04 - Seite 219 bis Seite 276 (ab "Aus der Asche")

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  • Hallo zusammen,


    Hier ist wieder der Link zu den erwähnten Outtakes. Ganz unten am Ende des Textes findet ihr den Link zur Datei.


    Die zweite Szene dort heißt "Welt in Trümmern" (Seite 10 bis 17) und kann direkt hier im Anschluss an diesen Abschnitt, also nach Seite 276, gelesen werden, bevor es dann in den fünften Abschnitt geht.

  • Hallo zusammen,


    Marco, du schreibst wirklich sehr spannend und, wie ich ja schon erwähnt hatte, gefällt mir das Emotionale daran so gut. Ich kann hier besonders gut mit den Figuren mitfiebern. Sogar Jazeminas Schicksal nimmt mich hier noch mehr mit als bisher, hat sie mich sonst ja eher mal genervt. In der Szene, als sie verkleidet auf Doloresa traf und fast erkannt wurde, habe ich richtig mitgelitten mit ihr. Sogar Edelhart tat mir leid, als er im Tempel um einen Neuanfang mit Jazemina bettelte. Und so kann ich hier wirklich mit allen Figuren gut mitfühlen.


    Besonders leide ich natürlich mit Laurenzio mit, der seine geliebte Vanossa tatsächlich im Brand verloren hat. :'( Ach Mensch, die beiden waren so süß zusammen und nun wird sich Laurenzio sicher zum Negativen verändern und sein weiches unschuldiges Herz wird hart und bitter werden. Ich hoffe sehr für ihn, dass er sich nicht völlig in Hass und Wut verlieren wird.


    So und wie es aussieht, hatte ich mit meinem Verdacht gegen den Bruder des Doms gar nicht so unrecht, wenn die Aussage des Stallburschen stimmt. Zumindest was das Feuer betrifft, von den Überfällen ist hier ja noch nicht die Rede. Danilo scheint wohl doch einen Weg gesucht und gefunden zu haben, gegen seinen übermächtigen Bruder aufzubegehren. Allerdings warte ich hier erst mal noch auf Bestätigung, nicht dass das nur eine Intrige ist und jemand einen falschen Verdacht streut. Im Grunde glaube ich aber, dass es stimmt, immerhin hatte ich den Gedanken ja schon.


    Jazemina schafft es also tatsächlich Esfira zu "sprechen". Hmmm, die arme Esfira ist ja völlig gefangen! Spricht sie auf S. 268/269 in der dritten Form von sich selbst, als sie sagt: "Sie ist gefangen....... Holz. Faules Holz........ Weit streckt es seine Wurzeln nach uns aus.Es umklammert uns. Es hat uns bereits..." Ich habe ja immer noch das Bild des Baumes mit den gefangenen Gesichtern vor Augen und die modrigen Wurzeln o. ä. die damals, als Esfira zusammenbrach, nach ihr griffen. Ich glaube immer noch, sie steckt auch bei diesen Gefangenen des Baumes. Dieses Gespräch mit ihr und Jazemina fand ich jedenfalls sehr gruselig von der Stimmung her. Esfiras Schreie hatte ich richtig im Ohr.


    Überrascht wurde ich hier von Daroca. Sie scheint ja tatsächlich doch ein paar Gefühle für Peziano zu haben oder zumindest ganz besonders geschmeichelt/berührt von seiner Liebe zu ihr zu sein und dieses Gefühl zu übertragen. Ich dachte mir ja gleich, dass es Peziano sein wird, der sie in der Höhle erwartet, doch ich bin nicht sicher, ob er das alles selbst arrangiert hat und frage mich, was der Zweck dahinter ist. Peziano ist ja im Zuge des Brandes entkommen, so dass der Brand ja auch dafür gelegt worden sein könnte, genau dies zu organisieren. Wenn Danilo dahinter stecken sollte, was will er damit bezwecken? Wenn jemand anderes hinter der Flucht steckt, wer und warum? Oder hat Peziano es tatsächlich alleine geschafft? Nein, ich glaube nicht.


    Ich sehe hier vor allem Edelhart nun in Gefahr, denn Darocas Lügengeschichte über dessen Besitzergreifen ihr gegenüber wird Peziano sicher nur dazu bringen, ihn töten zu wollen oder die Amazetti auf ihn zu jagen, damit Daroca frei für ihn ist. Ich glaube nicht, dass sein theatralischer Abgang aus der Höhle bedeutete, dass er sich fügt und flüchtet. Aber diese Wendung/Lüge Darocas konnte ein Befreier Pezianos ja nicht vorhergesehen haben.


    Erresto ist ja nun doch endlich auf der richtigen Fährte! Glückwunsch! ;D Aber Debona ist ja mal ganz schön ausgefuchst und verdreht alles zu ihren Gunsten, obwohl sie sogar die Wahrheit sagt. Sie könnte eine Busenfreundin von Daroca werden. ;)


    Puhhh und dann gibt es noch die so schreckliche und emotionale Szene in der Mine, als Boromeos Leidensgenosse so grausam stirbt. Jacobo ist so eine fiese Gestalt, die bei mir immer wieder Aggressionen beim Lesen auslöste. Und ich muss sagen, er tat mir kein bisschen Leid, als der Stein auf ihn fiel!!! Im Gegenteil: als Boromeo zu ihm ging und ihm sagte, er wolle ihm helfen, habe ich noch gedacht, er wird ihn doch nicht retten? >:( Ja, das ist fies, aber Jacobo war es auch und er hat sein Schicksal verdient, so!!! Diese Szene hätte nach meinem Empfinden aber doch sehr gut ins Buch reingepasst. Jeder Leser hätte sicher gerne miterlebt, wie Boromeo es endlich seinem fiesen Wächter richtig zeigt, oder? ;)


    Ohne Leserunde wäre ich schon längst durch mit dem Buch, so gut gefällt mir die Geschichte bisher! 8)

  • Danke, Heimfinderin, da brauche ich nicht mehr so viel zu schreiben ;D


    Ja, die Figuren sind sehr emotional und liebevoll gezeichnet. Die aktiv handelnde Jazemina gefällt mir sehr gut. sie hat plötzlich so viel Mut. Und komischerweise möchte ich auch Edelhard Gutes wünschen, aber es geht nicht. Er hat schon zu viel getan, da kann seine Frau ihm nicht mehr verzeihen, denke ich. Also habe ich auch die Befürchtung, dass er von Peziano ermirdet wird. Damit ist Daroca beide los. Es gelingt Marco allerdings selbst Daroca als eine in ihrer Welt Gefangene dazutellen. Sie will die Macht und es fällt ihr nicht immer leicht worauf sie dafür verzichten muss.


    Ja, Du hast mit der Vermutung den Bruder als Täter zu sehen wohl recht gehabt. Ich hatte den Stallburschen im Verdacht, aber von der falschen Seit her, dabei hätte ich es wissen können, wer der Stallbursche ist. Die Vermutung, dass der Bierbrauer mit drin steckt gab es doch auch, oder? Was ist dieser Mensch doch dumm, zu denken, er könne das überleben.
    Aber die Idee, dass hier bewußt ein falscher Verdacht gesteut wird ist natürlich durchaus überlegenswert. Was hätte der Danilo davon? Auf diese Frage gibt es eigentlich keine Antwort, zumindest finde ich keine, noch nicht einmal, wenn ich bedenke, dass der doch ziemlich dumm ist und seinem Bruder nicht das Wasser reichen kann.
    (übrigens warum heißt er eigentlich Danilo, das ist doch ein slawischer Name und auch noch der des Steinschleifers aus der "Steinernen Blume", irgendwie passt der Name für mich nicht)


    In der Szene mit Esfira, dachte ich schon, es wäre ihr gelungen, ie zurückzuholen. Scheinbar ringt sie mit dem Tod (der Baum it doch das Symbol des Todes, oder?), der sie noch nicht geholt hat, weil sie noch eine Aufgabe hat. Würde das passen? Vielleicht schreit sie "uns", weil ja schon viele tot sind und sie deren Sterben miterlebt hat? Vielleicht ist es auch das Wissen um die Todesnähe von Boromeo?


    Mir gefällt das Verhalten von erresto sehr gut. Leider weiß ich noch nicht, wie der die Familia überzeugen will. Ob Cecano ihm den Beweis erklären kann? Er weiß jetzt, dass er den Beweis hat, aber reicht dieses Wissen? Irgendwie tut mir Debona auch leid. Sie ist eine gute Silberschmiedin und ich finde es toll, dass Erresto sich so in sie hineinversetzen kann um zu zeigen, wie es ist, wenn die Soberana sich alles nehmen kann was sie will. Ziemlich viel Kritik an den Familias hier bei Marco. Mir gefällt das.


    Mir geht es auch so. dass ich eigentlich weiterlesen will, aber es ist auch schön hier zu warten und die verschiedenen Sichtweisen zu erleben. Also dann sehen wir mal was die anderen so gelesen haben. Die Geschichte lese ich jetzt.

  • Ich fand es auch sehr schade das Vanessa sterben mußte. Andererseits war sie es auch ein bisschen selber Schuld. Hat sie ja keiner gezwungen in die Flammen zu laufen. Ich glaube auch das Laurenzio jetzt gelernt hat das man sich aus den Intrigen der Stadt nicht raushalten kann solange man dort wohnt.


    Das Jazemina sich so bei den Amazettis einschleichen konnte fand ich spannend. Da war ich selber sehr angespannt ob sie erwischt wird. Die Sache das Esfira gefangen ist und von faulem Holz besorgt mich. Der faule Baum ist keines Falls das Zeichen des Todes bei DSA. Sehr wohl aber ist der faule Baum das Zeichen Agrimoths, des dämonischen Herren der pervertierten Elemente sowie des dämonischen Handwerkes und Gegenspieler von Ingrimm, dem göttlichen Herrn über die natürtlichen Elemente und das aufrichtige Handwerk. Es kann durchaus sein, dass der Erzdämon in Taladur sein Unwesen treibt. Ich meine mich auch daran zu erinnern, dass die Traumwanderer einen großen schwarzen Baum über der Stadt gesehen haben im letzen Band.


    Darocas Intrigenspiel mit Peziano sieht ihr wieder ähnlich. Der Storyfaden weiss gut zu unterhalten.

  • Ich dachte, den Baum hätten sie im Traum gesehen und wollten dort auch hin, um ins Land der Toten einzudringen ohne zu sterben. Oder habe ich da was falsch verstanden? Ich habe eben von DA keine Ahnung.

  • Richtig, den Baum hat sie gesehen aber mich hat das schon stark gewundert, bzw. habe ich mich gefragt was der Baum hier zu bedeuten hat.


    Der gesunde Baum ansich ist bei DSA nicht direkt mit irgendwas belegt.


    Und nur weil Sie dahin wollte muss das ja nicht bedeuten, dass es auch sinnvoll/gesund ist dahin zu wollen. Gerade die Dämonen sind sehr trügerisch in ihrem Handeln und verschleiern oft ihre wahren Ziele bei DSA.


    Warten wir mal ab. Ist ja auch nur ne Vermutung von mir.

  • Zitat

    Ich dachte, den Baum hätten sie im Traum gesehen und wollten dort auch hin, um ins Land der Toten einzudringen ohne zu sterben.


    Ich hatte immer eher den Eindruck das dieser Baum Yeladors Ziel war. Und er die herrausragenden Fähigkeiten Esfiras genutzt hat um diesem Ziel näher zu kommen. Was allerdings bisher nicht klar wurde, was Yelador dort sucht. Oder habe ich das total missverstanden?

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Wegen des Baumes habe ich jetzt noch mal im 2. Buch nachgeschaut. Ab Seite 263 unten ist von dem Baum mit den gefangenen Gesichtern (die Yelador noch ängstlich anschaut, ob nicht sogar er selbst schon unter diesen ist) die Rede und Yelador nennt ihn "Borons Seelenbaum" und dass es schon vorkam, dass jemand nicht zurückkam. Deshalb hat sich bei den ganzen Erwähnungen von Rinde und Borke im Zusammenhang mit Esfira bei mir eben das Bild vor Augen geschoben, dass sie eben von diesem Baum momentan festgehalten wird. Aber ich kenne mich ja auch nicht aus damit und habe da nur ein Verbindung von den Beschreibungen her gezogen.

  • Ja, Heimfinderin, genauso habe ich das gesehen. Nun sollte Marco was dazu sagen. Also ich glaube, dass Yeladur zu dem Baum wollte (warum auch immer, Neugier auf das Reich der Toten oder vielleicht die Errettung einer Seele ? Er wollte aber nicht sterben. Der Rabe ist der Todesvogel habe ich mir sagen lassen.

  • Hallo zusammen!


    Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich sagen soll. Ich soll ja nicht spoilern ;)


    Man darf vielleicht nicht aus den Augen verlieren, dass Yelador selbst ein Fehlgeleiteter ist (die Borongeweihten, denen er ja selbst angehörte, scheinen ja nach ihm zu suchen). Insofern ist seine Interpretation und seine Vorstellung des Göttlichen vielleicht nicht die ultimative Wahrheit. Auch wenn Schlaf und Tod miteinander verwandt sein mögen, so ist längst nicht klar, ob es vom Traumreich ins Totenreich eine Verbindung gibt wie Yelador sie sucht.


    Merkwürdig ist doch auch, dass offensichtlich mehrere Personen dasselbe zur selben Zeit Träumen können.

  • Ich finde ja die Sache mit den Träumen so besonders geheimnisvoll und auch unheimlich. Und gerade die Möglichkeit, so viel darüber nachdenken zu können, macht für mich die Geschichte immer wieder spannend. Ich bin sehr gespannt darauf, was bis zum Ende der Reihe noch alles in Bezug auf die Träume passiert.


  • hui, jetzt ist es hier aber schon eine gaaaaanze Weile ruhig. Seid ihr alle im Urlaub?


    Ja so in etwa Marco. Ostern war für die weiträumige Familie da. Mein Sohn hat derzeit Ferien und wir spielen ziemlich häufig.
    Gelesen habe ich den Abschnitt jetzt. Mal schauen, wann ich zum Schreiben komme. Gerade habe ich den Outtake 'Welt in Trümmern' gelesen. Schade, das es der Text nicht ins Buch geschafft hat.
    Die Szene gefällt mir gut. Zuerst dachte ich das wird wieder so eine 'Freund setzt sich für Boromeo ein und wird bestraft'- Story. Die Wendung hat mich dann doch positiv überrascht. Endlich tut Boromeo etwas gegen seine Peiniger, er tötet Jacopo. Und man nimmt es ihm nicht mal übel unter den Aufsehern. Offensichtlich mochte ihn und seine Methoden niemand. Oder derjenige, der Boromeo holen kommt ist sehr mächtig. Auf jeden Fall entwickelt sich die Figur Boromeo in diesem Outtake grundsätzlich weiter. Was mich einmal mehr zu der Frage bringt: Warum steht die Szene nicht im Buch?

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL


  • hui, jetzt ist es hier aber schon eine gaaaaanze Weile ruhig. Seid ihr alle im Urlaub?


    Ich hoffe, es stört dich nicht so sehr, dass die Runde so lange läuft. Normalerweise sind die Leserunden viel schneller vorbei und unsere Minigruppe ist da gerade ein Ausnahme. Andererseits finde ich es auch gut, dass wir hier trotzdem gemeinsam lesen und entsprechend warten, gerade, weil wir so wenige sind. Üblicherweise spurten viele durch das Buch und einzelne Nachzügler hinterher, was in einer großen Runde nicht gleich so auffällt und sich gut verteilt, so dass es trotzdem genug Diskussionspartner gibt. Ich hoffe, du hast noch ein bisschen Geduld mit uns?


    Nun wird es aber auch hier mal weitergehen, ich bin auch mit dem nächsten Abschnitt durch und werde mich bald dazu melden. :winken:



    Was mich einmal mehr zu der Frage bringt: Warum steht die Szene nicht im Buch?


    Ja, gerade diese Szene fand ich auch ganz interessant für den Charakter Boromeos und ich frage mich auch, warum gerade sie rausgefallen ist.

