Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)

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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein.


    Wir legen Wert darauf, dass ihr zum Abschluss der Leserunde ein Fazit einstellt. Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von leserunden.de und eine "Gegenleistung" für eure Freiexemplare. Ebenso sind sie ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen.


    Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.


    Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Inhalt:
    Kriminalkommissarin Tessa Schwarz wird seit der Geburt ihres Kindes von schrecklichen und lebendigen Visionen heimgesucht. Als Kind hatte sie ebenfalls diese Hallzuinationen, die aber dann verschwanden und sie jahrelang in Ruhe gelassen haben. Während ihr Freund Tom in der Elternzeit ist, steigt sie wieder in ihren Beruf ein, trotz der Visionen, die jederzeit auftauchen können. In ihrem ersten Fall geht es um einen Fall von möglicher häuslicher Gewalt: eine Nachbarin hat den Mann der jungen Merle Kellermann angezeigt wegen des Verdachts, daß er seine Frau verprügelt. Merle streitet jedoch alles ab, während Tessa sich sicher ist, daß Charly Kellermann gewalttätig ist.


    Meine Meinung:
    Da ich kein großer Freund von Kurzgeschichten bin, bin ich meist bei Büchern mit gut 100 Seiten etwas skeptisch. Aber bei einem Büchlein von Lucie Flebbe hat sich mir die Frage nicht gestellt, da ich ihre anderen Kriminalromane um Lila Ziegler und Ben Danner sehr gerne lese. Als erstes fällt das kleine Format des Büchleins auf, das kleiner als ein Taschenbuch ist, mit einer Lasche geschlossen werden kann und damit beinahe ein Büchlein für die Hosentasche ist.


    Der Leser wird direkt in die Handlung geworfen und bekommt die nächsten 116 Seiten eine spannende und nachdenkliche Geschichte serviert. Die Autorin legt geschickt mehrere falsche Spuren, denen ich blindlings gefolgt bin, außerdem hält sie einige überraschende Wendungen parat. Das Ende erfolgt wie ein Paukenschlag und hat mich als Leser nachdenklich zurückgelassen. Auch noch Tage später hat mich der Inhalt beschäftigt, ob die Entwicklung hätte anders verlaufen können und was dafür notwendig gewesen wäre.


    Trotz der geringen Seitenzahl hat die Autorin die Charaktere sehr liebevoll und detailliert beschrieben, und ihre Entwicklungen bzw. wahren Eigenschaften werden nach und nach freigelegt.


    „Das Monster“ ist eher ein psychologischer Krimi, der nicht durch Blutrünstigkeit besticht, sondern eher durch das raffinierte Verschmelzen von Tessas Leben mit Merles Schicksal.


    Ich bin von dem KrimiSnack positiv überrascht und bin auf weitere Snack sehr gespannt.


    Zur Leserunde:
    Diese kleine und feine Leserunde hat wieder sehr viel Spaß gemacht, wir sind ja gesammelt in die falschen Richtungen gelaufen, die Lucie uns vorgegeben hat ;D Liebe Lucie, vielen Dank für deine tolle Unterstützung und ich freue mich auf die weitere gemeinsamen Leserunden hier.


    Meine Rezension erscheint bei:
    Amazon
    Großes Literaturschock-Bücherforum
    LovelyBooks

  • Ich möchte mich ganz herzlich bei den TeilnehmerInnen dieser "kleinen aber feinen" Leserunde für ihr Interesse und die vielen klugen und nachdenklichen Überlegungen zu dieser kleinen Geschichte bedanken.


    Es hat mir wieder einmal viel Spaß gemacht mit Euch zu :lesen: .
    Über die spannenden Diskussionen und unterschiedlichen Meinungen habe ich mich sehr gefreut.


    odenwaldcollies


    Auch noch Tage später hat mich der Inhalt beschäftigt, ob die Entwicklung hätte anders verlaufen können und was dafür notwendig gewesen wäre.


    Das ist sehr, sehr schön. :bussi:


    :winken: Liebe Grüße,
    Lucie

  • Hier kommt nun auch mein Fazit:


    Zum Buch


    Inhalt
    Kriminalkommissarin Tessa kehrt nach einem Jahr Elternzeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurück, allerdings nicht mehr in die Mordabteilung, sondern die Abteilung für häusliche Gewaltverbrechen. In ihrem aktuellen Fall hat sie mit der jungen Frau Merle zu tun, die nach Tessas Meinung von ihrem Mann geschlagen wird, auch wenn diese es abstreitet. Bei den Ermittlungen wird Tessa immer wieder von Monstererscheinungen heimgesucht und auch zuhause lassen diese Visionen nicht nach. Zuletzt quälten sie diese Monster in ihrer Kindheit und sie glaubte eigentlich, diese Phase sei damals überwunden worden. Warum erscheinen diese Monster seit einiger Zeit wieder? sie Ist sie vielleicht doch überfordert von ihrer selbst erwählten Doppelbelastung als berufstätige Mutter in einem aufreibenden Job? Tessa macht einfach weiter, aber die Monster werden in der Zwischenzeit immer bedrohlicher...


    Meine Meinung
    KrimiSnack. Allein dieses Wort hat mich neugierig gemacht auf die kleine Geschichte. Eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten habe ich den Krimi trotzdem gelesen, da ich die Krimireihe der Autorin über die Detektivin Lila sehr liebe (und etwas länger als eine Kurzgeschichte ist es ja doch). Ich war also sehr gespannt, ob auf recht kurzer Strecke eine spannende Handlung aufgebaut werden kann.


    Es kann! Ich hatte überhaupt nicht das Gefühl, dass etwas fehlt und auch das Ende war für mich ein runder Abschluss. Ein unerwarteter und damit überraschender Paukenschlag, der aber keiner weiteren Worte bedurfte. Vielleicht hätte man in einem Krimi „normaler“ Länge noch ein paar Nebenstränge eingebracht oder ein paar Nebenfiguren mehr Platz gegeben, aber das ist gar nicht nötig. Der Kern der Geschichte ist hier nach meinem Empfinden getroffen und spannend erzählt worden. Alles andere wäre schmückendes Beiwerk.


    Trotz der Kürze wurden die Figuren aber auch hier wieder sehr lebendig geschildert. Wie auch in ihren anderen Krimis bekommen sie schnell eine ganz besondere Persönlichkeit, nicht nur die Hauptperson, sondern auch die Nebenfiguren werden liebevoll dargestellt. Auch wenn wir durch die gewählte Ich-Form und das Präsens natürlich ganz nah an der Figur Tessa dran sind und ihre Entwicklung damit ganz direkt mitbekommen.


    Die Handlung ist spannend und bietet einige unerwartete Wendungen. Selbst, wenn man ahnen sollte, worum es geht, folgt man schnell mal falschen Fährten und wird noch überrascht. Mir ging es zumindest so. Auch bietet die Geschichte Raum zum Nachdenken, was ich daran merkte, dass mir der Schluss noch eine ganze Weile nachhing.


    Es hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt, diesen Snack zu mir zu nehmen. Und gerade, wenn man mal nicht so viel Zeit oder Muße für große Geschichten hat, bietet sich dieses Büchlein an. Für eine längere Zugfahrt ist das kleine Format zudem sehr praktisch. Es passt in die Jacken- oder Handtasche hinein und hat sogar eine Lasche zum Verschließen.


    Zur Leserunde


    Wir waren eine kleine nette Runde und es hat mir viel Spaß gemacht, mit euch gemeinsam rätseln. Und ganz besonderen Dank für deine Begleitung Lucie. Ich freue mich auch schon auf die nächste Runde mit dir! :-*


    Wie immer verteile ich meine Rezi auch auf auf Literaturschock, Amazon, u. ä.

  • Zum Buch


    Tessa Schwarz ist nach der Schwangerschaftspause wieder in ihren Beruf als Kriminalbeamtin zurückgekehrt. Ihr Mann kümmert sich währenddessen rührend um ihr gemeinsames Töchterlein und alles könnte wunderbar sein. Doch zum einen ist Tessa nicht auf ihre alte Stelle in der Mordkommission zurückbeordert worden, sondern muss sich nun gemeinsam mit einem wenig beliebte Kollegen, der sie noch dazu als Mentor betreut, um die ungeliebten Fälle von häuslicher Gewalt kümmern. Für die ehrgeizige und vor ihrer Schwangerschaft sehr erfolgreiche Tessa ein klarer Rückschritt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie seit der Schwangerschaft immer wieder gruselige Visionen hat, in denen sie von einem Rattenmonster verfolgt wird. In eine Stadt wie Hameln tauchen zwar überall Ratten auf, aber im Kopf einer Kripobeamtin haben solche Halluzinationen doch nichts zu suchen! Tessa hat Angst, sich jemandem anzuvertrauen, denn sie fürchtet natürlich, dass sie sich dann endgültig von ihrem Job verabschieden kann. Noch dazu haben sie und ihr Partner nun auch einen speziellen Fall. Die junge Merle scheint von ihrem Mann misshandelt zu werden, auch wenn sie selbst das leugnet. Tessa ist fest entschlossen, die Wahrheit herauszufinden und Merle zu helfen, doch ist sie dazu momentan überhaupt in der Lage?


