02 - Seite 85 bis 159

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 85 bis 159 (ab An Bord der Bremen und in New York, November 1932 bis Mai 1933) schreiben.


    Erster Satz: Möwen zogen kreischend ihre Bahnen...


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    Liebe Grüße

    Dani

    Einmal editiert, zuletzt von Spatzi79 ()

  • Ich bin zwar erst auf Seite 120, da mein Mann aber in gut einer Stunde zu unseren Freunden möchte, poste ich schon mal die ersten Eindrücke, wer weiß wann wir heute heim kommen.


    Habt ihr mal nach der "Bremen" gegoogelt? Zu der Zeit doch ein sehr imposantes Schiff. Dass sich Marie die Kabine mit 3 anderen Frauen teilen muss war ja klar, allerdings wurde mir selbst ein wenig übel als Wally schlecht geworden ist. Wally als moderne Frau aus Berlin finde ich ja total klasse. Sie traut sich was und auch Marie scheint von ihr beeindruckt zu sein.


    Die Erklärung mit der Schleuderpost war bei mir echt von Nöten, denn ich hatte davon noch nie gehört. Allgemein habe ich bei diesem Buch den Eindruck, dass ich noch sehr viel Neues dazu lernen werde, so etwas liebe ich ja, wenn Romane auch zur Allgemeinbildung beitragen. Mir war nämlich gar nicht bewusst, dass das Empire State Building kurz vor Maries Ankunft gebaut worden ist. Das Bauarbeiterbild kennt wohl jeder mit den Jungs, die in schwindelerregender Höhe ihre Stullen essen. Mindestens 2 meiner Kollegen haben ein Bild davon im Büro hängen. In meinem Büro hingegen hängt ein Bild der Grand Central Station, ein wirklich sehr beeindruckendes Gebäude. Toll fand ich auch die Erwähnung der Einwanderungsbestimmungen. Wer mehr darüber erfahren will, der sollte unbedingt mal das deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven besuchen, da gibt es echt viel zu entdecken und man darf selbst in die Rolle eines Auswanderers schlüpfen. Zu der Zeit gab es schon Tiefkühlkost, ich dachte, das hätte man erst in den 60ern oder so erfunden? WOW.


    Hmm ich muss gestehen, dass ich mir (wie Marie wahrscheinlich auch) eher ein Café vorgestellt hatte als eine Bretterbude. Das Ganze scheint ja in einem Industriegebiet zu liegen. Auch wenn die Brüder damit gutes Geld verdienen, kehrt ja erst einmal Ernüchterung ein. Ich konnte jedenfalls verstehen warum Marie schnell ihr eigenes Geld verdienen will. Da ist sie wie ich, denn ich komme auch lieber für mich selbst auf. ;) Mit dem Job in der Tiefkühlfabrik hat sie sich allerdings nicht die leichteste Arbeit raus gesucht. Ich habe mal unseren Tiefkühlschrank aus- und umgeräumt ohne Handschuhe, das war danach nicht mehr lustig. Ich konnte gut verstehen, dass Maries Hände das trotz Handschuhen nicht leicht fiel.


    Nun will ich die wenige Zeit noch nutzen und flink weiterlesen. Ich verliere mich richtig in der Geschichte, einfach herrlich... Danke Sylvia :-*

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich liebe diese Geschichte! Ich mag Marie so gerne - weil sie ein so netter Mensch ist. Sie denkt immer erst an alle anderen und stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an. Doch langsam wird sie selbstbewusster, spricht mit ihr noch fremden Menschen, zeigt sich hilfsbereit und lernt schnell Englisch. Ich denke, sie ist wirklich die perfekte Auswanderin, denn sie ist sich für nichts zu schade - und das, obwohl sie wider Willen ausgewandert ist!
    Außerdem mag ich die eingestreuten, etwas ausführlicher erzählten Begebenheiten, wie die Begegnung mit den Alkoholschmugglern. Ob Marie dem Mann mit der Narbe noch einmal trifft? Oder aber die Details aus Manhattan: dass Marie das Blau des Himmels an manchen Stellen nicht erkennen kann - aber nicht bildhaft, weil die Wolkenkratzer so hoch sind, sondern, weil die Menschen in schwindelerregender Höhe ihre Wäsche trocknen... Oder das Bild mit den Arbeitern auf dem Gerüst des Empire State Buildings! Eine Fotografie, die mich ebenfalls schon immer beeindruckt hat! Irgendwie muss ich immer denken, dass die Männer eine beeindruckende Zuversicht haben mussten.
    Besonders gefallen hat mir aber auch, wie die Brüder zu Marie sagen, dass sie das Federbett schätzen soll. Die Bettgewohnheiten der US-Amerikaner befremden mich nämlich auch ein wenig. Okay, ein Federbett möchte ich auch nicht - aber diese in Laken eingeschlagenen Decken, die am Fußende eingeklemmt werden, dass man sich in der Tat kaum rühren kann, sind schon sehr gewöhnungsbedürftig. Mein Großonkel hat mal gesagt, dass alle Amerikaner, die die europäische Bettmach-Art kennengelernt haben, diese auch gerne übernehmen... ;)
    Apropos Brüder: Willi und Fritz sind großartig! Wenn Marie nicht in Rudolf verliebt und von ihm getrennt wäre, müsste sie sich eigentlich glücklich schätzen, dass sie unter die Fittiche der beiden Brüder gekommen ist. Sie sind fröhlich und durchaus nachlässig, was die ostfriesischen Regeln angeht... Überhaupt gefällt mir deren Einstellung: sie haben anfangs viel entbehren müssen, arbeiten beide hart und haben durchaus auch mal Heimweh - aber sie blicken nach vorne und sind willig, das Beste aus ihrem Leben zu machen! Dazu lachen sie und genießen das Leben auch - sehr gut!


    Pfälzer, die zum Plattdeutschen Verein gehören und sich deshalb regelmäßig zu den Treffen in der Bayernstube einfinden... So funktioniert "Völkerverständigung" in der Ferne... ;D
    Neugierig bin ich auf Rudolfs Entwicklung. Im ersten Abschnitt habe ich seine von Marie erwähnten fortschrittlichen Ideen vielleicht falsch gedeutet: ich habe sie als liberal interpretiert. Möglicherweise ist aber auch etwas anderes gemeint: die Hinwendung zum Nationalsozialismus?! :o Er klingt in seinem Brief ja nicht abgeneigt gegenüber den neuen Machthabern!


    Oh je, ich könnte das Buch in einem Rutsch lesen, aber dann wäre ich vermutlich ziemlich traurig, denn momentan möchte ich nicht, dass es endet. Im Gegenteil: es erinnert mich an die Geschichte meiner eigenen Familie, dass ich gestern Abend erst einmal alte Bilder und Briefe meines Onkels angeschaut habe. Er war noch jünger als Marie und ist knapp 10 Jahre vor ihr ganz alleine ausgewandert. Auch er hat mit viel Arbeit und Optimismus den amerikanischen Traum gelebt. Ich bin gespannt, wie Marie ihren Weg meistert.


    Liebe Grüße
    dubh

  • Ich kann gut mit Marie mitfühlen. Sie muss sich wirklich entwurzelt gefühlt haben, Liebeskummer, von den Eltern abgeschoben, in einer neuen sehr fremden Welt. Sie bemüht sich um die Eingewöhnung, aber das kann man nicht erzwingen. Gut, dass Lore sie rausreißt und viel mit ihr unternimmt.
    Die Arbeit in der Fabrik ist bestimmt nicht leicht und dann hilft sie noch bei den Brüdern. Die sind nett, nicht nur zu Marie. Sie haben ihr Leben angenommen und eine freundliche und offene Art ihren Kunden gegenüber.


    Dieser Verein, wo sich die Leute aus Deutschland treffen, hilft wohl über das Fremdsein hinweg und erhält einem ein Zipfelchen Heimat.


    Marie und Rudolf schreiben sich Briefe voller Sehnsucht. Aber Rudolf fügt sich in das neue System des Nationalsozialismus ein und sieht Vorteile. Wird sie das auseinander bringen?


    Marie zeigt auch viel Verständnis für Rona. Vielleicht hilft das Rona, einen für sie geeigneten Weg zu finden.


    Ich mag solche Familiengeschichten!!!

  • Hach, es ist toll zu lesen, wie Marie in New York ankommt. Auf der Fahrt dorthin lernt sie Wally kennen - ist das die, die ihr später das Parfum kreiert? Müsste man den Namen kennen? Ich bin in der Richtung total unwissend :-[


    Den Coffee Shop ihrer Brüder hat sie sich wohl eindrucksvoller vorgestellt. Aber die beiden scheinen Spaß an ihrem kleinen Geschäft zu haben, sind beliebt und kommen gut zurecht.
    Hoffentlich machen sie sich mit ihrer Umgehung der Prohibitionsgesetze keinen Ärger!
    Ich finde es gut dargestellt, dass auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht alles einfach nur großartig ist. Es gibt reichlich arme Menschen, die Gewerkschafter werden verfolgt und bedroht, die Fabrikarbeiter mit einem Minimal-Lohn abgespeist... die Anfänge des amerikanischen Kapitalismus eben.


    Man merkt, dass Marie es in ihrem neuen Zuhause zwar spannend findet, dass sie aber noch nicht das Gefühl hat, angekommen zu sein. New York ist nicht ihre Heimat und wird es wohl auch nicht werden.


    Der Briefwechsel mit Rudolf lässt mich noch etwas zwiespältig bleiben. Einerseits scheint er weiter an ihr zu hängen und auf eine gemeinsame Zukunft hinzuarbeiten, andererseits lässt dieser eine Brief ja schon durchblicken, dass er den Nazis gegenüber aufgeschlossen ist und bisher recht gut findet, was die so machen. Ob er sich noch besinnt, wenn ihm klarwird, was dieses Regime alles anrichtet oder ob er dann schon so indoktriniert ist, dass er das nicht mehr sieht?


    In der "Gegenwart" (eigentlich ist die ja auch schon mehr als 10 Jahre her, aber das ging wohl nicht anders, wenn Marie vor dem Zweiten Weltkrieg ausgewandert ist und nun noch halbwegs rüstig sein sollte) erfahren wir nun genauer, was Rona passiert ist. So klischeehaft, früher heimzukommen und den Partner beim Seitensprung zu erwischen. Eine grauenvolle Situation! Ich fand es klasse, dass sie die andere Frau an den Haaren rausschleift und nackt vor die Tür wirft! ;D


  • Wally als moderne Frau aus Berlin finde ich ja total klasse. Sie traut sich was und auch Marie scheint von ihr beeindruckt zu sein.


    Ja, Wally und Marie sind zwar Freundinnen geworden, aber in ihren Einstellungen her doch sehr unterschiedlich. Ich habe Marie regelrecht vor mir gesehen, wie ihr der Mund offen stehenblieb, als ihr klar wird, dass Wally einfach mal so mit dem Schiffoffizier, oder später eben mit dem Mann, der ihr die Wohnung finanziert.
    Aber mir gefällt, dass sie Wally nicht verurteilt. Es wäre nicht Maries Art, so etwas zu tun, aber sie akzeptiert es bei ihrer Freundin.



    Neugierig bin ich auf Rudolfs Entwicklung. Im ersten Abschnitt habe ich seine von Marie erwähnten fortschrittlichen Ideen vielleicht falsch gedeutet: ich habe sie als liberal interpretiert. Möglicherweise ist aber auch etwas anderes gemeint: die Hinwendung zum Nationalsozialismus?! :o Er klingt in seinem Brief ja nicht abgeneigt gegenüber den neuen Machthabern!


    Ich bin auch weiterhin sehr neugierig, wie sich das mit Rudolf weiterentwickeln wird.

  • So nachdem ich ein Bibliotheksbuch beendet habe, was ich morgen abgeben muss :-[, konnte ich nun den Abschnitt beenden.


    Hoppla Maries Brüder trauen sich ja etwas. Alkohol in Kaffee und Tee ausschenken, obwohl das strengstens verboten ist. Dann wundert es mich auch nicht mehr, dass sie doch recht gutes Geld mit ihrer kleinen Kaffeebude verdienen.


    Die Sympathie für Wally lässt nach. Heißt es sich von einem Kerl aushalten zu lassen, dass sie sich prostituiert? Für mich klingt es ganz stark danach...


    Ich weiß nicht wie es euch ging, aber der Brief von Rudolf klang bald so als wenn er mit den Nationalsozialisten sympathisieren würde. Das hätte ich nie und nimmer von ihm gedacht, mal sehen was da noch aus der Richtung kommt. :o


    Schön fand ich am Ende des Leseabschnittes, dass wir nun auch mehr über Rona erfahren, so wie ich es mir gewünscht hatte. :) Krass an ein und demselben Tag betrogen zu werden und seinen Job zu verlieren. :o Ich habe mit Rona mitgelitten.


    Das Buch liest sich echt so zauberhaft, dass ich gleich mal weiterlesen werde. :lesen:

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Dieser Verein, wo sich die Leute aus Deutschland treffen, hilft wohl über das Fremdsein hinweg und erhält einem ein Zipfelchen Heimat.


    Einerseits schön zur Eingewöhnung so ein Verein, andererseits grenzt man sich damit ja auch von anderen ab. Selbst Marie ist ja aufgefallen, dass New York kein Melting Pot ist, sondern dass die Völker nebeneinander her und nicht miteinander leben.



    Marie und Rudolf schreiben sich Briefe voller Sehnsucht. Aber Rudolf fügt sich in das neue System des Nationalsozialismus ein und sieht Vorteile. Wird sie das auseinander bringen?


    Das macht mir auch Sorgen. Wird das die beiden entzweien? Ich glaube bisher nicht daran, dass er sein Versprechen wahr machen wird und sie holen kommt...

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Ich finde es gut dargestellt, dass auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht alles einfach nur großartig ist. Es gibt reichlich arme Menschen, die Gewerkschafter werden verfolgt und bedroht, die Fabrikarbeiter mit einem Minimal-Lohn abgespeist... die Anfänge des amerikanischen Kapitalismus eben.


    Ja das hat mir auch gut gefallen. Erschrocken habe ich mich über die Hoovervilles, kaum vorstellbar diese Obdachlosensiedlungen.



    Der Briefwechsel mit Rudolf lässt mich noch etwas zwiespältig bleiben. Einerseits scheint er weiter an ihr zu hängen und auf eine gemeinsame Zukunft hinzuarbeiten, andererseits lässt dieser eine Brief ja schon durchblicken, dass er den Nazis gegenüber aufgeschlossen ist und bisher recht gut findet, was die so machen. Ob er sich noch besinnt, wenn ihm klarwird, was dieses Regime alles anrichtet oder ob er dann schon so indoktriniert ist, dass er das nicht mehr sieht?


    Das bedrückt mich auch sehr, dass Rudolf offenbar doch nicht so neue, innovative Gedanken hat, sondern sich von den Nazis einfangen lässt. Die Indoktrination (das Wort wollte ich schon immer mal benutzen) der Nazis funktioniert bei ihm offenbar.



    Ich fand es klasse, dass sie die andere Frau an den Haaren rausschleift und nackt vor die Tür wirft! ;D


    Ja das war toll. Vor allem das nackt vor die Tür setzen. Fies, dass Robert ihr die Schuld zuschieben will. Männer... >:(

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)


  • Auf der Fahrt dorthin lernt sie Wally kennen - ist das die, die ihr später das Parfum kreiert? Müsste man den Namen kennen? Ich bin in der Richtung total unwissend :-[


    :five: Die Google-Suche zu Waltraud Lehmann beziehungsweise Wally hat bei mir nichts ausgespuckt, aber ich könnte sie mir gut als so eine Art amerikanische Coco Chanel vorstellen...


    Zitat

    Ich finde es gut dargestellt, dass auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht alles einfach nur großartig ist. Es gibt reichlich arme Menschen, die Gewerkschafter werden verfolgt und bedroht, die Fabrikarbeiter mit einem Minimal-Lohn abgespeist... die Anfänge des amerikanischen Kapitalismus eben.


    Ja, ich finde auch, dass die Zeit sehr gut eingefangen ist - mit beiden Seiten der Medaille: die Demokratie und die etwas lässigeren Frauen beispielsweise auf der einen, die klaffende Schere zwischen Arm und Reich, der deutlich liberalere Kapitalismus auf der anderen Seite.


    Zitat

    Man merkt, dass Marie es in ihrem neuen Zuhause zwar spannend findet, dass sie aber noch nicht das Gefühl hat, angekommen zu sein. New York ist nicht ihre Heimat und wird es wohl auch nicht werden.


    Wobei ich das Gefühl habe, dass diese "Noch-nicht-Angekommen-Sein" auch mit der Stadt als solche zu tun hat. Marie ist zwar von NYC beeindruckt, aber es ist doch wirklich ein riesiger Unterschied zwischen einem ostfriesischen Fehndorf und einer solchen Millionenmetropole. Ich kann mir gut vorstellen, dass Marie "draußen" auf Long Island anders fühlt...


    Zitat

    In der "Gegenwart" (eigentlich ist die ja auch schon mehr als 10 Jahre her, aber das ging wohl nicht anders, wenn Marie vor dem Zweiten Weltkrieg ausgewandert ist und nun noch halbwegs rüstig sein sollte) erfahren wir nun genauer, was Rona passiert ist. So klischeehaft, früher heimzukommen und den Partner beim Seitensprung zu erwischen. Eine grauenvolle Situation! Ich fand es klasse, dass sie die andere Frau an den Haaren rausschleift und nackt vor die Tür wirft! ;D


    Jepp, ich auch. :-[ Dass diese noch erstaunt Aua sagt und nachfragt, was das soll, finde ich geradezu dreist. Noch besser hätte ich es gefunden, wenn Rona Margaretes Klamotten zum Fenster hinaus geworfen hätte. ;D Okay, zugegeben, das wäre wirklich fies! Aber bis dahin kann ich alles gut nachvollziehen.



    Aber mir gefällt, dass sie Wally nicht verurteilt. Es wäre nicht Maries Art, so etwas zu tun, aber sie akzeptiert es bei ihrer Freundin.


    Genau das mag ich an Marie so gerne! Selbst wenn sie etwas nicht kennt, selbst wenn es ihr für sich selbst nicht richtig erscheinen mag - sie urteilt nicht über andere. Sie stülpt der Freundin nicht ihre eigenen Moralvorstellungen über, sondern akzeptiert sie so, wie sie ist. Marie ist einfach eine tolle junge Frau!


    Liebe Grüße
    dubh

  • Macht großen Spaß, Euren Kommentaren zu folgen :herz:
    Zu Wally Lehmann: Die ist erfunden, sicherheitshalber. Ich hab mal für die FÜR SIE eine Geschichte über die großen alten Damen der Beautybranche recherchiert, vor allem Elizabeth Arden und Helena Rubinstein und später dann Estee Lauder und deren Erfolgsstories haben mich sehr inspiriert ;-)

  • Das Buch liest sich so schön, am liebsten würde ich es in einem Rutsch durchlesen.


    Nun wissen wir schon mal, daß Marie tatsächlich mit Wally befreundet ist. Die Umstände, wie die Beiden sich näherkommen, konnte beinahe nur eine Freundschaft nach sich ziehen: Marie hat bewiesen, daß man sich auch in den widrigsten Situationen auf sie verlassen kann ;D Und wir wissen, daß Wally Karriere machen wird, ich freue mich schon darauf zu erfahren, wie ihr Weg aussehen wird. Ich kann mir auch vorstellen, daß Wally Marie gut tut, mit ihrer modernen Haltung und sie ein wenig aus ihrem katholischen Denken rausholen kann – solange sie nicht versucht, Marie zu verbiegen oder sich über sie lustig macht, was ich aber nicht glaube.


    Die Schleuderpost ist ja witzig, ich habe mich im ersten Abschnitt schon gefragt, was damit gemeint ist. Mir gefällt übrigens sehr gut, wie wir Maries Umgebung durch sie wahrnehmen, z.B. wie sie auf der Bremen die Kleidung der gehobeneren Menschen betrachtet.


    Die Ankunft in New York muß ein erhabener Moment gewesen sein und ich freue mich für Marie, daß sie nun doch Vorfreue empfindet. Das Wiedersehen mit Fritz und Willi ist sehr herzlich, ich mag die Beiden gerne. Das hätte auch anders sein können, wenn man sich so viele Jahre nicht mehr gesehen hat. Ich muß bei Willi immer grinsen, wenn er den besorgten Vormund raushängen läßt, ich kann ihn ja verstehen, aber im Gegensatz zur ihrem Vater, drückt er dann doch das eine oder anderen Auge zu. Sehr authentisch fand ich auch Maries Enttäuschung wegen der ärmlichen Behausung, und wie sie dann aber erkennt, daß es trotzdem manches moderner ist als daheim.
    Ich hoffe bloß, daß die Brüder nicht noch Ärger wegen der illegalen Alkoholgeschäfte bekommen werden. Daß zu der Zeit die Prohibition noch gültig war, daran hatte ich gar nicht mehr gedacht.


    Ich begrüße Maries Entscheidung, daß sie selber Geld verdienen will, auch wenn der Job bei Frozen Food alles andere als ein Zuckerlecken ist, aber sie beisst sich durch. Toll auch, wie sie sich für benachteiligte Menschen wie Trudie einsetzt. Ich denke, Marie kommt gut mit ihrem neuen Leben und Amerika zurecht, verschließt aber auch nicht die Augen vor den Problemen.


    Tja, und Maries Briefverkehr mit Rudolf fand ich rührend, auch als er ihr den Ring schickte – bis dann der Brief kommt, in dem Rudolf seine Sympathie für das neue Regime bekennt. Hier klingelten bei mir einige Alarmglocken, und dann noch der Satz, daß Politik Männersache sei und Marie sich darüber nicht ihr hübsches Köpfchen zerbrechen sollte. Das gibt von mir einige Minuspunkte für Rudolf.


    Nun erfahren wir auch mehr über Rona: im ersten Abschnitt hatte ich eher das Gefühl, daß sie beruflich mal dies und mal das macht, aber da habe ich mich getäuscht, sie war ja richtig leidenschaftlich in ihrer Arbeit. Was für ein Schlag ins Gesicht von der neuen Chefredakteurin, sie einfach so vor die Tür zu setzen und das auch noch mit sofortiger Wirkung! Und dann der nächste Hammer, als sie daheim ihren Freund im Bett mit einer Anderen erwischt. Ganz ehrlich, da wären bei mir auch sämtliche Sicherungen durchgebrannt.Vielleicht hätte ich die Dame nicht an den Haaren runtergerissen, aber umgehend rausgeschmissen hätte ich sie sicher auch. Die Entschuldigung von Robert finde ich billig und nicht sehr überzeugend und dann schiebt er Rona auch noch den schwarzen Peter zu. Im Moment habe ich starke Zweifel, daß das mit den Beiden noch eine Zukunft hat.


    So, nun bin ich gespannt, wann der berühmte Käsekuchen seinen Einsatz hat.


  • aber diese in Laken eingeschlagenen Decken, die am Fußende eingeklemmt werden, dass man sich in der Tat kaum rühren kann, sind schon sehr gewöhnungsbedürftig.


    Hüstel, ich habe die Decken immer unten rausgezogen, um nicht so eingeklemmt zu sein :-[

  • Hüstel, ich habe die Decken immer unten rausgezogen, um nicht so eingeklemmt zu sein :-[


    Ja, aber dann habe ich das Laken verwurstelt und lag morgens mit der blanken Decke da. ::) Wir haben - nachdem wir mal in einer Motelkette mit "richtigen" Laken übernachtet haben, immer geschaut ob nach unserer nächsten Etappe wieder so eines zu finden ist. :-[ Okay, die waren aber ansonsten auch top! ;D


  • Ja, aber dann habe ich das Laken verwurstelt und lag morgens mit der blanken Decke da. ::) Wir haben - nachdem wir mal in einer Motelkette mit "richtigen" Laken übernachtet haben, immer geschaut ob nach unserer nächsten Etappe wieder so eines zu finden ist. :-[ Okay, die waren aber ansonsten auch top! ;D


    Ich war ja alleine in den Zimmer, dadurch habe ich das Laken an der einen Seite festgeklemmt lassen und nur im Fußbereich abgedröselt - alleine hat man Platz ohne Ende ;D

  • Ja, Wally und Marie sind zwar Freundinnen geworden, aber in ihren Einstellungen her doch sehr unterschiedlich. Ich habe Marie regelrecht vor mir gesehen, wie ihr der Mund offen stehenblieb, als ihr klar wird, dass Wally einfach mal so mit dem Schiffoffizier, oder später eben mit dem Mann, der ihr die Wohnung finanziert.
    Aber mir gefällt, dass sie Wally nicht verurteilt. Es wäre nicht Maries Art, so etwas zu tun, aber sie akzeptiert es bei ihrer Freundin.



    Ich bin auch weiterhin sehr neugierig, wie sich das mit Rudolf weiterentwickeln wird.


    Ihr Lieben,


    Leider hat Rudolf meine Befürchtungen bestätigt und sympathisiert offensichtlich mit Teilen der Nazi - Ideologie.
    Ich war schon ein wenig stutzig geworden, als er auf Marie`s Vorschlag, sie nach Amerika zu begleiten, erwidert,
    dass er sich nicht vorstellen kann, in einem Land zu leben, wo nicht deutsch gesprochen wird.
    Er hätte ja seine Sprache und Kultur nicht aufgeben müssen in einem anderen Land - Marie hat auch englisch gelernt
    und ist dennoch ihrer Heimat verbunden geblieben.
    Das Eine schließt das Andere nicht aus und die Engstirnigkeit bei Rudolf passt nicht zu Marie`s Weltoffenheit
    und Neugier auf andere Ideen und Lebensentwürfe.
    Marie`s Denken ist tolerant und aufgeschlossen, während Rudolf sich in eine andere, bedenkliche Richtung entwickelt.
    Für ihre weitere Beziehung sehe ich keine großen Chancen mehr, falls sich Marie ihm nicht unterordnet und sich selbst
    dabei aufgibt - und das passt nicht zu ihrer Freiheitsliebe.


    Wally gefällt mir sehr gut, sie verkörpert den modernen Frauentypus und gestaltet ihr Leben so, wie es ihr gefällt.
    :winken:


  • Dem kann ich nur zustimmen, das Buch will man am liebsten nicht mehr aus der Hand legen.

  • Irgendwie klappt das mit dem Einfügen bei mir nicht so richtig, aber Übung macht den Meister.


    Die Überfahrt auf dem Schiff war schon beeindruckend. Gut das sie auf dem Schiff Wally kennengelernt hat und so zumindest ein wenig von ihrem Kummer abgelenkt war.


    Der Coffee-Shop ihrer Brüder stellt sich ja als Bretterbude heraus, aber die beiden sind ja mächtig stolz drauf.
    Marie fügt sich in ihr neues Leben ein. Mutig von den Brüder Alkohol auszuschenken, das wurde doch sicher streng bestraft!


    Gefallen hat mir der Ausflug mit Marie in ihr früheres Restaurant und der Strandbesuch. Maries Begeisterung war förmich zu spüren.


    Eine bewegende Geschichte.