#05 - Seite 315 bis 402 (Teil III)

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  • Oh, jetzt musste ich erst mal schlucken. Ich fand das so glaubhaft, dass ich danach gegoogelt habe. Schade. In dieser Geschichte finde ich es jetzt nicht ganz so schlimm, aber ich neige dazu, solche Dinge zu glauben und fühle mich dann schon ein bisschen veräppelt.


    Ich habe auch danach gegoogelt und leider nichts gefunden. ;)


    Hier in dem Fall finde ich es schön ausgedacht. Ansonsten geht es mir wie dir liebe Nina, dass in einem historischen Roman auch Fakten enthalten sein müssen. Sonst könnte man ja auch Science Fiction lesen, da ist dann eh alles ausgedacht, aber so etwas mag ich eher selten...

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Peitschenstrafen konnten noch weit ausführlicher sein. Da wurde notfalls auf eine Leiche eingedroschen, bis zum bitteren Ende. (Kennt jemand noch den Bounty-Film mit Clark Gable? Da sieht man zu Anfang, wie jemand "durch die Flotte gepeitscht" wird, d.h. das Boot fuhr zwischen den Schiffen hindurch, und der Kerl war auch längst nicht mehr am Leben.


    Das ist so unfassbar grausam, dass es mir echt den Atem verschlägt. Wie rachsüchtig muss man wohl sein, dass man einen toten Menschen noch auspeitscht? Aber ich weiß, so etwas war damals üblich und damit haben viele sich vermutlich auch nicht unbedingt Gedanken um die Sinnlosigkeit dieser drakonischen Strafe gemacht… Und mit der Abschreckungs-Begründung lässt sich natürlich sowieso sehr viel "rechtfertigen". Dann schürt man halt die Angst der restlichen Bevölkerung, dass sich bei einer zu geringen Bestrafung eben ein Aufstand ausbreiten könnte - und schon sind Mann und Maus restlos von der Notwendigkeit überzeugt.
    Ganz davon abgesehen, dass man sich Abschreckung erhoffte. Ich weiß ja nicht: hat das Teeren und Federn wirklich dazu geführt, dass es keine Freibeuter mehr gab? Oder heutzutage: schreckt die Todesstrafe wirklich ab? Gibt es beispielsweise in den Bundesstaaten der USA, die noch aktiv zum Tode verurteilen, weniger Gewaltverbrechen? So ein Unfug - damals wie heute. Es geht stets nur um Rache.


    Zitat

    Keine Ahnung, wie man eine Josephine hätte bestrafen können. Hausarrest? Gab ja keine Möglichkeiten. ;D


    Kleiderverbot? Ausgehverbot? Nähen statt Amüsieren? ;D


  • Ganz davon abgesehen, dass man sich Abschreckung erhoffte. Ich weiß ja nicht: hat das Teeren und Federn wirklich dazu geführt, dass es keine Freibeuter mehr gab? Oder heutzutage: schreckt die Todesstrafe wirklich ab? Gibt es beispielsweise in den Bundesstaaten der USA, die noch aktiv zum Tode verurteilen, weniger Gewaltverbrechen? So ein Unfug - damals wie heute. Es geht stets nur um Rache.


    Hmjanein. Wie gesagt: Die Leute tickten früher anders. Ich weiß jetzt nicht mehr, wo ichs her habe und ob ich das überhaupt noch richtig zusammenkriege: Aber die Hemmschwelle für Gewalt war früher sehr viel niedriger. (Deshalb waren beispielsweise Kneipenprügeleien nichts Besonderes, während heute sowas in der Zeitung landet.) Dementsprechend war auch die Strafandrohung bzw. die Strafe brutaler und gleichzeitig gesellschaftlich akzeptiert. (Es begann sich dann mit der Aufklärung sehr langsam zu ändern.) Das kann man in einem stinknormalen Unterhaltungsroman nur schwer vermitteln. Gerne heißt es ja in Rezis "die Figuren agieren im Kontext ihrer Zeit", wenn man sagen will, dass es in diesem oder jenem Roman gelungen sei, aber das trifft eigentlich nur auf die zwielichtigen zu. Ein echter Seth beispielsweise hätte seine Sklaven genauso geschlagen und erst nach den Weißen behandelt, und er hätte vielleicht auch keine Skrupel gehabt, Tortue zu töten, weil er wahrscheinlich sowieso dachte, das ist eher ein Tier mit einem niedrigen Intellekt, der kapiert das eh nicht. Und trotzdem wäre er der allerliebenswürdigste gewesen - von seinen Zeitgenossen betrachtet.

  • Die Peitschenhiebe müssen ja schlimm sein, bin ich froh, dass es sowas heutzutage nicht mehr gibt, zumindest in unserem Teil der Welt (wo anders gibt es das bestimmt noch). Ich fand es richtig toll von Seth, dass er da einfach eingegriffen hat. Er hat irgendwie gar keine Angst, sondern denkt nur dauernd an Noelle, und das finde ich toll.
    Es war ja klar, dass Noelle bestraft wird, denn wer glaubt schon einer Sklavin? Aber dass es gleich so schlimm wird, das finde ich schon schrecklich.


    Aber wenigstens konnte Noelle jetzt fliehen. Ich bin gespannt, wie ihre Geschichte jetzt enden sollte. Im Moment habe ich noch gar keine Idee.

  • Suse

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