01 - Anfang bis Seite 61

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hallo liebe Leserunde,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Feind: Die Schattenherren" und ich begrüße alle Teilnehmer und ganz besonders Robert Corvus (alias Bernard Craw), der uns hier wieder begleiten wird. Schön, dass Du wieder mit dabei bist! :-*


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können.


    BITTE BEACHTEN: Bei den Seitenangaben, die nicht mit einem Kapitel enden oder beginnen, ist der Trennstrich im Text auch der jeweilige Anfangs- oder Endpunkt für den jeweiligen Leseabschnitt.


    Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 61 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Ich wünsche uns nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!!! :winken:


    Liebe Grüße
    Heimfinderin

  • So, ich muss jetzt schon zum Prolog bisschen was los werden..


    Man weiß eigentlich noch gar nicht so richtig wo man ist, ist aber schon mitten im Geschehen.Der Autor versteht es einen auf den ersten Seiten des Buches in diese Welt einzuführen. Die Szenen sind sehr atmosphärisch geschildert und man bekommt sehr schnell ein Gefühl für die düstere Stimmung. lernt man die verschiedenen Parteien dieser Welt kurz kennen, Paladine, Schattenherren und ein gewisser Mondkult/Schattenkult,der einen besonderen Stellenwert einnimmt.


    Die Szene in der klar wird, dass Mordranel seine Tochter Lióla bereit ist zu opfern/einzutauschen ist für mich erschütternd. Er scheint zwar (ganz) leise Gewissensbisse zu haben,aber sein Durst nach Macht/Wissen scheint doch so unermesslich groß zu sein,dass er sich nicht lange damit Aufhält. Und dann auch noch der Mord an seiner Ehefrau, vor den Augen seiner anderen Tochter,es geht schon turbulent los und ich bin sehr gespannt wie es auf den nächsten Seiten weitergehen wird.


  • Man ... ist aber schon mitten im Geschehen.
    ... es geht schon turbulent los und ich bin sehr gespannt wie es auf den nächsten Seiten weitergehen wird.


    Liebes Tagebuch,
    wieder hat ein Plan funktioniert. Leserin 1 ist in der Geschichte angekommen ... ;D


    Es freut mich sehr, Saphira alShabra, dass es in Deinem Fall so gut geklappt hat. Danke für Deinen Beitrag! :-*

  • Also im Prolog fängt es ja schon gleich tragisch an.
    Das Modranel für sein Streben nach "Höherem" bereit ist seine eigene Tochter zu opfern ist schon erschütternd.
    Aber das würde ja schon mal erklären, warum die eine der Schwestern als Dunkelruferin der Macht der Schatten verfallen ist, wie es in der kurzen Inhaltsangabe ganz vorne im Buch steht.
    Ich bin gespannt, wie es Liola im Reich der Schatten ergeht und ob sie Rachegefühle gegen ihren Vater hegt.
    Das Ajina den Mord an ihrer Mutter mit ansehen mußte fand ich ganz furchtbar und auch hier bin ich gespannt, ob
    sie sich später daran erinnert und Rachegedanken gegen Modranel bekommt.
    Das Ganze ist auf jeden Fall ein tragisches Ereignis im Leben beider Mädchen und ich bin gespannt, ob und wenn ja unter welchen Umständen sich die beiden wiedersehen...


    Und Bernd....
    Von Friedrich Schiller gibt es ein Zitat aus "Die Braut von Messina", das perfekt zu Modranel passt wie ich finde...:
    "Uns aber treibt das verworrene Streben blind und sinnlos durch's wüste Leben."

  • Dein Beitrag freut mich doppelt, Arwen.
    Einmal, weil auch bei Dir der Prolog so wirkt, wie ich es mir gewünscht habe.
    Und dann, weil Deine Spekulationen zeigen, dass ich mit der Welt der Schattenherren etwas anbieten kann, das anders funktioniert, als die erfahrene Fantasyleserin es erwartet. Vorerst nur dies: Modranel, Lióla, Ajina - ich bin mir sicher, dass Dich alle drei überraschen werden.


    "In den Schatten ist alles logisch, aber anders logisch ..."
    - unbekannter Autor -
    ;)

  • Ich bin auch schon völlig eingetaucht in die Geschichte, habe mir die Karte genau angesehen und den Prolog gelesen. Guardaja mit seinen sternförmig angeordneten Türmen macht mich sofort neugierig. Und auch Begriffe wie Meer der Erinnerung und Seelennebel gefallen mir gut. :)


    Modranel hat ja wirklich keinen Funken Anstand. Wie kann ein Familienvater nur so verdorben sein. Aber er verdient den Begriff gar nicht. Alles was zählt ist dieses Schattenbuch... >:(
    Ich habe schon ganz viele Gedanken zu dieser grausamen Szenerie dort in der Ruine. Normal würde ich erwarten, dass der Schattenherr am längeren Hebel sitzt und sich bei so einem Treffen nimmt, was ihm gefällt. Schließlich zeigt sein Umgang mit Liola schon seine ganze Bosheit. Aber er muss sich an den Handel halten und das Buch aushändigen. Was ist das für ein Regel, dass sie niemals einen Handel brechen? Gibt es eine Geschichte dazu? Oder ist am Ende das Buch nicht so wichtig, weil die Schattenherren eine noch viel größere Macht besitzen? Dann kann man solch einen Folianten natürlich auch aus den Händen geben.


    Für Modranel jedenfalls scheint es ein Heiligtum zu sein. Er hat wohl ziemlich gelitten unter seinen mittelmäßigen Kräften. Ob Quinda ihn damit auch aufgezogen und seinen Stolz gekränkt hat?


    Der Schattenherr will Modranel ja wieder besuchen, wenn er größere Magie beherrschen kann. Spätestens dann wird wohl auch Liola Vater und Schwester wiedersehen. Was wohl bis dahin aus ihr wird? Das muss so schrecklich sein.... *schnief*


    Diese Ordensritter sind zwar die Guten, erscheinen mir aber etwas schwächlich bisher. Sie erkannten doch das Buch und müssten doch alles daran setzen, es zu zerstören. Es sollte nicht in der Welt bleiben dürfen... für den Fortgang der Geschichte war es aber notwendig, ich weiß. ;D
    Aber das sie sich von ein paar Ghoulen aufhalten lassen und Modranel "einfach" morden und fliehen kann, kam mir etwas leicht vor. Aber mal schauen wie sich das entwickelt. Und ich habe ja noch nie vor einem Ghoul gestanden, sonst würde ich vielleicht anders denken. :D


    LG Kati :winken:


  • Ich bin auch schon völlig eingetaucht in die Geschichte, ...


    :jakka:



    Normal würde ich erwarten, dass der Schattenherr am längeren Hebel sitzt und sich bei so einem Treffen nimmt, was ihm gefällt. Schließlich zeigt sein Umgang mit Liola schon seine ganze Bosheit. Aber er muss sich an den Handel halten und das Buch aushändigen. Was ist das für ein Regel, dass sie niemals einen Handel brechen? Gibt es eine Geschichte dazu? Oder ist am Ende das Buch nicht so wichtig, weil die Schattenherren eine noch viel größere Macht besitzen? Dann kann man solch einen Folianten natürlich auch aus den Händen geben.


    Kluge Gedanken.
    Eränzend noch eine Überlegung.
    Die Schattenherren sind unsterblich. Das erlaubt eine ganz andere Perspektive auf vieles. Pläne kann man sehr, sehr langfristig fassen. Wenn man in sehr langfristigen Horizonten denkt, können andere Dinge wichtig werden als bei einer kurzfristigen Betrachtung. Im konkreten Beispiel: Was bewirkt es, wenn in der ganzen Welt bekannt ist, dass die Schattenherren immer zu ihren Versprechen stehen?
    Dass Modranel überhaupt zu Gadior kommt, liegt ja daran, dass er auf diesen Ruf der Schattenherren vertraut - so total, dass er sein Leben darauf "verwettet". Nun könnte Gadior vermutlich Modranel töten und sowohl Lióla als auch das Buch behalten. Aber wenn dieser Ruf, den er (und die Seinen) derzeit haben, erhalten bleibt ... dann kommt vielleicht in hundert Jahren ein weiterer Modranel mit einem interessanten Handel ... und noch einmal fünfhundert Jahre später ein weiterer ... und dann noch einer ... Das könnte sich schon lohnen und mehr wert sein als das Buch. Man holt also aus dem aktuellen Handel (eventuell?) nicht das Maximum heraus, aber die Summe dessen, was man in allen künftigen Abkommen erreichen kann, gleicht das mehr als aus.
    Zusätzlich zieht natürlich Deine Überlegung, Kati. Für Modranel ist das Buch ein unschätzbarer Schatz. Aber Gadior hat schon sehr lange gelebt und hatte sehr lange Zeit, es zu studieren. Ob der Wert für ihn auch (noch) so hoch ist?
    Lióla dagegen ist ein Mensch, der offenbar einen ganz besonderen Wert für ihn hat. Menschen altern, verfallen ... Wenn man sie sich nicht schnell sichert, sind sie irgendwann verwelkt, verdorrt und ... weg ...



    Und ich habe ja noch nie vor einem Ghoul gestanden, sonst würde ich vielleicht anders denken.


    Keine Sorge, es werden nicht die letzten Ghoule in dieser Geschichte gewesen sein, und wir werden noch deutlich näher an sie herankommen ...


    Noch ein "handwerklicher" Gedanke aus Schriftstellersicht.
    Ein Prolog kann so eingesetzt werden, dass man in einem Roman etwas unterbringt, das nicht zur eigentlichen Geschichte, nicht zu ihrem Spannungsbogen gehört, sondern zu dem, was man im Film die "Backstory" nennt. Die Geschichte vor der Geschichte, die Vorgeschichte. Man kann in die Stimmung einführen, Gesetzmäßigkeiten erläutern, die in der Geschichte gelten werden (das ist besonders interessant, wenn sich diese Gesetzmäßigkeiten von der Lebenswirklichkeit der Leserschaft fundamental unterscheiden - wie in der Fantasy), den Figuren für die eigentliche Geschichte eine Historie mitgeben ...
    Welche dieser Funktionen der Prolog in Feind erfüllt? - Lasst Euch überraschen!
    ;)

  • Wow, was für ein Prolog! :o


    Ich war auch gleich voll drin in den Geschehnissen und gefangen von der düsteren und leicht gruseligen Stimmung. Ich musste sogar am Ende des Prologs erst wieder zu mir kommen und mich beim Beginn des ersten Kapitels wieder umgewöhnen, mich wieder an die "normale" Stimmung dort einfinden, was ich aber gar nicht konnte und deshalb pausiere jetzt erst mal. Das ist mir auch noch nicht passiert, dass ich gar nicht gleich weiterlesen kann, weil die nachfolgende Szene zu "leicht" für das vorher passierte ist und ich noch gar nicht wieder richtig da bin, um das aufzunehmen. Respekt Bernd! :anbet:


    Die dustere Stimmung im Prolog war wirklich gut spürbar und ich wurde immer angespannter, was mir immer gerne passiert, wenn beschrieben wird, wie jemand ein "Gruselhaus" betritt, bei dem man nicht weiß, was einen darin erwartet. Und wieder mal hat sich bestätigt, dass man gruselige Ruinen besser nicht betritt, es endet nie gut! :o ;D


    Die Figuren fand ich sehr interessant. Gerade Lióla macht mich sehr neugierig. Die Beschreibung ihrer bleichen Haut und der Hinweis auf ihre Geburtsstunde, die sie so wertvoll macht, ist sehr spannend! Hat sie besondere Fähigkeiten, die nur zu dieser besonderen Geburtszeit vergeben werden und von der sie noch nichts weiß? Oder besitzt ihr Lebensgeist, die dieser Schattenherr schon gekostet hat >:( , besondere Inhalte? Er hat sich ja fast daran berauscht, es wird doch wohl kein Drogenersatz sein? (wenn man unsterblich ist, braucht man vielleicht einen ganz besonderen Kick, um die Langeweile des ewigen Lebens auszuhalten ... ;) ). Puhhh, jedenfalls ist mir ganz gruselig geworden bei dem Gedanken, dass das Mädchen nun mit diesem Widerling verschwunden ist. Die Arme! :(


    Modranel hat mich richtig wütend gemacht! Wie kann er seine Tochter diesen Unmenschen übergeben! >:( Ein normaler Vater würde das doch nie tun! Wahrscheinlich ist er schon krankhaft besessen von dem Wunsch, ein Zauberer zu werden. Vielleicht haben ja die Schattenmenschen ihm diesen Wunsch irgendwie eingetrichtert, damit er gar nicht mehr anders kann, als ihnen die Tochter zu übergeben. Denn mich wunderte schon etwas, dass der Baron sich nicht einfach so das Kind nach Lust und Laune, wann immer er wollte, holen konnte. Sind sie an dieses Haus gebunden und/oder können sie nur nehmen, was ihnen freiwillig gegeben wird? Sie hätten sie ja sonst auch einfach so rauben können.


    Jedenfalls wurde mir fast schlecht, als der Baron zu Lióla sagte, sein Vater wolle sie nicht mehr haben und er kann nun mit ihr machen, was er will. Das muss doch ein Kind innerlich zerbrechen lassen, wenn es so etwas glaubhaft gesagt bekommt und dabei miterlebt, wie der Vater nicht widerspricht, sie einfach weggibt! :o


    Sehr gut hat mir während der ganzen spannenden Geschehnisse aber auch gefallen, wie so ganz nebenbei schon einiges für das Verständnis erklärt wird. Auch ohne das Glossar zu befragen, bekam ich doch schon einige Informationen geliefert, über die vorhanden Personen und ihre Hintergründe oder wurde schon neugierig darauf gemacht, mehr über die Welt zu erfahren, z. B. die Mondschwerter.


    So, und nun bin ich hoffentlich soweit wieder beruhigt, dass ich mich mit Helion und seiner Suppe beschäftigen kann. ;)


  • Wow, was für ein Prolog!
    ...
    Die dustere Stimmung im Prolog war wirklich gut spürbar
    ...
    Die Figuren fand ich sehr interessant.


    :jakka:



    Jedenfalls wurde mir fast schlecht, als der Baron zu Lióla sagte, sein Vater wolle sie nicht mehr haben und er kann nun mit ihr machen, was er will. Das muss doch ein Kind innerlich zerbrechen lassen, wenn es so etwas glaubhaft gesagt bekommt und dabei miterlebt, wie der Vater nicht widerspricht, sie einfach weggibt!


    Es gibt übrigens (in der echten Welt) Elite-Militäreinheiten, in denen die Rekruten bewusst psychisch gebrochen werden, damit man sie hinterher wieder so zusammensetzen kann, wie man sie braucht ...


  • Man holt also aus dem aktuellen Handel (eventuell?) nicht das Maximum heraus, aber die Summe dessen, was man in allen künftigen Abkommen erreichen kann, gleicht das mehr als aus.


    Oh, sehr gut. Darauf wär ich nie gekommen, aber es macht natürlich Sinn. Die Schattenherren lassen also nicht nur ihre Macht spielen, sondern setzen auch auf Taktik. Das macht sie gleich noch ein wenig gefährlicher.


    Zitat

    Zusätzlich zieht natürlich Deine Überlegung, Kati. Für Modranel ist das Buch ein unschätzbarer Schatz. Aber Gadior hat schon sehr lange gelebt und hatte sehr lange Zeit, es zu studieren. Ob der Wert für ihn auch (noch) so hoch ist?
    Lióla dagegen ist ein Mensch, der offenbar einen ganz besonderen Wert für ihn hat. Menschen altern, verfallen ... Wenn man sie sich nicht schnell sichert, sind sie irgendwann verwelkt, verdorrt und ... weg ...


    Ich glaube auch, dass das Buch für Gadior ziemlich nebensächlich ist. Er beherrscht diese Geheimnisse wahrscheinlich im Schlaf. Aber seine Begierde, als er die Essenz von Liola kostete, war dagegen etwas magisches. Das hat man direkt gespürt. Ich dachte ja erst, er raubt ihr die Seele, die Gefühle oder so etwas ähnliches... wie eine männliche Schneekönigin. :o


    Zitat

    Welche dieser Funktionen der Prolog in Feind erfüllt? - Lasst Euch überraschen!
    ;)


    8)


    Zitat von Heimfinderin

    Die dustere Stimmung im Prolog war wirklich gut spürbar und ich wurde immer angespannter, was mir immer gerne passiert, wenn beschrieben wird, wie jemand ein "Gruselhaus" betritt, bei dem man nicht weiß, was einen darin erwartet. Und wieder mal hat sich bestätigt, dass man gruselige Ruinen besser nicht betritt, es endet nie gut! :o ;D


    Fand ich auch. Dieser unversehrte Sessel inmitten der Brandruine hatte schon was gespenstisches, dabei war es doch nur ein Möbelstück. Die Stimmung tat da ihr übriges, mein Kopfkino war an.


    Zitat von Heimfinderin

    Jedenfalls wurde mir fast schlecht, als der Baron zu Lióla sagte, sein Vater wolle sie nicht mehr haben und er kann nun mit ihr machen, was er will. Das muss doch ein Kind innerlich zerbrechen lassen, wenn es so etwas glaubhaft gesagt bekommt und dabei miterlebt, wie der Vater nicht widerspricht, sie einfach weggibt! :o


    Das wird sie brechen. Es würde mich nicht wundern, wenn sie dadurch Hass und Schuldgefühle entwickelt. Das arme Kind kann doch nichts dazu. :'(

  • Der lesende Schritt in eine neue Welt ist immer wieder ein aufregender Moment. Ein Grund warum ich phantastische Literatur und insbesondere Fantasy so mag.
    Trotz aller Skepsis und Vorbehalte gegen diesen Roman, die ich, seit ich um sein Erscheinen weiß, hegte, hat Bernd mich schon im Prolog überzeugt, Eloy, so heißt die neue Welt, weiter erkunden zu wollen.
    Der Roman fängt ganz harmlos an. Ein Vater, Modranel, erkundet mit seiner ältesten Tochter Liola ein altes teilweise verfallenes Herrenhaus. Bernd führt uns dabei schon in die ersten Besonderheiten Eloys ein: drei Monde stehen des Nachts zu unterschiedlichen Zeiten am Himmel (ich fühlte mich gleich an die Welt Krynn erinnert). Was anfangs wie ein Versteckspiel anmutet, bekommt langsam bedrohliche Züge. Einst hatte Endor in diesem Herrenhaus gelebt und mit Dämonen, Schattenherren paktiert. Langsam fragte ich mich, was will Modranel am frühen Morgen hier? Und warum nimmt er seine Tochter mit?
    Ein paar Seiten später wendet sich dann das Blatt komplett, als mir klar wird, der Vater verschachert seine Tochter an Gadior, einen Osadro, einen Schattenherren für einen alten Folianten, der großes magisches Wissen enthält. Der Autor lässt keine Zweifel daran, was für schreckliche Dinge der Osadro mit Liola vor hat, deren Essenz oder Seele für Gadior extrem erregend und wichtig ist.
    Die Situation eskaliert, als Paladine vom Orden der Mondschwerter unter Führung von Meister Treaton ins Herrenhaus eindringen um Gadior zu töten und Modranel festzunehmen. Dabei sind auch Quinda, Modranels Frau und seine jüngste Tochter Ajina.
    Jetzt zeigt sich die ganze Bessenheit Modranels, der eine Paladin und seine Frau tötet um das Buch zu schützen und dann mit seiner Tochter Ajina flieht. Da ist nichts mehr übrig von der väterlichen Güte übrig. Sie wich fast völlig einem rasenden Ehrgeiz und einer fürchterlichen Arroganz. Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl, was die Zukunft Modranels angeht. Und eigentlich hasse ich ihn schon fast für das, was er getan hat. Denn eigentlich weiß man ja, Zauberer müssen ihre Seele verkaufen, um wirklich Erfolg zu haben.
    Bernd hat es schon nach dem Prolog geschafft, mich über Personen, Orte und Dinge nachdenken zulassen, die mir gestern noch völlig fremd waren. Obwohl mir die Namen vieler Orte und Personen, doch sehr esoterisch- mir fällt leider keine bessere Beschreibung ein- vorkommen. Woher kommen Deine Inspirationen für die Namensgebung.


    Und nun im ersten Kapitel 'Erwählter', das 15 Jahre später einsetzt, treten wir in eine Welt, einen Orden ein, den ich sehr interessant und spannend finde: die Mondritter, zu dem auch eine Schwesterschaft gehört, der Ajina als Adepta dient. Sie ist also irgendwie von ihrem Vater losgekommen. Und jetzt wird auch in Nebensätzen ein anderes Bild Modranels gezeichnet, das mich sehr neugierig auf eine erneute Begegnung mit diesem 'Schwarzmagier' macht. Im Mittelpunkt steht hier allerdings der junge Kämpfer Helion, der Meister Treaton in seinen letzten Jahren diente und von ihm zum Mondritter ausgebildet wurde, allerdings außerhalb des Ordens, weshalb Helion nach dem Tod seines Meisters in die Stadt Akene geht, um offiziell die Schwertleite zu erhalten und ein Paladin der Mondritter zu werden. Dort im Tempel der Mondmutter begegnen sich Ajina und Helion zum ersten Mal. Viele Wesenszüge Helions haben mich an Sturm Feuerklinge, den jungen Ritter von Solamnia, einen der Helden der Lanze, erinnert. Wir erfahren in dem Kapitel auch, das eine große Entscheidungsschlacht um die letzte Silbermine im Norden bevorsteht. Silber ist das einzige, was Schattenherren 'töten' kann. Ohne die Mine von Guardaja wären die Menschen verloren.


    Bernd nimmt sich viel Zeit uns in die Regeln und Hintergründe des Ordens der Mondritter bzw. der Mondmutter einzuführen. Mir gefällt diese Detailfülle, die, verbunden mit guten Charakterbeschreibungen, mich schon nach sechzig Seiten komplett für diese Geschichte eingenommen hat. Bernd schreibt spannend, flüssig und kenntnisreich. Die Geschichte spricht mich nicht zuletzt deshalb an, weil ich ein großes Interesse an Religionen und Orden habe, und eine Faszination für den Mond und die Nacht.


    Einziges Manko, sind in meinen Augen, viele der Namen, deren Klang nicht so recht zur Geschichte passen will- aber vielleicht ändert sich das ja noch mit der Zeit, wenn die Gewohnheit einsetzt- und die permanente Erwähnung (gefühlte dutzende Male) von der Wichtigkeit der letzten Silbermine und der bevorstehenden Entscheidungsschlacht. Ich mag solche Wiederholungen einfach nicht, auch wenn es immer andere Personen sind, die es erwähnen. Spätestens beim zweiten Mal habe ich es denn auch begriffen.


    Bernd hat mich erneut mit seinem unaufgeregten, detailverliebten, aber dennoch packenden Schreibstil überzeugt. Ich bin restlos gespannt, wie es denn nun weitergeht...

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Ok, ok... ich muss meine Einschätzung gegenüber den schwächlichen Rittern in der Brandruine doch schon zurücknehmen. ;D Damals war ja noch viel mehr los, als es im Prolog den Anschein hatte. Ich fand wirklich gut, dass "Erwählter" die Geschehnisse aufgreift und vervollständigt. So hat man zwar Bezug zum Prolog, lernt aber trotzdem einen neuen, späteren Handlungsstrang kennen.


    Die Methoden des Schattenherrn damals grenzten wirklich an Hexerei. Kein Wunder das die Ritter kein Chance hatten. Wer soll denn dagegen bestehen? Wenn das Silber ihre einzige Möglichkeit ist, dann ist der Kampf doch fast aussichtslos. :schwitzen:


    Helion gegen Narron, welch schöner Zufall. Wenn also Ajina an die Front will, wird Helion sie als Sieger dieses Gefechts mit Sicherheit begleiten. Das Ende des Abschnitts ist zwar ein böser Cliffhanger, aber ich zweifle nicht an seinen Fähigkeiten. Er wird es diesen Sesselpupsern schon zeigen. ;)


    Ajina erwähnte ihren Vater an der Front. Hat sich Modranel etwa das Wissen der Schatten angeeignet, um dann gegen sie zu kämpfen und die Front mit Zauberei zu unterstützen? Vielleicht versucht er so, seine Schuld zu tilgen? Das wäre ein Ding...


    Die Idee mit den Rubinen finde ich übrigens sehr schön. So überdauern die Erinnerungen in der Ewigkeit und erzählen immer wieder, welche Aufgabe die höchste Wichtigkeit hat: der Kampf gegen die Schatten. Toll!


    Kommt der Name Guardaja eigentlich von Guardian = Hüter... also frei übersetzt Wächter über die Silbermine? Das würde doch passen.


  • Der lesende Schritt in eine neue Welt ist immer wieder ein aufregender Moment. Ein Grund warum ich phantastische Literatur und insbesondere Fantasy so mag.


    Das haben wir gemeinsam. Für mich ist allgemein in der fantastischen Literatur der "Sense of Wonder" sehr wichtig, das Staunen über etwas, das man sich selbst so noch nie vorgestellt hat.



    Bernd hat es schon nach dem Prolog geschafft, mich über Personen, Orte und Dinge nachdenken zulassen, die mir gestern noch völlig fremd waren.


    :freu:



    Obwohl mir die Namen vieler Orte und Personen, doch sehr esoterisch- mir fällt leider keine bessere Beschreibung ein- vorkommen. Woher kommen Deine Inspirationen für die Namensgebung.


    Es gibt verschiedene Wege, wie ich zu Namen komme.
    Manche sind sprechend, bei Feind zum Beispiel "Seelennebel" oder "Wetterberge" (der Kontinent Eloy liegt in einer Westwindzone, deswegen werden die Wolken gegen diese Berge getrieben und regnen dort ab, also ist dort oft "schweres Wetter" und die Flüsse treten nach den Regenfällen über die Ufer etc.). Auch "Guardaja" fällt in diese Kategorie, wie Kati richtig vermutet - es ist tatsächlich eine Festung, die etwas bewacht.
    Manche sollen etwas beim Leser assoziieren. "Osadro", vor allem mit der Plural-Bildung "Osadroi", soll an das Russland der Zaren mit seiner Leibeigenschaft erinnern. "Guardaja" liegt in Milir, und die Milirier haben für mich charakterlich in ihrem Stolz etwas Spanisches. Ilyjia mit seiner Hauptstadt Akene ist dagegen tendenziell griechisch. Das sind nur erste, grobe Assoziationen; in der Ausarbeitung beachte ich dann keine irdischen Vorbilder mehr, die entsprechende Stimmung war nur ein Startpunkt. Wenn es so funktioniert, wie ich es hoffe, vermitteln diese Assoziationen einen ersten Eindruck von der Größe dieser Welt. Ilyjia und Ondrien haben kulturell nicht mehr gemein als Russland und Griechenland - wobei die konkreten Kulturen nicht diesen Vorbildern entsprechen, sondern eigenständige Fantasiegebilde sind.
    Bei Personen nehme ich oft Namen, die wir aus der echten Welt kennen und drehe sie dann solange herum, bis es sich richtig anhört. Das klappt erstaunlich gut, am Ende hat man meistens etwas, das wirklich ein Name sein könnte. "Ajina" zum Beispiel hatte als Ausgangspuntk "Anita" (Anita --> Vertauschen der Konsonanten = Atina --> den ersten Konsonanten weicher machen = Ajina).
    Bei den Osadroi wollte ich sehr verschiedene Namen haben (Gadior, Lisanne, Elien Vitan), weil mir das konsistent mit der enormen räumlichen und vor allem zeitlichen Ausdehnung erscheint, in der diese Namen vergeben werden. Ondrien soll ganz klar als ein riesiges Imperium rüberkommen, nicht als ein kleines Reich mit kompakter Kultur.



    Viele Wesenszüge Helions haben mich an Sturm Feuerklinge, den jungen Ritter von Solamnia, einen der Helden der Lanze, erinnert.


    Das ist purer Zufall - diese Figur kenne ich nicht.



    Bernd nimmt sich viel Zeit uns in die Regeln und Hintergründe des Ordens der Mondritter bzw. der Mondmutter einzuführen. Mir gefällt diese Detailfülle, die, verbunden mit guten Charakterbeschreibungen, mich schon nach sechzig Seiten komplett für diese Geschichte eingenommen hat.


    :jakka:



    ... die permanente Erwähnung (gefühlte dutzende Male) von der Wichtigkeit der letzten Silbermine und der bevorstehenden Entscheidungsschlacht. Ich mag solche Wiederholungen einfach nicht, auch wenn es immer andere Personen sind, die es erwähnen. Spätestens beim zweiten Mal habe ich es denn auch begriffen.


    Am Anfang war das viel seltener drin. Im Lektorat kam der Tipp, es noch ein paarmal zu erwähnen, weil es von besonderer Bedeutung ist. Ich halte das rückblickend auch für die richtige Entscheidung. In einer Leserunde liest man gewissermaßen unter "Laborbedingungen", in der Regel dadurch aufmerksamer als "Ajina Normalleserin". Die liest vielleicht flott in der U-Bahn mal eine Szene weiter, und da wäre es ärgerlich, wenn sie etwas Essenzielles verpassen würde.



    Bernd hat mich erneut mit seinem unaufgeregten, detailverliebten, aber dennoch packenden Schreibstil überzeugt. Ich bin restlos gespannt, wie es denn nun weitergeht...


    :freu: :freu: :freu:



    Ok, ok... ich muss meine Einschätzung gegenüber den schwächlichen Rittern in der Brandruine doch schon zurücknehmen.


    :)
    Ich hoffe, dass Dich die Geschichte in der Folge noch mehrfach wird überraschen können.



    Die Methoden des Schattenherrn damals grenzten wirklich an Hexerei. Kein Wunder das die Ritter kein Chance hatten. Wer soll denn dagegen bestehen? Wenn das Silber ihre einzige Möglichkeit ist, dann ist der Kampf doch fast aussichtslos. :schwitzen:


    Tjaha, es braucht echte Drachen, damit es echte Helden geben kann.
    Je größer das Hindernis, dass der Held überwinden muss, desto heldenhafter wird er sein - falls er siegt ...



    Helion gegen Narron, welch schöner Zufall. Wenn also Ajina an die Front will, wird Helion sie als Sieger dieses Gefechts mit Sicherheit begleiten. Das Ende des Abschnitts ist zwar ein böser Cliffhanger, aber ich zweifle nicht an seinen Fähigkeiten. Er wird es diesen Sesselpupsern schon zeigen. ;)


    Dazu schweige ich aus dramaturgischen Gründen - erlaube mit aber die Wette, dass Du Deine Einschätzung zu seinen Gegnern schon in Kürze ändern wirst. ;)



    Die Idee mit den Rubinen finde ich übrigens sehr schön. So überdauern die Erinnerungen in der Ewigkeit und erzählen immer wieder, welche Aufgabe die höchste Wichtigkeit hat: der Kampf gegen die Schatten. Toll!


    :)



    Kommt der Name Guardaja eigentlich von Guardian = Hüter... also frei übersetzt Wächter über die Silbermine? Das würde doch passen.


    Ich habe es zwar aus dem Spanischen und nicht aus dem Englischen hergeleitet, aber die Ableitung "Wächter" hatte ich auch im Kopf. Gut geraten! ;)

  • Zitat

    Es gibt verschiedene Wege, wie ich zu Namen komme.
    Manche sind sprechend, bei Feind zum Beispiel "Seelennebel" oder "Wetterberge" ...
    Bei Personen nehme ich oft Namen, die wir aus der echten Welt kennen und drehe sie dann solange herum, bis es sich richtig anhört. Das klappt erstaunlich gut, am Ende hat man meistens etwas, das wirklich ein Name sein könnte. ..
    Bei den Osadroi wollte ich sehr verschiedene Namen haben (Gadior, Lisanne, Elien Vitan), weil mir das konsistent mit der enormen räumlichen und vor allem zeitlichen Ausdehnung erscheint, in der diese Namen vergeben werden. Ondrien soll ganz klar als ein riesiges Imperium rüberkommen, nicht als ein kleines Reich mit kompakter Kultur.


    Vielen Dank für diese Exkursion in Deine Namensfindung. Das hat mir schon sehr geholfen, und ist in meinen Augen ein guter Ansatz. Einiges davon wird sich sicherlich beim Weiterlesen dann auch darstellen bzw. bestätigen.


    Zitat

    Zitat von: Torshavn am Gestern um 20:56:25


    ... die permanente Erwähnung (gefühlte dutzende Male) von der Wichtigkeit der letzten Silbermine und der bevorstehenden Entscheidungsschlacht. Ich mag solche Wiederholungen einfach nicht, auch wenn es immer andere Personen sind, die es erwähnen. Spätestens beim zweiten Mal habe ich es denn auch begriffen.


    Am Anfang war das viel seltener drin. Im Lektorat kam der Tipp, es noch ein paarmal zu erwähnen, weil es von besonderer Bedeutung ist. Ich halte das rückblickend auch für die richtige Entscheidung. In einer Leserunde liest man gewissermaßen unter "Laborbedingungen", in der Regel dadurch aufmerksamer als "Ajina Normalleserin". Die liest vielleicht flott in der U-Bahn mal eine Szene weiter, und da wäre es ärgerlich, wenn sie etwas Essenzielles verpassen würde


    Das finde ich sehr interessant, aber auch verstörend. Mich erinnert dieses ständige Wiederholen dann eher an Heftromane. Dort bin ich das auch gewöhnt, wenn es mich auch dort nervt.
    Man traut dem Leser also auch im Lektorat nicht zu, wesentliche Informationen im Kopf zu behalten. Auch wenn ich ein Buch nebenbei lese, traue ich mir zu wichtige Informationen behalten zu können, wenn sie denn an exponierter Stelle stehen und nicht in irgendeinem Nebensatz verschwinden.
    Diese Entscheidung aus dem Lektorat ist eine traurige Tendenz und wirft, in meinen Augen, auch kein gutes Licht auf das Genre Fantasy, das ohnehin immer gerne als reine Unterhaltungsliteratur deklassiert wird.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()

  • So, nach dem sehr spannenden und auch aufwühlenden Prolog erfahren wir im weiteren Abschnitt etwas über den Kampf in der Ruine aus der Sicht der Ritter vom Orden der Mondschwerter.
    Wir erfahren mehr über die Mondritter und was aus Ajina geworden ist.
    Sie lebt als Adepta bei Schwesternschaft des Orden und bisher scheint es mir so, als wenn sie die Ereignisse von damals vergessen bzw. verdrängt hat.
    Wir lernen Helion kennen, dessen Meister Treaton damals beim Kampf in der Ruine dabei gewesen ist, nun im Sterben liegt und von seinem Schüler gepflegt wird.
    Spannend fand ich es, die Ereignisse noch einmal aus dem Blickwinkel eines Mondritter zu sehen und die Beschreibung der Waffen und Schilde der Ritter ist sehr detailliert und ich kann mir danach einen Ritter des Ordens in seiner Rüstung und mit seinen Waffen richtig vorstellen...
    Als Treaton stirbt geht Helion in die Hauptstadt um ein Paladin der Mondritter zu werden und dort trifft er zum ersten Mal auf Ajina.
    Ich denke, das mit den Beiden könnte "etwas werden" (das würde zumindestens mir als Frau sehr gefallen...)! ;)
    Ajina selber will mit den Rittern in die Schlacht ziehen um die letzten Silberminen gegen die Schattenherren zu verteidigen.
    Ihrer Freundin Nalaji erzählt sie zwar, daß sie als Heilerin dort sein muss, wo die Verwundeten sind, aber es sieht ja
    so aus, als wolle sie selber an der Schlacht teilnehmen.
    Ich bin gespannt, was ihre Beweggründe dafür sind, das sie "töten" will.
    Kann sie sich daran erinnern, daß ihre Schwester von einem Schattenbaron entführt wurde und will sich rächen?


  • Sie lebt als Adepta bei Schwesternschaft des Orden und bisher scheint es mir so, als wenn sie die Ereignisse von damals vergessen bzw. verdrängt hat.


    Sie war ja damals noch recht klein. Und ich als Mutter kann mir nur wünschen, dass diese Bilder ganz weit im Dunkeln ihre Vergangenheit liegen und nie ans Licht kommen. *schnief*


    Zitat von arwen69

    Als Treaton stirbt geht Helion in die Hauptstadt um ein Paladin der Mondritter zu werden und dort trifft er zum ersten Mal auf Ajina.
    Ich denke, das mit den Beiden könnte "etwas werden" (das würde zumindestens mir als Frau sehr gefallen...)! ;)


    Die Gedanken hatte ich auch gleich. Wir Frauen sind halt romantisch veranlagt. ;D

  • Zitat von Kati Gestern um 21:35:09

    Die Idee mit den Rubinen finde ich übrigens sehr schön. So überdauern die Erinnerungen in der Ewigkeit und erzählen immer wieder, welche Aufgabe die höchste Wichtigkeit hat: der Kampf gegen die Schatten. Toll!


    Ja, die Idee finde ich auch sehr schön.
    Diese Erinnerungen enthalten ja auch das Wissen derjeningen, die schon einmal gegen die Schatten gekämpft haben und können den noch Lebenden vielleicht auch eine Hilfe in ihrem Kampf sein.


    Zitat von Torshavn Gestern um 20:56:25

    Bernd nimmt sich viel Zeit uns in die Regeln und Hintergründe des Ordens der Mondritter bzw. der Mondmutter einzuführen. Mir gefällt diese Detailfülle, die, verbunden mit guten Charakterbeschreibungen, mich schon nach sechzig Seiten komplett für diese Geschichte eingenommen hat. Bernd schreibt spannend, flüssig und kenntnisreich.


    Dem kann ich mich nur anschließen!
    Mich würde interessieren, ob es einen Orden gibt bzw. gab, der als Vorbild für die Mondritter gedient hat???


    Jetzt muss ich mich erst einmal zügeln, damit ich nicht in einem Lesemarathon das ganze Buch weglese...! ;)


  • Auch wenn ich ein Buch nebenbei lese, traue ich mir zu wichtige Informationen behalten zu können, wenn sie denn an exponierter Stelle stehen und nicht in irgendeinem Nebensatz verschwinden.


    Ich bin mir nicht sicher, aber die Regel "alles Wichtige dreimal" könnte von Hitchcock kommen. Wobei es im Film sicher noch wichtiger ist, weil ein Kinozuschauer, anders als ein Leser, nicht innehalten und reflektieren kann, bevor die Handlung weitergeht.



    ... das Genre Fantasy, das ohnehin immer gerne als reine Unterhaltungsliteratur deklassiert wird.


    Oh ja, davon kann ich auch ein Lied singen. Als ich meiner (natürlich ehemaligen) Grundschullehrerin erzählte, ich würde eine Lesung aus meinem ersten Roman machen, einem Vampirthriller, fragte sie mich allen Ernstes, ob ich da denn als Vampir verkleidet aufliefe ... Ich habe das zwar verneint, aber der Gedanke hat ihr so gut gefallen, dass sie meine Verneinung gar nicht registrierte und den ganzen Vormittag über den anderen Gästen erzählte, sie stelle sich das toll vor, wie ich da bleich geschminkt mit Plastikzähnen am Mikrofon säße. ::)
    Krimi-Autoren passiert es glaube ich eher selten, dass man vermutet, sie kämen als Kettensägenmörder verkleidet zu ihren Lesungen.
    In der Situation damals hat mich das geärgert, aber inzwischen sehe ich das gelassen. Das liegt auch an meinen Kontakten zu einigen angloamerikanischen Fantasy- und SF-Autoren. Wenn ich denen solche Episoden schildere, vermuten sie oft, es gäbe ein sprachliches Problem zwischen Deutsch und Englisch und sie verstünden nicht, was ich eigentlch sagen wolle. Außerhalb des deutschsprachigen Raums scheint es die Unterscheidung zwischen "edler" Hochliteratur und "schmuddeliger" Unterhaltungsliteratur nicht zu geben.
    Letztlich trifft die Marke "Unterhaltungsliteratur" auf meine Bücher ja auch im Wortsinne zu. Ich will niemandes Leben verändern, ich möchte meiner Leserschaft ein paar angenehme Stunden bereiten. Wenn das gelingt, ist das in meinen Augen gar nicht so wenig, und ich bin sehr zufrieden.



    Die Gedanken hatte ich auch gleich. Wir Frauen sind halt romantisch veranlagt. ;D


    Nicht nur Ihr Frauen. Seit Hemingway wissen wir: Wir Männer sind die wahren Gefühlsmenschen! :flirt:



    Ich bin gespannt, was ihre Beweggründe dafür sind, das sie "töten" will.
    Kann sie sich daran erinnern, daß ihre Schwester von einem Schattenbaron entführt wurde und will sich rächen?


    Der leserundenbegleitende Autor lächelt und schweigt. :)



    Mich würde interessieren, ob es einen Orden gibt bzw. gab, der als Vorbild für die Mondritter gedient hat???


    Nein, die Mondschwerter sind allein aus der Logik der (damals dann schon in den Grundzügen erdachten) Fantasiewelt erwachsen, die für Die Schattenherren als Hintergrund dient.



    Jetzt muss ich mich erst einmal zügeln, damit ich nicht in einem Lesemarathon das ganze Buch weglese...! ;)


    Da könnte ich vermuten, die Geschichte gefällt Dir bislang nicht allzu schlecht.
    :freu: :freu: :freu:

  • Der Prolog lässt einem wirklich keine Zeit, sich in der neuen Welt zurechtzufinden und legt gleich voll los. Modranel hätte ich ja am liebsten erwürgt, als er über seine Mittelmäßigkeit jammerte. Wie kommt er nur auf die bescheuerte die Idee, seine Tochter gegen Wissen einzutauschen und dann auch noch zu erwarten, dass ihn das möglichst positiv von anderen Menschen abhebt? So eine erbärmliche Persönlichkeit >:( (Nicht aus literarischer Sicht! Seine Obsession ist gut dargestellt, aber trotzdem (oder wohl eher deswegen) möchte ich ihn einfach erwürgen.)


    Die Szenen danach waren ja zum Glück etwas verträglicher und ich konnte mich wieder etwas abregen. Ganz gespannt bin ich darauf, wie genau sich Gefühle als Schwäche gegenüber den Osadroi erweisen und ob (und wie) Helion seine Gefühlsausbrüche in den Griff bekommt. Helions Beweggründe zum Kämpfen finde ich aber schön. Dass er unbedingt gegen die Schattenherren kämpfen will, egal wie es ausgeht, hat was unglaublich heroisches, aber es wirkt in keinem Moment der Schilderung kitschig.
    Ajina ist ja noch in einige Geheimnisse gehüllt, ich bin gespannt auf deren Lüftung. Wie viel von dem, was damals passiert ist, weiß sie noch? Dass sie in den Krieg ziehen will, um zu töten, wirft gleich noch mehr Fragen auf: Warum? Kann sie überhaupt kämpfen? Und wenn ja, wo hat sie das gelernt? Außerdem will ich wissen, was mit ihr nach den Ereignissen des Prologs passiert ist.
    Bei der Beschreibung der Oberpriesterin musste ich lachen, der Hut muss ziemlich witzig aussehen. :D


    Ich schließe mich wohl besser Arwen an und passe auf, nicht (mehr oder weniger) versehentlich einen Lesemarathon hinzulegen und das ganze Buch auf einmal zu lesen.

  • Hmmm...


    ich hab den Abschnitt nun auch gelesen und war am Anfang von den vielen Namen leicht genervt. Ich blätter halt nicht so gern zu einem Glossar um Dinge nach zu schlagen, ich lerne sie lieber während der Geschichte und erinnere mich dann daran.


    Und noch eine Anmerkung zum Aufbau: Wenn ich es richtig gesehen habe beginnt das Dramatis Personae genauf auf der Doppelseite wo links dann das Ende vom Buch steht... find ich gefährlich und anstrengend dann nicht dort hin zu sehen. Ein Blatt dazwischen hätte nicht geschadet...


    Natürlich fand ich es auch furchtbar das Modranel seine Tochter weggibt - und seine Beweggründe dafür sind bisher für mein Empfinden rein egoistisch, aber: So ein Buch, indem Informationen stehen kann auch hilfreich sein. In den richtigen Händen versteht sich. Und wenn man wertvolle Informationen erhält, wie man den Feind besser besiegen kann und dadurch hunderte Leben rettet, ist das eine in der Gesamtheit vielleicht nichtmehr so wichtig. Was nichts daran ändert dass es unfassbar war, was Modranel getan hat. (das war nur eine Idee um noch einmal in eine andere RIchtung zu denken ;) )
    Außerdem fürchte ich dass er mit Lióla etwas in die Hände des Feindes gegeben hat, was dieser besser nicht hätte bekommen sollen.


    Interessant fand ich auch wie Modranel darüber nachdenkt (S.15) dass die Magie weder gut noch böse ist und es darauf ankommt wie diese eingesetzt wird. Natürlich ist der Gedanke von ihm garnicht schlecht, es kommt immer darauf an wie man etwas benutzt, allerdings scheint diese Magie die Menschen stark zu veränder. Das Verlangen nach Macht hat auch Modranel zu Taten gedrängt. Ich musste etwas an die Atombombe/Atomkraft denken - man hat etwas spannendes neues entdeckt und lernt es zu beherschen, man will es vielleicht für "Gutes" einsetzen, allerdings entstehen durch die Entdeckung auch viele Möglichkeiten richtig Böses zu tun.


    Nett fand ich auch wie Modranel kurz bedauerte sein altes Leben auf seinen neuen Wegen zurücklassen zu müssen und dann seine Tochter doch mitnimmt. Ich hätte ehrlich gesagt eher gedacht er lässt sie einfach da.


    Der Abschnitt mit Helion und Ajina hat mir ganz gut Gefallen. Ein verwirrter "Held" der noch nicht weiß welche Rolle er spielen wird/muss, welcher von seinem Meister auf den richtigen Weg gewiesen wird. Helion scheint ein großes Ehrgefühl zu haben, das zeigt sich als er darüber nachdenkt dass er seinem Meister keine Schande machen darf. Und er freundet sich mit dem Gedanken an, als er etwas interessantes entdeckt: Ajina.
    Ajinas Rolle find ich auch interessant, vorallem gefällt es mir, dass sie sich nicht nur als Heilerin sieht, sondern anscheinend auch einen aktiven Weg sucht mit zu kämpfen.