05 - S. 241 "Was andere Leute nicht tun" - S. 319

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  • Stimmt der Altersunterschied wäre Diskutierbar. An den hatte ich bisher noch kaum gedacht weil sich Janner irgendwie öfter so unreif verhält, da vergisst man schnell das er älter als April ist.


    Ich habe den Altersunterschied auch verdrängt: sie kommen mir beide gleich reif oder unreif vor ;D

  • Ich habe zwar an den Altersunterschied gedacht, aber da Janner sich recht unreif verhält, habe ich das schnell wieder vergessen.


    Zu der "Liebling"-Sache: Ich mag das als Kosewort einfach nicht und finde diese Standard-Sachen wie Liebling, Schatz etc. ganz furchtbar. Wenn es in meinen Beziehungen solche Kosewörter gab, dann waren die immer persönlicher.


  • Janners Art mag ich einfach nicht. Er lebt so sehr für Geschichten, dass er ganz vergisst, wirklich im hier und jetzt zu leben. Und dabei stellt er sich auch noch etwas dumm an. Nur weil er sich in seiner Geschichte einbildet, dass der Kerl im Motel schon die Falle war, glaubt er nicht daran, dass ihnen noch einmal eine Falle gestellt wird? Und dabei schrillten bei mir sofort alle Alarmglocken, als ich diese Sache mit Janners Vater gelesen habe. Nun ja, immerhin haben sie sich dank Sariks Nebel retten können. Den fand ich übrigens sehr gruselig :o


    Mir kommt Janner auch etwas überheblich vor. Deshalb sieht er auch nicht die anderen Möglichkeiten und kann auch kein Risiko kalkulieren. Sehr gefährlich für ihn und April. Da sie sich auf ihn verlässt und denkt, ihnen kann keiner was anhaben. Sehr leicht vergisst sie, dass sie doch nicht unsterblich sind.



    Er ist zum Zeitpunkt der Handlung 25, sie 17.


    Dieser Altersunterschied ist in meinen Augen kein Problem. Sie ist gefühlt älter, da sie eine harte Kindheit hatte und für sich sorgen musste, daher auch viel reifer ist als z.B. Nell, die im Vergleich zu ihr, sehr kindisch war. Janner dagegen ist Mitte zwanzig und "spielt" noch etwas. Fürs Erwachsenwerden hat er noch Zeit. Nicht untypisch für Männer in dem Alter. ;):P (Meiner Erfahrung nach...)

    Ein Tag ohne Bücher ist kein erfolgreicher Tag!


  • Mir kommt Janner auch etwas überheblich vor. Deshalb sieht er auch nicht die anderen Möglichkeiten und kann auch kein Risiko kalkulieren. Sehr gefährlich für ihn und April. Da sie sich auf ihn verlässt und denkt, ihnen kann keiner was anhaben. Sehr leicht vergisst sie, dass sie doch nicht unsterblich sind.


    Ich finde ihn nicht wirklich überheblich, er lebt in und für seine Geschichten. Seit dem Überfall auf das Gefängnis ist, glaube ich, auch April endlich überzeugt, dass sie nicht alles machen kann. Er kann deshalb nicht so gut kalkulieren, da April sehr sprunghaft ist und seine Pläne immer wieder durcheinander bringt. Eigentlich halte ich ihn nicht für überheblich, eher ist ihm das Ziel wichtiger als das Leben, denke ich.

  • Ich finde ihn nicht wirklich überheblich, er lebt in und für seine Geschichten. Seit dem Überfall auf das Gefängnis ist, glaube ich, auch April endlich überzeugt, dass sie nicht alles machen kann. Er kann deshalb nicht so gut kalkulieren, da April sehr sprunghaft ist und seine Pläne immer wieder durcheinander bringt. Eigentlich halte ich ihn nicht für überheblich, eher ist ihm das Ziel wichtiger als das Leben, denke ich.


    Ich finde ihn halt in seiner Selbstwahrnehmung überheblich. Er überschätzt sich. Trotzdem kann er Ziele haben, die ihm wichtiger sind als sein Leben. Das eine schließt das andere nicht aus. ;)

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  • Ich fand das "Liebling" auch nervig, weil es ziemlich früh kommt. Auch "Ich liebe dich" würde ich nie nach nur einer gemeinsamen Nacht in den Mund nehmen. Aber wahrscheinlich ist man in dieser Hinsicht euphorischer, wenn man noch jünger ist. ;)



    Wenn ich so darüber nachdenke, in keinem meiner bisherigen Bücher gab es eine Liebesgeschichte.


    Und was ist mit Justine und Gaspard (aus "Die Magier von Montparnasse")? Die Liebesgeschichte nimmt dort zwar keinen großen Raum ein, aber ich fand die Gefühle zwischen den beiden sehr viel realistischer (und viiiel schöner :herz:). April und Janner kann ich als Paar irgendwie noch nicht ganz ernst nehmen.

  • Ich sehe das eigentlich auch nicht als die große Romanze. Für sie ist Janner der einzige Mensch, der nett zu ihr ist. Der Sex ist eher ein Festhalten am anderen und vielleicht möchte April das als Liebe ansehen, aber sie kennt ja keine Liebe. Mutter tot, Vater hat sie nie geliebt.
    Weil Du fragst, wie man sich gegenseitig bezeichnen könnte, meist ist das von der Situation abhängig. Ich könnte mir vorstellen, dass sie ihn liebevoll spöttisch "großer Krieger" nennt und er sie als seine "Schwertmeisterin" bezeichnet. Vielleicht sagt man auch "meine Liebe", oder wenn er wieder mal abwesend ist, Träumer, Geschichtenerzähler..... es gibt so viele Möglichkeiten. Bezeichnungen wie "Schatz" oder "Liebling" sind meist so kleine Automatismen. (Schatz, bringst Du mal den Mülleimer runter..)


  • Ich fand das "Liebling" auch nervig, weil es ziemlich früh kommt. Auch "Ich liebe dich" würde ich nie nach nur einer gemeinsamen Nacht in den Mund nehmen. Aber wahrscheinlich ist man in dieser Hinsicht euphorischer, wenn man noch jünger ist. ;)



    Und was ist mit Justine und Gaspard (aus "Die Magier von Montparnasse")? Die Liebesgeschichte nimmt dort zwar keinen großen Raum ein, aber ich fand die Gefühle zwischen den beiden sehr viel realistischer (und viiiel schöner :herz:). April und Janner kann ich als Paar irgendwie noch nicht ganz ernst nehmen.


    Stimmt, Danke :) Würde aber trotzdem sagen, dass das eher eine Geschichte über Verliebtsein war. Das kann ich glaub ich ganz gut ... aber ihre Geschichte fängt erst an, als das Buch vorbei ist. Alle Schlüsselmomente zwischen den beiden hatte ich einfach weggelassen, es "funkt" meist zwischen den Szenen. Hier war ich an eine linearere Erzählweise gebunden.


    Das Problem könnte wirklich der Bruch zwischen dem schwere-Kindheit-große-Bestimmung-Plot am Anfang und dem Tarantino/Bonnie&Clyde-Plot in diesem Kapitel sein. Viele Leser machten den nicht richtig mit, das habe ich mittlerweile gemerkt.

  • Das Problem könnte wirklich der Bruch zwischen dem schwere-Kindheit-große-Bestimmung-Plot am Anfang und dem Tarantino/Bonnie&Clyde-Plot in diesem Kapitel sein. Viele Leser machten den nicht richtig mit, das habe ich mittlerweile gemerkt.


    Ich habe den Bruch anders empfunden. April hat ja keine Bestimmung. Sie sucht nur eine Sonne und findet ein Schwert. Sie kann eigentlich damit nichts anfangen und dann passiert es, sie hat plötzlich eine Form von Macht. Ihr Schwert ist unschlagbar. Das kommt wie ein Rausch. Da bremst sie Janner, macht sie auf ihre verwundbarkeit aufmerksam und versucht ihre neue "Besessenheit" in eine für ihn (die Geschichte) positive Richtung zu bringen. Dann aber kommt plötzlich von ihr die Idee, dem Widerstand beizutreten. Das war für mich ein Bruch, den ich nicht ganz verstanden habe, aber es war nicht so, dass ich es undenkbar halte. nur hätte ich eher erwartet, dass der Vorschlag von Janner kommt. Allerdings will sie nicht einfach teilnehmen, sondern führen. Es ist schon noch ein Machtrausch, oder?

  • Ein bisschen schon. Und einer der Hauptgründe ("extern", für mich als Autor), weshalb die Idee mit dem Widerstand von ihr kommt, war, dass mir zu häufig gesagt wurde, sie sei zu passiv und mache nur, was er wolle ;)


    "Intern" wäre der Grund aber wirklich, dass sie sich nun in der Position sieht, es Gott und der Welt heimzuzahlen und dabei als die "Gute" dazustehen. Übergeschnapptheit spielt also schon eine tragende Rolle.

  • Ich hatte da so das Gefühl das sie sich auch von Janner und dem allgemeinen Heldengeschichten von ihm hat anstecken lassen. Mit einem richtigen Schwert, das auch noch auf eine Weise gefunden wird, wie es sonst nur in einer wahren Legenden geschrieben steht... da kann man glaube ich gar nicht mehr anders.


  • Das Problem könnte wirklich der Bruch zwischen dem schwere-Kindheit-große-Bestimmung-Plot am Anfang und dem Tarantino/Bonnie&Clyde-Plot in diesem Kapitel sein. Viele Leser machten den nicht richtig mit, das habe ich mittlerweile gemerkt.


    Hättest du mal auf uns gehört, Testleser sind schließlich auch nur Leser :P
    Nein, im Ernst, ich kann mich da vielem anschließen. Die Liebesgeschichte wirkt ein wenig aufgesetzt, wobei ich mir ihr weniger Probleme hatte, als mit dem Plotbruch. Ich habe das so interpretiert, dass April eben absolut unreif ist und Janner einfach eine gute Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lässt, er wirkte auf mich zwar immer wie ein Träumer und Geschichtenerzähler, ein Stück weit aber auch berechnend.
    Eben genau, was Kati sagt:



    Für mich ist die Beziehung zwischen den beiden noch nicht richtig angekommen. Ich sehe das eher als eine Art Zweckgemeinschaft.


    Und dann spielt auch der Altersunterschied keine Rolle mehr, und sowieso:



    Also den Altersunterschied bei Janner und April finde ich überhaupt nicht problematisch. Wenn es passt, dann passt's. ;)


    Ich meine - man muss sich nur mal "Harold und Maude" ansehen. Da ist er 17 und sie 80. :D Still a better love story than twilight. ;)


    auch 8)

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen