09 - Seite 338 bis Ende (ab "Die Æsol schwebten herab." bis zum Ende)

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  • Hier erfahren wir noch etwas mehr über Gûndûr: teilweise ist er sehr unsicher, wenn es um Bereiche außerhalb des Kampfes geht, mir scheint auch, daß er nicht genau weiß, wie er mit seiner Trauer um Torog umgehen soll, ob es wirklich Trauer ist, die er empfindet. Und scheinbar hat er nicht gewußt, daß das Attentat auf Bentora tödlich für Tennato ausgehen wird; das verwundert mich nicht mal so sehr, ich hatte sowieso schon das Gefühl, daß Xiviarr zu sehr sein eigenes Ding macht.
    Und auch wenn er Xiviarr nicht besonders gemocht hat, war er dennoch eine Konstante in seinem Leben, die ihm die Richtung vorgegeben hat, so daß er ihn nun tatsächlich vermisst.


    Tynays Plan ist sehr raffiniert und klappt perfekt; ich hatte mich schon gewundert, daß die Haarnadeln mehrmals erwähnt wurden, aber daß sie als Waffen herhalten werden, das kam mir nicht in den Sinn. Auch wenn es eklig und brutal ist, die Dinger Gûndûr in die Augen zu stechen, ist es sehr effektiv. Und durch die Schwertwunden, die Usahl und Yunkai dem Halbgott zugefügt haben, konnte Tynay durch dessen Blut kurzzeitig an Stärke gewinnen. Wenn ich mir vorstelle, wie sie den Kopf von dem Körper dreht. Ha, und ich hatte mir ja schon in den vorigen Abschnitten überlegt, ob Gûndûr evtl. verletzlicher werden würde, wenn man ihm das Amulett überzieht: und es funktioniert tatsächlich, durch seinen Trieb läßt er jegliche Vorsicht fahren und unterschätzt Tynay völlig.


    Und dann kann Tynay das Orakel auch noch in den Wahnsinn treiben! Mir geht es wie Akineta: ich bin auch davon überzeugt, daß Tynay eine große Zukunft im Kult bevorstehen wird. Wenn man bedenkt, daß sie am vorigen Abend hätte sterben sollen? Ohne diese Erfahrung hätte sie sicherlich nicht diese Entwicklung durchgemacht.


    Daß das Orakel durchdreht, wird von den Aesol auch wieder stillschweigend akzeptiert, sie gehen nicht gegen die Ondrier vor. Mein Verdacht, daß das alles wieder nur ein Experiment der Aesol ist, verhärtet sich immer mehr. Nach dem Motto: mal sehen, wer es schafft, alle 10 Türen und die Wahrheit dahinter zu finden und was sich dann daraus ergibt.


    Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen, weil es sehr raffiniert ist, sich von der Schattenherrentrilogie abhebt und damit was ganz anderes ist, ohne aber völlig fremd zu wirken.

  • Ein tolles überraschendes Ende und die Schatten triumphieren. Tynay ist die große Siegerin und wird es noch weit bringen. Wer sonst kann den Mord an einem Halbgott vorweisen und die Schuld am Schwachsinn eines Orakels. Schlaues Mädchen... man kann sie eigentlich bewundern. Und um das ganze noch zu unterstreichen, spricht ihr auch Akineta das Vertrauen aus.


    Iotana schließt sich dem Kult an, daran habe ich nicht gezweifelt! Sie wird sicher die neuen Lehren einsaugen. Schade, dass wir nichts mehr von ihr lesen.


    Die Aesol reagieren wieder ziemlich ruhig, selbst als das Orakel dem Wahnsinn verfällt. Es war also nichts besonders für sie, sondern nur mittel zum Zweck für eine bestimmte Zeit. So konnten sie durch die Interpretation der Sprüche die Anhänger der Götter lenken. Jedenfalls vermute ich das. Vielleicht schlepen sie bald ein neues Bärchen von einem entfernten Planeten an. ;D


    Gundur hatte nur kleine Glanzmomente, aber nicht mehr im letzten Abschnitt. Halbgott hin oder her, er ist tot und niemand wird lange um ihn trauern. Die Menschen suchen sich neue Anführer oder schließen sich dem Kult an. Und damit verbreiten sich die Schatten auch in den entlegenen Gebieten, denn im Palast des Orakels waren sie siegreich. Und das alles hat eine Adepta geschafft.


    8)

  • Ich habe auch weitre gelesen, obwohl es ja schön war zu spekulieren. Auf dieses Ende bin ich nicht gekommen. Effektiv. Die Szene des Kampfes gegen Gundur habe ich überblättert.
    Schade, so ist er noch nicht einmal in einem guten Kampf gefallen. Allerdings wünschte ich mir einen 2. Teil, denn da ist noch so einiges offen. So richtig wahnsinnig ist das Orakel ja nicht es machte eher den Eindruck als ob ein Computer abstürzt, den man dann neu gestartet hat. Es hat sich ja dann noch mit normalen Worten zurück gezogen. Was war das für ein Spiel? Was passiert, wenn aus dem Akt zwischen Halbgott und Tynay ein Kind entsteht, auch noch am Ende der mondlosen Nacht?
    Tja, Tynay ist trotzdem ein Sympathieträger. Ihre hinterhältige Attacke hat mir nicht gefallen, aber nach dem Nutzen-Denken ist sie effektiv und zielführend. Keine sinnlose Grausamkeit, sondern kalt berechnend. Die Frage ist, gäbe es irgendetwas, was Tynay zu Anderen Gefühlen (vielleicht überhaupt zu Gefühlen) animieren kann?


  • So richtig wahnsinnig ist das Orakel ja nicht es machte eher den Eindruck als ob ein Computer abstürzt, den man dann neu gestartet hat. Es hat sich ja dann noch mit normalen Worten zurück gezogen.


    Es waren seine letzten Worte oder eben die, die die Aesol weitergeben (auch wenn sie nicht vom Orakel stammen). ;)


    Zitat von Rhea

    Was passiert, wenn aus dem Akt zwischen Halbgott und Tynay ein Kind entsteht, auch noch am Ende der mondlosen Nacht?


    Der Gedanke kam mir auch. Ist Gundur auch unter dem Einfluss dieses magischen Zaubers unfruchtbar oder passierte das was? :popcorn:

  • ich muss gestehen, ich bin mir noch nicht sicher, was ich von dem Ende halten soll..wenn es nach mir ginge, dann hätte das Buch locker noch ein paar Seiten mehr haben können..
    dass Tynay am Ende durch eine List Gundur bezwingt - daran habe ich im späteren Verlauf des Buches keine Zweifel mehr gehabt - überrascht war ich etwas von der Reaktion des Orakels - es klatscht vor Freude..damit hätte ich nicht gerechnet..und am Ende ist es wahnsinnig geworden und daran zu Grudne gegangen :'( ich mochte das Bärchen..
    dass Iotana auch ihren Weg in die Schatten gefunden hat, war auch abzusehen - alles andere hätte mich schon gewundert..
    was mich etwas wundert, dass sich Tynays Verlobter sich ihnen anschließt - damit hätte ich nun auch nicht gerechnet..wobei ich auch nicht weiß, welchen Weg ich von ihm erwartet hätte..
    schade finde ich es, dass man nicht wirklich mehr über die Aesol erfahren hat - für mich sind sie immer noch recht rätselhaft und mit Geheimnissen umgeben..
    interessant fand ich auch die Entwicklung von Tynay..zwischendrinne dachte ich echt, dass sie vom Weg der Finsternis abgekommen ist, dass sie zweifelt und vielleicht im Verlaufe der Nacht zu der Erkenntnis kommt, dass ein anderer Weg besser für sie wäre..dass sie quasi ihren eigenen Weg in die Finsternis findet und mit ihren Grundideen verbindet..das hätte ich zwischendrinne nicht so vermutet..aber sie hat ja eine Menge geschafft..ihre Entwicklung (und das in einer Nacht) ist auch ganz schön erstaunlich..was wäre wohl passiert, wenn sie am Anfang doch geopfert wurden wäre..? :-\
    auch ich könnte mir einen zweiten Band sehr gut vorstellen ;)


  • ich hatte mich schon gewundert, daß die Haarnadeln mehrmals erwähnt wurden,


    Da spricht die erfahrene Leserin ... ;)


    Ha, und ich hatte mir ja schon in den vorigen Abschnitten überlegt, ob Gûndûr evtl. verletzlicher werden würde, wenn man ihm das Amulett überzieht


    Auch da lagst Du wieder richtig. ;)


    Nach dem Motto: mal sehen, wer es schafft, alle 10 Türen und die Wahrheit dahinter zu finden und was sich dann daraus ergibt.


    Wenn man Xiviarrs Plan mit dem Nachtäther und das Missgeschick beim Wecken von Bentora weglässt, wäre die Nacht eigentlich so verlaufen:
    Alle neun Gesandtschaften verbringen eine Nacht im Regenbogenpalast. Am Ende schenken die Göttergetreuen dem Orakel einen Tanz, die Ondrier schenken ihm ein Schattenross, das aus einem Einhorn gemacht wurde. Die Tore wären unentdeckt geblieben, das Orakel hätte eines der Geschenke bevorzugt und eine Weissagung gewährt, die es nicht wahnsinnig gemacht hätte.
    Glaubst Du, die Æsol haben es so gedreht, wie es dann geschehen ist? Oder wurden sie ebenfalls von den Ereignissen überrascht?


    Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen, weil es sehr raffiniert ist, sich von der Schattenherrentrilogie abhebt und damit was ganz anderes ist, ohne aber völlig fremd zu wirken.


    :freu:



    Ein tolles überraschendes Ende und die Schatten triumphieren. Tynay ist die große Siegerin und wird es noch weit bringen.


    Sie folgt übrigens einer roten Linie, einem gewissen Leitmotiv, die sie durch die gesamte Nacht hindurch anwendet ...



    Die Aesol reagieren wieder ziemlich ruhig, selbst als das Orakel dem Wahnsinn verfällt. ... Vielleicht schlepen sie bald ein neues Bärchen von einem entfernten Planeten an.


    Hmmmm ... Wenn Du Lust hast, schau noch mal im letzten Abschnitt nach: War das Bärchen wirklich das Orakel? ;)



    So richtig wahnsinnig ist das Orakel ja nicht es machte eher den Eindruck als ob ein Computer abstürzt, den man dann neu gestartet hat. Es hat sich ja dann noch mit normalen Worten zurück gezogen.


    Auf Seite 361 sehen wir das Orakel zum letzten Mal - was danach kommt, sind Botschaften, die die Æsol verkünden. Hältst Du diese Botschaften für zuverlässig, oder ummanteln sie nur den Wahnsinn?



    Die Frage ist, gäbe es irgendetwas, was Tynay zu Anderen Gefühlen (vielleicht überhaupt zu Gefühlen) animieren kann?


    In einem der vorherigen Leseabschnitte habt Ihr, glaube ich, darüber spekuliert, was passiert wäre, wenn Tynay Zeugin einer glücklichen Liebe zwischen Iotana und Tennato geworden wäre. Vielleicht hätte ihr das wirklich einen anderen Impuls gegeben?



    was mich etwas wundert, dass sich Tynays Verlobter sich ihnen anschließt - damit hätte ich nun auch nicht gerechnet..wobei ich auch nicht weiß, welchen Weg ich von ihm erwartet hätte..


    Des Menschen Wille ist sein Himmelreich ... Wenn er Gelegenheiten für "gute Kämpfe" sucht und eher zweitrangig ist, wer dabei gewinnt, ist er dort richtig, wo es viele Feinde gibt.



    interessant fand ich auch die Entwicklung von Tynay..zwischendrinne dachte ich echt, dass sie vom Weg der Finsternis abgekommen ist, dass sie zweifelt und vielleicht im Verlaufe der Nacht zu der Erkenntnis kommt, dass ein anderer Weg besser für sie wäre.


    Was waren für Dich die "Wendepunkte", an denen sich Tynay auch anders hätte entscheiden können?


    was wäre wohl passiert, wenn sie am Anfang doch geopfert wurden wäre..?


    Das hätte ja bedeutet, dass die Expertin für die Erschaffung von Schattenrossen überlebt hätte. Vermutlich wäre das Einhorn dann zu einem Schattenross geworden und die Ondrier wären mit diesem Geschenk angetreten. Das wäre einfacher gewesen - aber die interessanteren Geschichten findet man dort, wo Hindernisse auftauchen. ;)


  • Wenn man Xiviarrs Plan mit dem Nachtäther und das Missgeschick beim Wecken von Bentora weglässt, wäre die Nacht eigentlich so verlaufen:
    Alle neun Gesandtschaften verbringen eine Nacht im Regenbogenpalast. Am Ende schenken die Göttergetreuen dem Orakel einen Tanz, die Ondrier schenken ihm ein Schattenross, das aus einem Einhorn gemacht wurde. Die Tore wären unentdeckt geblieben, das Orakel hätte eines der Geschenke bevorzugt und eine Weissagung gewährt, die es nicht wahnsinnig gemacht hätte.
    Glaubst Du, die Æsol haben es so gedreht, wie es dann geschehen ist? Oder wurden sie ebenfalls von den Ereignissen überrascht?


    Hm, gute Frage: daß Tynay das Wecken von Bentora überleben würde, konnten sie nicht wissen, daher war Tynay sicherlich eine unerwartete Kompenente in dieser Nacht. Aber daß Xiviarr den Nachtäther hat, das wußten sie, weil er ihn von ihnen bezogen hat, daher konnten sie sich vielleicht auch denken, was er damit vorhat. Aber ob sie das alles wirklich bis zum Wahnsinn des Orakels durchdacht hatten? Da hätte doch sicherlich noch einiges anders laufen können.
    Viellelicht wollten die Aesol wirklich hautnah den Konflikt zwischen Göttertreuen und den Schatten "untersuchen", aber ob sie den Wahnsinn des Orakels mit eingerechnet haben, da schwanke ich etwas. Immerhin sind sie sehr deutlich geworden, als Tynay und Co. plötzlich im Zimmer des Orakels standen, andererseits haben sie zu gelassen auf das wahnsinnige Orakel reagiert. Wenn ein Orakel Weissagungen durchführen kann, hat es dann eigentlich seinen eigenen Wahnsinn auch vorhergesehen?


  • Auch da lagst Du wieder richtig. ;)


    Komisch ich fand ihn nicht verletzlicher, sondern er wurde Opfer seiner Naivität und seines Glaubens an die Stärke des Guten. Viele denken ja, einvernehmlicher Sex häte was mit Liebe zu tun.


  • Auf Seite 361 sehen wir das Orakel zum letzten Mal - was danach kommt, sind Botschaften, die die Æsol verkünden. Hältst Du diese Botschaften für zuverlässig, oder ummanteln sie nur den Wahnsinn?


    Ich halte diese Botschaften für zuverlässig, denn egal von wem sie kommen, die Æsol hätten jederzeit eingreifen können. Ich denke es war ihr Spiel. Irgendwie scheint mehr dahinter zu sein :-\


    In einem der vorherigen Leseabschnitte habt Ihr, glaube ich, darüber spekuliert, was passiert wäre, wenn Tynay Zeugin einer glücklichen Liebe zwischen Iotana und Tennato geworden wäre. Vielleicht hätte ihr das wirklich einen anderen Impuls gegeben?


    Ich glaube das nicht, denn Gefühle sehen ist nicht selbst erleben. Da käme eher Neid auf und der gehört wieder zur Finsternis. Ich hate kurz gedacht, dass es die Achtung vor der Wüste ist.Als sie jedoch erkannte, dass die Finsternis die schönere und mächtigere Wüste ist, war diese Hoffnung vorbei. Um Liebe zu erleben, hätte sie einen ebenbürtigen Partner gebraucht. Leider erschaffst Du keine ebenbürtigen Charaktere auf der weißen Seite. ::)


  • Komisch ich fand ihn nicht verletzlicher, sondern er wurde Opfer seiner Naivität und seines Glaubens an die Stärke des Guten. Viele denken ja, einvernehmlicher Sex häte was mit Liebe zu tun.


    Ich meinte hier mit "verletzlicher" eher, daß er durch den Rausch der Hormone unvorsichtiger wird und damit leichter zu verletzen.

  • Aber der Rausch war doch schon vorbei. Die Wirkung des Amulets hate schon nachgelassen. er war entspannt und dache einfach nicht daran, dass eine Frau, die eben noch leidenschaftlichen Sex mi ihm hate, ihn nun hinterrücks ermordet.


  • Aber der Rausch war doch schon vorbei. Die Wirkung des Amulets hate schon nachgelassen. er war entspannt und dache einfach nicht daran, dass eine Frau, die eben noch leidenschaftlichen Sex mi ihm hate, ihn nun hinterrücks ermordet.


    Tja, da hat er sich ziemlich verrechnet ;D Ohne das Amulett hätte er aber wahrscheinlich gar keine Sex mit ihr gehabt und sie nicht so nahe an sich herangelassen.

  • Auf mich machte er den Eindruck, als ob er Intrigen nicht durchschauen kann und nur gerade denkt. Eine Adeptin hatte sich ergeben und sie ist schön und hat sich ihm geschenkt.ich glaube nicht, dass er ohne das Amulett anders gedacht hätte. Er hatte keine Ahnung vonihrer Stärke, er dachte sie sei harmlos ohne ihre Baronin. Da fehlte der Priester als denkender Kopf.


  • Eine Adeptin hatte sich ergeben und sie ist schön und hat sich ihm geschenkt.ich glaube nicht, dass er ohne das Amulett anders gedacht hätte. Er hatte keine Ahnung vonihrer Stärke, er dachte sie sei harmlos ohne ihre Baronin. Da fehlte der Priester als denkender Kopf.


    Hm, das könnte erschwerend dazukommen. Aber nach dem Tanz mit Bentora ist er sich durchaus der Gefahr der Anziehung durch die Finsternis bewußt, daher denke ich schon, daß das Amulett auch eine Rolle gespielt hat. Aber hier kann sicherlich Bernd uns noch erhellen ;D

  • Bentora hat er als starke Gegnerin gekannt. Sie war eine Unsterbliche, eine Baronin. Tynay nur Adeptin ohne den Schutz einer Unsterblichen und scheinbar reuig und kleinlaut. Er hat sie einfach unterschätzt.

  • Na gut, sie hat ihre Haarnadeln nicht mitten in Gûndûrs Herz gestoßen, sondern mitten in beide Augen, aber das ist ja auch effektvoller, ich geb`s zu. ;D Aber mit den Haarnadeln hatte ich wenigstens recht. Auch hätte ich jetzt nicht vermutet, dass sie sich noch so viel Zeit lässt und erst ein Schäferstündchen mit ihm genießt, anstatt die Wirkung des Amuletts sofort an Ort und Stelle auszunutzen, bevor sie nachlässt und Gûndûr nicht mehr hormongesteuert ist. Aber so ist der Tod natürlich noch dramatischer und viel finsterer! >:D Ja, was soll man da anderes sagen als 'Hut ab liebe Tynya' , das ist mal ein richtig böser und gelungener Schowdown. Auch die List, das Orakel in den Wahnsinn zu treiben, war ganz schön clever. Ich kann mich nur wiederholen, ich sehe für Tynay eine große Karriere innerhalb der Schatten voraus. Sie wird es weit bringen! :o


    Es läuft mir ja noch nachträglich kalt den Rücken runter, wenn ich darüber nachdenke, mit welcher Coolness und wie überlegt sie immer agiert hat, um alle Erkenntnisse über die Finsternis anzuwenden und zu erforschen und den Weg der Zerstörung, und damit den Weg ganz bewusst und tief hinein in die Finsternis zu gehen. Sie hat genau beobachtet, analysiert, ausprobiert und so schnell gelernt und am Ende mit ihren Erkenntnissen gesiegt, wie wahrscheinlich kein anderer vor ihr. Eigentlich könnte sie gleich Schattenkönigin werden. ;D


    Für Iotana sehe ich auch keinen anderen Weg mehr, als in die Schatten. Nach allem, was sie diese Nacht getan hat, kann sie doch keine normales Leben mehr führen und eigentlich nur noch eine Art Zuhause bei den Schatten finden. Eine Therapie wird sie ja nicht bekommen. Sie tut mir irgendwie leid. Schlimm, was diese eine Nacht aus ihr gemacht hat, wenn ich bedenke, wie glücklich und optimistisch sie am Anfang noch war.


    Ein bisschen zu viel hänge ich allerdings in der Luft, was die Æsol betrifft. Ich mag prinzipiell ja recht gerne auch etwas offene Enden, aber hier hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht, gerade weil die Æsol über das ganze Buch verteilt so sehr geheimnisvoll waren, so dass ich doch gerade bei ihnen auf einen Erklärung hingefiebert habe. Hier stehe ich jetzt mit ein bisschen zu leeren Händen da, finde ich. Ich kann jetzt vermuten, dass sie selbst das eigentliche Orakel sind und das Bärchen nur Show, aber warum, weshalb, weswegen sind sie da? Warum so unbeteiligt? Oder sind sie nur eine interessante Kulisse? Hmmmm......


    Insgesamt fand ich das Buch klasse! Es war anders als die anderen Bücher, aber ich finde auch, dass es eine tolle Ergänzung zu der Schattenherren-Reihe ist. Anders wirkte es auf mich nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Lesegefühl her, wohl durch die vielen Gespräche und Gedanken und den begrenzten Zeitraum. Wobei ich aber auch gemerkt habe, dass gerade die Gespräche/Gedanken z. T. auch mal fast zu lang waren. Wäre es dann nicht gerade noch rechtzeitig wieder gekippt und wieder was "passiert", hätte ich anfangen können, die ein oder andere Länge zu spüren. Also gerade noch so abgefangen. ;)


    Ja, von mir aus kann es gerne auch irgendwann wieder eine Geschichte aus der Welt der Schatten geben! :)