Bonus-Kurzgeschichte "Giftschatten"

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  • Hat die Geschichte noch keiner gelesen? ;)


    Mir hat sie gut gefallen. Sie hat so schön einen Blick geworfen auf das, was wir verpasst haben: einen Zwischenschritt zwischen dem unschuldigen Kind Liòla und der kalten Dunkelruferin, die einem Schauer über den Rücken wirft. Hier zeigte sich zwar auch schon sehr, wie gerissen und manipulativ sie handelte, aber eben auch noch eine fast sympathische Unsicherheit, die ihr gleich menschlichere Züge gab. Man kann sich jetzt richtig vorstellen, dass sie noch viele solche Situationen "durchgespielt" hat und dabei immer sicherer wurde, bis sie zu der skrupellosen und gar nicht mehr unsicheren Lióla wurde, wie wir sie kennengelernt haben. Ein toller Einblick in ihre Entwicklung!


    Bernd, warum hast du gerade solch eine Szene gewählt, um einen Anreiz für dein Buch zu geben, und nicht eine Szene mit den Schattenherren? So ohne das Wissen, das wir von Lióla schon haben, liest sich diese Kurzgeschichte ja sicher ganz anders, als wenn man ihren Charakter schon kennt, sprich, es fehlt einem ja der Vergleich, den ich zumindest hier gerade so interessant finde.

  • Ich habe die Kurgeschichte jetzt auch gelesen und finde es sehr schade, dass der Teil über Liola keinen Platz im Buch gefunden hat.
    So ein bißchen hat mir nämlich ein kleiner Teil im Buch gefehlt, der etwas über das Schicksal von Liola erzählt, nachdem Modranel sie den Schatten übergeben hat.
    Liola selber wirkt hier teilweise noch recht verunsichert, kann das aber sehr gut überspielen.
    Zum Schluß wirkt sie auf mich schon viel eher wie die Liola, die wir aus dem Buch kennen.
    Ich bedauer ja immer noch, dass wir Liola im nächsten Band nicht mehr treffen werden, aber Bernd hat uns ja eine anderes böses Mädchen versprochen...! ;)

  • Ich habe leider noch technische Probleme. Am Bildschirm zu Hause kann ich nicht lesen, da er zu klein ist und das Rauschen des Laptops stört. Ich hatte mir die Kurzgeschichte daher auf den Reader geladen, der ist auch für pdf geeignet. Aber leider sind einige Seiten zu groß dargestellt und es fehlen die unteren Zeilen. Ich rätsel noch, woran das liegt. ::)


  • Bernd, warum hast du gerade solch eine Szene gewählt, um einen Anreiz für dein Buch zu geben, und nicht eine Szene mit den Schattenherren?


    Mit der Kurzgeschichte habe ich mehrere Absichten verfolgt. Sie soll natürlich für sich gesehen unterhaltsam sein. Dafür ist wichtig, dass sie auch für sich allein stehen kann, man also der Handlung folgen kann, ohne dass man sonst etwas über Figuren und Hintergrund weiß. Sie soll aber auch in die Welt der Schattenherren einführen, einen Eindruck davon vermitteln, was in der Trilogie kommt. Sprich: Wer die Kurzgeschichte mag, soll auch die Trilogie mögen, wer sie nicht mag, hat einen Hinweis, dass die drei Bücher wohl auch nichts für ihn sein werden.
    In einer Kurzgeschichte geht es um ein Ereignis, nicht so sehr um eine Person oder den Hintergrund. Ich konnte und wollte also nichts bringen, was lange Hintergrundbeschreibungen erfordert hätte. Sie sollte ein Schlaglicht (oder einen Schlagschatten? :) ) werfen, eine Stimmung vermitteln, die repräsentativ für das Besondere in der Welt der Schattenherren ist.
    Ich hatte mehrere Ideen: Ein Umwandlungsritual, bei dem ein Rappe zu einem Schattenross gemacht wird, oder eine Episode aus der Wanderung von Modranel mit Ajina, als er nach immer mehr Wissen sucht und ein immer mächtigerer Magier wird. Am besten gefiel mir aber diese Lióla-Episode, weil ich vermute, dass sie schön mit dem agiert, was der Leser mitbringt. Der Leser hat eine Vorstellung davon, was ein Verbrechen ist, eine Gerichtsverhandlung und eine Richterin. In Giftschatten nehme ich alle diese Elemente und verdrehe sie entsprechend der Logik meiner Fantasywelt. Das eigentliche Verbrechen wird für das Urteil irrelevant - es geht darum, ob man den Schatten gut gedient hat, und das, was wir als Kapitalverbrechen ansehen, ist völlig bedeutungslos. Die Richterin will keinen Frieden stiften - sie will Misstrauen und andere negative Emotionen säen. In der Gerichtsverhandlung bleibt die Anklage unklar, der Kläger bleibt verborgen, die Richterin ist nicht unparteiisch. Ich hoffe, dass das neugierig macht auf die größere Geschichte, die dann in der Trilogie erzählt wird. Für die "erfahreneren Leser" wie Euch kommt noch ein bisschen von Liólas Hintergrund dazu.
    Eine Szene mit den Schattenherren wäre grundsätzlich auch gegangen, aber ich vermute, dass ein Teil des Lesevergnügens bei Feind darin liegt, dass man nach und nach mehr über die Osadroi erfährt. Deswegen wollte ich nicht zu sehr vorgreifen.



    Ich habe die Kurgeschichte jetzt auch gelesen und finde es sehr schade, dass der Teil über Liola keinen Platz im Buch gefunden hat.


    Dieser Teil sollte nie in das Buch, ich habe ihn auch erst geschrieben, als Feind schon fertig war. In Feind wollte ich die Schneise von 15 Jahren zwischen Prolog und eigentlicher Geschichte haben - der Leser sollte sich fragen, was wohl aus den Figuren aus dem Prolog geworden ist und dies erst nach einer Weile erfahren. Insbesondere, da es der erste Teil der Trilogie ist, wollte ich die Geschichte zügig in Gang bringen. Eine beschreibende Sequenz wie Giftschatten hätte mir da zu viel Tempo herausgenommen.



    Aber leider sind einige Seiten zu groß dargestellt und es fehlen die unteren Zeilen. Ich rätsel noch, woran das liegt.


    Da bin ich auch ratlos. :-\
    Eine Möglichkeit wäre vielleicht, das PDF auszudrucken.

  • Gelesen habe ich die Kurzgeschichte schon vor über einer Woche, aber bisher nicht zum Schreiben gekommen :-[


    Sie hat mir gut gefallen, vorallem, weil man nun noch etwas über Lióla aus der Zeit erfährt, als sie durch die Schattenherren "ausgebildet" wurde. Und ja, mir kommt sie hier auch noch etwas menschlicher vor, mit ihrer Unsicherheit, aber man kann auch schon gut erkennen, in welche Richtung ihre Entwicklung gehen könnte: daß sie eine grausame junge Frau wird, die ein Vergnügen daran hat, Mißtrauen und Zwietracht zwischen den Menschen zu säen und damit den Schattenherren in deren Sinne dient.


    Zudem bekommt man einen Einblick in die "Ausbildungsmethoden" der Osadroi, die man zwar so schon vermutet hat, aber hier dann noch bestätigt bekommt.


    Und ich finde es wie arwen auch schade, daß die Geschichte keinen Platz im Buch bekommen hat ;D


  • Und ich finde es wie arwen auch schade, daß die Geschichte keinen Platz im Buch bekommen hat ;D


    Ich gelobe: Falls Die Schattenherren ein Mega-Erfolg werden und es eine gebundene Sammelausgabe geben sollte (vielleicht aus Anlass der Hollywood-Verfilmung), werde ich mich dafür einsetzen, Giftschatten dort aufzunehmen. Da werde ich mich auch nicht lumpen lassen und noch eine weitere Kurzgeschichte dazupacken. ;D


  • Ich gelobe: Falls Die Schattenherren ein Mega-Erfolg werden und es eine gebundene Sammelausgabe geben sollte (vielleicht aus Anlass der Hollywood-Verfilmung), werde ich mich dafür einsetzen, Giftschatten dort aufzunehmen. Da werde ich mich auch nicht lumpen lassen und noch eine weitere Kurzgeschichte dazupacken. ;D


    Na, dann hoffen wir doch das Beste :D

  • Ja, eine tole Geschichte mit interessanten Verdrehungen. Wir wissen jetzt, wie die Schattenheren es schaffen, von den Besiegten angebetet zu werden. Sie schaffen es wirklich die negativen Seiten unseres Menschseins mit "positiven" Merkmalen zu belegen, zu "belohnen" und auf eine verdrehte Weise ist es eine "gerechte" Gesellschafft. Faszinierend!

  • Inzwischen ist auch die Kindle-Version verfügbar. Durch den Umbau der Piper-Seite scheint der von mir angegebene Link auf das PDF nicht mehr erreichbar zu sein.
    Falls ich mal berühmt werden sollte, könnte dieses PDF übrigens einen gewissen Wert erlangen - es ist nämlich ein kleiner, inhaltlicher Fehler drin, der in der Kindle-Version behoben wurde und, so vermute ich, auch im PDF behoben sein wird, wenn es wieder online gehen wird ... ;)

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  • Falls ich mal berühmt werden sollte, könnte dieses PDF übrigens einen gewissen Wert erlangen - es ist nämlich ein kleiner, inhaltlicher Fehler drin, der in der Kindle-Version behoben wurde und, so vermute ich, auch im PDF behoben sein wird, wenn es wieder online gehen wird ... ;)


    ... und den du uns doch jetzt bestimmt verraten wirst? Oder willst du Ostern schon vorziehen und wir müssen suchen gehen? ;D ;)

  • Ich hab die Kurzgeschichte nun auch gelesen :lesen: und finde sie wirklich schön.
    Dein Vorhaben scheint mir gelungen: Die Geschichte steht für sich und nimmt nichts aus dem Buch vorweg, höchstens die Spannung im Prolog was mit Lióla passiert, aber auch da wird sich ein Leser nicht absolut sicher sein. Außerdem liefert sie einen wunderbaren Einblick in deine Art und Weise zu schreiben. Jemand der die Kurzgeschichte also vorher liest bekommt einen guten Eindruck was ihn in der Reihe erwarten wird, wem das nicht gefällt, hat nur wenige Seiten gelesen und es trotzdem abgeschlossen (ich breche zB. ungern Bücher ab, auch wenn sie nicht so gut sind).


    Für mich sind so kleine oder auch größere Kurzgeschichten wirklich schön. Ob sie nun eigentlich ins Buch sollten oder nicht, finde ich es wirklich nett wenn es zwischen den Veröffentlichungen noch etwas mehr über die Welt zu lesen gibt. Und hier das ganze sogar kostenlos! Wirklich toll! Danke dafür :)


    ... und den du uns doch jetzt bestimmt verraten wirst? Oder willst du Ostern schon vorziehen und wir müssen suchen gehen? ;D ;)


    Wie gut dass ich das PDF direkt gespeichert hab und nun auch die kindle Version habe... wenn ich mal wieder keine Lust zu lernen hab werde ich vielleicht mal danach suchen ;D

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen