Allgemeine Fragen an Tanja Bern

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  • Hallo Tanja,


    Ich schreibe meine Frage mal hier hin, weil ich die Diskussion im bzw über den 1. Abschnitt nicht unterbrechen will.
    Du schreibst dort, dass du von einer Szene geträumt hast und sie dann für dein Buch genutzt hast. Machst du dass öfter? Träumst du etwas und nutzt es dann für dein Buch / deine Bücher? Ich finde es eine sehr spannende Herangehensweise :-)

  • Ja, das habe ich tatsächlich recht oft, dass ich Geträumtes in Büchern oder Kurzgeschichten verwende. Es gibt eine noch unveröffentlichte Kurzgeschichte, wo ich einen ganzen Traum aufgeschrieben habe. Himmel, der war so spannend und gruselig! Nur das Ende habe ich nicht geträumt, das kam dann beim Schreiben. Die Story heißt: "Bei meiner Seele". Ich warte noch darauf, dass sie veröffentlicht wird, sie wurde für ein Online-Magazin genommen.
    Ich träume recht lebhaft und wirklich manchmal spannende Sachen, die ich auch nicht wieder vergesse. Bei Schattenhauch war ich z.B. der unsichtbare Beobachter von Amelie und Derlyn (bei der Wette). Ich war quasi mit ihm Zelt, als Amelie reinkroch und habe die zwei beobachtet, wie ein Spanner. *lach* Als ich dann aufwachte, war dieser Traum total lebendig. Ich wusste zwar noch nicht die Namen der beiden, aber ich hatte ihre Gesichter gesehen, ihre Gefühle gespürt und wusste, dass sie in einer veränderten Welt leben. Diese Szene ließ mich nicht los und ich schrieb sie auf, dachte, dass es vielleicht eine witzige Jugendkurzgeschichte werden könnte. Dann stolperte ich über die Frackingberichte ... Und so begann alles. Der Rest des Plots entwickelte sich beim Schreiben des Exposés total intuitiv. Und die Story hat mich beim Schreiben hinterher nicht nur einmal überrascht. Wobei ich das Wissenschaftliche natürlich recht intensiv recherchieren musste.

  • Das ist ja spannend, Tanja - vorallem, daß du dich dann noch daran erinnern kannst.


    Hast du schon weitere Projekte in Arbeit, und wenn ja, darfst du schon etwas darüber erzählen? Gibt es etwas Neues von Josua?

  • Das mit dem Träumen finde ich sehr spannend! Liegt wahrscheinlich daran, dass ich selber auch eine sehr intensive Träumerin bin ;)


    Mich würde auch interessieren, ob es neue Projekte gibt? Wie macht man das so als Autorin? Hast du mehrere Ideen / Projekte parallel oder kommt immer erst eins nach dem anderen?
    Ist Schattenhauch ein Einzelbuch oder sind mehrer Bücher geplant? *neugier*

  • Hallo Tanja,
    das mit dem Träumen ist ja interessant. Manchmal kann ich mich auch an etwas interessantes erinnern, aber wenn ich es dann nicht sofort aufschreibe, ist es wieder weg. Geht mir auch mit anderen Ideen häufig so... Die kommen leider vor allem beim Rad fahren, da kann man so schlecht schreiben.


    Mich würde interessieren ob du zum Schreiben ein bestimmtes Ritual hast, das deine Kreativität fördert, oder festgelegte Zeiten?

  • Jaah, es gibt natürlich neue Projekte. Es ist noch so einiges in Planung! Schaut doch mal hier ->http://www.tanja-bern.de/17.html


    Früher habe ich ziemlich durcheinander geschrieben (die Sídhe). Heute arbeite ich an einem Projekt, beende es, und beginne das Nächste. Anders geht es nicht, da ich so einiges unter Vertrag habe und die Deadlines alle gut geplant sind. Schattenhauch ist allerdings ein Einzelband. Und von Joshuas zweiten Teil gibt es zwar schon ein grobes Konzept, ich muss aber erst die Vertragsbücher schreiben.


    Hm, ein bestimmtes Ritual habe ich eigentlich nicht. Ich trinke zum Schreiben aber gerne Kaffee und lutsche Eukalyptusbonbons. Feste Zeiten habe ich, wenn meine Tochter wieder zur Schule geht. Die Ferien werfen gerade alles über den Haufen. *seufz* Dann arbeite ich immer vormittags. Wenn das nicht klappt, dann häufig auch nach 22 Uhr. Oder wie ich Zeit finde.

  • Ui, da sind ja wieder tolle Bücher dabei - und wie schön, daß Joshua schon mal im Konzept steht (nun habe ich den armen Kerl doch tatsächlich falsch geschrieben :-[)

  • Mir ist gerade noch eine Frage eingefallen, die mich bei Büchern doch häufig beschäftigt. ;D


    Wie entscheidest du dich für die Namen der Charaktere? Haben sie manchmal eine Bedeutung? Und kommt es auch mal vor, dass du während des Schreibens einen Namen änderst, wenn dir der "Richtige" begegnet?


    Ich finde Namen sind sehr wichtig und vor allem wenn man sie nicht aussprechen kann, stört es schnell das Gesamtbild des Buches.

  • Ja, ich finde Namen auch sehr wichtig. Stehen sie einmal fest, ändere ich sie normalerweise nicht mehr, außer mal Nachnamen, das kommt vor. Es ist nämlich so, dass der Name zu dem Gefühl passen muss, das ich zu der Figur habe. Soll heißen, wenn ich Derlyn ausspreche, dann muss ich ihn auch fühlen. Ist das nicht der Fall, stimmt was nicht. Oft fallen mir die Namen einfach so ein und sie passen für mich wie die Faust aufs Auge (so war es bei Joshua in "Ruf der Geister"). Manchmal schaue ich aber auch auf so Online-Seiten, http://www.vornamen.com oder so. Da suche ich dann oft länderspezifisch. Oder bei Storys in unserer Zeit schaue ich auch, was gerade gefragt ist. Ein gutes Beispiel ist Elias in meinem Buch "Der silberne Flügel". Das Buch spielt ja in Schweden und eigentlich ist Elias ja kein typisch schwedischer Vorname. Diese passten vom Gefühl her aber einfach nicht. Dann las ich, dass Elias seit Jahren in Schweden ein wirklich sehr beliebter Vorname ist und plötzlich wusste ich: Das ist es.
    Ich höre ja auch meine Figuren miteinander sprechen, als im Kopf/in den Gedanken. *yeah, ich bin irre* Auch da muss es passen. Zum Beispiel habe ich als absolute Ausnahme den Namen einer Hauptfigur meiner Sídhebücher geändert. Die Serie wird ja umgeschrieben/bearbeitet und neu vorgestellt. Jack ist einer meiner Hauptfiguren, der mir sehr lieb ist. Allerdings gibt es da noch ein älteres Buch, das mir sehr wichtig ist: "Nah bei mir", das jetzt im Herbst als eBook herauskommt. Eine der beiden Hauptfiguren heißt Jakob, wird aber immer nur Jake genannt. Mir waren die beiden Namen einfach zu nah, aber Jake konnte ich einfach aus persönlichen Gründen nicht umbenennen. Er ist einfach Jake. Und mit dem Sídhe-Jack haderte ich schon länger, weiß auch nicht warum. Ich überlegte und entschloss spontan, einen neuen Namen zu suchen. Es waren eigentlich sofort drei in der engeren Auswahl, aber nur Colin hat schließlich vollendet zu dem Gefühl gepasst. Ich habe allen Ernstes die andere Hauptfigur Lórian gespielt und habe mit Jack/Colin gesprochen, um herauszufinden, wie Lórian ihn wohl ausspricht, wie er dem Namen Klang verleiht. Gerade in Lórian kann ich mich sehr gut hineinversetzen. Und da ging Colin als klarer Sieger hervor. Nur bei diesem Namen reagiert der alte Jack in meinen Träumereien. ;D Ihr seht, alles nicht so einfach.

  • Suse

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