05 - Seite 177 bis 226 (Kapitel "Krieg")

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  • Das würde bedeuten, dass er auf eine überraschende Situation (plötzlich steht seine Mutter wieder vor ihm) zunächst damit reagiert, dass er sich Zeit zum Nachdenken nimmt. Im Grunde kein schlechter Zug, oder?


    Ja, das stimmt. Sich wegen einer Entscheidung über das unwichtige Schicksal eines Menschen erst noch länger Gedanken zu machen, ist wohl ziemlich unüblich.


    [quote author=Bernard]


    Wenn Ihr spekulieren würdet: Was denkt Ihr, wie viel % der Menschen in Ondrien können sich ein Leben ohne Kult und Schatten überhaupt vorstellen? Wie viele würden es anstreben? Und wie viele hätten den Mut zu einer Rebellion, wenn es nach einem Sieg der Menschen aussähe?


    Ich glaube, die %-Zahl der Menschen in Ondrien, die sich ein Leben ohne Schatten und Kult vorstellen könnten, würde recht niedrig sein, da haben die Schattenherren schon lange gute Vorarbeit geleistet, so daß die Menschen gar nichts anderes mehr kennen.
    [/quote]


    Ja, wenn die Menschen nichts anderes mehr kennen, wird es bestimmt immer schwieriger sich etwas anderes vorzustellen. Vor allem macht das Unbekannte ja wiederum auch Angst, selbst wenn das Bekannte ganz schrecklich ist. Anstreben würden es bestimmt eher diejenigen, die momentan sehr leiden und aus Erzählungen vielleicht noch etwas von früher wissen. Wer aus ganzem Herzen überzeugt ist, sich den Osadro opfern zu müssen, wird bestimmt nichts ändern wollen, also so jemand wie Quinné. Sie müsste man bestimmt in die Freiheit zerren und sie würde sich kräftig wehren und wüsste dann dort gar nichts mit sich anzufangen. Ich kann immer schlecht in Zahlen schätzen, aber ich glaube auch, es sind nicht so viele. Aber ich kann mir vorstellen, dass mehr den Mut haben würden, zu rebellieren, wenn erst einmal ein Anfang gemacht wäre und es sogar nach einem Sieg aussieht, als es zuvor noch Leute überhaupt angestrebt haben, weil es für sie sowieso ein sinnloser Gedanke war.

  • Ich bin auch da! :winken:


    Meine Lieblingsszene war ja irgendwie die Erschaffung der Insektenkrieger. Das war so schön gruselig. Mit sowas habe ich überhaupt nicht gerechnet. Aber klar, Schatten können noch viel mehr, als nur ein einfaches Heer aus Untergebenen aufstellen. Ich konnte auch Lisanne gut folgen, weil Bren es prima beschrieben hat. Also die Brücke zwischen zwei Welten und die Verlockungen usw.
    Waren die kleinen Insekten nur eine Vorhut oder hatten die einen Sinn? Die umzingelten ja die Faye und marschierten dann wieder durch die Löcher. Oder sorgten sie für Angst, damit die Hirne besser schmeckten? *harhar*


    Das mit der Mutter ist mir irgendwie suspekt. Als Mutter mag ich sie auch überhaupt nicht bezeichnen. Sie hat keine Gefühle für ihren Sohn, sondern es ist nur Unterwerfung für die Schatten. Da verstehe ich Bren ehrlich gesagt nicht. Klar... er wird sie wahrscheinlich weder töten noch lieben, er wird ihr auch nicht ins Gewissen reden können. Aber das sie ständig in seinem Gefolge mitreist, wäre mir zuviel. Soll er sie einfach wegschicken. Das wäre Strafe für sie und gleichzeitig Gnade (wobei sie das natürlich nicht so sieht, dafür müsste man menschlich denken).


    Zitat von Bernard

    Da wir nun auf der Hälfte der Geschichte angelangt sind, habe ich eine Frage an Euch: Wem gelten bislang Eure Sympathien? Steht Ihr auf Brens Seite oder auf Lisannes? Haltet Ihr den Ondriern die Daumen oder den freien Menschen? Haben vielleicht auch die Fayé ihre Fans? Was ist mit Nalaji und Kiretta? Oder Nebenfiguren wie Ehla, Jittara und Velon? Wenn Ihr einen dieser Namen lest - bei wem denkt Ihr: "Klasse, mal wieder was von dem zu hören" und bei wem lest Ihr schnell drüber, um rasch zum interessanteren Protagonisten vorzustoßen?


    Ich bin klar auf der Seite der Menschen bei Nalaji und Kiretta. Was sie aufbieten, sollte mit einem möglichen Neuanfang belohnt werden. Außerdem bewundere ich ihren Mut, den Seelennebel zu beschwören, um überhaupt einen Ausweg zu haben. Sie hätten es einfach verdient.


    Aber auch Bren mag ich unverändert. Er ist kein typischer Schattenherr, zeigt Gefühl, ist schlau und nicht zu unterschätzen. Er könnte doch mit Kiretta auf einem Schiff reisen oder sie immer in seiner Nebelgestalt besuchen. Ich finde schon, dass sie eine Zukunft hätten... keine normale, aber sie könnten es zu einer besonderen machen.


    Lisanne ist ein schillernder Charakter, aber mir immer noch zu unnahbar. Mit ihr kann ich nicht mitfiebern. Sie ist einfach da und macht Eindruck. Ich wäre nicht traurig, wenn sie stirbt. Aber es müsste ein bombastischer Abgang sein... einer Lisanne würdig. ;D


  • Waren die kleinen Insekten nur eine Vorhut oder hatten die einen Sinn? Die umzingelten ja die Faye und marschierten dann wieder durch die Löcher. Oder sorgten sie für Angst, damit die Hirne besser schmeckten? *harhar*


    Die Angst ist tatsächlich ein Faktor: Dieses Entsetzen hilft, die Grenze zu der Wirklichkeit zu zerreißen, aus der die neue Königin kommt.
    Es gibt aber einen weiteren Grund:

    Zitat


    Es war schon zu weit gegangen, um noch umzukehren, aber noch war es nicht wirklich, noch war es mehr Albtraum als Person. Es suchte noch nach einem Körper, einer Gestalt. Tastete über die Gaben, die dreizehn Hirne, die ihm dargebracht wurden. Es erfasste, was sie zuletzt gedacht, was sie besonders gefürchtet hatten, schmeckte die Angst, den Zorn.


    Es beeinflusst den Dämon also in der Entscheidung, welche Form er annehmen wird.



    Ich bin klar auf der Seite der Menschen bei Nalaji und Kiretta. ... Aber auch Bren mag ich unverändert.


    Da hast Du jetzt aber einen Interessenkonflikt ... :D

  • Hachja, ich hab's mir neulich abends im Bett schön gemütlich gemacht, mich eingekuschelt, darauf vorbereitet, vor dem Schlafengehen noch ein bisschen zu lesen - und dann die Szene mit der Erschaffung der Königin gelesen. Eigentlich hätte ich mir denken können, wie es ausgeht, wenn man sowas vor dem Schlafengehen lesen will...


    Aber gut. Wow. Jetzt wissen wir, wie genau Lisanne die Königin in Tamiod erschaffen hat. Aber ihre Überraschung über Brens Durchhalten macht mich stutzig. Wenn sie überrascht ist, dass er das durchhält, was hat sie dann eigentlich erwartet? Dass er versagt? Aber wenn sie erwartet hat, dass er versagt, warum hat sie dann darauf bestanden, dass genau er mitkommt? Das kann ja eigentlich nur sein, um Bren entweder auszuschalten oder beim König in Ungnade fallen zu lassen.
    Dass Bren und Lisanne zusammenarbeiten sollen, erscheint mir so ein bisschen wie ein Get-along-Shirt vom Schattenkönig :D Aber warum sollte der Schattenkönig versuchen, Intrigen zwischen Schattenherren zu stoppen? Das machen die doch normalerweise nicht.


    Als Bren geweckt wurde, fand ich bemerkenswert, dass er darüber nachdachte, warum der Kult noch keine andere Methode entwickelt hat, einen Schattenherren zu wecken, als ihn direkt zu berühren. Dass er dieses Menschenopfer für unnötig hält, zeigt, dass noch etwas von seiner früheren Persönlichkeit übrig ist. Vor allem, weil er wann anders gesagt, dass der General (Mensch) Bren sich um leidende Menschen gekümmert hätte, das aber unter der Würde eines Schattenherren sei (mir fällt gerade nicht mehr genau ein, welche Stelle das war, aber ihr wisst schon, die Stelle an der die Menschen leiden! ;) )
    Und dass Bren Zurresso hoffnungslos unterschätzt und so auf ihn herabsieht, zeigt meiner Meinung nach viel von der Arroganz eines Osadros, die er nun auch (weiter-)entwickelt. Als Feldherr hätte er doch eigentlich mehr Wert auf Strategie legen sollen. Ich glaube,seine neuen Kräfte steigen ihm da etwas zu Kopf und er hat das Gefühl, alles besser zu können und zu wissen als Menschen.


    Interessant fand ich auch, dass Bren Lisannes Wunsch/Ziel mit dem Zauber umgehen konnte und den Dämon in was Anderes verwandelte als Lisanne geplant hatte. Ich frage mich, inwiefern ihr das bewusst ist.


    Meine Sympathien... hm. Gute Frage. Ich weiß selbst nicht so recht. Als Bren auf der Suche nach Kiretta war, habe ich mit angehaltenem Atem gelesen und gehofft, dass er sie nicht findet, weil das ja nicht gut für Nalaji und Ungrann ausgehen konnte, aber wenn ich von Brens Eroberungen im Krieg lese, freue ich mich immer noch ein kleines bisschen, wenn er gewinnt.


  • Jetzt wissen wir, wie genau Lisanne die Königin in Tamiod erschaffen hat. Aber ihre Überraschung über Brens Durchhalten macht mich stutzig. Wenn sie überrascht ist, dass er das durchhält, was hat sie dann eigentlich erwartet?
    ...
    Interessant fand ich auch, dass Bren Lisannes Wunsch/Ziel mit dem Zauber umgehen konnte und den Dämon in was Anderes verwandelte als Lisanne geplant hatte. Ich frage mich, inwiefern ihr das bewusst ist.


    Bren sollte bei dem Ritual die Verbindung zum Geschehen in der Höhle halten. Er war so etwas wie ein "Fernrohr" für die dämonische Wesenheit. Dass dieses Fernrohr jetzt mehr wird als ein bloßes Instrument und Eigeninitiative entwickelt, kann schon verwundern ...



    Dass er dieses Menschenopfer für unnötig hält, zeigt, dass noch etwas von seiner früheren Persönlichkeit übrig ist.


    Schreibst Du "noch", weil Du erwartest, dass sich Bren noch mehr von seiner Menschlichkeit abstreifen wird?



    Und dass Bren Zurresso hoffnungslos unterschätzt und so auf ihn herabsieht, zeigt meiner Meinung nach viel von der Arroganz eines Osadros, die er nun auch (weiter-)entwickelt.


    Sie hatten auch einen unterschiedlichen Werdegang. Bren war ein Einzelkämpfer und hat sich hochgedient, während Zurresso an einer Akademie ausgebildet wurde.


  • Bren sollte bei dem Ritual die Verbindung zum Geschehen in der Höhle halten. Er war so etwas wie ein "Fernrohr" für die dämonische Wesenheit. Dass dieses Fernrohr jetzt mehr wird als ein bloßes Instrument und Eigeninitiative entwickelt, kann schon verwundern ...


    Aha! Ja, sorum kann ich das verstehen. Ich dachte, dass das, was er da tut, seine Aufgabe war.



    Schreibst Du "noch", weil Du erwartest, dass sich Bren noch mehr von seiner Menschlichkeit abstreifen wird?


    Natürlich! Das ist ja kein Prozess, den er jetzt einfach aufhalten kann. Und es hat ja schon ziemlich stark angefangen.

  • So, jetzt aber. Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Das Buch habe ich schon vor Wochen fertig gelesen, hatte jedoch noch nicht wirklich Zeit, hier meine Meinung zu schreiben. Aber ich habe mir alles auf einem Notizblock aufgeschrieben und schreibe es jetzt noch ab. Ich hoffe es lesen noch einige zum Diskutieren mit. :)


    In diesem Abschnitt hat mir die Erschaffung der Krieger am besten gefallen. Es war zwar irgendwie ziemlich gruselig, aber es passt einfach so ideal in das Buch, dass ich es mit viel Freude gelesen habe.


    Die Insekten fand ich jedoch eklig, denn ich hasse Insekten auch im wahren Leben. Durch meine fleißige Fantasie konnte ich mir wirklich alles hautnah vorstellen. Das war in diesem Fall nicht so toll. Aber ich hatte es gleich wieder vergessen, nachdem ich weitergelesen habe, denn es ging ja extrem spannend weiter.


    Die Beziehung zwischen Bren und seiner Mutter finde ich interessant, obwohl ich nicht genau einschätzen kann, wie die Gefühle nun zueinander sind. Ich glaube Bren will keine Macht über seine Mutter, das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Ich glaube eher, dass er von ihr genervt ist, denn sie ist ihm (nicht als Sohn, sondern als das, was er geworden ist) richtig unterlegen bzw. will ihm unterlegen sein. Da fehlt irgendwie die Mutterliebe. Vielleicht hätte er einfach ein bisschen Liebe gebraucht, aber nicht bekommen. Und das, was seine Mutter jetzt bringt, ist ja wirklich das Gegenteil von Liebe. Das finde ich schon richtig plemplem.


  • Da wir nun auf der Hälfte der Geschichte angelangt sind, habe ich eine Frage an Euch: Wem gelten bislang Eure Sympathien? Steht Ihr auf Brens Seite oder auf Lisannes? Haltet Ihr den Ondriern die Daumen oder den freien Menschen? Haben vielleicht auch die Fayé ihre Fans? Was ist mit Nalaji und Kiretta? Oder Nebenfiguren wie Ehla, Jittara und Velon? Wenn Ihr einen dieser Namen lest - bei wem denkt Ihr: "Klasse, mal wieder was von dem zu hören" und bei wem lest Ihr schnell drüber, um rasch zum interessanteren Protagonisten vorzustoßen?


    Ich stehe immer noch auf Brens Seite. Die Fayé mag ich zwar irgendwie auch (ich weiß nicht wieso, aber Sympathie ist da), aber Bren ist mir doch irgendwie ans Herz gewachsen. Obwohl er so eigen ist.


  • In diesem Abschnitt hat mir die Erschaffung der Krieger am besten gefallen. Es war zwar irgendwie ziemlich gruselig, aber es passt einfach so ideal in das Buch, dass ich es mit viel Freude gelesen habe.


    Die Stelle fand ich auch spannend, daß wir hier hautnah erlebt haben, wie diese Insektenkrieger entstehen.


  • Die Stelle fand ich auch spannend, daß wir hier hautnah erlebt haben, wie diese Insektenkrieger entstehen.


    Ich hatte das Gefühl, das bei Knecht schuldig geblieben zu sein. Dort passte es aber partout nicht in die Handlung, sodass ich froh bin, es jetzt in Herr nachliefern zu können.



    Die Insekten fand ich jedoch eklig, denn ich hasse Insekten auch im wahren Leben. Durch meine fleißige Fantasie konnte ich mir wirklich alles hautnah vorstellen.


    Dann kann meine Beschreibung ja nicht allzu schlecht gewesen sein. ;)
    Ich finde Insekten faszinierend, vor allem die schwarmbildenden. Eine einzelne Termite ist ja nicht besonders intelligent, aber als Volk können Termiten die Temperatur in ihren Burgen konstant halten ...



    Da fehlt irgendwie die Mutterliebe.


    Abwarten ... ;D

  • Suse

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