09 - Seite 375 bis Ende (Kapitel "Nebel: von "Müssen es wirklich" bis Ende)

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  • das Ende hat mir auch gut gefallen,


    :freu:



    Im ersten Moment überraschend, weil so lange und intensiv, war das Gespräch zwischen Bren und Lisanne. Die beiden Gegner haben hier ja ein richtig gutes "Abschlussgespräch" geführt


    Dieser Dialog hat im letzten Redaktionsdurchgang die stärkste Erweiterung erfahren. Meine Lektorin und ich waren der Meinung, dass wir hier die Verbindung der drei Bücher untereinander aufzeigen sollten - Lisannes Ausführungen zu Helion waren zunächst nicht enthalten. Rückblickend bin ich aber froh, dass wir sie ergänzt haben, denn so habe ich das Gefühl, die Trilogie in ihrer Gesamtheit abgerundet zu haben.



    Im Prinzip wird das Bild von Kiretta ihn "lebendig" halten, aber eher vom Verstand her, glaube ich. Würde er sich Kiretta und die Erinnerungen an sie nicht bewusst bewahren wollen, so glaube ich schon, dass er mit der Zeit aufhören würde, an sie zu denken.


    Die Frage ist, inwiefern etwas so statisches wie eine Erinnerung, die ja immer weiter in der Vergangenheit zurückbleibt, während ein Osadro durch die Ewigkeit schreitet, diesen am Leben halten kann. Mit dem Hass auf Lisanne hat er etwas, das seine Gefühle - wenn auch negative - immer wieder anstacheln wird.



    Besonders stark fand ich immer wieder die Momente, in denen die Schatten ihre Finsternis konsequent demonstrierten. Nicht, weil ich ihr Verhalten toll finde,


    Nein, Dir würde natürlich niiiiiiiemand Sympathien für die Finsternis unterstellen. ;)


    Es hat mir dabei sehr gut gefallen, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu erfahren, vor allem, weil ich dabei selbst unterschiedliche Positionen eingenommen habe und erschreckenderweise sogar zwischenzeitlich mal Sympathien oder zumindest Faszination für den ein oder anderen Schatten entwickeln konnte.


    In Bezug auf die Perspektiven unterscheidet sich Knecht ja von Feind und Herr: In Knecht erleben wir die komplette Geschichte aus Brens Sicht. Hier wollte ich intensiv vermitteln, wie es sich anfühlt, als Mensch im Reich der Schatten zu leben. Bei Feind und Herr ging es mir eher um die Welt bzw. die Gesellschaft der Schattenherren als Ganzes, die ich aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen wollte.



    Aaaaaaalso - es gibt sehr wohl noch einen guten Grund für eine Fortsetzung, da noch eine Perspektive fehlt. ... Was noch fehlt sind die Fayé. Ihren Blickwinkel haben wir noch nicht abgearbeitet, es muss also noch ein Buch her.


    Schauen wir uns erst einmal den Schattenkult an. Danach habt Ihr vielleicht andere Prioritäten ... ;)


  • Nein, Dir würde natürlich niiiiiiiemand Sympathien für die Finsternis unterstellen. ;)


    :P



    In Bezug auf die Perspektiven unterscheidet sich Knecht ja von Feind und Herr: In Knecht erleben wir die komplette Geschichte aus Brens Sicht. Hier wollte ich intensiv vermitteln, wie es sich anfühlt, als Mensch im Reich der Schatten zu leben. Bei Feind und Herr ging es mir eher um die Welt bzw. die Gesellschaft der Schattenherren als Ganzes, die ich aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen wollte.


    Ja, in Knecht war beim Lesen, gerade im Unterschied zu Feind, die Nähe zu einer einzelnen Person deutlich spürbarer geworden. Man ist mit diesem Blickwinkel einen großen Schritt tiefer in die Welt eingedrungen. Trotzdem war es für mich einer von drei Perspektivwechseln, die jetzt am Ende insgesamt gesehen das vollständige Bild zeigen, egal wie ausführlich die einzelnen Blickwinkel gezeigt wurden. Ich habe alle kennengelernt und habe das Gefühl, beim Lesen damit besonders gut in die Welt eingedrungen zu sein. :)

  • Ich bin auch fertig und darüber ziemlich traurig. Wirklich schade, dass es nicht noch einen Teil gibt. Das Ende war gut uns konsequent. Die Menschen zu schwach und mit ihnen die Götter, die Faye in Schranken verwiesen und die Schatten führen ihre üblichen Ränkespiele weiter. Sieg auf ganzer Linie.


    Ich frage mich die ganze Zeit folgendes: Nalaji hatte ja noch eine Aufgabe, die Fayekönigin vom Guten zu überzeugen. Gebracht hat es leider nichts außer das das ganze Volk nun emotional gefangen ist. Das Kind ist schließlich wichtig. Was wäre passiert, wenn es als Kind der Finsternis geboren wäre? Hätten sie mit ihm eine Chance gehabt, die Schatten zu besiegen? Wobei wir dann böse Schatten gegen dämonische Faye tauschen... auch nicht gut. Jedenfalls scheint diese gute Geburt vor dem Ende irgendwie als verschenkt. Ich kralle mich also an die netten Eltern Lisanne und Bren sowie an Bren´s Gedanken, dass er Kinder zukünftig Leid ersparen möchte. Vielleicht kann die Kleine doch behütet aufwachsen und mit ihr die Hoffnung, dass sich die Welt noch zum Guten dreht. Schließlich vereint sie göttliche Magie in sich und kann in den kommenden Jahren von den Schatten lernen. Hach....


    Für mich bleibt Band 2 das Lieblingsbuch. Es gab ein großes Abenteuer, fremde Welten, den Seelennebel (harhar) und Einblicke in Menschen und Schatten, die man wohl nicht wieder erleben wird. Es war Bren´s Heranwachsen, seine Werte, seine Liebe und damit der Grundstein für alles was folgt.


  • Ich frage mich die ganze Zeit folgendes: Nalaji hatte ja noch eine Aufgabe, die Fayekönigin vom Guten zu überzeugen. Gebracht hat es leider nichts außer das das ganze Volk nun emotional gefangen ist. Das Kind ist schließlich wichtig. Was wäre passiert, wenn es als Kind der Finsternis geboren wäre? Hätten sie mit ihm eine Chance gehabt, die Schatten zu besiegen?


    Das ähnelt einer Frage aus der Leserunde zu Feind. Dort handelt Helion grausam, als er Pepp ersticht. Viele in der Leserunde waren damals der Meinung, dass dieses grausame Handeln notwendig war, um anschließend die Schlacht um Guardaja gewinnen zu können. Wie sehr muss man selbst die Finsternis ins eigene Herz lassen, um gegen die Finsternis siegen zu können?
    Auch in Herr taucht diese Frage auf, Siérce spricht sie aus. Sie will von den Schatten lernen, um das Wenige zu retten, was von ihrem Volk nach der Zerstörung von Akene geblieben ist.
    Ist der einzige Weg, gegen die Finsternis zu bestehen, selbst zur Finsternis zu werden? - Dann würde die Finsternis in jedem Fall siegen, und vielleicht ist das auch die Erklärung dafür, warum die Schatten am Ende der Trilogie triumphieren.


  • Das ähnelt einer Frage aus der Leserunde zu Feind. Dort handelt Helion grausam, als er Pepp ersticht. Viele in der Leserunde waren damals der Meinung, dass dieses grausame Handeln notwendig war, um anschließend die Schlacht um Guardaja gewinnen zu können. Wie sehr muss man selbst die Finsternis ins eigene Herz lassen, um gegen die Finsternis siegen zu können?
    Auch in Herr taucht diese Frage auf, Siérce spricht sie aus. Sie will von den Schatten lernen, um das Wenige zu retten, was von ihrem Volk nach der Zerstörung von Akene geblieben ist.
    Ist der einzige Weg, gegen die Finsternis zu bestehen, selbst zur Finsternis zu werden? - Dann würde die Finsternis in jedem Fall siegen, und vielleicht ist das auch die Erklärung dafür, warum die Schatten am Ende der Trilogie triumphieren.


    Die Frage hatte ich auch kurz, aber mir ist klar geworden, dass dies wieder nur eine der Bosheiten des Autors ist eine sinnlose Hoffnung beim Leser zu erzeugen (und natürlich um am Ende einen Grund zu haben, Lisanne und Bren mit einem Kind auszustatten)


  • Ist der einzige Weg, gegen die Finsternis zu bestehen, selbst zur Finsternis zu werden? - Dann würde die Finsternis in jedem Fall siegen, und vielleicht ist das auch die Erklärung dafür, warum die Schatten am Ende der Trilogie triumphieren.


    Man müsste selbst zur Finsternis werden, sich aber im Inneren die alten Werte erhalten. Nur so könnte man die Spieß irgendwann herumdrehen.
    Und da das nicht funktioniert, bleiben die Schatten die Sieger. Es konnte nicht anders enden. :barbar:

  • Ach, wie schade. Irgendwie habe ich gerade ein Gefühl der Leere in mir. Klar habe ich schon öfter Trilogien (und Sagen, etc.) gelesen, die auch zum Ende gekommen sind, aber zwischen den Büchern lag immer eine längere Zeit, da konnte ich mich nicht so sehr in die Geschichte hineinleben wie jetzt. Wenn man so zurück denkt, kann man gar nicht glauben, wie viel Zeit wir in der Welt der Schatten verbracht haben, wie viele Charaktere wir kennengelernt und wieder verabschiedet haben, wie viele (meistens sehr, sehr unerwartete und überraschende) Szenen wir gelesen haben, und wie jetzt auf einmal alles zusammen passt. Ein "Hoch" für die Schattenherren-Trilogie - sie hat mir wirklich sehr gut gefallen.


    Aber jetzt zum letzten Abschnitt:


    Was für ein Ende. Klar hatte ich nicht mit einem Happy-End gerechnet (das wäre sehr übertrieben und unpassend gewesen), aber dass es so ausgeht... Schlecht war es auf jeden Fall nicht, nur irgendwie überraschend. Vor allem da ich eigentlich keine Idee hatte, wie die Trilogie ausgehen könnte. Aber es ging eigentlich genau so aus, wie man sich schon zu Beginn von "Feind" hätte denken können - die Schatten haben gesiegt.


    Bren ist unglücklich, das wird schnell klar. Aber jetzt kann er nichts mehr daran ändern. Zumindest nicht in diesem Buch. ;) Irgendwie verdient es er, so unglücklich zu sein, irgendwie tut er mir aber leid. Meine Meinung über Bren hat sich wirklich ständig geändert, und ich weiß immer noch nicht, wie ich ihn genau finden soll. Je weiter ich nachdenke, umso unklarer wird meine Entscheidung.


    Sehr gut hat mir auch gefallen, dass man ganz gut denken kann, wie es wohl weiter geht. Da wird man zwar nie so richtig sicher sein können, wie es denn wirklich weitergegangen ist, aber man kann sich alles weiterdenken. Und vielleicht auch Schöndenken. :) "Vielleicht werden die Schatten doch noch irgendwann schwächer..." Aber eigentlich hat mir die "Brutalität" sehr gut gefallen, es passt einfach. Übrigens habe ich noch nie ähnliche Bücher gelesen. Immer gab es irgendwie ein kleines Happy-End. Jedoch gefällt mir dieses "Nicht-Happy-End" einfach viel besser. Ich wiederhole mich, aber anders hätte es einfach nicht zur Geschichte gepasst. Die Schatten sind und bleiben stark, da kann niemand etwas dagegen machen, auch wenn sie sich verbünden.


    Tschüss, Schattenherren-Trilogie. War eine schöne Zeit mit dir. :winken:


  • Wenn man so zurück denkt, kann man gar nicht glauben, wie viel Zeit wir in der Welt der Schatten verbracht haben,


    Das ist mir auch durch den Kopf gegangen, als ich die Belegexemplare von Herr bekommen habe. Insgesamt bringen es Die Schattenherren auf etwa 1.200 Seiten - ein ganz schöner Wälzer, wenn die Trilogie in einem Band erschienen wäre.
    :lesen:



    Ein "Hoch" für die Schattenherren-Trilogie - sie hat mir wirklich sehr gut gefallen.


    Das freut mich!
    :freu:
    Mach aus Deinem Herzen keine Mördergrube - erzähle es weiter! :)



    Aber es ging eigentlich genau so aus, wie man sich schon zu Beginn von "Feind" hätte denken können - die Schatten haben gesiegt.


    Ja, aber so wie in jedem Paladin ein wenig Finsternis ist, ist auch in der Finsternis ein wenig Licht, wenn wir bedenken, dass Bren künftig wenigstens Kinder schonen will ... ;)



    Irgendwie verdient es er, so unglücklich zu sein, irgendwie tut er mir aber leid. Meine Meinung über Bren hat sich wirklich ständig geändert, und ich weiß immer noch nicht, wie ich ihn genau finden soll. Je weiter ich nachdenke, umso unklarer wird meine Entscheidung.


    :freu:
    Das freut mich, weil es für mich mit dem übereinstimmt, wie wir echte Menschen wahrnehmen. Sie sind eben komplex. Selbst wenn wir sie mögen, tun sie manchmal Sachen, die wir nicht gutheißen - das gilt ja sogar für uns selbst. Vermutlich hat jeder jemanden im Freundeskreis, bei dem alles gut ist, solange man nicht ein oder zwei bestimmte Themen anspricht. Wenn man sich darüber zu lange unterhält, gibt es Streit, aber wenn der Streit ein paar Tage zurückliegt, merkt man wieder, dass man sich eigentlich doch mag und schätzt. Diese Widersprüchlichkeit echter Personen ist etwas, das ich auch bei Romanfiguren schätze.



    Übrigens habe ich noch nie ähnliche Bücher gelesen.


    Ein Motiv, aus dem ich begonnen habe, zu schreiben, bestand darin, dass ich eine Vorstellung von einigen Geschichten (oder Arten von Geschichten) hatte, die ich gern lesen wollte, die ich aber nirgendwo fand. Also habe ich sie selbst geschrieben.



    Die Schatten sind und bleiben stark, da kann niemand etwas dagegen machen, auch wenn sie sich verbünden.


    Wer wissen möchte, worin die Stärke der Schatten wirklich begründet liegt (und das ist weder die Macht ihrer Heere noch die Magie der Osadroi), der wird in Schattenkult die schauerliche Wahrheit erahnen können. >:D



    Tschüss, Schattenherren-Trilogie. War eine schöne Zeit mit dir.


    :freu:


  • :totlach:


    Das war genau mein Gedanke! Da kamen bei mir gleich die lustigsten Szenen von alten Ehepaaren auf... :D


    Aber Mann, was für ein Ende. Nicht das Ende, das ich mir erhofft hatte, nicht das, was ich erwartet hatte und irgendwie nicht ganz zufriedenstellend. Ich hätte gerne mehr von den Fayé gelesen und außerdem wollte ich, dass alles über Lisanne rauskommt. Und jetzt wüsste ich einfach viel zu gerne, wie es mit Bren und Lisanne und dem Fayékind weitergeht. Und was unter dem neuen Schattenkönig noch alles anders wird. Aber an sich war das Ende ja stimmig, dass die Schatten siegen war schon irgendwie klar. Ich hätte nur eben gerne mehr Infos drumherum gehabt. ;)
    Dass Bren jetzt schon einsieht, dass er leer und gelangweilt ist, fand ich schade für ihn,aber er verdient es eben. Hätte er mal lieber die Schatten zu Fall gebracht. Dann wären wir jetzt zumindest glücklicher. :D


    Mir hat Knecht am besten gefallen, Feind und Herr teilen sich den zweiten Platz.


  • Und jetzt wüsste ich einfach viel zu gerne, wie es mit Bren und Lisanne und dem Fayékind weitergeht. Und was unter dem neuen Schattenkönig noch alles anders wird.


    Der Regisseur David Lynch wurde gefragt, warum er in seinen Filmen immer Raum für Spekulationen lässt. Er antwortete, dass dadurch der Zuschauer in besonderer Weise einbezogen werde. Zwar sind die Kernfragen der Geschichte beantwortet, aber jenseits davon träumt jeder Zuschauer den Film auf seine eigene Weise weiter und erhält damit seine ganz eigene Komplettierung der Story.
    So halte ich es auch gern mit meinen Büchern.

  • Mir gefällt das. Ich mag es gar nicht mehr so sehr, wenn am Ende alles bis ins letzte Detail aufgedröselt wird. Im Gegenteil, das nimmt einem alle Möglichkeiten, die man selbst sich gerne vorstellt. Ein bisschen Geheimnis und Unbestimmtheit hat doch einen besonderen Reiz. Mit Grauen denke ich z. B. an das Ende von Harry Potter. :o

  • Wenn ich es korrekt überblicke, sind nun alle im letzten Leseabschnitt angekommen, haben also die Wanderung durch die Schatten unbeschadet überstanden. :)
    Ich bedanke mich für das Interesse an meinem Roman und die interessanten Diskussionen inklusive Abschweifungen in teils philosophische Gefilde.
    Einige von Euch haben ja schon ein Fazit zur Leserunde geschrieben. Natürlich würde ich mich freuen, wenn auch die anderen noch ein Resümee ziehen könnten.
    Mir hat die Leserunde wieder viel Spaß gemacht. Ich freue mich schon jetzt darauf, Euch in ein paar Monaten bei der Erkundung des Schattenkults zu begleiten.
    :winken:

  • Suse

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