  • Zitat

    Besonders leide ich natürlich mit Laurenzio mit, der seine geliebte Vanossa tatsächlich im Brand verloren hat. :'( Ach Mensch, die beiden waren so süß zusammen und nun wird sich Laurenzio sicher zum Negativen verändern und sein weiches unschuldiges Herz wird hart und bitter werden.


    Das ist wirklich eine sehr traurige Sache. Bestätigt aber wieder einmal meine These, das die Liebe in Taladur keine Zukunft hat.
    Die Szene an der Familiengruft ist großartig. Vanossas Tod hat Laurenzio wirklich sehr verändert. Er wird Rache nehmen. Aber im Grunde ist er ein guter Kerl, und als angehender Magier sehe ich ihn auch gewissermaßen als 'Freigeist'. Ich denke er wird sich aus diesem Dilemma befreien können, wenn sein Rachedurst erst einmal gestillt ist.


    Zitat

    So und wie es aussieht, hatte ich mit meinem Verdacht gegen den Bruder des Doms gar nicht so unrecht, wenn die Aussage des Stallburschen stimmt. Danilo scheint wohl doch einen Weg gesucht und gefunden zu haben, gegen seinen übermächtigen Bruder aufzubegehren.


    Zitat

    Was hätte der Danilo davon? Auf diese Frage gibt es eigentlich keine Antwort, zumindest finde ich keine,


    Ja jetzt kommt eine Familiainterne Fehde dazu. Ich denke schon, das die Aussage des ehemaligen Bierbrauers stimmt. Er hat eigentlich keinen Grund mehr zu lügen und steht mit dem Rücken zur Wand. Der Dom war einmal gnädig, ein zweites Mal wird er es höchstens für die Wahrheit sein. Die Frage ist doch, hat Danilo das Feuer selbst gelegt? Oder hat er nur die Weichen gestellt?
    Was er davon hätte, hat er ja schon deutlich im Gespräch mit seinem Bruder gesagt. Er stimmt mit seiner Politik, die Familia bleibt immer im Hintergrund, nicht überein. Und er will einen Sitz im Erzenen Rat. Dann kommt die Demütigung des Doms hinzu, was den Ausgang des Duells gegen Zahir angegeht. Er hat eine Menge guter Gründe, um gegen seinen Bruder vorzugehen.


    Zitat

    Jazemina schafft es also tatsächlich Esfira zu "sprechen". Hmmm, die arme Esfira ist ja völlig gefangen! Spricht sie auf S. 268/269 in der dritten Form von sich selbst, als sie sagt: "Sie ist gefangen.


    Wenn Du recht hast Heimfinderin könnte es aber auch bedeuten, das jemand anderes von ihrem Geist in der Traumwelt Besitz ergriffen hat. Und dieser andere Geist spricht durch Esfira mit Jazemina über ihren Zustand.
    Mir scheint aber wahrscheinlicher, das Esfira sie selbst ist und von einer weiteren weiblichen Person erzählt, die sie in dem ganzen Gespräch als 'Sie' bezeichnet. Aber wer ist 'Sie' dann, die durch Träume auf sich aufmerksam macht, durch Träume Infos weiter gibt? Eine frühere Traumwanderin, die verstorben ist (wurde da nicht mal jemand erwähnt?)? Oder ist 'Sie' der Grund warum Yelador unbedingt in die Traumwelt will, einen Übergang zwischen Traum und Totenreich sucht? Vielleicht kam diese Verbindung mit Esfira zustande, als sie dem 'Totenbaum' zu nahe kam? Das Thema bleibt auf alle Fälle spannend.


    Zitat

    Mir gefällt das Verhalten von erresto sehr gut. Leider weiß ich noch nicht, wie der die Familia überzeugen will. Ob Cecano ihm den Beweis erklären kann? Er weiß jetzt, dass er den Beweis hat, aber reicht dieses Wissen?


    Die Szene im Castello der Wehr zwischen Erresto und Kallista ist wirklich großartig, wenn auch schon fast ein bißchen zu modern für einen 'Fantasyroman'. Das ist ein klassisches Gespräch zwischen zwei Kriminalbeamten auf der Suche nach der Wahrheit, das es in jedem Krimi gibt, von Marco aber glaubwürdig ins Setting gesetzt.
    Ich denke schon, das Erresto das Wissen reicht. Er ist ein schlauer Kopf. Er wird sich die Beweise jetzt durch Hilfe z.B. von Cecano festigen lassen und dann Debona überführen. Ich denke also das in diesem Band der Mord an Guliana Tandori entgültig aufgeklärt wird.


    Zitat

    Sogar Edelhart tat mir leid, als er im Tempel um einen Neuanfang mit Jazemina bettelte


    Die Szene im Traviatempel ist sehr emotional. Sie zeigt mir eine sehr sympathische Seite an Edelhart, dessen grundsätzliches Denken mir näher liegt, als diese almadische Leichtlebigkeit. Auch wenn seine Handlungen oftmals nur schwer zu rechtfertigen sind. Aber seine Reue ist echt. Und auch seine Verzweiflung. Allerdings sieht er wohl selbst auch kaum eine Chance mit Jazemina ins Reine zu kommen, wenn er es sich auch noch so sehr wünscht. Denn zum Schluß, als er den Traviatempel verläßt, opfert er das Versöhnungsgeschenk der Guten Frau.


    Gespannt bin ich auf die Auseinandersetzung mit Peziano, der sicherlich nicht einfach verschwindet nach seinem Gespräch und der verpassten Liebesnacht mit Daroca. Ich glaube er sieht seinen Streit mit Edelhart jetzt als etwas zutiefst persönliches (immerhin ist der Kerl hinter seiner Daroca her), und wird nicht die Familias hineinziehen, sondern die Entscheidung im Duell suchen. Ich fürchte nur, das würde er nicht überleben. Denn im Gegensatz zu ihm (sein Wissen ist ja nun in der Welt und wird dort ihren Schaden schon noch irgendwie anrichten), wird Edelhart noch gebraucht.

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    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()

  • Das ist wirklich eine sehr traurige Sache. Bestätigt aber wieder einmal meine These, das die Liebe in Taladur keine Zukunft hat.


    Ja, irgendwie hat die Liebe in dieser Welt wirklich keine Zukunft. :'(



    Aber im Grunde ist er ein guter Kerl, und als angehender Magier sehe ich ihn auch gewissermaßen als 'Freigeist'. Ich denke er wird sich aus diesem Dilemma befreien können, wenn sein Rachedurst erst einmal gestillt ist.


    Das hoffe ich auch, denn er war von Anfang an so sympathisch und es wäre furchtbar, wenn er aus dieser Geschichte "zerstört" wieder herauskommt.



    Wenn Du recht hast Heimfinderin könnte es aber auch bedeuten, das jemand anderes von ihrem Geist in der Traumwelt Besitz ergriffen hat. Und dieser andere Geist spricht durch Esfira mit Jazemina über ihren Zustand.
    Mir scheint aber wahrscheinlicher, das Esfira sie selbst ist und von einer weiteren weiblichen Person erzählt, die sie in dem ganzen Gespräch als 'Sie' bezeichnet. Aber wer ist 'Sie' dann, die durch Träume auf sich aufmerksam macht, durch Träume Infos weiter gibt?


    Oh, das sind interessante Varianten. So weit habe ich gar nicht gedacht, dass diese Vermischung von "Sie" und "ich" auch etwas Reales bedeuten könnte und nicht nur eine Verwirrung des Geistes durch den Traum ist. Das macht die sowieso schon interessanten Überlegungen über die Traumwelt noch spannender. Vielleicht "sprechen" ja wirklich andere Gefangene durch Esfira, haben mit ihr die Möglichkeit aufgegriffen, sich auch bemerkbar zu machen. Oder ja, vielleicht hat Esfira jemanden dort gefunden, über den sie spricht und der wichtig ist. Ich kann mich gerade nicht genau erinnern, aber es kann sein, dass mal jemand "Verlorenes" erwähnt wurde (hier muss ich aber aufpassen, dass ich keine Bücher vermische, denn eine derartige Szene ist mir aus einem anderen Buch auf jeden Fall in Erinnerung). Und du hast Recht: die Suche nach einer "Sie" könnte auch eine Motivation Yeladors gewesen sein, in dieses Traum- oder Totenreich einzudringen. Spannende Gedanken zum Weitergrübeln. 8)



    Die Szene im Castello der Wehr zwischen Erresto und Kallista ist wirklich großartig, wenn auch schon fast ein bißchen zu modern für einen 'Fantasyroman'. Das ist ein klassisches Gespräch zwischen zwei Kriminalbeamten auf der Suche nach der Wahrheit, das es in jedem Krimi gibt, von Marco aber glaubwürdig ins Setting gesetzt.


    Die "Krimiszenen" gefallen mir auch gut (ich lese ja sehr gerne Krimis ;) ) . So etwas kommt in einem Fantasyroman ja eher selten vor und wirkt daher deshalb schon ungewohnt und modern, denke ich. Insgesamt passt es aber tatsächlich gut hier rein und Erresto ist für mich sowieso von Anfang an schon eher eine modernere Person in diesem Setting gewesen, ohne dass ich erklären kann, warum. Vielleicht, weil er nicht so zu den traditionellen Familias und deren Traditionen gehört. Auf jeden Fall nehme ich Erresto ein eher "modernes" Verhalten automatisch ab, was ich einem Tandori oder Amazetti etc. etc. nicht abnehmen würde.

  • Glaubwürdige Krimihandlungen in Fantasygeschichten sind immer so ein Dilemma für den Autor:


    Das Problem mit Krimihandlungen in Fantasy- bzw. historischen Geschichten ist immer, dass in unserer irdischen Welt die Aufklärung von Verbrechen bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch Gotteswerk war. Verbrechen kamen heraus, weil es Gottes Wille war und aus demselben Grund blieben sie versteckt. Erst danach beginnen die Menschen es als ihren Job anzusehen, Verbrechen zu verfolgen und noch in dieser Welt zu bestrafen. Und erst dann entwickeln sich Ermittlungsbehörden und -methoden.
    Insofern erscheint uns jede Handlung, die in einer früheren Zeit angesiedelt ist, wahrscheinlich automatisch anachronistisch. Die Aufklärung von Verbrechen setzt ein aufgeklärtes Denken voraus, dass sich bei uns erst im 18. Jahrhundert entwickelt hat und da Fantasywelten meist die Gepflogenheiten (Gewalt und Barbarei z.B.) ihrer Vorbild-Epochen adaptieren, kopieren sie damit eigentlich auch die Geisteshaltung, in der die Aufklärung von Verbrechen schwer möglich ist.
    Als Leser muss man den Kompromiss, dass solche Aufklärung dann irgendwie nicht in die Zeit zu passen scheint, eingehen, wenn man einen Krimi lesen will. Denn der Ermittler muss eine modernere Geisteshaltung besitzen als seine Zeitgenossen. Das macht ihn zum Exot, muss aber die Handlung nicht automatisch unglaubwürdig machen. Leonardo da Vinci war seiner Zeit als Erfinder schließlich auch weit voraus. Aber ich glaube anders geht es nicht, wenn man einen Krimi will, der vom Protagonisten selbst gelöst wird. Eine realisitische, in die Zeit passende Krimi-Handlung, könnte sonst nur per Deus ex Machina bzw. Kommissar Zufall aufgeklärt werden - und das würde den Leser verärgern, weil die Auflösung seinen Lesegewohnheiten widersprechen würde.


    Aber ich glaube, nur die wenigsten würden eine Handlung als schlecht beurteilen, weil sie da zu modern wirkt. Als besonders extrem hab ich den Mentalitätsunterschied in diesem Pro7-Film empfunden - weiß nicht, ob ihr den kennt - Isenhard oder wie der hieß. Das spielt im tiefsten Mittelalter und der Protagonist geht trotzdem vor wie ein moderner Krimi-Ermittler, wirkt unter den Zeitgenossen dann natürlich auch entsprechend merkwürdig. Wie ein Zeitreisender :)

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen