01: Anfang - Seite 86 (einschl. Kapitel 4)

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  • Aber ich muss (bzw. musste) doch damit rechnen, dass Samoa nicht Deutschland ist und dass alles ganz anders ist. Wenn ich das nicht aushalten kann, darf ich nicht in ein solches Land gehen.


    Das ist natürlich völlig richtig, aber damals wurde so getan als wäre Samoa das reinste Paradies und viele sind mit völlig falschen Vorstellungen dorthin gegangen. Ein Phänomen, dass mir auch heute schon begegnet ist bei Freunden, die ausgewandert sind, weil sie dachten woanders wäre ihr Leben und überhaupt alles besser, aber sie hatten vergessen, dass sie sich selbst leider auch im Gepäck hatten. Das galt aber um 1900 ganz besonders für Deutsch-Südwest-Afrika. ( damit habe ich mich sehr viel für das Buch "Der Duft der Wüstenrose" beschäftigt.) Dorthin sind wirklich viele Deutsche gegangen, weil sie dachten, sie könnten dort leben wie in Deutschland - nur mit viel viel besserem Wetter. Es gab zwar Schulen für Frauen, die in die Kolonien gehen wollten, z.B. in Witzenhausen ( sic!!) wo man ihnen z.B. das Konservieren von Lebensmitteln bei Hitze beigebracht hat, aber man dachte, dass man deutsche Kultur in arme unterentwickelte Länder bringt, die ganz wild darauf sind, kolonialisiert zu werden. Sollten dort Unannehmlichkeiten ( kein Bad , kein Wasser) vorkommen, so würde man alles daran setzen, diese so schnell wie möglich zu überwinden.



    edit (odenwaldcollies): Zitat repariert

  • Der Vater war doch auch schon mehrere Jahre dort, wenn ich das richtig verstanden habe ?


    Ich denke Apollonia ist auch davon ausgegangen (wäre vermutlich jeder, oder?) dass Ihr Mann dort alles schön vorbereitet hat für ihr zukünftiges Leben.

  • In diesem Abschnitt passiert ja schon so einiges, was mich neugierig zurücklässt. Allein der Prolog ist ja bereits sehr unheimlich. Ist da ein Geist in Henriette gefahren. Also ich bin davon sehr fasziniert und möchte gerne mehr erfahren. Aber ich vertraue auf Beatrix und sie wird bestimmt nach und nach alles entblättern.


    Auch habe ich zwischen den Zeilen gelesen, dass Sophie krank geworden ist, weil sie etwas für Henriette gemacht hat. Da bin ich mal gespannt was vor der Abreise in München noch alles passiert ist. Wir wissen ja bereits von der Seance, aber schlauer hat mich das auch noch nicht gemacht. Nur neugieriger. Wird Henriette den Fotografen noch einmal wieder sehe. Sophie scheint da ja bereits krank zu sein und mit Tuberkulose ist nicht zu spassen.


    Samoa das Paradies. Das ich nicht lache. Also es kommt ja immer an darauf was man als Paradies im Kopf hat. Aber das Schlaraffenland ist es bestimmt nicht. Und ein Wasserklosett hätte ich da 1905 auch nicht erwartet. Die Mutter ist wohl krass verwöhnt. Also ich mag die Eltern und die Kleine Schwester jetzt auch nicht Sonderlich. Und wie die Kolonisten sich echauffieren und über die Samoer urteilen ist auch echt blöd. Andere Länder andere Sitten. Schließlich ticken die Uhren in Samoa anders. Das die Chinesen als Sklaven benutzt werden darüber habe ich schon mal in einem anderen Buch gelesen. Ist auf alle Fälle auch ein interessantes Thema. Tja Sklavenarbeit wurde halt wirklich in allen Landstrichen der Welt extrem betrieben.


  • Ihr Lieben,
    Henriettes Vater war zwar lange von der Familie weg, eben auf Goldsuche am Klondike-River, aber er ist auch erst ein knappes Jahr auf Samoa als seine Familie eintrifft.


    Na in der Zeit hätte er doch mal ein Wasserklosett anschaffen können. Schließlich hat er in der Zeit auch eine Verpflichtung zum Heiraten für Henriette aufgetan.


    Ne aber mal Spass bei Seite gab es zu der Zeit überhaupt schon Wasssertoiletten auf Samoa? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Kanalisation gegeben hat und somit auch keine Toiletten wie in Europa und auch in München gab es bstimmt immer noch Aborts die nicht für jede Nase geeignet waren ;)


  • Der Vater war doch auch schon mehrere Jahre dort, wenn ich das richtig verstanden habe ?


    Ich denke Apollonia ist auch davon ausgegangen (wäre vermutlich jeder, oder?) dass Ihr Mann dort alles schön vorbereitet hat für ihr zukünftiges Leben.


    Männer sollen ein schönes heimeliges Heim vorbereiten :D Also das kenne ich anders. Und als Auswanderer muss man sich doch zu Beginn des 20. Jh. immer auf Unannehmlichkeiten einrichten bzw damit rechnen dass noch nicht alles so ist wie man es von zu Hause gewöhnt ist. Ich finde aber auch, dass die Mutter von Henriette eine verwöhnte, eingebildete Frau ist.


  • Hallo Janababsi, du bist doch schon mittendrin! Zu deiner Frage...
    Die Deutschen haben in China Arbeiter angeworben und auch von den Marianen Arbeiter zwangsverpflichtet. Die Sklaverei war zwar offiziell verboten., aber letztlich war es nicht viel anders als eine Art von "Blackbirding" (worunter man eigentlich das kidnapping bzw. unter Strafandrohung vereinbarte "Arbeitsverhältnisse" verstand, dem viele Bewohner von Vanuatu und Fidschi ausgesetzt waren und die nach Queensland verschleppt wurden.) Aber die deutschen Pflanzer wollten lieber chinesische Arbeiter, weil die als fleissiger galten als Mikronesier und Polynesier.


    Und da zeigt es sich mal wieder, dass man wenn man als fleissiger Menschschlaag gebranntmarkt ist, dass sich das auch negativ auszahlen kann. Tja Verbote sind halt nur solange gut wie sie auch eingehalten werden. Aber wo kein kläger da kein Richter. Auch damals war es doch so, dass man einfach alles daran gesetzt hat seine Vorteil weiterauszubauen und das kauft man sich auch schon mal Sklaven aus China. Die Hintergründe woher diese Menschen genau kamen und warum sie China verlassen haben bzw. mussten haben die Plantagenbesitzer bestimmt nicht im geringsten interessiert. Hauptsache billiges und eingeschüttertes "Personal"


  • Apropos Vogel: beim Vogelwalter mußte ich ja lachen :D Ganz ungebildet scheint unser Vogelforscher nicht zu sein, auch wenn wir alle vermuten, daß er es nicht wirklich mit den Vögel hat.


    Ja wer Walther von der Vogelweide zitieren kann scheint einiges an Bildung zu haben :)

  • Na in der Zeit hätte er doch mal ein Wasserklosett anschaffen können. Schließlich hat er in der Zeit auch eine Verpflichtung zum Heiraten für Henriette aufgetan.


    Ne aber mal Spass bei Seite gab es zu der Zeit überhaupt schon Wasssertoiletten auf Samoa? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Kanalisation gegeben hat und somit auch keine Toiletten wie in Europa und auch in München gab es bstimmt immer noch Aborts die nicht für jede Nase geeignet waren ;)


    In meiner frühen Kindheit gab es bei uns Zuhause und auch bei allen anderen Bekannten und Verwandten keine Wassertoiletten. Das kam erst so nach und nach. Und soooo alt bin ich auch nicht.

  • In meiner frühen Kindheit gab es bei uns Zuhause und auch bei allen anderen Bekannten und Verwandten keine Wassertoiletten. Das kam erst so nach und nach. Und soooo alt bin ich auch nicht.


    Ich weiß was du meinst. Als ich klein war Mitte der 80ziger da hatte mein Onkel auch noch das Klo auf dem Hof und die Nachbarn meiner Eltern haben auch noch bis vor ein paar Jahren keine Toiliette im Haus gehabt :o


    Also warum sollte es auf Samoa schon eins gegeben haben. Ich sag doch die Mutter ist krass verwöhnt bzw. unrealistisch.

  • Ihr Lieben,
    Toiletten scheinen euch ja sehr zu interessieren ;)
    nein im ernst, es gab damals keine Wassertoiletten auf Samoa, weil es auch noch keine Wasserleitungen in die einzelnen Häuser gab.
    Interessanterweise aber gab es die damals in San Francisco schon, die hatten Gas und Wasser- bzw. Kanalisation!

  • Hallo Zusammen! :winken:


    Mich haben die ersten Seiten schon überzeugen können; ich bin schon jetzt ganz gefangen in der Geschichte um Henriette und ihre Schwestern!


    Der Prolog war schon sehr fesselnd und geheimnisvoll. Ich bin sehr neugierig und gespannt, was Henriette dort schreiben musste und was es damit auf sich hat. Auf jeden Fall stelle ich mir diese Situation auch sehr beängstigend vor. Man verliert in gewisser Weise ja schon die Kontrolle über seinen Körper; das ist nicht schön.


    Dass Henriette und Sophie daraufhin diese "Wahrsagerin" aufsuchen, ist verständlich. Nun bin ich neugierig, welche Rolle Julius noch spielen wird. Ich glaube doch, dass wir ihn wiedersehen werden.


    Auch bin ich neugierig, welche Rolle Sophie noch spielen wird. Irgendwie mache ich mir Sorgen um sie, auch wenn es vielleicht noch gar keinen Grund gibt. Und vermutlich würde Henriette es wirklich spüren, wenn es ihrer Zwillingsschwester schlecht gehen würde, oder?! :-\ Ich hoffe jedenfalls, dass sie schnell gesund wird!


    Ella kann ich noch nicht einschätzen. Dass sie immer so mürrisch ist, ist natürlich nicht wirklich schön und bestimmt auch anstrengend für ihre Mitmenschen. Gibt es einen Grund für ihre permanente schlechte Laune, oder ist es einfach nur ihre Art?


    Und ist Hofmann wirklich der Mann, den Henriette heiraten soll? Vogelkundler scheint er aber nicht zu sein, oder?! Jedenfalls scheint er sich nicht wirklich mit dem Thema auszukennen. Was hat er aber mit Henriettes Vater zu tun? Hat er ihm Geld geliehen? Da blicke ich noch nicht so ganz durch und bin auch hier sehr gespannt auf die Auflösung!


    Also, schon so viele Fragen! Da hilft wohl nur: :lesen:


  • Auf jeden Fall stelle ich mir diese Situation auch sehr beängstigend vor. Man verliert in gewisser Weise ja schon die Kontrolle über seinen Körper; das ist nicht schön.


    Ja, das ist sicherlich sehr beängstigend, vorallem, wenn man auch noch in einer fremden Sprache schreibt.

  • Hallo Rosenprinzessin,
    wie schön, dass du jetzt auch hier bist, ich glaube damit ist unsere Leserunde komplett und wir liegen noch nicht so weit auseinander, was ja sehr schön ist!


    Übrigens erschienen mir die allermeisten Frauen auf Samoa, die vielen die ich gesehen habe, - das ist jetzt sicher politisch sehr inkorrekt das zu sagen, aber es war so- sehr schön, und zwar egal wie alt und das obwohl sie ganz sicher überhaupt nicht dem westlichen Kleidergröße XS-Ideal entsprechen. Auch ältere und sehr dicke Frauen hatten eine selbstverständliche selbstbewusste Grazie, von der ich sehr gern etwas abgehabt hätte. Seufzzzzzzz


  • Übrigens erschienen mir die allermeisten Frauen auf Samoa, die vielen die ich gesehen habe, - das ist jetzt sicher politisch sehr inkorrekt das zu sagen, aber es war so- sehr schön, und zwar egal wie alt und das obwohl sie ganz sicher überhaupt nicht dem westlichen Kleidergröße XS-Ideal entsprechen. Auch ältere und sehr dicke Frauen hatten eine selbstverständliche selbstbewusste Grazie, von der ich sehr gern etwas abgehabt hätte. Seufzzzzzzz


    Stimmt, aus Dokus oder Reportagen kenne ich auch kaum Frauen aus der Südsee, die so rank und schlank sind, aber dennoch gut aussehen. Vorallem haben sie immer so eine gesunde Hautfarbe (ebenfalls ein seufz von mir Bleichschnabel).

  • Stimmt, aus Dokus oder Reportagen kenne ich auch kaum Frauen aus der Südsee, die so rank und schlank sind, aber dennoch gut aussehen. Vorallem haben sie immer so eine gesunde Hautfarbe (ebenfalls ein seufz von mir Bleichschnabel).


    Ich ich bin so ein Bleichling, selbst "Braten" würde nichts nützen, ich werde erst rot und dann wieder bleich. Das ist so gemein.

  • Das mit der schönen Hautfarbe stimmt und war- so muss man das leider auch sagen- einer der Gründe, warum die Deutschen soviel Achtung vor der samoanischen Kultur hatten, weil ihre Haut als "nicht schwarz" galt und der "Samoaner an sich" als schön. Es gab viele Pseudowissenschaftlich-ethnologische Photografien, die die halbnackte "Samoanische Venus" zeigten oder auch den den "Samoanischen Jüngling" mit nichts an als seinem Tattoo.


  • Hallo Rosenprinzessin,
    wie schön, dass du jetzt auch hier bist, ich glaube damit ist unsere Leserunde komplett und wir liegen noch nicht so weit auseinander, was ja sehr schön ist!


    Übrigens erschienen mir die allermeisten Frauen auf Samoa, die vielen die ich gesehen habe, - das ist jetzt sicher politisch sehr inkorrekt das zu sagen, aber es war so- sehr schön, und zwar egal wie alt und das obwohl sie ganz sicher überhaupt nicht dem westlichen Kleidergröße XS-Ideal entsprechen. Auch ältere und sehr dicke Frauen hatten eine selbstverständliche selbstbewusste Grazie, von der ich sehr gern etwas abgehabt hätte. Seufzzzzzzz


    Das glaube ich auch sofort. Persönlich war ich ja leider noch nie dort, aber wenn man mal Berichte im Fernsehen sieht oder auch in Zeitungen, dann erscheinen mir die Menschen auch immer als wirklich schön und ansprechend.