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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines von der Autorin) ist immer interessant.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


    Es wäre schön, wenn Ihr die Rezension auch auf andere Internetseiten stellt. Aber das ist natürlich nicht Bedingung. :)

  • Zunächst ganz herzlichen Dank für die LR und an dich, Sabina für deine Beteiligung, die mich einiges besser erkennen ließ. Auch den anderen LR-Teilnehmern danke, ich werde auch bestimmt noch weiter dabei sein und schauen, was ihr so schreibt, die Beteiligung ist ja jetzt schon sehr rege und es macht Spaß, eure Posts zu lesen und es ist gleichsam spannend zu sehen, wie unterschiedlich das Geschehen wahrgenommen werden kann.


    Ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich mir das Buch wahrscheinlich nicht gekauft hätte, es ist mir zugeflogen. Das Thema Marathon hat mich nicht wirklich interessiert, obwohl ich tatsächlich einen guten Bekannten habe, der schon etliche Marathons gelaufen ist, überall in Europa, London, Istanbul, Köln, Stockholm und wahrscheinlich auch Wien. Mittlerweile ist er im Rentenalter, aber er ist noch vor ein paar Jahren die ganze Strecke gelaufen. Er trainierte aber auch immer sehr viel und macht auch sonstigen Ausdauersport, zu ihm passte das total. Ansonsten finde ich es schon etwas merkwürdig, dass Menschen sich so an ihre Grenzen bringen wollen - und sehe keinen rechten Sinn darin. Mit den Marathon-Szenen hatte ich daher auch so meine Probleme.


    Die Ermittler sind interessant und mal etwas anderes. Und wenn ich so darüber nachdenke, kenne ich zwar einige Schwule (ich lebe in Köln, da trifft man ständig welche!) aber tatsächlich keine Lesben (zumindest nicht dass ich wüsste), vielleicht fällt es Frauen tatsächlich schwerer, sich zu outen? Oder sie fallen nicht so auf? Es gibt auch niemanden, den ich jetzt verdächtigen würde ...


    Bei Katz fiel mir auf, dass er mal als durchgeknallt beschrieben wurde, dann als buddhamäßig? Das widerspricht sich in meinen Augen. Ich mochte ihn bis zum Ende lieber als Mayer (obwohl mir die am Ende deutlich sympathischer geworden war), hätte aber, da es thematisiert wurde, mehr über seine Vaterbeziehung erfahren wollen, in neutralerem Kontext als dem Marathonlauf.


    Insgesamt fand ich das Buch interessant, auch hier kann ich sagen: Mal etwas anderes. Ich bin nun schon interessiert, mehr über Mayer und Katz - und Oppitz zu lesen. Und dass ich den Täter von Anfang an kannte, fand ich ok, ich hätte mir aber wohl doch gewünscht, ACHTUNG SPOILER dass nicht nur der Zufall die Ermittler zum Erfolg gebracht hätte, Columbo kam immer selbst dahinter ("Ich hätte da noch eine Frage ...").


    Was mir sehr gut gefiel waren der Humor und das Lokalkolorit.


    Meine Rezi folgt, Höchstpunktzahl wird es leider nicht, das kann ich schon sagen, ich muss das Ganze erst einmal sacken lassen.

  • Liebe Petra,
    ich habe erst jetzt dein Fazit gesehen - und schon einiges bei Abschnitt 5 angesprochen. Zum Beispiel habe ich dort ausführlich beschrieben, was mich zum "Prinzip Kommissar Zufall" bewogen hat ... kannst du meine Beweggründe jetzt ein bissel eher nachvollziehen?
    Auf jeden Fall finde ich es toll, dass du das Buch gesamt als interessant und "einmal etwas anderes" empfindest. Vielen Dank :)!


    Was das Widersprüchliche bei Katz betrifft: Ja, er hat viele Facetten, und ich finde, dass auch Gegensätzlichkeiten bei einem und demselben Menschen nebeneinander existieren können, findest du das nicht? Hart und weich/verspielt, tiefgründig und kasperlmäßig usw., je nachdem, in welchem Rahmen sich dieser Mensch bewegt. Ich habe zum Beispiel einen Kollegen, von dem sagen alle nur, dass er so witzig ist, weil er ständig Scherze macht und Grimassen zieht - in größeren Gesellschaften. Aber ich hatte Gelegenheit, mit ihm im Zuge einer gemeinsamen Lesung (also genau genommen danach :) ) tiefergehende Gespräche zu führen, und da war sein Gesichtsausdruck ganz ein anderer. Man hätte ihn, den ganzen Menschen (denn auch seine Körperhaltung war anders), als Philosophen bezeichnet.
    Und Katz ist ja zusätzlich durchgedreht wegen des Marathons. Viele der Teilnhemer sind nachher ein bissel durch den Wind ... :)


    Auf jeden Fall schade, dass du mit den Marathonszenen so deine Probleme hattest - für dich und für mich :) Ich habe jedenfalls mein Bestes versucht, diesen Wahnsinn ein bisschen auch den Nichtläufern nahezubringen. Bei manchen ist es mir geglückt - zum Glück :), bei manchen wie bei dir wohl nicht. Aber das ist ja bei vielen Büchern, die wir so lesen, eine Herausforderung. Ich kenne auch nicht alle Lebensbereiche, die so beschrieben werden. Aus Neugierde lese ich sie dann, und meist habe ich etwas Neues, Spannendes erfahren, manchmal stehe ich auch nachher noch ratlos da :) Aber das ist ja das Tolle an Büchern, die Verschiedenheit der Welten, findest du nicht?


    Auf jeden Fall freut es mich, dass wir uns in diesem Rahmen kennengelernt haben, dass du mit dabei warst! Danke!!! :) Und auch, dass du auf die Welt von Mayer & Katz neugierig geworden bist. Vielleicht sehen wir einander bei Band 2 ja wieder :)


    Alles Liebe einstweilen
    Sabina

  • Sabina Naber – Marathonduell (Erster Fall für Mayer & Katz)


    Inhaltsangabe:


    Während des Wiener Marathons wird die wohlhabende Elisabeth Zwirn von ihrem Verlobten Andreas Niederle kaltblütig umgebracht. Der Täter hat sich für die Zeit ein perfektes Alibi zusammengebaut, doch Chefinspektor Karl Maria Katz lässt ihm keine Ruhe - Katz hat nicht umsonst intern den Spitznamen „Pitbull“ und will Niederle um jeden Preis überführen. Keine Ruhe lässt Katz auch der Gruppeninspektorin Daniela Mayer, die per Zufall als erste am Tatort auftaucht und nun in die Ermittlungsarbeit zwangsverpflichtet ist. Mayer, die einer Karriere bei der Polizei ganz bewusst aus dem Weg geht und ruhige, unauffällige Arbeitstage schätzt, muss sich nun mit einem ständig energiegeladenen Chefinspektor herumschlagen, der sie auf Trab hält. Und nicht nur Katz verdirbt ihr die Laune, auch ihr Privatleben ist alles andere als ruhig ...


    Das Buch ist der erste Teil einer Reihe.


    Der erste Satz:


    „Der Hammer drückte sich durch das Kamel-Leder der Umhängetasche.“


    Meine Meinung zum Buch:


    Die Geschichte ist ähnlich wie die alten Inspektor-Columbo-Filme aufgebaut: man kennt den Täter schon von Anfang an und beobachtet gespannt die Bemühungen, Erfolge und Rückschläge der Polizei, ihn zu überführen.


    Die Geschichte wird auf zweien, sich überlappenden Zeitebenen erzählt: die eine beginnt mit dem Mord, der Entdeckung der Toten und begleitet die Ermittlungsarbeit. In der zweiten Ebene folgt der Leser zwei Marathon-Läufern vom Start bis ins Ziel, deren Identität sich erst im Lauf der weiteren Geschichte klärt. Ich fand das sehr gut gemacht, denn lange Zeit ist sehr rätselhaft, wer sich hinter den Gedanken der Läufer verbirgt. Ich war oft der Meinung, dass ich die richtige Spur gefunden habe, lag dann aber doch wieder falsch. Am Ende war natürlich alles logisch und ich fragte mich, warum ich die ganzen Hinweise falsch gedeutet bzw. teilweise gar nicht bemerkt habe.


    Daniela Mayer ist für mich eine sympathische Figur, die das Leben pragmatisch angeht, wenn auch nicht immer ganz diplomatisch. Aber das macht sie für mich lebensecht, denn auch im wahren Leben gibt es wohl niemanden, der ohne sich an Ecken und Kanten zu stoßen durchs Leben geht – und der bequeme Entscheidungen trifft, die sich später vielleicht als falsch herausstellen.


    Mit Karl Maria Katz musste ich erst warm werden, er erschien mir fast etwas überaktiv und aktionistisch, ziemlich grob noch dabei. Mit der Zeit erfährt der Leser aber auch mehr über ihn und kann einige seiner Handlungen verstehen, ich habe mich auch mit ihm und seiner Art versöhnen können. Trotz allem ist aber Daniela Mayer für mich die Lieblingsfigur geblieben.


    Es gibt noch eine Vielzahl von weiteren Personen, die alle eine gewisse Charakterisierung erfahren und nicht nur Schablonen bleiben. Ob das nun der junge Polizist Kevin mit seiner eifersüchtigen Freundin, Danielas Lieblingskollege Oppitz mit seinem sehr überraschenden Hobby, Karls alter Freund Alex mit seinen schwarzen Samtpantöffelchen oder der mitteilsame ehemalige Hausmeister Herr Adolf ist – alle Figuren sind sehr individuell beschrieben.


    Ich habe das Buch insgesamt sehr gerne gelesen und kann es nur weiterempfehlen. :daumen:


    Zur Leserunde: diese hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn der Anfang aufgrund der etwas verspäteten Lieferung etwas unglücklich lief. Vielen Dank an die Teilnehmerinnen, die sich davon die Laune nicht haben verderben lassen. Es hat auch wieder viel Spaß gemacht, mit euch zu diskutieren und zu spekulieren – und wie immer habe ich gestaunt, auf welche Gedanken ihr kommt, auf die ich nicht gekommen wäre.


    Ganz besonders vielen Dank an die Autorin Sabina Naber, die uns hier immer gut gelaunt begleitet hat und die uns viele Hintergrundinfos geben konnte. :-*


    Meine Bewertung: :buchtipp:


    Viele Grüße von Annabas :winken:


    Rezi weiter veröffentlicht auf:
    Amazon
    Literaturschock-Hauptseite
    Großes Bücherforum

  • Liebe Susanne,
    wow - vielen Dank :) :) :)
    Und auch mein Dank (retour) für die Leserunde und deinen/euren Einsatz! :-* -. wobei es ja noch ein bissel weitergeht ... :)
    Alles Liebe inzwischen! :winken:
    Sabina

  • Hallo, liebe Leserunde :winken:


    Auch mir hat es super viel Spaß gemacht, gemeinsam mit Euch dieses Buch zu lesen! Auch ein besonders dickes Dankeschön für Deine nette Begleitung, Sabina!
    Ich habe jetzt wirklich große Lust bekommen, nach Wien zu reisen! :)


    Meine Rezension zum Buch:


    Während des Marathons in Wien geschieht ein Mord. Eine vermögende Frau wird in ihrer Wohnung erschlagen. Verdächtigt wird der Verlobte Andreas Niederer, doch der hat ein wasserdichtes Alibi: Er ist den Marathon gelaufen, und dafür gibt es zahlreiche Zeugen. Chefinspektor Karl Maria Katz ist dennoch sicher, dass Niederer der Täter ist.
    Gruppeninspektorin Daniela Mayer, die zuerst am Tatort war, glaubt an Niederers Unschuld.
    Wird es dem ungleichen Ermittlerduo Katz und Mayer gelingen, den Fall zu lösen?


    Meine Meinung:


    Ich habe diesen Krimi sehr genossen! Er war spannend bis zum Ende, und das, obwohl der Leser schon von Anfang an weiß, wer der Täter ist.
    Das ungleiche Ermittlerduo - bestehend aus der auf mich etwas kratzbürstig wirkenden Daniela Mayer und dem geduldigen Karl Maria Katz - macht seine Arbeit wirklich gut. Es war spannend, ihren Gedankengängen zu folgen.
    Daniela Mayer war mir dabei von Anfang an unsympathisch. Im Laufe der Geschichte konnte sie dann aber doch noch ein paar Sympathiepunkte gewinnen. Karl Maria Katz mochte ich von Anfang an.
    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und in Rückblicken erfährt der Leser immer mehr über das Geschehen und den Tathergang.
    Zudem habe ich mich beim Lesen gefühlt, als wäre ich selbst nach Wien gereist. Durch den Schreibstil bzw. den Dialekt kommt Österreich einfach ein Stückchen näher.
    Zusammenfassend kann ich wirklich nur sagen, dass das Buch mir sehr gut gefallen hat und ich die Reihe mit Mayer und Katz auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Ich freue mich auf den zweiten Teil!

  • Liebe Sonja,
    ich danke dir sehr für deine schöne und liebe Beurteilung. Die freut mich sehr. Und glaube mir, ich setze alles daran, dass dir (und anderen) Daniela Mayer in Band 2 sympathischer wird - ohne sie zu verbiegen. Denn eigentlich mag ich diese Frau, so wie sie ist :)
    Toll auf jeden Fall, dass du beim zweiten Abenteuer von den beiden wieder mit dabei bist. Wirklich toll! (ich freue mich jetzt schon auf unser Wiederlesen) Und natürlich auch, dass du nach Wien kommen willst :)
    Mit ganz lieben Grüßen aus der heimlichen Weihnachtsmetropole :):winken:
    Sabina


  • Toll auf jeden Fall, dass du beim zweiten Abenteuer von den beiden wieder mit dabei bist. Wirklich toll! (ich freue mich jetzt schon auf unser Wiederlesen) Und natürlich auch, dass du nach Wien kommen willst :)


    Dankeschön! :-*
    Ich freue mich auch schon auf unser Wiederlesen!
    Liebe Grüße :winken:

  • Liebe Sabina,


    zuerst einmal möchte ich mich bei dir für die tolle und vor allem ausführliche Leserundenbegleitung bedanken. 8)Marathonduell hat mir richtig gut gefallen und bei einer Leserunde zum zweiten Fall mit Mayer und Katz werde ich sicherlich dabei sein!



    Und hier meine Anmerkungen:


    „Nichts unterscheidet Deutschland und Österreich so sehr, wie die gemeinsame Sprache", so zitierte Sabina Naber in der Leserunde einen schlauen Menschen. Dem kann ich nur zustimmen. Marathonduell ist in einem deutschen Verlag erschienen und deswegen sind die größten sprachlichen Hürden ausgemerzt worden, aber es bleiben noch genug österreichische Vokabeln übrig. Diese erklären sich glücklicherweise meist von selbst und für die schwereren Fälle gibt es am Ende des Buches ein Glossar.


    Daniela Mayer und Karl Maria Katz - so heißen die beiden Ermittler, die hier das erste Mal gemeinsam die Krimibühne betreten und die unterschiedlicher nicht hätten sein können.
    Daniela Mayer ist ein ausgesprochen pragmatischer und nüchterner Typ, dem gegenüber steht der ältere Karl Maria Katz, ein Individualist, ein etwas schräger Typ, der in Wien einen Marathon läuft.
    Eine Frau wird ermordet und Katz direkt im Anschluss an den Marathon zum Tatort gerufen. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden, aber sein Alibi scheint wie in Stein gemeißelt.


    Der Krimi spielt auf drei nahe beieinander liegenden Zeitebenen, was am Anfang etwas verwirrend ist, aber nach und nach verständlich wird. Besonders ist, das der Leser den Marathon quasi mitläuft, was sicherlich für alle, die selber joggen oder sogar schon einmal einen Marathon gelaufen sind, ein besonderes Zuckerl, äh... Bonbon ist.



    Meine Rezi werde ich auch bei amazon, auf der Literatuschock-Hauptseite, im großen Bücherforum und auf Facebook veröffentlichen.

    Liebe Grüße<br />SheRaven

    Einmal editiert, zuletzt von SheRaven ()

  • Liebe Gabi,
    ICH bedanke mich, dass du dabei warst :) Und ich finde es natürlich sehr fein, dass du auch beim zweiten Abenteuer mit von der Runde sein willst 8)


    Ich danke dir auch für die schöne Beurteilung!!!! Merci!! Wunderbar, dass du sie so breit streust :)
    Alles Liebe dir :winken:
    Sabina

  • Zur LR habe ich mich schon geäußert, hier nun mein Rezi:


    Elisabeth Zwirn wird ermordet, verdächtig ist ihr Verlobter, Andreas Niederle, doch der hat offenbar ein wasserdichtes Alibi, er ist den Marathon mitgelaufen, der zeitgleich stattfand. Chefinspektor Katz vom LKA und seine Kollegin Daniela Mayer haben eine harte Nuss zu knacken.


    Ein etwas außergewöhnlicher Kriminalroman, denn der Leser/die Leserin weiß von Anfang an, wer der Täter ist, so dass der Roman seine Spannung eher aus den Ermittlungen zieht sowie aus der Beziehung der beiden Ermittler.


    Großen Raum nimmt die Beschreibung des Marathonlaufes ein, der als Rückblenden die Ermittlungsarbeiten begleitet, hier wird aus zwei Perspektiven erzählt und erst nach und nach wird klar, wer wer ist. Dadurch herrscht zunächst Verwirrung beim Leser, was aber auch eine gewisse Spannung erzeugt. Gefallen hat mir, dass immer wieder Humor durchleuchtete, so dass man öfter schmunzeln muss, dazu trägt auch bei, dass der Roman, der ja in Wien spielt, viele österreichische Begriffe enthält, was wesentlich zum Lokalkolorit beiträgt. Im Anhang gibt es ein Glossar, das viele, aber nicht alle, Begriffe erklärt.


    Katz und Mayer sind zwar interessante Ermittler, aber nicht wirklich sympathisch und daher als Identifikationsfiguren nicht unbedingt tauglich. Mayer ist lesbisch, hat aber große Angst, geoutet zu werden, außerdem hat sie null Ehrgeiz und schiebt am liebsten einen ruhigen Posten. Katz bleibt relativ fremd. Ein Charakteraspekt wird recht ausführlich beschrieben, allerdings passt dieser nicht so recht zu der Vorstellung, die ich mir von Katz gemacht habe und wird auch nicht abschließend ausgeführt, für mich blieb er daher unklar und unbefriedigend.


    Unbefriedigend ist auch die Auflösung der Kriminalgeschichte. Unklarheit herrscht auch hier, in meinen Augen sowohl beim Motiv als auch warum der Täter, der bisher andere Wege wählte, dieses Mal mordete. Für mich erschließt sich das nicht wirklich aus dem Roman.


    Insgesamt ein ungewöhnlicher Krimi, mit einem allerdings nicht besonders spannenden, nicht immer logischen Fall und Ermittlern, die ich gerne noch einmal treffen möchte, da mich interessiert, wie die beiden und ihre Beziehung sich entwickeln werden. Die Autorin schreibt auch schon am zweiten Band. Der Roman lohnt auf jeden Fall einen Blick – und für alle, die schon einmal Marathon gelaufen sind, ist ein Krimi im Marathon-Milieu sicher sowieso eine nette Sache.

  • Liebe Petra,
    ich danke dir für deine Rezension und freue mich natürlich sehr, dass du auf Band 2 neugierig bist, obwohl dir der erste Band nicht unbedingt gefallen hat :) Es war jedenfalls fein, dass du mit dabei warst - Danke!!!
    Liebe Grüße! :winken:
    Sabina

  • Hier nun meine Rezension zu Marathonduell:


    INHALT
    „Marathonduell“ ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe von Sabina Naber.
    Während des Marathonlaufs in Wien wird eine brutal mit einem Hammer erschlagene Frau in ihrer Wohnung aufgefunden. Für den ermittelnden Chefinspektor Katz vom Landeskriminalamt steht der Verlobte des Opfers Niederle als Haupttatverdächtiger für den kaltblütigen Mord bereits fest. Obwohl dieser nachweislich am Marathon teilgenommen hat und für die fragliche Tatzeit ein perfektes Alibi präsentieren kann, hat seine ungewöhnliche Fitness nach dem Lauf Chefinspektor Katz misstrauisch gemacht. Die junge Gruppeninspektorin Mayer, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Oppitz zuerst am Tatort war, wird nun zur Aufklärung des Mordfalls dem etwas eigenwilligen Katz zwangsweise zugeteilt. Entgegen Mayers Einwänden und nur seiner Intuition folgend beginnt Katz mit den Ermittlungen gegen den arroganten, scheinbar unschuldigen Verlobten der Toten. Wird es dem ungleichen Ermittlerduo gelingen, den wahren Täter in die Enge zu treiben und zu überführen? Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt ...


    MEINE MEINUNG
    Der Autorin ist es hervorragend gelungen, mich schnell durch die zwei unterschiedlichen Handlungsstränge mit Zeitsprüngen und Perspektivwechseln zu fesseln, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Obwohl der Täter bereits gleich zu Anfang bekannt ist, finde ich es immer wieder spannend, die Ermittlungstaktiken und Fehlschläge der Polizei zu verfolgen, mitzuerleben wie sich langsam die einzelnen Spuren zusammenfügen und der Täter mit seinem scheinbar perfekten Alibi schließlich in die Enge getrieben wird.
    Doch „Marathonduell“ kommt nicht wie ein klassischer Ermittlerkrimi daher, denn in einem anderen Handlungsstrang (der Zeit-Ebene des Marathonlaufs) lernen wir die kranke Psyche des Täters und die Motive für seine Tat aus seiner Sicht kennen. Somit hat die Autorin zugleich ein äußerst fesselndes Thrillerelement in ihren Krimi eingebaut. Als zusätzliche Herausforderung für uns Leser lässt die Autorin auf dieser Erzählebene zwei „Glatzköpfe“ am Marathon teilnehmen, die wir während ihres gesamten Laufs begleiten und an deren Gedanken wir unmittelbar Einblick haben. Nach anfänglicher Verwirrung bereitet die Zuordnung ihrer Sichtweisen bald keine Schwierigkeiten mehr und auch die Identität der beiden Männer ist nach einiger Zeit eindeutig. So gibt es auch für den Leser etwas zum Miträtseln und Enthüllen.
    Sehr facettenreich und authentisch sind die beiden faszinierenden Protagonisten Karl Maria Katz und Daniela Mayer gezeichnet. Die charakterlich sehr unterschiedlichen Ermittler lassen sich zunächst mit all ihren Eigenarten schwer einschätzen.
    Erst allmählich lernen wir einige persönliche Hintergründe der Figuren und ihr Privatleben besser kennen, wodurch sie uns schließlich immer sympathischer werden. Dennoch bleibt noch genügend über die zwei im Dunkeln, so dass wir uns auch in nachfolgenden Bänden sicherlich über spannende und überraschende Enthüllungen zu Katz’ und Mayers Leben freuen können.
    Sehr schön ist beschrieben, wie sich Mayer allmählich in ihre Ermittlerrolle hineinfügt, Katz sie geschickt herausfordert und sich die Beziehung zwischen den beiden so verschiedenen Ermittler-Typen weiterentwickelt. Toll ist es mitzuerleben, wie sie sich trotz ihrer Unterschiede schließlich zusammenraufen und als Ermittlerduo ergänzen, um den Mordfall lösen.
    Auch die anderen Nebenfiguren hat die Autorin sehr lebendig und vielschichtig ausgearbeitet, so dass einige von ihnen mir ans Herz gewachsen sind, und ich mich auf ein Wiedersehen mit ihnen freuen würde.
    Die Autorin versteht es hervorragend mit ihrem mitreißenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und den vielen Perspektivwechseln den Spannungsbogen bis zum fesselnden Showdown auf hohem Niveau zu halten. Die Auflösung des Mordfalls, die Beweggründe des Täters und die raffinierte Planung des wasserdichten Alibis sind in sich schlüssig und nachvollziehbar geschildert.
    Sehr stimmungsvoll und lebendig sind auch die Beschreibungen der verschiedenen Schauplätze in Wien, die Lust auf einen Städtetrip machen. Zum besonderen Flair trägt auch der besondere Schreibstil bei, der mit vielen österreichischen Begriffen und Formulierungen durchsetzt ist, die sich meist selbst erklären oder im Glossar am Ende des Buchs erläutert werden.
    Die Schilderungen der teilweise extremen psychischen Erfahrungen und physischen Ausnahmezustände der Marathonläufer während der verschiedenen Phasen des Laufs finde ich sehr gelungen und absolut authentisch.
    Ich kann es kaum erwarten, den 2. Band in Händen zu halten und das liebenswerte „Traumteam“ Katz und Mayer in einem neuen, spannenden Kriminalfall ermitteln zu lassen!


    FAZIT
    Ein sehr unterhaltsamer und gelungener Auftakt einer neuen Krimi-Reihe mit einem außergewöhnlichen Ermittlerduo und viel Wiener Lokalkolorit!
    Sehr spannend und zugleich humorvoll geschrieben! Absolut empfehlenswert!


    Zur Leserunde:
    Mir hat das gemeinsame Lesen mit Euch viel Spaß gemacht. :)
    Ich möchte mich auch noch einmal sehr herzlich für Dein besonderes Engagement bei der Begleitung dieser aktiven Leserunde bedanken, Sabina. :-*
    Ich freue mich schon sehr auf den 2. Teil, es wäre nett, wenn wir ihn wieder gemeinsam lesen dürften!

  • Liebe Elisa,
    vielen, vielen Dank für deine tolle Rezension!!!! Die bringt wirklich Sonne in den Regentag ;D ;D Und ich freue mich auch schon auf die nächste Leserunde, sehr, sehr fein, dass du wieder mit dabei sein willst, denn es hat mir hier wirklich Spaß gemacht, mit dir und euch!!
    Alles, alles Liebe einstweilen :winken:, vielleicht ja auch auf FB oder so
    Sabina

  • Marathonduell, Rezension


    In Wien findet der alljährliche Marathon statt. Daniela Mayer schiebt als ziviler Streckenposten eine ruhige Kugel, wie es ihr in ihrem Job bei der Kripo am liebsten ist.
    Dann aber wird sie zu einem Mordfall gerufen. An sich schon lästig genug, doch außerdem möchte Chefinspektor Katz Daniela in seinem Team haben. Das passt Daniela überhaupt nicht, genauso wenig wie Katz´ Verdächtigungen: Der glaubt nämlich tatsächlich, dass der Verlobte des Opfers der Täter ist. Doch der Verlobte ist den Marathon gelaufen, wie unzählige Kameras beweisen...


    Am Anfang fand ich es schwierig in den Marathon einzusteigen: Er war für mich wie ein Wimmelbild, auf dem ich keine Person identifizieren konnte. Doch genau daruaf kam es an, denn irgendwo steckte wohlmöglich der Täter... Allmählich lichtete sich jedoch der Nebel und der Leser bekam Einblick in die Psyche einer eiskalten Persönlichkeit, die Menschen benutzt wie Gegenstände und sich derer entledigt, wenn sie ihr nicht mehr nützlich sind.
    Obwohl der Mörder bald identifiziert war, blieb der Krimi spannend und wartete bis zum Schluss mit überraschenden Wendungen auf.
    Der Krimi hat viel Lokalkolorit und vermittelt einen Hauch von Wiener-Flair. Die Protagonisten sind ungewöhnlich und interessant, wobei ich mich am meisten mit den Nebenfiguren anfreunden konnte.
    :lesen: :lesen: :lesen: :lesen:



    Die Leserunde war für mich sehr hilfreich. Vielleicht hätte ich den Krimi als Einzel-Leser irgendwann aus der Hand gelegt. Ich hätte wahrscheinlich vermutet, dass mir im Marathonduell wichtige Details entgangen sind. Erst recht, wenn ich den Krimi nicht so zügig gelesen hätte, wie ich es fast immer in einer LR versuche.


    Vielen Dank an alle Mitleser für die Unterstützung, Kommentare und Hinweise.
    Vielen Dank an dich, Sabina, für die nette, ausführliche Begleitung.

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    Einmal editiert, zuletzt von lesegrete ()

  • Liebe Lesegrete,
    ich danke DIR, dass du mitgemacht hast - und freue mich natürlich sehr, dass dir das Buch nach anfänglicher Verwirrung doch noch so gut gefallen hat :) :) Ich danke dir für deine schöne Rezension!
    Hoffentlich lesen wir einander bei Teil 2 wieder!!!
    Alles Liebe einstweilen :winken:
    Sabina

  • Hallo zusammen,


    es sind zwar noch nicht alle Rezis da, aber weil ich übermorgen in Urlaub fahre, verabschiede ich mich heute schon.
    Noch einmal: danke an Sabina und an alle Mitleserinnen! Den nächsten Band habe ich mir schon vorgemerkt. :)


    Liebe Grüße von Susanne :winken:

  • Liebe Susanne,
    der Dank liegt ganz bei mir - es hat mir hier sehr viel Spaß gemacht :)
    Und es freut mich natürlich sehr, dass du dir schon den zweiten Band vorgemerkt hast, das gibt mir Rückenwind für das Finale, auf das ich jetzt schreiberisch gerade zusteure :) :)
    Einen schönen Urlaub wünsche ich dir :winken:
    Alles Liebe
    Sabina

  • 8) Die Runde hat mir sehr viel Spass gemacht, allerdings hat sie mich nicht dazu animieren können einmal selbst an einem Marathon teilzunehmen. Das ist wohl nicht so wirklich mein Ding. Aber lesen würde ich darüber gerne noch einmal etwas. Hier nun auch noch meine Rezension zum Buch, die ihr auch bei lies und lausch, literaturschock und buchrezicenter findet:


    Elisabeth Zwirn, eine Frau aus gutem Hause, wird während des bekannten Marathon in Wien von ihrem Verlobten in der eigenen Wohnung getötet. So beginnt diese kriminelle Geschichte der Autorin Sabina Naber mit der Tat und dem Täter. Der Leser weiß also bereits auf den ersten Seiten relativ viel. Aber mit diesem Wissen ist es natürlich nicht weit her, denn die Ermittler Mayer und Katz wissen nicht wer der Täter ist, sie vermuten es nur. Allerdings wird es gar nicht so leicht dem Verlobten, Andreas Niederle, diese Tat auch nachzuweisen, denn dieser hat offensichtlich am Marathonlauf teilgenommen und wie will er dabei die Zeit gefunden haben noch ganz nebenbei einen Mord zu begehen? Die Ermittler stehen vor einem großen Rätsel und vor allem Katz, der selbst am Marathon teilgenommen hat, fragt sich was hier tatsächlich geschehen ist.


    Ein Marathonlauf ist eine Herausforderung für jeden Teilnehmer, ein großer Kraftakt, der viele Menschen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit bringt. Dieses Gefühl fängt die Autorin hier sehr deutlich ein, denn sie lässt den Leser teilhaben an den Emotionen und Gedanken einiger Läufer. Man erfährt von einem Glatzkopf, einem Kiwi-Mann und noch weiteren Teilnehmern und fragt sich mehr als einmal wer hinter diesen Personen steckt. Kleine Andeutungen zeigen aber schon bald wer hier wer ist.


    Die Ermittler Katz und Mayer sind zwei ausgefallene Charaktere. Gruppeninspektorin Daniela Mayer gerät eher zufällig in die Ermittlungen hinein, denn während des Marathonlaufs ist sie mit ihrem Kollegen Oppitz unterwegs und dabei auch in anderen Bereichen im Einsatz als normalerweise. Als dann ein Notruf eingeht, werden Mayer und Oppitz zur Wohnung von Elisabeth Zwirn geschickt und finden dort die Tote. Für die weitere Bearbeitung des Falles ist das LKA zuständig und Mayer, lustlos wie immer, schon froh die Ermittlungen abgeben zu können. Aber der bekannte Karl Maria Katz vom LKA möchte sie an seiner Seite wissen.


    Dieser Krimi spielt in Wien und natürlich kommt hier auch der lokale Gesichtspunkt nicht zu kurz. Dennoch kann die Geschichte problemlos auch von Nichtkennern der Örtlichkeit gelesen werden. Besonders solche Leser, die kauzige und verschrobene Ermittler mögen und sich an kleinen aber feinen Wortgefechten und versteckten Andeutungen erfreuen können, sind hier genau richtig. Es ist einfach herrlich Katz und Mayer bei ihren Ermittlungen und ihren privaten Angelegenheiten zu begleiten. Liebhaber von Marathonläufen werden hier auch auf ihre Kosten kommen und sich vermutlich an der einen oder anderen Stelle wiederfinden.


    „Marathonduell“ ist die Geschichte eines gut durchdachten Mordes, eine Herausforderung an Körper und Geist des Mörders und der Ermittler und eine spannende Geschichte für den Leser, die sicherlich für Verwirrung sorgen wird.

  • Lirbe Iris,
    vielen Dank für deine tolle Rezension :) :) :), die ich erst heute gesehen habe, weil ich gerade ganz tief im zweiten Fall stecke ...
    Und es hat mich sehr gefreut, dass du mit von der Partie warst!!! Hoffentlich lesen wir einander einmal wieder, wäre sehr fein :)!!!!
    Alles Liebe dir :winken:
    Sabina

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen