärung. Die Szene ist sehr unmotiviert. Letztendlich dient sie nur dazu, Boromeo weiter abzuhärten und weiter zum Helden aufzubauen. Dabei sollte die Logik allerdings nicht hinter der Absicht zurückstehen. Es wäre schön, wenn Andre etwas dazu sagen würde.
    Dennoch ist die Szene enorm spannend und mitreißend. Und ich leide, trotz ihrer Dummheit, mit Corvara. Und Boromeo wird immer ein bißchen mehr zur positiven Identifikationsfigur.


    Dann ist da auch die Szene, in der Novara, aus der Stadt geschickt wird. Lumino zeigt hier wieder seine kompromisslose Seite. Und Hesindio dokumentiert seine intrigante Ader, in dem er seinem Bruder Zahir von der Abreise erzählt, für die er selbst mitverantwortlich ist. Zahir begehrt zum ersten Mal richtig gegen seinen Vater auf. Der kann ihn mit einer mehr als durchsichtigen Lügengeschichte beschwichtigen. Damit schafft er es sogar Zahir glücklich zu stimmen und auf seiner Seite zu halten. Zahir muss schon sehr verliebt sein, um so blind zu sein. Aber das macht ihn sympathisch. Doch mir ist hier zum ersten Mal direkt klar geworden, das die Beziehung tragisch endet. Sie soll nach San Cardasso gehen, Taladur verlassen. Dort draußen lauern Banditen, Amira und auch die Ferkinas. Mir drängt sich der Verdacht auf, das Novara die Reise nicht überleben wird. Bleibt nur die Frage: stirbt sie durch Banditenhand oder läßt Lumino sie umbringen?

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  • Oh je, es wird tragisch für Zahir. :o Er und Novara tun mir richtig leid. Ich glaube keine Sekunde, dass sie nur für einen Monat getrennt werden sollen. Lumino hat sie aus Zahirs Reichweite gebracht und wird schon dafür sorgen, dass sie ihn oder er sie, nach dem Monat "Bedenkzeit" nicht mehr heiraten will. Oder er sorgt dafür, dass sie oder Zahir bis dahin anderweitig gebunden werden. Allerdings kann ich mir auch sehr gut Torshavns Idee vorstellen, nämlich dass Novara die Reise erst gar nicht überleben wird. Und ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass Lumino nicht darauf vertraut, dass das Schicksal ihm die Sache abnimmt und der Trupp z. B. von den Ferkinas abgeschlachtet wird, sondern dies selbst durch seinen Diener in die Hand nimmt und es dann eben ganz praktisch auf die Räuber schiebt.



    Mit der Szene habe ich auch einige Schwierigkeiten. Du hast Recht Rhea, eigentlich haben wir Corvara ganz anders kennengelernt.


    Das hat mich auch sehr überrascht. Die kurze Szene mit Corvara in der Zelle hat sie mir als listige und vorsichtige Frau vorgestellt und ihr dummes und unvorsichtiges Verhalten mit der Waffe konnte ich mir gar nicht erklären. Nicht einmal umgeschaut hat sie sich? Das passte für mich auch gar nicht. ??? Aber es stimmt natürlich, dass dies wieder eine Szene ist, um Boromeo "aufzupuschen" und für eine Flucht und den Kampf gegen seine Widersacher vorzubereiten.



    Auch wenn ich Luminos Reaktion im ersten Augenblick erschreckend fand, passt sein Handeln und die Bereitschaft seinen Sohn zu opfern, sehr gut in das Bild, das ich mir von Lumino gemacht habe.


    Für mich passt es auch. Ich kann Rhea aber auch verstehen, denn ganz am Anfang erschien mir Lumino auch eher weise und positiv. Nur hat sich bei mir der Eindruck eben sehr schnell verflüchtigt und ich empfand ihn dann doch schnell anders und ich konnte noch "umspringen". Deshalb empfinde auch seine Anfangsdarstellung fast als falsch. Seine erste Ausstrahlung war mir für den Rest seines Auftretens einfach zu positiv. Es hätten irgendwie mehr Bosheit und Grausamkeit spürbar sein müssen, finde ich, denn gerade der erste Eindruck ist ja wichtig und der war einfach zu "nett" für den Rest. Ich meine damit nicht Schwarz-Weiß-Malerei, das gefällt mir ja selbst nicht. Aber ich lese eben meist sehr emotional und da war für mich der Anfang zu "weiß" für den späteren "schwarzen" Auftritt. Ähnlich wie die Sache mit Corvara... Ich finde schon, man sollte als Leser, wenn man schon emotional die Figuren näher gebracht bekommt, sich auch auf sein Lesegefühl etwas verlassen können. Wenn sich aber ein erspürter Charakter dann wie willkürlich um 180 Grad dreht, ist das irgendwie seltsam. Denn es sollte schon noch irgendwie nachvollziehbar sein, dass oder falls man sich einfach nur in einem Charakter mal getäuscht hat. Dies sollte sich also schon in einer realistischen Form ankündigen und nicht aus heiterem Himmel heraus, finde ich. Oder eben von Anfang an als "grau" erkennbar sein. Diese beiden Beispiele lassen mich also etwas zwiespältig zurück.


    Wer für mich jedenfalls ganz klar negativ besetzt ist, ist Hesindio. Seine Gedanken während der Verkündung seiner Verlobung und seines zukünftigen Standes als Oberhaupt erzeugten fast Gänsehaut. Mensch, ist der Junge gerissen und gefährlich! Wenn der erst mal erwachsen ist und offiziell Macht ausüben kann, anstatt im Geheimen zu manipulieren, können sich die übrigen Familias wohl auf einiges gefasst machen. :o



    Lumino ist zwar nicht blind vor Vaterliebe. Aber in meinen Augen ist er so von sich überzeugt, das er überhaupt nicht auf die Idee kommt, das sein Leben eines Tages durch einen seiner Ziehsöhne in Gefahr sein könnte.


    Das glaube ich auch. Etwas verwunderlich ist bei Luminos eigener Gerissenheit ja schon, dass er seinen Sohn so schlecht durchschaut, aber ich glaube auch, Lumino ist einfach so arrogant und selbstherrlich, dass er gar nicht auf die Idee kommt, sein eigener Sohn könnte etwas gegen ihn unternehmen und das so gerissen, dass er es noch nicht mal merkt. Er ist eben von seiner Macht und seinem Einfluss auf seine Söhne überzeugt. ::)


    Was mich allerdings auch sehr verwundert hat, ist, warum der Dom ihm nach der ganzen Giftaktion dann doch die Tochter seines Bruders "verkauft" hat. Wieso gibt er Lumino, was dieser wollte, anstatt es ihm nun gerade zu verweigern? Das ergibt für mich keinen Sinn und wirkt auf mich wie eine Szene über ein Kleinkind, das schreiend nach seinem Spielzeug verlangt, es vom Vater aber aus gutem Grund verweigert bekommt, nur um es von diesem anschließend dann doch zu erhalten? Kind war ungezogen und bekommt sein Spielzug trotzdem? ???


    Was mir etwas Sorgen macht, ist Jazeminas Traum. Zum einen scheint sie sehr gut geträumt zu haben und könnte vielleicht Yeladors nächste Esfira werden, die ja immer schwächer wird. Zumindest wirkte es so auf mich, als wäre Yelador ganz begeistert von Jazeminas Traumfähigkeit. Was mir aber noch mehr zu denken gibt ist die Frage, ob dieses Kraut wohl schädlich für das ungeborene Kind ist?

  • Zitat

    Was mich allerdings auch sehr verwundert hat, ist, warum der Dom ihm nach der ganzen Giftaktion dann doch die Tochter seines Bruders "verkauft" hat. Wieso gibt er Lumino, was dieser wollte, anstatt es ihm nun gerade zu verweigern? Das ergibt für mich keinen Sinn


    Der Dom hat es getan, weil auch er die Verbindung beider Familias will. Zwei Dinge hatten ihm nur nicht gepasst: Zum einen, das sein Bruder die Heirat eingefädelt hatte und zum anderen war ihm der Preis zu hoch. Außerdem hatte er ja die Spielregeln verändert, in dem er Zahir warnen ließ. Nach dem Duell hat er seinen Bruder wieder da, wo er ihn haben will, nämlich kleinlaut an seiner Seite und er hat nur direkten Einfluss (so glaubt er) auf das zukünftige Oberhaupt der Xetarros. Kein schlechtes Geschäft für seine Familia (Seite 163, obere Hälfte). Allerdings wird bisher nirgends gesagt, wie der Deal nach dem Duell im Detail aussieht.


    Zitat

    Was mir etwas Sorgen macht, ist Jazeminas Traum. Zum einen scheint sie sehr gut geträumt zu haben und könnte vielleicht Yeladors nächste Esfira werden, die ja immer schwächer wird. Zumindest wirkte es so auf mich, als wäre Yelador ganz begeistert von Jazeminas Traumfähigkeit. Was mir aber noch mehr zu denken gibt ist die Frage, ob dieses Kraut wohl schädlich für das ungeborene Kind ist?


    Das waren auch meine ersten Gedanken: hoffentlich passiert dem ungeborenen Kind nichts. Ich bin über mich selbst erstaunt, das ich mir mittlerweile Sorgen mache um zwei Charaktere, die ich nach dem ersten Band als uninteressant und klischeehaft empfand (Jazemina & Boromeo).
    Die Traumsequenz hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte Jazeminas Ängste und auch Hoffnungen gut nachvollziehen. Hoffentlich bekommen wir noch größere Einblicke in die Traumwanderer. Es macht mich schon fast ein bißchen stolz, das Jazemina eine so gute Träumerin, eine wahre Träumerin, schon beinahe eine Traumwanderin ist. Es gibt der Person einen weiteren sehr interessanten Wesenszug. Jazemina wächst in meinen Augen stetig, ganz so wie auch Boromeo. Die beiden werden ein gutes Paar, wenn sie denn jemals wieder zusammenkommen. Ehrliche, bedingungslose Liebe wird in Taladur ja nicht gerade belohnt, sondern eher vom Tod bedroht.


    Zitat

    Wer für mich jedenfalls ganz klar negativ besetzt ist, ist Hesindio. Seine Gedanken während der Verkündung seiner Verlobung und seines zukünftigen Standes als Oberhaupt erzeugten fast Gänsehaut. Mensch, ist der Junge gerissen und gefährlich! Wenn der erst mal erwachsen ist und offiziell Macht ausüben kann, anstatt im Geheimen zu manipulieren, können sich die übrigen Familias wohl auf einiges gefasst machen.


    Oh ja Heimfinderin, der Junge ist grausam und gefährlich. Ich frage mich, gerade auch nach dieser Szene, wer im Hause Xetarro denn nun wirklich die Fäden zieht. Hesindio wünscht sich seinen Vater tot. Er hat ihn im Hinblick auf Zahirs Geliebte schon manipuliert. Und auch Zahir hetzt er gegen den Vater auf, als er ihm sagt, das Novara weggebracht werden soll. Er ist der einzige, der neben Lumino, weiß, was mit Novara passieren soll. Und er wird es für sich nutzen. Da bin ich sicher. Ich glaube Hesindio ist als Junge noch gefährlicher, denn als späterer Soberan der Familia. Denn er hat jetzt schon alle Machtmittel in der Hand. Aber niemand wird den Zwölfjährigen wirklich ernst nehmen. Ein wunderbarer Deckmantel, mit dem es vorbei sein wird, wenn er erst einmal Familienoberhaupt ist.


    Zitat

    Ich kann Rhea aber auch verstehen, denn ganz am Anfang erschien mir Lumino auch eher weise und positiv. Nur hat sich bei mir der Eindruck eben sehr schnell verflüchtigt und ich empfand ihn dann doch schnell anders und ich konnte noch "umspringen". Deshalb empfinde auch seine Anfangsdarstellung fast als falsch. Seine erste Ausstrahlung war mir für den Rest seines Auftretens einfach zu positiv. Es hätten irgendwie mehr Bosheit und Grausamkeit spürbar sein müssen, finde ich, denn gerade der erste Eindruck ist ja wichtig und der war einfach zu "nett" für den Rest. Ich meine damit nicht Schwarz-Weiß-Malerei, das gefällt mir ja selbst nicht. Aber ich lese eben meist sehr emotional und da war für mich der Anfang zu "weiß" für den späteren "schwarzen" Auftritt. Ähnlich wie die Sache mit Corvara... Ich finde schon, man sollte als Leser, wenn man schon emotional die Figuren näher gebracht bekommt, sich auch auf sein Lesegefühl etwas verlassen können. Wenn sich aber ein erspürter Charakter dann wie willkürlich um 180 Grad dreht, ist das irgendwie seltsam. Denn es sollte schon noch irgendwie nachvollziehbar sein, dass oder falls man sich einfach nur in einem Charakter mal getäuscht hat. Dies sollte sich also schon in einer realistischen Form ankündigen und nicht aus heiterem Himmel heraus, finde ich. Oder eben von Anfang an als "grau" erkennbar sein. Diese beiden Beispiele lassen mich also etwas zwiespältig zurück.


    Ich glaube wir müssen hier zwischen den beiden Figuren Lumino und Corvara unterscheiden. Was Corvara angeht, gebe ich Dir Heimfinderin recht. Die Handlungen der Charakterin sind nicht nachvollziehbar. Mir kommt es so vor, als wäre dem Autor hier ein Fehler unterlaufen (Andre hoffentlich sagst Du etwas dazu!!!).
    Aber bei Lumino würde ich Dir wiedersprechen. Ich finde die Figur ist sehr gut dargestellt und aufgebaut worden. Von Anfang an, war er für mich zwielichtig. Mittlerweile ist er für mich längst von grau auf die dunkle Seite der Macht gerutscht. Aber nachvollziehbar, ohne Sprünge oder Brüche in seiner Darstellung. In meinen Augen führt uns Andre Stück für Stück während des Romans tiefer in Luminos Gedankenwelt, und das gelingt ihm richtig gut. Er ist für mich ein unvergesslicher Charakter, ein Schwein zwar, aber eines, das man sich merkt, ähnlich eines Raistlin Majere. Einziges Manko in seiner Gedankenwelt ist sein Haß auf die Tandori. Dafür fehlt mir bisher jegliche Erklärung, oder ich habe sie überlesen.

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  • Nach dem Duell hat er seinen Bruder wieder da, wo er ihn haben will, nämlich kleinlaut an seiner Seite und er hat nur direkten Einfluss (so glaubt er) auf das zukünftige Oberhaupt der Xetarros. Kein schlechtes Geschäft für seine Familia (Seite 163, obere Hälfte). Allerdings wird bisher nirgends gesagt, wie der Deal nach dem Duell im Detail aussieht.


    Nun, vielleicht hat der Dom ja nur die Tochter ohne Mitgift abgegeben oder irgendwas noch dafür verlangt. Ja, man weiß es nicht.... Aber wenn der Deal so zustande kam, wie Lumino es sich vorgestellt hat, dann ist das für mich trotzdem seltsam, denn der Dom stände nach meinem Gefühl viel stärker da, wenn er den ganzen Deal hätte komplett platzen lassen. Und auch sein Bruder wäre dann nach meinem Empfinden mehr "gemaßregelt", als nun so mit der Bestätigung, dass dieser Deal wohl seinem Bruder sogar ganz recht sein könnte, so in der Art: "Ach war ja gar nicht so schlimm, was ich gemacht habe, der Bruder macht es ja jetzt auch". Auch wenn der Dom sich was dabei gedacht haben sollte, so fühlt sich das für mich nicht wirklich so an, wie ich eine Reaktion des so "erhabenen" Doms erwartet hätte. :-\



    Ich bin über mich selbst erstaunt, das ich mir mittlerweile Sorgen mache um zwei Charaktere, die ich nach dem ersten Band als uninteressant und klischeehaft empfand (Jazemina & Boromeo).


    Ja, Jazemina wird für mich mittlerweile auch interessanter. Zumindest bin ich sehr gespannt, ob sie sich tatsächlich nun weiterentwickelt oder doch wieder in ihr altes Ich zurückfällt. Ich bin also gespannt, ob auf Dauer mehr in ihr steckt, als ich anfangs dachte.



    Aber bei Lumino würde ich Dir wiedersprechen. Ich finde die Figur ist sehr gut dargestellt und aufgebaut worden. Von Anfang an, war er für mich zwielichtig. Mittlerweile ist er für mich längst von grau auf die dunkle Seite der Macht gerutscht.


    Interessant, wie unterschiedlich man das empfindet. Für mich war er eben anfangs nicht grau, sondern weiß und wurde dann bei der Badezuberszene gefühlsmäßig für mich gleich ganz schwarz und so blieb er dann auch. Das ist es, was mich irritiert hat. Ich habe auf den ersten Seiten eben keine Zwielichtigkeit gespürt, bei mir kam das Differenzierte nicht an, sondern eben nur ein weiser, vor sich hin sinnender alter Mann, von dem ich "Gutes" erwartete, als wäre dieser erste Eindruck von einer anderen Person gewesen dort auf dem Balkon. Bei mir war da kein Grau ... aber danach nur noch schwarz und das aber dann sehr gut dargestellt, ja. Aber ich konnte damit leben, er ist bei mir dann ja schnell emotional bei den "Bösen" gelandet. Bei Rhea hat das wohl nicht so funktioniert und deshalb wohl die Diskrepanz.

  • [quote author=Heimfinderin]
    [quote author=Torshavn]
    Aber bei Lumino würde ich Dir wiedersprechen. Ich finde die Figur ist sehr gut dargestellt und aufgebaut worden. Von Anfang an, war er für mich zwielichtig. Mittlerweile ist er für mich längst von grau auf die dunkle Seite der Macht gerutscht. [/quote]


    Interessant, wie unterschiedlich man das empfindet. Für mich war er eben anfangs nicht grau, sondern weiß und wurde dann bei der Badezuberszene gefühlsmäßig für mich gleich ganz schwarz und so blieb er dann auch. Das ist es, was mich irritiert hat. Ich habe auf den ersten Seiten eben keine Zwielichtigkeit gespürt, bei mir kam das Differenzierte nicht an, sondern eben nur ein weiser, vor sich hin sinnender alter Mann, von dem ich "Gutes" erwartete, als wäre dieser erste Eindruck von einer anderen Person gewesen dort auf dem Balkon. Bei mir war da kein Grau ... aber danach nur noch schwarz und das aber dann sehr gut dargestellt, ja. Aber ich konnte damit leben, er ist bei mir dann ja schnell emotional bei den "Bösen" gelandet. Bei Rhea hat das wohl nicht so funktioniert und deshalb wohl die Diskrepanz.
    [/quote]


    Das stimmt,für mich war Lumino auch von Anfang an zwielichtig und ist dann auch sehr schnell komplett negativ behaftet gewesen,obwohl ich zB die klassische Heldenfigur mit der Blütenweisen Weste auch nicht mag,sondern eben am liebsten Mischcharaktere,die vielleicht sogar mehr dunkelgrau als hell sind mit einem aber mit einem guten Herzen,also zB Figuren wie Amaria..Ich finde die Sichtweise von Rhea bzgl Lumino auch sehr interessant(auch wenn sie für mich nicht komplett nachvollziehbar ist, aber dass ist ja das schöne wenn man sich austauschen kann,kann man auch Blickwinkel entdecken,die man von selbst nie gesehen hätte...)


    Edit Heimfinderin: Zitatkästchen repariert

  • Aber bei Lumino würde ich Dir wiedersprechen. Ich finde die Figur ist sehr gut dargestellt und aufgebaut worden. Von Anfang an, war er für mich zwielichtig.


    Könntest Du mir dann erklären, warum er sich Sorgen um das Glück seines Sohnes macht? Und warum André schrieb, die Figur sei ambivalent, dies hieße differenziert - die Ansätze dazu sind da, denn er hat sein Versprechen im Kerker gehalten was normalerweise die Herren nicht tun, wenn sie auf der dunklen Seite stehen, außerdem ist er "alles in allem ein überraschend götterfürchtiger Mann".
    Ja, auch für mich steht er jetzt auf der dunklen Seite, aber genau das enttäuscht mich an dem Buch. Boromeo benimmt sich für mich nicht besser als im ersten Band. Er macht dem Namen "Zonzo" alle Ehre. Und Jazemina? Wieso wird sie interessanter, nur weil sie nun einen Beweis hat und "aktiv" wird? Sie hätte sich denken können, dass sie nicht in den Kerker kommt.
    Nein, sie ist weiterhin naiv, handelt planlos und gefährdet damit wiedermal andere, ohne zu lernen. Eine Zofe hat sie schon auf dem Gewissen.
    Das mit dem Träumen ist für mich nicht einordenbar. Es sind Drogen und sie machen die Menschen kaputt. Wieder handelt Jazemina völlig ohne zu denken, weder an sich noch an das Kind. Was sind diese Träume wirklich. Das ist ein spannender Handlungsstrang, allerdings, wenn jemand so naives und unüberlegtes wie jazemina dabei ist, dann befürchte ich fliegen sie bald auf.
    Übrigens vermisse ich die Tänzer.

  • Nun, Jazemina wird alleine aus dem Grund schon interessanter für mich, weil sie mal was TUT, anstatt nur im Selbsmitleid vor sich hinzu jammern. Das wäre auf Dauer ja nicht mehr zu ertragen gewesen. ;D ;). Ich bin einfach darauf gespannt, ob ihre Persönlichkeit nun eine Wandlung oder Veränderung erfährt, oder nicht. Sie gehört sicher nicht zu den für mich interessantesten Figuren der Geschichte, aber sie hat momentan meine Aufmerksamkeit.

  • Könntest Du mir dann erklären, warum er sich Sorgen um das Glück seines Sohnes macht? Und warum André schrieb, die Figur sei ambivalent, dies hieße differenziert - die Ansätze dazu sind da, denn er hat sein Versprechen im Kerker gehalten was normalerweise die Herren nicht tun, wenn sie auf der dunklen Seite stehen, außerdem ist er "alles in allem ein überraschend götterfürchtiger Mann".
    Ja, auch für mich steht er jetzt auf der dunklen Seite, aber genau das enttäuscht mich an dem Buch.


    Ich sehe von Anfang an einen beinahe 80 Jahre alten Mann vor mir, der weiß wer er ist, was er erreicht hat und vor allem, was er noch will und der seine Schwächen kennt (Seite 10, Zeilen 11 /12). Er stellt sich gut mit den Göttern weil er weiß, das sie real sind und ihm jederzeit ins Handwerk fuschen können (Seite 10, Zeilen 8 / 9). Er betreibt magische Forschungen in seinem Labor, bei denen er Tiere vergiftet und z.B. die Flügel bricht um sie an der Flucht zu hindern (Seite 10, Zeilen 20- 27). Er bezahlt die Wachen, damit sie seinem Ziehsohn Zahir im Übungskampf entweder zur Aufgabe zwingen oder bewusstlos schlagen (Seite 11, Zeilen 15- 20). Er hat Zahir zur Gnadenlosigkeit (im Kampf) erzogen (Seite 12, Zeilen 16/17) und führt ihm die Frauen zu als Belohnung zur reinen Befriedigung seiner Lust, um sich dann auch noch am Liebesakt seines Sohnes zu erfreuen. Er klassifiziert seine Kinder in den besonnenen Kämpfer (Zahir) und den brillianten Denker (Hesindio) (Seite 14, Zeilen 11/ 12).
    Er macht sich in meinen Augen auch keine Sorgen um das Glück seines Sohnes Zahir. Er stellt auf Seite 11 Zeilen 27/28 lediglich fest, das es wenig braucht um seinen Sohn glücklich zu machen (Pferd und Kampf), und das er es dennoch so selten ist. Er sorgt sich sogar, meiner Meinung nach, um keines Menschen Glück.
    Die Szene im Kerker, auf die du anspielst (Seite 68/69), oh ja er hält Wort. Er tötet den Färber nicht. Aber er gibt ihn als Ausgleich für den Tod eines anderen Arbeiter an die Amazetti, zur Arbeit in der Mine. Er behandelt ihn wie eine Sache. Und er nimmt seinen Tod billigend in Kauf, denn auch er dürfte Wissen, wie hoch die Sterberate in den Minen ist.
    Mir zeigt sich schon im ersten Leseabschnitt ein gnadenloser unsympathischer Machtmensch. Wenn ich jetzt noch ein bisschen weiter im Text schaue, hat dieser Mann seinen Vater getötet um Soberan zu werden, seine Frau umgebracht, die ihm lästig wurde und die Geliebte seines Sohnes töten lassen. Und auch, wenn Andre ihn als ambivalent schildert in seinem Kommentar, ich kann diese Ambivalenz von Beginn an nicht wirklich sehen.
    Dennoch ist Lumino ein interessanter Charakter und bemerkenswerter Charakter, aber in meinen Augen mit Sicherheit kein guter Mensch.


    Zu Boromeo und Jazemina vielleicht später noch etwas mehr.

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  • Sehr viele, sehr spannende Gedanken und Fragen. :-)


    Hier mal ein paar Worte dazu, wie ich es mir bei der Konzeption gedacht habe:


    Corvara hat seit langer Zeit der Verzweiflung und Wut in Boromeo einen Verbündeten gefunden, dem sie vertraut. Dieses Hochgefühl und ein steigender Zellenkoller lassen sie ungeduldig und damit unvorsichtig werden. Es ist also Boromeos Anwesenheit, die sie schlussendlich in den Tod treibt.


    Lumino ist von Anfang an, wie er ist. Spätestens bei der Szene im Badezuber dachte ich, müsste klar werden, dass er die Welt und Beziehungen nicht so sieht, wie andere :-) Ich habe jedoch bewusst am Anfang seine wenigen "positiven" Seiten betont, damit der Leser ihn - anders als Hesindio - erst einmal annehmen und später vielleicht sogar an manchen Stellen mit ihm mitfühlen kann. Immerhin geht hier sein Lebenswerk zugrunde ;)


    Was die Hochzeit angeht: Der Dom gibt ihm die Tochter, weil er Lumino an sich binden will. Das kann er nun, nachdem die Giftgeschichte schiefgegangen ist, zu seinen Bedingungen. Das ist ungefähr der Unterschied zwischen: "Ich will Schokolade" - "Nein" und "Okay, aber erst räumst du dein Zimmer auf und danach holst du mir Wasser aus dem Keller" ;)


    Was Zahirs Naivität angeht: Er will immer noch verzweifelt glauben, dass sein Ziehvater ihn liebt und nur sein Bestes will. Dass dieses "Beste" bei Lumino verquer und krank ist, kann und will er noch nicht glauben. Er steckt noch zu tief in dieser unesunden Beziehung.


  • Hier mal ein paar Worte dazu, wie ich es mir bei der Konzeption gedacht habe:


    Corvara hat seit langer Zeit der Verzweiflung und Wut in Boromeo einen Verbündeten gefunden, dem sie vertraut. Dieses Hochgefühl und ein steigender Zellenkoller lassen sie ungeduldig und damit unvorsichtig werden. Es ist also Boromeos Anwesenheit, die sie schlussendlich in den Tod treibt.


    Das ist wirklich harter Tobak Andre. Ich habe jetzt gerade noch mal ihre beiden Auftritte (Seite 133- 135 & Seite 185- 189) gelesen. Aber das Boromeo letztendlich Schuld an ihrem Tod sein soll, kann ich da nicht sehen. Woran machst Du das denn im Text fest?

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  • So,mich würde interessieren wie ihr Den Dom sieht,in diesem Abschnitt lernt man ihn ja noch etwas besser kennen..Ich persönlich mag seine Figur sehr gerne,weil er zwar auch für die familia alles machen würde,aber eben doch auch gewisse Grenzen hat...er versteht seine Ziele durchzusetzen ohne über Leichen zu gehen,für mich ist er der perfekte stratege,aber nicht völlig skrupellos...
    Gerade die Duell-Szene mit seinem Bruder und zahir ist bezeichnend für ihn finde ich,wo lumino auch das Leben seines Sohnes opfern wollte,hat der Dom auf zahirs anstand gesetzt und danilo ist zwar in der Tat verletzt und entehrt aber eben nicht tot...


    Wie seht ihr Den Dom?-viele haben ihn ja eher abgelehnt aufgrund der Szene um das Pferderennen mit Amaria?


  • Wie seht ihr Den Dom?-viele haben ihn ja eher abgelehnt aufgrund der Szene um das Pferderennen mit Amaria?


    Er hat für mich erst einmal endgültig den Nimbus des 'Dom' eingebüßt, dieses ruhigen, nie richtig greifbaren Mannes im Hintergrund. Das gefällt mir gut. Jetzt weiß ich auch, das er niemals Amarias Pferd töten würde.
    Wenn man mal davoln absieht, das er über Taladur hinaus mit Drogen (Rauschkraut) handelt, hat er durchaus positive Züge für mich bekommen. Die Familia steht auch für ihn an erster Stelle. Aber er erhält sie auch gerne am Leben. Er hat mehr 'Größe' als Lumino sie jemals haben wird. Mich wundert ein bißchen, das er sich unbedingt mit den Xetarros verbinden will.

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  • Geht mir auch so. Für mich strahlt er mittlerweile auch eine völlig andere Persönlichkeit aus, als Lumino. Der erste Kontakt war ja nur kurz und es hieß, es ist der mächtige Dom. Dabei springt einem wohl gleich das Bild eines skrupellosen und fiesen Paten vors Auge. Der zweite Eindruck ist nun doch etwas vielschichtiger, allerdings müsste ich noch mehr von ihm kennenlernen, um sein wahres Ich noch besser zu sehen. Momentan würde mich auf jeden Fall immer noch nicht mit ihm anlegen wollen, aber ich glaube er hat in all seinem Machtstreben auch noch sowas wie Moralgrundsätze, was Lumino ja ziemlich abgeht. Gerade das Beispiel mit Amarias Pferd lässt mich momentan darauf schließen, dass er zwar sicher versuchen würde, es doch noch zu bekommen, denn er lässt sicher nicht gerne ein Nein zu. Aber vorerst wirkt er wie ein fairer Verlierer und schon gar nicht wie jemand, der hintenrum die für ihn verlorene Ware meucheln würde.

  • Ich sehe von Anfang an einen beinahe 80 Jahre alten Mann vor mir, der weiß wer er ist, was er erreicht hat und vor allem, was er noch will und der seine Schwächen kennt (Seite 10, Zeilen 11 /12). Er stellt sich gut mit den Göttern weil er weiß, das sie real sind und ihm jederzeit ins Handwerk fuschen können (Seite 10, Zeilen 8 / 9). Er betreibt magische Forschungen in seinem Labor, bei denen er Tiere vergiftet und z.B. die Flügel bricht um sie an der Flucht zu hindern (Seite 10, Zeilen 20- 27). Er bezahlt die Wachen, damit sie seinem Ziehsohn Zahir im Übungskampf entweder zur Aufgabe zwingen oder bewusstlos schlagen (Seite 11, Zeilen 15- 20). Er hat Zahir zur Gnadenlosigkeit (im Kampf) erzogen (Seite 12, Zeilen 16/17) und führt ihm die Frauen zu als Belohnung zur reinen Befriedigung seiner Lust, um sich dann auch noch am Liebesakt seines Sohnes zu erfreuen. Er klassifiziert seine Kinder in den besonnenen Kämpfer (Zahir) und den brillianten Denker (Hesindio) (Seite 14, Zeilen 11/ 12).
    Er macht sich in meinen Augen auch keine Sorgen um das Glück seines Sohnes Zahir. Er stellt auf Seite 11 Zeilen 27/28 lediglich fest, das es wenig braucht um seinen Sohn glücklich zu machen (Pferd und Kampf), und das er es dennoch so selten ist. Er sorgt sich sogar, meiner Meinung nach, um keines Menschen Glück.
    Die Szene im Kerker, auf die du anspielst (Seite 68/69), oh ja er hält Wort. Er tötet den Färber nicht. Aber er gibt ihn als Ausgleich für den Tod eines anderen Arbeiter an die Amazetti, zur Arbeit in der Mine. Er behandelt ihn wie eine Sache. Und er nimmt seinen Tod billigend in Kauf, denn auch er dürfte Wissen, wie hoch die Sterberate in den Minen ist.
    Mir zeigt sich schon im ersten Leseabschnitt ein gnadenloser unsympathischer Machtmensch. Wenn ich jetzt noch ein bisschen weiter im Text schaue, hat dieser Mann seinen Vater getötet um Soberan zu werden, seine Frau umgebracht, die ihm lästig wurde und die Geliebte seines Sohnes töten lassen. Und auch, wenn Andre ihn als ambivalent schildert in seinem Kommentar, ich kann diese Ambivalenz von Beginn an nicht wirklich sehen.


    Das sehe ich ganz genau so. Nur weil der Autor sagt, dass der Charakter ambivalent gemeint war, wird er es dadurch nicht.



    Lumino ist von Anfang an, wie er ist. Spätestens bei der Szene im Badezuber dachte ich, müsste klar werden, dass er die Welt und Beziehungen nicht so sieht, wie andere :-) Ich habe jedoch bewusst am Anfang seine wenigen "positiven" Seiten betont, damit der Leser ihn - anders als Hesindio - erst einmal annehmen und später vielleicht sogar an manchen Stellen mit ihm mitfühlen kann.


    Welche positiven Seiten? Das positivste, was mir aufgefallen ist, ist das er sich einmal darüber Gedanken macht, ob Zahir glücklich ist. Aber so wie er dann später mit Zahir unspringt, kann ich darin auch nichts positives sehen.



    Immerhin geht hier sein Lebenswerk zugrunde ;)


    Oh vielen Dank. Möchtest du vielleicht direkt das Ende schildern? (In diesem Abschnitt läuft noch alles wunderbar für ihn...)


    So, und nun zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte: Die Familie Xetarro und ihre Intriegen gefallen mir sehr gut. Drei Personen mit klar definierten Zielen, die sich widersprechen und bei denen man als Leser wunderbar mitfiebern kann. Obwohl die Personen doch sehr schwarz-weiß gezeichnet sind finde ich diesen Aspekt des Buches bisher am spannendsten. Eine Aufklärung des Mordfalles aus Band 1 steht ja offenar in diesem Band noch nicht an...


  • Corvara hat seit langer Zeit der Verzweiflung und Wut in Boromeo einen Verbündeten gefunden, dem sie vertraut. Dieses Hochgefühl und ein steigender Zellenkoller lassen sie ungeduldig und damit unvorsichtig werden. Es ist also Boromeos Anwesenheit, die sie schlussendlich in den Tod treibt.


    aber sie ist es doch, die ihm sagt, er müsse Geduld haben. Das mit dem Zellenkoller habe ich dann nicht mitbekommen. Hätte man da nicht vorher schon was merken müssen?


    Lumino ist von Anfang an, wie er ist. Spätestens bei der Szene im Badezuber dachte ich, müsste klar werden, dass er die Welt und Beziehungen nicht so sieht, wie andere :-) Ich habe jedoch bewusst am Anfang seine wenigen "positiven" Seiten betont, damit der Leser ihn - anders als Hesindio - erst einmal annehmen und später vielleicht sogar an manchen Stellen mit ihm mitfühlen kann.



    Ja, das dachte ich auch. Die Szene im Badezuber fand ich in keiner Weise schlecht. Wie gesagt, wenn alle Beteiligten einverstanden sind. Es gab in der Szene nichts Häßliches. Leider hat dieser kluge Mann, der um sein Lebenswerk bangt mit der Opferung seines Sohnes etwas getan, was ihn eindeutig auf die negative Seite stellt und das fand ich traurig und schade. Mit seinem Wissen und Können hätte er andere Wege gehen können.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen