02: Kapitel 6 - 11 (Seite 86 - 166)

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  • In diesem Abschnitt erhalten wir einige Antworten auf unsere Fragen aus dem vorigen Abschnitt.


    Francesca ist tatsächlich älter als Luisa und entstammt nicht einer Affäre, sondern, wie nicigirl bereits vermutet hat, aus der ersten Ehe mit Simona, die im Kindbett gestorben ist. Und Sigrid wußte darüber Bescheid, hat aber nie darüber gesprochen, weil die erste Ehe ein wunder Punkt für sie ist, weil sie sich immer minderwertiger als Simona vorgekommen ist. Ist das Domenico nie aufgefallen, was er Sigrid damit angetan hat oder war er tatsächlich so unbedarft? Wenn das letztere zutrifft, dann hat er sich womöglich bei der Testamentsverfassung auch keinerlei Gedanken dazu gemacht.


    Die Liebe zwischen Sebastian und Luisa beruhte auf Gegenseitigkeit, das wissen wir nun auch, allerdings hatte er die falsche Religion und den falschen Beruf und Luisa hatte zu wenig Mut, mit ihm durchzubrennen und zu ihrer Liebe zu stehen.


    Und Roberto soll auch noch leben - und das überhaupt nicht weit weg. Ich hatte erwartet, daß er sich irgendwo in Italien aufhält, aber das scheint nicht der Fall zu sein.


    Was mir gut an dem Buch gefällt: ich kann meine Sympathien nicht eindeutig für Luisa oder Francesca festmachen, sie schwanken immer wieder zwischen den Beiden. Luisa könnte ich inzwischen öfters schubsen, damit sie endlich mal den Mund aufmacht und sich etwas traut, anstatt nur heimlich Salami zur Stressbewältigung zu essen. Überhaupt wurde bisher bei den Frankfurter Montanaris nicht viel geredet, unangenehme Dinge wurden weggeschwiegen, was nun zu Mißverständnissen führt.
    Und Francesca könnte ich auch ab und an ohrfeigen, weil sie ihr Temperament überhaupt nicht im Griff hat. Und doch gefallen mir beide Frauen auch wieder gut, weil sie irgendwo schon was füreinander übrig haben. Allerdings war der Start zwischen ihr, Luisa und Sigrid ziemlich schlecht und Pier-Luigi ergreift direkt die Gunst der Stunde und tischt ihr auch noch Lügen über ihre Schwester und Stiefmutter auf. So ein aufgeblasener Idiot, der sich selbst gerne reden hört. Francesca wurde mir richtig sympathisch, als er sie mit seinem Getue immer mehr nervt. Und woher soll sie die Wahrheit wissen, sie kann sich momentan nur auf sein Geschwätz verlassen. Wenigstens hat sie ein wenig ihre Zweifel an dem, was Pier-Luigi ihr erzählt.
    Und doch hat der Cousin auch seine gute Seiten: mit seiner tollen Stimme und seinen humoristischen Darstellungen kann er die Leute für sich einnehmen.


    Sehr schön finde ich, daß sich Luisa mit Graziella verbrüdern kann, tja, mit Kindern ist sowas deutlich einfacher. Zwischen den beiden jungen Frauen gibt es nun einiges an Mißverständnissen. Luisa würde schon gerne Kontakt zu ihrer Schwester aufnehmen, traut sich aber mal wieder nicht und bewundert Francesca für ihre Schönheit und ihr Selbstbewußtsein. Francesca legt das allerdings als Nichtbeachtung und Ausgrenzung aus, woher soll sie auch wissen, daß ihre Schwester so extrem schüchtern ist. Wenn sie sich doch endlich mal richtig aussprechen könnten, alleine, und Luisa dann auch den Mund aufbekommen würde.


    Auch Sigrid hat mich überrascht, einen derartigen Ausbruch, wie Francesca gegenüber, hatte ich ihr gar nicht zugetraut.


    Ob Francescas Ängste, daß Musus Leute hinter ihr her sind, berechtigt sind? Dann müßten sie und Rinaldo schon eine große Rolle im Rebellenkampf gespielt haben, wenn das so wäre.


    Und dann noch dieser ominöse Seidenhändler di Pontignac, der so schlecht auf die Italiener zu sprechen ist. Was sollen diese Warnungen, das hört sich so an, als wüßte er von etwas, was sich gegen die Italiener zusammenbraut? Und er ist dabei sicherlich mit von der Partie. Was lief zwischen ihm und Sigrid bzw. Domenico vor Jahren? Hatte Sigrid mit ihm womöglich ein Techtelmechtel gehabt?


    Bonfiglio hat mir in dieser Szene übrigens auch sehr gut gefallen, überhaupt hatte ich einen ganz anderen Eindruck von ihm, wie von Luisa anfangs geschildert. Er hat sogar auf sein Erbe verzichtet und es Sigrid überlassen. Nun bin ich gespannt, wie sich das mit dem Jungen entwickeln wird.


  • Was mir gut an dem Buch gefällt: ich kann meine Sympathien nicht eindeutig für Luisa oder Francesca festmachen, sie schwanken immer wieder zwischen den Beiden. Luisa könnte ich inzwischen öfters schubsen, damit sie endlich mal den Mund aufmacht und sich etwas traut, anstatt nur heimlich Salami zur Stressbewältigung zu essen (...)
    Und Francesca könnte ich auch ab und an ohrfeigen, weil sie ihr Temperament überhaupt nicht im Griff hat.


    Mir geht es in dem Punkt genauso wie dir. Ich kann eigentlich nicht sagen, für wen ich Partei ergreifen würde. Es gefällt mir, dass alle Personen Ecken und Kanten haben und es keine eindeutige Schwarz-Weiß-Malerei gibt. Nichts ist furchtbarer, wenn die "Guten" perfekt und die "Bösen" nur schlecht sind.


    Die Szene, als sich Luise hinter der Vase und dem Zitronenbäumchen versteckte, war für mich sehr traurig. Offensichtlich hat sie so wenig Selbstwertgefühl, dass sie sich noch nicht einmal in das eigene Frühstückszimmer wagt, wenn ihr Cousin im selben Raum ist. Damit fiel ihr Versuch zur Versöhnung mit Francesca ins Wasser, nachdem sie bei ihrem ersten Kennenlernen doch sehr unfreundlich wirkte und war.


    Verständlicherweise war Francesca über den kalten Empfang ihrer Schwester und Stiefmutter enttäuscht, ihren Ausbruch empfand ich aber wieder viel zu überzogen. Hatte sie wirklich ernsthaft erwartet, dass die Familie sie mit offenen Armen empfängt und sie sofort in ihr Vertrauen zieht, nachdem sie nie mit ihr Kontakt hatten und haben wollten? An diesem Punkt kam sie mir wieder wie ein verzogenes Gör vor.



    Auch Sigrid hat mich überrascht, einen derartigen Ausbruch, wie Francesca gegenüber, hatte ich ihr gar nicht zugetraut


    Sigrid hat in diesen Kapiteln definitiv mehr Profil erhalten. Die Weigerung an den Tod ihres Sohnes zu glauben, ist jetzt schon sehr viel begreiflicher, als im ersten Teil. Immerhin ist er erst seit zwei Jahren verschwunden, die Wahrscheinlichkeit, dass er lebt, besteht also noch durchaus. Ob sie allerdings den Angaben eines alkoholkranken Mönches wirklich für bare Münze nehmen kann, wage ich irgendwie zu bezweifeln.



    Und dann noch dieser ominöse Seidenhändler di Pontignac, der so schlecht auf die Italiener zu sprechen ist. Was sollen diese Warnungen, das hört sich so an, als wüßte er von etwas, was sich gegen die Italiener zusammenbraut? Und er ist dabei sicherlich mit von der Partie. Was lief zwischen ihm und Sigrid bzw. Domenico vor Jahren? Hatte Sigrid mit ihm womöglich ein Techtelmechtel gehabt?


    Ich glaube, dass der Seidenhändler noch sehr wichtig werden wird im Buch. Rein aus dem Bauch heraus, denke ich, dass er und Pier-Luigi eine für die Familie gefährliche Kombination ergeben wird. Vielleicht versucht er sie über Pier-Luigi in den Ruin zu treiben. Denn ehrlich gesagt, wirkt der Cousin für mich nicht als der geborene Geschäftsmann, ganz im Gegenteil. Dabei dürfen wir auch Hagen Sonnemann nicht außer Acht lassen, der sich bei Pier-Luigi eingeschleimt hat. Luise vertraut ihm nicht und hatte ihm gekündigt. Daher ist er sicher nicht gut auf sie zu sprechen.



    Bonfiglio hat mir in dieser Szene übrigens auch sehr gut gefallen, überhaupt hatte ich einen ganz anderen Eindruck von ihm, wie von Luisa anfangs geschildert. Er hat sogar auf sein Erbe verzichtet und es Sigrid überlassen.


    Auf Bonfiglios weitere Rolle im Roman bin ich auch schon sehr gespannt. Mir war er schon bei der Testamentseröffnung sympathisch. Wobei ich ihn eher an Sigrids Seite sehe und nicht an Luisas. Wahrscheinlich weil er Sigrid vom Alter her näher ist.


    Bis jetzt kann ich mich über fehlende Spannung nicht beklagen. Ich kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es weitergeht. ;D


  • Die Szene, als sich Luise hinter der Vase und dem Zitronenbäumchen versteckte, war für mich sehr traurig. Offensichtlich hat sie so wenig Selbstwertgefühl, dass sie sich noch nicht einmal in das eigene Frühstückszimmer wagt, wenn ihr Cousin im selben Raum ist. Damit fiel ihr Versuch zur Versöhnung mit Francesca ins Wasser, nachdem sie bei ihrem ersten Kennenlernen doch sehr unfreundlich wirkte und war.


    Und ich befürchte, selbst wenn sie sich getraut hätte und Pier-Luigi wäre dann dazugekommen, hätte er sie sicherlich wieder dermaßen verunsichert, daß sie sich zurückgezogen hätte (innerlich).



    An diesem Punkt kam sie mir wieder wie ein verzogenes Gör vor.


    Auch ihren Ausspruch àla "hier gefällt es uns, hier bleiben wir", bevor sie überhaupt miteinander geredet haben, fand ich etwas arg mit der Tür ins Haus gefallen.



    Ob sie allerdings den Angaben eines alkoholkranken Mönches wirklich für bare Münze nehmen kann, wage ich irgendwie zu bezweifeln.


    Das habe ich mich auch gefragt, andererseits spricht dafür, daß der vorgebliche Roberto verschwunden ist, nachdem er den Mönch gesehen (und wiedererkannt?) hat. Das würde aber auch bedeuten, daß er er nichts mehr mit seinem früheren Leben zu tun haben will, oder?



    Rein aus dem Bauch heraus, denke ich, dass er und Pier-Luigi eine für die Familie gefährliche Kombination ergeben wird. Vielleicht versucht er sie über Pier-Luigi in den Ruin zu treiben. Denn ehrlich gesagt, wirkt der Cousin für mich nicht als der geborene Geschäftsmann, ganz im Gegenteil. Dabei dürfen wir auch Hagen Sonnemann nicht außer Acht lassen, der sich bei Pier-Luigi eingeschleimt hat. Luise vertraut ihm nicht und hatte ihm gekündigt. Daher ist er sicher nicht gut auf sie zu sprechen.


    So habe ich das noch gar nicht gesehen, da könntest du recht haben. Daß Pier-Luigi ein Großmaul ist, hat sich sicherlich in Frankfurt schon längst rumgesprochen und so ein toller Geschäftsmann ist er tatsächlich nicht, wie er es gerne darstellt; Luisa erwähnt ja mal, daß die Filiale in Basel nicht so gut läuft wie die anderen Filialen.



    Wobei ich ihn eher an Sigrids Seite sehe und nicht an Luisas. Wahrscheinlich weil er Sigrid vom Alter her näher ist.


    Das geht mir auch so.

  • Da haben wir dem Vater wohl zu viel Böses unterstellt, er war einfach vorher schon einmal verheiratet. Francesca ist also nicht das Ergebnis eines Seitensprungs oder einer Affäre. Dann wäre sie wahrscheinlich auch gar nicht einfach so erb-berechtigt gewesen.


    Die Familienzusammenführung verläuft aber erstmal sehr holprig. Da kommt echt alles zusammen, das forsche Auftreten Francescas, die Zurückhaltung bei Sigrid und Luisa... ohje! Aber eigentlich hatten sich ja nach dem ersten Ausbruch beide Seiten schon wieder ein bisschen besonnen und der nächste Versuch wäre wohl besser verlaufen, aber dann mischt sich der grässliche Pier-Luigi ein. Dieser eingebildete Labersack geht mir ja auf die Nerven! Zum Glück scheint aber auch Francesca schon zu merken, was für ein Blender und Aufschneider er ist.


    Beide Halbschwestern benehmen sich in meinen Augen oft nicht wie erwachsene Frauen. Luisa verhält sich wie ein schüchternes Kind, versteckt sich lieber und isst heimlich Salami und Francesca führt sich immer wieder auf wie ein tobsüchtiger Teenager.
    Aber, wie schon im ersten Abschnitt gesagt, hoffe ich, dass sie sich zusammenraufen und ihre unterschiedlichen Temperamente sich ergänzen!
    Vielleicht kann Graziella ja bald eine Brücke zwischen ihrer Mutter und ihrer Tante bauen!


    Roberto soll also noch leben - was bringt ihn dann weiterhin dazu, seiner Familie fernzubleiben? Hat er noch nicht vom Tod des Vaters erfahren? Ist er immer noch mit der jüdischen Frau zusammen und eine Rückkehr für ihn daher unmöglich?
    Andererseits fand ich aber auch den extrem gutaussehenden Geistlichen irgendwie komisch und traue daher seiner Aussage noch nicht so ganz.
    Vielleicht will man Sigrids Hoffnungen auch nur unbedingt weiter erhalten? Pier-Luigi dürfte gar kein Interesse haben, dass sein Cousin wieder auftaucht, dann wäre er nämlich überflüssig. Ob er da etwas arrangiert hat? Zutrauen würde ich es ihm!


  • Roberto soll also noch leben - was bringt ihn dann weiterhin dazu, seiner Familie fernzubleiben? Hat er noch nicht vom Tod des Vaters erfahren? Ist er immer noch mit der jüdischen Frau zusammen und eine Rückkehr für ihn daher unmöglich?


    Ich könnte mir vorstellen, dass er mit Minna eine Familie gegründet hat. Immerhin liebte er sie genug, um mit seiner Familie zu brechen und mit ihr weg zu gehen. Sollte aus dieser Verbindung ein Kind entstanden sein, kann er annehmen, dass es von seiner Familie abgelehnt wird. Das würde sein Verhalten erklären.



    Andererseits fand ich aber auch den extrem gutaussehenden Geistlichen irgendwie komisch und traue daher seiner Aussage noch nicht so ganz.


    Ja, der Geistliche war mir auch nicht ganz koscher.



    Vielleicht will man Sigrids Hoffnungen auch nur unbedingt weiter erhalten? Pier-Luigi dürfte gar kein Interesse haben, dass sein Cousin wieder auftaucht, dann wäre er nämlich überflüssig. Ob er da etwas arrangiert hat? Zutrauen würde ich es ihm!


    Auf so einen bösen Gedanken bin ich gar nicht gekommen. Aber er hat was!


  • Vielleicht will man Sigrids Hoffnungen auch nur unbedingt weiter erhalten? Pier-Luigi dürfte gar kein Interesse haben, dass sein Cousin wieder auftaucht, dann wäre er nämlich überflüssig. Ob er da etwas arrangiert hat? Zutrauen würde ich es ihm!


    Das wäre ja perfide, aber nicht abwegig :o

  • Nun wissen wir also ein bisschen besser über die Familienverhältnisse Bescheid.


    Sehr spannend fand ich ja, was Sigrid über Roberts Schicksal von ihrem Beichtvater erfahren hat. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass er sich ins Ausland abgesetzt hat und nun scheint er ganz in der Nähe gesichtet worden sein. Ich bin gespannt, ob was Wahres an der Geschichte ist. Sehr erstaunt war ich übrigens über Sigrids „unkeusche“ Gedanken über ihren Beichtvater, denn ich hatte sie als eher sehr fromm eingeschätzt! ;D
    Was sie nun unternehmen wird, um ihren Sohn ausfindig zu machen? Er könnte sie ja immerhin, egal was er nun wirklich vor zwei Jahren ausgefressen hat, vor dem Niedergang durch Pier-Luigi retten.


    Francesca hat sich wohl ihren Empfang bei ihrer „Familie“ in Frankfurt etwas anders vorgestellt, und Luisa und Sigrid präsentieren sich wahrlich nicht von ihrer Glanzseite. Im Gegenteil Sigrid hat sich hier ja von einer ziemlich üblen Rachsucht leiten lassen – peinlich geradezu!
    Sie muss ja all die Jahre viel Frust in sich rein gefressen haben, nur 2. Wahl für ihren Mann gewesen zu sein.


    Da hat der aufgeblasene Pier-Luigi natürlich ein leichtes Spiel Francesca auf seine Seite zu ziehen und sie gegen die 2 aufzuhetzten.
    Doch ich glaube ja, wenn ihr Zorn über den feindseligen Empfang verraucht ist, wird sie ihn mit seiner Schauspielerei bald durchschauen – sie ist ja jetzt schon von immer mehr von seiner Prahlerei genervt. ;)
    Ich hoffe ja nur, dass es Luisa bald gelingen wird über Graziella das Eis zu brechen und auf ihre Schwester zuzugehen.
    Manchmal könnte man sie aber auch wirklich schütteln, weil sie sich mit ihrer Schüchternheit und Zögerlichkeit immer selbst ein Bein stellt.
    Aber in völlig anderer Hinsicht ist auch Francesca mit ihrem überschäumenden Temperament unmöglich!
    Die beiden Schwestern sind wirklich tolle, fesselnde Charaktere mit ihren Schwächen und Stärken – hoffentlich tun sie sich bald im Kampf gegen den intriganten Pier-Luigi zusammen, sonst ist ihr gemeinsames Erbe bald perdu!


    Sehr spannend finde ich diesen seltsamen Seidenhändler di Pontignac, eine neue zwielichtige Figur mit vielen Geheimnissen. Außerdem ist er jemand der sich nicht zu fein ist, sich seine Hände schmutzig zu machen.
    Was da vor Jahren wohl mal zwischen ihnen vorgefallen ist, was Sigrid so gut verdrängt hat? Sehr interessant!
    Insgesamt finde ich die damals in Frankfurt herrschende, ziemlich angespannte Stimmung gut dargestellt – die ortsansässigen Lutheraner, die die Protestanten und Katholiken nur dulden, aber am liebsten nicht unter Ihresgleichen sehen möchten, egal wie wichtig sie für die prosperierende Stadt nun sind.
    Ich bin gespannt, was da im Hintergrund für ein übles Komplott gegen die Italiener und insbesondere gegen Luisas Familie geschmiedet wird.
    Immerhin scheint dieser Banker Bonfiglio ja wirklich ein Freund der Familie zu sein und Sigrid kann sich seiner Unterstützung wohl sicher sein.
    Ich kann allerdings nun auch verstehen, dass Luisa an diesem „gestandenen Mann“ keinen Gefallen finden konnte.
    Schade, dass es zwischen dem Maler Sebastian und Luisa nichts geworden ist.
    Aber so wie wir sie bisher erlebt haben, verwundert es nicht, dass ihr dann doch der Mut gefehlt hatte, sich über all die Hindernisse hinweg zu setzten und ihrer Familie die Stirn zu bieten – auch wenn sie vielleicht ihr Glück gefunden hätte. ;)

  • Ihr habt ja gesagt, ich könne mich ruhig "einmischen", das tue ich jetzt auch.
    Zum Thema Matthias-Sebastian sei daher so viel verraten: Mir hat mal ein weiser alter Mann vor vielen Jahren gesagt, ich solle mich lieber in einen Sparkassendirektor als in einen Künstler verlieben, das würde mich langfristig glücklicher machen. Wovon ich damals natürlich nichts wissen wollte. Wie Luisa ...


  • Sehr erstaunt war ich übrigens über Sigrids „unkeusche“ Gedanken über ihren Beichtvater, denn ich hatte sie als eher sehr fromm eingeschätzt! ;D


    Da hat sie mich auch überrascht ;D



    Insgesamt finde ich die damals in Frankfurt herrschende, ziemlich angespannte Stimmung gut dargestellt – die ortsansässigen Lutheraner, die die Protestanten und Katholiken nur dulden, aber am liebsten nicht unter Ihresgleichen sehen möchten, egal wie wichtig sie für die prosperierende Stadt nun sind.


    Ja, die politischen Hintergründe finde ich auch sehr spannend.

  • Hallo zusammen,


    hier erst einmal ein paar meiner Gedanken, bevor ich eure Postings lese.


    Als Graziella ihrer Mutter in die Hand beißt, habe ich gedacht, dass Francesca wohl ihr Temperament in direkter Linie weitervererbt hat. ;)


    Francescas Auftritt bei Sigrid und Luisa hat mich ziemlich abgestoßen. Puh, sie verhält sich genauso wie die von ihr so verhassten Feudalherren, besser gesagt, wie eine prahlerische, hochmütige Prinzessin. Du meine Güte! Da stehen ihr ihr Stolz und Temperament wirklich total im Weg und ich kann es weder Sigrid noch Luisa verdenken, dass sie erst einmal den schlechtesten Eindruck von Francesca haben. :(


    Immerhin erfahren wir jetzt noch mehr über die Familie. Domenico war also schon einmal verheiratet gewesen, mit seiner "großen Liebe". Ich verstehe Sigrid gut, denn es ist fast unmöglich, gegen so eine strahlende Erinnerung anzukommen. Sie muss sich immer wie die Ersatzfrau vorgekommen sein - vielleicht war sie das ja auch. Und Domenico wusste auch, dass Francesca mit ihrem sardischen Rebellen Rinaldo durchgebrannt ist. Sigrid ist mir nach diesem Kapitel viel näher gekommen - inzwischen hat sie ja ihre Fehler auch eingesehen, es war falsch, Luisa nie etwas von Francesca zu erzählen. Andererseits: das hätte Domenico ja auch übernehmen können, hat er aber nicht.


    Roberto wurde gesehen, also ist er doch noch am Leben. Ich bin gespannt, ob das stimmt und wann/wie er in die Geschichte eingreifen wird.


    Über Luisa erfahren wir in diesem Abschnitt nicht so sehr viel mehr - gegenüber Francesca fühlt sie sich wie eine graue Maus und das wird ihr jetzt auch so richtig bewusst. Aber vielleicht ist das der nötige Schubs, dass sie jetzt die Initiative ergreift, sowohl für sich selbst als auch fürs Geschäft. Und der Maler Sebastian hat ihr doch mehr bedeutet, als ich zuerst dachte.


    Pier-Luigi spinnt weiter seine Intrigen. Ich hoffe, dass Francesca ihm nicht auf den Leim geht.


    Viele Grüße von Annabas :winken:


  • Ist das Domenico nie aufgefallen, was er Sigrid damit angetan hat oder war er tatsächlich so unbedarft? Wenn das letztere zutrifft, dann hat er sich womöglich bei der Testamentsverfassung auch keinerlei Gedanken dazu gemacht.


    In Bezug auf Domenico habe ich auch ziemlich viel Klärungsbedarf, sein Verhalten kommt mir nicht schlüssig vor. Schade, dass man ihn nicht fragen kann - aber ich bin sicher, dass das eine oder andere noch zur Sprache kommen wird.



    Ob Francescas Ängste, daß Musus Leute hinter ihr her sind, berechtigt sind? Dann müßten sie und Rinaldo schon eine große Rolle im Rebellenkampf gespielt haben, wenn das so wäre.


    Über die Rebellion würde ich gerne noch mehr wissen - hoffentlich findet Francesca bald mal Zeit, davon zu erzählen.



    Ich glaube, dass der Seidenhändler noch sehr wichtig werden wird im Buch. Rein aus dem Bauch heraus, denke ich, dass er und Pier-Luigi eine für die Familie gefährliche Kombination ergeben wird. Vielleicht versucht er sie über Pier-Luigi in den Ruin zu treiben. Denn ehrlich gesagt, wirkt der Cousin für mich nicht als der geborene Geschäftsmann, ganz im Gegenteil. Dabei dürfen wir auch Hagen Sonnemann nicht außer Acht lassen, der sich bei Pier-Luigi eingeschleimt hat.


    Pier-Luigi ist sicher kein guter Kaufmann, in meinen Augen ist er da ein bisschen zu verschwenderisch. Mit den richtigen Mitteln könnte man ihn innerhalb kurzer Zeit vermutlich wirklich in den Ruin treiben.



    andererseits spricht dafür, daß der vorgebliche Roberto verschwunden ist, nachdem er den Mönch gesehen (und wiedererkannt?) hat. Das würde aber auch bedeuten, daß er er nichts mehr mit seinem früheren Leben zu tun haben will, oder?


    Das könnte darauf hindeuten, dass er mit dem jüdischen Dienstmädchen immer noch zusammenlebt, vielleicht haben sie sogar geheiratet? Er grollt seinen Eltern vielleicht immer noch - und weiß gar nicht, dass sein Vater inzwischen verstorben ist.


    Das wäre ja perfide, aber nicht abwegig :o


    Im Moment hat er wohl noch nichts arrangiert, aber sobald bekannt wird, dass Roberto gesehen wurde, wird er das ins Auge fassen. Das traue ich ihm jedenfalls ohne Weiteres zu.



    Im Gegenteil Sigrid hat sich hier ja von einer ziemlich üblen Rachsucht leiten lassen – peinlich geradezu!
    Sie muss ja all die Jahre viel Frust in sich rein gefressen haben, nur 2. Wahl für ihren Mann gewesen zu sein.


    Mit tut Sigrid da eher leid - wer ist schon gerne zweite Wahl? ;)



    Die beiden Schwestern sind wirklich tolle, fesselnde Charaktere mit ihren Schwächen und Stärken – hoffentlich tun sie sich bald im Kampf gegen den intriganten Pier-Luigi zusammen, sonst ist ihr gemeinsames Erbe bald perdu!


    Das hoffe ich doch sehr.



    Zum Thema Matthias-Sebastian sei daher so viel verraten: Mir hat mal ein weiser alter Mann vor vielen Jahren gesagt, ich solle mich lieber in einen Sparkassendirektor als in einen Künstler verlieben, das würde mich langfristig glücklicher machen. Wovon ich damals natürlich nichts wissen wollte. Wie Luisa ...


    Wie wahr ... :D


    Grüße von Annabas :winken:


  • Als Graziella ihrer Mutter in die Hand beißt, habe ich gedacht, dass Francesca wohl ihr Temperament in direkter Linie weitervererbt hat. ;)


    Stimmt ;D



    Pier-Luigi ist sicher kein guter Kaufmann, in meinen Augen ist er da ein bisschen zu verschwenderisch. Mit den richtigen Mitteln könnte man ihn innerhalb kurzer Zeit vermutlich wirklich in den Ruin treiben.


    Da hast du recht, dodos Verdacht kommt mir immer plausibler vor.



    Im Moment hat er wohl noch nichts arrangiert, aber sobald bekannt wird, dass Roberto gesehen wurde, wird er das ins Auge fassen. Das traue ich ihm jedenfalls ohne Weiteres zu.


    Ohja, das traue ich Pier-Luigi auch zu.

  • Ich bin jetzt richtig in der Geschichte angekommen und wow es geht heiß her.


    Francesca ist also in Frankfurt angekommen und stürmt gleich einmal das Haus ihres Vater. Junge das Mädel legt ein Auftreten an den Tag. :o Sie benimmt sich ja wirklich wie eine Königliche, aber vielleicht ist das auch italienisches Temperament. Ich kann jedenfalls verstehen, dass Sigrid, Luisa und Co erst einmal auf Krawall gebürstet waren, denn kaum einer kennt das Mädchen ja. Schon erstaunlich, dass sie glaubt sofort mit offenen Armen empfangen zu werden. Zudem erschien sie mir wenig betroffen über den Tod ihres Vaters.


    Hier erfahren wir mehr über die Familie Montanari und mit einigen Vermutungen lag ich sogar richtig. Francesca entstand also nicht durch eine Affäre, sondern durch die erste Ehe des Vaters. Seine erste Frau Simona starb früh, so dass er noch einmal heiratete. Allerdings kann ich nicht verstehen, warum er seine Tochter nicht einfach mitgenommen hat. Ob Sigrid das nicht wollte? Ansonsten wusste also auch Sigrid von dem Kind, hat es nur ihren Kindern verschwiegen.


    Eine Passage hat mich übrigens zum Grübeln gebracht: Es wird erwähnt, dass Luisa, Francesca und sogar der Cousin Pier- Luigi diese besondere Lippenform haben, nur Luisas Bruder Roberto nicht. Ob der eventuell einen anderen Vater hat?


    Etwas verwirrt hat mich die Schilderung auf Seite 113 zum Thema Sebastian. Lief zwischen dem Maler und Luisa doch mehr?


    Ansonsten scheint Roberto noch am Leben zu sein, zumindest hat ein Mönch ihn angeblich gesehen. Ich hoffe er taucht bald auf und erlöst seine Schwester und seine Mutter von diesem verfressenen Cousin. Boa was für ein Angeber dieser Kerl. Und lügen ohne Ende, dass der noch keine lange Nase hat...


    Schön finde ich, dass Luisa vielleicht eine Verbündete in der kleinen Grazilla gefunden hat.


    Die Handlung hier hat mich sehr angesprochen und nun habe ich mich auch an den Schreibstil gewöhnt und bin gut voran gekommen. :)


    Ich hoffe, dass Luisa bald ihre Schüchternheit überwinden kann. Man möchte ihr immer einen Schupps geben.

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Eine Passage hat mich übrigens zum Grübeln gebracht: Es wird erwähnt, dass Luisa, Francesca und sogar der Cousin Pier- Luigi diese besondere Lippenform haben, nur Luisas Bruder Roberto nicht. Ob der eventuell einen anderen Vater hat?


    Oh, das hatte ich überlesen, das ist dann wirklich interessant - ich hatte zwischendurch mal den Verdacht, ob Roberto vielleicht nicht Domenicos leiblicher Sohn ist, kann diesen Verdacht aber nicht begründen; vielleicht habe ich es doch unterbewußt gelesen. Es wird doch hoffentlich nicht dieser Theodor sein Vater sein? Wenn das der Fall wäre, hat dann Domenico darüber Bescheid gewußt? So wie ich Sigrid verstanden habe, war das der Fall, als sie von der Feindschaft zwischen den beiden Männern berichtet. Dann wundert es mich umso mehr, daß Domenico Roberto als Erben eingesetzt hat.


  • Was mir gut an dem Buch gefällt: ich kann meine Sympathien nicht eindeutig für Luisa oder Francesca festmachen, sie schwanken immer wieder zwischen den Beiden. Luisa könnte ich inzwischen öfters schubsen, damit sie endlich mal den Mund aufmacht und sich etwas traut, anstatt nur heimlich Salami zur Stressbewältigung zu essen. Überhaupt wurde bisher bei den Frankfurter Montanaris nicht viel geredet, unangenehme Dinge wurden weggeschwiegen, was nun zu Mißverständnissen führt.
    Und Francesca könnte ich auch ab und an ohrfeigen, weil sie ihr Temperament überhaupt nicht im Griff hat. Und doch gefallen mir beide Frauen auch wieder gut, weil sie irgendwo schon was füreinander übrig haben.


    Mir geht es ebenso. Ich mag beide Frauen irgendwie, würde aber derzeit auch keine so recht als Freundin haben wollen. Man müsste beide zusammentun, gut durchmischen und dann hätte man abschließend zwei dufte Mädchen. ;)


    Ja während man bei Francesca denkt: "Nun reiß dich endlich mal zusammen.", würde man Luisa am liebsten dazu auffordern endlich mal in die Gänge zu kommen. Wozu hat sie einen Mund, aber ihre Schüchternheit ist ihr immer im Weg. Ich hoffe ja irgendwie, dass die beiden Schwestern zu einander finden und dann die Schwächen der jeweils anderen ausgleichen.

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Oh, das hatte ich überlesen, das ist dann wirklich interessant - ich hatte zwischendurch mal den Verdacht, ob Roberto vielleicht nicht Domenicos leiblicher Sohn ist, kann diesen Verdacht aber nicht begründen; vielleicht habe ich es doch unterbewußt gelesen. Es wird doch hoffentlich nicht dieser Theodor sein Vater sein? Wenn das der Fall wäre, hat dann Domenico darüber Bescheid gewußt? So wie ich Sigrid verstanden habe, war das der Fall, als sie von der Feindschaft zwischen den beiden Männern berichtet. Dann wundert es mich umso mehr, daß Domenico Roberto als Erben eingesetzt hat.


    Also für mich hat sich durch diese Äußerung der Verdacht erhärtet, dass Roberto nicht das Kind von Domenico ist. Allerdings wüsste ich auch nicht so recht, wer dann Robertos Vater sein soll. Ich hoffe mal nicht, dass es dieser fiese Seidenhändler ist. :o Wer Kinder halb tot prügelt, der ist zu allem fähig, oder?


    Außerdem interessiert mich auch total, was Roberto nun eigentlich noch verbrochen hat, außer mit einem jüdischen Dienstmädchen das Weite zu suchen... ??? Er wird doch wohl niemanden getötet haben? :o

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)