Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)

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  • Herzlichen Dank für Deine schöne Einschätzung dieses Romans! Es freut mich sehr, dass die Geschichte Dich fesseln konnte. Ebenso auch Dir großen Dank für den regen und interessanten Austausch!
    Ich würde mich freuen, wenn wir uns bei einem weiteren Buch hier wieder lesen würden :)


    Liebe Grüße
    Rebecca


  • Was mich persönlich sehr interessieren würde, wäre die Frage, welche Passagen Du als zu ausführlich und damit als Seitenfüller empfunden hast? Da es ein historischer Roman ist, wollte ich das Leben in dieser Zeit natürlich so exakt wie möglich beschreiben, hatte aber selbst nie das Gefühl, Passagen geschaffen zu haben, die die Handlung zum Stocken bringen können.


    Welche Passagen waren denn zu grausam? Eigentlich sind meine Romane nämlich dafür bekannt, dass ich nicht sehr grausam und/oder blutrünstig schreibe, wie so manche anderer Kollege/andere Kollegin von historischen Romanen.


    Liebe Michelle,


    danke für dein Feedback.


    Ich bin wahrscheinlich zu zart besaitet. Mir hat eben am meisten die Szene mit Clifford zugesetzt. Sicherlich war die Szene nicht extrem blutig beschrieben, aber mein Kopfkino hat so stark eingesetzt, dass ich das als grausam angesehen habe. Na ja und eben Maureens allgemeines Verhalten.


    Hm genau kann ich dir den Detailreichtum nicht mit Passagen belegen. Ich empfand eben einiges als zu ausführlich beschrieben was die Umgebung und Co angeht. Vielleicht ist aber genau das was anderen gefällt, denn ich stehe mit meiner Empfindung ja ziemlich allein da. Oder aber dein Buch kam zum falschen Zeitpunkt und ich war einfach nicht bereit dafür.


    Manchmal hab ich das leider, dass ich ein Buch lese, was so gar nicht bei mir ankommt (was hier ja nicht der Fall war) und wenn ich es später noch einmal lese, dann gefällt es mir total gut...

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)



  • Ich danke Dir für diese Erläuterungen. Wenn das Kopfkino aber derart in Gang gesetzt wird, ist das ja eigentlich etwas Positives, nicht wahr :D? Besser so, als ob Dich diese Szene "kalt" gelassen hätte ;-).


    Leider muss ich mich jetzt erst mal hier verabschieden, da ich heute morgen als Reiseleitung nach Südengland fahre, und unterwegs das mit dem Internet immer etwas schwierig ist.


    Habt eine gute Zeit und weiterhin ganz viel Freude mit guten Büchern.


    Liebe Grüße
    Rebecca

  • Liebe Lesende,


    jetzt bin ich wieder zurück am heimischen Schreibtisch. Innerhalb von drei Wochen und Schottland und in Cornwall gewesen zu sein, war ein Zufall, aber sehr passend zu diesem Roman.


    Ich danke Euch nochmals ganz herzlich für diese tolle Leserunde! Ich glaube, inzwischen ist alle durch, nicht wahr? Der Austausch war einfach super, und ich danke Annabas, dass ich Euch zu hautnah beim Lesen begleiten durfte.


    Es wäre schön, wenn wir uns bei einem weiteren Roman hier wieder lesen würden :)


    Herzlichst
    Rebecca

  • Liebe Rebecca,


    ja, es haben inzwischen fast alle die Runde beendet und die noch fehlenden Rezis trudeln sicher noch in der nächsten Zeit ein.
    Eine Mitleserin ist leider nach dem ersten Abschnitt auf der Strecke geblieben, da werden wir wohl nichts mehr hören - schade! Aber das passiert schon mal und liegt sicher nicht am Buch.


    Ich sage an dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlich: Dankeschön, dass du dir die Zeit für uns genommen hast! :-*
    Gerne lesen wir wieder mit dir zusammen eines deiner neuen Werke - stupse uns einfach an, wenn du die Erscheinungstermine kennst, je früher desto besser.


    Viele Grüße von Annabas :winken:

  • Hallo zusammen,


    Schande über mein Haupt, nun kommt endlich meine Rezension. :-[



    Cornwall und Schottland, 18. Jahrhundert.


    Maureen lebt mit ihrem Mann Philipp und ihrer jugendlichen Tochter Frederica auf stattlichen Anwesen Trenance Cove in Cornwall. Durch ihre schottische und vor allen Dingen die Tatsache, dass sie aus einfachsten Verhältnissen stammt, hat es Maureen anfangs sehr schwer gehabt und auch Philipp hatte unter seiner Entscheidung, diese Frau zu ehelichen, durchaus negative Folgen zu akzeptieren. Inzwischen jedoch hat sich Maureen arrangiert und vor allem die gemeinsame Tochter ist ihr Ein und Alles. Als sie eines Tages ein völlig unerwarteter Brief erreicht, gerät ihre Welt aus den Fugen. Ihre Mutter schreibt ihr, dass ihr Vater im Sterben liegt und sie so gerne noch einmal sehen würde - und das nach all den Jahren des Schweigens. Maureens Eltern hatten sich von ihrer Tochter losgesagt, als sie im Begriff war, einen Engländer zu heiraten. Maureen hat diesen Hass nie verstanden, auch wenn sie ihn auf der anderen Seite ebenso kennengelernt hat… Sie beschließt, nach Schottland zu reisen und hofft nun endlich, nach all den Jahren, auf eine Versöhnung mit ihren Eltern. Begleitet wird sie auf der beschwerlichen Reise sowohl von ihrem Mann als auch von ihrer Tochter - doch sie kommen zu spät: Maureens Vater ist bereits verstorben. Wieder schlägt ihr der Hass der Mutter entgegen, doch dieses Mal zahlt sich ihre Hartnäckigkeit und der schlechte Gesundheitszustand ihrer Mutter aus: doch was Maureen nun in Edinburgh erfährt, hätte sie sich in ihren schlimmsten Träumen nicht ausmalen können! Schreckliches ist geschehen, damals, in und nach der Schlacht von Culloden…


    Auch wenn sich gewissen Dinge im Laufe des Romans erahnen lassen, so ist Rebecca Michéle ein spannendes Buch rund um die schottische Geschichte gelungen. Dabei geht es um Schuld und Sühne, um Hass und Rache und dies ist wirklich gut in historische Fakten eingebettet. Besonders gut gefallen hat mir hierbei die Erzählweise, denn sie wird nicht stringent durcherzählt, sondern immer wieder mit Einschüben versehen, die aus einem anderen Blickwinkel erzählen. So versteht man die Hintergründe zunehmend, kann besser spekulieren und sich gleichzeitig auch wieder überraschen lassen… Besonders Maureen hat mich im Laufe der Geschichte mehr als einmal erstaunt, aber dazu möchte ich jetzt nichts sagen, denn dann wäre die Lektüre nur halb so spannend.


    "Im Schatten der Vergeltung" ist ein schneller, packender Roman, dessen Hauptfiguren nicht nur schwarz oder weiß sind, sondern durchaus glaubhaft mit etlichen Grauabstufungen. Da ich Interesse an schottischer Geschichte habe, hat mir das Buch gleich doppelt gut gefallen, denn immerhin bekommt das schwierige schottisch-englische Verhältnis seinen Raum in diesem Roman. So konnte ich über ein, zwei glückliche Fügungen am Ende auf jeden Fall hinwegsehen: ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt!


    Fazit: Wirklich schöne Unterhaltung, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen hielt! Irgendwie habe ich Lust bekommen, bald mal in die Highlands zu reisen…



    Liebe Grüße
    dubh

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen