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  • Bevor die Kriegsteins nach Singapur kommen, sind sie einige Jahre in Schanghai. Hier fallen sie sehr auf. Sophie mit ihren blonden Locken wird befühlt. Und Leah fühlt sich ein wenig zurückgesetzt. Für mich driftet die Familie, obwohl sie zusammen sind, immer mehr auseinander.


    Als die Mädchen nach ihrem Ausbruchversuch wieder zurückkommen und erklären, warum sie nach Amerika wollten, heißt es nur: das wird besser hier mit der Zeit. Wird es auch. Man arrangiert sich. Es ist halt so.


    Sie verbringen ihre Ferien in USA und können ihr Leben einfach umswitchen. Mir scheint aber, dass da in jedem von ihnen eine Leere ist. Elise gibt sich Ada gegenüber nachsichtig solange die Mädchen dabei sind, sobald sie alleine sind wird das Verhalten kälter. Die alten Vorwürfe sind noch lange nicht aufgearbeitet. Wie auch - wenn nicht weiter darüber geredet wird.


    Seltsam finde ich es, dass Elise nicht von Schanghai nach Singapur will. Natürlich ist es nicht schön, wenn man dauernd den Wohnort wechseln muss. Aber ich glaube, dass sie sich nur wehrt, weil sie Chris eins auswischen will, denn sie hat sich längst von ihm sehr weit entfernt.


    Leah ist nach dem Tod von Sophie so allein, dass sie Sophie sieht und sich mit ihr unterhält. Die Therapie wird sie nicht weiterbringen, aber mir scheint Elise und Chris auch nicht. Der Therapaut ist aber auch seltsam, ständig unterbricht er ein Thema und fängt ein neues an.

  • Mir gefallen die Zeitsprünge und Perspektivwechsel sehr gut, es ist wie ein Schnipsel Erinnerung, der einem eben gekommen ist - Erinnerungen kommen auch durcheinander gewürfelt.


    Daher finde ich auch den Einschub um Mechthild interessant, daß wir ein Detail aus Chris' Familiengeschichte erfahren, die er so sicherlich selber nicht kennt ;D Und gerade bei den letzten beiden Sätzen fragt man sich wieder mal: wie wäre es gekommen, wenn ...
    Auch wenn man am Status Quo nichts ändern kann, ist es immer wieder eine interessante Sache, diese Gedankenspiele durchzugehen.
    Auch zeigt es, wie einfach die Menschen heute mal eben von Kontinent zu Kontinent ziehen, während früher das ein riesiger Schritt war ins Unbekannte, man konnte auch nicht mehr einfach so zurück. Meine Mutter bspw. mußte als Kind aus Schlesien fliehen, bis heute hadert sie damit, ihre Heimat verloren zu haben (nach ein paar sehr positiven Besuchen in Polen ist das inzwischen glücklicherweise besser geworden), während die heutige Generation oftmals nicht mehr so heimatgebunden zu sein scheint. Oder kommt mir das nur so vor? Natürlich ist es auch ein Unterschied, ob man freiwillig geht oder nicht.


    Ich muß gestehen, obwohl ich noch nie in China war, würde es mich überhaupt nicht reizen, dorthin zu ziehen, dort liegt mir einfach zu viel im Argen. Spannend finde ich, wie die Kinder ihr neues leben in Shanghai wahrnehmen, wobei Leah bereits im Teenageralter ist. Kinder haben es in der Regel leichter, sich zu integrieren, aber gerade Sophie tut sich anfangs sehr schwer damit, daß alle ihre Haare anfassen wollen. Das hätte mir als Kind sicherlich auch Angst eingejagt, obwohl Sophie sonst nicht sehr erschrocken ist.


    Achja, wegen der salzigen Trockenpflaumen: im Studium hatte ich eine chinesische Kommilitonin, die diese Pflaumen mitgebracht hat. Ich habe normalerweise einen robusten Magen, aber die ungewöhnliche Kombination hat meinen Magen direkt zum rebellieren gebracht :(


    Der Versuch, alleine in die USA zurückzukehren, kann ich ein stückweit nachvollziehen: was war ich damals am Zetern und Schimpfen, als wir weggezogen sind, weg von meinen Freunden und dem bekannten Terrain - und das waren nur wenige Kilometer ;D


    Bei den Heimaturlauben wird deutlich, daß die Familie zwar mit zweierlei Kulturen lebt und umgehen kann, aber auch, daß sie nicht so wirklich zu dem einen oder anderen Kulturkreis mehr dazugehören. In China ist der Abstand zu den Einheimischen zu groß, in den USA verpassen sie sehr viel, was in ihrem Bekannten- und Freundeskreis geschieht, so daß sie nicht mehr mitreden können.
    Bei Tante Beth habe ich erst eine ganze zeitlang gebraucht, bis ich kapiert habe, daß wir Beth ja schon einmal im Buch erlebt haben, aber in Shanghai war sie so ganz anders, wie befreiter. Aber klar, sie muß dort auch nicht leben, sondern kann wieder zurück, daher muß sie sich für den Urlaub keinerlei Gedanken machen, wie und ob sie mit Land und Leute zurechtkommt.


    Zuerst war ich alarmiert, weil Elise mit ihren Töchtern zu Ada fährt, aber Paps lebt nicht mehr, das wäre sonst unverantwortlich gewesen. Es wird auch deutlich, daß das Verhältnis zwischen Elise und ihrer Mutter sehr angespannt und voller stiller Vorwürfe ist.


    Daß Elise Shanghai nicht verlassen möchte, hat mich verwundert, aber einmal wird erwähnt, sie hätte so eine dunkle Ahnung gehabt; ahnte sie, daß etwas Schlimmes passieren würde? Gibt sie wirklich Chris die Schuld an Sophies Tod? Dabei kann ein Herzfehler jederzeit tödlich sein, da gibt es keinen Schuldigen. Oder fühlt sie sich selber schuldig? Leah leidet sehr unter der Einsamkeit, nachdem Sophie nicht mehr lebt. Ich glaube nicht, daß die Therapie wirklich etwas bringt, im Endeffekt hört keiner dem Anderen richtig zu. Leah selber hält auch nicht viel von dem Therapeuten.


    Und dann die letzte Seite in diesem Abschnitt: hier wird der Leser ins kalte Wasser geschmissen, einfach so, und vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und was wir noch über die Familie erfahren werden.


    Wegen Singapur: ja, die nachmittäglichen Wolkenbrüche sind schon ziemlich heftig und kommen wirklich von jetzt auf nachher.


  • Für mich driftet die Familie, obwohl sie zusammen sind, immer mehr auseinander.


    Nach Sophies Tod habe ich das Gefühl, hat sich diese Situation noch deutlich verschärft.



    Die alten Vorwürfe sind noch lange nicht aufgearbeitet. Wie auch - wenn nicht weiter darüber geredet wird.


    Ja, hier wäre es wirklich mal an der Zeit, daß die beiden Frauen sich aussprechen.



    Aber ich glaube, dass sie sich nur wehrt, weil sie Chris eins auswischen will, denn sie hat sich längst von ihm sehr weit entfernt.


    Hm, da könnte vielleicht auch sein. Aus der Sicht der Kinder hatte ich übrigens eher das Gefühl, daß sie inzwischen mehr in ihre Mutterrolle reingewachsen ist, im Gegensatz zu dem Zeitpunkt, als sie das zweite Mal schwanger war.


    Da fällt mir ein, sie hatte damals doch über einen Schwangerschaftsabbruch nachgedacht, fühlt sie sich vielleicht deswegen schuldig an Sophies Tod, weil sie damals darüber nachgedacht hat, kann aber mit der angeblichen Schuld nicht leben und schiebt sie lieber auf Chris? Ich bin gespannt, ob wir noch aus Elises Sicht mehr über Sophies Tod erfahren werden.

  • Ein interessanter Abschnitt. Ich fand es sehr spannend, wie unterschiedlich die Familie sich in China einlebt.


    Nicht ganz verstanden habe ich, warum Elise dort so glücklich war, dass sie unbedingt bleiben wollte.
    Aber wie die beiden Mädchen das neue Land erleben, ist wirklich interessant. Ich könnte mir überhaupt nicht vorstellen, in ein asiatisches Land zu ziehen, ich bin eine blonde 1,80m Frau und es wäre mein Alptraum, da überall aus jeder Menge herauszustechen.
    Wie schlimm muss diese Anderartigkeit für die Mädchen sein, die noch nicht so gefestigt und selbstbewusst sind? Als Erwachsene sieht man das ja nochmal anders, wie auch der Besuch ihrer Tante zeigt, die das ganz gelassen nimmt. Aber für sie ist es auch nur Urlaub und nicht Alltag, das macht natürlich sicher auch etwas aus.


    Diese Expat- Gemeinschaften in solchen Ländern müssen ja eine Gesellschaft für sich sein. Einerseits spannend, andererseits aber ja auch schade, dass man sich da hauptsächlich mit anderen "Ausländern" abgibt und zu der Kultur und den Menschen des Landes, in dem man lebt, nicht so den Zugang findet oder auch gar nicht sucht.


    Den Therapeuten finde ich nach wie vor höchst merkwürdig. Aber ich musste grinsen als er Leah auffordert, sich vorzustellen, was Sophie in diesem Moment sagen könnte und sie dann wirklich mit ihr "spricht" - so war das von ihm wohl nicht bezweckt und er wirkt auf mich immer wieder ziemlich hilflos, wenn die Stunde nicht genau nach seinen Vorstellungen verläuft.


  • Diese Expat- Gemeinschaften in solchen Ländern müssen ja eine Gesellschaft für sich sein. Einerseits spannend, andererseits aber ja auch schade, dass man sich da hauptsächlich mit anderen "Ausländern" abgibt und zu der Kultur und den Menschen des Landes, in dem man lebt, nicht so den Zugang findet oder auch gar nicht sucht.


    Ja, das finde ich irgendwo auch schade.


  • Mir gefallen die Zeitsprünge und Perspektivwechsel sehr gut, es ist wie ein Schnipsel Erinnerung, der einem eben gekommen ist - Erinnerungen kommen auch durcheinander gewürfelt.


    Stimmt, das ist wirklich gut gemacht und passt sehr gut zur gesamten, irgendwie zerrissenen Stimmung dieses Romans!


    Mit dem Einschub zu Chris' Vorfahrin Mechthild konnte ich eigentlich noch nicht so viel anfangen, und so bin ich gespannt, wie sich dieses Detail aus der Kriegsteinschen Familiengeschichte in das Übrige einfügen wird! ;D


    Sehr interessant fand ich nun auch etwas mehr über die Töchter, ihre Beziehung zueinander und ihr Leben zu erfahren.
    Diese Einblicke haben mir gut gefallen und haben mir ihr "Familienleben" etwas näher gebracht.
    Erstaunt hat mich, dass Elise ja eine ganz schön strenge Mutter geworden ist!
    Auch die Kinder scheinen mit dem heimatlosen Leben nicht richtig zurechtzukommen.
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es anfangs ein echter Kulturschock ist und nicht einfach ist, sich in China zu integrieren.
    Aber andererseits scheint die Familie auch nicht wirklich bereit zu sein, sich dieser Kultur zu öffnen, sich den Gegebenheiten etwas anzupassen und sich in dieses Leben in Shanghai einzufinden.
    So leben sie dann doch mehr oder weniger in einer ganz speziellen Expat-Gemeinschaft, die doch mehr aus der Not geboren ist, da man sich ja irgendwie zusammenfinden muss.


    Für die blonde Sophie ist es ja geradezu der Horror, dass sie von allen bedrängt und ungefragt an den Haaren anfasst wird.
    Ich kann sehr gut nachvollziehen, was da in ihr vorgegangen ist und dass sie mit ihrer versuchten heimlichen Flucht in die USA, sich in ihrer Not gar nicht mehr anders zu helfen wusste.
    Doch auch ihre Heimaturlaube bei der Familie zeigen ihnen, dass sie auch dort nicht wirklich dazugehören! Echt schlimm!


    Diese Therapiesitzungen mit dem seltsamen Therapeuten sind ja wirklich ziemlich wirr.
    Jeder ist in seinem Schmerz und seiner Trauer so gefangen, dass sie gar nicht aufeinander eingehen können.
    Diese Familie ist wirklich nach dem traumatischen Tod Sophies zutiefst verstört und brauchen dringend Hilfe, aber mit diesem komischen Kauz sind sie wirklich nicht gut beraten. ;D
    Man spürt, dass Leah ihre Schwester Sophie sehr vermisst, denn schließlich war sie bisher ihre einzige zuverlässige Konstante – auch wenn sie scheinbar oft eifersüchtig auf sie war!

  • Ja, hier wäre es wirklich mal an der Zeit, daß die beiden Frauen sich aussprechen.


    Ich habe ja mittlerweile das Gefühl, dass es gar nicht mehr zu einer Aussprache kommen wird.



    Aber ich glaube, dass sie sich nur wehrt, weil sie Chris eins auswischen will, denn sie hat sich längst von ihm sehr weit entfernt.


    Das ist natürlich auch eine Möglichkeit!
    Denn ganz offensichtlich gefällt es Elisa in Schanghai doch gar nicht!
    Schlimm und völlig ungerecht finde ich ja auch, dass Elisa deshalb auch ihrem Mann kurzerhand die Schuld am Tod ihrer Tochter gibt.

  • Hallo zusammen,


    was für ein faszinierendes Buch...



    Bevor die Kriegsteins nach Singapur kommen, sind sie einige Jahre in Schanghai. Hier fallen sie sehr auf. Sophie mit ihren blonden Locken wird befühlt. Und Leah fühlt sich ein wenig zurückgesetzt. Für mich driftet die Familie, obwohl sie zusammen sind, immer mehr auseinander.


    Und wieder sind wir in einer ganz anderen Zeit. Sophie lebt noch und ist ein bisschen so etwas wie der blonde Engel, aber sie leidet darunter, dass wildfremde Menschen ständig ungefragt ihre Haare befingern… So sehr ich auch die Faszination der Menschen für ihre blonden Haare nachvollziehen kann: so ein Verhalten geht gar nicht! Sophie ist doch kein Ausstellungsstück, dass einfach so betatscht und weiter gereicht werden kann. >:( Interessant ist es aber, mehr über die Beziehung zwischen den zwei Schwestern zu erfahren… Und ganz ehrlich: ich kann die Schwierigkeiten der beiden, die sie mit dem Aufwachsen in einer sich ständig verändernden Umgebung haben, durchaus verstehen. Es ist sicherlich hart, wenn man sich als Kind ständig neu orientieren muss, oder? Zumal noch in einem fremden Land und Kultur, in der man schon optisch aus der Masse hervorsticht! Von daher kann ich den Ausbruchsversuch gut nachvollziehen. Zumal ja auch die Familie kein wirkliches "Nest" ist, denn die einzelnen Mitglieder driften immer mehr auseinander… So wird auch der Fluchtversuch nur beschwichtigt - es wird besser. Die Zeit heilt alle Wunden, oder wie? ::)


    Zitat

    Sie verbringen ihre Ferien in USA und können ihr Leben einfach umswitchen. Mir scheint aber, dass da in jedem von ihnen eine Leere ist. Elise gibt sich Ada gegenüber nachsichtig solange die Mädchen dabei sind, sobald sie alleine sind wird das Verhalten kälter. Die alten Vorwürfe sind noch lange nicht aufgearbeitet. Wie auch - wenn nicht weiter darüber geredet wird.


    Inzwischen bin ich sehr gespannt, ob die beiden jemals noch ein vernünftiges Gespräch über die schlimmen Erlebnisse Elises hinbekommen. Ich denke, eher nicht - was ich unfassbar traurig finde. Anfangs war ich deshalb auch sehr überrascht, dass Elise mit ihren Mädchen überhaupt wieder in ihr Elternhaus zurückkehrt, auch wenn ihr Großvater nicht mehr ist...


    Zitat

    Leah ist nach dem Tod von Sophie so allein, dass sie Sophie sieht und sich mit ihr unterhält. Die Therapie wird sie nicht weiterbringen, aber mir scheint Elise und Chris auch nicht. Der Therapaut ist aber auch seltsam, ständig unterbricht er ein Thema und fängt ein neues an.


    Der Therapeut ist wirklich seltsam und ich kann nicht begreifen, was er im Schilde führt. Denkt er wirklich, dass er der Familie so helfen kann? Aber selbst wenn er anders arbeiten würde: ich bin mir nicht sicher, ob sich (vor allem) Elise wirklich helfen lassen würde… Oder anders gesagt: keiner will mit dem anderen so richtig reden und ihm zuhören. :(


    Hm, da könnte vielleicht auch sein. Aus der Sicht der Kinder hatte ich übrigens eher das Gefühl, daß sie inzwischen mehr in ihre Mutterrolle reingewachsen ist, im Gegensatz zu dem Zeitpunkt, als sie das zweite Mal schwanger war.


    Da fällt mir ein, sie hatte damals doch über einen Schwangerschaftsabbruch nachgedacht, fühlt sie sich vielleicht deswegen schuldig an Sophies Tod, weil sie damals darüber nachgedacht hat, kann aber mit der angeblichen Schuld nicht leben und schiebt sie lieber auf Chris? Ich bin gespannt, ob wir noch aus Elises Sicht mehr über Sophies Tod erfahren werden.


    Dass es Elise darum geht, Chris einfach eins auszuwischen, kam mir auch schon in den Sinn. Oh je, wie traurig wäre das denn bitte?
    Und Deine Idee, odenwaldcollies, gefällt mir auch: ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Elise aufgrund des ihrer Überlegungen zu einem Schwangerschaftsabbruch, jetzt - nach Sophies Tod - Schuldgefühle hat. Zumindest insgeheim.



    Liebe Grüße
    dubh

  • Also ich finde ja, dass die Familie, obwohl sie zusammen ist, doch irgendwie total getrennt ist. Das Leben in China muss für die beiden Schwestern schrecklich gewesen sein. Die eine wird ständig angegafft und betatscht - das muss schrecklich sein! Und die andere fühlt sich irgendwie einsam. Das ist total verständlich, finde ich. Vor allem wenn man noch jung ist und nicht selber entscheiden kann, wo man lebt, ist es schon schrecklich, wenn man auch noch so schlimme Erfahrungen macht. Die beiden tun mir leid. Dass man daraus einen bleibenden Schaden zieht, ist mir irgendwie klar bzw. kann ich mir total vorstellen.


    Leah die Arme tut mir leid. Es muss schlimm für sie sein, jetzt ohne Sophie zu leben. Und dann auch noch der Therapeut... Ich weiß nicht, ob das wirklich was bringen soll? Ich kann es mir irgendwie nicht vorstellen.


    Alles in allem gefällt mir das Buch jeden Tag mehr. Mir gefällt die düstere Stimmung und die ganzen Probleme, etc., ich weiß nicht warum, eigentlich ist das ja nicht normal, aber es gefällt mir einfach, weil es mal was anderes ist.


  • Alles in allem gefällt mir das Buch jeden Tag mehr. Mir gefällt die düstere Stimmung und die ganzen Probleme, etc., ich weiß nicht warum, eigentlich ist das ja nicht normal, aber es gefällt mir einfach, weil es mal was anderes ist.


    Warum ist das nicht "normal"? So ist das Leben eben mitunter und ich finde es völlig normal, dass einem so etwas liegt. Vielleicht hängt es ja sogar auch ein wenig vom persönlichen Befinden ab, wie man mit einer solchen Thematik umgeht.
    Aber ich denke, ich weiß schon, was Du meinst, denn ich habe das Buch möglicherweise ähnlich empfunden: für mich ist es etwas Besonderes, weil es sich erstens mit einer ungewohnten Thematik beschäftigt und zweitens, weil ich finde, dass die unterschiedlichen Blickwinkel das Ganze noch "spezieller" machen...


  • Aber ich denke, ich weiß schon, was Du meinst, denn ich habe das Buch möglicherweise ähnlich empfunden: für mich ist es etwas Besonderes, weil es sich erstens mit einer ungewohnten Thematik beschäftigt und zweitens, weil ich finde, dass die unterschiedlichen Blickwinkel das Ganze noch "spezieller" machen...


    Ja, das stimmt auf jeden Fall. :)


  • Und wieder sind wir in einer ganz anderen Zeit. Sophie lebt noch und ist ein bisschen so etwas wie der blonde Engel, aber sie leidet darunter, dass wildfremde Menschen ständig ungefragt ihre Haare befingern… So sehr ich auch die Faszination der Menschen für ihre blonden Haare nachvollziehen kann: so ein Verhalten geht gar nicht! Sophie ist doch kein Ausstellungsstück, dass einfach so betatscht und weiter gereicht werden kann.


    Ich hatte Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre einen Kollegen, ein Farbiger und ein Mann über 50. Der ist oft morgens auf dem Weg zu Arbeit in der S-Bahn "befühlt" worden. Man wollte wissen, wie sich "Negerkrause" anfühlt. Das ist nicht nur einmal passiert - morgens in NRW. So außergewöhnlich ist das also nicht.

  • Warum ist das nicht "normal"? So ist das Leben eben mitunter und ich finde es völlig normal, dass einem so etwas liegt. Vielleicht hängt es ja sogar auch ein wenig vom persönlichen Befinden ab, wie man mit einer solchen Thematik umgeht.
    Aber ich denke, ich weiß schon, was Du meinst, denn ich habe das Buch möglicherweise ähnlich empfunden: für mich ist es etwas Besonderes, weil es sich erstens mit einer ungewohnten Thematik beschäftigt und zweitens, weil ich finde, dass die unterschiedlichen Blickwinkel das Ganze noch "spezieller" machen...


    Ich glaube, egal ob man das Buch sehr mag oder nicht, es klingt auf jeden Fall lange nach.


  • Ich hatte Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre einen Kollegen, ein Farbiger und ein Mann über 50. Der ist oft morgens auf dem Weg zu Arbeit in der S-Bahn "befühlt" worden. Man wollte wissen, wie sich "Negerkrause" anfühlt. Das ist nicht nur einmal passiert - morgens in NRW. So außergewöhnlich ist das also nicht.


    Ehrlich? Ist ja krass.
    Dass die Leute schauen, ist ja das eine und wahrscheinlich häufig, aber anfassen?!


  • Ich hatte Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre einen Kollegen, ein Farbiger und ein Mann über 50. Der ist oft morgens auf dem Weg zu Arbeit in der S-Bahn "befühlt" worden. Man wollte wissen, wie sich "Negerkrause" anfühlt. Das ist nicht nur einmal passiert - morgens in NRW. So außergewöhnlich ist das also nicht.


    Ach du liebes bisschen ::)

  • Suse

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