06 - Seite 199 bis 255 (7. und 8. Stunde der Nacht)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Ich muß jetzt einfach wissen, was die Nacht weiterhin bringt ;D


    Es geht spannend weiter: wie schon gedacht, ist Iotana bereit, einen Pakt mit Tynay zu schließen, um sich an Gûndûr, Xiviarr und Elodiar zu rächen. Wer mich aber überrascht hat, ist Sabea: ich hätte nicht gedacht, daß sie plötzlich so hilflos und hysterisch ist, nachdem Bentora gestorben ist. Mir scheint, ihre ganze Grausamkeit und Ergebenheit gegenüber dem Kult ist nur Tarnung, weil sie in Wirklichkeit ganz schön Angst hat. Sie wird ja regelrecht hysterisch, weil sie sich sicher ist, sterben zu müssen.
    Im Gegensatz zur ihr ist Tynay als Arriek ein deutlich härteres Leben gewohnt, in der Wüste sind rationale Entscheidungen überlebensnotwendig, Hysterie tödlich. Daher behält Tynay auch den Überblick und übernimmt die Führung, die Sabea bereitwillig annimmt.


    Nun wissen wir auch, was genau Bentora vergiftet hat: das ist ja spannend mit diesem Nachtäther. D.h. aber auch, daß Xiviarr bereits im voraus das Attentat auf die Osadra geplant hatte. Elodiar hätte seinen Bruder Tennato wohl eher davon abgehalten, diese Aufgabe zu übernehmen, wenn er gewußt hätte, daß es für ihn tödlich ausgeht. Gûndûr hat Tennato und Iotana zwar damals noch nicht verraten, als sie ihn um Hilfe gebeten hatten, aber dafür hat er es dann später in Kauf genommen.
    Immerhin hat Gûndûr Bedenken wegen der (verfluchten) Magie, aber Xiviarr fegt sie beiseite, für ihn ist jedes Mittel recht, um die Schatten zu bekämpfen.
    Interessant auch die Aussage: kein Mond, kein Gesetz! Xiviarr scheint sich ziemlich viel mit den Aesol auseinandergesetzt zu haben, immerhin hat er auch den Aether von ihnen. In meinen Augen handelt mir der Priester zu selbständig und mich würde es nicht wundern, wenn er noch Pläne verfolgt, von denen sonst keiner weiß.


    Ich bin gespannt, ob Arilurs Amulett noch eine andere Bedeutung haben wird, als nur seine Potenz zu steigern.


    Und ebenso bin ich gespannt, was sich öffnen wird, wenn die Frauen den Sand verwenden werden.


  • Wer mich aber überrascht hat, ist Sabea: ich hätte nicht gedacht, daß sie plötzlich so hilflos und hysterisch ist, nachdem Bentora gestorben ist.


    Das hat mich nun nicht gewundert, denn ich hatte sie von Anfang an so eingeschätzt - großer Mund, nix dahinter. Mir gefällt total, wie Tynay die Führung übernimmt und mir gefällt, dass sie etwas herausgefunden hat, was die anderen scheinbar nicht so sehen. Sie sieht die "Schatten" auch nur als Mittel um in die Wüste zu gehen, die sich Finsternis nennt. Diese Sicht ist soweit ich das verstehe völlig neu und sehr interessant. Schade, dass es nun wieder ums Töten geht.
    Diesen plötzlichen Hass verstehe ich gar nicht. Woher kommt der Hass? Ich kann ja noch verstehen, dass sie die Kerle hasst, die sie verletzen wollten, dass sie sauer ist auf die, die am Tod ihres Geliebten schuld waren. Aber so ein Hass? Wo ist die normale Sperre, die man hat, wenn man einen Menschen verletzt? Quälen? Da müßte sie doch vorher schon ein Psychopath gewesen sein. Vielleicht war sie das auch schon, denn diese Art Liebe halte ich nicht für normal. Es gibt zwar die Legende von den zwei Hälften, die sich finden sollen, aber ich glaube nicht daran.


    Ich bin gespannt, ob Arilurs Amulett noch eine andere Bedeutung haben wird, als nur seine Potenz zu steigern.


    Ich denke es hat ja schon eine andere Wirkung. Alle in der Umgebung werden davon beeinflusst und es scheint sein Gehirn aufzuweichen.


    Ja, Ich wundere mich immer wieder, wie hier die zerstörerische Kraft verherrlicht wird. Ja, ich liebe auch Mephisto, aber weil er Dialektiker ist und so einseitig zerstören? Es sind die Argumente der Satanisten, die ich hier wiederfinde. Die Götter und die Priester kommen ja nicht gut weg und sind keine Alternative.


  • Mir scheint, ihre ganze Grausamkeit und Ergebenheit gegenüber dem Kult ist nur Tarnung, weil sie in Wirklichkeit ganz schön Angst hat. Sie wird ja regelrecht hysterisch, weil sie sich sicher ist, sterben zu müssen.


    Im Kult sind die Schattenherren das Objekt der Verehrung.
    Nun wird Sabea Zeugin, wie eine Schattenherrin stirbt.
    Geben die Lehren des Kults auf ein solches Ereignis eine Antwort?



    Nun wissen wir auch, was genau Bentora vergiftet hat: das ist ja spannend mit diesem Nachtäther. D.h. aber auch, daß Xiviarr bereits im voraus das Attentat auf die Osadra geplant hatte. Elodiar hätte seinen Bruder Tennato wohl eher davon abgehalten, diese Aufgabe zu übernehmen, wenn er gewußt hätte, daß es für ihn tödlich ausgeht. Gûndûr hat Tennato und Iotana zwar damals noch nicht verraten, als sie ihn um Hilfe gebeten hatten, aber dafür hat er es dann später in Kauf genommen.


    Gûndûr triumphiert, als er seine Gegnerin überwindet - er reagiert als Krieger. Heißt das auch, dass er wusste, was geschieht? Glaubt Ihr, ihm war klar, dass Tennato sterben würde? Oder sieht er ihn im Nachhinein als einen "Verlust auf den Schlachtfeld", wie es sie immer gibt?



    Mir gefällt total, wie Tynay die Führung übernimmt und mir gefällt, dass sie etwas herausgefunden hat, was die anderen scheinbar nicht so sehen. Sie sieht die "Schatten" auch nur als Mittel um in die Wüste zu gehen, die sich Finsternis nennt. Diese Sicht ist soweit ich das verstehe völlig neu und sehr interessant.


    Vermutlich ist sie tatsächlich neu, weil Tynay sie selbst entwickelt hat. Die Gleichsetzung der Finsternis mit einer großen Wüste hat sie ja nicht aus einem Buch oder aus Kaletos Unterricht.


    Aber so ein Hass? Wo ist die normale Sperre, die man hat, wenn man einen Menschen verletzt?


    In meiner Zeit als Karatelehrer habe ich beobachtet, dass Menschen in aller Regel eine Sperre haben, über die sie bei der Gewaltanwendung nicht hinausgehen (wollen). Weit verbreitet ist zum Beispiel: "Der Kampf ist zu Ende, wenn ein Gegner auf dem Boden liegt - es wird nicht 'nachgetreten'." Andere Leute schlagen grundsätzlich niemanden und müssen auch im Training einen starken inneren Widerstand überwinden, um das unter kontrollierten Bedinungen zu tun. Faszinierend und auch ein wenig erschreckend war für mich die Beobachtung, dass, wenn diese individuelle "Das-mache-ich-auf-keinen-Fall-Schwelle" überwunden ist, keine zweite solche Schwelle mehr kommt. Wenn also die "Ich-schlage-niemanden-Leute" über diese Hemmschwelle kommen, dann haben sie keinen "natürlichen Instinkt" mehr, der sie zurückhält, wenn der Trainingspartner am Boden liegt - dieses Verhalten müssen sie dann neu erlernen.


    Alle in der Umgebung werden davon beeinflusst und es scheint sein Gehirn aufzuweichen.


    ... das Gehirnaufweichen ist allerdings eine häufige Begleiterscheinung der Magieanwendung. Der menschliche Verstand ist nicht dafür gemacht, dass mehrere Wirklichkeiten ineinanderfließen.


    Die Götter und die Priester kommen ja nicht gut weg und sind keine Alternative.


    Wobei Gûndûr bei Dir eine gewisse Sympathie zu genießen scheint.


  • Im Kult sind die Schattenherren das Objekt der Verehrung.
    Nun wird Sabea Zeugin, wie eine Schattenherrin stirbt.
    Geben die Lehren des Kults auf ein solches Ereignis eine Antwort?


    Müssen sie ja, denn schließlich kann sie der König auch sterben lassen und durch Silber können sie auch sterben.
    Ich habe es eher so empfunden, dass sie wußte, nun keinen Schutz mehr zu haben und auch in der Schattenwelt auf der Seite der Verlierer, damit der Nutzlosen, zum Sterben Verurteilten, steht. Sie hatte die Gunst dieser Schattenherrin und alles was sie war beruhte darauf. Sie ist eher ein Schakal (ohne dem wirklichen Tier zu nahe zu treten) als ein Panther.


    Gûndûr triumphiert, als er seine Gegnerin überwindet - er reagiert als Krieger. Heißt das auch, dass er wusste, was geschieht? Glaubt Ihr, ihm war klar, dass Tennato sterben würde? Oder sieht er ihn im Nachhinein als einen "Verlust auf den Schlachtfeld", wie es sie immer gibt?


    Letzteres. Ich hatte befürchtet, er sei in den Plan eingeweiht, aber es war wohl eher nur der Plan des Priesters. Ich dachte zunächst auch, das sei so eine Art Strafe, weil er fremd geliebt hat und sich gegen die Gesetze seines Landes gewandt hatte, aber scheinbar wollte er bloß ein Held sein. Das hat er wohl mit vielen Soldaten gemein. Der Halbgott ist ein Krieger, also wird er diesen Tod auch so sehen, ein Krieger, der einen ehrenvollen Tod gestorben ist. Nett finde ich, dass er Iotana schon als Witwe bezeichnet, also ihre Liebe ernsthaft anerkannt hat.


    Vermutlich ist sie tatsächlich neu, weil Tynay sie selbst entwickelt hat. Die Gleichsetzung der Finsternis mit einer großen Wüste hat sie ja nicht aus einem Buch oder aus Kaletos Unterricht.


    Das ist klar, so steht es ja geschrieben, aber es ist mehr als ein Vergleich, es ist so als habe sie die Schatten besser verstanden als die Schattenherren selbst und damit hätte sie mehr Macht. Oh, ich fürchte ich kann es nicht beschreiben (deshalb bin ich kein Schriftsteller) aber ihr Verständnis der Wüste ist sehr tief gehend und unerschütterlich.


    In meiner Zeit als Karatelehrer habe ich beobachtet, dass Menschen in aller Regel eine Sperre haben, über die sie bei der Gewaltanwendung nicht hinausgehen (wollen). Weit verbreitet ist zum Beispiel: "Der Kampf ist zu Ende, wenn ein Gegner auf dem Boden liegt - es wird nicht 'nachgetreten'." Andere Leute schlagen grundsätzlich niemanden und müssen auch im Training einen starken inneren Widerstand überwinden, um das unter kontrollierten Bedinungen zu tun. Faszinierend und auch ein wenig erschreckend war für mich die Beobachtung, dass, wenn diese individuelle "Das-mache-ich-auf-keinen-Fall-Schwelle" überwunden ist, keine zweite solche Schwelle mehr kommt. Wenn also die "Ich-schlage-niemanden-Leute" über diese Hemmschwelle kommen, dann haben sie keinen "natürlichen Instinkt" mehr, der sie zurückhält, wenn der Trainingspartner am Boden liegt - dieses Verhalten müssen sie dann neu erlernen.?


    Ja, das scheint auch der Fall zu sein bei schlagenden Ehemännern (und Frauen, will mal der Gleichberechtigung Genüge tun). Aber ist quälen nicht noch mal was anderes?


    Wobei Gûndûr bei Dir eine gewisse Sympathie zu genießen scheint.


    Ja, die hat er, denn ich mag Menschen, die gerade heraus sind und außerdem mag er den Priester nicht ;) ich auch nicht.


  • Sie ist eher ein Schakal (ohne dem wirklichen Tier zu nahe zu treten) als ein Panther.


    Ein schöner Vergleich!
    Was für ein Tier wäre Tynay?
    Was im Lektorat witzig war: Ich habe einen Vergleich gesucht, der Bentora aus der Sicht von Tynay beschreibt. Bei Völkern, die viel mit Tieren umgehen, gibt es ja oft besonders edle Züchtungen. Das Bild "Die Schattenbaroness stieg aus der Kutsche wie ein elegantes Kamel" hätte allerdings wohl die meisten Leser schmunzeln lassen ...
    :D



    Ja, das scheint auch der Fall zu sein bei schlagenden Ehemännern (und Frauen, will mal der Gleichberechtigung Genüge tun). Aber ist quälen nicht noch mal was anderes?


    Wenn man sich die Gräueltaten in Kriegen anschaut, wird man schon nachdenklich, finde ich. Natürlich gibt es auch Psychopathen, die "zufällig im Krieg landen" und dann "freie Bahn" haben, um zu tun, was sie schon immer tun wollten. Aber oft beteiligen sich ja ganze Kompanien oder Bataillone an unfassbaren Grausamkeiten, und da liegt die Annahme nahe, dass ihre Soldaten im normalen Leben vor dem Krieg auch ganz normale Leute waren.
    Beinahe ebenso erschreckend finde ich, dass es Kriegsverbecher gibt, die ein Kerbholz so lang wie ein Telegrafenmast haben, dann aber mehrere Jahrzehnte als nette Nachbarn ein bürgerliches Leben leben, bevor man sie fasst.
    Oder Fritzl, der Österreicher, der seine Tochter 24 Jahre lang im Keller gefangen hielt und ihr Unsabgares antat, aber nach außen hin offenbar unauffällig war.
    Da kommt die Vermutung auf, dass in vielen Menschen ein Abgrund lauert.


  • Ein schöner Vergleich!
    Was für ein Tier wäre Tynay?
    Was im Lektorat witzig war: Ich habe einen Vergleich gesucht, der Bentora aus der Sicht von Tynay beschreibt. Bei Völkern, die viel mit Tieren umgehen, gibt es ja oft besonders edle Züchtungen. Das Bild "Die Schattenbaroness stieg aus der Kutsche wie ein elegantes Kamel" hätte allerdings wohl die meisten Leser schmunzeln lassen ...
    :D


    Ja sicher :totlach:
    Tynay ist für mich der Panther. Angepasst an die Wildnis und Majestätisch, ohne irgendwelche Mätzchen. Leider weiß ich wenig über Wüstentiere, so dass ich da keinen Vergleich führen kann, sie wäre für mich aber weder ein Kamel noch ein Araberhengst noch ein Skorpion oder eine Schlange. So viel weiß ich.


    [Da kommt die Vermutung auf, dass in vielen Menschen ein Abgrund lauert.


    Ich denke, dass wir durch die Medien das Gefühl bekommen, es sei so. Wenn man dann die Zahlen der Verbrecher im Verhältnis zur Menschheit sieht, dann relativieren sich solche Sachen ziemlich.
    Krieg ist noch einmal was anderes. Hast Du Babels Reiterarmee gelesen? Dazu gibt es einen Briefwechsel, weil Budjonny sich aufgeregt hat. Aber Krieg stumpft ab. Es ist also auch sehr die Umgebung. Wenn die Lebensweise sehr brutal ist, werden die Menschen auch brutal sein. Aber das ist wohl ein ziemlich großes Diskussionsthema. Ich bin nur dagegen, das Schlechte immer als im Menschen angelegt zu sehen. Vom Baum der Erkenntnis zu essen ist nun mal für mich keine Sünde, sondern Befreiung und Übernahme von Verantwortung.
    Ja sicher, wenn heute eine Hinrichtung auf dem Markt wäre, kämen wohl alle hin. Aber ich denke es ist auch eine Frage des Gruppenzwangs. Mein jüngster wollte zum Beispiel unbedingt mit in einen Gruselfilm gehen und war nicht alt genug. Ich habe mich überreden lassen, mitzugehen, aber auch das half nichts, wir durften nicht in den Film. Hinterher hat er mir gesagt, dass er froh war, eine Ausrede zu haben. Er war der Meinung, weil seine Geschwister das toll finden muss er es auch toll finden. Ist das nicht oft so?

  • Da habe ich ja völlig falsche Schlüsse gezogen. Es ist nicht Gundurs Halbgottblut, was Bentora tötete, sondern Nachtäther. Und dieses mysteriöse Zeug stammt von den Aesol! So unschuldig wie sie tun, sind sie also nicht. Mit sowas hätte ich nicht gerechnet. Alle Erklärungen über den Nachtäther und seine Funktion waren für mich gut nachvollziehbar. Auch wenn ich ein wenig bezweifle, dass man so schnell alle Details herausfinden kann. Diese Untersuchungen an ihrer Leiche im Labor waren irgendwie faszinierend. Dazu immer die kleinen Sätze zu Geräuschen... Brustkorb knacken usw. Herrlich!


    Und damit wurden auch die nächsten Hintergründe einer Figur enthüllt. Der unscheinbare Arilur brauchte das Einhorn, um die eigene Potenz zu erlangen. das Amulett macht ihn nun ziemlich besessen. Hoffentlich lässt das wieder nach, wenn er sich eine Weile ausgetobt hat. Ist ja sonst auch nicht gesund. ;)
    Da Tynay, Sabea und Iotana nun zusammen arbeiten und seine Hilfe brauchen, müssen sie da auch ein gewisses Opfer bringen. Mich beruhigt daran nur, dass der Zauber des Amuletts auch in die andere Richtung wirkt und sie es damit wollen. Befremdlich bleibt es trotzdem. Ich bin jetzt sehr gespannt, was sie auf der anderen Seite noch erleben werden. Eine Flucht durchs Portal habe ich mir gewünscht. Und hat nicht auch jemand erwähnt, dass die Aesol sogar Staub vom Mond besorgen könnten? Vielleicht ein hartnäckiges Gerücht um die fremden Handelsgüter hochzuloben, aber es wird seinen Ursprung auch haben.


    Gundur & Co befreien Tynay´s Vater und Verlobten. Damit werden wenigstens die nicht vergessen. Ich freue mich auch, dass man dem toten Einhorn die letzte Ehre erweisen will. Ich bin schon sehr neugierig, ob sie die Spuren ins vermeintliche Nichts weiter verfolgen und hinter das Geheimnis der Portale kommen.


    Die Entwicklung von Sabea wundert mich nicht. Kaum sind die Oberhäupter mit ihren Regeln und Befehlen verschwunden, ist sie ein mickriges Häufchen Elend. Tynay dagegen schaut nach vorn und ist nun die Chefin. Die Ohrfeigen hat sie echt gut verteilt. ;D


  • Im Kult sind die Schattenherren das Objekt der Verehrung.
    Nun wird Sabea Zeugin, wie eine Schattenherrin stirbt.
    Geben die Lehren des Kults auf ein solches Ereignis eine Antwort?


    Ich glaube nicht, oder? Es wird so nach außen dargestellt, daß die Schattenherren unsterblich sind, punkt!



    Gûndûr triumphiert, als er seine Gegnerin überwindet - er reagiert als Krieger. Heißt das auch, dass er wusste, was geschieht? Glaubt Ihr, ihm war klar, dass Tennato sterben würde? Oder sieht er ihn im Nachhinein als einen "Verlust auf den Schlachtfeld", wie es sie immer gibt?


    Ich weiß es nicht, ob ihm klar war, was mit Tennato passiert, wenn es ihm Xiviarr nicht erzählt hat. Und daß Xiviarr nichts sagt, kann ich mir durchaus vorstellen.


  • Das Bild "Die Schattenbaroness stieg aus der Kutsche wie ein elegantes Kamel" hätte allerdings wohl die meisten Leser schmunzeln lassen ...
    :D


    Jetzt habe ich Kopfkino :totlach:



    Da kommt die Vermutung auf, dass in vielen Menschen ein Abgrund lauert.


    Die Vorstellung finde ich oftmals auch sehr gruselig, da man den Menschen nur vor den Kopf sehen kann :o


  • Und dieses mysteriöse Zeug stammt von den Aesol! So unschuldig wie sie tun, sind sie also nicht.


    Sie treiben Handel ...
    Auch in Debatten der realen Welt wird immer wieder diskutiert, wie viel Verantwortung ein Händler für das trägt, was mit seiner Handelsware geschieht - gerade bei "waffenfähigem Material". Da scheint man also unterschiedlicher Ansicht sein zu können.



    Der unscheinbare Arilur brauchte das Einhorn, um die eigene Potenz zu erlangen. das Amulett macht ihn nun ziemlich besessen. Hoffentlich lässt das wieder nach, wenn er sich eine Weile ausgetobt hat. Ist ja sonst auch nicht gesund.


    In dieser Fantasywelt ist Magie generell ungesund. ;D
    Bei Arilurs Hintergrundgeschichte haben wir im Lektorat überlegt, ob wir einige Absätze herauskürzen sollen. Wir haben sie dringelassen, weil die Geschichte wesentlich von ihren Figuren lebt und mit Arilur ein weiterer "Weg in die Schatten" gezeigt wird.


    Und hat nicht auch jemand erwähnt, dass die Aesol sogar Staub vom Mond besorgen könnten? Vielleicht ein hartnäckiges Gerücht um die fremden Handelsgüter hochzuloben, aber es wird seinen Ursprung auch haben.


    In Herr wird einmal Feuer aus dem Schweif eines Kometen erwähnt, das bei einer magischen Ausbildung Verwendung findet. Wo das wohl herkommt ...? ;)


    Tynay dagegen schaut nach vorn und ist nun die Chefin. Die Ohrfeigen hat sie echt gut verteilt.


    Bislang scheint Sabea in der Leserunde nur wenige Herzen erobert zu haben ...


  • [quote='Bernard','https://leserunden.de/forum/index.php?thread/&postID=181529#post181529']
    Im Kult sind die Schattenherren das Objekt der Verehrung.
    Nun wird Sabea Zeugin, wie eine Schattenherrin stirbt.
    Geben die Lehren des Kults auf ein solches Ereignis eine Antwort?


    Ich glaube nicht, oder? Es wird so nach außen dargestellt, daß die Schattenherren unsterblich sind, punkt!


    aber das mit dem Silber war doch allgemein bekannt, oder? Ich meine von außen weiß man vielleicht nicht, dass der König sie jederzeit töten kann, aber ein Kampf gegen sie hätte ja überhaupt keinen Sinn, wenn sie nicht zu besiegen wären.

  • Das Folgende kommt aus dem vorherigen Leseabschnitt:


    Ich kann [Xiviarr] keinerlei Sympathie entgegenbringen. Sein Kampf gegen die Schattenherren ist ein Machtkampf, kein Befreiungskampf. Es geht ihm um seine Macht (wie vielen Priestern, glaube ich, zumindest hier in diesen Schattenlanden) Er setzt das Leben von anderen ein, nicht seines. Bestimmt hätte es auch jemanden gegeben, der sich freiwillig geopfert hätte und wie er Gúndúr behandelt ist ziemlich fies.


    Ich zitiere es hier, weil in diesen Leseabschnitt eine Erklärung/Rechtfertigung von Xiviarr fällt - S. 216 bzw. 218:

    Zitat


    »Ich weiß, was Ihr sagen wollt. Aber wir durften kein Risiko eingehen. Die Art, wie wir es gemacht haben, war die einzig sichere. Eigentlich wollten wir ja auch einen Tänzer dafür verwenden. Euer Bruder hat sich aufgedrängt und dann nicht mehr davon abbringen lassen.«
    (...)
    »Im Krieg gibt es Opfer! Das ist bekannt. Die Wahrscheinlichkeit war gering. Und, um noch einmal daran zu erinnern: Wir haben eine Schattenherrin getötet!«
    ...
    »Wenn nichts anderes«, fuhr Xiviarr fort, »dann müsst Ihr wenigstens anerkennen, dass ich mich der gleichen Gefahr ausgesetzt habe wie alle anderen auch.«


    Die Gefahr, von der er hier spricht, besteht darin, dass Bentora sich gegen den Nachtäther wehren kann (was auch nicht ganz unbegründet ist - immerhin erscheint ein Dämon) oder dass die Æsol den Verstoß gegen die Gastfreundschaft ahnden.


    Ich halte es auch für wahrscheinlich, dass Xiviarrs Kampf ein Machtkampf ist, und seine Motive kann man fragwürdig finden.
    Was bewertet man nun höher - die Motive oder die Taten? Zählen die Mittel oder zählt das Ziel?
    Offenbar war zunächst ein Tänzer für die Aktion vorgesehen gewesen. Der stand dann nicht mehr zur Verfügung, Tennato war aber berauscht von Gûndûrs Blut, fühlte sich unbesiegbar und wollte die Aufgabe übernehmen. Wie hättet Ihr an Xiviarrs Stelle entschieden? Die Aktion abbrechen und die Schattenherrin entkommen lassen, die sicher ein Unglück für die Leute sein wird, denen sie fortan begegnen wird? Nach einem anderen zurechnungsfähigen Kandidaten suchen? Selbst den Nachtäther trinken? Oder doch Tennatos Angebot annehmen?

  • Tennatos Angebot geschah in Unkenntnis der Gefahr und der Priestr wußte das. Er hat die Naivität hier zielsicher ausgenutzt.
    In der Realität wird immer viel diskutiert über die Frage, ob man für die positive Sache sich negativer Mittel bedienen kann. Ich denke nur solange, wie man nicht seine Seele verkauft. Also einem Kindesentführer Prügel androhen, um den Aufenthaltsort des Kindes zu erfahren, ja. Ihm deshalb die Haut abzuziehen - nein. Man sollte sich selbst immernoch im Spiegel ansehen können.

  • Hier haben wir nun auch Arilur und seine Vergangenheit ein bisschen näher kennengelernt. Sein Verhalten mit dem Einhorn kam mir sowieso schon merkwürdig vor, nun kennen wir also sein Problem und die Lösung dafür. Ich bin wie Kati froh, dass die Wirkung des Medaillons wenigstens auch auf die Frauen überging, denn als Arilur dachte, er braucht nun eine Frau, habe ich schon mit einer fiesen Vergewaltigung gerechnet.


    Den Kampf gegen den Dämon fand ich gut dargestellt. Den Blick immer auf die wie apathisch trauernde Ionata gerichtet, lief nebenher der hektische Kampf. Das wirkte beim Lesen auf mich ein bisschen so, als fände es in zwei parallelen Welten statt, oder so, als wäre um Ionata eine unsichtbare Blase gestülpt. Das hatte eine etwas irreale Stimmung und war super gemacht!


    Auch sehr gut spürbar war Ionatas Hass. Wie sie ihren Feinden und selbst ihrer Trainerin drohte, das war so kalt beherrscht und bot Gänsehaut. Sie wirkte, als wäre der Mensch Ionata aus ihr selbst herausgetreten. Mit Sabea und Tynay hat sie nun die richtigen Verbündeten gefunden.


    Tynay hat mir hier richtig gut gefallen, wie sie die Führung übernommen hat. Sie ist einfach von der Wüste geprägt und hat einen Überlebenswillen und eine Anpassungsfähigkeit an neue Situationen, die sie an Ende vielleicht wirklich retten kann. Ich glaube hier zwar nicht an ein gutes Ende für die Protagonisten, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Bernd ein Happy End schreibt. ;D ;) , aber Tynay traue ich es momentan am ehesten zu, dass sie es erreichen könnte. Sabea dagegen, die ich anfangs so berechnend und fies fand, ist ja völlig aus der Bahn geworfen worden. So krass hätte ich die Wendung nicht vermutet. Sie kann also eine gute Fassade aufbauen. Insgesamt wirken die drei Mädchen auf mich hier aber wie ein gutes Team, zumindest solange Tynay souverän und überzeugend bleibt. Ob ich in Arilur eine gute Zugabe für die Gruppe sehen soll, weiß ich noch nicht. Er weiß natürlich mehr, gerade von Magie, aber die Sache mit dem Amulett macht ihn zu einer Gefahr, finde ich, denn er ist damit unberechenbar und zu sehr abgelenkt, was im falschen Moment tödliche Folgen haben könnte. Außerdem traue ich ihm nicht.


    Ich bin gespannt, in welcher Art Höhle sie sich nun befinden. Ein Wald wohl, vielleicht würden sie zu den Fayé gelangen? Gûndûr und der Barbar haben zwar das Blut als Schleifspur gegen die Wand gesehen, aber waren nicht fähig , das Rätsel zu lösen. Wäre Xiviar bei der Suche in den Räumen dabei gewesen, hätte er dann wohl die geheimen Höhlen entdeckt? Die Artefakte gesehen und die richtigen Schlüsse gezogen? Ich glaube es fast.


  • Hier haben wir nun auch Arilur und seine Vergangenheit ein bisschen näher kennengelernt. Sein Verhalten mit dem Einhorn kam mir sowieso schon merkwürdig vor, nun kennen wir also sein Problem und die Lösung dafür. Ich bin wie Kati froh, dass die Wirkung des Medaillons wenigstens auch auf die Frauen überging, denn als Arilur dachte, er braucht nun eine Frau, habe ich schon mit einer fiesen Vergewaltigung gerechnet.


    Es ist trotzdem eine, Auch eine Vergewaltigung mit KO Tropfe ist eine und hier ist es noch schlimmer, weil die Frauen es ja bewußt mitbekommen. Ist für mich eine besonders fiese Art und wieder ein Stück Finsternis.


  • Das hatte eine etwas irreale Stimmung und war super gemacht!


    Vielen Dank. :)



    Auch sehr gut spürbar war Ionatas Hass. Wie sie ihren Feinden und selbst ihrer Trainerin drohte, das war so kalt beherrscht und bot Gänsehaut. Sie wirkte, als wäre der Mensch Ionata aus ihr selbst herausgetreten.


    Auch hier erinnere ich mich, dass wir im Lektorat an der Stelle gefeilt haben. Wir haben überlegt, ob diese Kälte den besseren Effekt bringt oder ein "heißer Ausbruch", und haben uns für die Kälte entschieden.


    Ich glaube hier zwar nicht an ein gutes Ende für die Protagonisten, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Bernd ein Happy End schreibt.


    Die Frage ist ja, ob ein gutes Ende für die Protagonisten auch ein Happy End für die Geschichte wäre.
    >:D


    Gûndûr und der Barbar haben zwar das Blut als Schleifspur gegen die Wand gesehen, aber waren nicht fähig , das Rätsel zu lösen. Wäre Xiviar bei der Suche in den Räumen dabei gewesen, hätte er dann wohl die geheimen Höhlen entdeckt? Die Artefakte gesehen und die richtigen Schlüsse gezogen? Ich glaube es fast.


    Ich finde schön, dass jemand Xiviarr auch Qualitäten zubilligt, obwohl er allgemein kein Sympathieträger zu sein scheint. ;)


  • Es ist trotzdem eine, Auch eine Vergewaltigung mit KO Tropfe ist eine und hier ist es noch schlimmer, weil die Frauen es ja bewußt mitbekommen. Ist für mich eine besonders fiese Art und wieder ein Stück Finsternis.


    Das stimmt natürlich! Ein Verbrechen ist es so oder so! Mir ging es eher um das Wie der zu erwartenden Szene. Brutale Vergewaltigungsszenen habe ich schon viele gelesen und kaum aushalten können. Auch wenn die Frauen durch das Einhorn beeinflusst waren, so wirkte deren Verlangen auf mich doch einigermaßen "normal", was die Tat vielleicht ein Stück weit erträglicher machte oder vielleicht sogar irreal wirken ließ. Hier könnte man dem Einhorn noch nachträglich dafür danken, dass es das Verlangen auf alle im "Einflussgebiet" verteilt und nicht nur auf den, der davon profitieren will.



    Auch hier erinnere ich mich, dass wir im Lektorat an der Stelle gefeilt haben. Wir haben überlegt, ob diese Kälte den besseren Effekt bringt oder ein "heißer Ausbruch", und haben uns für die Kälte entschieden.


    Das war wirklich die bessere Entscheidung, finde ich. :)


  • Den Blick immer auf die wie apathisch trauernde Ionata gerichtet, lief nebenher der hektische Kampf. Das wirkte beim Lesen auf mich ein bisschen so, als fände es in zwei parallelen Welten statt, oder so, als wäre um Ionata eine unsichtbare Blase gestülpt. Das hatte eine etwas irreale Stimmung und war super gemacht!


    Auch sehr gut spürbar war Ionatas Hass. Wie sie ihren Feinden und selbst ihrer Trainerin drohte, das war so kalt beherrscht und bot Gänsehaut. Sie wirkte, als wäre der Mensch Ionata aus ihr selbst herausgetreten. Mit Sabea und Tynay hat sie nun die richtigen Verbündeten gefunden.


    Die Szenen fand ich auch sehr gut gelungen.



    Gûndûr und der Barbar haben zwar das Blut als Schleifspur gegen die Wand gesehen, aber waren nicht fähig , das Rätsel zu lösen. Wäre Xiviar bei der Suche in den Räumen dabei gewesen, hätte er dann wohl die geheimen Höhlen entdeckt? Die Artefakte gesehen und die richtigen Schlüsse gezogen? Ich glaube es fast.


    Das kann ich mir auch gut vorstellen, daß Xiviarr die richtigen Schlüsse gezogen hätte, denn clever ist er.

  • auch diese beiden Stunden haben mir wieder gut gefallen :)
    auch ich gehöre zu denen, die Xiavarr unsympathisch finden..ich mag seine Art einfach nicht - er gibt nur das nötigste Preis und was zu Schwierigkeiten führen könnte, dass erzählt er einfach nicht - ich habe das Gefühl, dass er sich alles so zurechtbiegt, dass es ihm passt..alles andere wird verschwiegen..
    gut gefallen hat mir die Ausführungen über Arilur - sein Weg, wie er zu den Schatten gekommen ist, fand ich interessant und man erfährt auch, warum er unbedingt dieses Horn haben möchte und warum er so wissbegierig ist - ein kleiner Alchimist :) dass das Amulett einen starken Einfluss hat, erfährt man natürlich auch gleich - es wirkt hierbei nicht nur auf den Träger - sondern auch auf die anderen Menschen (Frauen?) in seiner Umgebung..Arilur wird dadurch stark geprägt und muss erstmal sein Verlangen stillen..diese Szene war schon gruselig..wie Iotana dann mit ihrer Gefühlswelt klarkommen muss - als ob man selber in einem Käfig steckt und unterschiedliche Gefühle hat - stell ich mir grausam vor, einerseits hat sie Ekel vor ihm und dann durch das Amulett dieses Verlangen..
    die Reaktion von Sabea hätte auch ich nicht so vermutet..sie war doch recht kopflos und auch ziellos - nur gut, dass Tynay das Zügel an sich reist - diese zweckmäßige Zusammenkunft der Mädchen gefällt mir - was da wohl noch alles passieren wird?
    bisher gefällt mir das Buch recht gut, daher wird nachher auch gleich weiter gelesen :) :lesen: