05 - Seite 350 bis 453

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 350 bis 453 (ab Long Island, Mai 2003) schreiben.


    Erster Satz: Einen Tag vor unserem Rückflug nach Hamburg...


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    Liebe Grüße

    Dani

    Einmal editiert, zuletzt von Spatzi79 ()

  • Hallo zusammen,


    oh je, Trudie! ;D Ehrlich gesagt hatte ich so etwas schon befürchtet - aber dass sie so (entschuldigt bitte!) einfältig ist, konnte ich fast nicht glauben! Naja, selbst ihre Eltern sind fassungslos... :D Und ich fürchte, dass sie nun das nächste schädigende Gerücht in die Welt gesetzt hat, indem sie Marie sagt, dass sie für den jungen Donague spionieren sollte. Mannmannmann.
    Was mich ein Stück weit entsetzt hat, war, wie bereitwillig die Geschwister Wiemkes sich von Rudolf für das Camp Siegfried einspannen lassen. Auf der anderen Seite sagt sich das so leicht - mit dem Wissen über das ganze "Ausmaß" von heute... Ich denke, die drei haben einerseits ein wenig Heimweh (Marie noch am wenigsten, oder?) und backen und kochen sicherlich auch aus alter Verbundenheit mit der deutschen Heimat. Ob sie politischen Dimensionen begreifen? Ich denke nicht - zumal sie schon so lange nicht mehr in Deutschland waren. Rudolf jedenfalls ist ein williger Handlanger der Nazis geworden oder besser gesagt: er ist ein überzeugter Nazi. Wie er über alles nicht-deutsche und über Juden spricht! Ich hoffe sehr, dass Marie sich da noch mehr zur Wehr setzt! Walter hatte so recht...
    Ich bin ernsthaft traurig, dass Maries Kontakt mit Walter abgebrochen ist. Wie sich Donague Junior wohl fühlt als er erkennt, dass Marie wirklich ernstlich nach Deutschland zurück möchte? Zuvor hat Walter Rudolfs Ankunft in den USA sicherlich nicht wahrhaben wollen... Zumindest wäre mir das so gegangen. Immerhin sind drei Jahre eine lange Zeit und die Überfahrt ist teuer und nicht einfach zu wuppen.
    Nun bin ich vor allem gespannt wie ein Flitzebogen, ob und wie es zur Aussprache zwischen Walter und Marie kommen wird. Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass Marie und Rudolf heiraten. Wie soll das auch funktionieren? Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass Rudolf freiwillig in den USA bleibt... Es sei denn, er bekommt die Anweisung, sich länger um die nationalsozialistische Bewegung dort zu kümmern. Aber eigentlich erwarte ich von Marie - vor allem wenn ich an ihre Tante Frieda denke -, dass sie da nicht so einfach mitmacht. Und Rudolf hat ja auch noch seinen Posten als Schulleiter... Und der Krieg ist noch in der Ferne - zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass Rudolf nicht begeistert mitziehen wird.
    Rona scheint mit ihrem Besuch in Ostfriesland und ihrer spontanen Entscheidung in Leer Ihr Leben in die richtigen Bahnen zu lenken! Ich freue mich so für sie - und noch mehr mit Marie, denn im Grunde ist sie der Auslöser für das neue Leben ihrer Großnichte. Ob Marie noch einmal nach Ostfriesland kommt und das alte Haus ihrer Tante sieht? Wahrscheinlich ist es mit 90 Jahren eher schwierig, aber irgendwie fände ich es schön, wenn sie mit eigenen Augen sehen könnte, wie der Kreis sich schließt.


    Apropos der Kreis, der sich schließt: ich bin so unfassbar neugierig auf dieses Geheimnis, dass den Cheese Cake umgibt... Verrätst Du es noch, Sylvia? Gibt es solch ein Rezept eigentlich wirklich in Deiner Familie? Eines, das von Generation zu Generation weitergegeben wird?


    Liebe Grüße
    dubh

  • Ihr Lieben,


    liebe dubh - was du geschrieben hast, kann ich so unterschreiben :)
    Ich hatte beim Lesen die gleichen Gedanken und Befürchtungen.
    Willi und Fritz denken in erster Linie ans Geschäft und die Aussicht, für
    dieses Camp liefern zu können, hat einen höheren Stellenwert als die politische
    und rassistische Botschaft dieser Leute. Vermutlich war ihnen auch die Tragweite
    nicht ganz klar und sie wollten auch Rudolf unterstützen.
    Marie hat da ein feineres Gespür und bekommt Angst vor den Aktivitäten dieser Leute.
    Es kann nicht mehr lange dauern, bis sie reagiert und Rudolf ihre Meinung sagt - dieser
    Wendepunkt liegt in der Luft.
    Überhaupt ist die dramaturgische Gestaltung des Romans genial mit den Rückblenden und
    Rona`s Neuanfang in Leer abwechselnd - das erhört die Spannung zum Ende hin nochmal
    ganz gewaltig.
    Ich freue mich sehr für Rona, dass sie plötzlich so viel Energie und Tatkraft entwickelt, um den
    Plan mit ihrer Teestube zu verwirklichen. Wie sie die beiden Banker mit dem Käsekuchen
    "bestochen" hat - eine filmreife Szene ;D
    Der Besuch bei Marie in Amerika hat ihr so viel Mut und Selbstbewusstsein gegeben - und
    natürlich auch das Rezept.
    Ich habe auch überlegt, was es mit dieser geheimen Zutat auf sich hat? ???
    Vielleicht ist es einfach die Botschaft und die Lebensklugheit, die Frieda an Marie und dann Marie
    an Rona vererbt hat - vielleicht ist es gar keine Substanz, sondern ein besonderes Wissen, der Glaube
    daran, dass so ein Kuchen eine Metapher für das Leben ist - mal misslingt er, mal brennt er an oder
    fällt zusammen - aber manchmal wird er einfach perfekt und macht uns glücklich, und dann wissen wir,
    dass es sich lohnt, um etwas Schönes im Leben zu kämpfen.

  • Hallo Ihr Lieben,


    nö, jedenfalls jetzt sag ich nix zum Rezept. ;D
    Lest schön weiter.
    Übrigens: Toll, was Du, Emmy, im letzten Absatz schreibst! Hätte ich nicht so gut in Worte fassen können, aber es gefällt mir außerordentlich:


    Vielleicht ist es einfach die Botschaft und die Lebensklugheit, die Frieda an Marie und dann Marie
    an Rona vererbt hat - vielleicht ist es gar keine Substanz, sondern ein besonderes Wissen, der Glaube
    daran, dass so ein Kuchen eine Metapher für das Leben ist - mal misslingt er, mal brennt er an oder
    fällt zusammen - aber manchmal wird er einfach perfekt und macht uns glücklich, und dann wissen wir,
    dass es sich lohnt, um etwas Schönes im Leben zu kämpfen.


    Gute Nacht!

  • Das Mißverständnis mit den Kinderzehen ist eigentlich zum Lachen, wenn Trudie das in ihrer Naivität nicht weitererzählt hätte. Will Walter wirklich hinter Maries Rücken an ihr Rezept kommen? Ich kann mir das einfach nicht vorstellen und, ehrlich gesagt, traue ich Trudie nicht wirklich, daß sie weiß, was sie da erzählt.
    Für mich deutet alles daraufhin, daß Walter Marie wirklich liebt, so wie er bei ihrer Eröffnung, daß Rudolf kommt, leidet. Und sie merkt nichts davon (oder will es nicht merken) und wundert sich noch, daß er sich nie bei ihr sehen läßt. Er hat mir leid getan, wie er dastand mit seinem Päckchen und es dann wieder diskret im Auto verschwinden läßt.


    Ich war fast ein wenig enttäuscht, als sich Marie in Rudolfs Gegenwart gleich wieder so wohl fühlt ;D Daß es sowas wie das Camp Siegfried in New York gab, war mir gar nicht bekannt, die Nazis haben doch nichts unversucht gelassen. Hoffentlich kapiert Marie bald, wie Rudolf tickt.


    Bei Rona hat der Amerika-Aufenthalt aber auch seine Spuren hinterlassen: neue Aufgabe und eine neue Liebe, die etwas holprig beginnt. Was für ein Zufall, daß Rona ihre Teestube ausgerechnet in Friedas altem Zuhause eröffnen kann. Praktisch, wie der Cheese Cake auch Bankgeschäfte vereinfacht.
    Oma Hennys Geschichte mit der Strickjacke ist beklemmend, und nun finden auch Friedas Löffel ihren Weg zu Rona. Schön, daß sie ihrer Teestube den Namen „Friedas Leepel“ gibt und damit erinnert und ermaht, klar, daß das nicht von jedem gerne gesehen wird.


    Die Teestube mußte bei dem Cheese Cake ein Erfolg werden, wenn das schon damals bei Marie so gut geklappt hat. Die Talkshow war mir fast ein wenig zuviel des guten und der anschließende Erfolg ließ mich an Maries mahnende Worte denken, daß sie nicht zu gierig werden sollte.


    Ich bin gespannt, was Jan tatsächlich macht, sicherlich schippert er nicht nur ab und an mit der Fähre rum.


  • Was mich ein Stück weit entsetzt hat, war, wie bereitwillig die Geschwister Wiemkes sich von Rudolf für das Camp Siegfried einspannen lassen. Auf der anderen Seite sagt sich das so leicht - mit dem Wissen über das ganze "Ausmaß" von heute... Ich denke, die drei haben einerseits ein wenig Heimweh (Marie noch am wenigsten, oder?) und backen und kochen sicherlich auch aus alter Verbundenheit mit der deutschen Heimat. Ob sie politischen Dimensionen begreifen?


    Ich denke auch, daß es hauptsächlich erstmal ums Geschäft ging und der Grundgedanke, daß man zur Entspannung ins Camp geht, hört sich auch erstmal gar nicht so übel an. Sie können sich sicherlich nicht vorstellen, was da alles an dem brauen Sumpf mit dranghängt - und ich hoffe ebenfalls auf Marie, daß sie den Männern bald den Kopf zurechtrückt.



    Ob Marie noch einmal nach Ostfriesland kommt und das alte Haus ihrer Tante sieht? Wahrscheinlich ist es mit 90 Jahren eher schwierig, aber irgendwie fände ich es schön, wenn sie mit eigenen Augen sehen könnte, wie der Kreis sich schließt.


    Das wäre wirklich schön, aber daran glaube ich auch nicht mehr, Marie scheint nun ziemlich abzubauen.


  • Das habe ich mir ebenfalls überlegt, ob das überhaupt eine greifbare Zutat ist.

  • Die erste Hälfte des Abschnittes ist geschafft (wieder mal herrlich) und da ich nicht weiß, ob ich den Rest heute noch schaffe, möchte ich schon einmal die ersten Eindrücke los werden.


    Rona bekommt also von Marie das Rezept beigebracht. Ehrlich gesagt hatte ich damit gerechnet, nachdem wir erfahren hatten, dass ihre Tochter gestorben ist. Ich konnte hier Ronas Ängste total nachvollziehen, denn sie hat sicherlich Versagensängste gehabt, dass sie diesem Erbe nicht gerecht wird.


    Der Handlungsstrang um Rona gefiel mir hier bisher sehr gut. Dass sie Friedas Haus wiederfindet in Leer und dort einziehen und eine Teestube eröffnen will, das gefiel mir richtig gut. Herrlich, dass sie die Bankangestellten mit Käsekuchen überzeugen kann. :D Die Trennung von Robert hat mich beruhigt, vor allem nachdem er ihre Pläne so schlecht gemacht hat. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


    Die Entwicklung im Marie- Part gefällt mir gar nicht. Walter und Marie stehen nicht zu ihren Gefühlen, oh nein. :o Ich dachte es sei alles so klar und nun beharrt Marie darauf Rudolf heiraten zu wollen, schließlich habe sie ihm ein Versprechen gegeben. Und dann kommt Rudolf auch noch völlig unerwartet nach Amerika und er ist ganz der Nazi geworden wie wir es befürchtet hatten. Sie wird doch nicht wirklich mit ihm gehen? Na ja 2 Monate haben sie Zeit das herauszufinden...


    Was soll das Camp Siegfried sein? Sollen dort deutschstämmige Amerikaner von der Sache überzeugt werden, um dann nach Deutschland zu kommen oder wie? Da erholen sich doch keine Deutschen vom Krieg, oder? Habe das ehrlich gesagt nicht so recht verstanden. :-[


    Es geht mit Fußball weiter, was mein Mann entspannt guckt und ich kann in Ruhe weiter lesen. :lesen:

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Marie ist total überzeugt, dass Rona die Richtige für das Rezept ist. Rona fühlt sich nicht wirklich würdig. Aber kurz nach ihrer Heimkehr in Deutschland ändert sich ih Leben vollkommen. Liegt das am Kuchen oder eher an ihren Eindrücken, die sie mitgebracht hat.
    Es verschlägt sie ausgerechnet zum Haus von Frieda. Dieses Haus übt eine magische Anziehung aus. Trotz aller Widrigkeiten eröffnet sie ihre Teestube und lernt eine Menge Leute kennen oder wieder kennen. Jan ist eine der neuen Bekanntschaften. Da geht doch was.


    Was aus Friedas Familie geworden ist, ist nicht so leicht zu ermitteln. Aber einen kleinen Hinweis gab es ja schon von Oma Henny. Ich möchte gerne mehr über das Schicksal dieser Familie wissen.


    Rudolf kommt mit Auftrag nach Amerika, er ist überzeugter Nazi. Seine Aussagen müssten Marie doch gleich abschrecken. Aber sie ist glücklich, dass er da ist. Geschickt wie sie die eingelegten Rosinen nutzt, damit Rudolf nicht merkt, dass sie schon eine Beziehung hatte. Hin und wieder findet sie das Gerede unangenehm, trotzdem ist sie bereit, Rudolf nach Deutschland zu begleiten. Wie weit sich Marie und Rudolf auseinander entwickelt haben, zeigt sich besonders, als er ihr vorwirft, sie sei nicht ernst genug. Marie kann sich nicht zurück entwickeln in seinem Sinn.
    Auch Willy und Fritz lassen sich von Rudolf einspannen für Camp Siegfried. Es ist beängstigend, wie sich die Deutschstämmigen selbst in Amerika manipulieren lassen. Vielleicht gehen bei dem Fackelumzug Marie die Augen auf. In Bezug auf Walter ist sie jedenfalls blind. Walter liebt sie und leidet.


    Trude ist wirklich dumm, weil sie das mit den Kinderzehen für bare Münze genommen hat. Hat sie das Gespräch der Herren Donague auch falsch verstanden? Auf jeden Fall hat sie spioniert und dann hat sie die Kinderzehen-Sache auch noch verbreitet. Kein Wunder, dass die Umsätze zurückgingen.

  • @nicigirl: Camp Siegfried war für zunächst vordergründig für die Wochenend-Erholung deutschstämmiger Amerikaner und deutscher noch nicht eingebürgerter Einwanderer und ihre Familien, vor allem aus New York (wo sie ja oft ohne viel Licht, Luft und Zuwendung lebten) unter "Landsleuten" konzipiert. Sport, Spiel, gemeinsames Singen, Pfadfinder-like, alles zu erschwinglichen Preisen. Aber natürlich stand von Anfang an dahinter die Absicht, sie über die Ziele der neuen nationalsozialistischen Regierung in Deutschland zu informieren und sie dafür zu begeistern. Ihr wißt schon: "...und morgen die ganze Welt". Nein, zur Erholung Deutscher aus Deutschland war das nicht gedacht (der Krieg begann ja auch erst 1939). Es gab auch Nazis in den USA, deren Propaganda anfangs geduldet, später verboten war.

  • @ Sylvia: Danke für deine ausführliche Erklärung, das hat bei mir gerade für Erhellung im Köpfchen gesorgt. ;D

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Der Abschied von Marie und den Staaten ging mir fast ein wenig zu schnell. Auf einmal ist Rona wieder in Deutschland.
    Ich musste schmunzeln, als Marie ihr das Rezept übergibt - erst wehrt Rona sich mit Händen und Füßen, aber gegen Marie hat sie keine Chance.
    Was wohl die geheimnisvolle Zutat ist? Ob es überhaupt etwas Handfestes ist? Rona sagt, es sei so einfach, als sie es erfährt.


    Abgehackte Kinderzehen sind es schon mal nicht, sehr beruhigend! ;D Himmel, diese Trudie ist ja wirklich sehr einfältig gewesen.
    Und Walter hat sie zum Spionieren eingesetzt - selbst wenn sie ihm Zutaten verraten hat, bezweifele ich, dass aus ihren Angaben wirklich Maries Cheese Cake hätte nachgebacken werden können.
    Schade, dass Marie nicht gefragt, wann Walter sie mit der Spionage beauftrag hat. Vielleicht war das ja noch am Anfang, bevor er sich in Marie verliebt hat und als es ihm wirklich noch mehr um den Kuchen ging?


    Dass Rudolf plötzlich in der Tür steht, war auch eine große Überraschung in diesem Abschnitt.
    Von Camp Siegfried habe ich noch nie gehört, aber mir ging es genau wie Marie, ich fand es beklemmend und unheimlich. Wir wissen aber natürlich ja auch, was die Geschichte brachte, aber bei Marie war klar, dass sie sich nicht von der braunen Masse einwickeln lassen wird. Selbst wenn sie nicht nach Amerika gegangen und dort so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt hätte, glaube ich nicht, dass sie den Nazis gefolgt wäre.


    Nachdem sie mit Rudolf geschlafen hat, dachte ich wirklich, sie wird ihn heiraten. Was für ein Horror.
    Aber dann, in einem kleinen Nebensatz in der Gegenwartsgeschichte, erfahren wir, dass es dann doch anders gekommen ist. Das macht Sylvia ja echt geschickt und wir raten immer noch herum!


    Ob Marie sich nun bald von Rudolf trennt und mit Walter versöhnt? Da wird doch jetzt nich auf den letzten Seiten noch ein dritter Mann auftauchen?!


    Für Rona fügt sich nun in Deutschland auch alles. Erstaunlich, was es manchmal für Zufälle gibt, manche nennen es auch Schicksal, dass sie auf das Haus steht, den Laden mieten kann und sogar noch eine Zeitzeugin findet, die Frieda gekannt hat. Genaueres über deren Schicksal findet sie aber nicht heraus, ich bin gespannt, ob wir noch etwas erfahren. Vielleicht haben ja Kinder von Frieda und ihrem Mann überlebt und bekommen durch die Öffentlichkeit um Rona nun etwas mit und melden sich?


    Zwischen Jan und ihr könnte ein Missverständnis entstanden sein. Als er sagte, er fährt ab und an das Boot durch die Gegend, klang das für mich eher so, als würde er das ab und zu zur Entspannung tun. Ich könnte mir vorstellen, dass er eigentlich einen ganz anderen Beruf hat und nicht nur ein in den Tag hineinlebender Lebenskünstler ist.


    Ich bin sooo gespannt, wie beide Geschichten ausgehen, Maries und Ronas!


  • Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass Marie und Rudolf heiraten.


    Aber in dem Telefonat fragt Rona doch Marie und die sagt, er habe ihre Freundin Sofie geheiratet. Das ist damit doch schon mal beantwortet, oder habe ich das falsch interpretiert?



    Ja, in diese Richtung gingen meine Gedanken auch.

  • Aber in dem Telefonat fragt Rona doch Marie und die sagt, er habe ihre Freundin Sofie geheiratet. Das ist damit doch schon mal beantwortet, oder habe ich das falsch interpretiert?



    Ja, in diese Richtung gingen meine Gedanken auch.


    Hallo ihr Lieben,


    Rudolf hat Marie`s alte Freundin Soffie in Ostfriesland geheiratet und kam später in russischer
    Kriegsgefangenschaft um - so hat es Marie Rona erzählt.
    Sie hätten ohnehin nicht zueinander gepasst, auch wenn Rudolf nicht so borniert und nazilastig geworden
    wäre. Im Grunde hat er sich gar nicht so sehr verändert seit 1932 in Ostfriesland - Marie hat es nur vorher
    durch ihre Verliebtheit nicht sehen wollen.
    Genauso wie sie lange Zeit nicht gemerkt hat, was Walter für sie empfindet und wie tief ihre Gefühle für ihn sind.


    Ist nicht die beste Zutat beim Backen die Vorfreude auf das Ergebnis und die Sorgfalt und Liebe, die man einbringt?
    Als meine Oma früher in der Vorweihnachtszeit Brötle für die ganze Familie gebacken hat, war die Welt noch in Ordnung
    und das ganze Haus hat geduftet und war von einer bestimmten Stimmung erfüllt... :)



  • Vielen Dank, liebe Sylvia - das freut mich sehr. :)

  • So ich habe gerade eben den Rest des Abschnittes gelesen, bin aber nicht mit jeder Entwicklung so richtig glücklich.


    Wie sollte es anders sein hat Rona immensen Erfolg mit ihrer Teestube und ich gönne es ihr von Herzen, aber das ganze drum herum ist doch arg heftig: Interviews, TV- Auftritt und das alles wegen eines Kuchens. Hmmm... Tja und dann rempelt sie einen Mann an, wie sollte es anders sein? Ich finde es ja schön, dass Rona wieder jemanden kennenlernt, aber sie trinken ein Mal einen Wein zusammen, dann sehen sie sich ewig nicht, sie erfährt in den Wechseljahren zu sein und kaum ist Jan wieder da, landet sie mit ihm im Bett. Wahrscheinlich dürfen wir am Ende noch lesen, dass sie plötzlich doch noch schwanger ist? Ich mochte das Buch bisher total, aber die Geschichte um Rona entwickelt sich mir einfach zu plötzlich. Ich kam mir beim Lesen so vor als schlägt mir jemand einen Holzhammer auf den Kopf. Hier friss das jetzt und ich kam mir einfach nur überrumpelt vor.


    Der Tod von Großvater Jonny hat mich sehr berührt, schön dass er seinem Wunsch nach im Kreise der Familie sterben durfte und wirklich noch ein letztes Mal die Chance hatte seine Schwester zu sehen und sich mit ihr auszusprechen.


    Rudolf ist also überzeugter Nationalsozialist und weicht kein bisschen von seiner Meinung ab. Dass er Marie dann nicht geheiratet hat, sondern ihre Freundin Soffie hat mich beruhigt, aber dass er in russischer Kriegsgefangenschaft sterben musste, hat mich doch traurig gestimmt, denn so etwas hat wohl niemand verdient.


    Ich bin jetzt wirklich gespannt wie der Roman endet und ich hoffe wirklich, dass es nicht allzu schnulzig und kitschig wird, denn sonst geht mein erster, super positiver Eindruck leider etwas flöten...

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Und Walter hat sie zum Spionieren eingesetzt - selbst wenn sie ihm Zutaten verraten hat, bezweifele ich, dass aus ihren Angaben wirklich Maries Cheese Cake hätte nachgebacken werden können.
    Schade, dass Marie nicht gefragt, wann Walter sie mit der Spionage beauftrag hat. Vielleicht war das ja noch am Anfang, bevor er sich in Marie verliebt hat und als es ihm wirklich noch mehr um den Kuchen ging?


    Das habe ich auch überlegt. Immerhin scheint er sich ja inzwischen mit seinem Vater darüber zu streiten.
    [quote author=Spatzi79]
    Dass Rudolf plötzlich in der Tür steht, war auch eine große Überraschung in diesem Abschnitt.
    Von Camp Siegfried habe ich noch nie gehört, aber mir ging es genau wie Marie, ich fand es beklemmend und unheimlich. Wir wissen aber natürlich ja auch, was die Geschichte brachte, aber bei Marie war klar, dass sie sich nicht von der braunen Masse einwickeln lassen wird. Selbst wenn sie nicht nach Amerika gegangen und dort so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt hätte, glaube ich nicht, dass sie den Nazis gefolgt wäre.[/quote]
    Das weiß man natürlich nie, aber ich glaube, Marie ist zu Freiheitsliebend um sich fraglos unterzuordnen.
    Himmel, ein Nazicamp in Amerika. Ich hatte ja schon befürchtet, dass Rudolf sich der Naziideologie verschreiben würde.


    [quote author=Spatzi79]Nachdem sie mit Rudolf geschlafen hat, dachte ich wirklich, sie wird ihn heiraten. Was für ein Horror.
    Aber dann, in einem kleinen Nebensatz in der Gegenwartsgeschichte, erfahren wir, dass es dann doch anders gekommen ist. Das macht Sylvia ja echt geschickt und wir raten immer noch herum![/quote]


    Ja, da war ich auch erleichtert.


    [quote author=Spatzi79]Ob Marie sich nun bald von Rudolf trennt und mit Walter versöhnt? Da wird doch jetzt nich auf den letzten Seiten noch ein dritter Mann auftauchen?![/quote]
    Ich hoffe, arie und Walter finden einander, aber wer weiß?


    [quote author=Spatzi79]Für Rona fügt sich nun in Deutschland auch alles. Erstaunlich, was es manchmal für Zufälle gibt, manche nennen es auch Schicksal, dass sie auf das Haus steht, den Laden mieten kann und sogar noch eine Zeitzeugin findet, die Frieda gekannt hat. Genaueres über deren Schicksal findet sie aber nicht heraus, ich bin gespannt, ob wir noch etwas erfahren. Vielleicht haben ja Kinder von Frieda und ihrem Mann überlebt und bekommen durch die Öffentlichkeit um Rona nun etwas mit und melden sich?[/quote]
    Die Söhne waren ja in Holland, und das wurde ja auch annektiert.


    [quote author=Spatzi79]Zwischen Jan und ihr könnte ein Missverständnis entstanden sein. Als er sagte, er fährt ab und an das Boot durch die Gegend, klang das für mich eher so, als würde er das ab und zu zur Entspannung tun. Ich könnte mir vorstellen, dass er eigentlich einen ganz anderen Beruf hat und nicht nur ein in den Tag hineinlebender Lebenskünstler ist.[/quote]


    Ich vermute mal, dass er nur zum Spaß schippert und einen 'ordentlichen' Beruf hat. Vielleicht lehrt er irgendwo?



    Auf Seite 322 (ebook) hat sich ein inhaltlicher Fehler eingeschlichen:


    Ich nahm mir Zeit für meine Eltern. Sie zeigten sich von >>Maries Leepel<< sehr beeindruckt, was mich natürlich freute.


    Ich finde die Szenen in Ostfriesland sehr schön. Da gerate ich direkt in Versuchung, mir mal wieder Kluntjes zu kaufen, obwohl ich meinen Tee ungesüßt trinke. ;D Oh, und Rosinenstuten! Den gab es bei uns höchstens mal am Sonntagmorgen, normalerweise gab es einfachen Stuten. :)


    Es hat mich wirklich gefreut, diese Bezeichnung in einem Buch zu lesen. ;D


  • Ach ja richtig, das mit den Wechseljahren wollte ich auch erwähnen. Denkt eine Frau die kurz davor steht heutzutage tatsächlich, dass dann das Leben vorbei ist? Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, das zu glauben!
    letztendlich ist es doch eine Befreiung, sich um verhütung keinen Kopf mehr machen zu müssen!

  • Ich denke schon, dass es für viele Frauen schon noch ein Einschnitt ist. Und Rona denkt ja nun gerade darüber nach, wem sie wohl mal das Rezept vererben könnte und dann kommt die Nachricht, dass es nun wohl zu spät für eine Tochter ist.