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  • eigentlich wollte ich warten, weil es ja unfair ist, weiterzulesen und dann mit zu spekulieren, aber heute Nacht hatte ich Zahnschmerzen und keine Tabletten. Da hilft, was Spannendes zu lesen. Da ich aber nicht vorpreschen will, schreibe ich erst mal hier weiter und warte auf das Aufwachen der anderen.



    Naja, halb hats ja gestimmt. Ajina will ihren Vater retten auch um sich zu retten oder zu heilen, aber sie selst wird durch Mitleid gerettet? Ich hoffe, das ist nicht das Gefühl, was die Schattenherren beeinflussen kann. Dazu hatten sie schon zu viele Priesterinnen in ihren Händen. Mitleid ist ein Mittel, das sehr zerstören kann, aber eigentlich nur bei Menschen mit geringem Selbstbewußtsein oder wie bei Ajina, die noch kein anderes positives Gefühl von Fremden erfahren hat. (Sie muss allerdings in sehr einsamen Wegen unterwegs gewesen sein oder der Vater hat sie ständig abgeschirmt, sonst hätte doch schon eher mal jemand mit einem damals sehr kleinen Mädchen Mitleid gehabt.


    Wow, was für eine Szene mit Lióla! Ich bin total begeistert. Immer wieder schafft es Bernd, seine Personen logisch handeln zu lassenund trotzdem zu überraschen. Sie hat Gefühle und welche!!! Das ist nicht Liebe, das ist Anbetung! Die Schattenherren verbreiten nicht nur Angst, sondern sie machen Schönheit für ihre Untergebenen erfahrbar. Das Versiegen der Gefühle als absolute Ruhe und damit erstrebenswert zu empfinden. Oh das ist toll geschrieben. Ich kann Liólas Empfindungen hier so gut nachvollziehen. (Nein, ihr braucht keine Angst zu haben, mir im Dunkeln zu begegnen ;D, denn ich finde die Schattenherrin nicht schön und über die Szene mit den Kindern habe ich schnell drüber gelesen)



    Hier habt ihr auch den "Makel" des Helden. Der Krieg läßt keinen unschuldig! Ich musste an Isaak Babels "Budjonnys Reiterarmee" und seinen Briefwechsel dazu mit Budjonny denken.
    Jetzt ist er ein Mörder und das nur um seinen Auftrag zu erfüllen. Wie mag er damit leben? Ist dieser Mord nun besser, wel er einem guten Ziel dient?
    Bernd, das war gemein, Deinem Held eine solche Falle zu stellen.


  • ... heute Nacht hatte ich Zahnschmerzen und keine Tabletten.


    Das ist echt mies! :( Zahnschmerzen gehören zu den Sachen, bei denen man richtig wenig machen kann. Ich hoffe, es wird bald besser! :trost:



    Wow, was für eine Szene mit Lióla! Ich bin total begeistert. Immer wieder schafft es Bernd, seine Personen logisch handeln zu lassenund trotzdem zu überraschen.


    :freu: :freu: :freu:



    Nein, ihr braucht keine Angst zu haben, mir im Dunkeln zu begegnen ;D, denn ich finde die Schattenherrin nicht schön ...


    Ich bleibe skeptisch. Wenn Du Lisanne persönlich begegnen würdest, würdest Du wahrscheinlich auch von ihrem Charisma geblendet auf die Knie fallen und uns alle ans Messer liefern! :kommmalherfreundchen:



    Jetzt ist er ein Mörder und das nur um seinen Auftrag zu erfüllen. Wie mag er damit leben? Ist dieser Mord nun besser, wel er einem guten Ziel dient?
    Bernd, das war gemein, Deinem Held eine solche Falle zu stellen.


    Ja, diese Gemeinheit ist auch heute noch Thema in den Sitzungen mit meinem Therapeuten ... ;)
    Hätter Helion aus Eurer Sicht besser/ heldenhafter gehandelt, wenn er Pepp nicht getötet hätte?

  • Das geht gar nicht. Er kann ihn doch nicht einfach abschlachten. Er dient als Paladin einer gütigen Göttin, die Liebe und Vergebung predigt. Und er tötet einfach diesen Jungen, nur auf den Verdacht hin, das er Verrat begehen könnte. Helion gibt sich gar nicht die Mühe wirklich nach einer anderen Lösung zu suchen. Das ist einfach unglaublich. Das wars jetzt erst einmal für mich. Ich mache Pause.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Das geht gar nicht. Er kann ihn doch nicht einfach abschlachten. Er dient als Paladin einer gütigen Göttin, die Liebe und Vergebung predigt. Und er tötet einfach diesen Jungen, nur auf den Verdacht hin, das er Verrat begehen könnte.


    das war kein Verdacht. Der Junge wollte die Belohnung und er wollte nicht zuhören. Es ist eine bescheidene Situation.
    Im Krieg kann es kein absolut unschuldiges Heldentum geben. Wie ist das, einem Freund den Gnadenschuss zu geben, der hofft, dass Du ihn vom Schlachtfeld trägst, aber du kannst das nicht? Immer sterben in Kämpfen völlig unbeteiligte, auch vile Kinder. Hier geht es um die einzige Chance, die Schattenherren eventuell zu besiegen und Pepp wäre nicht in der Lage gewesen, den Mund zu halten. Er hatte nicht genug Respekt vor seinem Lehrer um einfach mal ne Weile still zu sein. Da gerade Freunde von Pepp kommen hat er keine Zeit, zu überlegen.
    Aber ich finde es gut, dass man auch dem Helden böse ist. Es ist immer wieder die gleiche Frage, was wiegt mehr, das Schicksal des Einzelnen oder das Schicksal vieler....
    Ich glaube er hatte keine Beziehung zu MIB, dann könnte er sie blitzen ;D
    Ich hatte erst die Befürchtung, dass Modranel ihm sagt, er hätte ihn mit Magie zum Vergessen bringen können. Aber das hat er nicht. Also, welche Möglichkeit hätte er gehabt?




    Ich bleibe skeptisch. Wenn Du Lisanne persönlich begegnen würdest, würdest Du wahrscheinlich auch von ihrem Charisma geblendet auf die Knie fallen und uns alle ans Messer liefern! :kommmalherfreundchen:



    nein, ich bin nicht dort aufgewachsen und alles wäre vorbei, wenn sie dem Kätzchen den Kopf abreißt - anderes Wertesystem :unschuldig:


    Zitat

    Ja, diese Gemeinheit ist auch heute noch Thema in den Sitzungen mit meinem Therapeuten ... ;)


    na das ist ja das Mindeste!!! ;D]

  • Zitat

    Also, welche Möglichkeit hätte er gehabt?


    Die einfachste und schnellste in der Situation: bewußtlos schlagen, fesseln und knebeln und in einem Kellerloch einkerkern, bis der Plan umgesetzt ist.
    Es zeugt in meinen Augen von wenig Weitsicht und Menschenkenntnis, wenn Helion schon bei einer solchen Kleinigkeit glaubt keine andere Wahl zu haben, als zu töten.
    Wo ein Wille ist, findet sich auch ein anderer Weg.
    Ich hatte schon nicht verstanden, warum er einfach hundert Kinder über die Klinge springen läßt bzw. nichts tut um ihren Tod zu verhindern. Aber dieses bedenkenlose Töten des Knaben, wie er ihn selbst nannte, ist unnötig und in meinen Augen, seiner Göttin nicht würdig. Ein Zeichen, meiner Meinung nach, für einen schwachen Mann.


    Und wenn wir in der Szene noch ein bißchen weiter schauen, zu dem Augenblick des Geständnisses vor den Führern, bedauert er diesen Mord nicht einmal wirklich (wird in einem Nebensatz abgehandelt). Und noch ein Stückchen weiter, sehen wir, wie die Kraft der hundert Kinder für den ersten Angriff auf die Silbermine genutzt wird zur Stärkung der Osadroi.


    Meiner Meinung nach hat er nun zweimal verwerflich gehandelt, und wenigstens für das erste Mal bekommt er jetzt die Quittung und die Kinder zahlen den Preis. Man kann nicht die Zukunft opfern um Zukunft zu schaffen.


    Es wäre schön und konsequent, wenn er für seine Taten bezahlt, anständigerweise mit seinem Leben.

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  • Ich zitiere aus dem dritten Leseabschnitt:


    Ich bin wirklich gespannt, wann [Helion] seine ersten Makel bekommt, wie sie ja alle anderen Figuren auch haben.


    ... und hier ist er nun, der Makel. Helion geht über Leichen, ohne allzuviele Bedenken oder Reue, wie es scheint.
    Was wirft eine philosophische Frage auf: Was ist man bereit, für den Sieg zu opfern?
    Seine Bequemlichkeit?
    Seine Sicherheit?
    Seine Gesundheit?
    Sein Leben?
    Das sind alles Opfer, die im Archetyp des Helden sozusagen "mitgeliefert" werden.
    Aber was ist mit ...
    Das Leben eines geliebten Menschen?
    Das Leben eines Unschuldigen?
    Die eigene Unschuld?
    Die eigenen Ideale?


    Helion trifft hier eine sehr harte Entscheidung. Das muss man nicht mögen. Vielleicht hätte es andere, bessere Lösungen gegeben, bei denen er sauberer geblieben wäre. Aber er hat nicht viel Zeit, er muss schnell entscheiden. Er ist kein Priester, er ist ein Krieger, und er lebt für den Kampf gegen die Schattenherren, in dem Pepp den Sieg gefährdet. Helion hat keine Befehlsgewalt, er operiert "under cover". Er hätte vorschlagen können, Pepp einzusperren - aber wäre man ihm gefolgt? Hätten die Kameraden, die gerade mit Pepp auf Spähtrupp gewesen sind, tatsächlich Pepp geknebelt und eingesperrt - oder nicht doch eher Helion, der offenbar grundlos Amok läuft und Kameraden angreift? Hätten sie Pepp nicht zumindest angehört - und ihm damit Gelegenheit gegeben, sein Wissen hinauszuposaunen? Der Offizier, dem in Guardaja der Kerker untersteht, hätte sicher Fragen gestellt - vielleicht auch an den neuen Gefangenen ...


    Vielleicht gab es früher schon Mondschwerter, die in ähnlichen Situationen mehr Skrupel hatten als Helion. Vielleicht sind die vergleichsweise unschuldig durchs Leben gekommen. Und vielleicht sind deswegen alle Silberminen bis auf diese eine letzte verloren gegangen und die Schattenherren sind so mächtig geworden, dass sie heute erfolgreich 100 Kinder von Baron Truber fordern können ...


    Bitte diese Ausführungen nur als ein paar Überlegungen in der Logik der fiktiven Fantasywelt verstehen. Wem der Leser seine Sympathien schenkt und warum, ist natürlich allein seine Sache. Für mich als Schriftsteller ist es ein Erfolg, wenn eine Situation so vielgestaltig inszeniert ist, dass manche Leser sagen: "Genau richtig!", andere: "Zweifelhaft, aber mildernde Umstände" und wieder andere: "Das ist genauso übel, als wenn die Schattenherren siegen würden!"


    Wenn wir bedenken, dass wir erst im vierten Leseabschnitt sind, darf man ahnen, dass Helions Reise noch nicht zuende ist ...

  • Selbst wenn ich in der Logik der fiktiven Fantasywelt bleibe, bin ich sicher, es hätte eine andere Lösung gegeben. Immerhin ist Helion einflussreich genug, um nach diesem Mord ohne weitere Erklärungen vor die Führungsspitze dieses Heerzuges und der befestigungsanlage gebracht zu werden.
    Dort spricht er dann offen von seinem Geheimauftrag, erhöht also bewußt die Zahl der Mitwisser, ohne sich ihrer Loyalität sicher sein zu können. Wir haben ja schon erlebt, wie in der Welt der Schattenherren die politische und militärische Elite handelt. Helion hätte sicher auch mit einem bewußtlosgeschlagenen Pepp unter den selben Bedingungen dort auftauchen können.
    Mit dem Barbarenkönig verbindet ihn auch eine ganz solide Freundschaft, die er in diesem Falle ruhig etwas hätte strapazieren können. Er hätte es wenigstens versuchen können.
    In meinen Augen fehlt es Helion an Weitblick. In dieser Szene ist mir zum ersten Mal deutlich geworden wie beschränkt eigentlich auch seine Weltsicht ist. Er hat seine Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft. Und es macht den Anschein, als ob er es auch gar nicht gewollt hätte.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • Bis dahin vielleicht zu einer anderen Figur: Wie gefällt Euch Lióla bei dem Ritual, in dem die Ghoule erschaffen werden, also gleich der ersten Szene dieses Leseabschnitts?


    Das Ritual hast Du gut und spannend geschildert. Die kalte Zweckmäßigkeit mit der hier Menschen zerstört und zu Ghoulen gemacht werden, war beängstigend.


    Was Liola angeht. Sie ist eine der wenigen Figuren, die mich komplett kalt läßt. Ich empfinde sie als uninteressant, vielleicht weil sie bisher so gar keinerlei Entwicklung durchmacht. Sie ist böse und arbeitet unaufhörlich an ihrem weiteren Aufstieg. Da ist kein Bruch in ihrer Persönlichkeit; sie ist zu eindeutig; mir fehlt da etwas bei ihr. Besser kann ich es im Augenblick nicht ausdrücken.

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  • Nach einem Tag "Hero Quest" mit der neuen Generation bin ich wieder da.



    Was Liola angeht. Sie ist eine der wenigen Figuren, die mich komplett kalt läßt. Ich empfinde sie als uninteressant, vielleicht weil sie bisher so gar keinerlei Entwicklung durchmacht. Sie ist böse und arbeitet unaufhörlich an ihrem weiteren Aufstieg. Da ist kein Bruch in ihrer Persönlichkeit; sie ist zu eindeutig; mir fehlt da etwas bei ihr. Besser kann ich es im Augenblick nicht ausdrücken.


    So unterschiedlich sind die Lesarten. Lióla lebt in einer Welt in der sie völlig korrekt handelt. Woher soll sie ein anders moralisches Wertesystem kennen. Gerade in ihrer Anbetungsszene ist doch eigentlich etwas, was sonst kaum jemand hinbekommt. Sie ist zu Tränen gerührt von Schönheit. Hier zeigt Bernd, warum es do viele Anbeter gibt. Hier ist nicht nur gefühlloses Machtstreben. Es ist eine andere Welt, mit unseren Maßstäben nicht zu messen, aber doch keinesfalls uninteressant!!!! Diese Figur hat ein riesiges Potential!


    Ist dann Helion für Dich jetzt erst interessant, nach dem er einen "Bruch der Persönlichkeit" hatte? Wobei, was heißt Bruch der Persönlichkeit, eigentlich müßte dazu ein psychischer Schock Auslöser werden. Alles andere sind nur Offenbarungen von Seiten einer Persönlichkeit.


    Warst Du es nicht auch, der Lumino von Anfang an nur schwarz sah? Ich hoffe, diesmal hast du nicht recht. ;)


    aus meinem "Zweitbuch": "..(ich) weiß wieder wie einfach und einlullend das Leben sein kann, wenn man nicht fragt, nicht nachfragt, wenn der Geist und sein Hunger nach Erkenntnis und Wissen nicht auftauchen und keinen Augenblick lang den Seelenfrieden stören."




    Selbst wenn ich in der Logik der fiktiven Fantasywelt bleibe, bin ich sicher, es hätte eine andere Lösung gegeben.


    Deine Lösungsvorschläge haben m.E. nach kleine Haken. Er steht da und hat nur den Schwertarm frei. Mit der anderen Hand drückt er Pepp an die Mauer. Da kommen betrunkene Barbaren, die den Ernst der Lage nicht erfassen können und dürfen. Nehmen wir an, der läßt das Schwert fallen um Pepp bewußtlos zu schlagen. Dann würden sich die betrunkenen Barbaren auf ihn stürzen, der nun unbewaffnet ist. Alles würde vielleicht nur in einer Rauferei enden, die aber die Gefahr birgt, dass einer Pepp in Sicherheit bringt und damit hätte der junge Paladin seinen ersten und vielleicht einzigen Auftrag gleich zum Scheitern gebracht und versagt. So versucht er Schadensbegrenzung und wenigstens nur die nicht betrunkenen Heerführer und seinen nun auch nüchternen Freund zu informieren und dies mit der Erlaubnis des Magiers selbst. Ich könnte mir vorstellen, ohne dessen Einverständnis hätte er vielleicht lieber geschwiegen. Ja, sicher fehlt ihm auch Erfahrung, aber das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Er stellt seinen Auftrag über das Menschenleben. Ein im Militär soweit ich weiß oft diskutiertes Problem. Schicke ich (vielleicht eine ganze Truppe) aufgrund eines mir unverständlichen Befehls in den Tod oder mache ich das nicht und die Schlacht geht verloren, weil gerade diese "Ablenkung" notwendig war.

  • Ich will erst mal meine Gedanken aufschreiben, danach lese ich was ihr schon geschrieben habt:


    Zwischen Helion und Ajina läuft es ja nun anscheinend. Und zurückhalten sollten die zwei sich meiner Meinung nach eh nicht, weil wer weiß wie lange sie einander noch haben.


    Zu Ajina ist mir nun ein böser Gedanke gekommen. Wir wissen ja bereits, dass Magie immer Lebensenergie benötigt, die eigene (wie bei Modranel der dadurch so viel gealtert ist) oder die anderer (die Essenz welche von den Schattenherren verwendet wird). Nun plant Modranel einen Unglaublichen Zauber (?) und Ajina bestätigt stumm, dass er dabei ums Leben kommen wird, sie ihn aber begleiten will. Was wenn nun Ajinas Kampf darin besteht mit Lebenskraft diesen Angriff auf Lisanne zu unterstützen. Also sie auch dabei umkommen wird?


    Bezüglich Ajina freu ich mich dass meine Vermutung mit dem vergeben ein wenig zutrifft: Sie hatte die Wahl zu vergeben oder ewig den Schmerz in sich zu tragen und hat sich für den Weg entschieden zu vergeben, das ihr einen gewissen Abschluss bringt.


    Helions Handeln gegenüber Pepp fand ich auf er einen Seite nachvollziehbar, aber ich glaube mit etwas mehr Erfahrung hätte er die Situation auch anders lösen können. Nur musste unser Held hier leider durch und ein paar Pluspunkte verlieren. Ihm fehlt es halt an Erfahrung, vielleicht hätte Keratron diese Situation besser gemeistert oder im Vorfeld vermeiden können. Aber nur durch solche Situationen kann Helion Erfahrung sammeln. Ich bin ihm in der Hinsicht auf jeden Fall nicht böse. Auf die schnelle war es eine effektive Lösung. Dann versteh ich allerdings nicht, warum er das Geheimnis anschließend so viele verrät. Nur weil es ranghohe Anführer sind heißt das für mich noch lange nicht, dass es darunter nicht auch einen Verräter gibt.


    Lióla begeistert mich immer mehr. Ich finde ihre Gefühle, so sehr sie diese auch unterdrückt (S.196 will sie sich für "Bedauern" selbst geißeln), äußerst spannend. Mit welcher Hingabe dieser Charakter die Verwandlung ihrer Opfer zu Ghoulen beobachtet und wie schön sie das empfindet fasziniert mich. Bisher finde ich sie durch und durch gelungen, wirklich gut beschrieben!
    Auch wie sie schließlich "die Waffen einer Frau" einsetzt um sich eiskalt in eine besser Position zu bringen ist sehr nett beschrieben. Insbesondere gefällt mir der Charakterzug, dass sie anscheinend gerne erst noch mit ihrem Opfer "gespielt" hätte um sich zu Vergnügen.
    Solch Verhalten scheint ja von den Schattenherren auch gefördert zu werden oder zumindest haben sie damit kein Problem (S.218). In diesem Kult finde ich ihr Handeln durchaus nachvollziehbar und kann mir gut vorstellen, dass sie tatsächlich von Lisanne dafür irgendwie belohnt wird.


    Lisanne selbst finde ich auch faszinieren. Auf mich wirkt sie tatsächlich so unnahbar. Dadurch dass man sie durch Liólas Augen sieht erkennt man gleich ihren Stand. Ich fürchte nur, dass sie zu mächtig für Modranel ist.
    Mit ihrem Verhalten manipuliert sie auf herrliche Weise die beiden Dunkelrufer als wollte sie fast dafür sorgen, dass einer den anderen tötet (Lióla vermutet ja dass ihr Opfer ansonsten selbst Täter geworden wäre, wenn sie ihm nicht zuvor gekommen wäre).


    Aus Modranel werde ich noch nicht schlüssig. Anscheinend gefällt ihm die Aufmerksamkeit die er nun bekommt recht gut. Aber wird er wirklich hilfreich sein oder hat er vielleicht doch eher einen Handeln geschlossen und bringt die Menschen dazu sich in einer ungünstige Lage zu bringen. Vielleicht ist sein Lohn die Unsterblichkeit? Wobei ich glaube, dass man dafür im Kult dienen muss und nicht nur ein Menschenmagier sein kann. Ich denke in den Augen der Schattenherren ist er zu gering. Vielleicht hat er tatsächlich alles verloren und will nun einen Ausgleich schaffen wie Ajina hofft (S.220).


    Und nun lese ich mal Eure Gedanken und schreib dann auch etwas dazu ;)

  • Torshavn:
    Interessant wie hart du mit Helion umgehst. Aber auch nachvollziehbar. Ich glaube halt ihm fehlte die Erfahrung um die Situation richtig zu lösen. Und hat so zumindest effektiv verhindert dass Modranels Anwesenheit bekannt wird.
    Auch finde ich toll, dass du (mir zumindest) zeigst wie unterschiedlich man Charaktere wahrnimmt. Ich habe mich bei den Teilen mit Helion und Ajinas Liebschaft eher gelangweilt, während ich Liólas Handeln mit Gier nach mehr verschlungen habe. Und Du wiederum findest sie uninteressant. Stark dass die Charakter so unterschiedlich wirken :)



    Was mir nun auch noch in den Sinn gekommen ist:
    Wenn Lisanne nun zum Angriff übergeht, bleibt doch gar keine Chance mehr für das Vorhaben mit Modranel. Vielleicht wird er so vollkommen nutzlos? Und wie wird Ajina damit umgehen wenn er keinen Ausgleich schafft? Ich könnte mir vorstellen, dass sie viel ihrer Vergebung auch auf diesem Ausgleich aufbaut und wenn dieses Vorhaben nun scheitert, was macht das mit Ajina. Vielleicht schlagen ihre Gefühle dann doch in Hass und Zorn um.


  • Was mir nun auch noch in den Sinn gekommen ist:
    Wenn Lisanne nun zum Angriff übergeht, bleibt doch gar keine Chance mehr für das Vorhaben mit Modranel. Vielleicht wird er so vollkommen nutzlos? Und wie wird Ajina damit umgehen wenn er keinen Ausgleich schafft? Ich könnte mir vorstellen, dass sie viel ihrer Vergebung auch auf diesem Ausgleich aufbaut und wenn dieses Vorhaben nun scheitert, was macht das mit Ajina. Vielleicht schlagen ihre Gefühle dann doch in Hass und Zorn um.


    Das ist ein sehr interessanter Gedanke, Phy. Denke ich ihn ein Stückchen weiter, könnte man dahinter natürlich auch einen Plan Modranels entdecken. Vielleicht versucht er so auch seine zweite Tochter auf die 'dunkle' Seite, die Seite der Schattenherren zu holen. Vielleicht arbeitet der Magier ja an einer Familiendynastie von Schattenherren und -herrinnen. Ein perfider Plan. Würde aber zu einem finsteren Magier, den ich in Modranel immer noch sehe, gut passen.


    Zitat

    Interessant wie hart du mit Helion umgehst. Aber auch nachvollziehbar. Ich glaube halt ihm fehlte die Erfahrung um die Situation richtig zu lösen. Und hat so zumindest effektiv verhindert dass Modranels Anwesenheit bekannt wird.


    Was mich an seinem Handeln auch sehr irritiert hat: er hat vorher schon oft sein Geschick in diplomatischen Dingen und auch im Schlichten von Streitigkeiten bewiesen. Und ausgerechnet dann, wenn es um jemanden geht, den er kennt und schätzt, schaltet er den Kopf aus und tut das naheliegenste aus seiner Sicht: er ermordet Pepp.
    Warum hat er selbiges nicht mit Deria gemacht, als er sie im Wagen bei Modranel erwischt hat? Da handelt er überlegt und hier nicht. Das passt so gar nicht zu seinem bisherigen Verhalten und deshalb bin ich so hart mit der Figur.


    Zitat

    Ich habe mich bei den Teilen mit Helion und Ajinas Liebschaft eher gelangweilt


    Mich hatte bisher immer der Gedanke fasziniert hier könnte ein großes edles Liebespaar vor meinen Augen entstehen: der tapfere edle Paladin und die liebevolle heilende Priesterin, vereint im selben Glauben und der Liebe.
    Das gibt es in der heutigen Fantasyliteratur viel zu selten. Und wenn es gut gemacht ist (Bernd hat die Sache sehr gut angelegt) ist so ein Paar auch kein bißchen kitschig.
    Aber von dem Gedanken verabschiede ich mich mal.

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    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()

  • Ich bin auch da. Das war vielleicht ein fieser Abschnitt. :o


    Liola hat für mich wirklich alle Extreme vereint. Wie kann man nur so kalt sein? Nun gut, sie ist dort quasi aufgewachsen. Ich komme also nicht umhin auch Mitleid mit ihr zu haben. Und irgendwie wünsche ich mir, dass sie aus diesem Schattendiener-Dasein herausfindet. Aber Hoffnung habe ich fast keine... Gemein war die Szene mit den Kindern. "Es war wie mit Getreide, man musste immer etwas Saatgut übrig lassen." *schluck*


    Die Szene mit Lisanne und dem Kätzchen... schon als sie das Kind danach fragt, habe ich schlimmes geahnt. In dem Moment haben ich nur noch mit zugekniffenen Augen gelesen, als könnte mich das retten.
    Und dann noch der nächste Schocker: Helion bringt Pepp tatsächlich um!! Niemals hätte ich damit gerechnet. Und ich weiß auch noch nicht, wie ich das beurteilen soll. Er musste aber so schnell und unverhofft reagieren, damit Pepp keine Möglichkeit mehr hat, etwas auszuplaudern. Da alle bereits drumrum standen, fühlte er sich sicher. Jegliche andere Möglichkeit z.Bsp. ein Verschleppen in den Keller hätte nichts genutzt, da Pepp sicher Hilfe bekommen hätte. Aber es ist sooo traurig. :'(


    Die Verwandlung der Priester in Ghoule war faszinierend zu lesen. Und Aufgabe der Schnecken war die Verwandlung von innen heraus?
    Das Detail habe ich noch nicht ganz verstanden, aber die Idee sie einfach in die Körper kriechen zu lassen, war sehr gut. *harhar*

  • Das ist ein sehr interessanter Gedanke, Phy. Denke ich ihn ein Stückchen weiter, könnte man dahinter natürlich auch einen Plan Modranels entdecken. Vielleicht versucht er so auch seine zweite Tochter auf die 'dunkle' Seite, die Seite der Schattenherren zu holen. Vielleicht arbeitet der Magier ja an einer Familiendynastie von Schattenherren und -herrinnen. Ein perfider Plan. Würde aber zu einem finsteren Magier, den ich in Modranel immer noch sehe, gut passen.


    Oha! Das wäre natürlich wirklich extrem. Aber ich fürchte sowas wäre durchaus möglich. Für mich ist Modranel sowieso nocht nicht durchschaubar. Bei dem ist für mich noch beides möglich, aber ich tendiere eher dazu, dass er sich doch dem Bösen zuwendet. Bzw dass er versuchen wird sich selbst zu retten. Und das Beste für sich raus zu schlagen. Er ist mir bisher sehr Ich-bezogen rübergekommen und immer darauf bedacht für sich in der jeweiligen Situation das Beste zu bekommen.
    Da würde dieses Spielchen auch reinpassen: Er tut so als wolle er den Menschen helfen und bekommt dadurch wieder die Liebe seiner Tochter. Der Entzug davon hat ihm ja anscheinend etwas ausgemacht (so klang es in Ajinas Erzählung).


    Was mich an seinem Handeln auch sehr irritiert hat: er hat vorher schon oft sein Geschick in diplomatischen Dingen und auch im Schlichten von Streitigkeiten bewiesen. Und ausgerechnet dann, wenn es um jemanden geht, den er kennt und schätzt, schaltet er den Kopf aus und tut das naheliegenste aus seiner Sicht: er ermordet Pepp.
    Warum hat er selbiges nicht mit Deria gemacht, als er sie im Wagen bei Modranel erwischt hat? Da handelt er überlegt und hier nicht. Das passt so gar nicht zu seinem bisherigen Verhalten und deshalb bin ich so hart mit der Figur.


    Deria hat aber beispielsweise nicht gedroht die ganze Sache auffliegen zu lassen. Sie wollte sich damit zu Frieden geben mit zu reisen um ihre Tochter zu retten. SIe hatte kein Interesse daran Modranel zu verraten. Pepp hingegen schon. Er hat es ja auch offen gesagt. Wäre Pepp einfach nur verstört und erschrocken gewesen, hätte Helion sicher auch anders gehandelt. Aber Helion war mit der drohenden Gefahr, dass alles auffliegt, anscheinend überfordert.


    Mich hatte bisher immer der Gedanke fasziniert hier könnte ein großes edles Liebespaar vor meinen Augen entstehen: der tapfere edle Paladin und die liebevolle heilende Priesterin, vereint im selben Glauben und der Liebe.
    Das gibt es in der heutigen Fantasyliteratur viel zu selten. Und wenn es gut gemacht ist (Bernd hat die Sache sehr gut angelegt) ist so ein Paar auch kein bißchen kitschig.
    Aber von dem Gedanken verabschiede ich mich mal.


    Ein schöner Gedanke. Aber ich glaube dass bei beiden auch dunkle Seiten sind. Und vorallem macht dass die Personen in Büchern doch auch menschlich wenn sie Fehler machen. Ein perfektes Paar führt dem Leser doch nur vor Augen, was er in der Realität nicht erreich kann. Es ist schöner zu sehen, dass Menschen trotz ihrer Fehler glücklich zusammen finden und miteinander Leben.
    Wobei es auch schön sein kann sich in die Welt zu träumen und mit diesem perfekten Liebespaar zu fühlen und selbst dann danach zu streben.


    Der Gedanke schwindet bei dir nun wegen Helions Handeln gegenüber Pepp nehme ich an?



    Liola hat für mich wirklich alle Extreme vereint. Wie kann man nur so kalt sein? Nun gut, sie ist dort quasi aufgewachsen. Ich komme also nicht umhin auch Mitleid mit ihr zu haben. Und irgendwie wünsche ich mir, dass sie aus diesem Schattendiener-Dasein herausfindet. Aber Hoffnung habe ich fast keine... Gemein war die Szene mit den Kindern. "Es war wie mit Getreide, man musste immer etwas Saatgut übrig lassen." *schluck*


    :D Ja wie ich zwischendurch vermutet habe sind die Leute beim Schattenkult nicht dumm und finden einen Weg auch wenn sie alle Menschen unterworfen haben weiter ihre Essenz zu bekommen. Kurz vor dem Ritual mit den Ghoulen stellt Lióla ja auch fest, dass genug Menschen übrig gelassen wurden.


    Ich wünsche mir für Lióla was ganz anders. Ich fänd es interessant mit ihr tiefer in den Kult ein zu tauchen, sie aufsteigen zu sehen und mehr über die dunkle Magie zu erfahren.
    Sowieso fänd ich es schön ein paar Details über die unterschiedlichen Glaubensrichtungen und den Kult noch zu bekommen.




    Und Mist ich möchte gerne weiterleseen ::) aber ich glaube ich sollte mich zurückhalten.

  • Ahh,ich hänge gerade voll nach..hab aber fast den vierten Abschnitt durch und geb jetzt auch mal meinen Senf dazu... ;D


    Liola macht mir einwenig Angst,das Ritual ist wirklich beängstigend (vorallem weil ich auch eine persönliche Phobie gegen Nacktschneken habe.. :o ),da hat es mir beim lesen regelrecht die Nackenhaare aufgestellt.
    Kompliment,Bernd,mit was für einer gelungenen düsteren Atmosphäre du die Szene geschrieben hast.
    Und liola mag ich jetzt endgültig nicht,auch wenn sie 'nur' tut was sie für richtig empfindet mir gruselt es vor dieser jungen Frau,die von sich selbst behauptet ihr Gewissen überwunden zu haben.
    Außerdem frage ich mich,ob die Ghoule sofort nach der Verwandlung ihr 'bewusst sein' verlieren,oder ob der Mensch,der sie zuvor waren noch eine Zeitlang 'anwesend' ist. Also so als wäre der Geist in einen Kerker gesperrte oder ist mit Vollendung des rituals der Mensch völlig ausge. löscht?Zumal liola ja erwähnt,dass es wohl zwischen den Ghoulen unterschiede gibt zb hinsichtlich ihrer Intelligenz...?


    Oh,und Lisanne!-Ich dachte liola sei brutal und skrupellos,aber im vgl zu Lisanne ist sie handzahm!Was für eine widerwärtige Person!!-Die armen Kinder!-ich bin richtig aufgewühlt,wie kann man denn bewusst Kindern solches seelisches leid zufügen,ganz zu schweigen von dem armen Kätzchen..
    Ich bin richtig aufgebracht,ich hoffe Lisanne bekommt am Ende was sie verdient!!

  • Ich könnt mir schon vorstellen, dass der Geist irgendwie eingesperrt ist, aber: Die Menschen sterben doch vorher wenn ich es richtig verstanden habe. Und dann wird der Körper wieder erweckt als Ghoul. Das würde dann dagegen sprechen.


    Ich finde aber Liólas Umgang mit "Brünetta" interessant. Offensichtlich hat sie ja gefallen an ihr gefunden. Zieht sie hübsch an, trauert darum, dass die Haare ausfallen werden und nimmt sie überall mit hin.
    Wie ein Haustier, was praktische Aufgaben erfüllt.


    Die Vorstellung, dass der Mensch davon noch etwas mitkriegt ist furchtbar. Das Ganze ist ja Sklaverei. Nur dass diese Sklaven nicht mal einen Aufstand beginnen könnten. Also Ghoule sind in meinen Augen nur Sklaven ihres Erschaffers. Und ich empfand es auch so, dass sie eher eine Wegwerfware sind - im Prolog kam es mir so vor (hauen wir einfach ein paar Ghoule raus um die Gegner aufzuhalten, egal was damit passiert).
    Ich hoffe also teilweise auch (und ich denke auch, dass es so ist :) ), dass es tatsächlich etwas neues ist was den Körper dann belebt und der Mensch wirklich restlos gestorben ist bei dem Ritual.


  • Immerhin ist Helion einflussreich genug, um nach diesem Mord ohne weitere Erklärungen vor die Führungsspitze dieses Heerzuges und der befestigungsanlage gebracht zu werden.


    ... wo er wegen Mordes angeklagt wird ...



    Dort spricht er dann offen von seinem Geheimauftrag, erhöht also bewußt die Zahl der Mitwisser, ohne sich ihrer Loyalität sicher sein zu können. Wir haben ja schon erlebt, wie in der Welt der Schattenherren die politische und militärische Elite handelt.


    Das ist zwar richtig, aber andererseits beschränkt er sich hier auf den Führungskreis derjenigen, die schon seit Jahren aktiv gegen die Schatten kämpfen. Das scheint mir ein qualitativer Unterschied zu Leuten wie Truber oder auch den Mondschwerter im fernen Ilyjia zu sein.



    Er hätte es wenigstens versuchen können.


    Genau da scheint Helion anderer Meinung zu sein. In seinen Augen kann man in einer solchen Situation wohl nichts versuchen. Man muss ganz sicher gehen.


    Da diese Situation viele in der Leserunde beschäftigt, lohnt es vielleicht, sich noch aus einem anderen Blickwinkel zu nähern.
    Nehmen wir einmal an, Helion hätte Pepp gefangennehmen können und es wäre zu einer Gerichtsverhandlung gekommen, in der alle Fakten so nachgewiesen würden, wie Helion sie kennt: Pepp ist ein Krieger in einer Frontfestung, er erhält Kenntnis von einer Information, die über Sieg und Niederlage entscheiden kann, und beabsichtigt, diese Information an den Feind zu verkaufen. Als er geschnappt wird, erpresst er ein Mondschwert, um Gewinn aus der Situation zu schlagen. Pepp ist ein junger Mann ohne jeden Status in der Feudalgesellschaft - kein Adliger, kein Ritter, kein Wohlhabender oder Kleriker.
    Glaubt jemand, dass Pepp in einer Fantasywelt wie der von Feind, mit Richtern wie den Feldherren, denen Helion später gegenübersteht, ein milderes Urteil als die Todesstrafe erwartet hätte?


  • Da diese Situation viele in der Leserunde beschäftigt, lohnt es vielleicht, sich noch aus einem anderen Blickwinkel zu nähern.
    Nehmen wir einmal an, Helion hätte Pepp gefangennehmen können und es wäre zu einer Gerichtsverhandlung gekommen, in der alle Fakten so nachgewiesen würden, wie Helion sie kennt: Pepp ist ein Krieger in einer Frontfestung, er erhält Kenntnis von einer Information, die über Sieg und Niederlage entscheiden kann, und beabsichtigt, diese Information an den Feind zu verkaufen. Als er geschnappt wird, erpresst er ein Mondschwert, um Gewinn aus der Situation zu schlagen. Pepp ist ein junger Mann ohne jeden Status in der Feudalgesellschaft - kein Adliger, kein Ritter, kein Wohlhabender oder Kleriker.
    Glaubt jemand, dass Pepp in einer Fantasywelt wie der von Feind, mit Richtern wie den Feldherren, denen Helion später gegenübersteht, ein milderes Urteil als die Todesstrafe erwartet hätte?


    Ich fürchte nicht.
    Aber man muss auch betrachten welche Not den jungen Mann gedrängt hat. Ich weiß nicht ob es in Helions Macht gestanden hätte, aber wäre es nicht auch möglich gewesen Pepp mit ein zu beziehen. Ihm zum Beispiel aufzutragen darauf zu achten dass nicht noch jemand ungefragt in das Zimmer kommt? Und darauf zu achten, dass dieses immer verschlossen ist? Für seine Mithilfe hätte er Pepp dann entsprechend entlohnen können. Wenn alles gut geht werden die, die dazu beigetragen haben sicherlich gefeiert werden und auch ein wenig Geld erhalten. Und wenn es schief geht ist eh alles verloren (vorraussichtlich).


    Wie gesagt: Ich denke Helion hat eine schnelle Lösung gebraucht. Dabei vielleicht nicht alle Möglichkeiten betrachtet und effektiv gehandelt. Nicht unbedingt ehrenhaft.


    Und so schlecht es Pepp auch ging, hast du damit recht, dass er die Menschheit verraten wollte, indem er die Geheimwaffe dem Feind offenbart.


    Mögliche Lösung: Dem Jungen Geld anbieten (für sein Schweigen, er hat ja angedeutet dass er damit zufrieden zu stellen wäre) und ihn damit in das eigene Zimmer locken und ihn dort gefangenhalten und von Deria (die eh Bescheid weiß) versorgen lassen oder ihn sogar (wie oben beschrieben) mit einbeziehen.