01 - Anfang bis Seite 63

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  • Hallo liebe Leserunde,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Das Spiel der Türme" und ich begrüße alle Teilnehmer und ganz besonders Marco Findeisen, der uns hier zum ersten Mal begleiten wird. Schön, dass Du so kurzfristig mit dabei bist! :-*


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können.


    Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 63 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Es gibt noch 2 Outtakes zu Taladur 3, die Marco bei Ulisses online gestellt hat. Den Link dazu werde ich im entsprechenden Leseabschnitt einfügen, sobald ich die Information dazu von Marco erhalten habe.


    Ich wünsche uns nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!!! :winken:


    Liebe Grüße
    Heimfinderin

  • Hallo zusammen,


    Hier ist der Link zu den erwähnten Outtakes. Ganz unten am Ende des Textes findet ihr den Link zur Datei. Vielen Dank an Marco für dieses Zusatzmaterial :winken:


    Die erste Szene dort heißt "Scharfe Kanten" (Seite 1 bis 9) und kann direkt hier im Anschluss an diesen Abschnitt, also nach Seite 63, gelesen werden, bevor es dann in den zweiten Abschnitt geht.


    Die zweite Szene folgt dann später mit entsprechendem Hinweis.

  • Endlich zurück in Taladur. Knapp ein Monat liegt zwischen dem Ende von 'Last' und dem Anfang von 'Spiel', fast so lange wie zwischen der letzten und dieser Leserunde.


    Und was für ein Anfang. Action, gleich zu Beginn erleben wir einen Überfall Amarias aus der Perspektive der Söldnerin Geniosta . Sie kann ihr sogar eine Fibel, mit dem Familienwappen entreissen. Ich bin gespannt, was sie damit anfangen wird.


    Auch eine neue Figur lernen wir kennen: den jungen Magier Laurenzio, von der Akademie in Punin geflogen, wegen eines Streichs. Ein toller Charakter, und endlich ein Zauberer, der nicht gleich als 'Böse' eingeführt wird. Offenbar hat der Dom wohl seine Ausbildung bezahlt. Jetzt steht er also in seiner Schuld. Wie der Dom wohl die Schulden eintreibt.
    Ich mag Laurenzio. Seine Unerfahrenheit und seine gewisse Feldfremdheit (Ach der Dom hat bezahlt) werden ihm bestimmt noch eine Menge Ärger einbringen.


    Bisher ein guter Einstieg. Aber zwanzig Seiten habe ich noch...

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Ich dachte schon, ich bin die letzte, weil ich am 1. nicht sofort anfangen konnte zu lesen....


    Zunächst ein großes Dankeschön an Marco, denn zum ersten Mal sehe ich Taladur wirklich vor mir. Bisher waren die Türme für mich buchstäblich im Nebel verborgen. Die Sicht des Puppenspielers gefällt mir sehr und ich hoffe, er bleibt uns in irgendeiner Form erhalten. Es war super beschrieben, wie sich der Vorhang öffnet zu dieser Stadt und ebenso finde ich die Erklärung toll, warum sich die Herrschaften in Türme zurückziehen :)


    In diesem Anfang steckt viel Liebe zu den Personen, allerdings habe ich Angst, dass wir sie nur so sehr lieben sollen, damit wir besser weinen können, wenn sie sterben oder anderweitig zerstört werden. Ja, sogar der Edelhart bekommt liebenswerte Züge und ein wenig Verständnis von mir (aber nur ein wenig!)
    Schade, dass Jazemina kein differenzierteres Vorgehen zeigt. Ihr mußte doch bewußt sein, dass sie auf direktem Weg nur Streit erzeugt und nicht mehr erfahren wird. Nun, trotzdem, sie hat mehr erfahren als ich dachte. Er hat sich hinreißen lassen seinen Beitrag zuzugeben. Schön wäre es gewesen, wenn sie den ihrer Schwester auch erfahren hätte. Nah dran ist sie ja.


    Laurenzio gefällt mir gut, ich befürchte zu gut. Die Szene seiner Heimkunft war lieb geschrieben und sehr einfühlsam für Mutter und Sohn. Was ich nicht verstehe ist, warum die Menschen ihren Soberans immernoch trauen. Eigentlich müßten sie doch wissen, dass man sich da mit dem Teufel einläßt? Nun, ich hoffe, ich irre mich. aber ich habe die Befürchtung, dass der Dom was Gemeines mit ihm vor hat.


    Obwohl es der Beginnist erst jetzt ein Wort zu der mutigen Verteidigerin Genista. Eine anrührende GEschichte. Was ist aus dem Zug geworden? Was aus dem, den sie beschützen wollte? Wieso hat sie die Besitzerin der Nadel nicht gefunden? So viele Fragen und ein sehr schleimiger Dom, bei dem ich irgendwie das Gefühl habe, dass er auch diesen Mut nur benutzen wird.



    (Warum diese Anrede "Effendi" und - ich kenne mich in Aventurien nicht aus, aber da es ein Wort aus der realen Welt ist, deutet es auf ein Wüstenvolk hin? Stammt der Diener oder der Dom von den Tulamiden ab?)

  • Zitat

    Was ich nicht verstehe ist, warum die Menschen ihren Soberans immernoch trauen. Eigentlich müßten sie doch wissen, dass man sich da mit dem Teufel einläßt?


    Ich sehe das nicht ganz so. Eigentlich ist es ein Verhältnis zu beiderseitigem Nutzen. Der Soberan, die Soberana bietet Schutz, Sicherheit und Hilfe; das Familienmitglied bietet seine Arbeitskraft, Loyalität und mehrt den Besitz des Soberan, der Soberana. Das funktioniert in einer Gesellschaft, in der der Einzelne kaum eine Möglichkeit hat, sich selbst im Konfliktfall zu helfen ganz gut. Immer vorrausgesetzt, keine der beiden Seiten mißbraucht seine Stellung. Einen Pakt mit dem Teufel, würde ich es nicht nennen. Es ist ein kalkulierbares Risiko für beide Seiten. Wobei natürlich auch vieles vom Wohl und Wehe des Soberans abhängt. Aber wenn der oder die die Aufgabe ernst nimmt, sind Grausamkeiten aller Art kontraproduktiv.


    Zitat

    (Warum diese Anrede "Effendi" und - ich kenne mich in Aventurien nicht aus, aber da es ein Wort aus der realen Welt ist, deutet es auf ein Wüstenvolk hin? Stammt der Diener oder der Dom von den Tulamiden ab?)


    Im Text wird zumindestens auf die braune Hautfarbe des Dieners hingewiesen, zusammen mit der Sprache weist das auf einen Tulamiden hin. Sie haben ihr Kernreich wohl südöstlich der Wüste Khom, die unterhalb Almadas liegt. Aber sie sind wohl im ganzen Gebiet bis nach Punin verbreitet. Da hätten wir dann auch die Nähe zu Taladur.
    Ich hoffe, das ist ungefähr richtig.

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  • Hallo zusammen,


    ich bin auch sehr gut wieder in Taladur eingetroffen. Irgendwie wirkt alles schon so schön vertraut, wie nach Hause kommen. :)
    Mich fasziniert ja immer noch, dass die Geschichten von unterschiedlichen Autoren geschrieben werden und trotzdem die Figuren wie selbstverständlich "weiterleben". Selbst ich als Leser :vogelzeigen: habe nun schon überlegt, wie die einzelnen übergreifenden Figuren es wohl finden, wenn immer wieder neue Leute ihr Leben bestimmen und ihnen Worte in den Mund legen. ;D Sonst haben die Figuren nur einen Erzeuger, den sie kennen und den sie mit der Zeit im Griff haben ;) , hier werden sie immer weitergereicht, was aus Sicht der Figuren sicher frustrierend sein kann. ;)


    Aber im Ernst, ich finde das immer noch sehr gut gemacht und habe auch hier das Gefühl, dass zwar der Stil wieder anders ist, z. B. irgendwie ausführlicher in den Beschreibungen der Umgebung und Personen , aber trotzdem die Atmosphäre insgesamt wieder wunderbar passt.


    Marco, wie ist es dir denn damit ergangen, schon vorhandene Figuren zu übernehmen, so im Vergleich zu Figuren, die" nur dir alleine" gehören?



    Und was für ein Anfang. Action, gleich zu Beginn erleben wir einen Überfall Amarias aus der Perspektive der Söldnerin Geniosta .


    Ja, ich dachte auch gleich, als das weiße Pferd beschrieben wurde, dass es Amaria sein muss. Aber ist sie brutaler in den Überfällen geworden? Haben sie sonst auch schon dabei gemordet? Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass sie eigentlich nicht so negativ auffallen wollten, sich eher aus dem Staub gemacht haben, und hier sticht sie auf einen Gardisten ein...


    Jedenfalls gefällt mir gar nicht, dass der Dom nun die Fibel hat und sich noch sehr gut an die Sache damals bezüglich ihres Pferdes erinnert. Für Amaria wird das nun sicher unangenehm werden, bzw. der Dom hat nun richtig was in der Hand gegen sie. :(


    Obwohl es der Beginnist erst jetzt ein Wort zu der mutigen Verteidigerin Genista. Eine anrührende GEschichte. Was ist aus dem Zug geworden? Was aus dem, den sie beschützen wollte? Wieso hat sie die Besitzerin der Nadel nicht gefunden? So viele Fragen und ein sehr schleimiger Dom, bei dem ich irgendwie das Gefühl habe, dass er auch diesen Mut nur benutzen wird.


    Ja, der Dom wirkt hier vorne herum großzügig und hinten herum erntet er kräftig damit. Puhhh, der weiß echt, wie er seine Macht erhält und mehrt, und das völlig unauffällig. Denn einerseits kauft er sich alle ein, die er braucht, so dass sie gar nicht anders können, als ihm seine Güte zu vergelten und zu tun, was er als Gegenleistung von ihnen "erbittet". Auch Lorenzo hat er ja nun so im Griff, ich bin gespannt, was er von ihm fordert für seine Hilfe. Und andererseits bleibt er ganz bewusst im Hintergrund, strebt keinen Sitz im Erzernen Rat ein, weil er unbeobachtet besser die Fäden ziehen kann. Beides also Maßnahmen, um von allen unterschätzt zu werden.



    Auch eine neue Figur lernen wir kennen: den jungen Magier Laurenzio, von der Akademie in Punin geflogen, wegen eines Streichs. Ein toller Charakter, und endlich ein Zauberer, der nicht gleich als 'Böse' eingeführt wird.


    Ja, Laurenzio gefiel mir auch gleich. Er wirkt so sympathisch unbedarft und ich musste sofort an Hogwarts denken, als von der Akademie und den Streichen die Rede war. ;D Ich fürchte, er wird im Laufe der Geschichte noch einiges von seiner Naivität verlieren und ich hoffe gleichzeitig schon, dass er doch wohlbehalten diese Geschichte überlebt.



    Ja, sogar der Edelhart bekommt liebenswerte Züge und ein wenig Verständnis von mir (aber nur ein wenig!)


    Ja, so ging es mir hier auch, als er den Schmuck kaufte und über einen Neuanfang mit Jazemina nachdachte. Da wurde er mir tatsächlich sympathisch (schönen Gruß an Bernd, falls du hier mitliest. :winken: ;D ) Aber leider war das nur von kurzer Dauer, auch wenn ich sein Verhalten nach der Eröffnung der Schwangerschaft und Jazeminas "Verhör" nun besser nachempfinden kann, als vorher. Seine Enttäuschung über den Verrat war sicher bitter, nachdem er sich nun so gut mit Jazemina stellen wollte, und so hat sein Frust nun einen guten Grund.


    Dafür ist Daroca noch ganz die Alte. Wen auch immer sie sich nun als Ehemann und Vater ihrer schnell zu zeugenden Kinder erwählt, tut mir jetzt schon leid. ;D


    Ja, und wie es Boromeo in der Mine ergeht ist wirklich schrecklich. Ich hoffe, er kommt nicht erst im letzten Buch dort weg, das ist ja nicht auszuhalten! Dieser Wärter Jacopo war mir ja schon immer extrem unsympathisch, aber hier ist es noch schlimmer geworden. :o:( Ich musste echt schlucken bei der Szene.


    Bisher gefällt mir dieser dritte Teil schon gleich wieder sehr gut und ich bin gespannt, wie es weitergeht.


  • Ich sehe das nicht ganz so. Eigentlich ist es ein Verhältnis zu beiderseitigem Nutzen. Der Soberan, die Soberana bietet Schutz, Sicherheit und Hilfe; das Familienmitglied bietet seine Arbeitskraft, Loyalität und mehrt den Besitz des Soberan, der Soberana.


    Ist das nicht auch das Prinzip der Mafia?



    Vielen Dank für die Erklärung. Ich dachte mir schon, dass der Diener daher stammt, fand es aber komisch, dass er seinen Herrn so anspricht und sich nicht den sprachlichen Gewohnheiten seines Herrn anpassen muss.

  • Ich habe jetzt die Szene mit Boromeo gelesen und fand sie toll. Es ist zwar klar, dass sie rausgeflogen ist, denn in der Kernaussage haben wir das ja schon mal (Freund wird für ihn gepeinigt- Corvara, die sterben muss) aber diese Szene finde ich besser. Sie ist stimmig.
    Besonders gut hat mit die Beschreibung der Mine gefallen. Ich war in Wales mal in einer Mine. Dort hat man dann das Licht ausgemacht und nur eine Kerze brennen lassen, damit man mal einen Eindruck bekommt von den Arbeitsbedingungen und auch die Nischen wurden gezeigt, in denen die Familien gleich in der Mine schliefen, weil sie kein Geld für eine Unterkunft hatten.

  • Hallo zusammen,


    freut mich, dass ich dabei sein kann und mindestens ebenso, dass ihr den Anfang von Teil 3 anscheinend alle sehr gut aufgenommen habt :)
    Ein paar Fragen sind ja bei der Lektüre aufgetaucht und ich versuche mal, darauf zu antworten:



    Ich sehe das nicht ganz so. Eigentlich ist es ein Verhältnis zu beiderseitigem Nutzen. Der Soberan, die Soberana bietet Schutz, Sicherheit und Hilfe; das Familienmitglied bietet seine Arbeitskraft, Loyalität und mehrt den Besitz des Soberan, der Soberana. Das funktioniert in einer Gesellschaft, in der der Einzelne kaum eine Möglichkeit hat, sich selbst im Konfliktfall zu helfen ganz gut. Immer vorrausgesetzt, keine der beiden Seiten mißbraucht seine Stellung. Einen Pakt mit dem Teufel, würde ich es nicht nennen. Es ist ein kalkulierbares Risiko für beide Seiten. Wobei natürlich auch vieles vom Wohl und Wehe des Soberans abhängt. Aber wenn der oder die die Aufgabe ernst nimmt, sind Grausamkeiten aller Art kontraproduktiv.




    Genau so ist es. Taladur ist ein Schmelztiegel einflussreicher Familien, die den Kuchen längst unter sich aufgeteilt haben. Trotzdem glaubt jede, zu wenig davon abbekommen zu haben und strebt nach mehr. Da es nichts gibt, was man noch verteilen könnte, muss man es anderen eben wegnehmen.
    Wer als kleiner Bürger dort sein Auskommen haben will, droht zwischen den Fronten aufgerieben zu werden, wenn er sich nicht einer der Familien andient. Wenn Soberan X beispielsweise die meisten Weingüter in der Umgebung gehören, warum sollte er dann den kleinen Winzer als Konkurrenz akzeptieren. Der wird entweder geschluckt oder vernichtet.
    Solange keiner das System missbraucht, ist es eine Win-Win-Situation. Schutz für den kleinen, Machtzuwachs für den Großen. Vielleicht so eine Art pervertiertes / merkantilisiertes Feudalsystem.





    Ist das nicht auch das Prinzip der Mafia?



    Da könntest du auf einer sehr heißen Spur sein ;)






    Zitat

    Im Text wird zumindestens auf die braune Hautfarbe des Dieners hingewiesen, zusammen mit der Sprache weist das auf einen Tulamiden hin. Sie haben ihr Kernreich wohl südöstlich der Wüste Khom, die unterhalb Almadas liegt. Aber sie sind wohl im ganzen Gebiet bis nach Punin verbreitet. Da hätten wir dann auch die Nähe zu Taladur.
    Ich hoffe, das ist ungefähr richtig.



    Deine Verortung der Tulamiden ist ziemlich treffend. Ich wollte dem Dom einen exotischen Touch verpassen, indem ich ihm einen tulamidischen Diener gebe.






    Hallo zusammen,


    ich bin auch sehr gut wieder in Taladur eingetroffen. Irgendwie wirkt alles schon so schön vertraut, wie nach Hause kommen. :)



    Puh! Da fällt mir ja schon mal ein Stein vom Herzen. Da ist der erste Schritt gemacht.






    Mich fasziniert ja immer noch, dass die Geschichten von unterschiedlichen Autoren geschrieben werden und trotzdem die Figuren wie selbstverständlich "weiterleben". Selbst ich als Leser :vogelzeigen: habe nun schon überlegt, wie die einzelnen übergreifenden Figuren es wohl finden, wenn immer wieder neue Leute ihr Leben bestimmen und ihnen Worte in den Mund legen.




    Das ist eine sehr lustige Idee, aus der sich eigentlich mal ein witziger Dialog machen ließe. Edelhart, Jazemina und Co treffen sich zusammen mit Darth Vader, Spider Man und Perry Rhodan in einer Selbsthilfegruppe und klagen über die Willkür, mit denen Autoren ihnen Zitate in den Mund legen und sie zu Handlungen zwingen, von denen sie vor kurzem (unter dem letzten Autor) nicht gedacht hätten, dass sie dazu in der Lage wären.


    Edelhart: "Hallo, mein Name ist Edelhart"


    Gruppe: "Hallo Edelhart!"


    Edelhart "Manchmal glaube ich ... also ich glaube ... ich höre Stimmen! Mehrere! Und alle sagen sie etwas anderes!" :D





    Aber im Ernst, ich finde das immer noch sehr gut gemacht und habe auch hier das Gefühl, dass zwar der Stil wieder anders ist, z. B. irgendwie ausführlicher in den Beschreibungen der Umgebung und Personen , aber trotzdem die Atmosphäre insgesamt wieder wunderbar passt.


    Marco, wie ist es dir denn damit ergangen, schon vorhandene Figuren zu übernehmen, so im Vergleich zu Figuren, die" nur dir alleine" gehören?



    Hui, also ich glaube, das lässt sich so ohne weiteres gar nicht pauschalisieren. Ich denke, es gab Figuren, mit denen bin ich gleich warm geworden und andere, bei denen ich sicher Schwierigkeiten hatte, einen Zugang zu finden. Nachdem ihr den Roman gelesen habt, dürft ihr gerne mal spekulieren, bei welchen das der Fall gewesen sein könnte ;)
    Manche Charaktere fangen im Kopf sofort an zu leben, sodass man sich mit ihnen fast genauso vertraut fühlt wie mit eigenen Figuren. Andere bleiben eher stumm. Wir hatten im Vorfeld ein Forum angelegt und dort alle Personen gelistet, zum Teil auch mit Charakterskizzen. Wenn solche Skizzen gut geschrieben sind, dann lösen bestimmte Begriffe gleich Assoziationen aus, mit denen man etwas anfangen kann.
    Auch wenn Bernard uns Autoren ein ausgearbeitetes Konzept vorgelegt hatte, gab es an einigen Stellen immer Möglichkeiten, darauf einzuwirken. Zum Beispiel, wenn man schon wusste, worauf man in seiner Erzählung seinen Schwerpunkt legen wollte. So konnte ich Personen in Band 1 und 2 schon platzieren, mit denen ich in Teil 3 dann zum ersten Mal wirklich gearbeitet habe. Andersherum konnte man Figuren, die schon vorgegeben waren auch in gewissen Parametern modifizieren, sodass sie besser in die eigene Handlung passten. Das macht es für den Autoren dann leichter, sich Zugang zu verschaffen.
    Das ging aber nicht immer, zum Beispiel wenn Figuren genau so und nicht anders sein mussten, um später eine bestimmte Handlung glaubhaft zu machen. Nicht jede Figur spielt ja in jedem Band eine ähnlich wichtige Rolle. So macht es keinen Sinn, auf eine Nebenfigur einwirken zu wollen, die für jemand anderen aber später zur wichtigen Hauptperson wird. Und es funktioniert auch dann nicht, wenn der eine Autor eine Handlung für eine Figur glaubhaft hält, ein anderer hingegen meint, dass diese Figur soetwas niemals machen würde. Letztlich sind wir ja sowas wie Theaterintendanten, die einen Stoff erst interpretieren müssen, bevor sie ihn inszenieren können. Da kann es natürlich sein, dass sich auch der Leser denkt "Moment, die Figur war aber vorher doch irgendwie anders". Auch wenn ich so einen Eindruck als Leser selbst nicht mag, kann das natürlich immer passieren, denn was ihr lest, ist unsere jeweils persönliche Interpretation von Taladur.



    Aber auch der Leser - und gerade der - hat natürlich ein Recht darauf, den Text, den er liest zu interpretieren. Das tut er ja automatisch. Da muss ich vorsichtig sein, was ich kommentiere und beantworte. Denn mit der Abgabe des Textes zum Drucker hab ich die Deutungshoheit eigentlich aus der Hand gegeben ;)




    Besonders gut hat mit die Beschreibung der Mine gefallen. Ich war in Wales mal in einer Mine. Dort hat man dann das Licht ausgemacht und nur eine Kerze brennen lassen, damit man mal einen Eindruck bekommt von den Arbeitsbedingungen und auch die Nischen wurden gezeigt, in denen die Familien gleich in der Mine schliefen, weil sie kein Geld für eine Unterkunft hatten.


    Vielen Dank :)
    Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie ich dafür recherchiert habe. Ich weiß, dass ich diese Dunkelheit vor Augen hatte beim Schreiben. Vielleicht hatte ich vorher gerade eine Doku gesehen ... ?

  • Zitat

    Ich wollte dem Dom einen exotischen Touch verpassen, indem ich ihm einen tulamidischen Diener gebe.


    Der Dom scheint ja auch wohl in seinem Lebensstil bzw. Wohnstil stark tulamidisch orientiert zu sein. Wenn ich die Beschreibungen richtig im Kopf habe. Oder sind sich Almada und Tulamidenlande da eher ähnlich?


    Zitat

    Da muss ich vorsichtig sein, was ich kommentiere und beantworte. Denn mit der Abgabe des Textes zum Drucker hab ich die Deutungshoheit eigentlich aus der Hand gegeben ;)


    Um Deutungshoheit geht es da ja auch gar nicht ;). Aber ich finde es sehr hilfreich in mancher Szene oder bei mancher Figur die Herangehensweise des Autors kennenzulernen. Gerade dann, wenn ich etwas als Unglaubwürdig empfinde. Ich freue mich also, wenn Du fleißig kommentierst Marco :)


    Zitat

    Und andererseits bleibt er ganz bewusst im Hintergrund, strebt keinen Sitz im Erzernen Rat ein, weil er unbeobachtet besser die Fäden ziehen kann. Beides also Maßnahmen, um von allen unterschätzt zu werden.


    Ja das ist die Art des Dom wie wir sie bisher kennengelernt haben. Wobei ich nicht glaube, das ihn irgendjemand der anderen Familias unterschätzt, eher im Gegenteil, wenn ich mich an die Äußerungen aus Band 1 und 2 erinnere. Gerade dieses nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen, macht ihn gefährlich.
    Interessant finde ich, das sich in diesem Kapitel ein Konflikt zwischen dem Dom und seinem Bruder Danilo anbahnt. Danilo strebt ja offensichtlich nach mehr Macht und Einfluss. Und er hat ja schon bewiesen, das er hinter dem Rücken seines Bruders handeln kann. Beim ersten Mal (Duell mit Boromeo) hatte er keinen Erfolg. Aber vielleicht hat er ja dazu gelernt. Ich bin neugierig, wie das weiter geht.


    Zitat

    Ja, so ging es mir hier auch, als er den Schmuck kaufte und über einen Neuanfang mit Jazemina nachdachte. Da wurde er mir tatsächlich sympathisch. Aber leider war das nur von kurzer Dauer, auch wenn ich sein Verhalten nach der Eröffnung der Schwangerschaft und Jazeminas "Verhör" nun besser nachempfinden kann, als vorher. Seine Enttäuschung über den Verrat war sicher bitter, nachdem er sich nun so gut mit Jazemina stellen wollte, und so hat sein Frust nun einen guten Grund.


    Ich finde diese Szene auch großartig. Das erste Mal das ich Sympathie für Edelhard empfinde. Verständnis brachte ich ihm schon vorher entgegen. Aber jetzt. Für mich war es auch das erste Mal, das ich negative Gefühle Jazemina entgegengebracht habe.
    Zum ersten Mal waren die beiden auch wirklich ehrlich miteinander. Jetzt weiß jeder, wo der andere steht, auch wenn Edelhard noch einen kleinen Trumpf für sich in der Hinterhand behält.


    Und bevor ich es vergesse: Ich freue mich sehr auf Tagrasch. Hoffentlich bekommt der Zwerg eine größere Rolle, und wir lernen ihre Kultur in der Gegend näher kennen.

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  • Vielen Dank für deine ausführlichen und interessanten Antworten Marco! :)



    Und bevor ich es vergesse: Ich freue mich sehr auf Tagrasch. Hoffentlich bekommt der Zwerg eine größere Rolle, und wir lernen ihre Kultur in der Gegend näher kennen.


    Ja, das habe ich ganz vergessen. Hier wurden ja jetzt die Zwerge schon an zwei Stellen mal wieder erwähnt. Ich habe ja in den bisherigen Büchern schon gehofft, mehr über sie zu erfahren, was ja leider noch nicht der Fall war. Umso mehr warte ich nun in dieser Geschichte darauf. Ich bin zwar eigentlich gar kein Fan von Zwergen, aber hier bin ich seltsamerweise sehr neugierig auf sie. Vielleicht, weil sie in einem für mich so untypischen Umfeld auftauchen? :-\


    Und wer wohl die Leiche war, die Geniosta gefunden hatte? Auf sie wurde bisher gar nicht mehr eingegangen, oder habe ich das überlesen?


    So, morgen fange ich dann endlich mit dem zweiten Leseabschnitt an, nachdem man mir heute meine Lesezeit gestohlen hat. ::)


  • Und wer wohl die Leiche war, die Geniosta gefunden hatte? Auf sie wurde bisher gar nicht mehr eingegangen, oder habe ich das überlesen?


    Wir haben doch noch eine Leiche aus dem 2.Teil 'Die Last der Türme' übrig: Hernando. Er wurde doch von seiner Freundin erschlagen. Was mit dem toten Körper passiert ist, wissen wir doch bisher nicht. Die Leiche wäre ein Kandidat. Ich tippe auf Hernando.


    Zitat

    Ich habe jetzt die Szene mit Boromeo gelesen und fand sie toll. Es ist zwar klar, dass sie rausgeflogen ist, denn in der Kernaussage haben wir das ja schon mal (Freund wird für ihn gepeinigt- Corvara, die sterben muss) aber diese Szene finde ich besser. Sie ist stimmig.


    Eine sehr beeindruckende, glaubwürdige Szene. Du hast zwar recht, in der Kernaussage hatten wir das schon mal. Aber ich finde die Szene ist deutlich erweitert: um die Arbeitsbedingungen unter Tage (die sind neu) und auch die Erweiterung des Wachpersonals um Zwerge (oder habe ich das bisher nur nicht wahrgenommen).
    Du hast recht, die Szene ist stimmiger und glaubwürdiger, als die mit Corvara. Das alles wären für mich gute Gründe gewesen um die Szene im Roman zu belassen.
    Marco, warum genau hast Du die Szene herausgenommen? Oder war es Lektoratsentscheidung?

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    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()


  • Wir haben doch noch eine Leiche aus dem 2.Teil 'Die Last der Türme' übrig: Hernando. Er wurde doch von seiner Freundin erschlagen. Was mit dem toten Körper passiert ist, wissen wir doch bisher nicht. Die Leiche wäre ein Kandidat. Ich tippe auf Hernando.


    Ach ja! Stimmt! Das kann gut sein. Danke für die Erinnerung, denn natürlich wird sie die Leiche nicht der Polizei übergeben haben. Dann bin ich ja mal gespannt.

  • Torshavn: Merk dir die Frage mal, bis ihr das Buch zu Ende gelesen habt. Ich glaube, es ist besser, da erst ganz zum Schluss drauf einzugehen. (Langsam brauchen wir eine Liste mit den am Ende noch zu beantwortenden Fragen, damit keine untergeht :D )

  • Ich habe den ersten Abschnitt die Woche auch schon gelesen aber noch nichts dazu hier schreiben können. Ich bin ebenfalls nach gut einem Monat Pause wieder in Taladur angekommen. Die Stadt gefällt mir von Band zu Band besser und bekommt immer mehr Profil.


    Der Aktionreiche Start hat mir nicht ganz so gut gefallen. Ich war da nach der Lesepause erst mal überfordert. Habe zwar jeden Satz gelesen aber das Gefühl gehabt nichts zu verstehen. Der Fund der Leiche hat mich dann erst richtig ins Buch einsteigen lassen.


    Den Puppenspieler fand ich auch super. Klasse Charakter der direkt plastisch vor meinem Auge entstanden ist. Mal sehen wann wir den wiedersehen.


    Laurenzio fand ich auch direkt super, der gefallene Adept. Hat man eigentlich mitbekommen an welcher Akademie der in Gareth war oder war er Privatschüler einer der Hofmagier?


    Die Auseinandersetzung zwischen Edelhart und Jazemina fand ich auch sehr gut. Jazemina ist wirklich keine nette Ehefrau. Edelhart war mir ja schon in den letzten Büchern sympathisch und kam so auch direkt wieder gut rüber mit seinem Versöhnungsgeschenk. Seine Enttäuschung konnte ich da nachvollziehen. Ich glaube bei den Beiden ist da auch jetzt nicht mehr viel zu kitten.

  • Freut mich, dass Laurenzio so gut ankommt.


    Laurenzio war allerdings Adept in Punin. Der Hofmagier (Galotta), von dem die Rede ist, war nur zu Besuch in Punin und auf der Durchreise zum Allaventurischen Konvent der Magie in Khunchom, der dort in diesem Jahr stattfindet. (Müsste irgendwo mal erwähnt sein im Buch, ist aber voll nebensächlich. Galotta und der Streich mit der roten Farbe war von mir nur ein Osterei für DSA-Fans, die dessen Geschichte kennen und das Fore-Shadowing erkennen).


    "Die olle Pryschia" ist Laurenzios Dozentin und niemand anders als Pryschia von Garlischgrötz-Grangor, die spätere Akademieleiterin und Convocata Prima der Größen Grauen Gilde des Geistes (Gildenvorsteherin).

  • Zitat

    war von mir nur ein Osterei für DSA-Fans


    Ja, ja für die Fans. Galotta habe ich als Leser auch gekannt. Aber die olle Pryschia erkennt man dann wohl nur als Spieler. Gut finde ich aber, das Du beide so eingebaut hast, das sie nicht störend wirken, wenn man in Aventurien nicht zu Hause ist.


    Zitat

    Freut mich, dass Laurenzio so gut ankommt.


    Oh ja das tut er. Er übernimmt in diesem Band ja wohl die Rolle des Naiven, wie vor ihm schon Zahir.
    Und die Liebesgeschichte bahnt sich auch schon an. Auch da greift der Junge gleich nach den Sternen: Vanozza, die Tochter des Dom. Die beiden haben zwar nur eine kleine Szene zusammen. Doch offensichtlich ist Laurenzio nachhaltig beeindruckt.
    Mal schauen, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt. Hoffentlich endet sie nicht wieder tragisch.


    Zitat

    Ich glaube bei den Beiden ist da auch jetzt nicht mehr viel zu kitten.


    Das sehe ich ähnlich. Solange Boromeo lebt, sehe ich keine Chance für die beiden. Stirbt Boromeo in Pemura, könnte es zwischen den beiden im Laufe der Zeit vielleicht doch noch etwas werden.
    Aber ich glaube, da hofft Edelhardt vergebens. Außerdem müssen Jazemina und Boromeo, stellvertretend für alle dramatisch endeden Liebesgeschichten in dieser Serie, sich zum gemeinsamen Glück finden. Sonst wäre es doch all zu traurig.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

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  • Suse

    Hat das Thema geschlossen