Allgemeine Fragen an Ramona Ambs

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  • Hallo Ramona,


    wie bist du denn auf die Idee gekommen diese Geschichte zu schreiben? Sie ist ja schon ganz schön harte Kost. Kennst du jemanden, der selber in so einen Teufelskreislauf geraten ist? Und was mich noch interessieren würde: Schreibst du gerade an einem anderen Buch und kannst dazu vielleicht noch ein bisschen was erzählen?


    Liebe neugierige ;) Grüße
    Tammy :winken:

  • wie bist du denn auf die Idee gekommen diese Geschichte zu schreiben? Sie ist ja schon ganz schön harte Kost. Kennst du jemanden, der selber in so einen Teufelskreislauf geraten ist?


    hihi, also so diplomatisch schön hat das noch niemand gefragt, liebe Tammy :-)
    Das ist eine auf wundervoll verschlungenen Umwegen gestellte Frage nach den autobiographischen Hintergründen der Geschichte...
    ... ja.. hmmm.
    Ich weiß immer nicht recht, was ich dazu sagen soll...
    Also natürlich steckt sehr sehr viel Ramona in Romy. Zum einen eben die Großeltern, die sehr an meine realen Großeltern angelehnt sind, zum anderen durchaus auch die ein oder andere Erfahrung, die Romy in ihrem Buch macht. Als ich beispielsweise in der siebten Klasse war, gabs bei uns die erste Drogentote. Eine Klassenkameradin von mir, die nackt im Aufzug eines Hochhauses gefunden wurde.... auch die WGs, in denen ich während meiner Studienzeit gelebt habe, hatten nicht die saubersten Küchen :unschuldig: -und es gibt ehemalige Mitbewohner von mir, die sich teilweise in den Figuren wieder zu erkennen glauben. Allerdings alles eben immer nur partiell, weil ich eben Figuren zusammen gebastelt habe, teils aus meiner Erfahrung und teils aus meiner Phantasie. Aber was genau nun meine eigenen Erfahrungen sind, und was ich nur recherchiert habe, das lass ich offen. Zum einen, weil ich- wenn ich sagen würde dieses und jenes hab ich wirklich ausprobiert und erlebt, sicherlich von einigen Leuten sehr schräg angesehen werden würde (und sehr seriös würde ich hernach sicher auch nicht mehr wirken ;-) )- zum anderen allerdings, will ich mit "meiner Romy" solidarisch sein, und es auch nicht völlig von mir weisen. Schließlich geb ich dem ganzen nicht umsonst die realen politischen und gesellschaftlichen Bezüge, damit klar ist, das ist eine durchaus realistische Geschichte und keine kuriose Übertreibung... kurz und gut: ich dachte aus den Erfahrungen, die ich gemacht habe kann man eine gute Geschichte basteln, mit der Menschen ins Gespräch kommen können. Mir ist ja immer wichtig, dass Leute sich möglichst nicht fremd bleiben, sondern sich gegenseitig kennen lernen und sich in andere reinversetzen können. Und die Hoffnung hab ich halt in de Geschichte gelegt, also eben, dass sie Leute anspricht und diese sich mit Romy identifizieren können, ohne zu sehr von ihrer Sicht auf die Welt bevormundet zu werden... ein Drahtseilakt irgendwie... aber die bisherigen Leserkommentare von Menschen völlig unterschiedlichen Alters (und Herkunft etc.) zeigen doch, dass fast für jeden etwas dabei ist, was er für sich mitnehmen kann aus dem Buch... und das freut mich sehr!
    Zwei Leute haben mir geschrieben und gesagt, ich würde die Drogenszene zu positiv darstellen, weil ich das Heroin zu positiv schildern würde. Darüber denk ich zur Zeit nach, ob das vielleicht so ist... ich denke aus Romys Sicht (und sie erzählt die Geschichte ja) ist es ja irgendwie positiv "mein großer Bruder", aber vielleicht hätte ich die negativen Seiten noch deutlicher beschreiben sollen/müssen- wie gesagt, über diese Kritik denk ich derzeit nach..
    Und zu Deiner anderen Frage: ich hab jetzt grade ein Stück Auftragsliteratur fertig bekommen. Das Märchen Rotkäppchen neu erzählt... das wird voraussichtlich nächstes Jahr erscheinen. Aber mein Herzblut hängt derzeit an meinem zweiten Buch, an dem ich derzeit sitze. Darin geht es um eine junge Frau, die in einem Seniorenzentrum arbeitet und dort durchaus das ein oder andere Abenteuer mit den Bewohnern (und nicht nur denen) erlebt...
    Das Schreiben daran macht mir derzeit richtig viel Freude, obwohl es wettermäßig so garnicht passt: In meiner aktuellen Szene steckt eine Frau mit ihrem Rollator auf einer zugeschneiten Wiese fest und fängt mit ihrer alten Zunge Schneeflocken bei minus sieben grad...
    aber dafür hat man ja seine Phantasie!


  • Zwei Leute haben mir geschrieben und gesagt, ich würde die Drogenszene zu positiv darstellen, weil ich das Heroin zu positiv schildern würde. Darüber denk ich zur Zeit nach, ob das vielleicht so ist... ich denke aus Romys Sicht (und sie erzählt die Geschichte ja) ist es ja irgendwie positiv "mein großer Bruder", aber vielleicht hätte ich die negativen Seiten noch deutlicher beschreiben sollen/müssen- wie gesagt, über diese Kritik denk ich derzeit nach..


    Ich finde das Heroin ziemlich erschreckend, eben weil es zum einen aus Romys Sicht so gleichgültig erzählt wird, zum anderen weil man ja erfährt, zu was das Heroin Romy "zwingt" - und das finde ich alles andere als zu positiv dargestellt.



    Das Märchen Rotkäppchen neu erzählt... das wird voraussichtlich nächstes Jahr erscheinen.


    Oh, eher klassisch oder eher ironisch oder ganz anders?




    Aber mein Herzblut hängt derzeit an meinem zweiten Buch, an dem ich derzeit sitze. Darin geht es um eine junge Frau, die in einem Seniorenzentrum arbeitet und dort durchaus das ein oder andere Abenteuer mit den Bewohnern (und nicht nur denen) erlebt...
    Das Schreiben daran macht mir derzeit richtig viel Freude, obwohl es wettermäßig so garnicht passt: In meiner aktuellen Szene steckt eine Frau mit ihrem Rollator auf einer zugeschneiten Wiese fest und fängt mit ihrer alten Zunge Schneeflocken bei minus sieben grad...
    aber dafür hat man ja seine Phantasie!


    Das liest sich auch gut - bis auf den Schnee ;D Habe ich doch letzte Nacht geträumt, es hätte geschneit, jetzt, Mitte Juli :o Irgendwie hat mich der letzte Winter traumatisiert.

  • Oh, eher klassisch oder eher ironisch oder ganz anders?


    ganz anders. anti-pop-mäßig halt. also Rotkäppchen als Mädchen ausm Viertel nebenan.... aber zuviel verraten darf ich nicht. Der Ubooks-Verlag plant eben eine Märchenreihe und im Rahmen dessen habe ich eben auch ein Märchen.. sagen wir mal.. modernisiert ;-)



    Das liest sich auch gut - bis auf den Schnee ;D Habe ich doch letzte Nacht geträumt, es hätte geschneit, jetzt, Mitte Juli :o Irgendwie hat mich der letzte Winter traumatisiert.


    oooohjaaa. Das war glaub ich der fürchterlichste Frühling ever... aber es kann nun eigentlich nur besser werden. Und Schnee mag ich eigentlich schon.. aber eben nur im Dezember und Januar. Die restlichen Monate hätte ich gerne dreißig grad und Sonnenschein. So in etwa jedenfalls :-)

  • Liebe Ramona,


    vielen Dank für deine ausführliche Antwort! :-* Ehrlich gesagt, wollte ich gar nicht auf irgendeinen biografischen Hintergrund hinaus, da doch viele Bücher aus der Ich-Perspektive geschildert werden und nicht zwangsweise etwas mit dem tatsächlichen Leben des Autors zu tun haben müssen. Würde ich schreiben - was ich nicht vorhabe und wohl auch eher nicht so kann - aber wenn, dann würde ich mit voller Absicht aus der Ich-Perspektive richtig aufrüttelnde Dinge schreiben, die wenn überhaupt nur entfernt tatsächlich etwas mit mir zu tun haben. Von daher: Vielen lieben Dank für deine Antwort und bitte nicht böse sein, ich habe das wirklich gar nicht mit komischer Hintergrundabsicht gestellt. :-[ :-*


    ganz anders. anti-pop-mäßig halt. also Rotkäppchen als Mädchen ausm Viertel nebenan.... aber zuviel verraten darf ich nicht. Der Ubooks-Verlag plant eben eine Märchenreihe und im Rahmen dessen habe ich eben auch ein Märchen.. sagen wir mal.. modernisiert ;-)


    Das hört sich aber auch spannend an! Da bin ich ja gespannt. Vor allem, wenn es eine gesamte Reihe geben soll. Ich freu mich!



    Das Schreiben daran macht mir derzeit richtig viel Freude, obwohl es wettermäßig so garnicht passt: In meiner aktuellen Szene steckt eine Frau mit ihrem Rollator auf einer zugeschneiten Wiese fest und fängt mit ihrer alten Zunge Schneeflocken bei minus sieben grad...
    aber dafür hat man ja seine Phantasie!


    Ui, das hört sich auch spannend an! Obwohl ich das dann auch eher im Winter lesen möchte, wenn es sich um Schnee handelt. Im Moment genieße ich den Sommer einfach auch viel zu sehr! Aber ich bin schon neugierig und werde das verfolgen.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


  • ganz anders. anti-pop-mäßig halt. also Rotkäppchen als Mädchen ausm Viertel nebenan.... aber zuviel verraten darf ich nicht. Der Ubooks-Verlag plant eben eine Märchenreihe und im Rahmen dessen habe ich eben auch ein Märchen.. sagen wir mal.. modernisiert ;-)


    Oh, da bin ich gespannt.



    Und Schnee mag ich eigentlich schon.. aber eben nur im Dezember und Januar. Die restlichen Monate hätte ich gerne dreißig grad und Sonnenschein. So in etwa jedenfalls :-)


    So ähnlich ist es bei mir auch.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen