01 - Anfang bis Kapitel 5 (bis Seite 83)

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  • Hallo Zusammen :winken:


    Ich habe nun auch den ersten Abschnitt gelesen und bin mir schon jetzt sicher, dass ich dieses Buch lieben werden. Die Geschichte, die Figuren, das Geheimnisvolle und dann das alles auch noch in England (ich liebe England :herz:) machen das Buch für mich schon jetzt zu etwas Besonderem. :)


    Charlotte ist mir schon sehr sympathisch. Ich finde sie sehr mutig. Sie lässt ihr altes Leben komplett hinter sich und wagt einen Neuanfang in einem für sie fremden Land. Was mag sie dazu bewogen haben? Es ist etwas vorgefallen; das kann man schon herauslesen, doch was genau ist passiert?


    Auch ihr Arbeitgeber wirkt auf mich noch nicht sehr vertrauenerweckend. Vordergründig scheint er ja durchaus sympathisch zu sein, aber er ist wohl ebenso streng und unerbittlich. Und es tut mir leid, wie er mit Emily umgeht. Die Szene am Tisch war schon irgendwie traurig. Interessiert es Sir Andrew wirklich nur, wie gut seine Tochter in der Schule ist?
    Obwohl ich meine, gehört zu haben, dass dieses Eltern-/Kinder- Verhältnis zu der Zeit damals gar nicht mal so außergewöhnlich war. Man hatte Kindermädchen und Hauslehrer, die sich um die Kinder kümmerten, irgendwann kamen sie vielleicht ins Internat - da konnte sich vermutlich gar keine wirkliche innige Bindung aufbauen.
    Oder liegt es wirklich nur daran, dass Sir Andrews Frau gestorben ist? Trauert er noch so sehr, dass ihm alles andere egal ist? Ich muss zugeben, dass er mir bisher nicht sehr traurig vorgekommen ist.


    Und was mag mit Emilys Mutter geschehen sein? Was hat der Fluss damit zu tun?
    Und wie kommt Tom ins Spiel? Auch er hat seine Frau verloren.
    Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt und werde gleich weiterlesen! :lesen:


  • Schön beschrieben fand ich jedenfalls die Überfahrt nach Dover, die ich selbst auch schon zwei Mal machen durfte, daher konnte ich mir das richtig gut vorstellen


    Oh ja, ich auch! Die Klippen sind wirklich beeindruckend, ebenso wie Dover Castle!
    Als ich das gelesen habe, habe ich richtig Fernweh bekommen und musste gleich an unseren letzten Urlaub in England denken. :herz:

  • Hallo liebe Mitleserinnen, hallo liebe Susanne,


    vorhin habe ich es mir endlich gemütlich gemacht und mit der Lektüre begonnen - genau die richtige, wie ich finde, denn der erste Abschnitt hat für mich echt Wohlfühlcharakter! Mir ist Charlotte Pauly sofort sympathisch gewesen: sie ist eine intelligente, weltoffene und sehr freundliche junge Frau, die auch etwas Geheimnisvolles mitbringt, denn es liest sich schon ein bisschen so, als hätte sie die Flucht ergriffen. Doch vor wem? Einem Mann? Jedenfalls finde ich ihren Schritt, sich über den Ärmelkanal zu wagen, sehr mutig! Besonders gut gefallen haben mir dabei ihre ersten Beobachtungen und Eindrücke, weil sie bei mir das Gefühl schaffen, ich würde mit ihr gemeinsam nach Chalk Hill reisen… Und dann diese mysteriösen Kleinigkeiten, die sich häufen: warum ist Sir Andrew Clayworth so reserviert? Warum geht er gleich nach dem ersten Gespräch mit Charlotte in die Remise und brüllt offensichtlich Wilkins, den Kutscher, an? Dieser war wirklich freundlich zu Charlotte und hat ihr eine kleine Einführung in die Landschaft rund um Chalk Hill gegeben… Also was hat es mit dem Fluss Mole auf sich? Ist Lady Ellen Clayworth ertrunken? Und warum ist der Hausherr so gefühlskalt gegenüber seiner kleinen Tochter? Gibt er ihr womöglich die Schuld? Oder sieht er "nur" seine Frau in ihr und tut sich deshalb schwer, sie beim Essen anzusehen und mit ihr liebevoll umzugehen?
    Emily gefällt mir jedenfalls: sie leidet unter dem Verlust der Mutter, sicherlich, aber sie ist im Grunde ein aufgewecktes, nettes Mädchen. Vor allem beim Spaziergang ins Dorf taut sie richtig auf… War sie etwa dabei als ihre Mutter gestorben ist?
    Die Haushälterin und das Kindermädchen hingegen sind mir irgendwie noch nicht ganz geheuer. Warum ist Mrs. Evans schon bei der Begrüßung Charlottes so unterkühlt und warum sieht Nora eine solche Konkurrenz in der deutschen Gouvernante? Ist das nur Unsicherheit, weil eine neue Angestellte im Haus ist, die zudem über ihnen steht, oder steckt da womöglich etwas anderes dahinter? Die Atmosphäre ist jedenfalls nicht sonderlich großartig, aber Charlotte schlägt sich wirklich wacker und sieht vor allem das Mädchen, um das sie sich kümmern soll. Und auch andere Begegnungen sind durchaus hoffnungsvoll: der Pfarrer beispielsweise scheint wirklich freundlich und aufgeschlossen zu sein.
    Dann ist da noch der kleine Einschub mit Tom, der zwei Jahre vor der eigentlichen Handlung spielt. Warum, darauf kann ich mir noch keinen Reim machen - aber ich bin sehr gespannt, was die beiden zusammenführen wird!


    Wie alt schätzt Ihr Charlotte eigentlich? Sie hat ja doch auch Erfahrung in ihrem Beruf… Vielleicht Mitte zwanzig?


    So, nun lese ich erstmal Eure Eindrücke und dann freue ich mich schon darauf, weiterzulesen.


    Liebe Grüße
    dubh

  • Hallo zusammen!



    Beim Lesen musste ich auf Anhieb an Rebecca denken, so wie das Haus und die Herrschaften beschrieben worden sind.


    Entschuldige bitte, aber wer ist Rebecca? Ist das ein anderer Roman oder eine TV-Serie?



    Der Prolog hatte mich schon gleich gefangen mit seiner besonderen etwas düsteren Stimmung. Vielleicht erleben wir hier Emilys Mutter kurz bevor sie starb, zumindest kam mir dieses Bild immer wieder in den Sinn, wenn von der Verstorbenen die Rede war. Allerdings war sie hier nicht am Fluss unterwegs, sondern im Wald, und nach der Reaktion von Emilys Vater wird wohl der Fluss für ihren Tod verantwortlich gewesen sein.


    Den Eindruck, dass es sich bei der Frau im Prolog um Emilys Mutter handeln könnte, hatte ich auch. Sie ist auf Chalk Hill groß geworden, deshalb passt auch die Andeutung, dass sie den Wald wie ihr Zuhause kennt. Und wenn ich die Szene mit Wilkins richtig im Kopf habe, dann erwähnt er auch, dass der Fluss hinter dem Wald ist… Und lichten sich die Bäume im Prolog nicht wieder? Hm, ich bin sehr gespannt.


    Zitat

    Ein ungutes Gefühl macht mir auch der Kutscher, der aufgrund seiner Plauderei vom Herrn wohl eine ziemliche Abfuhr kassiert hat. Ich hoffe, er gibt nicht Emily die Schuld, aber sein Verhalten lässt das ein bisschen vermuten. Dabei hat sie das ja nicht in böser Absicht erwähnt, aber es macht sie bestimmt nicht gerade beliebt.


    Hoffentlich bleibt es bei dieser kleinen, kurzen "Verstimmung" und Wilkins wird nicht auch noch böse gegenüber Charlotte. Denn ansonsten scheint er mir - gemeinsam mit dem Hausmädchen - der Einzige der Angestellten zu sein, der nicht unfreundlich an Charlotte herantritt.


    Zitat

    Und sie hat ja vorher noch überlegt, dass sie sich ihren Platz auch vor den Dienstboten erst noch festigen muss. Auf jeden Fall erahnt man eine ungute Stimmung auf diesem Anwesen, irgendwie ist sie vergiftet und überschattet vom Tod der Frau. Ich bin gespannt, welche Seiten Emilys Vater noch zeigen wird. Er spricht immer davon, dass seine Tochter ja schlechte Träume wegen des Todes ihrer Mutter haben kann, aber was ist mit ihm selbst? Wie sieht es da mit der Verarbeitung aus? Wie war wohl sein Verhältnis zu seiner Frau? Was hat zu ihrem Tod geführt? ... Ich fürchte, Charlotte braucht noch viel Kraft und Nerven.


    Das fürchte ich auch! Deine Frage nach dem Verhältnis zwischen Sir Andrew und Lady Ellen ist jedenfalls interessant! Vielleicht war deren Tod gar kein Unfall oder Selbstmord, sondern ein Mord? Ob der Hausherr etwas damit zu tun haben könnte?


    Zitat

    Der Sprung drei Jahre zurück in die Vergangenheit zu Thomas, dem Theaterkritiker, ist mysteriös. Was ist da die Verbindung zur aktuellen Geschichte? Offensichtlich wohl diese seltsamen Sitzungen, wie sie Charlotte ja bei ihrer Pensionswirtin beobachtet hatte. Wird er eine direkte Verbindung zu Emilys Mutter sein? Wann ist sie nochmal gestorben?


    Soweit ich es verstanden habe, zu Beginn des Jahres in dem Charlotte auf Chalk Hill eintrifft. Das würde auch wieder zum Prolog passen, denn der spielt ja auch im (ausgehenden?) Winter…


    Liebe Grüße
    dubh

  • Ach, ich Trottel! :-[ Du meintest vermutlich "Rebecca" von Daphne Du Maurier, oder?


    Ja genau das meinte ich. Ach was nichts Trottel, das hätte ich ja ruhig mal dazu schreiben können... :trost:

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Tom Ashdown habe ich doch tatsächlich mit Sir Andrew verwechselt und war tatsächlich der Meinung, wenn er an seine verstorbene Frau denkt, meint er damit Emilys Mutter :-[ Ich habe mich schon sehr über euch gewundert, bis ich dann meinen Fehler bemerkt habe. Aber jetzt hab ichs ::)


  • Mitte zwanzig trifft es gut. So habe ich sie mir gedacht - noch jung, aber schon mit einer gewissen Lebenserfahrung.


    Mitte zwanzig habe ich auch getippt.
    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Menschen zu der Zeit früher "erwachsen" waren als wir heute. Sie mussten ja, wenn ich richtig informiert bin, schon in sehr frühen Jahren anfangen zu arbeiten und hatten nicht die Freiheiten, die wir heute haben.
    Charlotte kommt mir auf jeden Fall auch schon recht reif vor für ihr Alter.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen