02 - Seite 47 bis 95 (Kapitel "Abenddämmerung": von "Vejata wurde oft" bis Ende)

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  • Ich mußte einfach weiterlesen.


    Ich finde, in diesem zweiten Abschnitt kommt sehr gut Brens momentaner Seelenzustand zum Vorschein (wenn man das bei einem Osadro so sagen kann). Ich verwende jetzt einfach mal menschliche Attribute, die mir beim Lesen für ihn eingefallen sind: er erscheint mir unglücklich und ziellos umhertreibend, ich empfinde ihn eher wie eine leere Hülle, seine Eigenschaften, die mir im zweiten Band so gut gefallen haben, wie Entschlossenheit und Geradlinigkeit, vermisse ich momentan bei ihm. Ich habe das Gefühl, er hat sich durch die Unsterblichkeit etwas anderes erwartet, das er nun nicht findet. Er war einfach zu ehrlich und zu gut für einen Osadro, als daß er damit so schnell klar kommen kann, das zeigt auch seine Zerrissenheit, als er Quinné die Essenz abnimmt und dann darüber erschrickt, was er mit ihr getan hat. Auch hier ist es wieder sehr spannend, mitzuerleben, wie die Osadroi die Aufnahme der Essenz wahrnehmen.


    Außerdem muß er sich nun mit all dem abgeben, das er als Mensch verabscheut hat: mit dem Kult und den Intrigen am Hofe der Schattenherren. Ausgerechnet von Jittara ist er abhängig, was die Magie betrifft. Mir geht es wie Bren, auch wenn Jittara noch so oft bekräftigt, daß sie nur das Beste für ihn möchte, traue ich ihr nicht. Vielleicht liegt das auch daran, daß sie genauso ein Bleichgesicht wie Liola ist und ich ihr deswegen die gleichen Charaktereigenschaften zutraue ;D


    Aber nachdem Bren nun erfährt, daß Kiretta lebt, könnte ich mir vorstellen, daß wieder Leben in ihn kommt und er ein Ziel hat. Ich bin sicher, daß Attego bei seinem ersten Zusammentreffen mit Bren bereits wußte, daß Kiretta lebt, seine Andeutungen trafen meines Erachtens zu sehr ins Schwarze. Im Moment kann ich mir allerdings nicht mehr vorstellen, daß wirklich Lisanne hinter dem Auftrag an Monjohr steht, warum sollte dieser sonst Bren verraten, daß Kiretta lebt? Oder ist das Taktik, um Bren von Orgait wegzulocken?


    Ich kopiere mal aus dem vorigen Abschnitt:


    Ich könnte mir aber auch noch gut vorstellen, dass Bren für das Gute kämpfen könnte. Als Verräter in den Reihen der Schatten im Kampf um die Welt. Mal schauen...


    Im Moment könnte ich mir das auch durchaus vorstellen. Zumal wir durch den Fall Lukol erfahren, daß es durchaus Schattenherren gibt, die gegen Ihresgleichen arbeiten. Und gleichzeitig wird durch die Szene, in der Gerg das Herz von Lukol zerquetscht, uns und Bren deutlich, was mit Verräter unter den Osadroi passiert. Die ganze Szene zeigt aber auch, daß bei den Osadroi einiges im Ungleichgewicht ist.


    Ist Narron wirklich tot? Schade, ich dachte, er würde uns noch etwas länger erhalten bleiben, wobei der Fokus bisher schon stärker auf Nalaji lag. Als sie mit Ungrann und Kiretta auf dem Esel von Jittara angehalten werden, habe ich beinahe Schnappatmung bekommen.


    Hüstel, bei Gerg mit seiner hohen Stirn muß ich immer irgendwie an die Simpsons denken :-[

  • Natürlich habe ich weitergelesen, aber ich wollte nicht als erste schreiben, da muss man immer so viel schreiben ;D
    So kann ich mich ein wenig anhängen.


    odenwaldcollies hat schön zusammengefaßt.
    es war also doch Lisanne, die den Arm abgerissen hat und dann hat sie sich nicht davon überzeugt, dass Kiretta noch lebt? Sie hat nicht das qualvolle hinscheiden beobachtet? Ihr nicht mehr Qualen bereitet? Irgendwie kann ich das nicht wirklich glauben.


    Was mich wundert ist wie Bren von Kirettas Überleben erfährt. Er läßt seine Nahrung da stehen und zuhören. Ich habe ziemlichen Bammel davor, dass über sie andere vom Überleben Kirettas erfahren. Ja, sie ist unwichtig, aber sie ist auch dem Kult ergeben und sie ist enttäuscht. Sie wird alles tun, um dem Kult zu nutzen, oder? Bin ich da zu paranoid?


    Bren im Kampf für das Gute? Ich weiß nicht, ist es dafür nicht ein wenig zu spät? Wir haben ja nun gesehen, was passiert, wenn man sich dem König widersetzt und er hat schon den Rausch der Essens gespürt. Wird allein der Kampf um das Leben Kirettas ihn gegen den Schattenkult wenden? Ich glaube nicht, dass Bernd das erlaubt.


  • Er läßt seine Nahrung da stehen und zuhören. Ich habe ziemlichen Bammel davor, dass über sie andere vom Überleben Kirettas erfahren. Ja, sie ist unwichtig, aber sie ist auch dem Kult ergeben und sie ist enttäuscht. Sie wird alles tun, um dem Kult zu nutzen, oder? Bin ich da zu paranoid?


    Das dachte ich in dem Moment auch, ob es nicht besser wäre, Quinné rauszuschicken.


  • Ausgerechnet von Jittara ist er abhängig, was die Magie betrifft. Mir geht es wie Bren, auch wenn Jittara noch so oft bekräftigt, daß sie nur das Beste für ihn möchte, traue ich ihr nicht. Vielleicht liegt das auch daran, daß sie genauso ein Bleichgesicht wie Liola ist und ich ihr deswegen die gleichen Charaktereigenschaften zutraue ;D


    Lióla hatte ja durchaus ihre Fans. Gibt es in der Leserunde auch jemanden, der Jittara die Daumen drückt?



    Ich bin sicher, daß Attego bei seinem ersten Zusammentreffen mit Bren bereits wußte, daß Kiretta lebt, seine Andeutungen trafen meines Erachtens zu sehr ins Schwarze. Im Moment kann ich mir allerdings nicht mehr vorstellen, daß wirklich Lisanne hinter dem Auftrag an Monjohr steht, warum sollte dieser sonst Bren verraten, daß Kiretta lebt? Oder ist das Taktik, um Bren von Orgait wegzulocken?


    Ich merke: Es gibt Stoff zum Spekulieren. :)



    Und gleichzeitig wird durch die Szene, in der Gerg das Herz von Lukol zerquetscht, uns und Bren deutlich, was mit Verräter unter den Osadroi passiert.


    Nachdem wir in Knecht bereits die Kammer der Unterwerfung erkundet haben, wollte ich hier noch einmal live zeigen, wozu der Aufwand mit den Herzen getrieben wird ...



    Als sie mit Ungrann und Kiretta auf dem Esel von Jittara angehalten werden, habe ich beinahe Schnappatmung bekommen.


    Herr hält einige explizite Schilderungen parat, aber diese Szene ist mit subtiler Spannung angelegt. Schön, dass sie bei Dir so gut funktioniert.
    :)


    Was mich wundert ist wie Bren von Kirettas Überleben erfährt. Er läßt seine Nahrung da stehen und zuhören. Ich habe ziemlichen Bammel davor, dass über sie andere vom Überleben Kirettas erfahren. Ja, sie ist unwichtig, aber sie ist auch dem Kult ergeben und sie ist enttäuscht. Sie wird alles tun, um dem Kult zu nutzen, oder? Bin ich da zu paranoid?


    :D
    Die interessante Frage ist ja: Um wen sorgt man sich beim Lesen? Sind das wirklich Typen, denen man Erfolg wünschen sollte?
    Denn:


    Bren im Kampf für das Gute? Ich weiß nicht, ist es dafür nicht ein wenig zu spät?



    Wird allein der Kampf um das Leben Kirettas ihn gegen den Schattenkult wenden? Ich glaube nicht, dass Bernd das erlaubt.


    ;D Der Roman hat ja gerade erst begonnen. Bis die letzte Seite kommt, wird es noch einige Wendungen geben - ich hoffe, dass auch überraschende darunter sein werden.


  • Lióla hatte ja durchaus ihre Fans. Gibt es in der Leserunde auch jemanden, der Jittara die Daumen drückt?


    Dazu kenne ich Jittara zu wenig. Es ist schon interessant, warum sie auf Brens Seite steht (und ob sie das tut?) Sollte sie gegen Lisanne arbeiten (kann ich mir vorstellen, denn Neid ist ja wohl ein Gefühl, dass Schattenherren noch besitzen, oder?) könnte es passieren, dass ich auch mal für sie die Daumen drücke. Aber vielleicht schätze ich mich da auch zu gut ein, denn eigentlich bin ich der Schönheit Lisannes verfallen :-[

  • Hallo zusammen,



    Ich finde, in diesem zweiten Abschnitt kommt sehr gut Brens momentaner Seelenzustand zum Vorschein (wenn man das bei einem Osadro so sagen kann). Ich verwende jetzt einfach mal menschliche Attribute, die mir beim Lesen für ihn eingefallen sind: er erscheint mir unglücklich und ziellos umhertreibend, ich empfinde ihn eher wie eine leere Hülle, seine Eigenschaften, die mir im zweiten Band so gut gefallen haben, wie Entschlossenheit und Geradlinigkeit, vermisse ich momentan bei ihm. Ich habe das Gefühl, er hat sich durch die Unsterblichkeit etwas anderes erwartet, das er nun nicht findet. Er war einfach zu ehrlich und zu gut für einen Osadro, als daß er damit so schnell klar kommen kann, das zeigt auch seine Zerrissenheit, als er Quinné die Essenz abnimmt und dann darüber erschrickt, was er mit ihr getan hat.


    Ja, das finde ich auch, dass man hier sehr gut miterlebt, wie zerrissen Bren momentan ist. Irgendwie ist es offensichtlich tatsächlich nicht so, wie Bren es sich noch als Mensch vorgestellt hat. Auf Attegos Aussage, er habe nun alles, was er wollte, musste er ja zustimmen, fühlte aber gleichzeitig "ein hohles Echo in der Brust". Es bewahrheitet sich damit mal wieder, dass man sich genau überlegen sollte, was man sich wünscht. Die Konsequenzen sind manchmal schlimmer als man denkt. Wenn man ihn jetzt genau im momentanen Zustand fragen würde, ob alles wieder rückgängig gemacht werden soll, was würde er wohl antworten? Ich kann mir vorstellen, er wäre lieber wieder Mensch. Denn die Vorstellung, unsterblich zu sein ist mit den Augen eines Menschen gesehen doch anders, als wenn man wirklich verwandelt ist und dann so viel dabei verliert, nämlich die Menschlichkeit. Und wenn ich mir an seiner Stelle vorstellen würde, wie unendlich lange ich nun so "leben" müsste, dann fände ich das ganz schön deprimierend. Da kann er sich ja fast freuen, dass er mit den Jahren diese "schwachen" Regungen, die jetzt noch vorhanden sind, ablegen wird.


    Auch hier ist es wieder sehr spannend, mitzuerleben, wie die Osadroi die Aufnahme der Essenz wahrnehmen.


    Ja, das ist immer wieder spannend zu lesen, wie unterschiedlich dies geschieht, auch je nachdem welche Emotion betroffen sind und auf welche Art der jeweilige Osadro dies tut. Manchmal wie nebenbei, manchmal wie zelebriert, manchmal mit zerstörerischer Gewalt oder eben mit Sex.... Und ich finde, gerade diese Szene mit Quinné wirkte sehr intensiv, weil zweifach. Es war eine emotionale Sexszene, aber gleichzeitig ein intensiver Raub von Essenz. Man kann es fast einzeln betrachten, aber "gemischt gelesen" wirkt es besonders intensiv und dabei schrecklich. Und extrem schockierend, dass die junge Frau dabei ihre Zerstörung wünschte! :o


    Ausgerechnet von Jittara ist er abhängig, was die Magie betrifft. Mir geht es wie Bren, auch wenn Jittara noch so oft bekräftigt, daß sie nur das Beste für ihn möchte, traue ich ihr nicht.


    Ich traue Jittara auch nicht. Ich habe das Gefühl, sie führt etwas im Schilde und arbeitet auf eigene Ziele hin. Oder wartet zumindest auf einen günstigen Zeitpunkt, um eigene Pläne zu verwirklichen.



    Ich kopiere mal aus dem vorigen Abschnitt:


    Im Moment könnte ich mir das auch durchaus vorstellen. Zumal wir durch den Fall Lukol erfahren, daß es durchaus Schattenherren gibt, die gegen Ihresgleichen arbeiten. Und gleichzeitig wird durch die Szene, in der Gerg das Herz von Lukol zerquetscht, uns und Bren deutlich, was mit Verräter unter den Osadroi passiert. Die ganze Szene zeigt aber auch, daß bei den Osadroi einiges im Ungleichgewicht ist.


    Ja, ich kann mir auch vorstellen, dass Bren sich nicht so einfach einfügt. Zumindest momentan nicht, wo er noch menschliche Regungen oder Erinnerungen über seinen Charakter, wie er als Mensch gewesen ist, in sich trägt. Solange das noch nicht "abgestumpft"t ist und er noch zu "frisch" ist, um 100 % wie ein Schattenherr zu denken, so lange wird er vielleicht noch gegen das ein oder andere ankämpfen. Und natürlich wegen Kiretta. Nur könnte ich mir vorstellen, dass er auch in manchen Situationen dabei unberechenbarer ist, weil eben der Einfluss der Schatten in seinen Instinkten, oder wie man es nennen soll, doch schon vorhanden ist, wie man in der Szene mit Quinné z. B erkennen konnte. Ich kann mir vorstellen, dass wir ihn im weiteren Verlauf noch verstärkt ungewohnt und negativ erleben werden, eben wegen seiner Zerrissenheit.



    Ist Narron wirklich tot?


    Solange ich nicht seine Leiche gesehen habe, lebt er! ;D Es wäre nicht die erste Geschichte, bei der ein von den Protagonisten Totgeglaubter gar nicht tot ist, weil die Leiche noch nicht mit eigenen Augen gesehen, bzw. gefunden wurde. ;) Aber natürlich kann Bernd auch gegen die diesbezüglichen Erwartungen der Leser arbeiten und er ist doch tot. Bei Bernd ist schließlich jede Variante möglich. Aber ich will erst die Leiche sehen! ;D



    es war also doch Lisanne, die den Arm abgerissen hat und dann hat sie sich nicht davon überzeugt, dass Kiretta noch lebt? Sie hat nicht das qualvolle hinscheiden beobachtet? Ihr nicht mehr Qualen bereitet? Irgendwie kann ich das nicht wirklich glauben.


    Das verstehe ich auch nicht. ??? Ich war mir sicher, dass Lisanne es nicht übersehen wird und nicht den Fehler begehen wird, Kiretta überleben zu lassen. So einen Fehler hätte ich ihr nicht zugetraut, gerade weil ihr Geliebter getötet wurde. Und da sorgt sie dann nicht dafür, dass Brens Geliebter das gleiche widerfähr? Hmmm, das passt irgendwie nicht für mich, so wie ich sie bisher erlebt habe. Aber ob Attego gemeinsam mit ihr ein fieses Spiel hier gegen Bren spielt. Attego wirkte auf mich ehrlich. Aber gut, wem man trauen kann, weiß man ja nie wirklich.



    Nachdem wir in Knecht bereits die Kammer der Unterwerfung erkundet haben, wollte ich hier noch einmal live zeigen, wozu der Aufwand mit den Herzen getrieben wird ...


    :o Das war ja mal eine schreckliche Szene. Angefangen mit den Folterungen des armen Lukol war dann das Zerquetschen des Herzens echt gruselig! Jedem einzelnen Anwesenden dort muss das Herz vor Schreck stehengeblieben sein (wenn sie noch eins in der Brust hätten :err: ) bei der Vorstellung, das gleiche würde GREN mit ihrem tun.


    Spannend fand ich ja die Silberplatten, die Nalaji und Narron im Kopf haben, um den Einflüssen der Schatten besser zu widerstehen. Und was sind das für Gefallen, die Narron einfordern wollte. Welche Gefallen und für wen?


  • Aber nachdem Bren nun erfährt, daß Kiretta lebt, könnte ich mir vorstellen, daß wieder Leben in ihn kommt und er ein Ziel hat. Ich bin sicher, daß Attego bei seinem ersten Zusammentreffen mit Bren bereits wußte, daß Kiretta lebt, seine Andeutungen trafen meines Erachtens zu sehr ins Schwarze. Im Moment kann ich mir allerdings nicht mehr vorstellen, daß wirklich Lisanne hinter dem Auftrag an Monjohr steht, warum sollte dieser sonst Bren verraten, daß Kiretta lebt? Oder ist das Taktik, um Bren von Orgait wegzulocken?


    Hm... Ich hatte schon von Anfang an irgendwie nicht geglaubt, dass Lisanne hinter dem Auftrag steckt. Ich glaube eher, dass jetzt noch eine Person ins Spiel kommt, die wir bis jetzt noch nicht kennen. Aber das mit der Taktik hört sich dann doch irgendwie logisch an. Ich weiß nicht, im Moment kann ich mir da wirklich nichts Genaues vorstellen.



    Und was Narron betrifft. Ich glaube nicht, dass er tot ist. Er darf einfach nicht tot sein. Das Buch ist noch so dick, da wird noch so viel passieren, da muss er einfach irgendwie mit dabei sein. Ich hoffe es zumindest. :)



    Sehr gut gefallen hat mir hier auch, dass wir so viel über Bren erfahren haben. Wie er sich "fühlt", wie es ihm geht. Man erkennt wirklich, dass er mit seinem jetzigen Zustand nicht wirklich glücklich ist. Aber das hätte er sich wohl eher überlegen müssen. Trotzdem finde ich es ganz interessant, wie er erst Böses macht, und es danach dann irgendwie bereut bzw. über sich selbst negativ überrascht ist.


  • Wenn man ihn jetzt genau im momentanen Zustand fragen würde, ob alles wieder rückgängig gemacht werden soll, was würde er wohl antworten? Ich kann mir vorstellen, er wäre lieber wieder Mensch. Denn die Vorstellung, unsterblich zu sein ist mit den Augen eines Menschen gesehen doch anders, als wenn man wirklich verwandelt ist und dann so viel dabei verliert, nämlich die Menschlichkeit. Und wenn ich mir an seiner Stelle vorstellen würde, wie unendlich lange ich nun so "leben" müsste, dann fände ich das ganz schön deprimierend. Da kann er sich ja fast freuen, dass er mit den Jahren diese "schwachen" Regungen, die jetzt noch vorhanden sind, ablegen wird.


    Eine interessante Überlegung, ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich das alles rückgängig machen würde, wenn er könnte, er ist ein Typ, der kaum zurückschaut.



    Jedem einzelnen Anwesenden dort muss das Herz vor Schreck stehengeblieben sein (wenn sie noch eins in der Brust hätten :err: ) bei der Vorstellung, das gleiche würde GREN mit ihrem tun.


    Wahrscheinlich herrschte in der Kammer der Unterwerfung kollektives Herzrasen in dem Moment ;D


  • Wenn man ihn jetzt genau im momentanen Zustand fragen würde, ob alles wieder rückgängig gemacht werden soll, was würde er wohl antworten? Ich kann mir vorstellen, er wäre lieber wieder Mensch. Denn die Vorstellung, unsterblich zu sein ist mit den Augen eines Menschen gesehen doch anders, als wenn man wirklich verwandelt ist und dann so viel dabei verliert, nämlich die Menschlichkeit. Und wenn ich mir an seiner Stelle vorstellen würde, wie unendlich lange ich nun so "leben" müsste, dann fände ich das ganz schön deprimierend. Da kann er sich ja fast freuen, dass er mit den Jahren diese "schwachen" Regungen, die jetzt noch vorhanden sind, ablegen wird.


    Ich glaube, wir vergessen, dass Bren in der Schattengesellschaft aufgewachsen ist und auch durch sie konditioniert wurde. Sicher hat er sich als Kämpfer eine bestimmte Geradlinigkeit bewahrt und er ist kein Freund von unnötiger Grausamkeit. Aber er wollte schon immer ein Osadro werden, das ist etwas, was ja wenige erreichen und ich denke auch die Liebe zu Kiretta wird ihn nicht dazu bringen, zurück zu wollen. Das wäre so das Übliche in Fantasyromanen, stimmt aber sicher nicht so.


  • Denn die Vorstellung, unsterblich zu sein ist mit den Augen eines Menschen gesehen doch anders, als wenn man wirklich verwandelt ist und dann so viel dabei verliert,


    Beim Schreiben der Trilogie hat es mir großen Spaß gemacht, mit diesen Erwartungshaltungen zu spielen und Dinge, die eigentlich positiv besetzt sind, in ein anderes Licht zurücken bzw. ihnen weitere Facetten zu geben. Seine Emotionalität zum Beispiel wird Helion im ersten Band zum Verhängnis.



    Und ich finde, gerade diese Szene mit Quinné wirkte sehr intensiv, weil zweifach. Es war eine emotionale Sexszene, aber gleichzeitig ein intensiver Raub von Essenz.


    Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. ;D



    Ich kann mir vorstellen, dass wir ihn im weiteren Verlauf noch verstärkt ungewohnt und negativ erleben werden, eben wegen seiner Zerrissenheit.


    Ich erinnere mich, dass Ihr in der Knecht-Leserunde auch schon der Meinung wart, Bren sei kein Kind von Traurigkeit ... Wenn es um (so etwas wie) Gewissen versus Loyalität/ Pflichterfüllung geht, hat er ja recht eindeutige Präferenzen ...



    Und was sind das für Gefallen, die Narron einfordern wollte. Welche Gefallen und für wen?


    Das ist wieder so eine Eigenheit der Schattenherren: Sie sind nach so ziemlich jedem Kriterium, das man anlegen kann, die Bösen, aber sie halten ihre Zusagen, weswegen sie durchaus verlässlich sind.
    In der Feind-Leserunde haben wir darüber diskutiert, welchen Stellenwert es für die Osadroi hat, zu ihrem Wort zu stehen. Lisanne bricht das einmal, aber ansonsten kamen wir zu dem Schluss, dass diese Zuverlässigkeit für die Unsterblichen ein großer Vorteil ist.



    Wahrscheinlich herrschte in der Kammer der Unterwerfung kollektives Herzrasen in dem Moment ;D


    Das könnte tatsächlich sein, in Knecht wird erwähnt, dass man sicher sei, dass Lisanne noch lebe, weil man ihr Herz noch hat schlagen sehen ... Die Herzen leben also tatsächlich außerhalb des Körpers weiter.



    Sehr gut gefallen hat mir hier auch, dass wir so viel über Bren erfahren haben. Wie er sich "fühlt", wie es ihm geht. Man erkennt wirklich, dass er mit seinem jetzigen Zustand nicht wirklich glücklich ist. Aber das hätte er sich wohl eher überlegen müssen. Trotzdem finde ich es ganz interessant, wie er erst Böses macht, und es danach dann irgendwie bereut bzw. über sich selbst negativ überrascht ist.


    Das ist ja eine der großen Fragen: Inwieweit prägt die Erziehung den Menschen, und was kommt "unverfälscht" aus seiner Persönlichkeit? Da greift Rheas Überlegung:


    Ich glaube, wir vergessen, dass Bren in der Schattengesellschaft aufgewachsen ist und auch durch sie konditioniert wurde. Sicher hat er sich als Kämpfer eine bestimmte Geradlinigkeit bewahrt und er ist kein Freund von unnötiger Grausamkeit. Aber er wollte schon immer ein Osadro werden, das ist etwas, was ja wenige erreichen ...

  • Entschuldigt, aber: Ich würde mich doch nie nie niemals in einen Osadro verwandeln lassen, wenn ich dann keinen richtigen Sex mehr haben könnte!
    Mal ehrlich, die Show die Bren da geliefert hat war doch nur gesteuert. Quinné sagt ihm sogar, dass er es bewusst steuern muss und auch keinen Höhepunkt mehr im klassischen Sinne empfinden kann sondern nur durch das nehmen der Essenz. Furchtbar. :vogelzeigen:
    Er benutzt den Sex ja nur um sie zugänglicher für sich zu machen und ihre Essenz zu nehmen. Im Leben der Schattenherren dreht sich wohl alles um das konsumieren dieser Essenz und andere Rauschzustände sind ihnen nicht mehr bekannt.
    Ich hoffe sehr, dass Bren noch merkt welchen Preis er für die Unsterblichkeit zahlt und sich letztlich gegen den Kult wendet.


    Attego gehört doch zu Gadior und Widaja oder?
    Dann könnte ich mir gut vorstellen, dass diese Seite versucht Bren letztendlich für sich zu gewinnen um eine starke Allianz gegen Lisanne zu bilden. Bei Jitarra kann ich mir das nicht so gut vorstellen. Sie warnt ihn sogar davor sich nicht zu sehr mit Lisanne anzulegen. Oder ist dies vielleicht auch nur Taktik damit Bren nicht zu früh um sein unsterbliches Leben kommt?
    Ich fürchte stark dass Bren zum Spielball der Unsterblichen wird, da er sich mit dem Intrigenspiel nicht ausreichend auskennt.
    Bei Attego bin ich mir jedoch ziemlich sicher dass er schon länger von Kirettas Überleben weiß.


    Und mal ehrlich, was bringt ihm Kiretta? Als ob ihre Beziehung so sein kann wie vorher. Im schlimmsten Fall lutscht er sie aus wie Quinné.


  • Attego gehört doch zu Gadior und Widaja oder?


    In Knecht, ca. Seite 330, könnt Ihr nachschauen, in wessen Nähe wir Attego zuerst begegnet sind ... ;)



    Und mal ehrlich, was bringt ihm Kiretta? Als ob ihre Beziehung so sein kann wie vorher. Im schlimmsten Fall lutscht er sie aus wie Quinné.


    Das ist eine sehr interessante Frage! Belügt sich Bren eventuell selbst, weil er eine falsche Vorstellung davon hat, was passiert, wenn er wieder mit Kiretta vereint ist? Wie würdet Ihr Euch so ein gemeinsames Leben von Bren und Kiretta vorstellen?

  • Will er mit Kiretta vereint sein, oder will er nur wissen, dass es ihr gut geht. Ein gemeinsames Leben ist eigentlich nicht machbar. Kiretta ist ein Mensch des Meeres und der Freiheit. Das und die Schatten passt überhaupt nicht zusammen. Ich denke, Bren hat überhaupt noch nicht darüber nachgedacht. Vielleicht hoffte er, dass er als Kriegsherr wieder unterwegs sein kann?

  • Ich habe mir auch schon überlegt, wie ein gemeinsames Leben für Bren und Kiretta aussehen könnte und tendiere dazu, daß das früher oder später schief gehen wird. Wie Rhea schreibt, Kiretta liebt das Meer und ihre Freiheit und ich könnte mir vorstellen, daß sie früher oder später ein Problem damit hat, wenn sie rein nach den Vorstellungen der Osadroi zu leben hat. Andererseits schert sie sich wenig um die Götter. Wenn Bren dann mit der Zeit seine menschlichen Gefühle immer mehr und mehr verliert, dann wird er sich Kiretta ebenfalls entfremden - wobei, ich weiß ja nicht, wie lange sowas dauert, die Zeitspannen bei den Osadroi sind ja deutlich länger; wenn es bspw. 100 Jahre dauert, dann muß er sich keine Gedanken machen, bis dahin lebt Kiretta nicht mehr. Vielleicht hofft Bren auch, daß Kiretta die Leere, die er als Osadro spürt, auffüllen könnte - wie auch immer. Apropos Alter: Kiretta unterliegt als Mensch dem Alterungsprozess, Bren nicht - wäre dann sein nächstes Ziel, sie der Unsterblichkeit zuzuführen? Haben Osadroi untereinander überhaupt ein Liebesleben?


  • Kiretta unterliegt als Mensch dem Alterungsprozess, Bren nicht - wäre dann sein nächstes Ziel, sie der Unsterblichkeit zuzuführen? Haben Osadroi untereinander überhaupt ein Liebesleben?


    Beide Fragen sind interessant, aber könnte Bren sie überhaupt der Unsterblichkeit zuführen? sie müßte bereit sein, in den Kult einzutreten - ich glaube nicht, dass Kiretta damit einverstanden wäre.


  • Beide Fragen sind interessant, aber könnte Bren sie überhaupt der Unsterblichkeit zuführen? sie müßte bereit sein, in den Kult einzutreten - ich glaube nicht, dass Kiretta damit einverstanden wäre.


    Ich habe auch meine Zweifel, daß Kiretta so einfach dem Kult folgen würde, auch wenn Liebe blind macht.



    In jedem Fall müssten sie jemanden finden, der bereit wäre, dieses Ritual an ihr durchzuführen. Bei Lióla und bei den beiden Brüdern in Tamiod war das Lisanne, bei Bren Xenetor - beides Schattenherzöge.


    Das ist das nächste Problem, dazu müßte Bren irgendwas in der Hand haben, damit das Ritual überhaupt durchgeführt würde - und Lisanne kommt bestimmt nicht in Frage, daß sie Kiretta die Unsterblichkeit ermöglichen würde.