03 - Seite 77 bis 112 (2. Stunde der Nacht)

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  • Natürlich macht er auch Fehler. Der größte davon ist wohl, dass er auf die falschen Leute hört. Aber vielleicht hat er keine Wahl? Er zeigt seine Zweifel, kann aber nichts tun.


    Es freut mich, dass das gut rüberkommt! :)
    Ich mag es nicht so sehr, wenn Figuren alle positiven oder alle negativen Eigenschaften auf sich vereinen. Der Böse ist zugleich hässlich und schwarz gekleidet und dumm und grausam und feige und wahnsinnig und am Ende scheitert er. Der Gute ist schön und stark und klug und gütig und mutig und kriegt alles hin.
    Mit Gûndûr wollte ich eine Figur, die zwar stark ist und damit in einem direkten Kampf kaum zu besiegen, aber deswegen eben nicht automatisch in allen Lebenslagen automatisch erfolgreich.
    Ich hoffe, dass sich dadurch die Sympathien etwas verteilen, je nachdem, welche Eigenschaften für welchen Leser wichtig sind, um sich mit einer Figur zu identifizieren. Wenn man die Figuren im Laufe der Lektüre besser kennenlernt, können sich die Sympathien auch verschieben - wie im echten Leben.


  • Irgendwie steuert es darauf hin, dass alle Parteien einen Grund haben oder bekommen, um die Schatten um Unterstützung für ihre Wünsche zu bitten. Qualiz ist ja auch tatsächlich gekommen und bitte schon direkt um Hilfe wegen der Dürre.


    Ja, es bleibt spannend, welche Bündnisse sich ergeben, welche erhalten bleiben, und mal sehen, wie weit sich Finsternis und Götterglauben annähern.


  • Æsol und Orakel haben wir bislang nur aus der Außensicht gesehen. Lässt sich daraus auf etwas schließen? Erteilt einer dem anderen Befehle? Hat einer vor dem anderen Angst? Spielen sie miteinander? Wirken sie glücklich oder traurig ...?


    Das Orakel wirkt wie ein kleines unschuldiges Kind, die Aesol sind schwer einzuschätzen, ihnen scheint alles egal zu sein - oder aber sie verfolgen irgendein Ziel? Irgendwas versprechen sich die Aesol ja davon, daß sie das Orakel beschützen.



    Und hast Du Hoffnung für das Einhorn? Könnte es Tynay vielleicht auf andere Art nützlich sein als auf diejenige, die der Kult im Sinn hat?


    Das das Buch von dir ist: nö :D



    Wer von uns würde, nur mit einem Taschenmesser ausgerüstet, einen Monat im Yellowstone Nationalpark überleben?


    Wenn du nicht zuvor vom Grizzly gefressen wirst, kassieren dich die Ranger ein, wenn du den Tieren ein Haar krümmen willst :D



    Wie sehen die anderen Leserundenteilnehmerinnen Sabea? Hat sie vielleicht den ein oder anderen Fan?


    Ich mag sie bisher auch nicht, wie Liòla damals auch, sie erscheint mir bisher zu berechenbar - aber wie gesagt: bisher, bei deinen Figuren muß man immer mit allem rechnen.


  • Es freut mich, dass das gut rüberkommt! :)
    Ich mag es nicht so sehr, wenn Figuren alle positiven oder alle negativen Eigenschaften auf sich vereinen. Der Böse ist zugleich hässlich und schwarz gekleidet und dumm und grausam und feige und wahnsinnig und am Ende scheitert er. Der Gute ist schön und stark und klug und gütig und mutig und kriegt alles hin.
    Mit Gûndûr wollte ich eine Figur, die zwar stark ist und damit in einem direkten Kampf kaum zu besiegen, aber deswegen eben nicht automatisch in allen Lebenslagen automatisch erfolgreich.
    Ich hoffe, dass sich dadurch die Sympathien etwas verteilen, je nachdem, welche Eigenschaften für welchen Leser wichtig sind, um sich mit einer Figur zu identifizieren. Wenn man die Figuren im Laufe der Lektüre besser kennenlernt, können sich die Sympathien auch verschieben - wie im echten Leben.


    Das hast du auch wieder super hinbekommen 8)


  • Das Orakel wirkt wie ein kleines unschuldiges Kind, die Aesol sind schwer einzuschätzen, ihnen scheint alles egal zu sein - oder aber sie verfolgen irgendein Ziel? Irgendwas versprechen sich die Aesol ja davon, daß sie das Orakel beschützen.


    Über die Æsol kann man noch ein wenig nachdenken. Sie wohnen in Städten, die am Himmel schweben. Nur Æterna berührt den Boden. Hierher laden sie alle Menschen ein, lassen sie ihre Tempel bauen und garantieren so etwas wie einen Stadtfrieden. Außerdem treiben sie Handel mit solch exotischen Gütern wie Feuer aus dem Schweif eines Kometen (kommt das den Lesern von Herr bekannt vor?). Sie haben also (aus welchem Grund wohl?) Interesse daran, dass viele Menschen den beschwerlichen Weg durch die Wüste nach Æterna machen. Könnte ein Orakel, das unfehlbare Prophezeiungen verspricht, ein Lockmittel sein?


  • Über die Æsol kann man noch ein wenig nachdenken. Sie wohnen in Städten, die am Himmel schweben. Nur Æterna berührt den Boden. Hierher laden sie alle Menschen ein, lassen sie ihre Tempel bauen und garantieren so etwas wie einen Stadtfrieden. Außerdem treiben sie Handel mit solch exotischen Gütern wie Feuer aus dem Schweif eines Kometen (kommt das den Lesern von Herr bekannt vor?). Sie haben also (aus welchem Grund wohl?) Interesse daran, dass viele Menschen den beschwerlichen Weg durch die Wüste nach Æterna machen. Könnte ein Orakel, das unfehlbare Prophezeiungen verspricht, ein Lockmittel sein?


    So habe ich das noch gar nicht gesehen - da könnte was dran sein. Aber warum wollen die Aesol das dann? Einfach nur für Human-Watching, was ich nicht glaube, sie verfolgen sicherlich ein Ziel damit. Und vielleicht braucht es auch dazu diese besondere Nacht.

  • So habe ich das noch gar nicht gesehen - da könnte was dran sein. Aber warum wollen die Aesol das dann? Einfach nur für Human-Watching, was ich nicht glaube, sie verfolgen sicherlich ein Ziel damit. Und vielleicht braucht es auch dazu diese besondere Nacht.


    Ja, gerade, weil sie so unaufdringlich agieren, bekommt man ein bisschen das Gefühl, dass man sie besser nicht unterschätzen sollte. Sie sind ja fast nur im Hintergrund, im wahrsten Sinne des Wortes "unscheinbar". Ich habe mir auch schon überlegt, dass das ein ganz bewusstes Verhalten sein könnte, um alle "ruhig zu stellen" und dann bei Gelegenheit zu zeigen, was sie bezwecken. Die Rolle der unbeteiligten Gastgeber und "Aufräumer" nehme ich ihnen ehrlich gesagt nicht ganz ab. Ich finde sie unheimlich spannend und bin entsprechend gespannt, was wir noch mit ihnen erleben.

  • So, weiter gehts, bevor ihr alle fertig seid und nur ich noch hinterherhinke...


    Die Gabe der 8 anderen ist also ein großer Tanz. Ein schönes Geschenk, wie ich finde.
    Aber unter ihnen scheint es mindestens eine Fraktion zu geben, die auf Nummer Sicher gehen will und mit beiden Seiten spricht. Ich weiß zwar nicht, was es Bentora bringen soll, dass sie nun weiß, was das Geschenk der anderen ist, aber dennoch ist das ein armseliger Versuch dieses Qualiz. In dem Gespräch demütigt sie in ihn in einem fort, aber er bettelt sie dennoch geradezu um Unterstützung an.


    Tynay geht nun immerhin mal zu den beiden Gefangenen und spricht mit ihnen, gibt ihnen Wasser. Zur Flucht kann sie ihnen nicht verhelfen und will das auch nicht wirklich. Ich finde ihre Kälte gruselig, aber dafür kann sie nach den Jahren bei den Ondriern wahrscheinlich nichts.
    Dass ihr Vater und ihr Verlobter sie rauskämpfen wollten, ist eine schöne Geste, aber völlig schiefgegangen und Tynay bedeutet das anscheinend auch nicht mehr viel.


    Iotana offenbart sich Tennato. Als sie tanzen, hatte ich kurz etwas Hoffnung für ihre Gefühle, aber das endet dann doch recht schnell wieder, Tennato besinnt sich, dass es eine Welt außerhalb dieses Raumes gibt und zieht sich wieder zurück.
    Allerdings weiß ich auch nicht, ob sie glücklich würde, wenn sie ihr Ziel erreicht hätte. Sie kennt diesen Mann doch gar nicht wirklich, sie schwärmt seit Jahren für eine bestimmte Vorstellung, doch ob er dieser wirklich entspricht, kann sie gar nicht wissen.


    Gûndûr präsentiert sich weiterhin eher als tumber, unbeherrschter Muskelprotz, aber zwischendurch scheinen auch mal kurz andere Seiten durch, er macht sich ja durchaus seine Gedanken und begreift auch selbst, dass er beim Denken oft zu langsam ist... er ist also nicht völlig dumm, sondern leidet ja sogar teilweise unter seinen "Unzulänglichkeiten", die nun, da kein Krieg mehr ist, in dem er seine Kraft und Kampfstärke nutzen kann, umso mehr zum Vorschein treten.


  • Aber unter ihnen scheint es mindestens eine Fraktion zu geben, die auf Nummer Sicher gehen will und mit beiden Seiten spricht.


    Denkst Du, das ist besonders klug von Qualiz - oder besonders dumm? Es kann ja komfortabel sein, mehrere Optionen zu haben, aber andererseits ist es schlecht, zwischen allen Stühlen zu sitzen.



    Tynay geht nun immerhin mal zu den beiden Gefangenen und spricht mit ihnen, gibt ihnen Wasser.


    Schön, dass Du das Wasser hervorhebst. Immerhin hat das für Tynay und auch für die beiden Gefangenen, die ja ebenfalls in der Wüste leben, eine besondere Bedeutung.



    Gûndûr ... er macht sich ja durchaus seine Gedanken und begreift auch selbst, dass er beim Denken oft zu langsam ist


    In einem Schreibratgeber zur Figurenzeichnung habe ich eine Passage gelesen, die mich seither beschäftigt. Dort wurden Eigenschaften aufgelistet, die eine Figur sympathisch oder unsympathisch machen. Mut und Mitgefühl machen zum Beispiel sympathisch, Gier und unmotivierte Grausamkeit unsympathisch. Interessant fand ich, dass besonders hohe Intelligenz ebenfalls unsympathisch macht. Das gilt natürlich nur für den ominösen "Durchschnittsleser" und auch nur für extreme Intelligenz, aber ich kann die Begründung nachvollziehen: Solche "Überflieger" sind "keine von uns", sie erinnern uns an den Klassenstreber, der uns in der Schule immer geschnitten hat und der Liebling der Lehrerin war, von der wir immer ein Rüge bekamen, und unterschwellig machen sie uns unsere Unzulänglichkeit bewusst. Wir hassen sie.
    Deswegen glaube ich auch, dass die Tatsache, dass Gûndûr eher nicht so sehr in die Tiefe denkt, ihn nicht als Symapthieträger unmöglich macht. Ich bin gespannt, wie das diese Leserunde sieht und wie es sich durch die Leseabschnitte hindurch entwickelt. Sicherlich hatte der Halbgott einen schweren Start, aber mal schauen, ob er noch ein paar Sympathiepunkte sammeln kann.


  • Denkst Du, das ist besonders klug von Qualiz - oder besonders dumm? Es kann ja komfortabel sein, mehrere Optionen zu haben, aber andererseits ist es schlecht, zwischen allen Stühlen zu sitzen.


    Das wird darauf ankommen, wie schnell sein doppeltes Spiel auffliegt und wer am Ende gewinnt bzw. noch am Leben ist.
    Grundsätzlich glaube ich aber, dass er seinen Wert (bzw. den seiner Informationen) für die Osadra überschätzt und sich mit der Verbündung mit ihr keinen großen Gefallen getan hat, denn ihr ist sein Leben am Ende sicher kaum etwas wert und der anderen Fraktion wahrscheinlich auch nicht mehr groß, wenn sie herausfinden, dass er sich mit ihr verbündet hat.


    Zitat

    Schön, dass Du das Wasser hervorhebst. Immerhin hat das für Tynay und auch für die beiden Gefangenen, die ja ebenfalls in der Wüste leben, eine besondere Bedeutung.


    Ja, das ist mir aufgefallen. Auch, wie sie betont, dass sie ihnen von ihrem eigenen Wasser abgibt. Es ist ja eh schon klar, dass sie momentan in der stärkeren Position ist, aber das betont das nochmal sehr deutlich.


    Zitat

    Interessant fand ich, dass besonders hohe Intelligenz ebenfalls unsympathisch macht. Das gilt natürlich nur für den ominösen "Durchschnittsleser" und auch nur für extreme Intelligenz, aber ich kann die Begründung nachvollziehen: Solche "Überflieger" sind "keine von uns", sie erinnern uns an den Klassenstreber, der uns in der Schule immer geschnitten hat und der Liebling der Lehrerin war, von der wir immer ein Rüge bekamen, und unterschwellig machen sie uns unsere Unzulänglichkeit bewusst. Wir hassen sie.
    Deswegen glaube ich auch, dass die Tatsache, dass Gûndûr eher nicht so sehr in die Tiefe denkt, ihn nicht als Symapthieträger unmöglich macht. Ich bin gespannt, wie das diese Leserunde sieht und wie es sich durch die Leseabschnitte hindurch entwickelt. Sicherlich hatte der Halbgott einen schweren Start, aber mal schauen, ob er noch ein paar Sympathiepunkte sammeln kann.


    Ich kann das auch nachvollziehen, von extremer Intelligenz fühlt sich der Durchschnittsmensch/leser ja schnell eingeschüchtert oder eben minderwertig.
    Gegenüber einem nicht ganz so schlauen kann man sich hingegen überlegen fühlen, das tut gut und da kann man sich dann auch Großmut erlauben ;)
    Aber wie gesagt, Gûndûr mag ein wenig langsam sein, aber die Gedanken, die er denkt, finde ich eigentlich recht sympathisch.

  • Ich kann das auch nachvollziehen, von extremer Intelligenz fühlt sich der Durchschnittsmensch/leser ja schnell eingeschüchtert oder eben minderwertig.
    Gegenüber einem nicht ganz so schlauen kann man sich hingegen überlegen fühlen, das tut gut und da kann man sich dann auch Großmut erlauben ;)


    Wie gut, dass wir hier keine Durchschnittsleser sind.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen