Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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  • Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.


    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Liebe Leserunde!


    Soweit ich den Überblick habe, sind alle durch. Da möchte ich gern für mich ein kurzes Fazit ziehen:


    Es hat mir viel Spaß gemacht, euch quasi beim Lesen über die Schulter zu schauen. Jeden Tag war ich neugierig, wie weit ihr wohl seid und was ihr geschrieben habt. Es ist spannend, welche Gedanken ihr euch über die Figuren und ihre Motivation macht. Da lebt einiges auch bei mir wieder auf. Schließlich ist es ja schon ein Jahr her, dass ich an dem Buch geschrieben habe.
    Ihr seid allesamt gewiefte Leserinnen, das merkt man sofort. Ihr ahnt, dass eine naheliegende Lösung nicht die richtige sein kann, weil es dann ja zu einfach wäre, und trotzdem denkt ihr gern darüber nach: Was wäre wenn? Wer will hier was? Warum handelt diese Person so seltsam?


    Interessant für mich auch, dass alle Silvie von Anfang an unsympathisch fanden, von ihrer Entwicklung zum Ende hin dann aber doch überrascht waren. Genau wie Frankies Wutausbrüche euch fassungslos machten: Warum reißt der sich nicht zusammen? Er macht doch alles nur noch schlimmer...
    Und weswegen handelt Wencke als Profilerin, die doch alles eigentlich durchschauen müsste, manchmal so unglaublich unvernünftig...
    Sie sind halt alle menschlich, meine Figuren. Sie können nicht immer so, wie sie gern wollten. Das mag ich auch an ihnen. Vor allem an Wencke. Sie ist alles andere als korrekt, manchmal möchte man sie schütteln und sagen: Trenn dich doch von Axel! Lass doch den Alleingang! Pass doch mal besser auf dich auf!
    Doch sie ist eben immer ihren Gefühlen ausgeliefert - genau das ist auch ihr Talent als Profilerin. Sie kann nachempfinden. Sie hört auf ihren Bauch, wenn da irgendwas komisch ist.
    Aber sie hört eben auch auf ihren Bauch, wenn der ihr sagt, dass sie menschliche Nähe braucht, selbst wenn es unvernünftig oder unmoralisch ist.
    Ich glaube, ihr habt das gut verstanden. Es freut mich, dass ihr Wencke gern leiden könnt. Eine Motivation, weiter zu schreiben! Auch wenn es immer noch so viele gibt, die - wie ihr am Anfang der Leserunde - noch nie etwas von Wencke Tydmers gehört haben.


    Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ihr eure Rezensionen schreibt und so vielleicht auch andere Leser für den Roman gewinnt. Doch unabhängig davon hat es mir einfach richtig Spaß gemacht, mit dabei gewesen zu sein.


    Ein herzliches Dankeschön für die Organisation und das tolle Miteinander!
    Sandra Lüpkes


    P.S. Vielleicht lese ich ja mal in eurer Gegend. Wenn ihr dann kommt, gebt euch bitte zu erkennen, wenn ihr wollt. Würde mich sehr freuen! Meine Termine findet ihr unter http://www.sandraluepkes.de

  • Liebe Sandra und liebe Leserunde!


    Ich möchte mich ganz herzlich bedanken für diese schöne und interessante, spannende Leserunde!
    Lieben Dank auch für Deine Begleitung und Dein Feedback, Sandra! Ich hoffe, wir werden auch Wenckes nächsten Fall gemeinsam hier lesen, das wäre toll!


    Meine Rezension zu "Götterfall" ist fertig:


    Der Inhalt:Wencke ist Fallanalytikerin beim Landeskriminalamt Hannover. Beruflich wird sie nach Island geschickt, weil ihre Chefin, die eigentlich für die Islandreise vorgesehen war, verhindert ist. Bald muss Wencke erkennen, dass jemand nachgeholfen hat - sie ist alles andere als zufällig in Island.
    Heimlich werden Wencke alte Notizen ihrer früheren Arbeitskollegin Dorothee zugesteckt. Es geht um einen zwanzig Jahre zurückliegenden Entführungs- und Mordfall. Was ist damals tatsächlich passiert?

    Mein Leseeindruck:
    Ich habe schon einige Krimis von Sandra Lüpkes gelesen, und meiner Empfindung nach kann man sehr schön erkennen, wie die Hauptprotagonistin Wencke Tydmers sich immer weiter entwickelt. Das gefällt mir sehr gut.
    Dieser vorliegende Krimi hat mir dann auch richtig gut gefallen. Der Aufbau mit den drei Nornen - Schicksalsfrauen - ist sehr gelungen.
    Ich mag es sehr, wenn Krimis rätselhaft bleiben, wenn der Täter nicht sofort erkannt werden kann. Das ist hier der Fall; für mich hatte die Geschichte einige Überraschungen zu bieten.
    Wer in Krimis ganz viel Aktion braucht, wird hier vielleicht ein bisschen enttäuscht werden. Für mich ist "Götterfall" eher ein ruhiger Krimi, der aber dennoch von Anfang an spannend ist und mir viel Freude bereitet hat!



    Danke und ganz liebe Grüße :winken:

  • Inhalt:
    Die Profilerin Wencke Tydmers vom LKA Hannover wird anstelle ihrer Vorgesetzten zu einem Symposium nach Island geschickt. Ausgerechnet jetzt, wo sie private Probleme mit ihrem verheirateten Liebhaber hat. Kurz vor Abflug erhält sie von einem unbekannten Absender Auszüge aus Tagebucheinträgen ihrer früheren Freundin Doro, die seit 20 Jahren tot ist. Die Aufzeichnungen beziehen sich auf die damalige Ermordung des entführten Jan Hüffart, dem 12-jährigen Sohn des damals einflußreichen Politikers Karl Hüffart. Neben Wencke und Doro war auch Silvie, die jetzige Frau von Hüffart, bei der Suche nach dem entführten Jan beteiligt, als alle drei Frauen noch Polizeianwärterinnen waren.


    Als Wencke im Flugzeug nach Island entdeckt, daß sämtliche Personen, die damals in den Fall verwickelt waren, mit an Bord sind, wird ihr klar, daß es jemanden geben muß, der die Fäden im Hintergrund zieht.


    Meine Meinung:
    In diesem Buch ermittelt Wencke Tydmers bereits zum 9. Mal – für mich war es allerdings das erste Buch von Sandra Lüpkes.


    Das Buch hat mich ab der ersten Seite in den Bann gezogen und ich konnte es kaum auf die Seite legen, so spannend und flüssig war es zu lesen. Die Autorin verknüpft die spannende Krimihandlung mit Elementen der nordischen Mythologie: so sind die einzelnen Kapitel mit je einem Namen der 3 Nornen, den Schicksalsfrauen, die für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen, gekennzeichnet.
    Hinweise und Andeutungen zur Handlung versteckt Sandra Lüpkes geschickt in den Erzählungen aus der Mythologie.


    Die Spannung in dem Buch wird sehr schnell aufgebaut und kann über das gesamte Buch gehalten werden. Dabei hatte ich über lange Strecken keinen konkreten Verdacht, irgendwie waren sämtliche Personen verdächtig und auch das Motiv war für mich einfach nicht greifbar.


    Es gab einige Wendungen in dem Buch, mit denen ich nicht gerechnet hatte und auch die Auflösung, die in einer großen Inszenierung endet, hat mich überrascht – und aber auch schockiert.


    Durch die Tagebucheinträge von Doro, die Wencke per Brief erreichen, erhält der Leser einen guten Einblick in die Geschehnisse vor rund 20 Jahren, die durch Wenckes Erinnerungen noch ergänzt werden.


    Sämtliche offenen und wichtigen Fragen werden beantwortet, für mich blieb aber auch noch Platz für eigene Überlegungen. Einige Wendungen waren vielleicht etwas theatralisch, was dem spannenden Lesegenuss allerdings keinen Abbruch getan hat, da es zur Handlung passte.


    Wencke Tydmers hat mir mit ihrer lockeren und forschen Art sehr gut gefallen, auch wenn es etwas gedauert hat, bis ihre Profiler-Fähigkeiten richtig zur Entfaltung kommen konnten. Ihre Beziehung zu dem verheirateten Axel fand ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da ich aber die Entwicklung zwischen den Beiden aus den vorigen Bänden nicht kannte, sehe ich das sicherlich auch etwas anders. Nachdem die Autorin uns einen kleinen Überblick über die bisherige Beziehung gegeben hat, wurde sie für mich dann doch verständlicher.


    Aber auch die vielschichtige Darstellung der anderen Charaktere hat mir sehr gut gefallen.


    Das Buch wird für mich sicherlich nicht das einzige Buch von Sandra Lüpkes bleiben, außerdem möchte ich nun in jedem Fall die früheren Fälle von Wencke Tydmers noch lesen.


    Zur Leserunde:
    Die Leserunde hat wieder mal sehr viel Spaß gemacht. Das gemeinsame Rätselraten ist einfach immer wieder spannend, auch wenn ich trotzdem lange Zeit keinen blassen Schimmer hatte, wer der Täter sein könnte und wo das Motiv liegt.


    Ein herzliches Dankeschön an dich, Sandra, daß du uns bei dieser Leserunde begleitet hast, und ich würde mich freuen, wenn wir uns zu einem deiner nächsten Bücher hier wieder lesen würden – egal, ob es ein Fall für Wencke Tydmers ist oder nicht.


    Meine Rezension steht bei:
    Amazon
    LovelyBooks
    Großes Literaturschock-Bücherforum
    Literaturschock.de

  • Meine Meinung zum Buch


    Ein neuer Fall für Wencke Tydmers. Da die Wohnung ihrer Vorgesetzten ausgebrannt ist, soll Wencke vertretungsweise für sie zu einem Symposium nach Island fliegen. Besonders begeistert ist sie zunächst nicht, denn durch einen anonymen Brief wurde sie gerade an ihre Vergangenheit erinnert und hat begonnen, in einem lange zurückliegenden Fall zu recherchieren. Damals wurde der Sohn eines bekannten Politikers Karl Hüffart entführt und ermordet. Wencke war damals auf der Polizeischule und der für die Tat verurteilte Frankie war der Liebhaber ihrer Zimmergenossin Doro. Sylvie, damals die Dritte im Bunde, ist heute die Frau von Hüffart.
    Doch was ist damals wirklich geschehen? Frankie wurde gerade aus der Haft entlassen und Wencke erhält Briefe mit Tagebuchauszügen, die Doro damals geschrieben haben muss und die Wencke bald immer mehr an Frankies Schuld zweifeln lassen.
    Als sie im Flieger nach Island feststellt, dass alle Beteiligten von damals, die noch am Leben sind, ebenfalls auf die Insel eingeladen wurden, kann sie kaum noch an einen Zufall glauben. Doch wer zieht hier an den Schicksalsfäden all dieser Menschen, wem liegt nach all den Jahren auf einmal so viel an der Aufklärung der wahren Ereignisse damals?


    Für mich war es der erste Fall mit Wencke Tydmers, es gibt ja schon eine ganze Reihe Bücher mit ihr. Dennoch hatte ich keine Probleme mit dem Einstieg in die Serie, der Fall ist in sich abgeschlossen und die notwendigen Informationen zu Wencke erhält der Leser gleich anfangs gut vermittelt.


    Der Autorin ist hier ein sehr verzwickter und gut verschachtelter Kriminalroman unter Einbindung nordischer Mythen gelungen. Island ist ein toller Schauplatz für diese Geschichte und die beiden Zeitebenen werden geschickt ineinander gebaut, so dass der Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappt und über die genauen Zusammenhänge nur rätseln kann.


    Ich habe mich hier absolut spannend und gut unterhalten gefühlt und werde nun auch sicher irgendwann auch Wenckes frühere Fälle lesen!


    Zur Leserunde
    Ich hing hier etwas hinterher, das tut mir leid, am Buch lag es nicht! Trotzdem fand ich eure Spekulationen mal wieder sehr interessant, gerade bei Krimis sind Leserunden immer besonders toll, weil man gemeinsam auf Dinge kommt, die zumindest mir allein beim Lesen niemals auf/eingefallen wären!

  • Zum Buch


    Wencke Tydmers arbeitet als Profilerin für das LKA Hannover.
    Aus einer scheinbar zufälligen Vertretung für ihre Vorgesetzte als Teilnehmerin an einem Symposium in Island wird die Aufklärung eines in die Vergangenheit reichenden Kriminalfalles, in den Wencke mehr verwickelt ist, als es zunächst den Anschein hatte. Damals wurde der Sohn des einflussreichen Politikers Karl Hüffart ermordet. Was sind die Hintergründe der Tat und ist der damals verhaftete Frankie wirklich der Täter gewesen? Und warum befinden sich an Bord der Maschine nach Island mehrere Personen, die Wencke kennt ?


    Meine Meinung


    Dies ist bereits der 9. Fall von Wencke Tydmers und ich frage mich, warum ich bisher die Vorgänger noch nicht gelesen hatte. Auch ohne Vorkenntnisse der Reihe findet man sich bestens in der Geschichte zurecht.
    Ein spannender Kriminalfall mit einer sympathischen Profilerin. Es geht um Macht, ungeklärte Familiengeheimnisse, Wirtschaftsverbrechen und nicht zu vergessen um einen weit zurückliegenden Mordfall.
    Geschickt verteilt die Autorin kleine Hinweise, die aber bis zum Schluss den Leser noch weiterrätseln lassen, wer denn eigentlich der Täter oder die Täterin ist. Am Ende löst sich alles wunderbar auf.


    Das Buch war äußerst spannend und hat mir einige wirklich unterhaltsame Stunden bereitet. Die vorherigen 8 Fälle von Wencke Tydmers werde ich definitiv noch lesen.


    Zur Leserunde


    Ich war nicht die schnellste Leserin, was aber auf keinen Fall an dem tollen Buch lag.
    Danke an die Mitleserinnen für die spannenden gemeinsamen Spekulationen und danke an Sandra für die intensive sympathische Begleitung. Es hat riesig Spass gemacht.

  • Islandia -ein wunderbares Land



    heißt eine das Land etwas karikierende Geschichte von Kaminer. Ich musste sofort an dieses Buch denken, als ich las, dass die Handlung vornehmlich in Island spielt. Aber mit Humor hat dieser Krimi wenig zu tun, denn es geht um einen Mord an einem Kind und das ist wohl das schlimmste Verbrechen, dass man sich vorstellen kann.


    Das Setting des Romans hat es in sich, alle handelnden Personen befinden sich auf einer Insel, von der sie nicht weg können, Agatha lässt grüßen, und das ganze wird gewürzt mit nordischen Göttern, geheimnisvollen Briefen und einer Profilerin, die nicht nur klug und mutig ist, sondern eine ganz normale Frau mit ganz verständlichen Wünschen und Schwächen. Im Hintergrund steht ein Plan, der so genial ist, dass der Leser schon bis zum Ende lesen muss um ihn zu verstehen.


    Dies war mein erster Roman von Sandra Lüpkes und ich kannte somit Wencke Tydmers noch nicht, aber das war kein Problem. Es gelingt der Autorin ganz nebenbei Wencke und ihre Lebenssituation vorzustellen.
    Was mich besonders freute, waren die Hinweise auf die alten Göttersagen, an die wir uns heute viel zu selten erinnern. (Wo habe ich diese Edda nur, ich muss sie unbedingt mal wieder lesen)
    Hier wurden die nordischen Göttersagen in die Geschichte eingeflochten, teilweise finden wir die Nornen in den Kapitelüberschriften und dann versucht man zuzuordnen, wer könnte wohl mit welcher der Nornen gemeint sein?
    Zwischenkapitel malen Bilder, die nachdenklich machen und gleichzeitig wunderschön sind - "die Wahrheit ist ein Eisberg". Hier spielt die Autorin mit der Sprache, ohne aber die Geschichte zu verlassen. Ebenso geschickt baut sie Hinweise auf die Landschaft Islands in die Geschichte ein. Ich war noch nicht dort, aber ich kann mir die Gegend sehr gut vorstellen, die mit ihrer rauen Schönheit eine wundervolle Kulisse für die Handlung abgibt. Wir lernen auf der Insel alle handelnden Personen kennen und haben die freie Wahl herauszufinden, wer die Briefe geschrieben hat und warum. Ich musste nicht erst die Danksagungen lesen um zu merken, dass die Autorin auf allen Gebieten gut recherchiert hat, obwohl ich nicht gedacht hätte, dass ein „nach Kotze stinkendes Auto“ dazu gehört. Alle Personen wirken authentisch bis hin zu dem Politiker, der als Galionsfigur missbraucht wird. Ich muss da an einen ehemaligen Bundeskanzler denken....


    Mir persönlich hat gefallen, dass die Politik in diesem Roman, soweit sie eine Rolle spielt, nicht eingeordnet wird. Auch sofern der Schauplatz in der ehemaligen DDR liegt, wurde das nicht genutzt, um wieder tote Pferde zu reiten. Dafür bin ich der Autorin sehr dankbar.


    Am Ende schafft es die Autorin, den Leser aus der drückenden Lösung des Falles wieder herauszuholen und zurück in Wenckes Leben, diesem eine Wende zu geben, die mir viel Spaß gemacht hat und vielleicht auch andere zum Lächeln bringt.


    Fazit:


    Ein spannender Krimi mit einer taffen Ermittlerin, die nicht aufgibt, sich nicht und den Fall auch nicht. Sie ist nicht so alt wie Miss. Marple, nicht so eitel wie Poirot aber sicher ausgestattet mit dem gleichen Scharfsinn und der gleichen Anzahl kleiner grauer Zellen.


    An die Leserunde:


    vielen Dank für Eure Knobeleien und Hinweise. Es macht immer wieder Spaß zu versuchen, ein Kriminalist zu sein und den Täter zu entlarven. Wir sind ihm auf die Pelle gerückt, aber so ganz konnten wir Wencke nicht ersetzen.
    Auch einen herzlichen Dank an Dich Sandra. Es wäre bestimmt schön, dich mal´selbst bei einer Lesung zu erleben. In unserer Buchhandlung bist du bekannt, aber vermutlich zu weit weg (Reisekosten und so) Aber vielleicht wirds ja noch mal. Schließlich haben wir ja eine Buchmesse in Leipzig....

  • Inhalt
    Nach einem Brand in der Wohnung ihrer Chefin soll die Profilerin Wencke Tydmers vom LKA Hannover nach Island reisen, um an einem Symposium zum Thema „Über die Zusammenhänge altgermanischer Mythen und moderner Politik“ teilzunehmen. Ihr Sinn steht ihr alles andere als nach einer Dienstreise, denn ihre Stelle soll gestrichen werden und von ihrem Geliebten hat sie gerade erfahren, dass er von seiner blinden Frau ein Baby bekommt. Zu allem Überfluss erhält sie mysteriöse anonyme Briefe, die kopierte Auszüge aus einem Tagebuch ihrer bereits verstorbenen Freundin Doro enthalten, mit der sie vor 20 Jahren gemeinsam die Polizeischule besucht hatte. Längst verdrängte Erinnerungen an die tragischen Umstände jener Zeit, die in Zusammenhang mit der furchtbaren Entführung und Ermordung des Politikersohns Jan Hüffart standen, kommen wieder hoch und lassen sie nicht mehr zur Ruhe kommen. Als sie auf dem Flug entdeckt, dass alle in den damaligen Fall verwickelten Personen auf dem Weg nach Island sind, ahnt sie bereits, dass dies alles kein Zufall sein kann. Wird es ihr gelingen, den Hintergründen eines geschickt eingefädelten Komplotts, das weit in die Vergangenheit zurückreicht, auf die Spur zu kommen?


    Meine Meinung
    Mit „Götterfall“ ist der Autorin Sandra Lüpkes ein äußerst vielschichtiger und unglaublich packender Kriminalroman gelungen, den man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Dies ist bereits der 9. Fall in der Wencke Tydmers-Reihe, den man aber auch, ohne die Vorgängerbände zu kennen, problemlos lesen kann.
    Sehr geschickt wurden bedeutsame Ereignisse der Vergangenheit, die man aus den verschiedenen Tagebucheinträgen von Wenckes verstorbener Freundin Doro erfährt, mit der spannenden, in der Gegenwart spielenden Haupthandlung verwoben. So entwickelt sich bald ein sehr komplexer Fall, in den unsere Protagonistin Wencke selbst immer mehr hineingezogen wird. Kürzere Einschübe, die in der Ich-Perspektive geschrieben sind, geben offenbar die Täterperspektive wider. Der mysteriöse Hintermann scheint alle Fäden in der Hand zu haben, die bei dem geplanten Finale auf Island zusammenlaufen sollen. Sehr gekonnt wurde auch die faszinierende, nordische Mythologie in die Geschehnisse eingebaut. Es hat mir sehr gut gefallen, dass den drei Nornen aus der Sagenwelt ein besonderer Stellenwert in der Handlung zugeschrieben wird.
    Durch die verschiedenen spannenden Perspektivwechsel baut sich schon bald eine enorme Spannung auf, da man zu rätseln beginnt, wie die verwirrenden Details zusammenhängen mögen. Zwar erhält man immer wieder kleine Anhaltspunkte zu möglichen Hintergründen, doch sind diese nie eindeutig genug, um auf eine plausible Lösung für die gegenwärtige Tat zu kommen. Durch ihr clever konstruiertes Verwirrspiel mit immer neuen verdächtigen Akteuren hat es die Autorin geschafft, dass die aufgebaute Spannung trotz der verschiedenen Handlungsstränge und Einschübe während der gesamten Lektüre nie abreißt und bis zum fesselnden Showdown immer weiter gesteigert wird. Nach einigen unvorhersehbaren Wendungen gipfelt er schließlich in einem unglaublich mitreißenden Finale, das an Dramatik kaum zu überbieten ist.
    Die Charakterisierung der sympathischen Protagonistin Wencke ist vielschichtig. Auch wenn ich sie zuvor noch nicht kannte, wirkte die eigenwillige Profilerin mit ihrer Ecken und Kanten sehr authentisch auf mich. Dadurch konnte ich mich in ihr Innenleben gut hineinversetzen und ihre Handlungen größtenteils nachvollziehen.
    Sehr glaubwürdig sind auch die sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten der übrigen Figuren des Romans getroffen, die - abhängig von ihrer Bedeutung für den Fall - sehr differenziert ausgearbeitet wurden.
    Die Autorin hat ihren Kriminalroman äußerst abwechslungsreich und sehr packend gestaltet, so dass ich das Buch bald nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ein besonderes Flair bekommt die Geschichte zudem durch die sehr stimmungsvollen Beschreibungen der einzigartigen, mystischen isländischen Landschaft. Auch ihr fesselnder Schreibstil sich lässt sehr angenehm lesen.
    Die Aufklärung des sehr komplizierten Falls war insgesamt sehr schlüssig und zufrieden stellend. Den Ausklang für unsere sympathische Protagonistin Wencke am Ende des Romans fand ich sehr geschickt gewählt, denn so bin ich schon sehr gespannt, wie es mit ihr im nächsten Band weitergehen wird und freue mich schon sehr auf ihren neuen Fall.


    Fazit
    Ein toller, äußerst spannender und thematisch sehr ansprechender Krimi!
    Mit seiner komplexen Handlung hervorragend geeignet zum Miträtseln!



    Zur Leserunde:


    Vielen Dank an Euch für die vielen spannenden Spekulationen, die mir viel Spaß gemacht haben und wieder mal zeigen, dass gerade Krimis für Leserunden ideal sind!
    Herzlichen Dank auch an Sandra für die nette Begleitung unserer Leserunde und den tollen Krimi.
    Ich werde mir auf jeden Fall auch noch ältere Fälle von Wencke besorgen! Ein toller Charakter! ;D

  • Suse

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