03: Seite 88 - Ende (Kap. 203 - Ende)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 88 bis zum Ende (Kapitel 203 - Ende) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Hallo Ihr Lieben,


    ui, ich bin hier die Erste? Na, dann!


    In diesem Abschnitt ging es ja noch mal ganz schön hoch und runter mit Romy. Jedoch hatte ich die ganze Zeit kein gutes Gefühl und war mir fast sicher, dass sie es nicht schaffen wird, ganz von den Drogen wegzukommen. Wie ich schon bei ihrem Entzug geschrieben hatte, müsste sich bei Romy sehr viel ändern und es jemanden geben, der sich die Zeit nimmt in ihr Innerstes vorzudringen und ihr das zu geben, was sie braucht. Jedoch weiß ich nicht einmal, ob es so jemanden wirklich gibt und ob noch jemand wirklich hätte helfen können. Spätestens zu dem Zeitpunkt, als auch noch ihre Oma stirbt, war für mich klar, dass es jetzt mit Romy nur noch bergab geht. Sie hat ja eigentlich keine Familie mehr und wirkliche Freunde auch nicht. Ihr "einziger Freund" ist das Heroin und dem verschreibt sie sich dann auch komplett. Tragisch, aber irgendwie lief die gesamte Geschichte genau darauf hinaus, dass es mich nicht mehr wirklich überrascht hat.


    Ich weiß auch nicht, ob es für Romy eine Chance gegeben hätte, wäre der Typ nicht zurück zu seiner Frau. Jedoch habe ich mir gleich gedacht, dass der zwar sein Abenteuer mit Romy genießt, aber im Endeffekt dann doch im sicheren Hafen bei seiner Frau bleibt.


    Tragische Geschichte mit einem ebenso tragischen Ende.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Hallo Zusammen! :winken:


    Ja, das Ende der Geschichte von Romy hat mich wirklich umgehauen. Obwohl es immer hoch und wieder runter mit ihr ging, hatte ich doch bis zuletzt noch Hoffnung, dass sie es packen könnte. Und ich wollte es auch glauben; ich habe es Romy so sehr gewünscht.
    Dass sie sich dann ganz bewusst den Goldenen Schuss setzt, ist schon ziemlich tragisch und sehr traurig.
    Es ist ja eigentlich nur eine Geschichte, nur ein Buch, und doch hat mich dieses Ende ziemlich entsetzt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich das verarbeitet hatte für mich.


  • Hallo Zusammen! :winken:


    Ja, das Ende der Geschichte von Romy hat mich wirklich umgehauen. Obwohl es immer hoch und wieder runter mit ihr ging, hatte ich doch bis zuletzt noch Hoffnung, dass sie es packen könnte. Und ich wollte es auch glauben; ich habe es Romy so sehr gewünscht.
    Dass sie sich dann ganz bewusst den Goldenen Schuss setzt, ist schon ziemlich tragisch und sehr traurig.


    Das war für mich, so hart es klingt, die logische Konsequenz. ich schreibe das jetzt ein wenig überspitzt und denke, ihr wisst, dass ich das nicht so kühl meine, wie ich es schreibe. Den ersten Hinweis hat sie selbst im ersten Kapitel gegeben. Sie schrieb ja, dass sie eine schnell sterbende literarische Figur sein, weil sie jüdisch ist. Da war mir eigentlich klar, dass sie dieses Buch nicht überleben wird.


    Auch ihr Leben führte unweigerlich in den Tod. Romy lebt nur, weil sie ihre Großeltern vor einem verlust bewahren will. Jetzt, wo Großeltern und Onkel tot sind, hat sie doch keinen Grund mehr, zu leben. Für die Drogen? Das ist ihr zu einfach. Dafür ist sie einfach zu klug. Die Fotografie wäre ein Grund gewesen, aber sie hasst es, auf ihre jüdischen Wurzeln reduziert zu werden. Will sie ihr Leben lang daran erinnert werden, was in der Vergangenheit war und warum sie keine fröhliche Kindheit hatte, wie all die anderen Kinder in der Schule? Das ist ihr zu blöd und da wählt sie lieber den Freitod.


    Wie Rosenprinzessin auch, brauche ich noch etwas, um das Buch zu verarbeiten

    Liebe Grüße vom verrückten Kati-Tier


  • Sie schrieb ja, dass sie eine schnell sterbende literarische Figur sein, weil sie jüdisch ist. Da war mir eigentlich klar, dass sie dieses Buch nicht überleben wird.


    Sehr aufmerksam! Daran hatte ich gar nicht mehr gedacht und mir auch zu Beginn des Buches keine weiteren Gedanken darüber gemacht. :-[

  • Puh, was für ein Ende :'(



    Den ersten Hinweis hat sie selbst im ersten Kapitel gegeben. Sie schrieb ja, dass sie eine schnell sterbende literarische Figur sein, weil sie jüdisch ist. Da war mir eigentlich klar, dass sie dieses Buch nicht überleben wird.


    An der Stelle hatte ich auch kein gutes Gefühl, daß sie das Buch überlebt, habe aber doch immer noch irgendwo gehofft - die Hoffnung stirbt zuletzt. Vorallem, als sie den Entzug selber schafft und dann mit der Fotografie ein Betätigungsfeld gefunden hat, das ihr zusagt.


    Schmunzeln muße ich bei der Aussage von Max, daß es zum Judesein aussreicht, das Leben und die Menschen zu lieben, viel zu lachen, einfach Mensch zu sein - und daß es dazu weder Land noch Gebetsstätte braucht. Tja, so einfach könnte es sein und wenn sich alle Menschen daran halten würden, würden wir im Paradies leben, Nationalität und Religion wären völlig egal.


    Die Freundschaft mit Hava zerbricht nun auch vollends, schade; wie kann sie auch nur so einen Schwachsinn sagen, sie muß doch wissen, daß sie Romy damit vor den Kopf stößt und es die Sache nicht besser macht, wenn sie zum Schluß herausstreicht, daß Romy anders wäre.


    Wie schon zuvor beim Lesen betreibt sie auch das Fotografieren sehr gründlich und hat damit auch Erfolg. Bei der Tussi von Galeristin konnte ich nur die Augen verdrehen, wie sie die Bilder interpretiert bzw. nach außen hin verkauft. Ich habe mich ebenfalls gefragt, was ein jüdischer Blickwinkel auf das Thema "Schlaf" ist.


    Aber sie schafft es einfach nicht, der Traurigkeit und der Depression zu entkommen und als dann noch der Onkel und die Oma sterben, da geht es für Romy ziemlich abwärts. Nun gibt es niemanden mehr, um den sie sich sorgen kann bzw. der sich um sie sorgt, keine Familie mehr, zu der sie gehört. Für sie sind die letzten Überlebenden nun auch gegangen, für wen lohnt sich noch ihr Leben? Ich denke, selbst, wenn Daniel wirklich seine Frau verlassen hätte, hätte das nur einen Aufschub für Romys Freitod bedeutet; irgendwann hätte sie bestimmt wieder die Traurigkeit überkommen. Auch wenn es "nur" eine Erzählung ist, ich hoffe, sie hat nun ihren Seelenfrieden gefunden.


    Das letzte Kapitel fand ich nochmal sehr berührend - Romy tat mir so leid, man würde ihr so gerne helfen wollen, aber ich habe keine Ahnung, wie diese Hilfe hätte aussehen können, daß sie dauerhaft die Traurigkeit hätte überwinden können.


    Ich muß das Ganze auch noch etwas sacken lassen.


  • ich bin sehr berührt davon, dass Ihr Romy so mochtet...


    Ja, ich mochte sie wirklich sehr, und um so mehr trifft mich ihr "Schicksal". Obwohl ihre Großeltern sie mit ganzen Herzen geliebt haben, hatte sie keine leichte Kindheit und ist schon früh mit Drogen in Kontakt gekommen.
    Was hätte aus Romy werden können, wenn sie keinen Kontakt damit bekommen hätte!? ???


  • Hallo Zusammen! :winken:


    Ja, das Ende der Geschichte von Romy hat mich wirklich umgehauen. Obwohl es immer hoch und wieder runter mit ihr ging, hatte ich doch bis zuletzt noch Hoffnung, dass sie es packen könnte. Und ich wollte es auch glauben; ich habe es Romy so sehr gewünscht.
    Dass sie sich dann ganz bewusst den Goldenen Schuss setzt, ist schon ziemlich tragisch und sehr traurig.
    Es ist ja eigentlich nur eine Geschichte, nur ein Buch, und doch hat mich dieses Ende ziemlich entsetzt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich das verarbeitet hatte für mich.



    Ich hätte Romy auch gern eine positivere Zukunft gewünscht...sie ist eine absolut starke persönlichkeit...klug.

    Dass sie sich selbst bewusst den Goldenen Schuss gesetzt hat...tragisch, traurig, aber es passt zu ihr, zuletzt kam sie mir nicht mehr ganz so getrieben vor, so dass der letzte schuss so selbstbestimmt bei mir ankam gefühlsmäßig, dass ich mich auch ein bissel "gefreut" habe, dass sie ihrem Zickzackkurs des lebens entkommen ist...
    Sie hat selten viele "Schicksalsschläge" mitnehmen müssen...immer irgendwie die falschen getroffen...das kann nicht gut sein, irgendwann ist da auch die stärkste Seele im Eimer...

    :( :( :(

  • ...das kann nicht gut sein, irgendwann ist da auch die stärkste Seele im Eimer...

    :( :( :(


    was für ein schöner Satz! :-) -der könnte glatt von Romy sein! Offebar färbt sie sprachlich ab!
    -
    und an alle: für mich stand ziemlich früh fest, dass Romy am Ende kapituliert. Es ist einfach zu viel, was passiert (war und ist) und da ich auch keinen Weg sehe, Romy aus ihrer Käfig aus Traurigkeit zu befreien, habe ich beschlossen, dass ich ihre Seele fliegen lasse...
    komischerweise finde ich es ja immer tröstlich, dass es die Möglichkeit des Freitods gibt. Stellt Euch mal vor, man wäre dem Leben ohne Ausweg auf Gedeih und Verderb ausgeliefert... das fände ich schon ziemlich schrecklich... nicht, dass ich Selbstmord gut oder richtig finde, aber die Möglichkeit zu haben, finde ich prinzipiell beruhigend... klingt vielleicht ein bissel komisch, ist aber so...

  • was für ein schöner Satz! :-) -der könnte glatt von Romy sein! Offebar färbt sie sprachlich ab!
    -
    und an alle: für mich stand ziemlich früh fest, dass Romy am Ende kapituliert. Es ist einfach zu viel, was passiert (war und ist) und da ich auch keinen Weg sehe, Romy aus ihrer Käfig aus Traurigkeit zu befreien, habe ich beschlossen, dass ich ihre Seele fliegen lasse...
    komischerweise finde ich es ja immer tröstlich, dass es die Möglichkeit des Freitods gibt. Stellt Euch mal vor, man wäre dem Leben ohne Ausweg auf Gedeih und Verderb ausgeliefert... das fände ich schon ziemlich schrecklich... nicht, dass ich Selbstmord gut oder richtig finde, aber die Möglichkeit zu haben, finde ich prinzipiell beruhigend... klingt vielleicht ein bissel komisch, ist aber so...


    Ich glaube auch, dass ein Am-Leben-Bleiben für Romy nicht möglich gewesen wäre, also zumindest nicht glücklich und ausgefüllt...ihr wurde jeder strohhalm genommen und so musste sie letztlich ertrinken...
    Es war erlösend...

  • So habe ich es auch empfunden.


    Ja, so ging es mir auch. Interessanterweise habe ich ihren Freitod auch als etwas "Positives" gesehen. Bei dem was in ihrem Leben alles schief und falsch gelaufen ist, war das einfach die "schönste" Lösung für sie.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


  • Ja, so ging es mir auch. Interessanterweise habe ich ihren Freitod auch als etwas "Positives" gesehen. Bei dem was in ihrem Leben alles schief und falsch gelaufen ist, war das einfach die "schönste" Lösung für sie.


    Ich weiß nicht. Ich habe bis zum Schluss doch noch gehofft, dass sie die Kurve bekommt und alles gut für sie wird.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen