#05 - Seite 362 - 449 (einschließlich Kapitel 14)

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  • Ich denke, dass jetzt, wo so ziemlich alle offiziellen Akten, Quellen, Unterlagen etc. (sofern noch vorhanden) mehrfach schon durchgekaut und interpretiert wurden, wird man sich stärker mit den Auswirkungen auf die "Normalsterblichen" beschäftigen. Das ist ja eine generelle Tendenz in der Auseinandersetzung mit Geschichte.


    Mich persönlich interessieren solche Aspekte auch viel mehr als die Überlegung, wann welche militärische Strategie fehl am Platz oder genau richtig war. Insofern lese ich auch lieber (Auto-Biographien, Briefe, Tagebücher oder Romane aus einer Zeit bzw. über eine Zeit.

  • In diesem Abschnitt wurde mir bewusst, daß ich jeden einzelnen Ort, der heute auf französischer Seite liegt, kenne.


    Mein Vater war viele Jahr Geschäftsführer des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. und wir haben als Kinder/Jugendliche in Frankreich unsere Ferien verbracht die Gräber der gefallenen Deutschen Soldaten zu pflegen bzw. instand zu setzen. Kriegsopfer haben ja ein unbegrenztes Ruherecht. Das Haupt-Augenmerk lag auf den Friedhöfen des 2. Weltkrieges, ich kenne die komplette Landungsküste der Normandie hoch und runter, aber natürlich kenne ich auch die Schlachtfelder des 1. Weltkrieges. Wenn man da Gräber bearbeitet in denen Jugendliche lagen die nicht so alt werden durften wie ich selbst damals war ..... das war schon ein komisches Gefühl.


    Grischa seine Einstellung hat mich ehrlich gesagt geschockt. Ihm geht es um die meisten Abschüsse, merkt er denn gar nicht, dass das Menschenleben kostet?


    Ich glaube, daß viele Menschen die wahren Ausmaße des Krieges gar nicht überblicken konnten. In Grischas Alter schon gar nicht, der ist ja noch grün hinter den Ohren.
    Ich glaube aber auch, daß viele Soldaten sich einfach vieles auch schöngeredet haben. Solange, bis sie selbst verwundet wurden oder einen anderen Menschen sehenden Auges getötet haben. Und die Flieger hatten es da leichter, die haben nur auf einen Knopf gedrückt .... sie sahen von oben die Explosion aber keine toten Menschen durch die Luft fliegen.


    Der 1. Weltkrieg hat 17 Millionen Menschenleben gefordert - eine Zahl die man sich gar nicht vorstellen kann.


    Zitat

    Geros Reaktion darauf war vollends nachvollziehbar, vor allem weil er ja doch einiges durchgemacht haben muss. Besonders die Erwähnung der Gasangriffe hat mir eine Gänsehaut verursacht.


    Ich fand die Reaktion auch nachvollziehbar und ich fand es auch gut, daß er die Dinge beim Namen genannt hat. Auch der Satz in dem er sagt, daß man teilweise froh ist wenn der angeschossene Soldat neben einem stirbt, weil sein Geschrei und Gejammer einem den Nerv raubt. Vermutlich ist es genau dieses Geschrei und/oder Gejammere was einen im Schlaf verfolgt und nie mehr wieder loslässt. Und das Wissen nicht helfen zu können .....


    Zitat

    Mutter Hedda ist weiterhin unmöglich, als wenn es nichts Wichtigeres gäbe als das Essen zu einem 60. Geburtstag. Oder versucht sie gerade durch Belanglosigkeiten ihre eigentliche Angst vor dem Krieg zu verbergen?


    Ich glaube, daß sie wirklich denkt sie hätten besseres haben können.


    Zitat

    Dass zu Kriegszeiten Lebensmittel rationiert worden sind, das war mir bekannt, aber dass Kleidung auch rationiert worden ist und ein Tanzverbot ausgesprochen worden ist, das war mir neu. Also wieder etwas dazu gelernt.


    Das Tanzverbot war, glaube ich, eine solidarische Geste an die Soldaten an der Front, die ja auch nicht tanzen konnten und noch nichtmal etwas zu lachen hatten.


    Zitat

    Oh weh die Louise ist ja schon eine. Offenbar erkennt sie, dass Alma so anders aussieht als ihre Eltern, da habe ich ja so ein wenig in mich hinein geschmunzelt.


    Ist Alma doch Roberts Tochter?? Ich könnte es mir gut vorstellen.
    Vielleicht auch deswegen Selmas Aussage "ich bin es Gero schuldig" ....?


    Zitat

    Die Begegnung mit Ansgar Grün hat mich geschockt. Ob er sich wirklich hat anschießen lassen und gern den Arm verloren hat, um nicht mehr ins Feld ziehen zu müssen?


    Das hab ich nicht eine Sekunde in Frage gestellt, daß er das tatsächlich getan hat.


    Zitat

    Und dann wird es dramatisch: Gero wird vermisst und Selma will sich auf die Suche nach ihm begeben. Ist sie verrückt?


    Ich denke, daß auch Selma keine Vorstellung davon hat wie es an der Front bzw. dahinter aussieht. In Berlin haben sie nix zu essen, dürfen nicht tanzen - aber die Front ist weit und zwischen Vorstellung und Realität klafft da dann doch eine große Lücke. Ich glaube sie hat keine Ahnung was genau sie da erwarten wird.


    Daß Constanze sie so einfach begleitet finde ich sehr mutig. Ich weiß nicht ob ich meine Freundin in ein Himmelfahrtskommando begleiten würde - schließlich könnten beide ihr Leben verlieren, verletzt werden oder, als Frau, von ausgehungerten Soldaten/Männern mal eben ins Gebüsch gezerrt werden. :o :o


    Zitat

    Die Soldaten kehren traumatisiert heim, aber da kann sie niemand verstehen. Der Krieg ist eben - gerade in Berlin - sehr, sehr weit weg. Man kennt Erzählungen, erste Fotos, aber das gibt kaum einen richtigen Eindruck über das Ausmaß.


    Das ist doch heute nicht viel anders. Soldaten die aus Afghanistan zurück kamen und traumatisiert sind/waren.
    Das nimmt doch auch keiner ernst. Die Krankheit heißt "Posttraumatische Belastungsstörung" ....... warum nennt man das nicht einfach beim Namen "Kriegstrauma".....??


    Mir hat dieser Abschnitt sehr gut gefallen, sofern man bei Kriegsgeschehen von gefallen sprechen kann.


  • Mein Vater war viele Jahr Geschäftsführer des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. und wir haben als Kinder/Jugendliche in Frankreich unsere Ferien verbracht die Gräber der gefallenen Deutschen Soldaten zu pflegen bzw. instand zu setzen. Kriegsopfer haben ja ein unbegrenztes Ruherecht. Das Haupt-Augenmerk lag auf den Friedhöfen des 2. Weltkrieges, ich kenne die komplette Landungsküste der Normandie hoch und runter, aber natürlich kenne ich auch die Schlachtfelder des 1. Weltkrieges. Wenn man da Gräber bearbeitet in denen Jugendliche lagen die nicht so alt werden durften wie ich selbst damals war ..... das war schon ein komisches Gefühl.


    Das stelle ich mir sehr beklemmend vor :(



    Der 1. Weltkrieg hat 17 Millionen Menschenleben gefordert - eine Zahl die man sich gar nicht vorstellen kann.


    Unglaublich.


  • Wenn man da Gräber bearbeitet in denen Jugendliche lagen die nicht so alt werden durften wie ich selbst damals war ..... das war schon ein komisches Gefühl.


    Ich bin vor ein paar Jahren mal auf einem französischen Dorffriedhof in Tränen ausgebrochen, weil da vier oder fünf deutsche Soldaten aus dem 1. Weltkrieg begraben lagen und es mich einfach fertiggemacht hat, wie schrecklich jung die noch waren. Wenn ich mir 17, 18, 19 Jahre alte Jungs vorstelle, die ich kenne, und mir dann überlege, dass die in den Krieg ziehen müssten - unvorstellbar.


    Zitat

    Das nimmt doch auch keiner ernst. Die Krankheit heißt "Posttraumatische Belastungsstörung" ....... warum nennt man das nicht einfach beim Namen "Kriegstrauma".....??


    Die Bezeichnung PTBS ist insofern besser und umfassender, weil es das ja nicht nur bei Kriegsteilnehmern gibt. Aber grundsätzlich hast Du völlig recht - was der Krieg mit den Menschen macht, wird heute noch gerne totgeschwiegen :(

    Nicht müde werden,sondern dem Wunder wie einem Vogel die Hand hinhalten.<br />-Hilde Domin-

  • Der Erste Weltkrieg steht für eine ganz neue Art des Krieges, wie er bislang in der Form noch nie erlebt/ gekämpft/ geführt wurde (sorry, aber ich habe gerade ein Problem damit, da den richtigen Ausdruck zu finden, weil es eine so ungeheure Sache ist und die Worte das nur banalisieren). Insofern ist es noch schwieriger für die Menschen, das zu verkraften, was sie an der Front erleben und das für diejenigen, die nicht dort vorn stehen, in Worte zu kleiden. Natürlich sind alle Kriege immer sehr schrecklich. Ich habe auch schon über den 30jährigen Krieg geschrieben und entsprechend viel recherchiert. Auch das ein Leid, das man sich gar nicht wirklich ausmalen, geschweige denn einigermaßen schildern kann. Ebenso die Kriege heute, die leider an nahezu jeder Ecke aufflammen. Doch hier geht es, wie gesagt, um den Ersten Weltkrieg und das Problem, dass der relativ schnell unfassbare Dimensionen angenommen hat, was erst mit sehr viel Verzögerung wahrgenommen wurde, auch von den Entscheidungsträgern. Die Ohnmacht derjenigen, die da drin stecken so wie Gero, ist so fatal.


    Ich war auch schon in der Normandie und eben viel im Elsass und in Lothringen und mir wird jedes Mal ganz anders, wenn ich diese Gedenkstättten besuche. Unfassbar, dass die Menschheit leider nie daraus lernt.


    Die "Entfremdung" der Flieger vom eigentlichen Kriegsgeschehen ist ein Prozess, der sich im Lauf des 20. Jahrhunderts immer weiter fortgesetzt hat. Als ich gestern früh von den amerikanischen Luftangriffen im Irak hörte, musste ich da auch gleich wieder dran denken.


  • Doch hier geht es, wie gesagt, um den Ersten Weltkrieg und das Problem, dass der relativ schnell unfassbare Dimensionen angenommen hat, was erst mit sehr viel Verzögerung wahrgenommen wurde, auch von den Entscheidungsträgern. Die Ohnmacht derjenigen, die da drin stecken so wie Gero, ist so fatal.


    Das ist das Fatale daran, dadurch, daß nicht mit solchen Ausmassen gerechnet wurde, "überrannte" es die Menschen regelrecht, sie konnten gar nicht damit umgehen - was sich jetzt ziemlich blöd anhört, denn mit so einer Situation kann man immer schlecht umgehen, aber ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.

  • Wieder springen wir etwas in der Zeit voran.
    Ich staune über Gero auf der Geburtstagsfeier. Glasklar erkennt er und spricht es auch deutlich aus, dass es bei diesem Krieg keine Sieger geben wird. Eine ganze Generation junger Männer wird da in den Schützengräben erschossen und vergast, auf beiden Seiten. Es ist mir heute noch ein Rätsel, wie sich die Welt gerade mal 20 Jahre später erneut in so eine, noch größere, Katastrophe reißen lassen konnte (natürlich kenne ich die Hintergründe, aber es bleibt dennoch unfassbar).


    Aber zurück zu Selma. Erst ist es nur ein spontaner Gedanke, aber sie setzt diesen verrückten Plan dann tatsächlich um. Und Constanze geht auch noch mit!
    Ich halte es für irrsinnig gefährlich, zwei junge Frauen, in der Nähe der Front oder sogar hinter den feindlichen Linien... Und das alles aus dem Gefühl heraus, es Gero "schuldig zu sein".


    Und nun steht auch eine Wiederbegegnung mit Robert an. Soso, Meta hatte also immer Kontakt zu ihm, das ist ja interessant. In der alten Dame stecken immer wieder Überraschungen.
    Ob es aber so eine gute Idee ist, ausgerechnet ihn um Hilfe zu bitten, um Gero zu suchen? Das Kleeblatt aus dem sorglosen Vorkriegssommer kommt nun also unter völlig anderen Voraussetzungen erneut zusammen - was sich daraus wohl ergeben wird?

  • Danke, Karin, es ist wirklich sehr fatal gewesen und leider wiederholen sich diese Ereignisse immer wieder.... bis heute.


    Wie Gero erging es vielen und so manche haben auch ihre Konsequenzen aus dieser Erkenntnis gezogen, teilweise allerdings auch mit sehr schlimmen Folgen. Und leider ist die Menschheit trotz dieser Erkenntnisse auch heute nicht viel weiter, wie mir scheint. Immer wieder kommt es zu Kriegen, auch jetzt gerade wieder auf nahezu jedem Kontinent.


    Selma fühlt auf einmal eine logisch nicht erklärbare Verpflichtung Gero gegenüber. Ihr wird klar, was er ihr letztlich bedeutet, was er für sie getan hat und sie hat das Gefühl, das einfach für ihn tun zu müssen. Dass Constanze sie begleitet, ist sicherlich auch irrational, aber auch sie will der Freundin unbedingt beistehen. Solch aberwitziges Verhalten entbehrt natürlich jeder Logik und Vernunft, aber wenn die Menschen allein vernünftgesteuert handeln würden, sähe vieles anders aus.


    Das Wiedsersehen des "Vorkriegskleeblatts" hat in Zeiten des Krieges tatsächlich eine ganz besondere Note, noch dazu, wo sie sich erst einmal im neutralen Basel treffen werden.


  • Wie Gero erging es vielen und so manche haben auch ihre Konsequenzen aus dieser Erkenntnis gezogen, teilweise allerdings auch mit sehr schlimmen Folgen. Und leider ist die Menschheit trotz dieser Erkenntnisse auch heute nicht viel weiter, wie mir scheint. Immer wieder kommt es zu Kriegen, auch jetzt gerade wieder auf nahezu jedem Kontinent.


    Traurig, aber leider wahr :(



    Das Wiedsersehen des "Vorkriegskleeblatts" hat in Zeiten des Krieges tatsächlich eine ganz besondere Note, noch dazu, wo sie sich erst einmal im neutralen Basel treffen werden.


    Vorallem fällt diesmal die "Unschuld" des damaligen Sommers weg.

  • Es ist schon ziemlich heftig wie die Leute sich verändern in Kriegszeiten Gero ist nicht wiederzuerkennen. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst und als er dann verschwindet will Selma ihn unbedingt finden, weil sie es ihm schuldet. Na ob das so der richtige Weg ist. Ich würde ihn ja nur suchen weil ich ihn liebe, aber weil man es einem schuldet das finde ich echt ziemlich blöd. Aber als gute Ehefrau 1917 hat man wohl auch ohne Liebe gehandelt.


    Ich finde es bewundernswert, dass Constanze sich bereit erklärt hat Selma bei ihrer Aufgabe zu helfen. Schließlich begibt sie sich auch in Gefahr bei der Suche nach Gero. Und dabei hatte ich das Gefühl, dass sie Gero eigentlich ja so gar nicht leiden mag, aber sie macht dies ja sicherlich auch nur aus Freundschaft zu Selma.


    Das Joseph sich hat wirklich breitschlagen lassen und Selam und Constanze die Genehmigungen besorgt hat. Unglaublich. Das hätte ich nicht erwartet. Wenn Meta nicht interveniert hätte wäre dies auch nie zu stande gekommen.


    Grisha ist immer noch unser jugendliche Held, der Geheimaufträge durchführt. Ich hoffe das wird ihm nicht noch zum Verhängnis. Ich bin sowieso schon sehr erstaunt, dass er in 3 Jahren Krieg bisher nicht abschossen wurde. Sein Schutzengel macht bestimmt sehr viele Überstunden.


    Und schließlich treffen wir auch noch einmal Ansgar. Im Krieg verstümmelt. Aber das scheint ihn ja eigentlich so gar nicht zu bekümmern. Hauptsache nicht mehr an die Front und noch am Leben. Was das damals wirklich so. War man froh mit dem Leben davon gekommen zu sein auch wenn einem einige Körperteile fehlten? Heute kann man ja schon ganz guten Ersatz bekommen, aber damals war der Arm ab, da gab es noch nicht so tolle Prothesen.


    Der Krie zermürbt wirrklich die Leute an der Westfront und ich denke ich wäre nicht so mutig wie Selma und Constanze und würde mich wohl nicht auf die Suche nach Gero begeben. Ich hätte da viel zuviel Schiss.


    Ach ja und ich fand es auch interessant, dass man aufgrund von Männermangel wohl auch bereit war sich Zärtlichkeiten von einer Freundin zu holen. Aber dann von Luise? Die fand ich ja gar nicht so sympathisch. Da hätte ich lieber auf Zärtlichkeiten verzichtet ;) Aber der Krieg verändert auch so manche Sichtweise :bussi:


    So ich lese jetzt mal weiter und begebe mich dann wohl hinter die Frontlinien und bin gespannt auf das Wiedersehen mit Robert.

  • Was das damals wirklich so. War man froh mit dem Leben davon gekommen zu sein auch wenn einem einige Körperteile fehlten?


    Ansgar hat sich den Schuss ja selbst verpasst bzw. verpassen lassen - er wollte in die Heimat und dafür war ihm jedes Mittel recht.

  • Aber ob er damit gerechnet hat, dass gleich der ganze Arm ab muss? Eine gruselige Vorstellung, so eine schwere Verletzung zu provozieren, weil das Grauen um einen herum noch schlimmer ist als dieser "kalkulierte" Schmerz...


  • Aber ob er damit gerechnet hat, dass gleich der ganze Arm ab muss? Eine gruselige Vorstellung, so eine schwere Verletzung zu provozieren, weil das Grauen um einen herum noch schlimmer ist als dieser "kalkulierte" Schmerz...


    Allerdings. Und es war wohl auch nicht "geplant", dass er den Arm komplett verliert. Er hatte es nur auf eine Verletzung angelegt, die schlimm genug ist, dass er nach Hause darf.

    Nicht müde werden,sondern dem Wunder wie einem Vogel die Hand hinhalten.<br />-Hilde Domin-

  • Die Sache mit dem "Heimatschuss", den Ansgar sich da verpassen lässt, war wirklich verzwickt. Und letztlich ein Ausdruck großer Verzweiflung. Man konnte nicht wissen, ob es "gut" geht. Entweder war die Verletzung zu schlimm (der verlorene Arm war da sicher noch das kleinere Übel), die Versorgung zu schlecht, so dass man daran sterben konnte, oder es wurde einem nachgewiesen, dann kam man vors Kriegericht, was in dem Fall meist mit der Todesstrafe endete. Und wenn man Glück hatte, so wie Ansgar, war "nur" der Arm weg und man landete tatsächlich zu Hause.... ;D


    Selma sagt zwar, sie suche nach Gero, weil sie ihm das schuldig sei, aber warum sollte das nicht auch eine Form von Liebe sein? Sie erkennt ja, was sie an ihm hat, was die Beziehung zu ihm in ihr hat reifen lassen. Da war weitaus mehr als die materielle Absicherung. Es ist eine ganz besondere Form inniger Kameradschaft, was beiden eigentlich erst klar wird, wenn es (fast) zu spät ist....


    Constanze beweist da sehr viel Mut, da gebe ich Dir Recht, claude20. Ich hätte das nicht fertig gebracht. Aber sie ist eine mutige Frau und letztlich auch sehr pragmatisch, was, wie sie weiß, Selma sehr nutzen kann. Sie ist die überlegtere von beiden, während Selma oft sehr impulsiv handelt. Das könnte unter Umständen schief gehen. Deshalb steht Constanze der Freundin bei.


    Grischa hat bislang wirklich sehr viel Glück gehabt, schwebt wirklich über all dem Schrecklichen, was der Krieg bringt. Sein Schutzengel ackert da wirklich bis zum Umfallen....


  • Aber ob er damit gerechnet hat, dass gleich der ganze Arm ab muss? Eine gruselige Vorstellung, so eine schwere Verletzung zu provozieren, weil das Grauen um einen herum noch schlimmer ist als dieser "kalkulierte" Schmerz...


    Aber wie groß musste die Verletzung sein, daß er als front-untauglich galt ?
    Mit einer Fleischwunde oder einem glatten Durchschuss hätte er doch nach der Genesung wieder an die Front gemusst, oder ??


  • Aber ob er damit gerechnet hat, dass gleich der ganze Arm ab muss? Eine gruselige Vorstellung, so eine schwere Verletzung zu provozieren, weil das Grauen um einen herum noch schlimmer ist als dieser "kalkulierte" Schmerz...


    Das zeigt auch, wie furchbar die Fronterfahrung war, wenn man so eine Verletzung und Risiko freiwillig auf sich nimmt.