06 - Kapitel 31 bis Ende (Seite 385 bis Ende)

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  • Ich kann Susanne Goga ja morgen mal danach fragen ;D da liest sie nämlich in Mönchengladbach und ich bin dabei :klatschen:


    Ich bin so neidisch und wäre so gerne dabei. Ist aber leider viel zu weit weg von mir. :'(
    Ich wünsche Dir viel Spaß bei der Lesung.


    LG Karin

  • Hui, das waren ja noch aufregende Momente bis zum Schluss!. Mir geht es wie euch, ich hätte noch ewig weiterlesen können, so sehr habe ich die Figuren lieb gewonnen, und ich finde es richtig traurig, sie nun zu verlassen. Aber eine Fortsetzung brauche ich trotzdem nicht, denn ich finde auch, es ist alles erzählt und den Rest kann man sich selbst zusammenreimen. Im positiven Sinne natürlich! :) Aber so eine lose Reihe mit neuen "Fällen" für die beiden, das würde ich auch lesen. ;D


    So traurig ich den Abschied Charlottes von Emily empfinde (das ist wirklich richtig richtig traurig, dass Emily nun wieder eine lieb gewonnene Bezugsperson verliert), so folgerichtig ist es aber auch. Denn wie sollten die beiden zusammenbleiben können, wenn man sich gleichzeitig wünscht, dass Charlotte mit Tom zusammenkommt? Die beiden können Emily ja nicht adoptieren und Charlotte wird bestimmt nicht weiter als Gouvernante arbeiten, wenn sie Tom heiratet. ;) Ich denke, Emily wird nun erstmals eine richtige Beziehung zu ihrem Vater aufbauen können und wenn sie dann zurück nach London ziehen, wird ihr Charlotte eine gute Freundin sein. Alles wird gut! :)


    So, und Lady Ellen lebte also tatsächlich noch, wie es die nicht gefundene Leiche gleich von Anfang an vermuten ließ. Und Tilly und auch Nora hatten zumindest einen Anteil an dem Ganzen. Drei Verdachtsmomente am Ende vereint! Echt gruselig, dass eine Mutter nachts zu ihrem Kind schleicht und es dabei immer mehr belastet und verstört und dabei sogar gewalttätig wird. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sie irgendwann ihr Kind entführt. Was hätte sie denn dann gemacht? Wie hätte sie verhindert, dass Emily zurück zum Haus läuft, weil sie zu Charlotte oder ihrem Vater zurück will, anstatt im Wald oder bei Tilly versteckt zu wohnen? Hätte sie sie gewaltsam festgehalten, eingesperrt? Wäre sie tief in den Wald mit ihr gegangen, damit Emily immer bei ihr bleiben muss? Puhh, das wäre sicherlich sehr verstörend für Emily geworden, wenn sie Emily vor der Welt versteckt hätte, um sie bei sich zu haben.



    Sir Andrew halte ich einfach für einen Mann seiner Zeit. Er hat seine Frau wohl geliebt, ist von ihr aber immer wieder zurückgewiesen worden. Zumindest wollte sie nicht an seinem gesellschaftlichem Leben teilnehmen. Somit war klar das sie sich entfremden. Erst als er befürchten musste, das Ellen hinter Emilys Krankheiten steckte, griff er ein. Um aber nicht ins Gerede zu kommen, musste alles mehr oder weniger heimlich geschehen.


    Ja, Sir Andrew war irgendwie überfordert mit dem Ganzen und man muss tatsächlich auch immer daran denken, dass seine Rolle in der damaligen Zeit nicht die des kümmernden Vaters war, wofür es Ehefrauen, Kindermädchen und Gouvernanten gab. Deshalb hatte ich beim Lesen wohl auch immer wieder Schwankungen, was meine Sympathie ihm gegenüber betraf. Er zeigte ja Momente der Fürsorge und Verantwortung, als es ihm darum ging, sein Kind zu heilen. Verfiel aber immer wieder in diese Kälte und Abwehrhaltung, um seine Stellung nicht zu gefährden. Und sicher tat es ihm auch weh, dass seine Frau damals seine Gesellschaft mied und ablehnte, während er laut der Beobachtung Außenstehender seine Frau offensichtlich anfangs wirklich liebte, was sie umgekehrt wohl nicht tat. Ein bisschen kann ich mich schon in ihn reinversetzen, auch wenn ich mich oft über ihn geärgert habe. Und ich wünsche ihm nun schon, dass er sich jetzt mit seiner Tochter gut zusammenfindet und Emily in ihm eine neue gute Bezugsperson findet.



    Nun gibt es also eine rationale Erklärung für das Blatt vor Charlottes Tür, für die Schritte im Turm und für den Angriff auf Tom, aber dennoch bleibt einiges mysteriös, z.B. wie Emily „sehen“ konnte, daß ihre Mutter das Tuch in ihrem ehemaligen Jugendzimmer zerriss. Diese Vermischung gefällt mir sehr gut.


    Ja, das Blatt hat sich geklärt. Zum Glück. ;D Und ja, mir geht es wie dir. Ich finde es gut, dass es eine logische Erklärung für die meisten Phänomene gibt, aber doch so ein bisschen was Mysteriöses übrig bleibt. Gerade so viel, dass man eine leichte Gänsehaut bekommt, aber doch nicht zu viel, um in die Fantasy abzudriften und nicht mehr in der Realität zu bleiben. Einfach eine spannende Mischung, die mir sehr gut gefallen hat.



    Toll finde ich auch das erklärende Nachwort sowie der Spaziergang durch Londen, der durch die schönen Bilder untermalt wird.


    Das finde ich auch richtig toll, hier noch einmal ein paar interessante Informationen zu bekommen und auch Susannes Inspiration für den Roman zu sehen.


  • Echt gruselig, dass eine Mutter nachts zu ihrem Kind schleicht und es dabei immer mehr belastet und verstört und dabei sogar gewalttätig wird. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sie irgendwann ihr Kind entführt. Was hätte sie denn dann gemacht? Wie hätte sie verhindert, dass Emily zurück zum Haus läuft, weil sie zu Charlotte oder ihrem Vater zurück will, anstatt im Wald oder bei Tilly versteckt zu wohnen? Hätte sie sie gewaltsam festgehalten, eingesperrt? Wäre sie tief in den Wald mit ihr gegangen, damit Emily immer bei ihr bleiben muss? Puhh, das wäre sicherlich sehr verstörend für Emily geworden, wenn sie Emily vor der Welt versteckt hätte, um sie bei sich zu haben.


    Ich empfand die Situation für Emily auch immer bedrohlicher, und ganz bezeichnend fand ich ihre Antwort auf die Frage, ob sie sich freuen würde, wenn ihre Mutter sie holt: sie war sich nicht sicher.


  • Ich empfand die Situation für Emily auch immer bedrohlicher, und ganz bezeichnend fand ich ihre Antwort auf die Frage, ob sie sich freuen würde, wenn ihre Mutter sie holt: sie war sich nicht sicher.


    Ja. So als hätte sie schon selbst gespürt, dass dabei etwas nicht richtig und gut ist, so sehr sie ihre Mutter auch liebt und vermisst.

  • Ich bin auch längst fertig, nur irgendwie noch nicht zum Posten gekommen.


    Dass Ellen noch lebt, hatten wir ja schon vermutet.
    Die Auflösung ist allerdings nochmal erstaunlich. Obwohl es für vieles eine logische Erklärung gab, bleibt doch offen, wie Emily in London wissen konnte, was daheim gerade passiert. Aber das gefällt mir. So ein klein bisschen unerklärliches darf sein.


    Emily tut mir leid. Nun verliert sie ihre Mutter zum zweiten Mal, auch wenn sie nicht genau weiß, was passiert ist. Und außerdem muss sie sich noch von Charlotte trennen, zu der sie in der kurzen Zeit doch auch ein recht enges Verhältnis entwickelt hat. Armes Kind. Ob ihr Vater ihr später jemals die Wahrheit über ihre Mutter sagen wird?


    Sir Andrew wurde mir das ganze Buch hindurch nicht wirklich sympathisch, aber immerhin hatte er nichts mit dem Tod seiner Frau zu tun und wollte nur das Beste für seine Tochter. Wenn er etwas feinfühliger vorgegangen wäre, hätte die Geschichte aber vielleicht auch ganz anders ausgehen können. Einer Mutter, auch wenn sie offensichtlich krank ist, zu verbieten, ihr geliebtes Kind zu sehen, konnte ja nur in eine Katastrophe führen.
    Aber vielleicht hat er nun dazugelernt, und verhält sich Emily gegenüber liebevoller und einfühlsamer.


    Charlotte und Tom - diese Missverständnis-Szene am Ende hätte ich nicht gebraucht, aber zum Glück löst sich das dann auch schnell wieder auf. Vielleicht war das aber auch nötig, damit beide erkennen, was sie füreinander empfinden und nicht noch lange nach irgendwelchen Moral-Vorstellungen auf höflichem Abstand zueinander bleiben ;)


  • Charlotte und Tom - diese Missverständnis-Szene am Ende hätte ich nicht gebraucht, aber zum Glück löst sich das dann auch schnell wieder auf. Vielleicht war das aber auch nötig, damit beide erkennen, was sie füreinander empfinden und nicht noch lange nach irgendwelchen Moral-Vorstellungen auf höflichem Abstand zueinander bleiben ;)


    So sehe ich das auch. Wenn man sie mit dieser Szene nicht zu ihrem Glück gezwungen hätte, hätte es sicher noch lange gedauert, bis sie es endlich geschafft hätten, wenn überhaupt. Charlotte hatte gerade erst eine schlechte Erfahrung gemacht und sicher nicht den ersten Schritt gewagt, als Frau sowieso nicht, und Tom hätte sich vielleicht sogar noch breitschlagen lassen, Emma aus Anstand öfter zu treffen und sich mit ihr zu verbinden. Ne, ne, diese kleine Szene war sehr gut geeignet, die beiden in die richtige Richtung zu drücken. ;D

  • Hallo Ihr Lieben,


    was für ein Ende! Besonders erstaunlich finde ich, wie dicht einige von uns schon der Auflösung waren... Jetzt weiß ich gerade nicht von wem es kam, aber sogar die richtige medizinische Vermutung war dabei! Chapeau!
    Mir geht es zum Ende wie Charlotte: ich bin traurig, dass das hier endet, denn mir ist Emily, aber vor allem Charlotte und natürlich auch Tom, echt ans Herz gewachsen. Mein erster Gedanke war, ob es nach Emilys Rückkehr vielleicht nicht doch noch eine Chance für Charlotte als ihre Lehrerin geben könnte. Nämlich dann, wenn Sir Andrew erkennt, dass seine kleine Tochter nun ruhig aufwachsen und lernen kann... Sein Ansinnen, mit Emily in der Hauptstadt zu bleiben, kann ich jedenfalls gut nachvollziehen, denn Chalk Hill wird nun auf immer sehr düstere Erinnerungen haben.
    Naja, in London braucht Emily jedenfalls eine Lehrerin und Charlotte heiratet möglicherweise Tom, aber trotzdem kann sie die Kleine ja unterrichten - zumal sie dann vielleicht einen ganz guten Abstand zu den Clayworths hätte. Und Tom würde es seiner Frau als moderner Mann sicherlich erlauben - immerhin hat er ja die Sidgewicks als gutes Beispiel für die Emanzipation der Frau.


    Auch wenn ich leider dank reichlich Aufregung und Stress in den letzten Wochen etwas länger für die Lektüre gebraucht habe, muss ich sagen, dass ich jetzt richtig traurig bin, dass ich das Buch nun fertig gelesen habe. Aber es ist sehr rund und hat mir vor allen Dingen sehr viel Spaß gemacht!


    Liebe Grüße
    dubh


  • Naja, in London braucht Emily jedenfalls eine Lehrerin und Charlotte heiratet möglicherweise Tom, aber trotzdem kann sie die Kleine ja unterrichten - zumal sie dann vielleicht einen ganz guten Abstand zu den Clayworths hätte. Und Tom würde es seiner Frau als moderner Mann sicherlich erlauben - immerhin hat er ja die Sidgewicks als gutes Beispiel für die Emanzipation der Frau.


    Der Gedanke gefällt mir gut und die beiden haben sich so gut verstanden. Wer weiß, vielleicht treffen sie ja doch nochmal aufeinander. :)


    LG Karin

  • Wow was für ein Showdown!


    Da hat sich doch tatsächlich Ellen ein Jahr versteckt, alle glaubten das sie tot ist, auch ihre arme Tochter, die sie Nachts besucht. Die arme Kleine was die alles mit machen musste, erst hat ihre Mutter sie ständig Krank gemacht und dann geht sie wie ein Geist im Haus ein und aus, ich bezweifle ja das man das alles hinter sich lassen kann, sie wird doch bestimmt einen ganz schönen Knacks davon tragen.
    Vieles ließ sich ja im nach hinein sachlich erklären, aber dennoch schien Emily eine tiefere Verbindung zu ihrer Mutter gehabt zu haben, schließlich lässt sich die Eingebung die die Kleine hatte mit den Tüchern nicht wirklich erklären.
    Ihr Vater wird ihr bestimmt auch nicht wirklich dabei helfen können, auch wenn die Reise bestimmt nicht die schlechteste Idee ist, ich denke es wäre besser gewesen Charlotte wäre bei ihnen geblieben.
    Naja wer weiß vielleicht kehrt sie ja eines Tages wie der dahin zurück.


    Ansonsten freue ich mich das Charlotte und Tom sich so nah gekommen sind, die beiden passen echt super zusammen, und wie Tom ihr hinterher gelaufen ist, einfach nur süß. Schon schade das es vorbei ist, ich hätte gerne noch mehr über die beiden gelesen. Aber in meinen Kopf haben die beiden eine ganz tolle Zukunft zusammen.


  • Das Buch hat mir auf jeden Fall richtig gut gefallen! Ich denke, ich werde mir ganz bald "Die Sprache der Schatten" und "Das Leonardo-Papier" zulegen, denn die beiden Bücher habe ich noch nicht gelesen. :lesen:


    Mir auch, es war auch mein erstes von Susanne Goga, könnt ihr mir ein bestimmtes ans Herz legen? Will auf jeden Fall noch mehr von ihr lesen! :lesen:


  • Naja, in London braucht Emily jedenfalls eine Lehrerin und Charlotte heiratet möglicherweise Tom, aber trotzdem kann sie die Kleine ja unterrichten - zumal sie dann vielleicht einen ganz guten Abstand zu den Clayworths hätte. Und Tom würde es seiner Frau als moderner Mann sicherlich erlauben - immerhin hat er ja die Sidgewicks als gutes Beispiel für die Emanzipation der Frau.


    Diese Lösung hätte ich mir auch vorstellen können.

  • Mir auch, es war auch mein erstes von Susanne Goga, könnt ihr mir ein bestimmtes ans Herz legen? Will auf jeden Fall noch mehr von ihr lesen! :lesen:


    Ich fange leider auch gerade erst an, die Bücher für mich zu entdecken, daher habe ich bisher nur noch "Die Tote von Charlottenburg" gelesen. Aber das Buch hat mir sehr, sehr gut gefallen! Wenn Du also Krimis magst, dann wäre das vielleicht auch was für Dich. :winken:

  • Nad, freut mich, dass es dir so gut gefallen hat. Falls du meine Krimis versuche möchtest, würde ich an deiner Stelle mit "Leo Berlin", dem ersten, anfangen, da es eine Serie ist. :)

  • Suse

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