01 - Prolog bis Seite 84

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  • Moins =o)


    Ich bin leider nicht früher zum Beginn des Buches gekommen, aber nun habe auch ich den ersten Abschnitt gelesen.


    Als erstes - der Schreibstil ist wirklich gut. Die Sätze lassen sich prima weglesen und sind klar konstruiert. Keine Verschachtelungen und keine unnötige Zeichensetzung. Ganz toll =o)


    Nun ja, es kommt wie es kommen muss - Marie und Rudolf verlieben sich. Ich fand es ja wirklich sehr süß beschrieben wie sie gemeinsam auf dem Eis tanzen und sich 'beinahe unzüchtig' berühren ^^
    War halt eine andere Zeit. Ich weiß nicht ob es euch auch so geht, aber ich habe immer ein wenig das Gefühl, dass die Wortwahl und der Schreibstil ein wenig ins gesetztere wechseln, wenn es um die Vergangenheit geht. Mag ich!
    Die Liebe zwischen Marie und Rudolf darf nicht sein. Der Vater wünscht sich etwas besseres für seine einzige dagebliebene Tochter und so ein Lehrer hat keine Ahnung von körperlicher Arbeit.
    Es kann natürlich sein, dass die Einschätzung des Vaters hier völlig falsch ist, aber ich denke auch, dass Rudolf niemand ist der sich um den Torf kümmern wird. Dafür liebt er seinen Beruf zu sehr.


    Als der Vater Marie wegschickt habe ich mir so gedacht 'Oha, der arme Bruder.' Weil - ganz ehrlich, es war Maries erste Liebe. Ein neues Land bringt Ablenkung und vielleicht auch eine neue Liebe. Ihr Bruder aber hat sich im Geiste schon häuslich in Amerika eingelebt und muss in der Heimat bleiben.
    Hat er einen Groll gegen seine Schwester? Begeistert war er sicherlich nicht. Vielleicht hat er ihr auch die Schuld gegeben ... hätte sie nicht mit dem Lehrer angebändelt, wäre er nach Amerika gegangen.


    Wie Rudolf reagiert fand ich dann doch etwas ... interessant. Klar, er war nicht begeistert, aber die 'Lösung' mit dem Kind klang mir nicht nach verantwortungsbewusstem Mann.
    Gerade weil er ja auch weiß, dass Marie sehr gläubig ist und streng erzogen worden ist.


    Ich bin wirklich gespannt nach diesem Abschnitt, wie es mit Rudolf und Marie weiter geht. Wird er wirklich nach Amerika kommen und sie holen?
    Wenn man den Beginn so liest, würde ich eher annehmen, dass Marie nicht noch einmal in Deutschland gelebt hat.


    Wir lernen im ersten Abschnitt viele Leute kennen - als erstes natürlich Marie in der Gegenwart. Sie schaut auf ein ereignisreiches Leben zurück und feiert bald ihren 80sten Geburtstag.
    Danach gibt es einen Abstecher in die Vergangenheit und wir lernen Maries Familie und ihre Arbeit kennen. Sie ist noch recht jung und arbeitet als Hilfslehrerin an einer Dorfschule. Dort lehrt sie Handarbeit. Was die Frau von damals also können musste.
    War es damals so unüblich, dass Frauen gearbeitet haben außer auf dem Feld und im Haushalt? Es klingt beinahe so, als würde es an der Schule nur den Rektor, einen Lehrer und den jungen Rudolf geben neben ihr. Also keine Frauen.
    Wann kam das wohl auf? *grübels*


    So, das war mein Eindruck zum ersten Abschnitt.


    Ich habe mir natürlich eure Sachen alle durchgelesen, aber mir fällt gerade nix ein worauf ich direkt antworten könnte *hm*
    Maries Eltern kann ich auf der einen Seite verstehen. Ihr Vater will, dass sie keine Schande über die Familie bringt und die Denkweisen waren damals nun anders als heute.
    Ich denke auch, er hat ein wenig Angst, dass es ihr und vielleicht damit auch ihm und dem Rest der Familie so ergehen könnte wie Frieda (hier hoffe ich ganz doll auf einen glücklichen Ausgang auch wegen des Krieges =o/ ). Wenn der Nachwuchs nicht so gedeiht wie die Eltern es sich wünschen und es anderen sauer aufstößt, fällt es ja immer auf die Eltern zurück ...
    Ihre Mutter tat mir ein wenig Leid, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie etwas forscher ist. Sie arbeitet hart und hat immerhin 10 Kinder in die Welt gesetzt. Trotzdem ist sie eher weich und sehr ruhig.


    Nun schauen wir mal wie es weiter geht =o)


  • Du, das kommt erst im nächsten Abschnitt vor :winken:

  • War halt eine andere Zeit. Ich weiß nicht ob es euch auch so geht, aber ich habe immer ein wenig das Gefühl, dass die Wortwahl und der Schreibstil ein wenig ins gesetztere wechseln, wenn es um die Vergangenheit geht. Mag ich!
    Der Vater wünscht sich etwas besseres für seine einzige dagebliebene Tochter und so ein Lehrer hat keine Ahnung von körperlicher Arbeit.


    Ja, das ist mir auch aufgefallen. Es passt sehr gut.
    [quote author=dion]Es kann natürlich sein, dass die Einschätzung des Vaters hier völlig falsch ist, aber ich denke auch, dass Rudolf niemand ist der sich um den Torf kümmern wird. Dafür liebt er seinen Beruf zu sehr.
    [/quote]
    Irgendwo steht, dass Rudolf der jüngere ist und deshalb nicht den Hof erben konnte, also denke ich mal, er ist mit Landwirtschaft und harter Arbeit aufgewachsen.


    [quote author=dion]


    Wie Rudolf reagiert fand ich dann doch etwas ... interessant. Klar, er war nicht begeistert, aber die 'Lösung' mit dem Kind klang mir nicht nach verantwortungsbewusstem Mann.
    Gerade weil er ja auch weiß, dass Marie sehr gläubig ist und streng erzogen worden ist.[/quote]


    Das finde ich auch. Außerdem wäre Marie ein großes Risiko eingegangen: was wäre, wenn Rudolf im letzten Moment kalte Füße bekäme? Dann stünde sie mit einem unehelichen Kind da!


  • Vielleicht liegt es zum Teil auch daran, dass ich mich irgendwie "Zuhause" fühle. Ich bin ja Ostfriesin und wohne ganz in der Nähe von Leer, daher kann ich mir vielleicht auch alles so richtig gut vorstellen! Es ist fast ein bisschen so, als würde meine Oma von früher erzählen. Das Torfstechen, das Schöfeln, das Bohnen ströppen ;D


    Na da werde ich ja fast ein wenig eifersüchtig. ;) Ich lese ja auch gern Bücher, die von Orten berichten, die man selber kennt, denn dann kann man sich alles noch besser vorstellen oder vielleicht sogar die Romanorte besuchen.

    "Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

  • Na da werde ich ja fast ein wenig eifersüchtig. ;) Ich lese ja auch gern Bücher, die von Orten berichten, die man selber kennt, denn dann kann man sich alles noch besser vorstellen oder vielleicht sogar die Romanorte besuchen.


    Ja, ich liebe das auch total!
    So ein "Erlebnis" hatte ich erst kürzlich auch mit "Das Dorf der Lügen" von Barbara Wendelken! Das spielt auch in Ostfriesland, und das Stärkste war, als mir die Autorin schrieb, sie würde in der gleichen Straßen wohnen wie ich! :o Ich bin fast vom Stuhl gekippt!
    Dazu muss man sagen, dass unsere Straße sehr lang ist. Ich wohne ziemlich am Ende und sie ganz am Anfang. Wir kennen uns nicht, aber bald ist in unserer kleinen Buchhandlung hier eine Lesung. Da werde ich hingehen. ;D


  • Das spielt auch in Ostfriesland, und das Stärkste war, als mir die Autorin schrieb, sie würde in der gleichen Straßen wohnen wie ich! :o Ich bin fast vom Stuhl gekippt!
    Dazu muss man sagen, dass unsere Straße sehr lang ist. Ich wohne ziemlich am Ende und sie ganz am Anfang. Wir kennen uns nicht, aber bald ist in unserer kleinen Buchhandlung hier eine Lesung. Da werde ich hingehen. ;D


    Die Welt ist manchmal wirklich ein Dorf ;D

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen