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  • Hallo Ihr Lieben,


    nun sind schon ein paar Tage ins Land gezogen, darum möchte ich endlich noch meine abschließende Meinung schreiben. :-[


    Nach dem Krebstod ihrer Mutter ändert sich Ambers Leben schlagartig: die 16jährige zieht von einer deutschen Kleinstadt nach San Francisco zu ihrem Vater, den sie nicht wirklich kennt. Auch wenn das der gemeinsame Wunsch ihrer Eltern war, kommt Amber in der großen, völlig neuen Stadt nicht wirklich zurecht und so zählt sie die Tage bis zu ihrem achtzehnten Geburtstag, wenn sie selbst entscheiden darf, dass sie lieber in Deutschland bei ihren Freunden leben möchte. Zwischenzeitlich arrangiert sie sich halbwegs, denn im Grunde ist ihre Schule ganz okay und auch ihr Vater gibt sich große Mühe, ihr das neue Leben zu erleichtern.
    Doch dann gerät Amber eines Abend in eine riskante Situation und flieht in ein leer stehendes Haus, in dem sie einen Jungen trifft: Nathaniel. Es dauert nicht lange, bis das Mädchen an seinem Verstand zweifelt, denn Nathaniel ist kein richtiger Junge aus Fleisch und Blut - er ist ein Geist...


    "In dieser ganz besonderen Nacht" ist mein erstes Buch von Nicole C. Vosseler gewesen und ich muss mich jetzt ernsthaft fragen, warum ich diese Autorin so lange übersehen habe. Die Art, mit der sie so ruhig und unaufgeregt von Amber und ihren anfangs so traurigen Erlebnissen erzählt, hat mich sehr berührt, denn die Passagen, die von Ambers Emotionen und Eindrücken handeln, sind sehr gefühlvoll. Dazu gibt es den Kontrast der Stadt, die ich als Leserin gemeinsam mit Amber erkunden konnte. Ich war noch nie in San Francisco, aber Nicole C. Vosseler hat es in der Tat geschafft, dass so manche Ecke Friscos vor meinem geistigen Auge erschienen ist... Wie toll muss das erst sein, wenn man die Stadt kennt? Da ich einen Ausflug dorthin noch auf meinem Zettel habe, werde ich das Buch anschließend noch einmal zur Hand nehmen - das ist bereits fest notiert! Aber zurück zum Buch: trotz des ruhigeren Stils ist das Buch gleichzeitig auch sehr spannend, denn Nathaniels Hintergrund ist ziemlich faszinierend und wird erst zum Ende gänzlich aufgeklärt. Mir gefiel dabei besonders, dass die Autorin hierbei eine ganz und gar runde - wenn auch ein wenig mystische - Erklärung gibt, die sowohl in die Geschichte der kalifornischen Stadt passt, als auch nicht vor Fehlern der lieb gewonnenen Figuren zurückschreckt. Apropos Figuren: Amber ist wirklich toll - vor allem ihre Art, den Verlust der Mutter zu verarbeiten, ist sehr gut nachvollziehbar geschildert, ebenso wie ihr Vater Ted, den ich - auch wenn Amber es in ihrer Situation nicht leicht erkennen kann - wirklich großartig rücksichtsvoll finde, und ihre nach und nach gefundenen Freunde. Diese sind so wie man sie sich wünscht: die verständnisvolle Schulter, an die man sie anlehnen kann, der Farbklecks, der die Stimmung aufhellt und stets ernsthafte, gute Berater - was will man mehr? Ich für meinen Teil habe sie allesamt in mein Herz geschlossen!
    Auch wenn das Alter der Protagonisten durchaus auf ein Jugendbuch schließen lässt, so kann ich nur sagen, dass auch Erwachsene, die Lust auf eine wunderschön erzählte, melancholisch-einfühlsame Geschichte haben, durchaus richtig sind! Es geht um Verlust und Trauer, um Liebe und Freundschaft, um Schuld und Sühne - wer kann da widerstehen? ;)


    [size=11pt]Fazit:[/size] Eine echte Herzensangelegenheit, dieses Buch! Ich hatte damit einige sehr schöne Lesestunden und deshalb ist es für mich eine absolute Empfehlung!



    Zur Leserunde:


    Es hat mir wieder einmal großen Spaß gemacht mit Euch gemeinsam zu lesen, zu hoffen und zu bangen. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, ist es einfach eine Bereicherung gemeinsam zu lesen, finde ich.


    Liebe Nicole, an Dich geht mein ganz besonders herzlicher Dank! :-* Du hast eine solch tolle Begleitung auf's Parkett gelegt - ich war echt beeindruckt! Besonders toll fand ich zudem, dass Du Deine Fotos mit uns geteilt hast; dankeschön auch dafür! Bleibt für mich zu hoffen, dass ich keines Deiner Bücher mehr verpasse und dass Du Dich immer wieder zu neuen Runden bereit erklärst! Bis dahin wünsche ich Dir weiterhin viel Freude beim Schreiben (und Reisen) und viel Erfolg mit Deinen Büchern!

  • @ Avila


    Ja, bei dem Buch konnte ich auf jeden Fall immer ganz wunderbar abschalten. :)


    Super, das freut mich! :daumen:



    @ dubh


    So eine wunderschöne Rezi. Hach.
    Vielen lieben Dank dafür! :-*
    Ich bin sehr happy, dass es Dir mit dem Buch so ging und Du hier in der Runde eine so gute Zeit hattest!




    Bis dahin wünsche ich Dir weiterhin viel Freude beim Schreiben (und Reisen) und viel Erfolg mit Deinen Büchern!


    Dankeschön! :)

  • Endlich komme ich auch dazu meine Rezension zu diesem tollen Buch einzustellen!


    MEINE MEINUNG
    In ihrem wundervollen Jugendroman „In dieser ganz besonderen Nacht“ nimmt uns Nicole C. Vosseler mit auf eine äußerst faszinierende Reise nach San Francisco, wo wir gemeinsam mit der Protagonistin Amber eine sehr geheimnisvolle, übersinnliche Welt kennenlernen.
    Die Autorin erzählt uns die bewegende, romantische Liebesgeschichte zwischen Amber und Nathaniel, die es nicht geben dürfte und die eigentlich keine Zukunft haben kann. Sie handelt von einer außergewöhnlichen Liebe jenseits von Leben und Tod, die jegliche Naturgesetze gesprengt und „in einer ganz besonderen Nacht“ Unmögliches möglich und real gemacht hat.
    Hierbei ist es der Autorin auf sehr elegante Weise gelungen, die paranormalen Elemente der Geschichte sehr wirklich und realitätsnah erscheinen zu lassen, so dass man nie das Gefühl bekommt, in eine irreale Fantasy-Welt abzudriften. Sehr behutsam werden wir gemeinsam mit der zunächst ahnungslosen Amber an diese übersinnliche Welt jenseits des normalen Alltags herangeführt. Die geschilderten, geisterhaften Phänomene erscheinen einem durch die vielen nachvollziehbaren Erklärungen geradezu plausibel und keineswegs beängstigend oder gar unnormal.
    In der vielschichtigen, oft melancholisch gestimmten Handlung werden aber auch sehr emotionale Aspekte angesprochen, die zum Nachdenken anregen über das Leben und den Tod, über Verlust, Trauer und Geisterglauben.
    Die sympathische Protagonistin Amber ist ein sehr vielschichtiger, sensibler Charakter mit einigen Ecken und Kanten, der herrlich lebensnah und mit viel Feingespür ausgearbeitet wurde. Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter hat sie ein schweres Los zu tragen, muss sich in einer völlig fremden Umgebung einleben und neue Kontakte knüpfen. Es fällt einem nicht schwer, sich in ihre schwierige Lage hinein zu versetzen, und sie rasch ins Herz zu schließen.
    Sehr einfühlsam und berührend schildert die Autorin ihre anfängliche Verletzlichkeit und ihren völligen Rückzug in sich selbst, in dem sie uns an ihren Emotionen und ihrer weiteren Entwicklung teilhaben lässt. Erst allmählich lernt Amber mit ihrer Trauer und ihrer besonderen „Gabe“ umzugehen und ist schließlich auch wieder in der Lage, auf Menschen zuzugehen, Vertrauen aufzubauen und Freundschaften zu schließen.
    Aus einer weiteren, kursiv hervorgehobenen Erzählperspektive lernen wir die sehr fesselnde, mysteriöse Figur Nathaniels über seine Gedankenwelt kennen. Erst allmählich gewinnt seine schillernde Persönlichkeit an Kontur, bis irgendwann sein „geisterhaftes“ Wesen deutlich wird. Ungeheuer spannend ist es, mehr über sein Schicksal als ein Gefangener zwischen dem Diesseits und Jenseits und seine Vergangenheit zu erfahren.
    Auch die vielen interessanten Nebenfiguren, wie beispielsweise ihr sympathischer Vater Ted, aber auch ihr neu gewonnener, etwas flippiger Freundeskreis sind sehr authentisch, mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und haben mir sehr gut gefallen. Zum Ende hin ist man traurig sie alle gehen lassen zu müssen und wünscht ihnen von Herzen, dass sie glücklich werden!
    Der recht anspruchsvolle Schreibstil der Autorin gefällt mir außergewöhnlich gut und ist sehr angenehm zu lesen.
    Sehr fesselnd fand ich die sehr ausführlichen, detailreichen, bildhaften Beschreibungen, die mir in unnachahmlicher Weise die faszinierende Atmosphäre von San Francisco nahe brachten. Sehr behutsam konnte ich gemeinsam mit Amber dort ankommen und die vielfältigen Eindrücke dieser eindrucksvollen Stadt auf mich wirken lassen.
    Erst allmählich nimmt die Geschichte um Amber und Nathaniel an Tempo auf und wird kontinuierlich spannender. Nach einigen unvorhersehbaren Wendungen in der Handlung konnte mich das gelungene Ende des Romans nochmals überraschen und zufriedenstellen.
    Schweren Herzens heißt es für den Leser nun Abschied nehmen von wundervollen, liebgewonnenen Charakteren und der aufregenden „Geisterstadt“ San Francisco, die sicherlich mit all ihren Attraktionen immer einen Besuch wert ist.


    FAZIT
    Ein berührender Jugendroman mit Tiefgang und einer fantasievollen, romantischen Liebesgeschichte, der mich durch eine außergewöhnlich dichte Atmosphäre gefesselt und vollauf begeistert hat. Sehr lesenswert!
    :buchtipp:


    Zur Leserunde:
    Vielen Dank an alle MitleserInnen, die diese große Leserunde mit so vielen Beiträgen zu einem wirklich spannenden Ereignis gemacht haben!
    Mir hat es sehr viel Spass gemacht, hier mitzulesen! ;)
    Ich möchte mich auch noch einmal sehr herzlich für Dein besonderes Engagement und Deine Geduld während dieser sehr aktiven Leserunde bedanken, liebe Nicole. Vielen Dank auch für die tolle Fotogalerie von San Francisco, die parallel zum Lesen des Buchs ein absolutes Highlight für mich war, und für die spannenden Einblicke in Deinen Schreibprozeß.
    Ich freue mich schon, auf Dein nächstes Buch!

  • Ach, wow, was für eine wunderbare Rezi ... :-[
    Ich danke Dir von ganzem Herzen dafür, bookstars - und auch dafür, dass Du in dieser Runde mit dabei warst! :-*

  • Extrem spät...sorry dafür, und sorry auch, dass ich "nur" 3 Sterne vergebe, aber auch nach Nachwirkenlassen und dem diskutieren und lesen der anderen beiträge, bleibt das gefühl, dass dies nicht mein Buch war.
    Allerdings ist das Cover toll und die grundidee ebenso, aber wie schon in der Diskussion erwähnt, war es mir zuviel Sightseeing und zu viele harte Wechsel und das Ende zu viel "Kitsch"... :( - obwohl ich sonst auch der romantische Typ bin...


    Rezension!
    Als Amber nach dem Tod ihrer Mutter nach San Francisco zieht, um dort bei ihrem Vater zu leben, ahnt sie nicht, dass sie eine Liebe erleben wird, wie sie unmöglicher nicht sein könnte.


    Denn als sie eines Tages durch die Straßen streift, entdeckt sie ein altes heruntergekommenes Haus. Es bietet ihr merkwürdige Geborgenheit und einen Ruhepol - doch sie ist in dem Haus nicht allein. Nichtsahnend freundet sie sich mit dem dort lebenden Nathaniel an und verliebt sich sogar in ihn.


    Ihre Freunde stehen dieser Liebe zum Teil sehr skeptisch gegenüber, dennoch gelingt es ihnen nicht, Amber vor einem folgenschweren Fehler zu bewahren, den sie in dieser ganz besonderen Nacht begeht.


    Meinung/Fazit:


    Meine Erwartungen an das Buch waren recht hoch, denn ich hatte vorab einige Rezensionen und Meinungen dazu gelesen, die durchweg Begeisterung inne hatten. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen.


    Die Liebesgeschichte ist toll erzählt, aber wird von zu vielen detaillierten Beschreibungen von San Francisco ertränkt. Es bleibt kaum Raum für eigene Fantasie und seitenweise Sightseeing-Touren haben meinen Lesefluss und mein Lesegefühl stark gebremst. Leider. Denn weniger San Francisco und mehr ausladende Gefühlsbeschreibungen, die es durchaus auch gibt, hätten mir deutlich besser gefallen. Auch der oft zu abrupte Wechsel der Szenen hat mir oft eine kalte Gefühlsdusche verpasst.


    Die Charaktere sind wundervoll und liebevoll gezeichnet und man hegt sofort Sympathien. Dennoch haben alle Personen ihre kleinen Geheimnisse, die nach und nach für die ein oder andere Überraschung sorgen. Allerdings wurden gegen ende, für meinen Geschmack, zu viele Vorhersehungen wahr und zu viele Puzzleteile fügten sich komplikationslos ineinander. Dadurch war mir vor allem der Schluss viel zu kitschig und viel zu überladen und konnte mich nicht mehr überzeugen.


    Ich vergebe daher nur 3 Sterne, allerdings mit der Leseempfehlung für diejenigen, die gern hochromantische, dramatische und Happy-End-lastige Liebesgeschichten mögen. Besonders im Alter von 13-18 Jahren.

  • Das tut mir natürlich sehr leid, dass es Dir mit dem Buch so ging, LeseJulia - ich danke Dir, dass Du es trotzdem gelesen hast, für Deine Beiträge hier in der Runde und für Deine Rezi! :winken:

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen