03 - Seite 89 bis 143 (Kapitel "Familienbande")

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  • Erresto geht also mit Hilfe des Magiers nun dem Mordfall weiter auf die Spur. Hier war wieder nett zu sehen das Lumino, ich muss bei dem Namen immer an den Kerzenleuchter aus Disneys "Die Schöne und das Bierst" denken, mit voller Härte an den Gefangenen ran geht. Die Variante einen mit dem Hellsichtszauber zu quälen kannte ich noch nicht, hat mir aber gut gefallen. Das dann der Name des obersten Traumwanderers rauskam war natürlich praktisch für erresto. Mich hat dann nur gewundert das er Yelador nicht kannte. Bei "nur" ca. 1500 Einwohnern in Taladur hätte ich vom Hauptmann der Stadtgarde erwartet, dass er jeden in der Stadt kennt. Wenn man davon ausgeht muss Yelador von Ausserhalb kommen. mal sehen wie sich das weiter entwickelt.


    Zahir will also seine Fellachin heiraten. Ich hoffe als ich seinen Plan dabei gut überlegt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das ganze eine Falle sein könnte und die Gefühle von Ihr nicht echt sind. Dafür gibt es bisher keinen Anhaltspunkt aber ich mißtraue der Fellachin ein wenig.


    Das Hesindio seinen Bruder auf die Schliche gekommen ist wird die Angelegenheit insgesamt nicht einfacher machen. Damit haben wir dann das zweite unglückliche Liebespaar.


    Die Fledermaus von Jazemina erholt sich ja Stück für Stück. Ich mag den kleinen Fleder-Mäuserich. Vielelicht entwickelt er ja sogar noch die erhofften empatischen Fähigkeiten die sich Lumino erhofft hat. Gerade weil Jazemina so nett zu ihm ist, kann ich mir vorstellen das sie mit Maldonado ein Vertrautentier bekommt, das übersinnliche Fähigkeiten hat.


    Im dritten Abschnitt wird jetzt also geheiratet. Das kam für mich jetzt sogar schneller als erwartet. Hatte damit für dieses Buch gar nicht mehr umbedingt mit gerechnet. Ich war nur verwundert das die Familie der Binsböckel nicht geladen war, wenn ich da nichts überlesen habe. Aber die ganze Hochzeit war ja eher eine riesen Pleite. Streitigkeiten, eine unglückliche Braut eine verunglückte "Hochzeitstorte" und dann die nicht stattgefundene Hochzeitsnacht. Das Jazemina dann am Ende noch mehr zum Schicksal von Boromeo herausgefunden hat und ihr neues Ich entdeckt hat, macht Jazemina wieder sehr interessant im Spiel der Türme.

  • Der Hauptmann kommt mir ein wenig wie der Erzähler im Hintergrund vor. Er sieht die Stadt sehr realistisch und versucht vorsichtig seine Aufgabe zu erledigen. Da er so anständig ist, befürchte ich irgendwann Schlimmes für ihn, obwohlich damit sicher falsch liege.


    DieGeschichte wird für mich immer banaler. Wie in allen Geschichten entdeckt Jazmina durch Zufall, dass das Tuch nicht das richtige ist. Mir hätte es besser gefallen, wenn sie es durch Vertrauen eher überprüft hätte.
    Dabei war sie bereit, Edelhart in die Liebeskunst einzuweisen, und wenn der nicht so ein ignoranter Egozentriker wäre, dann wäre die Ehe vollzogen. Ob sie jetzt erwachsen wird? Ich kann daran nicht so recht glauben, aber sie ist ja wohl auf der Seite der Guten und damit lt. DSA der Gewinner.
    Die Fledermaus ist interessant.


  • Im dritten Abschnitt wird jetzt also geheiratet. Das kam für mich jetzt sogar schneller als erwartet. Hatte damit für dieses Buch gar nicht mehr umbedingt mit gerechnet. Aber die ganze Hochzeit war ja eher eine riesen Pleite. Streitigkeiten, eine unglückliche Braut eine verunglückte "Hochzeitstorte" und dann die nicht stattgefundene Hochzeitsnacht.


    Die Hochzeit ist so eine Szene, die wieder sehr deutlich macht, wie angespannt die Situation unter den Familias ist. Ihnen ist ja scheinbar kein Ritual mehr heilig. Das hat mich schon ein bißchen verwundert, in einer Welt in der 'Liebe' und Ehre angeblich so viel bedeuten und in der Umgangsformen alles sind.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Der Hauptmann kommt mir ein wenig wie der Erzähler im Hintergrund vor. Er sieht die Stadt sehr realistisch und versucht vorsichtig seine Aufgabe zu erledigen. Da er so anständig ist, befürchte ich irgendwann Schlimmes für ihn, obwohlich damit sicher falsch liege.



    Ich teile deine Ansicht über Erresto,er wirkt wirklich wie ein nüchterner Beobachter in der Stadt. Er scheint der einzige zu sein,der die Geschehnisse in Taladur in ihrer Gesamtheit und objektiv beobachten und beurteilen zu können.


    Zu Jazemina muss ich sagen,dass sie ganz schön naiv ist. Das sie nicht sofort darauf kommt,dass sie schwanger ist,ist ja nicht der Punkt,aber spätestens nach dem Besuch von Nuerta sollte der Groschen doch fallen,sie ist ja kein kleines Mädchen mehr! Das sie naiv und unbedarfte ist,ist in Ordnung,aber in dieser Szene finde ich sie schon arg seicht...oder bin ich da zu streng zu ihr??


  • Zu Jazemina muss ich sagen,dass sie ganz schön naiv ist. Das sie nicht sofort darauf kommt,dass sie schwanger ist,ist ja nicht der Punkt,aber spätestens nach dem Besuch von Nuerta sollte der Groschen doch fallen,sie ist ja kein kleines Mädchen mehr! Das sie naiv und unbedarfte ist,ist in Ordnung,aber in dieser Szene finde ich sie schon arg seicht...oder bin ich da zu streng zu ihr??


    Ich glaube, Du bist ein bißchen zu streng mit ihr Saphira. Sie ist gedanklich so gar nicht bei der Sache. Sie knabbert immer noch an der vermeindlichen Zurückweisung durch Boromeo. Und wenn sie es vielleicht geahnt hat, wollte sie es nicht wahrhaben, da es ihre Lebenssituation ja nur noch komplizieren würde. Als Nuerta es ihr sagt, kommt auch eine andere Jazemina zum Vorschein. Denn sie reagiert ja ganz tough, wenn sie sagt: "Nun, dann bekommt Edelhart halt das Doppelte für sein Geld."
    Auch der Satz "Hoffentlich wird es ein Junge, damit ihm dieses Leid erspart bleibt" läßt eine Menge Realismus durchblicken. Ich glaube sie wird wachsen an ihren Problemen. Man ahnt es ja schon, wenn sie sich Edelhart nach der Hochzeit verweigert. Sie will ihn ja in Zukunft für ihre Zwecke benutzen. Auch als sie erkennt, das Boromeo sich nicht von ihr abgewand hat, beschließt sie zu handeln. Ich denke sie wird eine starke Frau werden.


    Aber mal eine andere Frage: dieser aventurische Schwangerschaftstest, ist der reine Fantasy des Autors oder greift er da auf das Wissen weiser Frauen bzw. Hexen zurück?


    Worüber wir noch gar nicht gesprochen habe: wir als Leser erhalten einen ersten Hinweis auf den Täter oder die Täterin im Mordfall Guiliana. Hernando, den Boromeo im ersten Teil ja schon zur Rede gestellt hatte, war einer der Geliebten der Toten und in der Mordnacht bei ihr. Wenn auch nach eigenen Gedanken nicht der Mörder. Aber durch seine Freundin Debona, die sich nach Guilianas Tod ihm wieder zugewand hat, kommt Eifersucht als mögliches Motiv ins Spiel. Was meint ihr?

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  • Das greift, finde ich, ein bisschen zu kurz Rhea. Trotz und Selbstmitleid mögen bei Jazemina durchaus mit im Spiel sein, aber allein das sie bereit ist zu handeln, am Ende des Kapitels und dann ja auch ihre Probleme aktiv angeht (spätestens im nächsten Kapitel- ich habe den Text gerade nicht hier), zeigt in meinen Augen deutlich, das sie sich verändert vom sehr naiven Mädchen zu einer etwas realistischeren Frau. Im Augenblick bin ich wirklich neugierig auf ihre Entwicklung.

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  • Wenn Sie erwachsen würde, dann würde sie sich überlegn,we ihr das Tuch gegeben hat und ihren Mund halten, noch dazu wo sie es doch versprochen hat, aber ich muss gestehen, schon ein paar Seiten weiter gelesen zu haben. Warte aber jetzt noch bis die anderen hier sind.


  • Zahir will also seine Fellachin heiraten. Ich hoffe als ich seinen Plan dabei gut überlegt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das ganze eine Falle sein könnte und die Gefühle von Ihr nicht echt sind. Dafür gibt es bisher keinen Anhaltspunkt aber ich mißtraue der Fellachin ein wenig.


    Ja? Weswegen kommt dieses Gefühl bei dir zustande? An so etwas habe ich bisher überhaupt nicht gedacht. Für mich wirkt diese Liebe echt, aber leider zum Scheitern verurteilt. Und das finde ich jetzt schon traurig. Zumindest kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Hesindio sehr erfolgreich damit sein wird, diese Beziehung zu zerstören. :(


    Als Lumino so die Hochzeitsgesellschaft beobachtete und feststellte, dass die Spannungen der Familias bald am Überkochen sind, fiel mir auf, dass ich selbst überwiegend angespannt lese. Nicht negativ gesehen, sondern eben in Erwartung der platzenden Bombe. Es kochen in der Geschichte ja überall und immer wieder Emotionen auf, die aggressiver Natur sind (auch Amaria, die sich für die Wegnahme des Fohlens rächen will, Boromeo in der Mine, Jazemnina ....), was sich tatsächlich aufs Lesen irgendwie überträgt. So kleine Szenen, wie die Liebesszene zwischen Zahir und Navaro oder auch zwischen Jazemina und der Fledermaus (die ich übrigens auch ganz knuffig finde und darauf warte, dass sie noch eine größere Bedeutung bekommt) wirken fast erholsam in der ganzen Anspannung.


    Apropos Hochzeit (Edelhart tat mir übrigens nicht leid, als seine Hochzeit so unfreundlich wurde. Ich mag ihn immer noch nicht. Kein bisschen! ): Welchen Plan verfolgt wohl Lumino mit der Ratten-Nummer, die zu einem Duell führen sollte? Und dann auch noch bis zum Tod! Warum provoziert er wohl den Tod des Bruders des Doms?


    Und wissen würde ich auch zu gerne, wer der übermüdete Jüngling wohl ist, den Erresto auf dem Fest beobachtet hatte und der sich mit einer Frau stritt.


    Ha, und hier bestätigt sich auch mein Verdacht aus dem ersten Buch, was Hernandos Wutausbruch betraf. Es gibt tatsächlich eine besondere Verbindung zwischen ihm und Giuliana. Eine der Ideen, er könnte ihr Liebhaber gewesen sein, stimmt also. Und hier habe ich mich dann gefragt, wieso er das Verbrennen der Leiche mitgemacht hat. Oder hat seine Freundin Debona die Liebschaft herausgefunden und den Leichenbrand aus Hass und Eifersucht aus eigener Initiative heraus getan und auch Hernando damit überrumpelt?


    ... durch seine Freundin Debona, die sich nach Guilianas Tod ihm wieder zugewand hat, kommt Eifersucht als mögliches Motiv ins Spiel. Was meint ihr?


    Soweit habe ich dann doch nicht gedacht, eher wie gesagt an den symbolischen Brand. Aber andererseits gefällt mir deine Idee und sie könnte ja tatsächlich auch schon hinter dem Mord stecken und das wäre dann eine besondere Ironie, finde ich. Denn die ganze auflodernde Fehde der Familias, das ganze Misstrauen, die Überlegungen welche Familia wohl dahinter steckt und warum, und die ganzen Machtgerangel deswegen ... alles nur hervorgerufen durch die Eifersucht eines einfachen Mädchens. Ganz ohne Politik und Fehde, sondern nur aus dem alten Grund der Liebe. ;D
    Aber wie sollte sie das so perfekt geschafft haben? Kallista überlegt ja, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass Jugendliche sie getötet haben könnten, da der Mord so perfekt ist, dass sie und Erresto bisher noch keine Lösung dafür haben. Andererseits wissen sie von dem Verhältnis und der möglichen Eifersucht ja nichts, kommen also nicht darauf. Obwohl es eigentlich naheliegend wäre, dass es bei Giulianas ausschweifenden Leben ein Eifersuchtsdrama sein müsste. Und man sagt, Frauen töten nicht mit Waffen, sondern mit Gift und das könnte bei Giuliana ja der Fall gewesen sein. Das angeknabberte Konfekt oder der Wein wäre doch ideal dafür. Aber das Risiko auch groß, dass Hernando dann auch davon isst oder trinkt. Wenn sie das nicht riskieren wollte, kann ich mir wiederum nicht vorstellen, dass Debona die Täterin ist. Ich werde das aber auf jeden Fall jetzt im Hinterkopf behalten, aber auch noch in andere Richtungen schauen.



    Das greift, finde ich, ein bisschen zu kurz Rhea. Trotz und Selbstmitleid mögen bei Jazemina durchaus mit im Spiel sein, aber allein das sie bereit ist zu handeln, am Ende des Kapitels und dann ja auch ihre Probleme aktiv angeht (spätestens im nächsten Kapitel- ich habe den Text gerade nicht hier), zeigt in meinen Augen deutlich, das sie sich verändert vom sehr naiven Mädchen zu einer etwas realistischeren Frau. Im Augenblick bin ich wirklich neugierig auf ihre Entwicklung.


    Mir geht es wie Torshavn. Ich war hier das erste Mal überrascht, dass Jazemina mal so was wie rebellisch wurde, ohne dass ich wieder innerlich mit den Augen rollen musste, weil es sich wie ein trotziges kleines verwöhntes Mädchen anfühlte. Hier hatte ich das erste Mal den Eindruck, sie wacht ein bisschen auf. Dass das nicht sofort zu einer Totalveränderung führen kann und aus dem Kindchen eine toughe Frau wird, ist doch verständlich dabei. Es war mehr ein Gefühl, das bei den letzten Szenen mit ihr rüberkam, das auf mich den Eindruck erweckte, sie könnte so langsam doch erwachsener werden. Allerdings wird sie bestimmt gleich mit ihren neuen Erkenntnissen zu ihrer Schwester rennen, und dass das keine gute Idee ist, wissen leider nur wir und nicht sie. ::) Jedenfalls bin ich auch gespannt, wie sie sich nur weiter verhält. Ob sie dran bleibt oder doch zu schwach ist und wieder in ihr altes Schema fällt.

  • Bei diesem Abschnitt hatte ich den Eindruck, dass wir uns immer mehr von den Grautönen des ersten Bandes entfernen und mehr Richtung Schwarz-Weiß-Malerei bewegen. Lumio, über den nach dem ersten Abschnitt noch geteilte Meinungen gab, zeigt deutlich, dass er tatsächlich der böse und skrupellose Magier ist, den ich von Anfang an in ihm gesehen habe. Auch Edelhart, den ich im ersten Band noch eher als Opfer der Umstände gesehen habe, zeigt sich von seiner bösen Seite. Nicht nur die Art und Weise wie er seine Frau behandelt sondern auch die Drohungen in Richtung seines Vaters sprechen da eine deutliche Sprache. Auf der anderen Seite gibt es den überaus naiven Zahir, der wohl zu gut für seine Umgebung ist...

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen