03 - Kapitel 18 bis Kapitel 28 (Seite 136 bis 209)

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  • So! Der Thriller ist im Vollen Gang! Space-action! :explodier:


    Also, dass ₁₈Tallmaster wohl doch nur zum Schein, oder nicht von allen fallen gelassen wurde finde ich toll. Es zeigt sich auch, dass er ohne dies Kinder-Koryphäe Jael-cres wirklich keine Chance gehabt hätte. Sehr schön. Allerdings merkt man an der Gelkammer und so, dass Menschen eher nicht so richtig mehr in diese Welt passen...
    Eher so die Kategorie... Trophäen oder Sammelkarten vielleicht.
    Besonders Lustig finde ich den "ephemeren Spaß", auch wenn die beiden beim Sex nicht wirklich bei der Sache sind.
    Für Sol gibt's einige sehr interessante Neuerungen: Sie kann Visionen empfangen, ohne in Trance zu sein? Sie ist schwanger von Corwain?


    Und dann der arme ₁₂₇Aijar... kann Corwain den nicht einfach in Ruhe lassen. Klar fällt ihm das schwer, da seine Rasse dahinschwindet. Aber er braucht doch selber die Einstellung als Pazifikator "um seinem Leben Sinn zu geben". Finde ich echt schwach von Corwain. ₁₂₇Aijar gibt den Verschwörungen noch mal so richtig rückenwind, aber wenn ich durch das Zwischenkapitel die abgehörten Funksprüche zwischen den Koryphäen höre... hört sich nicht nach einem Masterplan an, eher nach regulärer Politik und intrigen.
    Interessant, dass der Computerhassende ₁₂₇Aijar genau 128 mal gestorben ist, also eine gut Maschinenlesbare 2er-Potenz 2 hoch 7 :-)

  • Es ist immer wieder befremdlich, der kaputten Erde in der SF-Literatur zu begegnen. Das Einzige, das es dort noch gibt, ist das riesige Mausoleum als Mahnmal und Museum für Besucher. Und Elron macht die Ankündigung seines Selbstmords tatsächlich wahr. Wenn die Koryphäen ihn nicht als verrückt einschätzen, dann muß irgendwas doch was an seiner Verschwörungstheorie dran sein. Um was könnte es bei dem Abkommen zwischen den Koryphäen und dem Kosmotop gehen? Für mich hört sich das Gespräch zwischen Ral-cres und Ral-am so an, als ob die Vereinbarung dahingehend lautet, daß das Kosmotop an bestimmten Stellen sammeln darf, dafür aber sich nicht dem galaktischen Kern nähert. Aber warum wird darum so ein großes Geheimnis gemacht? Wegen der zu befürchtenden Instabilität? Dies scheint eine große Gefahr für die Koryphäen darzustellen.


    Was die Geheimniskrämerei angeht, hat Elron nicht so ganz unrecht, auch im Archiv mit den Daten der Veritas werden Corwain und Solace direkt abgeblockt.


    Was für eine Überraschung, daß das Schiff sozusagen ein Sohn von Jael ist. Aber warum schweigt Jael seit 17 Jahren? War er vielleicht der Gesandte und es stimmt gar nicht, daß er im galaktischen Kern sitzt? Aber warum redet er dann über das Wetter :D?
    Meine Frage aus dem ersten Abschnitt, ob die Mission vor 17 Jahren ein Ergebnis gebracht hat, hat sich hier auch beantwortet. Und der Verdacht, daß Kallisto Corwain im Hintergrund mit dem Schiff geholfen hat, bewahrheitet sich auch – ich gehe mal davon aus, daß Kallisto wußte, um wen es sich bei dem Schiff handelte. Jael-cres scheint ihnen helfen zu wollen, so weit es die Geheimhaltungsstufe erlaubt. Sehr clever, dann nach seiner Meinung zu fragen, ich hatte den Eindruck, daß Jael-cres darüber nicht böse ist.


    Aber auch bei den Maschinenintelligenzen gibt es gespaltene Lager: einmal die Dominanten, die am Status Quo festhalten und die Ephemeren schützen wollen, während die Aufstrebenden eigene Ziele verfolgen, auch auf Kosten der Sterblichen. Maschinenintelligenz gegen Maschinenintelligenz? Was wollen die Aufstrebenden ändern?


    Sibal und die Incera haben tatsächlich irgendwas mit dem Kosmotop zu schaffen, immerhin sind sie in der Lage, den Ereignishorizont wieder zu verlassen. Das macht ja Mut, daß das Corwain und Solace auch gelingen kann, sobald sie die Barriere passiert haben.
    Aber was will das Kosmotop genau von der Veritas? Bei Sibal sind die Gründe klar; soll sie irgendwelche Muster erkennen, die dem Kosmotop nicht klar sind? Was ist das Kosmotop eigentlich genau?


    Dieses Gelbad stelle ich mir auch sehr unangenehm vor, kein Wunder, daß es Solace davor so graut.
    Die Verfolgungsjagd ist nervenaufreibend, der Verfolger läßt sich partout nicht abschütteln; nun bin ich gespannt, ob sie wirklich die Barriere passiert haben.


  • Für Sol gibt's einige sehr interessante Neuerungen: Sie kann Visionen empfangen, ohne in Trance zu sein? Sie ist schwanger von Corwain?


    Das Kind mit dem blutigen Gesicht gibt mir auch Rätsel auf.


    Ephemerer Spaß ist gut :D

  • Das Kind mit dem blutigen Gesicht gibt mir auch Rätsel auf.


    Die Stelle (S. 176 unten) hatte ich mir auch als wichtig angestrichen, kann sie aber noch nicht deuten. Diese Gesellschaft der Unsterblichen hat ja gar keine Kinder mehr; die Kinder sind ja quasi schon ausgestorben. Grausige Vorstellung. Von daher denke ich auch, dass es eine Metapher ist oder Bild aus der Vergangeneit...

  • Also, das mit dem Gel fand ich beängstigend. Hatte was von ertrinken. Der kleine Tod, der vor dem endgültigen bewahrt. Schaurig. .. hat mich spontan an Kryostase erinnert. Als Jugendlicher fand ich diesen Gedanken total faszinierend, mich mal später einfrieren zu lassen, bis die Technik soweit ist, dass man das Leben verlängern kann. Hatte wohl schon damals zu viel SF gelesen :)


    Ewiges Leben wäre wohl auch wirklich ein Fluch. Von daher kann ich Elrons Entscheidung gut verstehen. Man stelle sich das mal vor: wenn es niemals (!) enden würde, dann wäre es wohl irgendwann wirklich zu viel. Jeder Gedanke wäre gedacht, jedes mögliche Erlebnis wäre erlebt und jedes mögliche Gefühl wäre unendlich oft empfunden worden. Das wäre für ein Individuum, für eine Seele definitiv zu viel...


    (PS: Ich muss mich leider übers WE "ausklinken". Bin auf einem Seminar und ohne Internetzugang. Das Buch geht natürlich mit. Montag bin ich wieder dabei. )


  • ...
    Ewiges Leben wäre wohl auch wirklich ein Fluch. Von daher kann ich Elrons Entscheidung gut verstehen. Man stelle sich das mal vor: wenn es niemals (!) enden würde, dann wäre es wohl irgendwann wirklich zu viel. Jeder Gedanke wäre gedacht, jedes mögliche Erlebnis wäre erlebt und jedes mögliche Gefühl wäre unendlich oft empfunden worden. Das wäre für ein Individuum, für eine Seele definitiv zu viel...
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    Da bin ich mir nicht sicher. Ich glaube sogar, dass selbst die Ewigkeit nicht lang genug ist, um alle Gedanken zu denken, die gedacht werden können. ;) Vielleicht gibt es so etwas wie eine "mentale Unendlichkeit". Hand aufs Herz, wer von uns hat sich nicht mehrmals verliebt? Ist das Gefühl der Liebe deshalb langweilig geworden? Nein, es war jedes Mal anders, und je älter man wird, desto mehr weiß man es zu schätzen und zu genießen. Mit anderen Gefühlen ist es ähnlich. Wir stumpfen nicht ab, wenn wir älter werden, wir reifen, wir erkennen die ganze Bandbreite des emotionalen Spektrums. Langeweile, glaube ich, hat mehr etwas mit einem begrenzten Horizont, mit einer eingeengten Welt zu tun. Für mich kann ich sagen: Je älter ich werde, desto mehr Fragen entdecke ich, auf die ich gern eine Antwort hätte. Unsterblichkeit, bei mir bist du willkommen!


    Liebe Grüße
    Andreas

  • Der Anfang bestimmt das Ende ... ist das so ? Einerseits sicherlich, da ja ein Ende in der Regel mit dem "Verlauf" zu tun hat. Andererseits kann man ja auch unterwegs immer noch das Ruder herumreißen und es gibt verschiedene "Endungsmöglichkeiten".


    Stasiskammern... also noch eine weitere Absicherung... erst "geklonte Wiedergeburten" und wenn trotzdem einer stirbt, eine weitere Möglichkeit, irgendwann doch wiedergeboren zu werden.
    Unsterblichkeit scheint da ein großes Thema zu sein Aber wenn man sich rundrum mit allen möglichen anorganischen und somit auch unsterblichen (... wobei man als anorganisches Wesen ja niiht mal lebt) umgibt, ist es wohl naheliegend, sich mit Unsterblichkeit zu befassen.


    Ich selber würde spontan sagen: Nein danke, für mich nicht.
    Mir haben die Argumente von Elron schon eingeleuchtet, das irgendwann "kein Platz mehr im Kopf" ist.

  • (... wobei man als anorganisches Wesen ja niiht mal lebt)


    Interessante Frage. Und seit den ersten Schritten in Richtung KI immer wieder Thema in der SF. (War Asimov mit seinen Robot-Geschichten der erste? Ich weiss es nicht einmal.) Ich vermute, eine KI wäre wohl eher der Ansicht, dass das, was organische Lebewesen ("Lehmklumpen" oder so ähnlich heissen sie in einer Erzählung von Lem) führen, kein Leben sei.


    Mir haben die Argumente von Elron schon eingeleuchtet, das irgendwann "kein Platz mehr im Kopf" ist.


    Ich frage mich gerade: Hat ein 60-Jähriger mehr Erinnerungen (in Bits und Bytes) als z.B. ein 30-Jähriger? Oder ist der Kopf schon viel früher voll, und wir merken es nur nicht?


  • ...
    Ich frage mich gerade: Hat ein 60-Jähriger mehr Erinnerungen (in Bits und Bytes) als z.B. ein 30-Jähriger? Oder ist der Kopf schon viel früher voll, und wir merken es nur nicht?


    Sehr interessante Frage. Vielleicht werden die Erinnerungen mit wachsendem Alter anders gewichtet: Manche werden subjektiv wichtiger, andere verlieren an Bedeutung.


    Und was ist zum Beispiel mit den besonderen Inselbegabungen, mit Autisten, die ein Buch lesen, indem sie nur einen kurzen Blick auf die jeweiligen Seiten werfen, und die nie ein auf diese Weise "gelesenes" Buch vergessen? Oder man nehme das Phänomen des "fotografischen Gedächtnisses". Es gibt Menschen, deren Gehirn alles abspeichert, was sie sehen, und der Platz in ihrem Kopf scheint nie knapp zu werden.


    Liebe Grüße
    Andreas

  • Ich könnte mir vorstellen, daß die Masse an Erinnerungen nicht das Belastende ist, schlimmer sind die Menschen dran, bei denen Schmerz und Trauer nicht "mit der Zeit heilen".


  • Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Hirn gewisse Erinnerungen komprimiert (zippt) oder gewisse Dinge mit gewissen andern Dingen verknüpft, und so Speicherplatz spart. Manchmal ist so eine Zip-Datei auch beschädigt ...



    ;D Das mit den beschädigten Zip-Dateien kenne ich auch, und nicht von meinem Computer.


    Woraus sich eine weitere interessante Frage ergibt: Wenn es stimmt, dass wir die Summe unserer Erinnerungen sind - was geschieht mit unserer Identität, wenn wir Dinge vergessen? (Auch Corwain stellt sich manchmal diese Frage, wir sind also nicht ganz off-topic.)


    Liebe Grüße
    Andreas