04 - Seite 131 bis 171 (ab "Bren hatte schon die Stiefel ...")

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  • Ulrik ist echt ein Großmaul und ein Macho, der sich in seiner Männlichkeit verletzt sieht, außerdem ist er etwas angefressen, weil Bren ihm Kiretta teilweise vorzieht, wenn es um die weitere Reise und Führung des Schiffes geht. Er gibt seinem Zorn nach und riskiert Kirettas Leben - eine rationale Entscheidung ist anders, denn er sollte wissen, daß er jeden fähigen Mann bzw. Frau braucht, wenn er in die Seelennebel segeln will und sollte dafür seinen Stolz runterschlucken.


    Daher bin ich gar nicht böse, daß Bren Ulriks Lebensspanne deutlich verkürzt ;D Bei dem Duell hat man wieder gut erkennen können, was für ein großartiger Analytiker Bren ist.


    Die dunklen Schwaden, die die Mordkrake bei der Durchfahrt durch den Seelennebel beschützen, müssen aus gewaltiger Magie bestehen, wenn über 300 Menschen ihre Lebenskraft dafür gegeben haben. Und dennoch sind sie den weißen Schwaden nicht großartig überlegen: der Kampf bleibt relativ ausgeglichen, mit dem Dorn schaffen es die weißen Schwaden sogar in die Mordkrake einzudringen. Ich habe mich an der Stelle gefragt, wie es Lisanne geschafft hat, durch den Seelennebel zu kommen. Auf Ejabon hat sie keine Essenz geerntet, um solch eine Magie wie Gadior oder Velon zu weben. Ein paar von der Schiffsbesatzung hätte sie zwar sicherlich entbehren können, aber bestimmt nicht alle, irgendwer mußte das Schiff ja noch steuern. Außerdem glaube ich nicht, daß die Lebenskraft der paar Seeleute ausgereicht hätte, den weißen Schwaden zu trotzen.


    O.k. Osadroi bei Tage wecken ist eine ganz schlechte Idee - vielleicht sollte man ihnen besser einen kräftigen Kaffee mit einer Schuss Essenz unter die Nase halten ;D Wobei Velon auch hier der Besonnenere ist, er reagiert nicht so extrem überschiessend wie Gadior, als er geweckt wird.


    Ohne die Magie wären die Menschen in jedem Fall in dem Seelennebel verloren, der mit sämtlichen Tricks versucht, den Schutzschild zu durchbrechen bzw. durch Strudel, die Boote aus dem Bereich des dunklen Schutzschildes herauszuziehen.


    Zum Schluß zeigt Bren, wie treu ergeben er den Osadroi ist, als er sich zwischen sie und die helle Kugel wirft - und Gadior ihm dann sogar das Leben rettet. Ich muß sagen, die Drei ergänzen sich sehr gut und ich denke, Gadior ist das auch klar, daß Bren für sie sehr wichtig ist, vorallem tagsüber, wenn sie in der Kutsche schlafen.
    Der Seelennebel scheint nun durchquert zu sein, jetzt bin ich gespannt, wie die Reise weiterverläuft.


  • Ulrik ... - eine rationale Entscheidung ist anders, denn er sollte wissen, daß er jeden fähigen Mann bzw. Frau braucht, ...


    Da sträubt sich jeder Satz, wenn man versucht, die Wörter "Ulrik" und "rational" gemeinsam hineinzupacken. :D



    Ich habe mich an der Stelle gefragt, wie es Lisanne geschafft hat, durch den Seelennebel zu kommen.


    Ein Teil der Antwort liegt sicher darin, dass Lisanne eine Schattenherzogin ist. Verglichen mit ihr sind Velon und Gadior junge Hüpfer, die gerade erst begonnen haben, einen Einsteigerkurs in Magie zu belegen ...



    ..., Gadior ist das auch klar, daß Bren für sie sehr wichtig ist, vorallem tagsüber, wenn sie in der Kutsche schlafen.


    Dem Schattenkönig war das wohl von Beginn an klar. Auch wenn sie diesen Umstand in ihrer Arroganz gern ausblenden, sind Osadroi tagsüber nicht wirklich zu gebrauchen.

  • Ein großes Kompliment für die Kampfszene zwischen den beiden Männern. Toll beschrieben. 8)
    Ich frage mich allerdings, wie ist Ulrik zu dem geworden, was er war - der berühmsteste Piratenkapitän - Wurde er das nur durch Kiretta? Ich war etwas enttäuscht, dass er keine Ehre im Leib hat. Brens Einspruch wegen Kiretta war abzusehen, ein wenig hat Bernd uns ja zappeln lassen, aber dann war er doch netter als gewohnt ;D (vermutlich ging es ihm wie Bren, er braucht sie noch als Steuerfrau)



    Stimmt :D


    Sie scheint aber keine 300 Menschenleben gebraucht zu haben, denn auf der Insel war man diese Verfahrensweise der Osadroi nicht gewohnt. Also ist es doch wirklich interessant, denn entweder hatte sie mehr fremde Mannschaft, die sie auf der Fahrt opfern konnte oder sie ist allein reingefahren und brauchte demzufolge keinen so großen Schutzschild. Beides kann ich mir nicht so richtig vorstellen.



    Velon reagiert beim wecken nicht besonnener, sondern Bren weckt besonnener und sein Krieger opfert sich im Prinzip dafür, dass die beiden schnell geweckt werden.


    Nun, ich mag Seeabenteuer nicht wirklich und die Fahrt durch den Seelennebel war nicht so wirklich meins. Ich würde es nicht machen wollen, aber mir haben diese Seiten keine wirkliche Spannung erzeugt. Ich weiß nicht wohin sie wollen und sie wissen es auch nicht, oder? Sie fahren da einfach rein und sagen sich, entweder sterben oder vielleicht irgendwo ankommen. Naja. Vielleicht kommen sie irgendwo an. Mir als Leser ist das schon fast so gleichgültig wie scheinbar ihnen.
    Sich in die weißen Wolken zu schmeißen, wenn es sowieso nicht hilft finde ich nicht besonders kämpferisch und dass Bren erst den Befehl gibt, das Boot zurückzuholen, als es zu spät ist war auch nicht prickelnd. Vor allem dieser heroische Ausruf: Wir geben es nicht auf" ??? Was war an dem Boot so wertvoll? (Er rief nicht, wir geben sie nicht auf - sagt dann aber : "Wir haben sie verloren" - das passt alles weder zueinander noch zu ihm)


    Interessant ist was wir aus Brens Vergangenheit erfahren. Es muss schlimm gewesen sein seinen Vater so dahinsiechen zu sehen und alles Großartige durch diese Krankheit klein gemacht. Mich wundert allerdings, dass er ihn nicht erlöst hat. Schließlich hat er nicht die moralischen Regeln unserer Gesellschaft.

  • Das war ein großartiger Abschnitt. 8)


    Besonders sympathisch finde ich ja, dass Gadior und Velon so dermaßen fertig sind und dort hocken, als würden sie jeden Moment aus den Latschen kippen. Ja die Herren, so anstrengend kann das Schattenleben sein. ;D


    Dieser Schutzschild war eine super Idee. Mich beunruhigt nur tierisch, dass der Faye so ruhig bleibt. Seine Geister sind dort draussen sichtbar im Seelennebel und die Dämonen der Finsternis halten sie fern. Er sehnt sich doch nach einem Lebensende, damit er die Leere nicht mehr ertragen muss. Müsste es ihn nicht zwangsläufig dort hinaus ziehen? Oder war dieser Tentakel sogar eine kleine Schwäche? Denn er hat mit Sicherheit mehr Magie als Gadior und Velon zusammen. Aber von denen zweifelt auch niemand an Alenias. Bilde ich mir das alles nur ein?


    Bren ist doch wirklich ein echter Held. Er rettet die Osadroi und gelangt als Belohnung in die Schatten. Habe ich das richtig verstanden? Er sah ja bereits sein Leben an sich vorbei ziehen und wacht dann mit einem neuen Blick auf alles auf. Auf die Story bin ich ja gespannt!


    Und nun scheinen sie auch den Seelennebel hinter sich gelassen zu haben. Ob Lisanne sie schon spüren kann? Schön fände ich jetzt wieder ein Kapitel aus ihrer Sicht.


    Um Ulrik ist es echt nicht schade. Er hat langsam übertrieben mit seinen harten Methoden und seinem Stolz. Ich habe mich richtig gefreut, als er die Niederlage erlitten hat, obwohl er sich doch so sicher war. Die Mordkrake hat einen neuen Kapitän verdient. :)

  • Ich finde das Durchfahren des Seelennebels furchtbar spannend.
    Und mag auch gleich mal etwas vermuten:
    Lisanne war vielleicht auch einfach unauffälliger unterwegs oder mit keiner Kriegserklärung?
    Die Mordkrake ist extrem geschützt und dringt in den Seelennebel ein, ist doch klar, dass sie angegriffen werden wenn sie sich so aufführen. Lisanne war vielleicht klug genug wie ein Gast hindurch zu fahren?


    Ich denke Velons Reaktion war nur nicht so dramatisch weil er von einem anderen Osadroi geweckt wurde. Gadior schickt Bren im Vorfeld aus der Kutsche bevor er Velon weckt.
    Das Aufwecken fand ich auch spannend und ich hoffe, dass Bren den tapferen Krieger nicht vergisst wenn er zurückkehrt. Ich hoffe wirklich, dass seine Familie dafür einen entsprechenden Lohn erhält.


    Kiretta gefällt mir unglaublich gut! Und ich lege mir jetzt schon böse Schimpfwörter zurecht mit denen ich Bernd betiteln muss falls er sie sterben lässt! >:(
    Ihre Begeisterung für das Unwetter ist einfach unglaublich mitreißend - man möchte selbst auf dem Schiff stehen und über die Wellen reiten :)



    Besonders sympathisch finde ich ja, dass Gadior und Velon so dermaßen fertig sind und dort hocken, als würden sie jeden Moment aus den Latschen kippen. Ja die Herren, so anstrengend kann das Schattenleben sein. ;D


    Ich hab mir die zwei vorgestellt wie zwei Menschen die am Vorabend viel zu tief ins Glas/Fass gesehen haben ;D schön verkatert und zu nichts zu gebrauchen, außer es muss tatsächlich sein.
    Gadior ist mir sehr sympathisch als er Bren so nett beruhigt (S.165), als dieser ihn anspricht.



    Bren ist doch wirklich ein echter Held. Er rettet die Osadroi und gelangt als Belohnung in die Schatten. Habe ich das richtig verstanden? Er sah ja bereits sein Leben an sich vorbei ziehen und wacht dann mit einem neuen Blick auf alles auf. Auf die Story bin ich ja gespannt!


    So habe ich das garnicht gesehen :o
    Ich glaubte er wurde von dem weißen Nebel angegriffen und wurde halt lediglich durch die Osadroi gerettet. Die veränderte Sicht habe ich mir dadurch erklärt, dass viel Zeit vergangen ist während er gegen die weißen Geister gekämpft hat.
    Aber da du es erwähnst: Es wäre ja durchaus auch möglich, dass die einzige Möglichkeit ihn zu retten darin bestand ihn unsterblich zu machen.
    Man merkt Bren aber in jedem Fall an, dass er den Schatten mit Leib und Seele dient. Er ist wirklich ein Knecht. Und ich denke nicht, dass es eine heldenhafte 180° Wendung machen wird und sich gegen die Schatten stellt, nein wer wird immer tiefer in sie versinken.



    Sich in die weißen Wolken zu schmeißen, wenn es sowieso nicht hilft finde ich nicht besonders kämpferisch und dass Bren erst den Befehl gibt, das Boot zurückzuholen, als es zu spät ist war auch nicht prickelnd. Vor allem dieser heroische Ausruf: Wir geben es nicht auf" ??? Was war an dem Boot so wertvoll? (Er rief nicht, wir geben sie nicht auf - sagt dann aber : "Wir haben sie verloren" - das passt alles weder zueinander noch zu ihm)


    Er wollte das Boot nicht aufgeben, da es notwendig war um die Mordkrake zu ziehen glaube ich.
    Und nicht er sagt "Wir haben sie verloren" sondern Boldrik.
    Das Boot wird rangezogen und Boldriks Aussage bezieht sich auf die geretteten Männer in dem zweiten Boot die nah am Seelennebel waren und nun "geistlos" herum liegen.
    Sie haben zwar nicht ihr körperliches Leben gelassen, aber da sie so nah am oder sogar im Seelennebel waren haben sie ihre Seelen verloren?
    So habe ich die Stelle verstanden.


  • Lisanne war vielleicht klug genug wie ein Gast hindurch zu fahren?


    Geht das? Es wäre eine mögliche Erklärung, aber von der Art her nicht neu. Vielleicht hat Bernd noch was Besseres auf Lager? ;)


    Ich denke Velons Reaktion war nur nicht so dramatisch weil er von einem anderen Osadroi geweckt wurde. Gadior schickt Bren im Vorfeld aus der Kutsche bevor er Velon weckt.
    Das Aufwecken fand ich auch spannend und ich hoffe, dass Bren den tapferen Krieger nicht vergisst wenn er zurückkehrt. Ich hoffe wirklich, dass seine Familie dafür einen entsprechenden Lohn erhält.


    dito.


    Kiretta gefällt mir unglaublich gut! Und ich lege mir jetzt schon böse Schimpfwörter zurecht mit denen ich Bernd betiteln muss falls er sie sterben lässt! >:(
    Ihre Begeisterung für das Unwetter ist einfach unglaublich mitreißend - man möchte selbst auf dem Schiff stehen und über die Wellen reiten :)


    Würde ich auch gerne, aber ich weiß ich würde vermutlich irgendwo kopfüber rumhängen.... :-[



    Gadior ist mir sehr sympathisch als er Bren so nett beruhigt (S.165), als dieser ihn anspricht.


    Er braucht ihn und er scheint klug genug zu sein, Notwendigkeiten einzusehen. Ich finde es toll, dass Osadroi klug handeln können und nicht wie die Klischee-Mächtigen, die ständig ihren Launen nachgeben.


    So habe ich das garnicht gesehen :o
    Ich glaubte er wurde von dem weißen Nebel angegriffen und wurde halt lediglich durch die Osadroi gerettet. Die veränderte Sicht habe ich mir dadurch erklärt, dass viel Zeit vergangen ist während er gegen die weißen Geister gekämpft hat.
    Aber da du es erwähnst: Es wäre ja durchaus auch möglich, dass die einzige Möglichkeit ihn zu retten darin bestand ihn unsterblich zu machen.


    Ich glaube nicht, dass er ein Osadro geworden ist, denn als solcher würde er ja nichts nutzen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Osadroi ihn irgendwie gerettet haben, weil sie ihn brauchen. Der Seelennebel schein die Gehirne der in ihn fahrenden mit dem unerträglichen Leid der Faye zu infiltrieren, dem Gefühl von Unwichtigkeit, Unwürdigkeit und der Gewissheit die unstillbare Sehnsucht ewig ertragen zu müssen. Das denke ich bringt die, die in ihn einfahren um. Vielleicht hatte also Lisanne einfach ein stark genug sich selbst schützendes Gehirn? Vielleicht war auch Brens Gehirn so stark, dass er es selbst überwinden konnte? Wenn man durch solches Leid "geläutert" wurde, sieht man die Welt vielleicht auch ganz anders?


    Er wollte das Boot nicht aufgeben, da es notwendig war um die Mordkrake zu ziehen glaube ich.
    Und nicht er sagt "Wir haben sie verloren" sondern Boldrik.
    Das Boot wird rangezogen und Boldriks Aussage bezieht sich auf die geretteten Männer in dem zweiten Boot die nah am Seelennebel waren und nun "geistlos" herum liegen.
    Sie haben zwar nicht ihr körperliches Leben gelassen, aber da sie so nah am oder sogar im Seelennebel waren haben sie ihre Seelen verloren?
    So habe ich die Stelle verstanden.


    Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Danke für die Berichtigun. Ich finde aber trotzdem, dass Bren hier den Befehl zu spät gibt, wo er doch sonst so vorausschauend ist. Und hatte es wirklich Zweck, das Boot zu holen, wo doch das Ziehen nicht mehr geklappt hat?

  • Bezüglich Bren habe ich alles an diesen Sätzen festgemacht:


    "Vor ihm stand Gadior, groß und dunkel, aber nicht, was die Farben der greifbaren Welt anging, wo seine Haut und sein Haar hell waren wie immer. Sein Gesicht war Granit, und eine Erhabenheit umgab ihn, wie sie nur aus den Schatten kam. Finsternis. Die letzte Wahrheit."


    Oder ist es Gadior, der irgendwie "gewachsen" ist an der Zauberei... könnte ja auch sein. Aber Bren kann das doch sonst nicht überlebt haben. :-\


  • Bren ist doch wirklich ein echter Held. Er rettet die Osadroi und gelangt als Belohnung in die Schatten. Habe ich das richtig verstanden? Er sah ja bereits sein Leben an sich vorbei ziehen und wacht dann mit einem neuen Blick auf alles auf. Auf die Story bin ich ja gespannt!


    Da wäre ich gar nicht draufgekommen, dann müßte er doch sein Herz hergeben, oder nicht? Wie Gadior es gemacht hat, daß er ihn gerettet hat, ist mir nicht ganz klar, aber vllt. erfahren wir das noch. Das wäre ja der Hammer, wenn er jetzt unsterblich wäre, und ich hätte nichts davon mitbekommen ;D



    Ich denke Velons Reaktion war nur nicht so dramatisch weil er von einem anderen Osadroi geweckt wurde. Gadior schickt Bren im Vorfeld aus der Kutsche bevor er Velon weckt.


    Ah, danke, das hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, ich war dran, daß Bren Velon geweckt hätte, während der Soldat Gadior weckte.



    So hatte ich das auch verstanden.


  • Mich beunruhigt nur tierisch, dass der Faye so ruhig bleibt. Seine Geister sind dort draussen sichtbar im Seelennebel und die Dämonen der Finsternis halten sie fern. Er sehnt sich doch nach einem Lebensende, damit er die Leere nicht mehr ertragen muss. Müsste es ihn nicht zwangsläufig dort hinaus ziehen? Oder war dieser Tentakel sogar eine kleine Schwäche? Denn er hat mit Sicherheit mehr Magie als Gadior und Velon zusammen. Aber von denen zweifelt auch niemand an Alenias. Bilde ich mir das alles nur ein?


    Das hat mich auch etwas misstrauisch gemacht.

  • Ihr diskturiert so intensiv, dass ich Euch lieber nicht beim Spekulieren bremse. Stattdessen ein bisschen Hintergrund zur Entstehung der Szenen in diesem Leseabschnitt:


    Der Kampf "auf den Tauen" ist von einem Tarzan-Comic inspiriert, den ich in meiner Kindheit gelesen habe. Tarzan fand darin eine Bucht mit dem Wasser des ewigen Lebens. Allerlei Schiffe waren dort gestrandet, ihre Besatzungen lebten natürlich noch - hauptsächlich Piraten aus aller Herren Länder und verschiedenen Epochen. In dieser Szenerie fand dann so ein Kampf auf den Tauen statt, ganz ähnlich zu dem, den auch Bren zu bestehen hat. Diesen Comic habe ich dreißig Jahre lang (bruchstückhaft) im Kopf behalten und konnte ihn jetzt endlich in einen Roman einfließen lassen.


    Die Fahrt durch den Seelennebel war zunächst deutlich kürzer, als sie jetzt im Buch zu lesen ist. Es war ein Tipp des Lektorats, hier ausführlicher zu werden und es der Mordkrake nicht zu leicht zu machen. Ein Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit mit dem Lektorat dafür sorgt, dass ein Autor das Optimum aus seinem Stoff herausholt.


  • Bezüglich Bren habe ich alles an diesen Sätzen festgemacht:


    "Vor ihm stand Gadior, groß und dunkel, aber nicht, was die Farben der greifbaren Welt anging, wo seine Haut und sein Haar hell waren wie immer. Sein Gesicht war Granit, und eine Erhabenheit umgab ihn, wie sie nur aus den Schatten kam. Finsternis. Die letzte Wahrheit."


    Oder ist es Gadior, der irgendwie "gewachsen" ist an der Zauberei... könnte ja auch sein. Aber Bren kann das doch sonst nicht überlebt haben. :-\


    Vielleicht sieht man mehr, wenn die Seele solche Qualen überstanden hat. Sieht er denn jetzt nicht das, was er schon immer für die Schattenherren empfunden hat?

  • Interessant finde ich, dass auch hier unser Held (wie in Feind) solche enormen Qualen und Geisterwelterfahrungen mitmacht.
    Helion wurde ja letztlich auch durch Magie gerettet.
    Vielleicht musste auch jemand für Bren Lebenskraft geben?

  • Wow, ja das war ein sehr spannender Abschnitt! 8)


    Angefangen hat es ja ziemlich fies, als Ulrik Kiretta kielholen ließ. Uhhhh, ich mich hat es gegruselt bei der Vorstellung, von scharfen Muschelkanten aufgeschlitzt zu werden, vom Mangel an Luft ganz zu schweigen. Was für eine fiese Strafe! :o Kiretta hat das zwar alles selbst provoziert, aber gerade das gefiel mir auch gut und drängte endgültig das Bild der im Kerker bettelnden Kiretta beiseite. "Diesmal wird er mich nicht brechen" - ich möchte echt gerne mal wissen, wie und warum er sie gefügig bekommen hatte.


    Weiter dann der Kampf auf den Tauen. Das war auch sehr spannend und außergewöhnlich (und sehr interessant, dass du es aus einer lange zurückliegenden Comic-Erinnerung heraus so schön einfügen konntest, Bernd. Solche Szenen müssen in deinen Büchern doch einen besonderen Stellenwert bekommen, oder?). Ulrik weine ich jedenfalls keine Träne nach, viel länger hätte ich ihn und seine Machtgelüste auch nicht mehr ertragen. So ein furchtbarer Mensch!


    Ganz besonders spannend fand ich dann die Durchquerung des Seelennebels. Zum einen liebe ich eben Seefahrer-Abenteuer (auch wenn ich selbst auf nur leicht schwankenden Schiffen vor lauter Übelkeit immer am liebsten von Bord springen würde ;D ) und dann waren die Szenen mit den Nebelkämpfen, dem Dorn und den geisterhaften Fayégesichtern spannend zu lesen. Sehr filmreif (ich hörte fast die Filmmusik in den Szenen lauter und dramatischer werden), wie die Osadroi die Schatten dabei regierten und Dämonen wachsen ließen. Tolle Bilder sind dabei im Kopf entstanden, auch als die Strudel dann noch dazu kamen. Viel aufregende Bewegung in düsterer Atmosphäre. Sehr schön! 8).



    O.k. Osadroi bei Tage wecken ist eine ganz schlechte Idee - vielleicht sollte man ihnen besser einen kräftigen Kaffee mit einer Schuss Essenz unter die Nase halten ;D


    :D Hihi, ja. Und ein paar düstere Worte dabei sprechen. ;D Puh, mir ist der Schreck in die Glieder gefahren, bei Gadiors heftiger Reaktion. Der arme Krieger, der sein Leben dabei lassen musste, tat mir echt leid. Gut finde ich aber auch die ansonsten besonnen Reaktionen der beiden. Sie erkennen schnell die Notwendigkeit dieser Aufweckung und wissen, dass sie nun eben mal auf ihren Schlaf verzichten müssen, so schwer ihnen das fällt. Und lassen dabei nicht erst mal "die großen Herren" raushängen, sondern handeln einfach kommentarlos. Hilfe, ich entwickle mehr und mehr Sympathien für die Schatten! :o:angst:



    Ich hab mir die zwei vorgestellt wie zwei Menschen die am Vorabend viel zu tief ins Glas/Fass gesehen haben ;D schön verkatert und zu nichts zu gebrauchen, außer es muss tatsächlich sein.


    Ja, wie so zwei Häufchen Elend. Sie können einem fast leidtun, man möchte ihnen zwei Aspirin reichen. ;D


    Ich frage mich wie ihr auch immer mehr, wie Lisanne wohl den Seelennebel durchdringen konnte. Mit mehr Fähigkeit für Magie natürlich wohl schon einfacher, als die beiden Osadroi zusammen. Aber sicher war das nicht das einzige Mittel, kann ich mir vorstellen. Vielleicht hat sie irgendwie mit den Geistern kommuniziert und ihnen irgendetwas versprochen, oder vielleicht einen Führer gehabt. Vielleicht gibt es ja doch jemanden bei den Fayé, der unbeschadet wandern kann. Ich würde das ja Alenias zutrauen, wenn er nicht gerade selbst zum ersten Mal da reingeht. Aber wissen wird das so sicher?



    Bren ist doch wirklich ein echter Held. Er rettet die Osadroi und gelangt als Belohnung in die Schatten. ...


    Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen, denn dafür ist doch eigentlich ein Ritual, einschließlich Herzentfernung nötig, oder? Oder geht das auch anders? Ich hatte bei der Szene zuerst das Gefühl, er fühlt sich einfach so, als würde er aus einem tiefen Traum erwachen und ist noch nicht wieder richtig wach, weshalb er die Umgebung ein bisschen irreal wahrnimmt. Normalerweise müsste dann die Wahrnehmung, wenn er richtig "wach" ist, wieder normal werden.


    Aber da das zu banal wäre, habe ich auch eine Weile darüber nachgedacht und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er in eine Art Vorstufe zur Unsterblichkeit gekommen ist. Vielleicht war er so stark an der Grenze zum Tod oder sogar schon darüber, das Gadior und/oder Velon ihn nur retten konnten, indem sie ihm etwas "Lebenskraft" von sich übertragen haben. Also quasi umgekehrt wie sonst, einem Sterblichen eigene Essenz gegeben haben, anstatt sie ihm zu nehmen. Wie Vampire, die ihre Opfer nur fast oder halb zu Vampiren machen. Und so eine Maßnahme würde aus dem vorher schon so allgemein benannten Knecht dann vielleicht einen wahren Knecht machen. Einen mit einem Osadroi körperlich verbundenen und von ihm abhängigen Knecht, halb Mensch halb Schatten und aus dieser Abhängigkeit nur noch zu erlösen mit dem richtigen ritualisierten Übergang zur Unsterblichkeit oder dem endgültigen menschlichen Tod. *spekulier*


  • auch wenn ich selbst auf nur leicht schwankenden Schiffen vor lauter Übelkeit immer am liebsten von Bord springen würde ;D )


    So geht es mir leider auch :-[


    [quote='Heimfinderin','https://leserunden.de/forum/index.php?thread/&postID=149052#post149052']
    Hilfe, ich entwickle mehr und mehr Sympathien für die Schatten! :o:angst:


    Ich auch ;D


  • Ich auch ;D


    Ihr armen zwei! ;D
    Ich war ja schon bei Teil 1 sehr begeistert von den Schatten. Und sehr traurig darüber, dass Lióla von uns gegangen ist.


    Ich denke aber mal dass die Sympathien dadurch entstehen, dass wir bisher nur aus dieser Sicht die Geschehnisse erzählt bekommen.
    Es gibt zurzeit keine andere Seite. Die paar "freien" Städte sind nicht der Rede wert - wie wir ja bei Ejabon gesehen haben ändert sich soetwas sehr schnell.

    Einmal editiert, zuletzt von Phy ()


  • Gut finde ich aber auch die ansonsten besonnen Reaktionen der beiden. Sie erkennen schnell die Notwendigkeit dieser Aufweckung und wissen, dass sie nun eben mal auf ihren Schlaf verzichten müssen, so schwer ihnen das fällt. Und lassen dabei nicht erst mal "die großen Herren" raushängen, sondern handeln einfach kommentarlos. Hilfe, ich entwickle mehr und mehr Sympathien für die Schatten! :o:angst:


    Machen wir eine Selbsthilfegruppe auf? :winken:


    Darauf wäre ich jetzt nicht gekommen, denn dafür ist doch eigentlich ein Ritual, einschließlich Herzentfernung nötig, oder? Oder geht das auch anders? Ich hatte bei der Szene zuerst das Gefühl, er fühlt sich einfach so, als würde er aus einem tiefen Traum erwachen und ist noch nicht wieder richtig wach, weshalb er die Umgebung ein bisschen irreal wahrnimmt. Normalerweise müsste dann die Wahrnehmung, wenn er richtig "wach" ist, wieder normal werden.


    Aber da das zu banal wäre, habe ich auch eine Weile darüber nachgedacht und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er in eine Art Vorstufe zur Unsterblichkeit gekommen ist. Vielleicht war er so stark an der Grenze zum Tod oder sogar schon darüber, das Gadior und/oder Velon ihn nur retten konnten, indem sie ihm etwas "Lebenskraft" von sich übertragen haben. Also quasi umgekehrt wie sonst, einem Sterblichen eigene Essenz gegeben haben, anstatt sie ihm zu nehmen. Wie Vampire, die ihre Opfer nur fast oder halb zu Vampiren machen. Und so eine Maßnahme würde aus dem vorher schon so allgemein benannten Knecht dann vielleicht einen wahren Knecht machen. Einen mit einem Osadroi körperlich verbundenen und von ihm abhängigen Knecht, halb Mensch halb Schatten und aus dieser Abhängigkeit nur noch zu erlösen mit dem richtigen ritualisierten Übergang zur Unsterblichkeit oder dem endgültigen menschlichen Tod. *spekulier*


    Also die Herzentfernung ist ja nicht wirklich notwendig, darauf wurden wir schon hingewiedsen. Rituale sind m.E. zum großen Teil Show um einen Punkt herum. Wie man genau zum osadro wird wissen wir eigentlich nicht, oder?
    Andererseits glaube ich nicht, dass die beiden Osadroi die Macht dazu haben und wie gesagt, ich denke sie brauchen Bren lebend.
    Haben die Osadroi Essens? ich dachte das ist Lebensenergie, die sollten sie eigentlich nicht haben.


  • Haben die Osadroi Essens? ich dachte das ist Lebensenergie, die sollten sie eigentlich nicht haben.


    Das Wort Essenz wollte ich auch wie das Wort Lebenskraft in Hochkommas setzen (habe ich in meinem Beitrag vergessen), weil ich kein entsprechendes Alternativwort für die Osadroi weiß. Eben irgendwas von ihnen, wie auch immer es heißen könnte, was zu Bren übertragen wurde, und ihn wieder fit machte, soweit meine Spekulation. :winken: