03 - Seite 151 bis 221 (ab "Ein verhängnisvolles Buch")

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  • Hier könnt Ihr zum dritten Abschnitt - ab Seite 151 "Ein verhängnisvolles Buch" bis zum Ende - schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • DA ich heute ein wenig Zeit hatte, habe ich einfach mal weiter gelesen und meine Ahnungen total bestätigt gefunden.
    Das Ende war mir dann ein wenig zu durchsichtig . Das Lea überlebt war klar und wenn man nicht wußte, dass es eventuell einen weiteren Band geben würde, dann wurde es spätestens klar, als sie mit Weste nach hause gegangen ist.
    So wie auch klar war, dass sie das nächste Opfer ist und sie natürlich an dem Abend nicht mit Josh zusammen sein wird. Woher wußte aber Mark so schnell wo sie wohnt?
    Wieso hat sie nichts bemerkt, sie ist Profilerin! Beide sind dann doch ausgebildete Psychologen und keiner merkt was? Bei Joshua ist es vielleicht noch das Nicht-sehen-wollen, aber ich hätte mich nicht zufrieden gegeben, wenn ich sehe, dass eine solche Verwahrlosung eingetreten ist. Sicher ist es schwer gegen den Willen des Freundes etwas zu tun, aber gerade bei so einer langen Freundschaft wäre mindestens ein ausführliches Männergespräch passend gewesen. Ich war etwas enttäuscht von Joshua an der Stelle. Wenn jemand wie besoffen wirkt, es aber nicht ist und auch keine Drogen eingeworfen hat, dann muss man doch fragen!
    Interessant wäre es für mich gewesen zu erfahren, was eigentlich mit der Familie Kratz los ist. Wieso weiß niemand (in der Akte stand ja nichts) etwas von den Geschwistern? Wenn denen schon einmal ein Kind weggenommen wurde, wieso steht das nicht in der Akte?
    Was haben die mit Nadja gemacht, dass sie so geworden ist? Wieso hat die Mutter nichts gemerkt von den Grausamkeiten der Tochter? Mindesten als er eingesperrt war hätten sie es doch mitbekommen müssen?
    Wieso wußte Mark nicht, dass es nicht seine richtige Schwester war? Das war ja nun die einzige Überraschung am Ende und die kommt so nebenbei, vor allem, da sie ja wesentlich älter ist als die kleine Schwester
    Fragen über Fragen und ein Ende voller Happy-Ends. (Mark konnte ja nicht überleben, im Knast wäre es für ihn unerträglich geworden, da geht er lieber mit seiner Mutter ins Licht).
    Hat doch auch sein Gutes, wenn man Gieister sieht, man kann sich verabschieden.
    Am Schluss ist mir eigentlich mit zu viel Klischees gearbeitet worden und es zieht sich am Ende ganz schön hin.
    Selbst Julian ist auf einmal ein ganz normales Kind, alle Probleme beseitigt.
    Schade, es wäre schön gewesen, wenn in der Situation die Polizistin mal nicht so hilflos gewesen wäre und nach Vorschrift gehandelt hätte (also erst mal anrufen, dass die Wohnung aufgebrochen ist und zu zweit reingehen, nicht allein), denn in den meisten Krimis wird diese Dummheit genutzt, um die Polizistin oder auch den Polizisten in Lebensgefahr zu bringen, damit er in letzter Minute gerettet werden kann. Diese Rettungen in letzter Minute sind eigentlich schon lange nicht mehr spannend (es sei denn es ist ein Autor, bei dem man weiß, der läßt die auch mal gnadenlos umkommen, selbst wenn sie die Protagonisten sind, das habe ich hier aber nicht angenommen). Es ist flüssig geschrieben, die Charaktere sind sympathisch, es liest sich so weg und kann gut schlaflose Zeit überbrücken.

  • Da hast du aber einiges falsch verstanden und wohl auch überlesen. Vielleicht warst du doch zu schnell? ;)


    Zitat

    Das Lea überlebt war klar und wenn man nicht wußte, dass es eventuell einen weiteren Band geben würde, dann wurde es spätestens klar, als sie mit Weste nach hause gegangen ist.


    Dass es einen zweiten Band geben wird, war ursprünglich von mir nicht vorgesehen. Es ergab sich aus dem Wunsch der Leser. Ursprünglich ist das Buch als Einzeltitel konzipiert gewesen.


    Zitat

    So wie auch klar war, dass sie das nächste Opfer ist


    Das wurde mit voller Absicht so angedeutet.


    Zitat

    Woher wußte aber Mark so schnell wo sie wohnt?


    Mark kennt ihren Namen. Sie steht mit Adresse ganz normal im Telefonbuch und sie wohnt schließlich bei ihm um die Ecke. Das ist nicht schwer herauszufinden. Mark war ja nur teilweise geistig umnachtet.


    Zitat

    Wieso hat sie nichts bemerkt, sie ist Profilerin!


    Nein! Ist sie nicht! Wie kommst du darauf? Nur Robert Dornfeldt hat diesen besonderen Posten und wurde speziell aus Recklinghausen angefordert. Das sagt Erich zu Joshua explizit am Anfang. Lea ist eine ganz normale Polizistin, die bei der Kriminalpolizei arbeitet. Sie hat rein gar nichts mit Psychologie zu tun.


    Zitat

    Bei Joshua ist es vielleicht noch das Nicht-sehen-wollen, aber ich hätte mich nicht zufrieden gegeben, wenn ich sehe, dass eine solche Verwahrlosung eingetreten ist. Sicher ist es schwer gegen den Willen des Freundes etwas zu tun, aber gerade bei so einer langen Freundschaft wäre mindestens ein ausführliches Männergespräch passend gewesen. Ich war etwas enttäuscht von Joshua an der Stelle. Wenn jemand wie besoffen wirkt, es aber nicht ist und auch keine Drogen eingeworfen hat, dann muss man doch fragen!


    Mark ist ein erwachsener Mann von über 30 Jahren. Dem kann man nicht mal eben sagen, was er zu tun und zu lassen hat. Joshua weiß das. Zudem haben Lea und Joshua ja weiterhin gedacht, dass er betrunken war. Nur weil man keine Flaschen oder Drogen findet, heißt das doch nichts! Joshua weiß, dass Mark nicht doof ist und so was nicht wie auf dem Präsentierteller herumliegen lassen würde, trotz der Situation. Joshua und Lea wundern sich zwar, dass sie nichts finden, aber sie haben ja auch nicht Marks Sachen durchwühlt. Wer macht denn so was, nur weil der Freund mal einen schlechten Tag hat?
    Außerdem mussten Joshua und Mark beide arbeiten und Joshua wusste, dass er seine Fehlzeiten definitiv überschritten hat. Für ihn wäre die Sache nicht erledigt gewesen, aber er hatte ja zu dem Männergespräch gar keine Zeit mehr.


    Zitat

    Interessant wäre es für mich gewesen zu erfahren, was eigentlich mit der Familie Kratz los ist. Wieso weiß niemand (in der Akte stand ja nichts) etwas von den Geschwistern? Wenn denen schon einmal ein Kind weggenommen wurde, wieso steht das nicht in der Akte?


    ???
    Die Akte von Seite 167 ist eine Jugendakte von Peter Krantz! Die Eltern sind früh gestorben (wohl ein Unfall), man hat die Geschwister Peter und Nadja getrennt. Nadja kam zu den Webers und er wurde leider hin und her geschoben (Seite 167, Mitte). Auch ist die Akte von 1969, da hat man solche Dinge auch noch völlig anders gehandhabt. Und von Sophie, also von Peter Krantz' Tochter gibt es doch eine Akte und sie standen unter Beobachtung und es wurde versucht, ihnen zu helfen. Da ist also niemand weggegeben worden damals.


    Zitat

    Was haben die mit Nadja gemacht, dass sie so geworden ist?


    Das bleibt offen. Ich denke aber, dass Peter Krantz so verfahren ist wie Nadja dann später auch mit Mark.


    Zitat

    Wieso hat die Mutter nichts gemerkt von den Grausamkeiten der Tochter?


    Das ist angedeutet, Mark sagt das ja mehrmals. Die Mutter hat nicht hingeschaut, war einfach mit der Situation überfordert. Das gibt es leider viel zu oft. Mark sagte nichts und Nadja hat es natürlich auch immer sehr geschickt gemacht, sodass die Eltern es nicht mitbekamen.


    Zitat

    Wieso wußte Mark nicht, dass es nicht seine richtige Schwester war?


    Natürlich wusste Mark das. Wie kommst du darauf, dass er es nicht wusste? Joshua wusste es nicht und das ist nicht verwunderlich, da Nadja ja zuerst da war und Mark später geboren wurde. Und Josh kannte Mark ja nicht von Geburt an, nahm demzufolge an, dass es seine richtige Schwester war.


    Zitat

    da sie ja wesentlich älter ist als die kleine Schwester


    Das verstehe ich jetzt nicht. Welche kleine Schwester? Nadja ist älter als Mark. Oder meinst du Sophie? Die ist Nadjas leibliche Nichte, denn Peter Krantz ist ja Nadjas Bruder!


    Zitat

    Mark konnte ja nicht überleben, im Knast wäre es für ihn unerträglich geworden, da geht er lieber mit seiner Mutter ins Licht


    Ursprünglich sollte er überleben, aber die Szene kam mir falsch vor, deshalb entschied ich mich um.


    Zitat

    Selbst Julian ist auf einmal ein ganz normales Kind, alle Probleme beseitigt.


    Das ist keinesfalls so. Julian hat einen langen Weg vor sich und nur die ersten beiden Schritte getan. Mehr aber auch nicht.


    Zitat

    Schade, es wäre schön gewesen, wenn in der Situation die Polizistin mal nicht so hilflos gewesen wäre und nach Vorschrift gehandelt hätte (also erst mal anrufen, dass die Wohnung aufgebrochen ist und zu zweit reingehen, nicht allein), denn in den meisten Krimis wird diese Dummheit genutzt, um die Polizistin oder auch den Polizisten in Lebensgefahr zu bringen, damit er in letzter Minute gerettet werden kann.


    Ich denke aber schon, dass hier eine völlig andere Situation vorherrschte, denn Lea ist sich ja nicht sicher, ob sie nicht vielleicht vergessen hat abzuschließen. Nur weil meine Tür angelehnt und nicht verschlossen ist, ruf ich die Polizei/die Kollegen? Selbst ich würde erst einmal nachsehen und ich hab keine Knarre. Aber vielleicht bin ich ja auch dumm. ;) Spaß beiseite. Hier geht es ja um das eigene Zuhause und nicht um eine Ermittlung. Ich finde, das ist ein Unterschied.

  • Hm, ich möchte doch noch was dazu sagen, vor allem zu Julian. :)
    Natürlich wollte ich einige Dinge auch zu einem Abschluss bringen, da ja ursprünglich nur das eine Buch geplant war. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Joshua sich jetzt über zwei Jahre intensiv mit dem Jungen befasst hat und meine Story quasi anknüpft, als er endlich wirklich zu ihm durchdringt. Julian ist ja auch nicht drogensüchtig. Er brauchte nur noch einen Schubs und den Willen, ein anderes Leben anzunehmen. Als er dann durch die WG Menschen um sich hatte, die ihn annahmen, die ihn mochten und ihn weiter unterstützten - als er in der Stelle im Tierheim eine Lebensaufgabe für sich fand, war es für mich nur natürlich, dass Julian jetzt auch einen Schritt weitergeht. Trotzdem sind seine Probleme aus der Kindheit nicht plötzlich fort. Das geht ja gar nicht und das sollte in dem Buch auch nicht zum Ausdruck kommen. Ich wollte vor allem mit der letzten Szene nur aufzeigen, dass Julian auf dem Weg ist, sein Leben neu anzufangen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich fand es hier sehr wichtig, dass Julian sich weiterentwickelt und am Ende eben nicht mehr nur der Strichjunge ist. Das Thema schwul ist ja so oder so nicht vom Tisch, im Gegenteil. Da wird er in der Gesellschaft noch genug zu kämpfen haben. Nur weil die WG-Mädels ihn annehmen, tun das ja nicht alle anderen. Das Thema Julian ist sehr komplex, so wie das mit Lisbeth eigentlich auch. Aber ich wollte eben auch den roten Faden nicht verlieren, so blieb es eine Rahmenhandlung. Eventuell werde ich im zweiten Teil mehr auf so etwas eingehen und etwas weniger Krimihandlung haben. Das weiß ich aber erst, wenn ich es schreibe. Der Grundplot steht zwar schon, aber eben nur das. Julian wird in diesem zweiten Teil definitiv eine Rolle spielen und dort wird auch gezeigt, dass eben nicht sofort alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.


    Und glaubt mir, Joshua wird lange brauchen, um über Mark hinwegzukommen. Er wird das nicht einfach wegstecken. Und Lea hat ja durch den Überfall auch emotionale Probleme, die nicht so einfach zu lösen sind. Bei ihr bin ich halt sehr stark von mir ausgegangen, also was ich als Polizistin tun würde, wenn meine eigene Tür offensteht. Sei es Mut oder Dummheit, zu der Figur passte es, und das war mir wichtig. Lea ist eben auch Mensch und nicht nur Polizist.
    Und Marks Seele ist jetzt ganz sicher nicht mal eben geheilt, nur weil er nicht mehr herumgeistert. Es ist ja auch mit keinem Wort erwähnt, dass er ins Licht gegangen ist. Er ist seiner Mutter gefolgt, zumindest vermutet Josh das. Diesen ins-Licht-gehen-Ausdruck finde ich sowieso total fernsehlastig und er kam im Buch nur einmal zur Sprache, als Ina erwähnt, dass das Mordopfer wohl nicht ins Licht gegangen ist. Und Josh konnte damit auch nichts anfangen.

  • Hallo Tanja,


    Entschuldige, ich hoffe es ist nicht zu negativ bei Dir angekommen. Mein Geschmack ist ja nicht maßgebend und ich sage auch nicht, dass mir das Buch nicht gefallen hat.
    Ich habe auch nicht gesagt, dass es nicht zu Lea passt wie sie sich verhält, aber es ist eben oft die Konstruktion, um die Leute zum Showdown zu bringen.


    Ich bin mir sicher, dass Du die Dinge noch entwickeln kannst, aber wenn man das Buch für sich nimmt, dann ist eben (für mich!) so ein - ich- knüpfe- jetzt -mal- alle -losen- Enden -zu -einem- Happy-End-Gefühl entstanden.
    Ich fand es für mich eben auch nicht zu dem ansonsten recht toll geschriebenen Unterhaltungen mit den Geistern - eben wage, zerfasernd nicht wirklich steuerbar - passend, dass das Gebet "erhört" wird. Ab da hatte das für mich einen religiösen Anstrich (hätte es nicht gehabt, wenn nicht auch noch der Satz gefallen wäre) Deshalb vielleicht auch von mir der Ausdruck mit dem Licht. Irgendwie klingt es ja so, dass die Geister dann "nach hause" kommen. Wohin auch immer, aber es scheint ihnen dort gut zu gehen. Ist es wichtig wie man es nennt? Soweit ich gelesen habe, sobald die Geister "gehen" können, geht es ihnen gut und sie sind froh dort - woauchimmer - zu sein.
    Da Du zu Kratz nichts geschrieben hast, kommt dazu in einem neuen Buch mehr?



    Die Mischung aus Mystery und Krimi fand ich eigentlich ganz schön vor allem in den ersten beiden Abschnitten.

  • Zitat

    Entschuldige, ich hoffe es ist nicht zu negativ bei Dir angekommen.


    Nee, ich hatte eher das Gefühl, dass du einiges ein bisschen falsch verstanden hattest. Ich bin immer sehr dafür, dass man seine Meinung kundtut. Alles andere wäre ja Quatsch. :-*


    Zitat

    - ich- knüpfe- jetzt -mal- alle -losen- Enden -zu -einem- Happy-End-Gefühl


    Ja, sorry, das ist definitiv eine Schwäche von mir. Ich brauche das, sonst kann ich nicht mit einem guten Gefühl aus einem Buch gehen. Auch wird das teilweise von den Verlagen tatsächlich verlangt. Hier aber nicht. Das ist einfach immer ein tiefer Wunsch von mir, auch um die Protas dann ein wenig mit gutem Gewissen loszulassen.


    Zitat

    Ich fand es für mich eben auch nicht zu dem ansonsten recht toll geschriebenen Unterhaltungen mit den Geistern - eben wage, zerfasernd nicht wirklich steuerbar - passend, dass das Gebet "erhört" wird. Ab da hatte das für mich einen religiösen Anstrich (hätte es nicht gehabt, wenn nicht auch noch der Satz gefallen wäre)


    Du meinst diese Szene auf Seite 177 in dem Kapitel "Sieh hin"? Ich weiß, das mag für manche befremdlich gewesen sein, für Josh ja auch! Aber jeder Mensch, denke ich, kommt mal in die Situation, in der er ein Stoßgebet schickt und in dieser Szene war es mir echt ein Bedürfnis, dass Joshua da mal eine Hife bekommt und er eine vage Vorstellung davon hat, dass all die Geister, mit denen er sich befasst, eben nicht allein da stehen. Ich denke, da hat aber eben jeder eine andere Ansicht. Und nur weil z.B. das Mädchen mitgenommen wurde, heißt das ja nicht, dass sie sofort erlöst ist. Dies lasse ich aber offen, das kann jeder so denken, wie er möchte.


    Zitat

    Da Du zu Kratz nichts geschrieben hast, kommt dazu in einem neuen Buch mehr?


    Das weiß ich noch nicht. Für mich persönlich war es Großteils abgeschlossen, aber für Joshua wohl eher nicht, befürchte ich. Mal sehen, was er in Bezug auf Krantz tut.

  • Danke für Dein Verständnis.
    Ja, ich denke ein Stoßgebet schickt jeder mal los und es ist schon, wenn es den Anschein hat zu helfen.
    Mir war es nur zu viel, dass der Mann, der erscheint (hätte ja irgendein lieber Verwandter sein können) dann auch noch betont, dass er wegen des Gebets da ist. Die meisten schicken ein Gebet an Gott.
    Aber Du hast absolut recht, auch das ist Ansichts oder Geschmackssache.


    Mich würde auf alle Fälle das weitere Schicksal der Protagonisten interessieren. Vielleicht schafft es irgendwann die Trollhöhle auch durchs Lektorat :)

  • Das weiß ich noch nicht. Für mich persönlich war es Großteils abgeschlossen, aber für Joshua wohl eher nicht, befürchte ich. Mal sehen, was er in Bezug auf Krantz tut.


    Für mich ist es auch nicht abgeschlossen, denn es sind für mich die wichtigsten Fragen des Buches:
    Wieso ist die Akte so schlampig geführt worden
    Wieso hat bisher niemand das Mädchen ernst genommen (ist ja der Einzugsbereich Joshuas), obwohl das sichtbar ein Notstand war
    Was muss man einem Kind antun, damit es wird wie Nadja, die noch nicht mal einem ertrinkenden Kind hilft und auch im Tod noch hasst ohne Grund
    Wie kann es sein, dass die Pflegefamilie den Hass abbekommt?
    Nadja ist für mich viel verstörender als Mark. Bei Mark war alles logisch, aber ein Mensch wie Nadja ist ja viel kaputter - wieso hat das niemand bemerkt?
    Das beschäftigt mich jetzt am meisten nach der Beendigung des Buches.

  • So, ich habe den dritten Abschnitt gestern auch lesen müssen, ich wollte einfach wissen wie es ausgeht.


    Dass Mark der Mörder war, war uns ja schon fast klar.
    Tanja, schwitzt man da als Autorin in einer Leserunde nicht ziemlich, wenn die Leser schon so früh auf der richtigen Fährte sind? ;)


    Die Szene mit dem Teddy hatte er damals erlebt und Josh war der Junge, der ihn gerettet hat. Da war ich irgendwie ein bisschen auf dem Holzweg, da ich dachte, die beiden wären gleichalt und es sich für mich so gelesen hatte, als wäre der Retter ein paar Jahre älter. Muss ich vielleicht nochmal nachlesen.


    Als Lea ihn nach der Dunkelheit fragt und er da so extrem reagiert, war klar, dass sie damit unerwünschterweise seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Die Szene mit der Schutzweste hatte ich gelesen, aber richtig in den Sinn kam sie mir erst wieder, als auf sie geschossen wurde, da war ich nach einer klitzekleinen Schrecksekunde dann aber sicher, dass ihr nichts weiter passiert sein würde.


    Die Szene, als Liesbeth auftaucht und Josh zu Lea schickt, fand ich sehr schön! Dennoch wünsche ich Liesbeth dass sie nun auch einmal weitergehen kann. Oder können Geister nach Belieben wechseln? Bei Melinda Gordon ;D sind sie ja immer weg, wenn sie einmal ins Licht gegangen sind.
    Sehr rührend fand ich auch die Szene, als der Engel (?) kommt und das kleine Mädchen abholt. das hatte so etwas Tröstliches. War zwar für die eigentliche Story nicht unbedingt nötig, aber trotzdem schön. Ich bin ja so was von gar nicht gläubig, aber trotzdem mochte ich die Szene.


    Die Verbindung zwischen Nadja und der Familie Krantz war mir ein klein bisschen zu konstruiert, bzw zu viel des Zufalls. Aber damit war dann halt auch der Bogen zu Sophie und ihrem grässlichen Vater geschlagen.


  • Wieso hat sie nichts bemerkt, sie ist Profilerin! Beide sind dann doch ausgebildete Psychologen und keiner merkt was? Bei Joshua ist es vielleicht noch das Nicht-sehen-wollen, aber ich hätte mich nicht zufrieden gegeben, wenn ich sehe, dass eine solche Verwahrlosung eingetreten ist. Sicher ist es schwer gegen den Willen des Freundes etwas zu tun, aber gerade bei so einer langen Freundschaft wäre mindestens ein ausführliches Männergespräch passend gewesen. Ich war etwas enttäuscht von Joshua an der Stelle. Wenn jemand wie besoffen wirkt, es aber nicht ist und auch keine Drogen eingeworfen hat, dann muss man doch fragen!


    Naja, Lea kannte Mark ja praktisch noch gar nicht und er ist Joshuas Freund. Da kann man ja nicht erwarten, dass sie bei der zweiten Begegnung sofort draufkommt, dass mit ihm etwas Größeres nicht stimmt - dass jemand mal neben der Spur ist, soll ja vorkommen...


    Zitat

    Selbst Julian ist auf einmal ein ganz normales Kind, alle Probleme beseitigt.


    Das kam bei mir auch anders an. Julian hat nun zum ersten Mal eine Chance, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, er hat eine Wohnung und einen Job und nun liegt es an ihm, da das Beste draus zu machen - das wird aber sicher nicht von heute auf morgen gehen.



    Was muss man einem Kind antun, damit es wird wie Nadja, die noch nicht mal einem ertrinkenden Kind hilft und auch im Tod noch hasst ohne Grund
    Wie kann es sein, dass die Pflegefamilie den Hass abbekommt?
    Nadja ist für mich viel verstörender als Mark. Bei Mark war alles logisch, aber ein Mensch wie Nadja ist ja viel kaputter - wieso hat das niemand bemerkt?


    Ja, Nadja ist echt sehr gestört und es ist schlimm, dass das niemand gemerkt hat. Aber vieles wird man als Geschwister-Streitigkeiten abgetan haben, die Mutter hat wohl lieber nicht zu genau hingeschaut...


  • Sehr rührend fand ich auch die Szene, als der Engel (?) kommt und das kleine Mädchen abholt. das hatte so etwas Tröstliches. War zwar für die eigentliche Story nicht unbedingt nötig, aber trotzdem schön. Ich bin ja so was von gar nicht gläubig, aber trotzdem mochte ich die Szene.


    wzbw....
    für mich ist das abrutschen ins religiöse, rührseelige eben eher störend gewesen.

  • Zitat

    Wieso ist die Akte so schlampig geführt worden
    Wieso hat bisher niemand das Mädchen ernst genommen (ist ja der Einzugsbereich Joshuas), obwohl das sichtbar ein Notstand war


    Welche Akte? Die Jugendakte von Peter Krantz oder die von Sophie? Ich finde, beide sind nicht schlampig geführt worden. Peter Krantz ist herumgereicht worden nach dem Tod seiner Eltern und es ist ja erwähnt, dass er zu seiner Tante kam, obwohl das Jugendamt das nicht gerne gesehen hat. Das war auch in den Siebzigern. Da wurden viele Erziehungsmethoden noch ganz anders gehandhabt und man beließ es dabei, auch weil man Peter endlich ein Zuhause geben wollte. Inwieweit das gut war, sei mal dahin gestellt. Nadja war noch recht jung, als sie zu den Webers kam. Allerdings war sie da bereits von ihrem Bruder traumatisiert. Ich denke, er (oder sein Vater?) ist der Schlüssel zu allem. Warum er so geworden ist, oder schon als Kind so war, kann ich nicht sagen. Leider gibt es so Fälle, ich selbst kenne ansatzweise solche Kinder. Die sind in einem guten und netten Elternhaus und da schwelt ein Hass, der ist nicht greifbar. Woher der rührt ist oft schwer zu bestimmen. Ähnliche Probleme wie die bei Nadja und Mark? Unveständnis der Eltern? Mobbing in der Schule? Man kennt nicht alle Hintergründe. Es ist ja oft ein Kreislauf, der irgendwo beginnt und der eine steckt das gut weg, der andere nicht.
    Und Sophie wurde keineswegs schlampig behandelt. Joshua hatte bisher überhaupt keinen Zugriff, weil er ja Straßenkids betreut. Sophie wurde also von den ganz normalen Jugendamt-Mitarbeitern betreut und man hat versucht, auf die Eltern einzuwirken. Das ist ja mehrmals erwähnt. Und nur weil Sophie den Eindruck hatte, man nimmt sie nicht ernst, muss das nicht zwingend so gewesen sein. Es war ihr persönlicher Eindruck. Nicht jeder hat so eine Gabe wie Joshua, der sich wirklich in die Kinder einfühlen kann. Ich habe hier durch die Kindergarten- und Schulzeit so viel mitgekriegt, auch von Psychologen, da wundert einen nix mehr. Aber es geht ja um Sophie. Einerseits war es eine gute gestandene Familie, die zudem augenscheinlich ihren Sohn vor kurzem verloren hat. Das Amt wusste um die Schwierigkeiten, aber da Sophie auch einiges verheimlicht hat und ja auch sehr stur ist, rannte man da gegen Wände. Die Mitarbeiter dort sind ja nicht fehlerfrei. Wäre es so, würden nicht so viele Kinder verwahrlosen oder sogar umkommen. Ich kenne durch eine Freundin, die Pflegekinder betreut, ein klein wenig die Menagerie und nun ja, es ist kompliziert. Und die nehmen nicht sofort ein Kind fort - leider. Manchmal ist es schon fast zu spät und die Kinder sind derart traumatisiert, dass sie kaum zu retten sind. Es ist furchtbar. Und ich kann in so einem Buch kein perfektes Jugendamt präsentieren. Wenn es so wäre, würde es ja diese Kinder gar nicht geben. Eine Sozialarbeiterin, die ich auf einer Lesung getroffen habe, sagte zu mir, es wäre wirklich authentisch und unheimlich gut getroffen.


    Zitat

    Was muss man einem Kind antun, damit es wird wie Nadja, die noch nicht mal einem ertrinkenden Kind hilft und auch im Tod noch hasst ohne Grund


    Sie hatte diesen Hass auf ihren Bruder, weil sie wusste, dass sie nicht hundertpro zur Familie gehört. Sie war eben "nur" das schwierige Pflegekind, mit dem man überfordert war, und Mark war der Traumsohn der Webers. Ihr glaubt nicht, wie grausam man da werden kann, wenn man zuvor schon keinen guten Start hatte. Ob sie ihn wirklich hätte ertrinken lassen, glaube ich nicht. Joshua war vielleicht nur schneller. Aber ich bin auch nicht sicher. Es gibt Jugendliche, die treten jemanden tot, einfach nur, weil sie Lust drauf haben. Oder sie erschießen Lehrer und Schüler, weil sie sich unverstanden fühlten. Woher kommt so ein Hass? Gute Frage ...


    Zitat

    Wie kann es sein, dass die Pflegefamilie den Hass abbekommt?


    Wenn nicht die, wer dann? Um die Eltern wird Nadja sich immer gerissen haben. Die Tyrannei war im Verborgenen und Mark hat geschwiegen. Er allein bekam diesen Hass mit, aus oben genannten Gründen.


    Zitat

    Nadja ist für mich viel verstörender als Mark. Bei Mark war alles logisch, aber ein Mensch wie Nadja ist ja viel kaputter - wieso hat das niemand bemerkt?


    Man hat es gemerkt, aber man hat es auf ihre schwierige erste Zeit geschoben und von dem Hass hat man sich abgewandt. Joshua hat es ja gespürt, hat aber als Kind die Situation falsch eingeschätzt. Leider gibt es Mütter, die die Augen vor so etwas verschließen und eben nicht helfend eingreifen, obwohl man das Kind liebt. Ich kann mir vorstellen, dass auch viel schlechtes Gewissen mit einspielt. Frau Weber wusste natürlich, dass Mark ihr Schatz ist und sie zu Nadja nicht den gleichen Draht fand. Um das zu überbrücken, hat Nadja quasi eine Sonderstellung genossen. Ihr glaubt gar nicht, was schlechtes Gewissen anrichten kann, wenn es über Jahre schwelt. Frau Weber war dann einfach völlig überfordert und vielleicht konnte sie sich auch nicht vorstellen, dass ein Mädchen einen Jungen derart in der Hand hat. Damals war es ja tatsächlich noch so, dass Jungen nicht weinen sollten, dass sie immer stark sein sollten. - Ich kann mich da noch gut dran erinnern, auch wenn ich keinen Bruder habe. Ich bin ja in Joshuas Alter, etwas älter sogar. - Und der Vater war arbeitstechnisch zu sehr eingespannt. Ich weiß, das ist alles nicht wirklich umrissen in dem Buch, aber ich wollte auch nicht zu gesellschaftskritisch werden. Auch hätte sich das Ende unglaublich in die Länge gezogen, wenn ich das in dieser Deutlichkeit aufgeschlüsselt hätte, denn Joshua (und aus seiner Sicht war es ja) hätte dies ja alles nicht über Nacht herausfinden können. Das wäre dann ein Buch im Buch gewesen und meine Lektorin hätte mir wahrscheinlich in den Hintern getreten. ;)


    Zitat

    Das beschäftigt mich jetzt am meisten nach der Beendigung des Buches.


    Das finde ich gut! Für mich ist diese Diskussion hoch interessant!


  • Tanja, schwitzt man da als Autorin in einer Leserunde nicht ziemlich, wenn die Leser schon so früh auf der richtigen Fährte sind? ;)


    Hm, nöö, nicht wirklich, denn es war sich ja keiner sicher und alle waren zwischendurch immer verwirrt. Das ist auch bei jedem Leser anders. Es gibt viele, die haben es erst ganz zum Schluss kapiert. Nicht hier bei der LR, aber außerhalb. Ich sehe es ja an den Rezis. Ich finde viel eher interessant, wie die Leser hier nahezu ermitteln. ;D


    Zitat

    Die Szene mit dem Teddy hatte er damals erlebt und Josh war der Junge, der ihn gerettet hat. Da war ich irgendwie ein bisschen auf dem Holzweg, da ich dachte, die beiden wären gleichalt und es sich für mich so gelesen hatte, als wäre der Retter ein paar Jahre älter. Muss ich vielleicht nochmal nachlesen.


    Joshua ist drei Jahre älter! Marks Alter ist ja nicht erwähnt. Und nur in der kursiven Szene wird gesagt, dass der Retter etwas älter ist. Und als es aufgeschlüsselt wurde, war das natürlich Josh. Für die Freundschaft war das aber nie wichtig. Nur insofern, dass Joshua sich von Nadja nicht hat einschüchtern lassen.


    Zitat

    Die Szene mit der Schutzweste hatte ich gelesen, aber richtig in den Sinn kam sie mir erst wieder, als auf sie geschossen wurde, da war ich nach einer klitzekleinen Schrecksekunde


    Diese kleine Schrecksekunde wollte ich. Und auch wenn der Leser in der Situation an die Weste denkt, hält Mark Lea zuerst die Knarre an den Kopf. Und da hätte auch der Schutz nix genützt. Tatsächlich war zuerst die Idee da, Lea sterben zu lassen. Aber ich hätte damit Joshua gebrochen und wohl auch einige Leser. Deshalb habe ich davon Abstand genommen.


    Zitat

    Die Szene, als Liesbeth auftaucht und Josh zu Lea schickt, fand ich sehr schön! Dennoch wünsche ich Liesbeth dass sie nun auch einmal weitergehen kann. Oder können Geister nach Belieben wechseln? Bei Melinda Gordon ;D sind sie ja immer weg, wenn sie einmal ins Licht gegangen sind.


    Ich bin der Meinung, dass die Seelen durchaus hin und her wandern können, wenn sie es wollen. Lisbeth fand ja eine Art von Erlösung. Ich bin aber davon überzeugt, dass es nicht so einfach ist. Probleme verschwinden nicht einfach, Gefühle auch nicht, die sind tief in der Seele verankert. Wie Julian hat Lisbeth einen ersten Schritt getan. Bei Melinda Gordon ist das immer so furchtbar einfach. Ich denke, so ein Prozess, der dort in einer Fernsehfolge behandelt wird, kann über Jahre gehen. Obwohl ich die Serie sehr mag.


    Zitat

    Sehr rührend fand ich auch die Szene, als der Engel (?) kommt und das kleine Mädchen abholt. das hatte so etwas Tröstliches. War zwar für die eigentliche Story nicht unbedingt nötig, aber trotzdem schön. Ich bin ja so was von gar nicht gläubig, aber trotzdem mochte ich die Szene.


    Das freut mich und zeigt mir, das wirklich jeder eine ganz andere Einstellung dazu hat. Ich fand es auch tröstlich.


    Zitat

    Die Verbindung zwischen Nadja und der Familie Krantz war mir ein klein bisschen zu konstruiert, bzw zu viel des Zufalls. Aber damit war dann halt auch der Bogen zu Sophie und ihrem grässlichen Vater geschlagen.


    Genau, dieser Bogen, diese Verbindung war mir wichtig, sonst hätten die Krantz-Szenen im leeren Raum gestanden und wären wirklich nur Mittel zum Zweck gewesen, quasi eine Ablenkung. So gehören sie jetzt dazu. Die Frage ist, inwiefern gibt es Zufälle? In so einem Buch, wo Geister derart Raum haben, dachte ich, dass ich auch ein Stückchen weiter gehen kann und so einen Zufall einbauen darf.

  • Tanja hatte geschrieben, dass sie die szene reingenommen hat um Joshua zu zeigen, dass er nicht allein ist. Du hast die Szene genauso empfunden (anders als ich) deshalb: wzbw oder in den alten Bundesländern eher q.e.d. :)

  • Ich wollte nochmal auf die Akten eingehen.
    Ich meine sie sind schlampig geführt, denn Sophie ist ja schon mehrfach ausgerissen. Also auf die Straße gegangen und bevor man sie zu den Eltern bringt müßte doch eine Akte angelegt werden. Das mindeste sind die Familienverhältnisse. Wenn also Joshua sich auf die Familie vorbereitet (und er ist ja gewissenhaft) und die Akte liest, wieso braucht er einen Geist, um zu wissen, dass da noch ein Bruder war? Ich denke auch, dass er die Akte vom Jugendamt bekommt. Wenn Jugendamt und Streetworker nicht zusammenarbeiten, wie sollte das gehen? Ich meine ich traue der Bürokratie viel zu aber gerade Akten sind nun mal deutsche Bürokratie in Reinfomr da wird doch immer Wert drauf gelegt.


    Warum wußte Joshua nichts davon dass Nadja die Halbschwester war? Bei so einer engen und jahrelangen Freundschaft und dem Hass, der in Mark steckt ebenso wie seine Not, dann wird die Schwester oft Gesprächsstoff gewesen sein und eigentlich dächte ich hätte Joshua irgendwann mal einen Gedanken daran verschwendet, warum sie das tut (ich mache das meist) Dabei soll nie erwähnt worden sein, dass sie nicht seine richtige Schwester gewesen ist? Sie haben nie versucht, das Jugendtrauma zu verarbeiten?


    Eine Schwester, die ihren Bruder ins Wasser stößt und ertrinken läßt (davon bin ich überzeugt, denn Joshua rettet ihn aus einem Fluß, sie hätte es gar nicht mehr schaffen können) da denkt man doch mal darüber nach, oder? Geht man nicht mit dem Jungen nach hause und erzählt es den Eltern? Holen sich Eltern da keinen Rat?


    Es passiert viel hinter dem Rücken der Eltern, weiß ich, wenn meine Kinder mir von Streichen berichten, von denen ich nichts wußte und heute froh bin, dass ich nichts davon wußte. Vieles passiert in der Schule und die Kinder halten den Mund, weil sie wissen, dass die Eltern sowieso nichts tun können, was es nicht noch verschlimmert. Wir Eltern sind dann oft hilflos. Aber man kann sich Hilfe holen oder aber wenn man erwachsen wird, dann kan man doch darüber reden, oder? Man muss sich nicht lieben, aber man kann doch mal fragen: warum hast du das gemacht? Joshua dürfte doch zu den Menschen gehören, die nicht denken, dass Kinder schon mit schlechten Genen auf die Welt kommen. Man kann nicht immer alles ändern und man kann auch nicht alles verhindern, aber fragen kann man doch.