02 - Seite 36 bis 75 (ab "Iota hob die Fersen" und 1. Stunde der Nacht)

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  • Irgendwie ist das mit diesem Buch ziemlich spannend: einiges ist mir bekannt und dann habe ich wieder das Gefühl, doch wieder in einer ganz anderen Welt als bei den Schattenherren zu sein. Das hast du sehr gut gemacht, daß Schattenkult eben kein Abklatsch der Schattenherren ist :daumen:


    Was die Ondrier mit dem Einhorn tun, das stelle ich mir lieber gar nicht weiter vor, neinnein, das lasse ich nicht an mich ran - das arme Tier :( Und Tynay ist schon "schattig" genug, daß sie ohne mit der Wimper zu zucken ihren Vater und ihren Verlobten für das Ritual opfert. Gut, zu ihrem Vater hat sie irgendwie überhaupt kein Verhältnis, er ist ihr schlichtweg egal.


    Das Orakel ist etwas skurril: ich hätte es mir wirklich nicht als tapsiges, kleingeratenes Bärchen im Rock vorgestellt :o Passt irgendwie zu dem farbigen Kürbis-Pilz. Haben die Farben der verschiedenen Kammern eigentlich eine Bedeutung? Ob das Orakel tatsächlich so harmlos ist? Die Aesol finde ich weiterhin geheimnisvoll, es ist die Rede von ihren furchtbaren Waffen, was sind das genau für Waffen?


    Im Regenbogenpalast haben sich direkt die Fronten geklärt: einmal die Anhänger von Gûndûr, auf der anderen Seite die Ondrier. Da sich die Anhänger des Halbgottes auf dem neutralen Terrain sicher fühlen, machen sie auch keinen Hehl gegenüber ihrem Abscheu den Schatten gegenüber. Sie sollten mal lieber nicht zu viel Emotionen gegenüber der Baroness zeigen, das könnte ungesund werden. Nun wissen wir auch, wer der Gehörnte auf dem Cover ist.


    Spannend fand ich das Gespräch zwischen Iotana und Tynay: weiter auseinander können zwei Menschen wohl nicht liegen. Wäre Tynay eine Osadroi würde ich sagen, sie hat Iotana insofern beeinflusst, daß diese ihr alles bereitwillig erzählt, aber bei einer Adepta glaube ich das weniger. Aber wer weiß, welche Talente in Tynay schlummern, nachdem sie nun beschlossen hat, ein ganz böses Mädchen zu werden.
    Warum will Tynay das alles wissen? Neugier oder denkt sie, es kann ihr nützlich sein, mehr über die menschliche Schwäche durch die Liebe zu erfahren? Ich hatte beinahe den Eindruck, daß es sie interessiert hat, sonst hätte sie Iotana nicht geraten, daß sie mit Tennato sprechen soll. Immerhin rät sie ihr, mit Tennato zu sprechen und ihn nicht direkt platt zu machen ;D
    Versucht sie, ihrem menschlichen Gefühl nachzuspüren, das durch die Schatten unterdrückt wurde, da Iotana anmerkt, daß Tynay spüren würde, daß sie die Wahrheit sagen würde. Will sie wissen, ob sie ebenfalls diese schwachen Gefühle in sich trägt, um sie gezielt ausmerzen zu können?


    Spannend fand ich auch Tynays Ansicht bzgl. der angeblichen Liebe der Götter, wie sie das dunkle Gegenteil in deren Tun sieht.

  • Nun wissen wir auch, wer der Gehörnte auf dem Cover ist.


    Nimmst Du das Cover dadurch anders wahr/gefällt es Dir jetzt besser?



    Haben die Farben der verschiedenen Kammern eigentlich eine Bedeutung?


    Immerhin sind die Farben der Gebäudeflügel wichtig genug, um sie auf dem Grundriss vorne im Buch anzugeben ... ;)


    Spannend fand ich das Gespräch zwischen Iotana und Tynay: weiter auseinander können zwei Menschen wohl nicht liegen.
    ...
    Ich hatte beinahe den Eindruck, daß es sie interessiert hat,


    Denkst Du, das Interesse ist beidseitig? Immerhin weiß jede von der Lebenswelt der anderen so gut wie nichts ...

  • Der Abschnitt ließ sich auch ganz flott lesen. :)


    Nun richten sich also alle im Regenbogenpalast ein. Ich bin immer noch fasziniert davon, wie mutig die anderen gegenüber den Schatten sind. So einfach mal die Meinung sagen und sie aus dem Raum scheuchen wollen, davon hätte man in der Schattenherren-Trilogie nur träumen können. Ich finde es richtig gut, dass die Aesol hier einen neutralen Boden anbieten. Gundur muss mich noch überzeugen. Bisher halte ich den nur für einen äußerlich starken Kerl mit großer Klappe. Mal sehen, was da noch intelligentes kommt.


    Das Orakel ist ja wirklich witzig. So habe ich es mir auf keinen Fall vorgestellt. Erinnerte mich sofort an die Ewoks, wobei die Kapuze tragen und keinen Rock. Ein Bärchen ist echt herzallerliebst, aber wirkt etwas fehl am Platz. Vielleicht erscheint es ja nicht immer so und ändert sein Aussehen? Einem Orakel würde ich das durchaus zutrauen.


    Bei dem Geschehen um das Einhorn zerreißt es mich fast. Hier muss ich wohl ganz stark sein, denn ich denke nicht, dass es Hoffnung gibt. Die Baroness wird es durchziehen und es dabei nicht verschonen. Vielleicht wäre es bei der Seelenbrecherin etwas "sanfter" gegangen, weil sie einfach mehr Übung hatte. Das arme Ding...
    Tynay´s Vater und ihr Verlobter haben ja auch ein schweres Los, doch sie haben sich schon aufgegeben. Diese Gefangenschaft kam zustande, weil der Vater seine Tochter wieder abholen wollte, richtig? Schön dumm... die Einsicht kam wohl etwas spät!


    Das Gespräch zwischen Tynay und Iotana zeigte mal wieder, dass man auch über die Grenzen eines Glaubens normal miteinander umgehen kann. Natürlich ist jede der beiden in ihrer Einstellung geprägt, aber es lief doch recht vernünftig ab. Ich hatte schon das Gefühl, dass beide interessiert waren und Iotana hat direkt sehr offen gesprochen. Ob sich das noch rächen wird, werden wir sehen. Tynay könnte das ja ausnutzen, wenn sie fies ist. ;)

  • auch der zweite Abschnitt hat sich flott lesen lassen und so langsam ist man wieder richtig schön in der Geschichte drinne - ich finde es richtig faszinierend, dass man aus einer Nacht einen Roman schreiben kann - wir können also gespannt sein, was noch alles passieren wird..


    man erfährt so etwas über die anderen Kulturen, die ebenfalls beim Orakel vorstellig werden und sich etwas einrichten
    ich muss schon sagen, als das Orakel das erste mal aufgetaucht ist, da musste ich mir echt ein Grinsen verkneifen - ich kann sie mir gut vorstellen und dass sie so eine Macht hat - ob sie oftmals unterschätzt wird? ich finde die Beschreibung des Orakels echt gelungen und bietet einen netten Kontrast zu der Atmospähre, die teilweise eher düster gehalten ist
    auch Gundur wird eingeführt - und wie ich bereits im ersten Abschnitt angedeutet habe - ich hätte ihn mir maskuliner vorgestellt, wenn ich die Beschreibungen aus dem Buch vor Augen habe und das Titelbild dazu im Vergleich..an sich ein interessanter Charakter und ich bin gespannt, was er noch so alles aus sich machen lässt, ob er sich aus seinen "Fesseln" befreit oder nur das macht, was andere ihm sagen..bisher hat man ja keine allzu hohe Meinung von ihm..so geht es mir zumindest
    die Geschichte mit den Einhorn ist auch schön kontrastreich - normalerweise stehen Einhörner ja so für eine rosarote Welt - alles ist gut und toll - und dann diese Schattenwelt - gefällt mir (und da ich schon weiß, wie es ausgeht, verrate ich hier auch nicht allzu viel ;))
    das Gespräch zwischen Iotana und Tynay hat mir sehr gut gefallen - wie sie ihre Sichtweisen erzählen und Tynay ein paar Floskeln wiedergibt, die sie im Tempel aufgeschnappt hat und für solche Situationen parat hat - ich glaube, dass sie sich in diesem Gespräch gegenseitig beeinflusst haben - jeder einen besseren Einblick auf die jeweils andere Perspektive bekommen haben und sie zum nachdenken angeregt wurden sind - in wie weit das noch seine Kreise ziehen wird, werden wir bestimmt noch sehen :)


  • Haben die Farben der verschiedenen Kammern eigentlich eine Bedeutung? Ob das Orakel tatsächlich so harmlos ist? Die Aesol finde ich weiterhin geheimnisvoll, es ist die Rede von ihren furchtbaren Waffen, was sind das genau für Waffen?


    das habe ich mich auch schon gefragt, ob diese Farben eine tiefere Bedeutung haben - bisher habe ich noch keine erkennen können, warum eine bestimmte Kultur in dieser besonderen Farbe untergebracht wurde oder was es so im Allgemeinen damit auf sich hat..


  • Nimmst Du das Cover dadurch anders wahr/gefällt es Dir jetzt besser?


    Im Moment kann ich das noch nicht sagen, weil Gûndûr bisher nur kleine Auftritte hatte, mal sehen, wie es ist, wenn er mehr zum Zuge kommt.



    Immerhin sind die Farben der Gebäudeflügel wichtig genug, um sie auf dem Grundriss vorne im Buch anzugeben ... ;)


    Deswegen könnte ich mir vorstellen, daß sie eine Bedeutung haben, aber welche ...



    Denkst Du, das Interesse ist beidseitig? Immerhin weiß jede von der Lebenswelt der anderen so gut wie nichts ...


    Hm, ich denke, Iotana hat auch Interesse, allerding block Tynas zum einen ziemlich schnell ab und zum anderen ist Iotana ziemlich mit ihrem "Problem" Tennato beschäftigt.
    Ich bin gespannt, ob die beiden Frauen nochmal aufeinandertreffen werden.

  • Hallo zusammen,



    Irgendwie ist das mit diesem Buch ziemlich spannend: einiges ist mir bekannt und dann habe ich wieder das Gefühl, doch wieder in einer ganz anderen Welt als bei den Schattenherren zu sein.


    Ganz genau das ging mir auch durch den Kopf. Einerseits fühlt es sich so vertraut an, aber andererseits auch so neu. Viel mit der neuen Stimmung haben für mich die Æsol zu tun, die auf mich extrem fremd für diese Welt wirken, wie ich sie bisher in den Büchern kennengelernt habe. Fast empfinde ich sie als Fremdkörper, so als hätte der Autor sich vertan und die Figuren gehören eigentlich in ein anderes Buch. Ganz seltsames Gefühl. ;D


    Fremd wirkt aber auch auf mich bisher, dass die Menschen den Osadroi so selbstbewusst und unängstlich (und in der Überzahl) gegenüber stehen und die Schatten dabei bisher (noch) gar nicht so beherrschend wirken, wie ich es aus den anderen Büchern gewohnt bin. Iotana z. B. reagiert eher mit Unverständnis und "Kopfschütteln" auf die finstere Sichtweise, die sie von Tynay erfährt, aber von Angst spüre ich nichts. Ob es daran liegt, dass die Schattenherrin mit ihrem Gefolge ihr Land verlassen hat und sie somit eher alleine steht und die Schrecken für die hier vorhandenen Menschen nur Hörensagen sind? Oder spielt die Geschichte vielleicht lange vor den anderen Büchern und die Macht der Schatten ist noch nicht so weit verbreitet, die Menschen noch optimistischer (und mit noch mehr Silbervorkommen) im Kampf gegen sie? Aber, ach, was mach ich mir Gedanken, es bleibt eh nicht so friedlich, die Schwärze wird auch hier über uns kommen, ganz gewiss. ;D


    Was Gûndûr betrifft, bin ich ja etwas enttäuscht. ;) Er wirkt eher wie ein pubertierender Sprücheklopfer, als wie ein Halbgott - oder Götter werden einfach überschätzt. ;D Ich bin ja gespannt auf seine weiteren Handlungen, wenn er irgendwann vielleicht merken muss, es ist alles kein Spiel. Immerhin haben wir hier den Bezug zum Cover, wobei er auf dem Cover schmaler wirkt, als in der Beschreibung. Meine Vorstellung von ihm ist "bulliger" und die schwarze Haut wurde nicht übernommen.



    Was die Ondrier mit dem Einhorn tun, das stelle ich mir lieber gar nicht weiter vor, neinnein, das lasse ich nicht an mich ran - das arme Tier :(


    Oh ja. Das arme Einhorn tat mir auch furchtbar leid. Ich will gar nicht weiter lesen, was sie mit dem armen Tier noch machen. :'( Bernd rollt wahrscheinlich gerade mit den Augen über uns. Erst war es eine Katze, dann junge Hunde und nun ein Einhorn, über das wir Tränen vergießen. ;)


    Intensiv fand ich die Szene, als Tynay alleine nach oben ging und erkannte, dass sie der "wichtigste Mensch der Welt ist" und "überlebt, auch wenn alle anderen dafür sterben müssen" Puhhhhh, meine Güte! Es ist ja gut, wenn jemand mit wenig Selbstvertrauen lernt, sich selbst wichtig zu nehmen und selbstbewusster zu werden, aber das ist jetzt glaube ich eine extreme Entwicklung. Nachdem sie mir im ersten Abschnitt etwas Angst gemacht hat und hier im Abschnitt z. T. wieder "normaler" wurde, schlägt ihre Veränderung mit dieser Aussage doch wieder durch. Sie wirkt, auch im Gespräch mit Iotana, manchmal seltsam entrückt und wie in einer anderen Ebene. Also, ich finde sie immer noch beängstigend und unberechenbar.



    Warum will Tynay das alles wissen? Neugier oder denkt sie, es kann ihr nützlich sein, mehr über die menschliche Schwäche durch die Liebe zu erfahren? Ich hatte beinahe den Eindruck, daß es sie interessiert hat, sonst hätte sie Iotana nicht geraten, daß sie mit Tennato sprechen soll. Immerhin rät sie ihr, mit Tennato zu sprechen und ihn nicht direkt platt zu machen ;D
    Versucht sie, ihrem menschlichen Gefühl nachzuspüren, das durch die Schatten unterdrückt wurde, da Iotana anmerkt, daß Tynay spüren würde, daß sie die Wahrheit sagen würde. Will sie wissen, ob sie ebenfalls diese schwachen Gefühle in sich trägt, um sie gezielt ausmerzen zu können?


    Spannend fand ich auch Tynays Ansicht bzgl. der angeblichen Liebe der Götter, wie sie das dunkle Gegenteil in deren Tun sieht.


    Ja, das Gespräch war sehr interessant. Es wirkte auf mich auch so, als würde Tynay wirklich an Iotanas Geschichte interessiert sein (abgesehen von zu vielen unwichtigen Details ;D ) . Ich kann mir vorstellen, dass es daran liegt, dass für Tynay ja gerade selbst erst ein "neuer Lebensabschnitt" mit neuen Vorsätzen angefangen hat und sie sich selbst noch nicht so richtig sortiert hat, was sie nun genau tun oder nicht tun will. Iotana kam da nun gerade ganz frisch dazu und in ihrer "gedämpften" Stimmung hat Tyana vielleicht einfach das Gespräch laufen lassen ohne sich jetzt extra zu überlegen, was ihr das bringt oder auch nicht. Sie wirkte auf mich einfach noch nicht gezielt und überlegt im Verhalten und Iotana hatte somit vielleicht auch einfach Glück, dass ihr die Adepta überhaupt zugehört und sogar geantwortet hat. Immerhin hatte sich Tynay noch soweit im Griff, nicht auch ihre Kindheitsgeschichte auszuplaudern, diese Grenze hatte sie immerhin schon gesetzt. So wirkte die Szene zumindest auf mich.



    Das Orakel ist ja wirklich witzig. So habe ich es mir auf keinen Fall vorgestellt. Erinnerte mich sofort an die Ewoks, wobei die Kapuze tragen und keinen Rock. Ein Bärchen ist echt herzallerliebst, aber wirkt etwas fehl am Platz. Vielleicht erscheint es ja nicht immer so und ändert sein Aussehen? Einem Orakel würde ich das durchaus zutrauen.


    Ja, das Orakel ist erschreckend putzig. ;D Ich habe mich auch gefragt, ob das nur eine Tarnung ist und wir das Orakel vielleicht noch in einer anderen Gestalt erleben werden. So eine Putzigkeit muss doch eine Schattenherrin regelrecht quälen. Aber vielleicht ist das ja Absicht. ;)


  • Fremd wirkt aber auch auf mich bisher, dass die Menschen den Osadroi so selbstbewusst und unängstlich (und in der Überzahl) gegenüber stehen und die Schatten dabei bisher (noch) gar nicht so beherrschend wirken, wie ich es aus den anderen Büchern gewohnt bin. Iotana z. B. reagiert eher mit Unverständnis und "Kopfschütteln" auf die finstere Sichtweise, die sie von Tynay erfährt, aber von Angst spüre ich nichts. Ob es daran liegt, dass die Schattenherrin mit ihrem Gefolge ihr Land verlassen hat und sie somit eher alleine steht und die Schrecken für die hier vorhandenen Menschen nur Hörensagen sind? Oder spielt die Geschichte vielleicht lange vor den anderen Büchern und die Macht der Schatten ist noch nicht so weit verbreitet, die Menschen noch optimistischer (und mit noch mehr Silbervorkommen) im Kampf gegen sie? Aber, ach, was mach ich mir Gedanken, es bleibt eh nicht so friedlich, die Schwärze wird auch hier über uns kommen, ganz gewiss. ;D


    Das habe ich auch überlegt, warum das so ist. Entweder hatten die Menschen bisher keinen großen Kontakt zur Finsternis und vertrauen noch voll und ganz ihren Göttern. Sie könnten sich auch sicher fühlen, weil sie sich auf neutralem Terrain befinden und eine größere Gruppe im Gegensatz zu den Ondriern sind. Die Baroness hält sich vielleicht auch zurück, weil sie was von dem Orakel will, solange hält sie vielleicht die Füße still. Evtl. kann sie die Aesol und ihre furchtbaren Waffen noch nicht richtig einschätzen, sie hat die Aesol auch zum ersten Mal erblickt, wie es scheint. Kann man denen überhaupt Essenz entnehmen?


    Oder es ist wirklich so, daß die Silbervorkommen noch sicher sind.


  • Ich bin immer noch fasziniert davon, wie mutig die anderen gegenüber den Schatten sind. So einfach mal die Meinung sagen und sie aus dem Raum scheuchen wollen, davon hätte man in der Schattenherren-Trilogie nur träumen können.



    Fremd wirkt aber auch auf mich bisher, dass die Menschen den Osadroi so selbstbewusst und unängstlich (und in der Überzahl) gegenüber stehen und die Schatten dabei bisher (noch) gar nicht so beherrschend wirken, wie ich es aus den anderen Büchern gewohnt bin. ... Ob es daran liegt, dass die Schattenherrin mit ihrem Gefolge ihr Land verlassen hat und sie somit eher alleine steht und die Schrecken für die hier vorhandenen Menschen nur Hörensagen sind? Oder spielt die Geschichte vielleicht lange vor den anderen Büchern und die Macht der Schatten ist noch nicht so weit verbreitet, die Menschen noch optimistischer (und mit noch mehr Silbervorkommen) im Kampf gegen sie?



    Entweder hatten die Menschen bisher keinen großen Kontakt zur Finsternis und vertrauen noch voll und ganz ihren Göttern.



    Was denkt Ihr, wie sieht der Kontakt zwischen den freien Reichen und Ondrien aus, wenn gerade kein großer Krieg ist? Treibt man Handel, besucht man sich gegenseitig ...? Oder ist das eine Grenze, die man lieber nicht überschreitet? Gibt es viele Leute, die Ondrien schon mit eigenen Augen gesehen haben, oder herrschen Gerüchte vor? Ab und zu fällt vielleicht ein kleines Fürstentum in die Schatten, viele hundert Meilen entfernt, man erfährt erst Monate später davon ... Dann hört man, dass ein anderer Fürst einen Hofmagier hat, der sein Wissen von den Schatten erhielt - sehr zum Verdruss der Priester, aber der Magier scheint etwas zu können, sonst würde der Fürst ihn ja nicht an seinen Hof rufen ... In manchen Städten stehen vielleicht sogar Tempel des Kults. Man will sie eigentlich nicht dort haben, aber wenn man sie abreißen würde, würde man dieses mächtige Imperium provozieren, und vor ein paar Monaten wurde doch dieses andere kleine Fürstentum erobert, und keiner seiner Nachbarn hat ihm geholfen ...
    Und wenn man dann mit jemandem vom Kult spricht, ist man auf einmal verwirrt, weil sie die Fakten, die in den Tempeln der Götter gelehrt werden, gar nicht bestreiten, aber völlig anders interpretieren ...

  • Gundur muss mich noch überzeugen. Bisher halte ich den nur für einen äußerlich starken Kerl mit großer Klappe. Mal sehen, was da noch intelligentes kommt.


    In Sachen Intelligenz ist Gûndûr sicher nicht die hellste Kerze im Leuchter. Vielleicht kann er Dich aber mit anderen Qualitäten überzeugen - lass uns wissen, ob er Dir ans Herz wächst! ;)


    Bei dem Orakel und den Æsol habe ich versucht, archetypische Figuren der Fantasy frisch zu interpretieren.
    Das Orakel von Delphi war ja eine junge Dame, die Dämpfe aus einer Erdspalte eingeatmet hat, um daraufhin unverständlich zu brabbeln. Das haben die Priester dann interpretiert und in Orakelsprüche verpackt. Ich habe mir überlegt, was für einer Figur man dieses "Brabbeln" anvertrauen könnte - und was diese Figur alles nicht braucht. Natürlich müssen die Weissagungen zutreffen, sonst ist das Orakel sinnlos. Aber muss es deswegen eine würdevolle Erscheinung sein? Ich glaube nicht, und indem ich diesen Aspekt variiere, hoffe ich die Leser zu überraschen.
    Die Æsol sind "nicht von dieser Welt" ... Engel? Vielleicht ... und auch wieder nicht ... ;)



    ich finde die Beschreibung des Orakels echt gelungen und bietet einen netten Kontrast zu der Atmospähre, die teilweise eher düster gehalten ist


    Das ist in der Tat ein weiterer Aspekt. Meine Geschichten sind ja von eher ... hmmm ... "gedeckten Farben" geprägt. Wenn es in einem Gemälde aber überhaupt keine hellen Tupfen gibt, fehlt der Kontrast und man nimmt die Dunkelheit nicht mehr wahr. Das Orakel soll ein bisschen Helligkeit in die Geschichte bringen.


    Beim Einhorn habe ich dagegen das klassische Bild abgerufen, weil ich es nutzen wollte. Bei einem Einhorn hat jeder Fantasyleser direkt ein klares Bild vor Augen. Allerdings habe ich ihnen in der Entstehung meiner Fantasywelt eine spezielle Rolle zugewiesen, um diese Geschöpfe fester einzubinden.



    Hm, ich denke, Iotana hat auch Interesse, allerding block Tynas zum einen ziemlich schnell ab und zum anderen ist Iotana ziemlich mit ihrem "Problem" Tennato beschäftigt.
    Ich bin gespannt, ob die beiden Frauen nochmal aufeinandertreffen werden.


    Der entscheidende Vorteil, den das Setting auf die Geschichte von Schattenkult hat, ist, dass sich innerhalb eines Palasts in einer umtriebigen Nacht alle ständig immer wieder begegnen. Man kann sich gar nicht ausweichen. In diesem "Druckkochtopf" kommt es dann zu - wie ich hoffe - interessanten Interaktionen ... ;)


  • Was denkt Ihr, wie sieht der Kontakt zwischen den freien Reichen und Ondrien aus, wenn gerade kein großer Krieg ist? Treibt man Handel, besucht man sich gegenseitig ...? Oder ist das eine Grenze, die man lieber nicht überschreitet? Gibt es viele Leute, die Ondrien schon mit eigenen Augen gesehen haben, oder herrschen Gerüchte vor? Ab und zu fällt vielleicht ein kleines Fürstentum in die Schatten, viele hundert Meilen entfernt, man erfährt erst Monate später davon ... Dann hört man, dass ein anderer Fürst einen Hofmagier hat, der sein Wissen von den Schatten erhielt - sehr zum Verdruss der Priester, aber der Magier scheint etwas zu können, sonst würde der Fürst ihn ja nicht an seinen Hof rufen ... In manchen Städten stehen vielleicht sogar Tempel des Kults. Man will sie eigentlich nicht dort haben, aber wenn man sie abreißen würde, würde man dieses mächtige Imperium provozieren, und vor ein paar Monaten wurde doch dieses andere kleine Fürstentum erobert, und keiner seiner Nachbarn hat ihm geholfen ...
    Und wenn man dann mit jemandem vom Kult spricht, ist man auf einmal verwirrt, weil sie die Fakten, die in den Tempeln der Götter gelehrt werden, gar nicht bestreiten, aber völlig anders interpretieren ...


    So habe ich das noch nicht betrachtet. Aber das liegt sicher auch daran, dass ich mir nach drei Büchern, die quasi von den Schatten beherrscht wurden, gar nicht vorstellen konnte, dass die Osadroi irgendwo keine pure Angst und Schrecken verursachen könnten. Die Finsternis war bisher so dominant, dass das offensichtlich meine Wahrnehmung geprägt hat und ich (oder wir) jetzt gar nicht mit der ungewohnten Atmosphäre von "die Schatten sind gefährlich, aber woanders und nicht hier" umgehen können. ;)


  • Aber das liegt sicher auch daran, dass ich mir nach drei Büchern, die quasi von den Schatten beherrscht wurden, gar nicht vorstellen konnte, dass die Osadroi irgendwo keine pure Angst und Schrecken verursachen könnten. Die Finsternis war bisher so dominant, dass das offensichtlich meine Wahrnehmung geprägt hat und ich (oder wir) jetzt gar nicht mit der ungewohnten Atmosphäre von "die Schatten sind gefährlich, aber woanders und nicht hier" umgehen können. ;)


    Da ist natürlich schön, dass wir in dieser Leserunde Teilnehmerinnen dabei haben, die die Schattenherren-Trilogie noch nicht komplett gelesen haben. Empfindet Ihr das Auftreten der "Göttergetreuen" mit ihrem Halbgott gegenüber dem Kult anders?


  • Der entscheidende Vorteil, den das Setting auf die Geschichte von Schattenkult hat, ist, dass sich innerhalb eines Palasts in einer umtriebigen Nacht alle ständig immer wieder begegnen. Man kann sich gar nicht ausweichen. In diesem "Druckkochtopf" kommt es dann zu - wie ich hoffe - interessanten Interaktionen ... ;)


    Jetzt muss ich gerade an Krimis in der Art "verschlossener Raum" denken. :)



    Bei dem Orakel und den Æsol habe ich versucht, archetypische Figuren der Fantasy frisch zu interpretieren.


    Ich finde das sehr gelungen. Gerade die Figuren, die in deiner Geschichte auf den ersten Blick so ungewohnt wirken, sorgen bei Lesen für Überraschung. Man scheint die Welt zu kennen, aber wenn man mal einen Schritt über die Grenze tut, sieht es wieder ganz anders aus. Und ich bin nun sehr gespannt, wie die vertrauten Schatten hier agieren.

  • Viel mit der neuen Stimmung haben für mich die Æsol zu tun, die auf mich extrem fremd für diese Welt wirken, wie ich sie bisher in den Büchern kennengelernt habe.


    Wie, glaubt Ihr, nehmen die Bewohner Eloys die Æsol wahr? Ebenfalls als fremd, oder als Ihresgleichen? Sind sie für einen Menschen noch fremder als Schattenherren oder Fayé?



    Was Gûndûr betrifft, bin ich ja etwas enttäuscht. ;) Er wirkt eher wie ein pubertierender Sprücheklopfer, als wie ein Halbgott - oder Götter werden einfach überschätzt.


    Aus den Sagen der Antike kennen wir Herkules oder Achill als Halbgötter.
    Was macht für Euch einen Halbgott aus?


    Meine Vorstellung von ihm ist "bulliger" und die schwarze Haut wurde nicht übernommen.


    Beim Cover haben wir ein wenig experimentiert, wir hatten auch mal goldene Augen drin. Letztlich gefiel uns diese etwas dezentere Darstellung am besten - aber das ist natürlich Geschmackssache.



    Oh ja. Das arme Einhorn tat mir auch furchtbar leid.


    Ohne den moralischen Zeigefinger heben zu wollen, einfach nur aus Sicht eines Schriftstellers: Wenn man eine Figur als böse darstellen möchte, reicht es nicht aus, dass sie jemanden umbringt. Das sind wir heutzutage aus Büchern und Filmen viel zu sehr gewöhnt, auch die edelsten Figuren machen das, ohne dass es ihr Image beschädigen würde. Damit jemand als böse wahrgenommen wird, muss er etwas anderes tun: foltern, Kinder töten - oder eben Tiere.


    Intensiv fand ich die Szene, als Tynay alleine nach oben ging und erkannte, dass sie der "wichtigste Mensch der Welt ist" und "überlebt, auch wenn alle anderen dafür sterben müssen" Puhhhhh, meine Güte! Es ist ja gut, wenn jemand mit wenig Selbstvertrauen lernt, sich selbst wichtig zu nehmen und selbstbewusster zu werden, aber das ist jetzt glaube ich eine extreme Entwicklung.


    Wo ist die Grenze? Wo kippt es?
    Ich vermute, diese Frage wird in Schattenkult noch mehrfach aufkommen. ;)


    Ja, das Orakel ist erschreckend putzig.


    Die Kombination "erschreckend putzig" ist mir noch nie begegnet. :D



    ... sie hat die Aesol auch zum ersten Mal erblickt, wie es scheint. Kann man denen überhaupt Essenz entnehmen?


    Ich zitiere einmal aus Feind, Seite 245:

    Zitat

    Nur Limoras, der gefangene Fayé, stand unbewegt an seinem Pfahl. Mit ihm schienen sich die Dunkelrufer vergeblich abzumühen. Vielleicht war die Lebenskraft der Fayé zu fremd, um den Schattenherren, die schließlich selbst einmal Menschen gewesen waren, von Nutzen zu sein.


  • Empfindet Ihr das Auftreten der "Göttergetreuen" mit ihrem Halbgott gegenüber dem Kult anders?


    Die Bewohner des südlichen Eloys hatten in "Schattenherren" auch weniger Furcht vor den Schatten, sondern waren eher bereit, ihnen die Stirn zu bieten.


  • Was denkt Ihr, wie sieht der Kontakt zwischen den freien Reichen und Ondrien aus, wenn gerade kein großer Krieg ist? Treibt man Handel, besucht man sich gegenseitig ...? Oder ist das eine Grenze, die man lieber nicht überschreitet? Gibt es viele Leute, die Ondrien schon mit eigenen Augen gesehen haben, oder herrschen Gerüchte vor? Ab und zu fällt vielleicht ein kleines Fürstentum in die Schatten, viele hundert Meilen entfernt, man erfährt erst Monate später davon ... Dann hört man, dass ein anderer Fürst einen Hofmagier hat, der sein Wissen von den Schatten erhielt - sehr zum Verdruss der Priester, aber der Magier scheint etwas zu können, sonst würde der Fürst ihn ja nicht an seinen Hof rufen ... In manchen Städten stehen vielleicht sogar Tempel des Kults. Man will sie eigentlich nicht dort haben, aber wenn man sie abreißen würde, würde man dieses mächtige Imperium provozieren, und vor ein paar Monaten wurde doch dieses andere kleine Fürstentum erobert, und keiner seiner Nachbarn hat ihm geholfen ...
    Und wenn man dann mit jemandem vom Kult spricht, ist man auf einmal verwirrt, weil sie die Fakten, die in den Tempeln der Götter gelehrt werden, gar nicht bestreiten, aber völlig anders interpretieren ...


    Aus Tennatos Brief am Anfang des Buches meinte ich herauszulesen, daß über die Schatten einige Gerüchte kursieren, daher denke ich, daß nicht so viele Leute sie mit eigenen Augen gesehen haben; jedenfalls, wenn die Entferung nach Ondrien weit genug ist. Handel wird es sicherlich geben, vorallem von Menschen, die sich einen Vorteil davon versprechen oder von Menschen, die von ihren Göttern enttäuscht sind. Aber es wird kein reger Handel sein, denn was haben die Menschen den Schatten schon großartig zu bieten, außer den Pferden, die zu Schattenrössern werden?
    Unterschwellig wird sicherlich auch immer etwas Furcht vor dem Dunklen mitspielen, die man am besten überspielt, in dem man großspurig und siegesgewiss auftritt bzw. es vor den Anderen niedermacht.


    Dann noch zur Frage, als was die Göttertreuen die Aesol ansehen, als Ihresgleichen oder anders: ich denke nicht, daß sie sie als Ihresgleichen ansehen, dazu sind die Aesol zu fremd, aber es wird reger Handel mit ihnen getrieben. Die Aesol studieren die Menschen (warum eigentlich?), bedrohen sie wohl eher weniger, andererseits werden aber immer wieder die Waffen erwähnt, daher denke ich, daß auch eine gewisse Furcht vor den Aesol mitspielt.


  • In Sachen Intelligenz ist Gûndûr sicher nicht die hellste Kerze im Leuchter. Vielleicht kann er Dich aber mit anderen Qualitäten überzeugen - lass uns wissen, ob er Dir ans Herz wächst! ;)


    Oh, jetzt bin ich aber gespannt. Vielleicht zeigt er sich ja noch von einer ganz liebenswürdigen Seite. Ich werde natürlich berichten, sobald meine Zuneigung sprunghaft ansteigt. ;D


    So habe ich das noch nicht betrachtet. Aber das liegt sicher auch daran, dass ich mir nach drei Büchern, die quasi von den Schatten beherrscht wurden, gar nicht vorstellen konnte, dass die Osadroi irgendwo keine pure Angst und Schrecken verursachen könnten. Die Finsternis war bisher so dominant, dass das offensichtlich meine Wahrnehmung geprägt hat und ich (oder wir) jetzt gar nicht mit der ungewohnten Atmosphäre von "die Schatten sind gefährlich, aber woanders und nicht hier" umgehen können. ;)


    Da schließe ich mich an. Durch die Trilogie sind die Schatten als Herrscher präsent im Kopf. Da ist die Situation hier einfach ungewöhnlich. Aber das beleuchtet das Ganze wieder neu. Ich finde es sehr interessant. 8)