05 - Seite 316 bis 409

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  • Tja, Evas Sünde.
    In den Büchern von Nestas Enkelsohn steht auch ständig, wie verschlagen Frauen von Natur aus sind, dass sie von Natur aus böse und falsch sind usw.
    Oft werden ja heute noch Frauen beschuldigt, wenn sie vergewaltigt wurden - weil schließlich hätten sie ja nicht einen kurzen Rock anziehen müssen.


    Und auch damals war immer die Frau Schuld. Denn die Frauen waren es, die die Männer verführten. Und wenn sie schön waren, waren sie eine wandelnde Verführung - also ihre Schuld. Wie soll sich ein Mann da zusammenreißen, er kann doch gar nichts dafür ... ::)


    Ist das nicht auch ein Grund für die Verschleierung von Frauen in muslimischen Ländern? Zumindest bin ich der Meinung, das gehört zu haben...

  • Ist das nicht auch ein Grund für die Verschleierung von Frauen in muslimischen Ländern? Zumindest bin ich der Meinung, das gehört zu haben...


    Das weiß ich leider nicht (obwohl mein Mann Moslem ist, aber der weiß noch weniger über den Islam als ich ;D).
    Ich meine aber mal gehört zu haben, dass sowohl Männer als auch Frauen lt. muslimischem Glauben ihre Körper bedeckt hallten sollen. Aber natürlich legen diese Männer es wieder so aus, wie es ihnen passt ::)

  • Moins.


    Während eines Fußballfinalspieles kann man so wunderbar lesen ^^


    Ich habe gestern diesen Abschnitt beendet und will ein paar Worte dazu loswerden.


    Nesta und Henry verbringen eine Weile gemeinsam in Wales. Hier blüht Nesta wieder richtig auf, denn das raue Wetter und die weiten ihres Heimatlandes sind halt doch etwas ganz anderes als die Enge Londons.
    Zumal sie hier auch der Königin und ihrem Hofstaat entfliehen kann.
    Zwischen Henry und ihr läuft es noch gut, beiden genießen ihre Zeit und nutzen sie fruchtbar. Denn kaum ist er wieder abgereist, bemerkt Nesta, dass sie schwanger ist. Die Freude ist groß.
    Auf die Nachricht von ihr an den König eilt dieser im Galopp zurück zu ihr nach Wales und ist völlig aus dem Häuschen. Allerdings plagen ihn Sorgen des Landes wegen und so bleibt er nur kurz bei Nesta. Ganz nebenbei befragt er sie über die verschiedenen Verbindungen der Herren des Landes und Nesta gibt bereitwillig Auskunft. Natürlich denkt sie nichts böses von ihm - doch sie wird bitterlich enttäuscht. Jetzt merkt sie dann doch, dass Henry in erster Linie König und erst in zweiter Linie ihr Geliebter ist.
    Bei seiner Abreise halten sich Freude und Zorn die Waage. Er will die Länderein ihres Vaters zur Verbündung an den Feind abgeben und Nesta kann ihr Temperament mal wieder nicht zügeln. Im Schlafgemach darf sie vielleicht frei reden, vor seinen Soldaten jedoch nicht.
    Hier beginnt das Liebesleben der beiden den Bach runter zu gehen. Einzig Ansfride, die von Henry mitgebracht wurde und ein ganzes Jahr bei Nesta bleiben soll, gibt ihr etwas Kraft.


    Dann ist es auch schon soweit - Nesta kommt nieder. Die Geburt scheint relativ glatt zu verlaufen und kurz danach hält sie ihren Sohn in den Armen. Henry, nach seinem Vater genannt, ist von da an das einzige Glück in Nestas Leben.
    Doch ihre Welt wird je erschüttert, als Robert mit einer Nachricht vom Hof kommt. Nesta hatte gehofft Henry würde anreisen um sich seinen Sohn anzusehen, doch Robert soll Nesta - ohne Kind - zurück nach London bringen. Der Kleine Henry soll eine Amme bekommen und von ihr aufgezogen werden, bis er alt genug ist die Ausbildung eines Jungen von königlichem Blute zu erhalten.
    Nesta weigert sich, bis schließlich Roberts Vater anreist und ihr eine Amme präsentiert. Nesta wird gewaltsam von ihrem Sohn getrennt und nach London zurück gebracht.
    Sie kann kaum glauben, dass der Mann, den sie liebt ihr das angetan hat. Sie empfindet nur noch eine Leere in sich und kann Henrys Anblick kaum ertragen.
    Als er sie zu sich ruft weist sie ihn ab und stellt sich damit einer ungewissen Zukunft.


    Für Henry ist es undenkbar, dass eine Frau ihr Kind mehr lieben kann als ihren Mann und so wirft er ihr Unzucht mit Sir Stephen vor. Ungeheuerlich! Nesta zieht sich in ihr Schneckenhaus zurück. Sie hofft sich unsichtbar machen zu können. Vielleicht hat sie eine Chance ihren Sohn wieder zu erhalten, wenn der König sich eine andere Dirne fürs Bett sucht. Doch auch nach der Geburt des zweiten Kindes durch seine Frau Matilda, blockt Henry alles ab. Nesta bekommt ihren Sohn nicht. Er ist königlichen Blutes und wird nomannisch erzogen.
    Erst jetzt erkennt er seinen Fehler. Er dachte Nesta würde sich damit zufrieden geben, die zweite Frau an seiner Seite zu sein, doch Nesta hat mehr Temperament als die züchtigen Damen Englands.


    Um aus ihr noch Nutzen zu ziehen, verheiratet er sie kurzerhand mit Gerald de Winsor - dem Mann, der beim Mord ihrer Familie dabei war. Nesta ist geschockt, doch sie fügt sich. Immerhin geht sie so zurück in ihre Heimat und hat vielleicht die Chance näher an ihren Sohn heran zu kommen.


    Hach - ein sehr emotionaler Abschnitt. Ein auf und ab der Gefühle. Was hätte ich den König meucheln können. Ja, die Erziehung war damals so, aber er muss auch immer noch bedenken, sie ist nun einmal anders erzogen worden. Und ganz ehrlich - er hätte vielleicht früher daran denken können.
    Auf der anderen Seite verstehe ich, dass er seinen Sohn bestmöglich ausgebildet wissen will.
    Für Nesta ist das natürlich alles traurig. Ich glaube keine Mutter (gut, auch hier gibt es Ausnahmen) verkraftet es so einfach, wenn man ihr das Kind wegnimmt.
    Die Heirat mit Gerald könnte eine Wende in ihr Leben bringen, die sie endlich etwas zur Ruhe kommen lässt. Ich würde es ihr wünschen. Zumal mir der Bär durchaus nicht unsymphatisch ist.


    Da geht doch was ^^


    Sehr schön fand ich, dass Ansfride wieder vorkam. Ich glaube auch sie brauchte Abwechslung und kann Nesta in dieser Zeit am ehesten noch verstehen. Sie hat schließlich das selbe erlebt. Ich hoffe es war nicht das letzte Mal, das sie im Buch vorkam.


    Was noch keiner erwähnt hat - ist euch der Milan nicht aufgefallen? Erst beim Ausritt der kreisende Milan über ihr, der ihr als Zeichen der Freiheit erscheint und dann, als man ihr das Kind wegnimmt, der klängliche Schrei des Vogels.
    Ob uns die liebe Sabrina hier einen alten Bekannten eingeschmuggelt hat? ^^ Ich fands jedenfalls schön. Es spielt ein wenig Nestas Gefühle wieder.

  • Zum Thema Frauen als Freiwild:


    Unglaublich! (Viele) Männer sehen es seit Menschengedenken als ihr Vorrecht, die Frauen zu behandelt wie es ihnen passt. Aber wehe eine macht mal den Mund auf. Dann muss sie dafür büßen und hat es sich auch noch selbst zuzuschreiben.
    Ganz gruselig.


    Ich verstehe nicht, wieso auch noch heute der Unterschied besteht:
    Hat ein Mann viele Frauen, ist er ein toller Hecht.
    Hat eine Frau viele Männer, ist sie eine Hure.


    Sicher haben es schon immer auch viele Frauen ausgenutzt, dass sie auf die Männerwelt eine besondere Wirkung haben. Und ganz ehrlich - wenn wir Mädels wollen, können wir auch seeehr reizvoll sein. Aber deshalb muss ein Mann noch lange nicht darauf eingehen.
    Und bei Vergewaltigungen bin ich noch immer für Amputation !!!

  • ich habe den Abschnitt schon vor ein paar Tagen gelesen (mittlerweile habe ich auch schon über diesen Abschnitt hinaus gelesen - ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht) - bisher bin ich aber noch nicht zum Posten meiner Meinung gekommen..
    da zum Inhalt schon viel berichtet wurde, werde ich darauf jetzt nicht detailliert eingehen..
    ich muss sagen, ich habe echt mit Nesta mitgefiebert - ihre Gefühlswelt wird sehr gut dargestellt und ich finde es sehr toll beschrieben - ich habe mit ihr gebangt..
    die wunderschönen Tage in Wales tuen ihr richtig gut, sie blüht regelrecht auf und wie sie von der Schwangerschaft erfährt und auch Henry freut sich, da scheint die Welt noch in Ordnung zu sein - aber bald muss Nesta erkennen, dass Henry auch seine Schattenseiten hat - er wäre mir sonst wohl auch zu gut rübergekommen..Henry nutzt ihre Kenntnisse aus und auch ich bin darüber verwundert gewesen, wie gut sich Nesta mit den ganzen Familiengeschichten auskennt - ich könnte das nicht ???
    aber es stimmt schon, damals war die mündliche Weitergabe wichtiger als heute und man hat wohl auch mehr Wert darauf gelegt, schließlich war es wichtig
    es kommt wie es kommen muss - der Bruch zwischen Henry und Nesta - endlich erkennt sie auch seine Schattenseiten - als Henry dann nicht nachvollziehen kann, dass Nesta lieber bei Harri bleiben wollte und niht sofort wieder in sein Bett zurückkehren will und alles andere hinter sich lassen will - da war ich echt geschockt - er kann es nicht im geringsten nachvollziehen..
    als Nesta dann die Kinder von der Köngin und den König sieht - da hat mir Nesta richtig leid getan..
    und dann die Vermählung mit Gerald de Windsor - ich glaube auch, dass er gar kein so schlechter Kerl ist, wie sie am Anfang dachte - er ist nicht dumm und er schätzt sie bestimmt mehr als Henry es getan hat..


    bisher gefällt mir das Buch wirklich richtig gut und ich muss betonen, wie toll ich den Schreibstil finde ;D


  • Und ganz ehrlich - er hätte vielleicht früher daran denken können.
    Auf der anderen Seite verstehe ich, dass er seinen Sohn bestmöglich ausgebildet wissen will.


    Ich denke, darauf hat Henry keinen Gedanken verschwendet, das war schließlich schon immer so, daß die Kinder der hohen Herrschaften von Ammen übernommen werden ::)

  • Ich denke, darauf hat Henry keinen Gedanken verschwendet, das war schließlich schon immer so, daß die Kinder der hohen Herrschaften von Ammen übernommen werden ::)


    Wann genau hat man damit eigentlich angefangen? Weil viel früher, wurden die Kinder ja von ihren Eltern großgezogen ...

  • Schade, jetzt ist es also tatsächlich zum Bruch zwischen Henry und Nesta gekommen. Klar, das war abzusehen, aber bisher war mir Henry wirklich sehr sympathisch. Und er hat Nesta wirklich geliebt, glaube ich.
    Eigentlich sollte man ja meinen, dass ein gemeinsames Kind diese Liebe noch vergrößern oder verfestigen könnte, aber das Gegenteil ist der Fall.
    Nesta liebt ihren Sohn abgöttisch, während Henry ihn nicht einmal sehen möchte. Er sucht einfach eine Amme und will Nesta wieder zu sich holen. Henry hat natürlich schon viele Kinder, und seine Frau ist zum zweiten Mal schwanger. Und in seinen Kreisen ist es eben ganz normal und natürlich, dass Kinder "weggegeben" werden. Aber ich fand es schade, dass er Nesta glatt eine Affäre unterstellt und gar nicht mal versucht, sie und ihre Gefühle für ihren Sohn zu verstehen.
    Es hätte doch bestimmt Möglichkeiten gegeben, einen Kompromiss zu finden. Immerhin ist er der König. Aber er ist knallhart und wendet sich von Nesta ab.
    Sie tat mir hier in diesem Abschnitt total leid.


    Und jetzt hat Henry sie auch noch mit de Windsor verheiratet, ihrem Feind! Mir kommt de Windsor gar nicht so grausam vor. Natürlich waren die Zeiten grausam, und das, was de Windsor getan hat, war ebenfalls grausam. Trotzdem glaube ich irgendwie, dass es Nesta hätte schlechter treffen können.
    Ich bin gespannt, ob zwischen den beiden doch noch ein wenig Zuneigung entstehen wird?!

  • Hm, das ist eine gute Frage - Sabrina, weißt du das zufällig?


    Leider nicht. Aber Ammen gab es schon im antiken Ägypten, bei den Römern usw.
    Natürlich wurden sie gebraucht, wenn die Mutter bei der Geburt starb, aber gerade bei Königinnen und höhergestellten Frauen, die oft noch andere Verpflichtungen hatten und sich nicht immer um ihr Baby kümmern konnten, waren Ammen auch wichtig.


    In der einfachen Bevökerung wurden Kinder ja auch im Mittelalter selbst aufgezogen. Das mit den Ammen war ja wirklich nur in höchsten Kreisen üblich. Eine Frau sollte möglichst schnell wieder schwanger werden und weitere Erben produzieren und sich nicht auf das bereits vorhandene Kind konzentrieren. Damals dachte man wohl auch noch, dass Stillen eine Schwangerschaft verhindert (glauben heutzutage ja auch noch genug) und die Kinder damals wurden ja noch sehr viel länger gestillt als heute. Das wären dann ja vergeudete fruchtbare Jahre.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen