09 - S. 469 "Tot oder lebend" - S. 531

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  • Ich wäre gern bei Sarik geblieben, gerade jetzt, wo er so viel zu verarbeiten hat, aber Banneisen und Schneeklinge entwickeln sich ja auch ganz schön. Da haben wir nun den Salat. Das aneinander klammern war auf der FLucht die Rettung. Jetzt ist ein wenig Frieden, wenn auch nur im Auge des Sturms und wir sehen, was April wirklich möchte, Geliebt und geachtet in einer Gemeinschaft leben. Jetzt liebt sie. Ich finde die Liebe zwischen den beiden hat nun wirklich eine Entwicklung durchgemacht. Sie verstehen sich ohne Worte, wissen wie der andere denkt und sie entwickeln wirklich Führungsqualitäten. Ein wenig macht es uns Oliver jetzt schwer indem er sie schwanger werden läßt. Verständlich aber, denn sie hat wohl nie jemanden gehabt, der ihr was von Verhütung erzählt hat und bei der Art von Sex, den die beiden hatten, war das Denken wohl sowieso ausgeschaltet.


    Die Begegnung mit Cassiopeia hat mich überrascht. Ich hatte nicht gedacht, dass sie so wenig für Janner bedeutet hat. Ich fühle mich bestätigt, dass sie seine Träume von Leiengard geteilt hat. Er aber hat sie einfach vergessen, vergraben? verdrängt? Seine Frage "wieso?" Führte bei mir zu einem ungläubigen Kopfschütteln. Das kleine Mädchen in Cassiopeie erinnert ihn an die gemeinsame Geschichte. Schade, dass sie ihm nicht erzählt, dass sie Geschwister sind. Er könnte dann besser mit ihr umgehen.
    Und es würde ihm wohl auch helfen, seine eigene Geschichte besser zu erzählen.
    Welcher Unterschied zwischen dem Buchhalter Iason und dem Schwertkämpfer Ianus. Da bekommt man doch eine ganz andere Sicht auf Buchhalter.
    Nun aber, trifft er eine heldische Entscheidung, ohne mit seiner Frau zu reden, hinterläßt einen Brief, obwohl sie nicht lesen kann. Das ist mir zu sehr klischee und irgendwie passt es nicht zu ihm. Er weiß doch, dass seine Frau ihn nicht aufgeben wird und er dadurch sie mehr in Gefahr bringt als sie ist. Zu zweit haben sie vielleicht eine Chance und April würde lieber mit ihm sterben, als ohne ihn leben. Sie hat ihn doch in letzter Zeit beschützt.


    Verrat ist immer besonders traurig und wenn es dann noch passiert weil einer einfach zu betrunken war! Naja, man wußte, dass er trinkt. Bei solchen Aktionen sollte eine "Urlaubssperre" erteilt werden ;D.


    Geschickt hat Oliver aber nun den Personenkreis eingeengt. Wir können uns also auf die wenigen Hauptpersonen konzentrieren. Cassiopeia möchte April nichts antun und versucht irgendwie um diese Norwendigkeit herumzukommen. Sie gefällt mir auch in diesem Abschnitt. Ihre Gefühle müssen hier sehr stark sein, aber sie beherrscht sie sehr gut. Ihr einfaches Eingreifen in den Kampf hilft schon ganz gut.


    Sarik ist verzweifelt. Was soll April tun, wieso hat es Zeit zwischendurch noch Janner zu retten? Aber wir haben ja noch ein paar Seiten.

  • Janner und April sind inzwischen ziemlich berühmt-berüchtigt, wenn man die Steckbriefe so sieht - und damit leben sie umso gefährdeter. Und April ist nun auch schwanger, wie es scheint. Dadurch wird ein Räuberleben nicht leichter. Ihre Beziehung zu Janner scheint mir auch gereifter zu sein.


    Und Cassiopeia erscheint in dem Lager, erzählt Janner aber nicht, daß er ihr Halbbruder ist. Hier würden mich ihre Gründe interessieren. Ebenso, wie sie gedenkt, in den Besitz von Schneeklinge zu kommen. Ob sie und Lesardre wissen, daß sich das Schwert nicht so leicht abnehmen läßt. Mich wundert es jedenfalls nicht, daß Cass ins Lager kommt und versucht, das Vertrauen von Janner und April zu erlangen. Einen Überfall mit anschließendem Kampf als Versuch, Schneeklinge in ihren Besitz zu bringen, habe ich ausgeschlossen, weil sie sicherlich viel zu neugierig darauf ist, was aus Janner geworden ist und weil sie von ihm wissen wollte, warum er nicht beim Leuchtturm auf sie gewartet hat. Im Moment erscheint mir Cass nicht so, als ob sie ein falsches Spiel mit den Beiden treiben würde.
    Cass scheint Skrupel zu haben, das Schwert einfach an sich zu nehmen. Vielleicht warten sie und Lesardre darauf, daß April bei einem der Überfälle oder beim Befreiungsversuch von Janner getötet wird, und sie dann das Schwert an sich nehmen können.
    Eigentlich müssen die Beiden nur abwarten: wenn April nicht getötet wird, bringt sie das Schwert ja an den gewünschten Ort.


    Und die Begründung, warum Janner nicht auf Cass gewartet hat, finde ich auch etwas lahm, auch wenn er wenigstens zugibt, daß er sich feige benommen hat.


    Als Janner und Toska den Wolfskadaver finden, war zu befürchten, daß es in der Gruppe einen Wechselbalg gab. Und dann noch der Verräter, der unter Alkoholeinfluß ihren Plan ausplauderte - Ausgangssperre wäre hier wirklich angebracht ::) Aber das mußte ja mal so kommen: je mehr Kopfgeld auf die beiden ausgesetzt ist, umso größer die Gefahr von Verrat usw.


    Janners Opfer, April zu retten, in allen Ehren, aber mich wundert es auch, daß er so sicher ist, daß sie einfach gehen wird, nur weil er ihr es geschrieben hat. Klar, daß Cassipeia sich bereit erklärt, mit April zu gehen, sie muß ja in der Nähe des Schwertes bleiben. Nun bin ich gespannt, ob die Befreiung von Janner gelingt und hoffentlich verlieren sie nicht zu viel Zeit dabei. Wobei April mit Schneeklinge, Cass, Sarik und Lesardre (wenn auch unerkannt von den anderen) zusammen eine schlagkräftige Truppe bildet, aber sie müssen gegen eine Übermacht antreten.


    Achja, und Lesardre ist tatsächlich der Pantomime, den April auf dem Jahrmarkt getroffen hat. Editiert, nachdem ich Olivers Antwort gelesen habe.

  • Ich klinke mich hier mal kurz ein, um die Frage des Pantomimen im Zirkus zu erörtern. Die restlichen Ereignisse in diesem Kapitel kommentiere ich, sobald die anderen die Gelegenheit dazu hatten (eigentlich ist dies die Antwort auf die Frage von Karin aus 07 - "Die Geschichte des Dämons", aber dort wäre es ein zu großer Spoiler gewesen).


    Okay ... nachfolgend also ein paar Gedankengänge zu Lesardre, Dougal und ihrem Verhältnis zu Cassiopeia und April. Keine richtigen Spoiler, aber wer sich von den Figuren und ihren Motiven lieber noch ein eigenes Bild machen möchte, und noch nicht die Sicht des Autors darauf möchte, sollte diesen Post vielleicht überspringen.


    Das Problem mit dem Pantomimen oder "Gaukler" auf dem Jahrmarkt ist halt, klar sieht er aus wie Lesardre ... aber Dougal, Senator Tial und zahllose andere sahen genauso aus. Tatsächlich scheint es einer der häufigeren Form der Wechselbälger gewesen zu sein (zumindest erweckt das Buch den Eindruck). Die ehrliche Antwort ist, ich weiß nicht genau, wer er ist. In einigen sehr frühen Fassungen der Figur war er tatsächlich Lesardre; in einer alternativen Biographie, die ich mal von ihm hatte, zog er nach dem (von ihm verschuldeten) Tod seiner Frau durch die Welt, mit dem Ziel, sich zu verlieren. Ein stummer, unsterblicher Niemand unter wanderndem Volk, das war eine Zeitlang zumindest ein Schicksal, das er selbst als angemessen empfand.


    Der Lesardre des Romans ist aber von vornherein etwas dunkler angelegt ... seine Flucht vor sich selbst hat ihn vor allem auf den Weg der Schwertmagie geführt. Von daher passen beide Facetten der Figur für mich nicht mehr richtig zusammen. Lesardre war es vor dem Treffen mit Cassiopeia außerdem auch herzlich egal, was die anderen Wechselbälger oder gar die Mächtigen im Sinn führen. April wäre vielleicht interessant für ihn gewesen, wenn er denn von ihr gewusst hätte, aber das hat er meines Erachtens nicht.


    Ich halte es fast für wahrscheinlicher, dass es der "Narr", also Dougal in einer seiner vielen makabren Rollen war, den April im Zirkus traf, und der sich Lesardres Lebensgeschichte aneignete und sich darüber lustig machte. Über ihn, und was er die letzten siebzig Jahre getrieben hat, wissen wir letztlich sehr wenig -- außer, dass er in einer jungen Pherenidin, deren Geburt er selbst oder eins seiner "Kinder" anstieß, den Wunsch weckte, nach ihm zu suchen. Er scheint also, im Gegensatz zu Lesardre, der seines Lebens nur noch überdrüssig ist, schon länger einen wie auch immer gearteten Plan zu verfolgen. Er hat auch immer, im Gegensatz zu Lesardre, seine Opfer und deren "Seele" vorbehaltlos in sich aufgenommen ("getrunken", wie es in der Legende heißt). Wenn sich durch diesen Prozess die "ursprüngliche Gestalt" ( = Neseja = der "Dämon") wieder zusammensetzt, dann wirkt diese Kraft in Dougal von allen Wechselbälgern wahrscheinlich am stärksten.


    Von daher (wenn in ihm also ein dumpfes Bewusstsein dessen erwacht, was oder wer er tatsächlich ist), könnte ich mir bei ihm am ehesten vorstellen, dass er frühzeitig Kenntnis von April hatte, oder einfach die Nähe des Schwertes suchte (sich also generell in diesem Teil der Welt herumtrieb). Wenn er es wäre, würde sich die Frage stellen, weshalb er da nicht irgendwie handelte, oder was er eigentlich vorhat (diese Frage stellt sich ohnehin). Wir sollten nicht vergessen, dass April und Cassiopeia bei allen Unterschieden vor allem auch Schachfiguren zwei verfeindeter Parteien sind -- April wurde von Korianthe ins Rennen geschickt, Cassiopeia von Dougal. Daraus ergeben sich diverse Komplikationen, was die Motivation der Figuren angeht (inbesondere bereits gestellte Fragen wie "aber wollen beide Seiten dann nicht das Gleiche?" "Könnte nicht auch April ...?" usw.), aber das wird im siebten Kapitel noch wichtig, deshalb sage ich hier noch nichts dazu, und weise nur darauf hin. Dreifach kompliziert wird es dadurch, dass Lesardre und Dougal zwar beide "Splitter" Nesejas sind, einander aber hassen. Das soll uns hier aber noch nicht belasten.


    Die dritte Möglichkeit, und die ist mir beinahe am liebsten, wäre, dass dieser Pantomime ein ganz anderer Wechselbalg war. Irgendein "Übriggebliebener" der uncharmant als "Kaninchenplage" titulierten Flut weißhaariger Wechselbälger mit Lesardres Gesicht, von denen er Cassiopeia berichtet. Er könnte vertrieben worden sein (Gründe gäbe es genug dafür) und in den Provinzen Zuflucht gefunden haben. Lesardres Lebensgeschichte könnte er von sonst wem gehört und sich angeeignet haben (wahrscheinlich sind Lesardre und sein Widersacher Dougal so was wie eine Legende unter ihren "Kindern"). Dann wäre das Treffen mit April also Zufall; er erkennt in diesem Moment, dass sie etwas Besonderes ist (deshalb die Berührung), aber er weiß vielleicht nicht mit Sicherheit, was ihre Bestimmung im Plan des Dämons sein wird.


    Wenn es sich so verhält, dann muss er zwischenzeitlich von Dougal oder einem anderen Wechselbalg vernichtet worden sein (Lesardre war ja im Sommerland), denn wir werden nichts mehr von ihm hören.


    Das wären meine Gedanken zu ihm. Alles weitere wie gesagt in Kürze.

  • Wow, vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort, Oliver. Alle Möglichkeiten sind auf ihre Weise reizvoll und sehr gut nachvollziehbar, momentan würde mir die dritte Möglichkeit am meisten zusagen. Es ist schön, sich darüber Gedanken machen zu können, wie die Vergangenheit einzelner Charaktere aussehen könnte - da fällt mir doch gleich wieder der erste Satz ein: "Keine Geschichte beginnt ohne das, was zuvor passiert ist."

  • Zu Janner: Nach diesem Abschnitt wurde er mir übrigens immer unsympathischer. Gerade sein Verhalten und seine eher fadenscheinigen Ausreden weshalb er Cass damals im Stich gelassen hat. Ich finde gerade, das er sich kaum bemüht sich genauer zu erklären zeigen wie viel ihm diese Freundschaft wirklich wert war. Andererseits passt das Verdrängen zu seinem bisherigen Charakter. Cass kann in seiner Geschichte, wie er sie erzählen möchte nicht vorkommen. Interessant dabei ist, das sie ja genau das Repräsentiert, das er in April hinein projeziert hat. Sie ist eine Kriegerin und das aus freiem Willen. April wird eher per Zufall mit einem Schwert konfrontiert.

  • Man merkt, dass das Buch so langsam, aber sicher Richtung Ende geht - die wichtigsten Hauptfiguren werden zusammengeführt (um dann wieder auseinander gerissen zu werden). Ich weiß auch nicht, warum Janner zuerst nicht zugibt, dass er Cassiopeia kennt. An dieser Stelle hätte ich ihn schütteln können. >:( Aber wenigstens sprechen sie sich dann noch privat aus. Ich frage mich auch, warum Cassiopeia nicht sagt, dass sie Geschwister sind. Aber andererseits müsste sie dann auch sagen, dass Tausenddorn nicht Janners Vater ist und müsste ihm damit eine Menge Illusionen und Träume rauben. Eigentlich ziemlich rücksichtsvoll von ihr, es (noch) nicht zu tun.


    Warum lässt Janner eigentlich einen Brief bei April? Er müsste doch mitbekommen haben, dass sie nicht lesen kann. Natürlich hat sie Leute um sich herum, die ihr den Brief vorlesen können, aber das ist doch nicht das Gleiche.
    Und es gibt ein Wiedersehen mit Krayn, der also im Auftrag der Dons für die Falle im Gefängnis verantwortlich war. Ein weiterer Kreis, der sich schließt.



    Wow, vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort, Oliver. Alle Möglichkeiten sind auf ihre Weise reizvoll und sehr gut nachvollziehbar, momentan würde mir die dritte Möglichkeit am meisten zusagen


    Das geht mir auch so. Ich habe erst etwas gestutzt, als April meinte, in Lesardre den Eolyn vom Jahrmarkt wiedererkannt zu haben. Aber dann habe ich mir gedacht, dass es auch einfach ein weiterer Wechselbalg sein könnte. Zudem sind Eolyn in dieser Gegend ja ziemlich selten und müssen ziemlich fremdartig auf die Menschen wirken. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Menschen die Eolyn gar nicht so gut auseinanderhalten können.

  • Vor allem Dingen sind die Wechselbälger wahrscheinlich schuld daran, dass viele Menschen alles Nichtmenschliche verteufeln ...


    Das mit Brief zeigt schon ein wenig Janners Gedankenlosigkeit. Andererseits ist es halt auch die einzige Möglichkeit, ihr eine Nachricht zu hinterlassen (persönlich sagen will er es ihr aus offensichtlichen Gründen ja nicht, und die Nachricht richtet sich ja auch an den Rest der "Bande").


    Weshalb Janner und Cass hier beide nicht Klartext reden ... Weil es für beide (in meinen Augen) zu krass ist. Sie müssen sich beide erst ganz langsam an ihre Dämonen rantasten (vor allem Janner, Cass hat das größtenteils ja schon hinter sich), und Cass ist vorsichtig, weil sie erst noch rausfinden muss, ob sie in ihm und April Verbündete oder Gegner hat. Klar wünscht man sich als Zuschauer oder Leser gern, dass die Charaktere einfach sagen: "Du, pass mal auf, ich hab da diesen unsterblichen Gestaltwandler getroffen, der meint, dass er meinen Vater zu einem Untoten gemacht hat ... Wo wir davon reden, Deinen übrigens auch ... Wollen wir den plattmachen?", aber ich denke, in Wahrheit fallen solche Gespräche unheimlich schwer ... ;)

  • Eigentlich meinte ich das nicht, ich dachte, dass Janner sich mehr erinnern müßte und sich eventuell freuen, dass sie überlebt hat, sich schämen, sich entschuldigen, sie als Jugendfreundin vorstellen, aber so ist seine Reaktion als ob sie sich mal vor Jahren als Kinder getroffen hätten und er sich erst bemühen muss, sie zu erkennen. Ja, ich weiß er ist einfach ein Verdränger und sie passt nicht in seine Geschichte und er hat Angst, dass sie zwischen ihm und April stehen könnte und so weiter. Trotzdem hätte ich mir von ihm in dieser Situation mehr Aufrichtigkeit gewünscht, ein Zeichen, dass auch er sich entwickelt hat. Er ist für mich die statischste Figur in dem Buch.

  • In dem Abschnitt habe ich mich ein wenig mit Janner und April versöhnt. Das Liebling-Problem hat sich auch schwer gebessert. ;D
    Jedenfalls wirken sie etwas reifer, menschlicher und realistischer, nach all dem was sie durch gemacht haben. Es ist sicher schwer ständig verfolgt und auf der Flucht zu sein. Dann noch die Zuflucht zu verlieren, kann einen brechen. Janner rechne ich es sehr hoch an, dass er nach diesem Strohhalm greift, um April und das Baby zu retten. Aber ich habe trotzdem Bedenken, ob April deshalb verschont wird. 1. traue ich Krayn nicht und 2. ist sie mit Schneeklinge zu wertvoll.


    Was bin ich froh, dass Sarik hier erscheint. Sonst wäre April wahrscheinlich einfach losgerannt und hätte sich noch mehr mit Blut befleckt. Mir fällt es gerade sehr schwer hier zu stoppen, weil ich mich am liebsten wieder mit dem Buch ins Bett verkrümeln will.


    Cassiopeia macht es genau richtig. Ein überstürzter Angriff hätte überhaupt nicht gebracht. Sich die Gunst der beiden bzw. von April zu erschleichen ist viel besser, erst recht wenn diese jetzt so gebrochen ist und alles auf das Schwert schiebt. Jetzt ist natürlich die Frage, wie Cassiopeia auf Sarik reagiert.


  • Mir fällt es gerade sehr schwer hier zu stoppen, weil ich mich am liebsten wieder mit dem Buch ins Bett verkrümeln will.


    Schön :) Ich wollte diesen Break hier genau aus dem Grund, damit man ein kurzes Update zu April und Janner und dem Widerstand machen kann, bevor es dann ... na ja, wirst schon sehen ;)



    oliver
    Klar, die Beweggründe sind schon sehr logisch. Aber irgendwie hätte ich mir trotzdem irgendeine Art von Konfrontation gewünscht.


    Kommt ja noch :)




    Eigentlich meinte ich das nicht, ich dachte, dass Janner sich mehr erinnern müßte und sich eventuell freuen, dass sie überlebt hat, sich schämen, sich entschuldigen, sie als Jugendfreundin vorstellen, aber so ist seine Reaktion als ob sie sich mal vor Jahren als Kinder getroffen hätten und er sich erst bemühen muss, sie zu erkennen.


    Hab gerade selbst noch mal nachgeguckt: Er war 15, sie 13, als das Gut überfallen wurde. Heute ist er 25, sie 23, und hat sich wahrscheinlich schon ziemlich verändert. Ich war mir da auch lang nicht sicher, wie schnell das realistisch geht mit dem Erkennen.

  • So, mich gibts auch noch, entschuldigt mein Hinterherzockeln!


    Obwohl ich einige Tage Lesepause machen musste, war ich sofort wieder drin im Buch. Gerade bei einer so komplexen Geschichte spricht das für sich, finde ich. Oder es liegt an der Leserunde, die alles nochmal so schön aufdröselt, durchdenkt und erklärt ;)


    Cassiopaia und Janner/Ianus begegnen sich also nun endlich wieder. Ich war auch zuerst entsetzt, dass Janner sich gar nicht zu erinnern scheint. Aber ganz so vergesslich war er dann doch nicht. Obwohl sie schließlich miteinander reden, ist es keine wirklich Aussprache, zumindest hatte ich nicht das Gefühl.


    Lesardre ist auch in der Nähe, hält sich aber im Hintergrund - mal von dem Überfall abgesehen, als er sich in den Kampf einmischt. Wieso nimmt ihn da eigentlich nur April wahr?


    Janner liefert sich nun selber aus. So ganz kann ich seine Entscheidung nicht nachvollziehen. Er müsste April besser kennen, als dass er glauben könnte, sie nimmt das so hin und zieht sich zurück.
    Hat er nicht wenige Tage vorher beim Überfall noch festgestellt, dass sie auf jeden Fall angreifen wird, egal ob die vorherige Ablenkung funktioniert hat?
    Gut, er hat vielleicht spekuliert, dass sie das Leben ihres ungeborenen Kindes schützen will, aber für mich war dennoch sofort klar, dass sie versuchen wird, ihn zu retten, und wenn sie es alleine tun muss.


    Ganz allein wird sie nicht sein, Cassiopaia bietet ihr ihre Unterstützung an. Aber wird ihr die wirklich eine Hilfe sein, oder wartet Cass nur auf einen geeigneten Moment, das Schwert zu übernehmen? Bisher hat sie ja nicht versucht, es April abzunehmen, ist ihr klar, dass das nicht ganz so einfach ist?


    Und nun ist Sarik auch wieder da. Was passiert eigentlich, wenn er und Lesardre sich über den Weg laufen?

  • Hab gerade selbst noch mal nachgeguckt: Er war 15, sie 13, als das Gut überfallen wurde. Heute ist er 25, sie 23, und hat sich wahrscheinlich schon ziemlich verändert. Ich war mir da auch lang nicht sicher, wie schnell das realistisch geht mit dem Erkennen.


    Das heißt aber, er hat sie 15 Jahre wie eine Schwester gekannt. Würdest Du Deinen Bruder nicht wiedererkennen? Es sind nur 8 Jahre! Eigentlich müßte die Scham ihr Bild in ihm eingebrannt haben. Ich hatte eher das Gefül, er wünschte sich, sie nicht zu erkennen.


  • Obwohl ich einige Tage Lesepause machen musste, war ich sofort wieder drin im Buch. Gerade bei einer so komplexen Geschichte spricht das für sich, finde ich. Oder es liegt an der Leserunde, die alles nochmal so schön aufdröselt, durchdenkt und erklärt ;)


    Ich muss an dieser Stelle auch mal sagen, dass ich Leserunden sehr schätze, weil sie einem die seltene Möglichkeit geben, sich eingehend und inhaltlich über seine Geschichten auszutauschen, und ich für eure ganzen Beiträge auch sehr dankbar bin!




    Und nun ist Sarik auch wieder da. Was passiert eigentlich, wenn er und Lesardre sich über den Weg laufen?


    Tatsächlich war das etwas, was ich sehr zu vermeiden bemüht war, auch aus anderen Gründen, die am Ende vielleicht noch klarer werden. Auf jeden Fall hätte das unter Umständen eine Menge Chaos verursacht ...



    Das heißt aber, er hat sie 15 Jahre wie eine Schwester gekannt. Würdest Du Deinen Bruder nicht wiedererkennen? Es sind nur 8 Jahre! Eigentlich müßte die Scham ihr Bild in ihm eingebrannt haben. Ich hatte eher das Gefül, er wünschte sich, sie nicht zu erkennen.


    Na ja, es ist 10 Jahre her (wieso 8?), für ihn war sie vor allem die Tochter seines Herrn, die er vielleicht richtig zur Kenntnis nahm, seit sie 6 war ... von daher ist es vielleicht eher so, wie wenn er bis zur siebten Klasse mit ihr zur Schule gegangen wäre, und dann war sie weg; und jetzt kommt sie wieder: in Söldnerklamotten, braungebrannt, Haare geschitten ... Ich meine, natürlich will er es vor allem nicht wahrhaben, erkennt sie eigentlich aber schon sofort, natürlich empfindet er Scham und Schande (genau deshalb klemmt er ja so rum) ... aber ein bisschen Zögern und Unglaube fand ich schon okay. Ich zumindest habe wirklich Probleme in so Momenten, wenn mir Menschen nach Jahren auf einmal in einer Situation wiederbegegnen, wo ich nie und nimmer mit ihnen gerechnet hätte, selbst wenn sie mir nahe standen, aber ich weiß, dass andere Leute da schneller schalten.

  • Zitat

    Na ja, es ist 10 Jahre her (wieso 8?), für ihn war sie vor allem die Tochter seines Herrn, die er vielleicht richtig zur Kenntnis nahm, seit sie 6 war ... von daher ist es vielleicht eher so, wie wenn er bis zur siebten Klasse mit ihr zur Schule gegangen wäre, und dann war sie weg; und jetzt kommt sie wieder: in Söldnerklamotten, braungebrannt, Haare geschitten ... Ich meine, natürlich will er es vor allem nicht wahrhaben, erkennt sie eigentlich aber schon sofort, natürlich empfindet er Scham und Schande (genau deshalb klemmt er ja so rum) ... aber ein bisschen Zögern und Unglaube fand ich schon okay. Ich zumindest habe wirklich Probleme in so Momenten, wenn mir Menschen nach Jahren auf einmal in einer Situation wiederbegegnen, wo ich nie und nimmer mit ihnen gerechnet hätte, selbst wenn sie mir nahe standen, aber ich weiß, dass andere Leute da schneller schalten.


    Entschuldige, ich hatte die falschen Zahlen in Beziehung gesetzt, aber 8 oder 10. Das macht den kohl nicht fett.
    Wenn ich mich richtig erinnere, dann sagt Janus' Mutter, dass die beiden wie Geschwister aufgewachsen sind.
    Das Versprechen, dass sie sich gegeben haben, war doch sehr ernst gemeint und sie waren keine kleinen Kinder mehr. Soweit ich sehe handelt das Buch in einer Welt in der die Mädchen sehr zeitig verheiratet werden. Also werden sie auch schneller erwachsen. Das GEspräch hat sich mir von Anfang an eingebrannt und Janner handelt wie ein Schuft. Er hat bei dem VErsprechen nicht ggelacht, er hat ihr das Gefühl gegeben, dass sie gemeinsam einen Traum teilen, den sie beide unbedingt zusammen realisieren wollen. Da ging es noch nicht mal um Liebe. sondern um gemeinsame Heldentaten und den Besuch Leiengards als Grundlage dazu.

  • hm, hm hm, Rhea, wo ist denn jetzt eigentlich der Widerspruch? ???



    Das Versprechen, dass sie sich gegeben haben, war doch sehr ernst gemeint und sie waren keine kleinen Kinder mehr.


    Das erschien uns damals so, weil wir noch an die Ehrbarkeit in Janner geglaubt haben, aber



    Das GEspräch hat sich mir von Anfang an eingebrannt und Janner handelt wie ein Schuft.


    Genau und er ist auch einer, damals wie heute. Ein Schuft, ein Großmaul, ein Möchtegern, ein Wendehals. Das ist doch genau sein Problem
    und



    Er hat bei dem VErsprechen nicht ggelacht, er hat ihr das Gefühl gegeben, dass sie gemeinsam einen Traum teilen, den sie beide unbedingt zusammen realisieren wollen.


    Was du sagst. Ich halte ihm zugute, dass er seine eigenen Lügengeschichten sogar glaubt. Soll heißen, dass er nicht kaltschnäuzig plant, sie zu hintergehen und diesen Traum gar nicht realisieren zu wollen. Aber er akzeptiert eben leichtfertig, dass es anders kommt, als geplant, und lebt sich sofort in der neuen Situation ein. Er kämpft nicht für das, für das er eingestanden hat.
    Und im Leben komme es eben immer anders, als man denkt. Insofern muss er sich immer sofort "drehen", und mit neuen Situationen leben. Das tut er, es ist Teil seiner Lebensstrategie
    (Und wir wollen mal sehen, ab sich dieses Verhalten auch bei April fortsetzt...?)

  • @ Worthüterin
    überhaupt kein Widerspruch! :winken: Danke!
    Es ging mir nur darum, dass er sie erkennen mußte und Oliver behauptet hat, er kannte sie erst seit sie ungefähr 6 waren und nur als Tochter seines Chefs, während die Mutter sagt, sie sind wie Geschwister aufgewachsen, was ich ihr auch glaube ;), denn der Senator wollte das bestimmt auch so. Er liebte ja die Mutter von Janus (heißt dieser so, wegen seiner schnellen Anpassungsfähigkeit?)

  • Von mir auch kein Widerspruch :winken: Wir haben uns da glaube ich nur in eine Ecke diskutiert -- er erkennt sie vom ersten Moment an (S. 482, "Er erstarrte") -- alles danach ist nur Gelaber, weil er es nicht wahrhaben und sich vor April und den Männern keine Böße geben will.