    Ich kenne die Autorin Lucie Flebbe von ihrer Reihe um Lila Ziegler und Ben Danner. Eigentlich bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, aber hier war ich dann doch neugierig und wurde auch nicht enttäuscht, der Inhalt war auch auf wenigen Seiten spannend und ausführlich genug.


    Das Format des Krimi-Snacks hingegen ist nicht so wirklich mein Geschmack. Einerseits durchaus hübsch und lustig gemacht, mit der Verschlusslasche, ist es schon ein Hingucker und praktisch für unterwegs. Dennoch bevorzuge ich lieber ein normales Buchformat, aber ich denke, das ist Geschmackssache und ich kann mir den Krimi-Snack auch durchaus gut als kleines Geschenk oder Mitbringsel für Bücherfreunde vorstellen.



    Zur Runde
    Schön, dass wir das Büchlein hier gemeinsam gelesen hätte, sonst wäre mir dieser Snack wohl eher entgangen.
    Erstaunlich, wieviel Diskussion uns doch auch zu diesen paar Seiten eingefallen ist ;)
    Lieben Dank an Lucie für die Begleitung!

  • Nun etwas spät auch meine Rezi


    Erst einmal vielen Dank an die Leserunde und die interessanten Diskussionen. Auch an Lucie vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Auch wenn mir der letzte Bissen des Snacks etwas im Hals stecken geblieben ist, hat doch die Art wie diese Geschichte geschrieben wurde mich auf die anderen Geschichten neugierig gemacht (die ohne Prada-Tasche ;D )


    Krimisnack


    Hier wurde eine wundervolle Form eines Taschenbuches gefunden. Keine Gefahr mehr, dass die Seiten einknicken, weil in der Tasche etwas dagegen drückt. Schöne Sache. Kurz und kurzweilig zu lesen. Ich lese gern Kurzgeschichten (und diese hier ist ja gar nicht so kurz)



    Das Monster


    Wer oder was ist das Monster? Woher kommt es? Wie kann es gebannt werden?
    Lesen wir hier einen Horrorroman, nein, es gibt auch im realen Leben Monster, deren Form mag fantastisch sein, aber wir können sie nicht mit Silber oder einem Zauberspruch bannen.


    Es geht in dieser Geschichte um einen sehr ernsthaften Hintergrund. Was kann eine Frau machen, die mit einem gewalttätigen Mann zusammen ist, den sie liebt und vor dem sie Angst hat.
    Was geschieht, wenn aus Scham oder Schuldgefühlen Traumata nicht verarbeitet werden?
    Interessante Vergleiche werden gezogen. Sehen wir manchmal den Balken vor unseren eigenen Augen nicht?
    Was machen Monster auf der "Sonnenseite" des Lebens?
    Die Fakten und Personen werden sehr gut geschildert. Viele wichtige Fragen gestellt. Der Schreibstil ist flüssig und es lässt sich gut "snacken".


    Der Schluss kommt unerwartet, aber nur deshalb, weil wir eine solche Handlungsweise von der Person nicht erwarten, die intelligent, selbständig und in einem Beruf tätig ist, in dem sie eigentlich mehr über solche Probleme wissen müsste.
    Ich hätte mir einen interessanteren Schluss gewünscht. Auch wenn es als Pointe gedacht ist, kam diese bei mir nicht wirklich als solche an. Mir persönlich gefällt der Schluss or allem nicht, weil kein Ausweg gezeigt wird. Ich denke gerade weil es so viele Frauen gibt, die in einer ähnlichen Lage sind, sollte es mehr darüber geben, was man tun kann und nicht nur die völlige Hilflosigkeit aufzeigen.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen