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  • Inhalt:
    Der junge Adrian, der unheilbar an einem Gehirntumor leidet, wohnt mit seinem Vater und dessen Lebensgefährten in einem Cottage in Cornwall. Auf dem Nachbargrundstück steht ein unbewohntes Herrenhaus, das eine düstere Faszination auf ihn ausübt, die ihn nicht mehr loslässt. Adrian will mehr über das Haus erfahren und lernt dabei November Vandenbourgh kennen, deren Familie das Haus gehört und deren Schicksal mit dem Haus zusammenzuhängen scheint. Bei seinen Nachforschungen stößt Adrian allmählich auf das dunkle Familiengeheimnis.


    Meine Meinung:
    Mit "Das Haus am Abgrund" hat die Autorin eine kurzweilige und spannende Geister- und Spukgeschichte, nicht nur für Jugendliche, geschrieben. Wie gewohnt, ist der Schreibstil von Susanne Gerdom auch hier wieder sehr flüssig und ich war direkt von der ersten Seite an mitten in der Geschichte. Das Buch bietet viel Raum für Spekulationen, die immer zahlreicher werden, je mehr Details bekannt werden - ein konzentriertes Lesen ist hier nicht von Nachteil. Zudem schafft die Autorin es mühelos, an den richtigen Stellen für Gänsehaut zu sorgen. Das Ende fand ich gelungen und hielt für mich die eine oder andere Überraschung noch bereit - das Ende kann zwar nicht vollständig logisch erklärt werden, was mich aber nicht störte, da ich nicht davon ausgehe, daß Geister die gleiche Auffassung von Logik haben wie wir Sterblichen.


    Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen: Adrian ist trotz seines unheilbaren Gehirntumors ein neugieriger Jugendlicher, der sich sein Leben nicht allein durch die Krankheit bestimmen läßt. November ist ebenfalls eine sympathische junge Frau und das sie umgebende Geheimnis macht sie besonders interessant. Jonty, der Lebensgefährte von Adrians Vater ist mir mit seiner Liebenswürdigkeit und Sorge um Adrian sehr ans Herz gewachsen. Begeistert haben mich aber auch Adrians Lare und Lemuren, Halluzinationen, die durch seine Krankheit hervorgerufen werden: der alte und weise Roshi, die flippige und freche Jeannie und der unheimliche Joker.


    Das Buch bietet eine breite Themenpalette: unheilbare Krankheit, Homosexualität und damit verbundene Vorurteile, Liebe und düstere Familiengeheimnisse - ich habe mich in jedem Fall wunderbar unterhalten gefühlt und kann das Buch wärmstens empfehlen.


    :buchtipp:


    Zur Leserunde:
    Die Leserunde hat, wie immer, sehr viel Spaß gemacht. Gerade dadurch, daß das Buch soviel Raum für Spekulationen geboten hat, war es sehr interessant, zu sehen, wie die Geschichte auf die einzelnen Leserundenteilnehmer wirkte und die Leserunde durch die wilden Spekulationen wieder sehr lebendig war. Das gemäßigtere Tempo diesmal fand ich auch sehr positiv. Und ein herzliches Dankeschön an Susanne, daß du uns wieder so tatkräftig unterstützt hast :winken: Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächsten Bücher und Leserunden mit dir.

  • Meine Meinung:


    Die erste Seite des Romans hat mich gleich mitten in die Geschichte geworfen. Da war diese wunderbar dichte und geheimnisvolle Atmosphäre. Die mysteriösen Andeutungen, die mich bereits unterbewusst zum Spekulieren gebracht haben, noch bevor ich das überhaupt so richtig mitbekam. Mein Kopf war da wohl schneller als ich. ;) Allerdings ist das auch kein Wunder, weil schon zu Beginn sehr viel in der Geschichte steckt und man auf viele Einzelheiten stößt, die etwas bedeuten könnten. So ein bisschen wie Schnitzeljagd…


    Eine fesselnde Lektüre, bei der es mir auch der hohe Anteil der Halluzinationen oder Geister angetan hat. Diese wirkten real und sehr individuell auf mich. Es gab (wenige) gruselige Szenen, aber auch Momente, in denen ich grinsen musste oder versucht habe, orakelhafte Andeutungen zu entschlüsseln. Und ich habe mich oft gefragt, ob das jetzt wirklich Halluzinationen oder doch Geister waren. Einbildung oder Realität. Wie sie mit Adrian verbunden sind, wie eigenständig sie sind. So bin ich zu einem ganz eigenen Gefühl für diese “Erscheinungen” gekommen – und ich denke, dass diese Geschichte auch mit den unterschiedlichen Sichtweisen prima funktioniert.


    Adrian mag ich sehr, mir gefällt seine Art, sein Humor und die künstlerische Seite. Auch November hatte ich schnell in mein Herz geschlossen, sie ist rätselhafter und gleichzeitig voller Emotionen. Und natürlich Jonty, Adrians zweiten Vater, bei dem ich sehr viel Zuneigung und Herzenswärme spüren konnte. Es gibt noch einige Figuren, die es mir da angetan haben – aber ich möchte nicht zuviel verraten, sondern euch möglichst viel selbst entdecken lassen.


    “Das Haus am Abgrund” ist eine tiefe und detailreiche Geschichte, die auf verschiedenen Ebenen spielt. Es gibt viel zu enträtseln und ich hatte riesigen Spaß beim Spekulieren! Aber auch die Emotionen kommen bei dieser faszinierenden, stimmungsvollen Mischung nicht zu kurz. Ich hatte nicht nur massenhaft Bilder, Fragen und Vermutungen im Kopf, sondern auch Gefühle sowie intensive Eindrücke der Nähe und Verbundenheit.


    Das Ende war zuerst eine kleine Herausforderung, weil für mich eine Sache nicht so richtig gepasst hat. Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte und noch ein paar Gedanken nachgegangen bin, ist mir aber aufgefallen, woran es da bei mir lag – wo ich eine “Abzweigung” übersehen hatte. ;) Und dann hat es gepasst! Viel nachhaltigere Schäden hat da die Tatsache angerichtet, dass in dem Buch (gefühlt) ständig Tee und Kakao getrunken wurde. Und – jetzt wird es fies – oft waren da auch Muffins und sogar Scones…


    Eine besondere Geschichte, bei der ich von Anfang an das Gefühl hatte, dass ich sie lieben werde. Und das hat sich mit jedem gelesenen Kapitel weiter bestätigt. Ich konnte mich etwas gruseln, wild spekulieren, glücklich seufzen und grinsen – oft auch innerhalb weniger Seiten. Eine tiefe Geschichte mit einer rätselhaften Atmosphäre, vielen Verbindungen und wunderbaren Charakteren! Und ein Roman, der meinem Lieblingsbuch von Susanne fast noch Konkurrenz gemacht hätte. :)

  • Inhaltsangabe laut Klappentext:

    Wie ein dunkler Schatten steht das alte Haus auf der Klippe am Meer. Adrian, der an einer unheilbaren Krankheit leidet und der sich in einem kleinen Cottage in der Nachbarschaft erholen soll, lässt der Anblick nicht los. Etwas an dem Haus ist seltsam und beunruhigt ihn - und das hat nichts mit den Halluzinationen zu tun, die ihn aufgrund seiner Erkrankung heimsuchen. Und warum stößt er bei seinen Nachforschungen immer wieder auf die rätselhafte November? Das Schicksal des Mädchens scheint auf unheilvolle Weise mit dem Haus verbunden zu sein…
    Halluzination und Wirklichkeit vermischen sich zunehmend, während Adrian nach und nach ein dunkles und unglaubliches Geheimnis aufdeckt...


    Meine Meinung:


    Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Adrian und alle anderen Charaktere sind ziemlich einzigartig und haben mich von Anfang an fasziniert. Eigentlich hätte ich gerne noch viel mehr von ihnen gelesen, denn es waren einige dabei, die ich richtig ins Herz geschlossen habe. So gebe ich mich aber damit zufrieden, ihnen in dieser wundervollen Geschichte begegnet zu sein und freue mich, dass sie mich zum staunen, lachen und gruseln gebracht haben.


