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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein.


    Wir legen Wert darauf, dass ihr zum Abschluss der Leserunde ein Fazit einstellt. Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von leserunden.de und eine "Gegenleistung" für eure Freiexemplare. Ebenso sind sie ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen.


    Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.


    Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Inhalt:
    In einem Hotelzimmer in Berlin wird ein bekannter Lebensmittelproduzent ermordet aufgefunden. Mit wem wollte er sich dort treffen und warum hat er sich unter einem falschen Namen eingeschrieben? Die Recherchen zeigen in Richtung Gammelfleischskandal, bis eine weitere Leiche einen ganz anderen Zusammenhang befürchten läßt.


    Meine Meinung:
    Mit diesem dritten Fall seines Ermittlers Paul Kalkbrenner führt der Autor den Leser diesmal in die besonders beklemmende und ekelerregende Pädophilen-Szene. Für manche Szenen braucht man sehr gute Nerven, aber sie sind nüchtern anklagend geschrieben. Im Bonusmaterial berichtet Martin Krist über seine Recherchen in der Szene, die mir in dem Ausmaß nicht bekannt war und mich erschüttert und wütend gemacht hat.


    Wie gewohnt, sind die zahlreichen Kapitel knapp gehalten, durch die ständigen Wechsel der Handlungsstränge wird wieder Spannung aufgebaut und ein hohes Tempo gehalten. Toll ist auch immer wieder, wie sich die Handlungen durch verschiedene Perspektiven berühren. Insgesamt gibt es drei Handlungsstränge: einmal die Ermittlungen zu dem Mord an dem Lebensmittelproduzenten, dann begleiten wir den albanischen Jungen Tabori, der von daheim ausreisst und nach Berlin fährt, um Geld für seine Familie zu verdienen und dabei an die falschen Freunde gerät.
    Der dritte Strang dreht sich um den Reporter Harald Sackowitz, der trotz des Verbot seines Vorgesetzten einer Spur folgt, nach der der Schlaganfall des parlamentarischen Staatssekretärs Schulze ein Selbstmord gewesen sein soll.


    Daß Hardy Sackowitz diesmal wieder eine bedeutende Rolle spielt, hat mir sehr gut gefallen, da ich ihn bereits in „Wut“ gerne gelesen habe. Seine Recherchen zu dem Fall Schulze führen ihn in ernste Schwierigkeiten.


    Paul Kalkbrenner hat mir diesmal noch besser gefallen als die vorigen Male: seine Ehe ist zwar am Ende, aber mir kam er freier vor, er muß sich nicht mehr verbiegen, um seiner Frau Ellen gerecht zu werden. Lediglich das Verhältnis zur gemeinsamen Tochter Jessy ist nach den Vorfällen im zweiten Band weiterhin frostig. Auch sein Verhältnis zu seinem Kollegen Sebastian Berger ist sehr gespannt: da Paul mit ihm nicht über die Vorgänge von vor wenigen Monaten gesprochen hat, mißtraut dieser ihm zunehmend. Nur gut, daß mit Sera Muth eine neue und tolle Kollegin dazugekommen ist, die oftmals die Dinge direkt anspricht.


    Achja, es taucht eine weitere ermordete Prostituierte auf, die starke Ähnlichkeit mit der toten Melanie Hauser aus dem zweiten Band aufweist. Wer „Gier“ kennt, wird wahrscheinlich den gleichen Verdacht haben wie ich, was die Tote anbetrifft.


    Mich konnten bereits die ersten beiden Bände um Hauptkommissar Kalkbrenner überzeugen, aber meiner Meinung nach hat der Autor bei diesem Band noch eine Schippe draufgelegt. Ich freue mich nun auf den vierten Teil „Engelsgleich“, der in diesem Jahr noch erscheinen wird.


    Zur Leserunde:
    Wie auch schon die bisherigen Leserunden war diese Runde einfach wieder toll. Herzlichen Dank an dich, Marcel, für deine Unterstützung und nun freue ich mich auf "Engelsgleich".


    Meine Rezension erscheint bei:
    Amazon
    Literaturschock.de
    LovelyBooks
    Literaturschock.de

  • Zwei Jungen aus einem kleine und ärmlichen Dorf in Albanien machen sich auf den Weg nach Berlin, denn ein Cousin ist schon dort und verdient viel Geld. Auch sie wollen Geld für ihre Familien verdienen. Doch Berlin birgt viele Gefahren für kleinen Jungen, die sich nicht einmal verständigen können.


    Ein Unternehmer aus der Lebensmittelbranche wird tot in einem Berliner Nobelhotel gefunden. Warum war er unter falschem Namen eingetragen? Sehr bald geht man seitens der Polizei von Aktivitäten mit Gammelfleisch aus. Doch bald schon zeigen die Ermittlungen in eine ganz andere Richtung.


    Der Wechsel zwischen verschiedene Handlungssträngen mit kurzen Kapiteln schafft Tempo und Spannung. Es ist ein sehr brisantes und aktuelles Thema , das einem unter die Haut geht, da Kinder die Opfer sind. Manche Kapitel sind nicht einfach zu lesen, die Situation sind sehr eindringlich geschildert.


    Auf der einen Seite ermittelt Kommissar Paul Kalkbrenner, dessen Ehe gerade gescheitert ist. Im privaten Bereich belastet ihn das angespannte Verhältnis zu seiner Tochter und die Krankheit seiner Mutter. Aber auch im beruflichen Umfeld gibt es ein Problem mit seinem Kollegen Berger. Die beiden haben noch etwas aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Deshalb wird er von der neuen Kollegin Sera Muth unterstützt, die eine sehr forsche Art hat.


    Auf der anderen Seite versucht der Journalist Hardy Sackowitz mehr über verschiedene Vorfälle herauszufinden. Besonders der Tod des Staatssekretärs Schulze interessiert ihn und er ermittelt gegen die Anordnung seines Vorgesetzen. Der Journalist in ihm hält ihn davon ab, mit der Polizei zu kooperieren und so bringt er sich in Gefahr.


    Die Handlung ist sehr vielschichtig aufgebaut. Unverhoffte Wendung sorgen dafür, das bis zum Schluss die Zusammenhänge nicht wirklich erkennbar sind. Berlin mit allen Facetten wird hier sehr gut beschrieben.


    Ein sehr realitätsnaher und bewegender Thriller, der äußerst spannend ist.

  • So, dann werde ich auch mal meine Meinung kundtun.


    Zum Buch


    Zwei Kinder brechen nach Deutschland auf um dort wie erhofft, viel Geld zu verdienen. Gleichzeitig checkt ein Geschäftsmann in einem Berliner Hotel unter falschen Namen ein und wird wenige Zeit tot aufgefinden. Es scheint, dass seine Geschäfte nicht ganz koscher waren, doch was zu Tage kommt, könnte viele Menschen ihren Kopf kosten und das wollen sie um jeden Preis verhindern.


    Meine Meinung


    Zum dritten Mal gehen wir mit Paul Kalkbrenner auf Verbrecherjagt. Mir haben die Personen wieder gut gefallen und die Wechsel der Kapitel bringen wieder Tempo in die Geschichte und man fiebert bis zum Schluss mit. In diesem Band ist seine Ehe nun entgültig geschieden und er baut sich nun sein eigenes Leben ohne Ehefrau auf. Sein Verhältnis zu seiner Tochter ist anfangs zwar noch kalt, wird aber im weiteren Verlauf etwas wärmer.


    Besonders erschreckt hat mich, dass die beschriebenen Fälle bittere Realtität ist und selbst die Nachbarwohnung Ort derartiger Vergehen sein kann und dass es so etwas so ziemlich in jeder Stadt vorkommt, ich denke mal, auch in vielen Dörfern.


    Hardy Sackowitz kommt auch wieder zum Zug, diesmal gerät er ordentlich in den Schlamassel, aber so ist er nun mal, einmal am Haken, lässt er nicht so leicht locker.


    Es blieben zwar einige Punkte unbeantwortet, aber an diesem Punkt sind die Leser gefragt, die sich ihren Teil denken können, wie es an der einen oder anderen Stelle weitergeht und es gibt Stoff für den neuen Fall von Paul Kalkbrenner.


    Zur Leserunde


    Es hat mir wieder Freude bereitet, mit euch zum dritten Mal mit Paul Kalkbrenner auf Streife zu gehen und ich freue mich schon auf den nächsten Kalkbrenner-Roman.


    Meine Rezension steht auf folgenden Seiten:
    - Amazon
    - Lovelybooks
    - Literaturschock
    - Buechereule.de

  • Diesmal nicht ganz so verspätet, meine Rezension! Ich freu mich wie immer schon auf unsere nächste Runde!

    Meinung zum Buch


    Ein kleiner Junge kommt aus Albanien nach Berlin, um dort Geld zu verdienen und seinen Cousin zu finden. Tabori hat keine Ahnung, worauf er sich mit dieser Reise in ein fremdes Land und in eine große Stadt wie Berlin einlässt. Schnell stößt er mit örtlichen Jugendbanden aneinander, findet einen Freund, verliert ihn aber auch genauso schnell wieder und wird schließlich von einem Mann mitgenommen, der ihm anscheinend nur helfen will. Doch handelt dieser Mann wirklich ohne Hintergedanken?


    Dies ist, wie üblich in den Kriminalromanen von Martin Krist alias Marcel Feige, nur ein Teil der Handlung. Im zweiten großen Handlungsstrang ermittelt Kommissar Paul Kalkbrenner, bereits bekannt aus den beiden Bänden „Wut“ und „Gier“ im Fall eines ermordeten Suppenproduzenten. Anscheinend kommt er einem Gammelfleischskandal auf die Schliche – doch schnell ahnt der Leser, dass es durch die Verbindung mit dem Handlungsstrang um Tabori um etwas noch viel Schlimmeres gehen muss.


    Das Privatleben von Kalkbrenner spielt diesmal eine kleinere Rolle, die Scheidung ist durch, aber immerhin zeichnet sich eine Verbesserung des Verhältnisses zu seiner Tochter Jessy ab.


    Ebenfalls wieder mit von der Partie ist Reporter Hardy Sackowitz, der dieses Mal eine größere Rolle spielt und nicht nur in kleinen Randszenen auftaucht. Er ermittelt auf eigene Faust und gegen den Willen seines Chefredakteurs in einem vermeintlichen Selbstmord, hinter dem er mehr vermutet.


    Wie all das zusammenhängt, ergibt sich natürlich erst nach und nach. Viele kleine Kapitel und schnelle Szenenwechsel sind das bewährte Erfolgsrezept des Autors, nach dem auch diese Geschichte aufgebaut ist. Das hohe Tempo und große Spannung machen das teilweise wirklich schwer verdauliche Thema zu einem echten Krimi-Highlight und es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen!


    Diese 3 Kalkbrenner-Krimis sind bereits 2007 bis 2009 unter Marcel Feige veröffentlich worden, aktuell gibt es sie neu aufgelegt unter Martin Krist nur als ebook, dafür mit umfangreichem Zusatzmaterial. Im Dezember 2014 ermittelt Kalkbrenner dann in seinem neuesten Fall „Engelsgleich“.


  • Wie all das zusammenhängt, ergibt sich natürlich erst nach und nach. Viele kleine Kapitel und schnelle Szenenwechsel sind das bewährte Erfolgsrezept des Autors, nach dem auch diese Geschichte aufgebaut ist. Das hohe Tempo und große Spannung machen das teilweise wirklich schwer verdauliche Thema zu einem echten Krimi-Highlight und es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen!



    Es hat mir wieder Freude bereitet, mit euch zum dritten Mal mit Paul Kalkbrenner auf Streife zu gehen und ich freue mich schon auf den nächsten Kalkbrenner-Roman.


    Auch euch beiden: vielen Dank für die tollen Rezensionen!

  • So, hier ist auch mein Fazit, das ich wie immer auch noch verteilen werde.


    Zum Buch


    Inhalt
    Zwei albanische Jungen verlassen ihr Dorf und ihr Land, um in der deutschen Großstadt Berlin viel Geld zu verdienen und ihre Familien damit zu unterstützen. Doch das Leben auf der Straße ist hart. Kein warmer Platz zum Schlafen, wenig Geld, gefährliche Konkurrenz durch andere Banden und Kälte und Hunger sind die ernüchternde Realität. Als ein freundlicher Mann Tabori anspricht und seine Hilfe anbietet, scheint es für den Jungen aufwärts zu gehen. Doch die Freundlichkeit des Mannes hat einen fürchterlichen Preis.


    Gleichzeitig ist Kommissar Kalkbrenner mit dem Mord an einem Lebensmittelproduzenten beschäftigt. Die erste Spur führt zu miesen Geschäften mit Gammelfleisch, doch ein weiterer Mord lässt neue Fragen aufkommen. Neben Kalkbrenner ist auch der Journalist Sackowitz wieder hinter einer Spur her, die ihn plötzlich in große Gefahr bringt. Wer versucht, ihn von seinen Nachforschungen abzuhalten?


    Meine Meinung
    Nach „Wut“ und „Gier“ ist dies nun der dritte Fall mit dem Berliner Kommissar Paul Kalkbrenner. Nach dem emotional sehr aufreibenden letzten Fall bringt er nun mit einem Umzug neue Ordnung in sein Leben und versucht einen Neuanfang in der Beziehung zu seiner Tochter. Die Geschichte um sein Privatleben ist die eine Seite, die wieder interessant zu verfolgen ist. Doch auch der neue Fall ist gleich wieder sehr spannend und voller Tempo. Dafür sorgen wieder die vom Autor gewohnten kurzen Kapitel und die häufigen Szenen- und Perspektivwechsel. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen, während man von einem Schauplatz zum anderen wechselt und sich dabei sogar manchmal die Handlungen berühren.


    Man hat es hier nämlich mit vier Handlungssträngen zu tun: Kommissar Kalkbrenner und seine Ermittlungen zum „Gammelfleischmord“, der Journalist Sackowitz, der einen angeblichen Selbstmord eines Politikers untersucht und schon im ersten Teil „Wut“ eine größere Rolle besaß, die Entführung eines Jungen einer alleinerziehenden Chefin einer Werbeagentur und die Handlung um den albanischen Jungen Tabori, der in Berlin viel Geld verdienen will. Als Leser ahnt man, dass die vier Fäden irgendwann zusammenlaufen werden.


    Je länger man liest, desto mehr benötigt man für diesen Krimi starke Nerven, denn er führt in eine Pädophilen-Szene, die auf widerliche Weise das Vertrauen der Jungen gewinnt und ausnutzt. Ich wurde so wütend und traurig, und es ist besonders erschreckend, dass es diese Szene so in der Realität tatsächlich gibt. Der Autor geht im Nachwort noch einmal ausführlich auf die Informationen und Gespräche aus seinen Recherchen ein.


    Das Thema ist also besonders bedrückend und hart zu lesen, aber nicht durch detaillierte widerlich beschriebene Szenen oder Effekthascherei. Der Autor schafft es auch ohne dies, oder gerade deshalb, ein beklemmendes Gefühl zu erzeugen, denn auch die Täter gehen sehr subtil vor. Ich finde es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, denn mir war das Problem so bisher nicht bekannt. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr spannender Krimi, der bis zum Schluss viel Raum zum Spekulieren bietet und mit viel Action, einigen unerwarteten Wendungen und gefährlichen Szenen für sehr spannende Lesestunden sorgt. Und eine kleine Szene am Schluss macht mich besonders neugierig auf den nächsten Fall „Engelsgleich“, der Ende des Jahres erscheint.


    Zur Leserunde


    Es hat wieder viel Spaß gemacht, gemeinsam zu lesen und zu spekulieren. Vielen Dank, Marcel, für deine erneute Begleitung. Ich freue mich schon auf die nächste Runde! :)

  • Inhalt:


    Ein kleiner Ausreißer gelangt von einem hinterwäldlerischen Bergdorf in Albanien in die Bundeshauptstadt Berlin.
    Er ist schnell auf sich allein gestellt, was ihn aufgrund seiner Jugend und mangelnder Sprachkenntnisse (vom Kulturschock mal ganz zu schweigen) zu einer leichten Beute von Gangs und anderen Bösewichten macht.


    Derweil ermittelt Kommissar Paul Kalkbrenner in dem Mordfall eines Großindustriellen.
    Was anfangs aussieht wie ein Skandal um Gammelfleisch entpuppt sich mit der Zeit als etwas viel größeres, perfideres.


    Meine Meinung:


    Es gibt jede Menge Szenenwechsel, Handlungsstränge, und Tote. Atempausen gibt es nicht wirklich, außer in den Szenen Kalkbrenners und seiner Tochter Jessie, wo ein paar private Probleme gewälzt und gelöst werden.


    Die verschiedenen Handlungsstränge werden geschickt mireinander verwoben, so dass zum Schluß ein zusammenhängendes Ganzes entsteht.


    Diverse Klischees werden bedient, aber in einer Weise, dass es mir erst im Nachhinein klar wurde.


    Das Thema selbst ist nicht reißerisch angegangen, aber auch nicht sentimental. Es wird nichts verklärt oder beschönigt, und die Lektüre nimmt einen emotional ziemlich mit, da alles durchaus realistisch beschrieben wird, und auf traurigen Fakten basiert.


    Es wird nicht angeklagt oder verurteilt, das überlässt der Autor dem Leser.


    Ein sehr gelungenes Buch über eine unhaltbare, aber leider unabänderliche Situation. Ich kann es nur jedem empfehlen.



    Zur Leserunde: Dies war meine erste Leserunde mit Martin Krist, und das erste seiner Bücher das ich gelesen habe. Vielen Dank für die Leserunde, es war aufschlussreich und hat Spaß gemacht.


    Werde die Rezension noch auf meinem Blog und im Großen Bücherforum etc posten.

  • Amazon hat meine Bewertung geschluckt. Da ich sie heute immer noch nicht finden konnte, dachte ich es hätte nicht geklappt, also wollte ich es noch mal schreiben. Daraufhin bekam ich die Meldung, dass ich schon eine Bewertung geschrieben hätte. Leider taucht sie nirgends auf. Hat das von euch schon mal jemand erlebt? Was macht man in so einem Fall? ???

  • Wann hast du sie eingestellt, gestern? Das kann manchmal einige Tage dauern. Meine war auch nicht direkt freigeschaltet, aber ich habe gerade nochmal geschaut, jetzt ist sie da.

  • Danke ihr beiden. :) Bislang war das immer eine Sache von Minuten, bis eine Rezi von mir freigeschaltet wurde, deswegen war ich jetzt total verunsichert. ich werde dann mal abwarten und Tee trinken. :)

  • Trieb –
    über die Macht des Geldes und die Ohnmacht der Gesellschaft.


    Martin Krist schreibt spannende Kriminalromane, deren Hintergrund seine umfangreichen Recherchen im Rotlichtmilieu bilden. Jeder dieser Krimis ist voller drastischer Fakten, macht wütend über die Zustände und hinterläßt mich als Leser immer sehr aufgewühlt. Dieser Krimi begann so, dass ich überlegte, ob ich wirklich weiter lesen will. Tabori ist ein kleiner Junge in Albanien, der in elendigen Verhältnissen lebt. Sein Vater ist tot, sein Bruder schwer krank, die Mutter muss sich prostituieren, um die Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen. Tabori hat bald Geburtstag und vielleicht, aber nur vielleicht bekommt er ein paar Kekse geschenkt. Er haut ab, weil man in Deutschland angeblich Geld verdienen kann und damit will er die Mutter unterstützen. Er landet in Berlin am Bahnhof. Kann man sich vorstellen was passiert? Ja, das dachte ich und wollte das nicht lesen. Ich wollte nicht erleben, wie dieser kleine liebenswerte Junge zerstört wird. Aber es ist ja die Spezialität dieses Autors, kurze Abschnitte aneinander zu setzen mit unterschiedlichen Handlungssträngen, die sich erst zum Ende zu verbinden lassen. So ist dann die Untersuchung des Mordfalles an einem Berliner Großindustriellen durch den sehr liebenswerten Kriminalkommissar Paul Kalkbrenner Erholung und Ablenkung. Außerdem begegnet der Leser auch dem engagierten Journalisten wieder, der seine Nase in Sachen hängt, die ihn nichts angehen sollen und sich in Lebensgefahr begibt. Hat der Senator sich selbst umgebracht oder ist er wirklich an einem Herzanfall gestorben. Wenn es Selbstmord war, was steckt dahinter? Sackowitz ahnt, dass er einer heißen Story auf der Spur ist. Ist es sein Jagdinstinkt, oder ist er alt geworden und sieht einen Skandal, wo keiner ist?
    Und die Mutter, die mit schlechtem Gewissen in ihre Firma geht, weil das Kind hinter dem Kampf um das Überleben der kleinen Firma zurückstehen muss. Die bisher erfolgreiche selbständige Geschäftsfrau ist nach der Scheidung und durch einen Einbruch im Markt überfordert, der Junge einsam. Er hat sich verändert, aber kann die Mutter ahnen warum? Nein, das passiert doch nur anderen!
    Dazwischen immer wieder Tabori. Anhand seines Schicksals, des Schicksals eines naiven wohlerzogenen und bescheidenen Kindes, erfahren wir Details, die wohl die wenigsten bisher gekannt hatten. Und wieder wurde ich wütend, obwohl dieses Buch doch Trieb heißt und nicht Wut (das war ein anders Buch von Martin Krist ).
    Diese Zustände sind den Behörden bekannt, sie könnten was dagegen tun, wenn Geld in die Hand genommen würde. Die großen Töne von unserer sozialen Gesellschaft und der angeblichen Familienfreundlichkeit werden hier wieder hohl.


    Fazit
    Wie immer in den Krimis dieses Autors ist es spannend bis zum Schluss. Allerdings ist mit dem letzten Satz auch hier keine Möglichkeit einfach aus dem Buch auszusteigen.


    An die Leserunde


    Vielen Dank für das Spekulieren und gemeinsam lesen. Auch ich freue mich auf Engelsgleich und bin gespannt, wie Kalkbrenner und Sackowitz ihr Leben weiter gestalten und welche gesellschaftliche Unmöglichkeit der Autor uns dann präsentiert.


    Danke an Martin für die Begleitung der Leserunden. Auch wenn ich immer stark betroffen bin und Schwierigkeiten habe, diesen starken Tobak zu verarbeiten,
    Deine Krimis sind spannend und die Figuren sehr gut charakterisiert und ich hoffe, dass Betroffenheit nicht gänzlich außerhalb Deiner Intension war.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen