01 - Anfang bis Kapitel 5 (bis Seite 83)

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  • Hallo liebe Leserunde,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Der verbotene Fluss" und ich begrüße alle Teilnehmer und ganz besonders Susanne Goga, die uns hier wieder begleiten wird. Schön, dass Du wieder mit dabei bist! :-*


    Bitte lest Euch nochmals die Informationen zu Leserunden und auch die neuen Ausführungen zur Netiquette durch!


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag. Vermeidet bitte auch reine Inhaltsangaben, wir lesen alle das gleiche Buch. ;)


    Es wäre zudem sehr schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Und bitte schreibt in euren Beiträgen keine Inhaltsangaben, denn wir lesen alle das gleiche Buch und müssen den Inhalt nicht noch einmal erfahren!


    Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 83 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Ich wünsche uns nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!!! :winken:


    Liebe Grüße
    Heimfinderin

  • Hallo Zusammen, hallo Susanne!


    Ich habe zu lesen begonnen und wußte nach ein paar Seiten, dass mich dieses Buch besonders packen wird. Durch den schönen, lebendigen Schreibstil war ich auch sofort in der Geschichte drin.


    Charlotte ist mir von Anfang an symphathisch. Sie scheint eine junge, taffe Frau zu sein. Sie traut sich alleine in ein fremdes Land und ich finde, bis jetzt hat sie sich in allen Angelegenheiten sehr souverän verhalten.
    Sie versucht mit allen gut auszukommen, obwohl die Haushälterin und das Kindermädchen ihr gar nicht wohl gesonnen sind.
    Aber ich denke, Emily und Charlotte werden sich sehr gut verstehen.
    Emily finde ich überhaupt sehr lieb und schon sehr erwachsen für ihr Alter. Das kommt bestimmt daher, weil sie ja durch den Tod der Mutter schon sehr viel mitmachen mußte.


    Mit Sir Andrew kann ich bis jetzt noch nicht viel anfangen, er verhält sich viel zu kalt und distanziert seiner Tochter gegenüber. Ich frage mich warum? Erinnert ihn Emily vielleicht äußerlich an seine verstorbene Frau oder weiß er einfach nicht wie er sich ihr gegenüber jetzt verhalten soll?
    Ich denke auch, dass er beim Personal nicht sehr beliebt ist, er war es bestimmt, der den Kutscher so angeschrien hat. Vermutlich, weil er Charlotte einen Sparziergang am Fluß empfohlen hat. Auch Nora und Susan scheinen sich vor ihm zu fürchten.


    Die Geschichte ist für mich sehr spannend, verbunden durch die spirituellen Sitzungen, die ja hier sehr gehäuft auftreten. Ich habe noch nie einen Roman über spirituelles gelesen und finde es sehr interessant. Ich würde mich sowas jedenfalls nie trauen. :)
    Ich vermute, dass Emily`s Mutter keines natürlichen Todes gestorben ist. Vielleicht hängen die Sitzungen damit zusammen? Vielleicht wurde sie dadurch in den Selbstmord getrieben und ist im Fluß ertrunken? Und Emily hat etwas mitbekommen?
    Warum hat sie sonst solche Albträume und will auch nicht darüber reden. Sehr geschicht, wie sie immer Charlottes Fragen ausweicht.


    Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es weitergeht. :lesen:


    LG Karin

  • Ich empfand den Einstieg ins Buch auch als äußerst angenehm. Man wird förmlich hinein gesogen und mag mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören.


    Beim Lesen musste ich auf Anhieb an Rebecca denken, so wie das Haus und die Herrschaften beschrieben worden sind.


    Charlotte Pauly, die ich sofort mochte, macht sich also auf und davon aus Berlin, was ich von ihr als sehr mutig empfinde zu der damaligen Zeit. Da ihre Mutter davon spricht, dass sie vor etwas flieht, muss etwas bei ihrer alten Arbeitsstelle passiert sein. Ob ein Mann dahinter steckt?


    Schön beschrieben fand ich jedenfalls die Überfahrt nach Dover, die ich selbst auch schon zwei Mal machen durfte, daher konnte ich mir das richtig gut vorstellen (nur dass ihr Schiff sicher etwas anders war als die Fähre, die ich nahm). Richtig klasse und fast neidisch machte mich ja, dass Charlotte das Turmzimmer bekommt, wie herrlich ist das denn bitteschön? Will ich auch haben.


    Dass die Dienstboten Charlotte gegenüber erst einmal zurückhaltend auftreten und eher abweisend sind, empfand ich als völlig normal, denn sie ist für diese Leute eine Fremde und muss erst einmal auf Herz und Nieren geprüft werden. Na ja und zum Teil stört sie ja auch die Abläufe, sieht zum Beispiel das Kindermädchen Nora schon ihre Felle schwimmen, berechtigterweise. Warum sollte man noch ein Kindermädchen haben, wenn sich den ganzen Tag über die Gouvernante um das Kind kümmert? Sir Clayworth ist sicher reich, aber unter Verschwendungssucht leiden ja eher die wenigsten. Behalten wird er Nora ja erst einmal nur, damit sich Emily an Charlotte gewöhnt. Und da Emily bereits zwei Hauslehrerinnen hatte, wird Sir Andrew auch erst mal sehen wollen, wie sich Charlotte macht.


    Sir Andrew mag ich gar nicht leiden. Ob er so verbittert ist, weil seine Frau tot ist?


    Ansonsten wird uns noch der Charakter Thomas Ashdown vorgestellt, über den wir erst einmal nur wenig erfahren, bis auf das er Journalist ist und letzten Winter seine Frau Lucy verloren hat. So richtig weiß ich noch nicht, was ich mit Tom anfangen soll, aber er scheint ganz ok zu sein.


    Ich finde es schön, dass hier Mysterien gleich zu Beginn gestreut werden. Besonders die Seancensache hat mir gefallen. Und nicht zu vergessen Emilys Albträume, die ja auch nicht gerade ohne sind…

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Charlotte Pauly, die ich sofort mochte, macht sich also auf und davon aus Berlin, was ich von ihr als sehr mutig empfinde zu der damaligen Zeit. Da ihre Mutter davon spricht, dass sie vor etwas flieht, muss etwas bei ihrer alten Arbeitsstelle passiert sein. Ob ein Mann dahinter steckt?


    Ich bin auch gespannt, was dahinter steckt und vor was oder wem Charlotte flieht. Am Schluß des Abschnitts kam ihr ja im Traum ein Gesicht, dass sie eigentlich nie wieder sehen wollte.


    LG Karin

  • Hallo :winken:


    Der Anfang des Buches ist doch schon sehr viel versprechend. Charlotte Pauly scheint eine sehr sympathische und vor allem selbstbewusste junge Dame zu sein. Zur damaligen Zeit gehörte bestimmt schon etwas Mut dazu, alleine ins Aufland zu gehen um dort zu arbeiten. Ihre Mutter wollte sie ja wohl auch lieber in der Nähe haben und hoffte auch immer noch auf eine Heirat. Aber Charlotte hatte ja bereits eine Anstellung als Lehrerin und wollte das wohl auch weiterhin machen. Ihre letzte Anstellung stand wohl unter keinem glücklichem Ende und ich bin gespannt ob wir darüber noch mehr erfahren.
    Sehr gut gefallen hat mir die Übernachtung in Dover und die Beschreibungen der Landschaft, der Wohnung, des Pups. Die Seance war schon etwas spannend und ich denke wir werden auch darüber noch mehr lesen.
    Ihre Ankunft in Chalk Hill war sehr interessant. Das Herrenhaus und die Dienstboten sind schon etwas besonderes. Das die Dienstboten Charlotte gegenüber noch vorsichtig sind ist wohl nicht unüblich. Sie ist die Neue und man muss sich erstmal beschnuppern. Ich denke Nora befürchtet wohl jetzt überflüssig zu sein und ist daher nicht sehr nett zu Charlotte. Emily ist ein artiges Mädchen, dass wohl sehr an ihrem Vater hängt. Kein Wunder, da sie ihre Mutter erst vor kurzem verloren hat. Der aber scheint sich leider nicht so sehr für seine Tochter zu interessieren, außer dass sie eine gute Erziehung erhält. An Wärme lässt er es leider mangeln.


    Der Fluss scheint jetzt schon für Charlotte verboten, zumindest darf sie nicht mit Emily dort spazieren gehen. Schon der Kutscher hat ja erschrocken auf Charlottes Fragen reagiert und Emilys Vater erst recht. Er scheint auch Wilkins deshalb in die Schranken zu weisen, denn er war es doch bestimmt, der diesen so angeschrien hat. Jetzt bin ich richtig auf die Geschichte mit oder über den Fluss neugierig.


  • Sehr gut gefallen hat mir die Übernachtung in Dover und die Beschreibungen der Landschaft, der Wohnung, des Pups. Die Seance war schon etwas spannend und ich denke wir werden auch darüber noch mehr lesen.


    Die Beschreibungen gefallen mir auch unheimlich gut. Auch als sie auf Chalk Hill ankommt, konnte ich mir das Herrenhaus und die Umgebung so toll vorstellen.


    LG Karin

  • Hallo ihr Lieben, Hallo Susanne!


    Ich freue mich sehr auf diese LR und nach dem ersten Abschnitt noch mehr, ich bin direkt gut reingekommen und würde am liebsten den ganzen Abend weiter lesen, aber ich werde mich Beherrschen können. Für mich ist das erste Buch von Susanne aber ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher das es nicht das letzte ist.


    Der Prolog hat einen ja schon in die richtige Stimmung versetzt, so schön bildlich geschrieben und ein wenig schaurig.
    Charlotte ist mir ziemlich sympathisch, ich mag das sie direkt sein kann aber auch weiß wann besser nicht, und ihren Mut in ein anders Land zu reisen um viele Erfahrungen zu sammeln. Auch das Bild was sie von sich und ihre Arbeit als Hauslehrerin hat gefällt mir.
    Ihre Ankunft fängt ja schon gut an als der Zug ausfällt, zum Glück begegnet sie direkt nette Menschen die sich Kümmern, nur was verbirgt die Mrs. Ingrim, und was ich mich frage was sie bei Charlotte zum Schluss bemerkt hat, aber es dann doch nicht sagt.
    Ah neugierig!!!


    Spiritistische Sitzungen scheinen ja zu Zeit sehr beliebt zu sein, nicht nur im Haus von Mrs. Ingrim, auch Ashdown hat es schon probiert und Bekannte von ihm tuen es auch, wusste gar nicht das es damals (bzw. überhaupt) so viele gibt die sich damit beschäftigen und daran glauben.


    Die Landschaft, die Dörfer, Gebäude, Flüsse und Wege, einfach alles ist so herrlich beschrieben ich hab es direkt vor Augen, und würde am liebsten direkt dort hin. Auch Charlottes Turmzimmer, was für ein Traum. schwärm


    Sir Andrew kann ich noch nicht wirklich einschätzen, er ist ein wenig kühl, genau so wie das Verhältnis zu seiner Tochter, was sehr schade ist, aber für die damalige Zeit bestimmt nicht ungewöhnlich. Vielleicht ist er auch so wegen dem Verlust seiner Frau. Aber seine Tochter ist ja wohl zuckersüß, die habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Würde ja genauso wie Charlotte gerne wissen was sie für eine Krankheit hatte.


    Das komische Verhältnis zwischen Charlotte und des Kindermädchen ist schade, ich kann verstehen das Sir Andrew sie noch da behält. Bin gespannt wie es zwischen den beiden weiter geht. Zickenkrieg?


    Der Kutscher hat ja anscheinend direkt eine Abreibung bekommen dafür das er Charlotte über den Weg am Fluss erzählt hat, hat das was mit dem Tod von Sir Andrews Frau zu tun, bis her wissen wir ja nur das sie Tod ist, aber nicht wie/warum.

  • Hallo zusammen,


    ich habe auch von Anfang an gleich sehr gut in das Buch hineingefunden. Der Prolog hatte mich schon gleich gefangen mit seiner besonderen etwas düsteren Stimmung. Vielleicht erleben wir hier Emilys Mutter kurz bevor sie starb, zumindest kam mir dieses Bild immer wieder in den Sinn, wenn von der Verstorbenen die Rede war. Allerdings war sie hier nicht am Fluss unterwegs, sondern im Wald, und nach der Reaktion von Emilys Vater wird wohl der Fluss für ihren Tod verantwortlich gewesen sein. Aber das Rätsel wird sich lösen, ich mache mir nur immer gerne Gedanken über einen Prolog, besonders, wenn er so geheimnisvoll ist, wie dieser.


    Charlotte ist mir wie euch anderen auch gleich sympathisch gewesen. Ihre souveräne und herzliche Art haben mir gleich imponiert. Toll, wie sie bisher mit Emily umgeht und auch wie umsichtig sie sich Noras feindlicher Art entgegenstellt und sich nicht gleich verunsichern lässt, als diese ihre Anweisungen, z. B. das Frühstück, umgeht. Ihre Pläne und Ansichten über ihr Zusammenleben und ihre Arbeit mit Emily finde ich richtig schön und ich kann mir gut vorstellen, dass es eine schöne Zeit für sie werden könnte und auch Emily davon profitieren könnte. Aber gleichzeitig habe ich auch ein ungutes Gefühl, nicht nur wegen Nora. Emilys Vater ist mir bisher recht unsympathisch und er wirkt nicht gerade feinfühlig. Den Hunger nach einem Zeichen der Liebe, den seine Tochter in seiner Anwesenheit zeigt, bemerkt er gar nicht oder ignoriert ihn und fordert stattdessen nur Leistung von ihr. Sehr traurig und ich hätte ihn hier schütteln und boxen können. >:( Ein ungutes Gefühl macht mir auch der Kutscher, der aufgrund seiner Plauderei vom Herrn wohl eine ziemliche Abfuhr kassiert hat. Ich hoffe, er gibt nicht Emily die Schuld, aber sein Verhalten lässt das ein bisschen vermuten. Dabei hat sie das ja nicht in böser Absicht erwähnt, aber es macht sie bestimmt nicht gerade beliebt. Und sie hat ja vorher noch überlegt, dass sie sich ihren Platz auch vor den Dienstboten erst noch festigen muss. Auf jeden Fall erahnt man eine ungute Stimmung auf diesem Anwesen, irgendwie ist sie vergiftet und überschattet vom Tod der Frau. Ich bin gespannt, welche Seiten Emilys Vater noch zeigen wird. Er spricht immer davon, dass seine Tochter ja schlechte Träume wegen des Todes ihrer Mutter haben kann, aber was ist mit ihm selbst? Wie sieht es da mit der Verarbeitung aus? Wie war wohl sein Verhältnis zu seiner Frau? Was hat zu ihrem Tod geführt? ... Ich fürchte, Charlotte braucht noch viel Kraft und Nerven.


    Ja, mir geht es auch so, dass ich die Umgebung gut vor mir gesehen habe. Alles ist so schön detailliert und liebevoll beschrieben. Und das Turmzimmer ist der Knaller! Das hätte ich auch gerne! :)


    Der Sprung drei Jahre zurück in die Vergangenheit zu Thomas, dem Theaterkritiker, ist mysteriös. Was ist da die Verbindung zur aktuellen Geschichte? Offensichtlich wohl diese seltsamen Sitzungen, wie sie Charlotte ja bei ihrer Pensionswirtin beobachtet hatte. Wird er eine direkte Verbindung zu Emilys Mutter sein? Wann ist sie nochmal gestorben?


    Ich fühle mich richtig wohl mit der Geschichte und freu mich aufs weiterlesen. :)


  • Ihre Ankunft fängt ja schon gut an als der Zug ausfällt, zum Glück begegnet sie direkt nette Menschen die sich Kümmern, nur was verbirgt die Mrs. Ingrim, und was ich mich frage was sie bei Charlotte zum Schluss bemerkt hat, aber es dann doch nicht sagt.
    Ah neugierig!!!


    Hier bin ich auch sehr gespannt drauf. Ich mag es gerne, wenn so geheimnisvolle Andeutungen gemacht werden.


    LG Karin


  • Der Sprung drei Jahre zurück in die Vergangenheit zu Thomas, dem Theaterkritiker, ist mysteriös. Was ist da die Verbindung zur aktuellen Geschichte? Offensichtlich wohl diese seltsamen Sitzungen, wie sie Charlotte ja bei ihrer Pensionswirtin beobachtet hatte. Wird er eine direkte Verbindung zu Emilys Mutter sein? Wann ist sie nochmal gestorben?


    Das mit den 3 Jahren Unterschied fand ich auch mysteriös. Mal sehen wie da die Fäden dann zusammen laufen. Aber irgendwann werden sich Charlotte und Thomas ja begegnen, so der Klappentext. Fragt sich nur wie und wann...

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Aber irgendwann werden sich Charlotte und Thomas ja begegnen, so der Klappentext. Fragt sich nur wie und wann...


    Hmmmm, na gut.... Ich lese ganz bewusst schon lange keine Klappentexte mehr, direkt bevor ich ein Buch anfange und auch vor Leserunden nicht, weil sie meist zu viel verraten. Ich bleibe lieber im Ungewissen und lasse mich überraschen.

  • Hallo ihr Lieben und ganz besonders Susanne, :winken:


    Ich habe auch direkt in das Buch reingefunden und es gefällt mir bisher sehr gut.


    Der Prolog ist schon sehr unheimlich, erleben wir hier Lady Ellens letzte Minuten? Ist ihr tatsächlich jemand gefolgt?


    Charlotte gefällt mir sehr gut, sie scheint ein gesundes Selbstbewußtsein zu haben und ich hoffe, daß sie ihre Stellung im Hause festigen kann. Das war mir bisher gar nicht bewußt, daß eine Gouverante zwischen der Herrschaft und den Dienstboten steht, das ist bestimmt keine leichte Situation. Ich hoffe, daß sie mit Nora bald besser auskommt, da ich das Gefühl habe, daß Nora wirklich an Emily etwas liegt. Und auch Emily wird ein besonderes Vertrauen zu Nora haben, weil sie sie schon so lange kennt. Charlottes Verhalten Nora gegenüber finde ich nicht ganz so toll, wie sie bei ihrem ersten Zusammentreffen Nora etwas abwertend als einfaches Mädchen vom Lande bezeichnet. Gut Nora, verhält sich auch etwas kontraproduktiv - seufz, diese ganzen Rang- und Etikettegeschichten waren einfach etwas anstrengend.
    Anfangs war ich etwas verwundert, daß sich Engländer eine deutsche Gouverante suchen, aber dann wird klar, daß deutsche Gouvernanten aufgrund ihrer besseren Qualifikation beliebt sind.


    Die Landschaftsbeschreibungen gefallen mir auch sehr gut, ich hatte beim Lesen direkt die passenden Bilder im Kopf. Besonders schön stelle ich mir Charlottes Turmzimmer vor, das macht einen sehr heimeligen Eindruck. Wobei es mich schon gewundert hat, daß Sir Andrew ihr das Jugendzimmer seiner verstorbenen Frau zuweist, ich hätte eher erwartet, daß er das Zimmer unangetastet läßt. Aber was seine verstorbene Frau angeht, liegt sowieso noch vieles im Geheimen. Ich bin gespannt, was wir hier noch alles erfahren werden.


    Ebenso bin ich darauf gespannt, warum Charlotte unbedingt Deutschland verlassen wollte, es werden Wunden erwähnt, die in ihrer Heimat nicht verheilt wären, auch hier bin ich gespannt, um was für Gründe es sich dabei handeln wird. Es scheint nichts mit ihrer Familie gewesen zu sein, evtl. etwas mit ihrer letzten Beschäftigung oder eine unglückliche Liebschaft? Es muß sie jedenfalls ziemlich aus der Bahn geworfen haben, denn sonst macht sie ja keinen so erschrockenen Eindruck. Es gehört auch eine Menge Mut dazu, alleine in ein fremdes Land überzusiedeln, ohne zu wissen, was sie erwarten wird - jedenfalls zur damaligen Zeit. Und dann kommt der Zug gleich an ersten Tag nicht an - da hätte ich auch direkt Angst gehabt, wie gut das bei meinem neuen Arbeitgeber ankommt, aber dafür hat Sir Andrew glücklicherweise Verständnis.


    Emily mag ich auch gerne, sie scheint schnell Vertrauen zu fassen. Süß finde ich, wie sie Charlotte anvertraut, daß sie ein wenig Angst vor ihr hatte - hätte ich in dem Alter wohl auch gehabt, wenn mir mein Vater erzählt hätte, daß nun Schluß mit lustig ist ;D Ich habe das Gefühl, Charlotte kann es ganz gut mit Emily. Aber mir tut das Kind auch sehr leid, da sie unter Alpträumen zu leiden scheint.


    Dann gibt es noch den Erzählstrang um Tom Ashdown, der zeitlich vor Charlottes Ankunft in Dorking liegt. Er scheint der Journalist zu sein, der lt. Klappentext mit Charlotte versucht, das Geheimnis um Lady Ellen zu lösen. Ich bin nun gespannt, wie sich sein und Charlottes Weg kreuzen werden.


    Sir Andrew ist schwer einzuschätzen: er kann freundlich und charmant sein, aber wenn es um den Tod seiner Frau geht, dann mauert er total. Ist das wirklich eine überwältigende Trauer oder auch Schuldgefühle? Weiß er mehr, als er sagt? Auch sein Verhalten, was den Fluß Mole angeht, ist seltsam; ich kann verstehen, daß er nicht möchte, daß Emily mit Charlotte dort spazierengeht, aber daß er Wilkins deswegen so zusammenstaucht, nur weil dieser erwähnt hat, daß es am Fluß schöne Wanderwege geben würde, ist komisch. Und auch was Emilys Krankheiten anbetrifft, verhält er sich komisch. Glaubt er nicht wirklich an diese Krankheiten? Man könnte fast den Eindruck gewinnen, oder ist es ihm unangenehm darüber zu sprechen? Aber in seinem Hobby der Botanik schient Sir Andrew ziemlich aufzugehen.


  • Mit Sir Andrew kann ich bis jetzt noch nicht viel anfangen, er verhält sich viel zu kalt und distanziert seiner Tochter gegenüber. Ich frage mich warum? Erinnert ihn Emily vielleicht äußerlich an seine verstorbene Frau oder weiß er einfach nicht wie er sich ihr gegenüber jetzt verhalten soll?


    Ich kann ihn im Moment ebenfalls überhaupt nicht einschätzen - als Politiker ist er darin sicherlich geübt, sich nicht in die Karten sehen zu lassen.



    Die Geschichte ist für mich sehr spannend, verbunden durch die spirituellen Sitzungen, die ja hier sehr gehäuft auftreten. Ich habe noch nie einen Roman über spirituelles gelesen und finde es sehr interessant. Ich würde mich sowas jedenfalls nie trauen. :)
    Ich vermute, dass Emily`s Mutter keines natürlichen Todes gestorben ist. Vielleicht hängen die Sitzungen damit zusammen? Vielleicht wurde sie dadurch in den Selbstmord getrieben und ist im Fluß ertrunken? Und Emily hat etwas mitbekommen?


    Dieser Hauch von Übersinnlichen finde ich auch sehr gelungen und gibt dem ganzen etwas geheimnisvolles. Daran, daß Lady Ellen vielleicht auch an Sitzungen teilgenommen hat, habe ich noch gar nicht gedacht, dabei könnte das gut sein, diese Seancen scheinen damals in Mode gekommen zu sein.



    Sehr geschicht, wie sie immer Charlottes Fragen ausweicht.


    Ja, das macht Emily sehr raffiniert.

  • Susanne :
    Vielen Dank für die tollen Bilder - sie sehen sehr schön aus, nun freue ich mich noch mehr auf unseren ersten England-Aufenthalt nächstes Jahr :winken:



    Allerdings war sie hier nicht am Fluss unterwegs, sondern im Wald, und nach der Reaktion von Emilys Vater wird wohl der Fluss für ihren Tod verantwortlich gewesen sein. Aber das Rätsel wird sich lösen, ich mache mir nur immer gerne Gedanken über einen Prolog, besonders, wenn er so geheimnisvoll ist, wie dieser.


    Stimmt, der Fluß wird hier nicht erwähnt.



    Auf jeden Fall erahnt man eine ungute Stimmung auf diesem Anwesen, irgendwie ist sie vergiftet und überschattet vom Tod der Frau. Ich bin gespannt, welche Seiten Emilys Vater noch zeigen wird. Er spricht immer davon, dass seine Tochter ja schlechte Träume wegen des Todes ihrer Mutter haben kann, aber was ist mit ihm selbst? Wie sieht es da mit der Verarbeitung aus? Wie war wohl sein Verhältnis zu seiner Frau? Was hat zu ihrem Tod geführt? ... Ich fürchte, Charlotte braucht noch viel Kraft und Nerven.


    Das beschreibt es sehr gut mit der vergifteten Stimmung. Ja, wie Andrew mit seiner Trauer umgeht, das würde mich auch interessieren, er läßt hier überhaupt nichts nach außen dringen.

  • Das beschreibt es sehr gut mit der vergifteten Stimmung. Ja, wie Andrew mit seiner Trauer umgeht, das würde mich auch interessieren, er läßt hier überhaupt nichts nach außen dringen.


    Sir Andrew ist wirklich sehr undurchsichtig. Mir kommt er so als richtiger Perfektionist vor, bei Emily besteht er auch nur auf Leistung. Ich bin mir gar nicht so sicher, dass er ein gutes Verhältnis zu seiner Frau hatte. Vielleicht konnte sie seine hohen Erwartungen nicht erfüllen.


    LG Karin

  • So, auch ich bin nun dabei und schon ganz in die Geschichte eingetaucht.


    Charlotte wirkt sehr sympathisch. Sie ist selbstbewusst und intelligent und sucht sich ihren eigenen Weg, soweit das als Frau damals möglich war.
    Natürlich bin ich neugierig, was sie veranlasst hat, Deutschland den Rücken zu kehren und in England ein ganz neues Kapitel aufzuschlagen!


    Emily scheint ein sehr liebes Kind zu sein, aber offensichtlich hat sie auch Probleme, die früheren gesundheitlichen Schwierigkeiten, nun die Alpträume.
    Schade, dass ihr Vater ihr gegenüber so distanziert und kalt ist. Erinnert sie ihn zu sehr an seine verstorbene Frau, kann er deswegen keine Nähe zu ihr aufbauen, weil es ihm zu wehtut? Oder steckt da noch etwas ganz anderes dahinter?
    Ich mag ihn noch nicht so richtig, er ist mir zu herrisch und kalt. Anscheinend hat er ja den Kutscher zur Schnecke gemacht, weil der Charlotte Spaziergänge am Fluss empfohlen hat.
    Wurde eigentlich schon erwähnt, wie Emilys Mutter ums Leben kam? Könnte es sein, dass sie ertrunken ist? Aber das wüsste der Kutscher doch dann wahrscheinlich und hätte diesen Weg nicht gerade empfohlen...


    Die Schwierigkeiten mit dem Kindermädchen Nora werden hoffentlich nicht in einen richtigen Krieg ausarten, Emily braucht wohl alle Freundinnen, die sie in diesem Haus haben kann, so wie ihr Vater sich benimmt. Hoffentlich erkennt Nora bald, dass Charlotte zwar schon eine Konkurrenz für sie ist, aber vor allem gut für Emily sein wird.


    Den Abschnitt mit diesem Thomas kann ich noch nicht so recht einordnen, das spielt ja etwas früher.
    Aber er ist schon ein merkwürdiger Zufall, dass die Schwägerin seines Freundes sich mit Seancen beschäftigt, ebenso wie die Wirtin, bei der Charlotte die eine Nacht verbracht hat...


  • Sir Andrew ist wirklich sehr undurchsichtig. Mir kommt er so als richtiger Perfektionist vor, bei Emily besteht er auch nur auf Leistung. Ich bin mir gar nicht so sicher, dass er ein gutes Verhältnis zu seiner Frau hatte. Vielleicht konnte sie seine hohen Erwartungen nicht erfüllen.


    Für mich wirkt es auch fast so als wenn Emilys Mutter dem Leistungsdruck nicht mehr standhalten konnte. Vielleicht hat sie sich gesellschaftlich auch nicht so eingefügt wie sie sollte, denn als Politiker muss man sicher an Gesellschaften teilnehmen und da gehört ja auch immer die Ehefrau an dessen Seite...

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)