    Einmal angefangen, liest sich das Buch fast wie von selbst. Man sollte jedoch aufmerksam bleiben, denn es sind mehr Dinge miteinander verwoben, als man denken möchte. Durch Adrians Halluzinationen entstehen manchmal Situationen, in denen man sich nicht sicher ist, was denn nun tatsächlich passiert ist und was nicht. Das führt manchmal auch zu Verwirrungen, aber auch dazu, dass man was zu knobeln hat und so ganz in der Geschichte versinken kann.


    Die Geschichte kommt modern und frisch daher, was mir gut gefallen hat. Der Sprachstil hat mich fasziniert, manche Passagen waren so wunderschön, dass ich sie gleich zweimal lesen musste. Aber es gab auch lustiges, gruseliges, ekliges und merkwürdiges. Das Ende war dann ganz anders als ich es mir gedacht hatte, was ich aber als positiv werte, denn es gibt so viele Bücher, bei denen man das Ende erahnen kann. Dieses Buch hat mich also gleich in mehrfacher Hinsicht überrascht und das hat mir sehr gut gefallen.


    Die Aufmachung des Buches ist toll, das Cover lädt zum Träumen ein und die Schrift ist grosszügig und augenschonend. Wer gerne fantasievolle, mystische Geschichten mag, wird mit diesem Buch sehr gut bedient.


    Zur Leserunde:


    Es hat mir riesigen Spass gemacht, das Buch mit euch zu lesen. Es fällt mir immer wieder auf, wieviel genauer man doch liest, wenn man das gelesene mit anderen teilt und alles nochmal aufarbeitet. Danke an euch alle und einen speziellen Dank an Susanne für die Begleitung der Runde und das ausführliche Beantworten unserer Fragen. Und natürlich auch einen herzlichen Dank für das wunderschöne Buch, welches sich super in meinem Regal machen wird! :)

    Liebe Grüsse<br />Hanni

    Einmal editiert, zuletzt von Hanni ()

  • Rezension:


    Ein unheimliches Herrenhaus in St. Irais. Adrian sein Vater und sein Lebensgefährte ziehen neben dieses Haus, nichts ahnend, welche böse Aura dieses Anwesen umgibt. Es ist düster, sehr finster und mysteriöse Dinge passieren dort und langsam kommt Adrian dahinter, dass sich die Bewohner vor Heathcote Manor fürchten. Besonders als er das Mädchen November Vandenbourgh kennenlernt. Denn sie scheint eine Verbindung zu diesem Haus zu haben, die er unbedingt ergründen will..


    Meine Meinung:
    Dieses Buch beginnt gleich sehr spannend und vor allem mysteriös und hat mich am Anfang ganz schön verwirrt, weil so viele verschiedene Figuren neben Adrian auftauchten und ich sie nicht zuordnen konnte. Besonders, weil diese Figuren nicht von dieser Welt zu sein stammten.


    Nach nur wenigen Seiten hat sich der dunkle Tunnel aber dann gelichtet und ich konnte auch endlich diese außergewöhnlichen Figuren zuordnen. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, kann ich sagen, dass es durchaus sehr geschickt geschrieben worden ist und mich dazu regelrecht animiert hat, der Lösung auf die Spur zu kommen.


    Die Charaktere in dieser „Grusel-Geschichte“ sind sehr gut ausgearbeitet und manch einer davon ist mir sehr ans Herz gewachsen. Schön fand ich auch, die eher ungewöhnliche Konstellation in dem Buch, dass Adrian zwei Väter hat und es immer wieder kurze Einschnitte gab, die auch die schwierigeren Situationen homosexueller Paare zeigte.


    Die Geschichte rund um das Haus plätschert nicht nur so dahin, sondern hält sich bis fast zum Schluss auf einem gleichen Spannungslevel, bis endlich der alles zu erwartende „Showdown“ über den Leser hineinbricht…


    Denn bis ich zu diesem Punkt kam, trafen viele Emotionen auf mich ein, von Spannung, Freude oder Trauer bis Ekel war alles dabei. Ich kann wirklich sagen, dass es ein richtiges Buch zum stellenweise gruseln ist.


    Ich muss hierbei aber auch leider erwähnen, dass mir das Ende ganz persönlich noch zu viele Fragen aufgeworfen und mich stellenweise regelrecht durcheinander gebracht hat. Ich bin eben ein Leser, der gerne ein geschlossenes Ende mag aber das ist einfach Geschmackssache und macht das Buch deswegen in seiner Gesamtheit nicht schlechter.


    Mein Fazit:
    Ein Buch, welches ich sicherlich nicht nur Jugendlichen empfehlen möchte. Jeder der ungewöhnliche Grusel Geschichten mag, die mysteriös angehaucht sind und liebenswerte Charaktere mit Tiefgang aufweisen, sollte hieran nicht vorbei gehen… ;D


    Ich vergebe gerne :lesen: :lesen: :lesen: :lesen:


    Zur Leserunde:
    Ich danke dir Susanne für deinen unermüdlichen Einsatz hier in der Leserunde. (Es war ja mein erster Buch mit dir hier) Es hat hier mit allen sehr viel spaß gemacht.


    Und ich glaube, ich werde das Schmunzeln nie ganz aus dem Gesicht bekommen, wenn ich an "Lar und Lemuren" denke und sie erst für Affen gehalten habe ;D

    P.S: Die Rezension ist zu finden auf Amazon, lovelybooks, Literaturschock und das große Bücherforum.

  • Zum Buch:


    Der 17jährige Adrian zieht mit seinem Vater und dessen Lebensgefährten in das kleine Dorf St. Irais in Cornwall, um dort etwas zur Ruhe zu finden. Adrian hat einen inoperablen Gehirntumor, aber momentan geht es ihm noch recht gut - bis auf seine Halluzinationen. Diese nehmen verschiedene Gestalten an und Adrian ist mittlerweile so an sie gewöhnt, dass er ganz normal mit ihnen redet. Natürlich nur wenn es sonst niemand hören kann.


    Die drei wohnen im Kutscherhaus des alten Herrenhauses Heathcote Manor, ein düsterer halbverfallener Bau, der Adrian immer wieder magisch anzieht. Die Dorfbewohner meiden das Haus und immer mehr zeigt sich, dass es offensichtlich ein finsteres Geheimnis in sich birgt.


    Wo liegt die Verbindung zu dem Mädchen November, das Adrian im Dorf kennenlernt und zu der er sich gleich hingezogen fühlt?


    Die Figuren des Buches haben es mir diesmal besonders angetan. Zum einen die etwas ungewöhnliche Kleinfamilie Adrians mit seinen zwei Vätern, zum anderen Adrians Geister oder Halluzinationen, die der Handlung eine besondere Würze gaben, teilweise ziemlich eklige Szenen, aber auch immer wieder eine Prise Humor in die Handlung brachten. Auch die Atmosphäre im Dorf war toll beschrieben. Und letztlich ist da noch November und ihr Schicksal, das mich beim Lesen ziemlich mitgenommen hat – hier stimmten einfach alle Details!


    Mal wieder zeigt die Autorin Susanne Gerdom, dass sie in jedem Genre schreiben kann. Ich war wirklich gespannt, wie mir eine Jugendmystery-Geschichte von ihr gefallen wird und wurde keinesfalls enttäuscht.


    Man muss sich allerdings auf die Geschichte einlassen, aufmerksam lesen, die kleinen versteckten Hinweise entdecken und gegen Ende nicht alles bis ins letzte Detail hinterfragen, denn gerade der Schluss bietet einigen Raum für eigene Interpretation.


    Eine phantastische Spukgeschichte nicht nur für Jugendliche!



    Zur Leserunde:
    Wie schon erwähnt wurde, war das Tempo für eine Susanne-Runde diesmal richtig gemäßigt. Dadurch blieb viel Zeit für gemeinsame Spekulationen und Rätselraten, was wie immer viel Spaß gemacht hat!
    Vielen Dank an alle und insbesondere natürlich an Susanne, es ist immer wieder toll mit dir und euch!

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen