02 - Zwischenspiel und II. Strophe

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  • War es in der Sippe üblich, Jungs umzubringen oder zu kastrieren? Wann und warum?


    War im Text von Kastration die Rede? Habe ich etwas überlesen?



    Heranon schein also ein Bär zu sein und einer der ersten der "Zwölf" aber es scheinen auch schon welche wieder gestorben, ermordet worden zu sein. Werden deren Plätze wieder besetzt?


    Nachdem ich Deinen Kommentar gelesen hatte, musste ich nochmal nachlesen, wie Du auf den Bären gekommen bist. Stimmt, die Statuen! Die hatte ich schon wieder vergessen.


    Bislang war noch nicht viel an Entwicklung da, also gehe ich davon aus, dass da noch was kommen wird. :)


    Danke fürs Erinnern :). Den Kommentar von Manuel hatte ich schon wieder vergessen. Stimmt, da könnte noch eine Überraschung kommen, gespannt bin :lesen:.

    Liebe Grüße,<br />Bettina<br /><br />Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.<br /><br />Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph (1788 - 1860)

  • Auf die Begegnung bin ich auch gespannt und ich habe auch schon einen Verdacht, ob Héranon ein Kind hat oder nicht :wahrsager: .


    Dass Panoris was mit Heranon hatte, hab ich glatt übersehen. Dann muss sie wohl schon recht alt sein? Ich hatte irgendwie gedacht, sie wäre mit dem Königssohn im Alter.


    Heranon hat vermutlich ein Kind, aber wer das sein könnte, habe ich keine Ahnung.


  • Dann muss sie wohl schon recht alt sein? Ich hatte irgendwie gedacht, sie wäre mit dem Königssohn im Alter.


    Wie alt sie wohl ist, frage ich mich auch.

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  • So, endlich komme ich auch mal dazu meine Eindrücke bzgl des zweiten Abschnittes zu sortieren.


    Da vieles schon erwähnt wurde und ich zusammenfassende Wiederholungen etwas langweilig finde, ergänze ich mal eure Eindrücke ;)



    @alle: Wie stark habt ihr den "Bruch" zwischen der ersten und der zweiten Strophe empfunden? Schließlich wird mit Ríyuu eine völlig neue Figur (samt eigener Kultur) eingeführt. Und wie fandet ihr insgesamt die Verteilung der Handlungsstränge in der zweiten Strophe? Immerhin hat ja Ciára eine wichtige Funktion in der Handlung ...


    Als ich deine Frage gelesen habe, war ich erst etwas irritiert. Ich habe es überhaupt nicht als "Bruch" empfunden, sondern aufgrund des "Zwischenspiels" war ja deutlich, dass nun etwas anderes kommt. Mir gefällt es gut, wenn nicht nur neue Figuren, sondern auch neue Kulturen eingeführt werden. Ich habe dann das Gefühl, dass die Welt, in der die Geschichte spielt "groß genug" ist, um a) wirklich solche Abenteuer zu erleben und b) dann in der logischen Konsequenz sich auch die Kultur an unterschiedlichen Orten unterschiedlich entwickelt hat.
    Das Ciara jetzt mehr Handlungsgewicht bekommt, finde ich super.



    Huhu ja Panoris scheint ihr ganz eigenes Ziel zu verfolgen. Ich frage mich warum sie eigentlich den Prinzen verführt. Macht es ihr einfach Spass oder gehört es zum Durchsetzen der Ziele?


    Ich glaube, dass es eine Mischung aus beidem ist. Hauptsächlich will sie ihre Ziele (ich bin gespannt welche es sind) durchsetzen, aber nebenbei ein bisschen Spaß haben...



    Puh als Ríyuu von den Amatsúnen (hast du da an Amazonen gedacht Manuel? Also ich beim Lesen definitiv) weggeschleift und gequält wird, das ging mir schon nahe, obwohl ich ihn nur so kurz kenne.


    Die Szenen fand ich aber auch heftig...war mir irgendwie etwas zu viel...gut, dass Riyuu sich da so gut dissoziieren konnte. Ich fand spannend, dass es eine "Gabe" der Steppenläufer zu sein scheint, sich Schmerzen wegdenken zu können. Ich frage mich, warum es für sie nötig war diese Gabe zu entwickeln :o



    Heranon schein also ein Bär zu sein und einer der ersten der "Zwölf" aber es scheinen auch schon welche wieder gestorben, ermordet worden zu sein. Werden deren Plätze wieder besetzt?


    Ich habe ihn auch mittlerweile als Bären identifiziert (wg der Statue). Ich glaube allerdings, dass ein paar von den 12 ermordet wurden und ich vermute (aber nur eine Hypothese), dass deren Plätze nicht wieder besetzt worden sind.


  • Heranon ist, wenn ich mich richtig erinnere fast eine Generation jünger als sein Bruder. Also muss Panoris nicht so alt sein. Vielleicht um die 30?


    Das kann gut sein. Ich hatte anfangs den Eindruck, dass Héranon schon älter ist. Irgendwie hatte er so eine brummelige, großväterliche Art und ich hatte gar nicht darüber nachgedacht, dass er ja so viel jünger ist als Léuns Vater. Zudem ist er auch so viel herumgekommen. Aber das kann ja auch alles passiert sein, bevor er 30 geworden ist...

  • Beim ersten Satz habe ich gedacht: „Aha, doch der Hirschbraten ;)


    Ich hab auch gegrinst - ich ging nämlich nicht davon aus, daß Syr Páno den Dolch für den Braten benutzen wird. ;D


    Zitat

    Dann habe ich gestutzt: „Wieso ist von einer „Sie“ die Rede? Wird doch ein anderer Strang weitererzählt?“ Dann die Auflösung: Syr Páno ist eine Frau. Diese Überraschung ist gelungen.


    Das hat mich auch überrascht.


    Zitat

    @alle: Wie stark habt ihr den "Bruch" zwischen der ersten und der zweiten Strophe empfunden? Schließlich wird mit Ríyuu eine völlig neue Figur (samt eigener Kultur) eingeführt. Und wie fandet ihr insgesamt die Verteilung der Handlungsstränge in der zweiten Strophe? Immerhin hat ja Ciára eine wichtige Funktion in der Handlung ...


    Ich hab mich am Anfang des 2. Abschnittes etwas schwer getan, das muss ich zugeben.



    Also die Steppenläufer stelle ich mir unheimlich anmutig und schön vor :-[ Obwohl sie ja nicht richtig beschrieben werden habe ich ein ganz tolles Bild im Kopf. Ein bisschen wie die Figuren die man immer aus den alten Zeichnungen Ägyptens sieht. Also Männerkörper mit großem Kopf und Mähne. Nur kein Vogelkopf sondern eher wie ein Löwenkopf :D


    Genau deswegen hab ich mich schwer getan. Ich hab mich permanent gewundert wieso Ríyuu sich die Mähne kratzt ..... ich bin von einer ganz normalen menschlich-männlichen Person ausgegangen, so wie bei den Aboriginees die Spurensucher, die ja auch drahtig und wendig/schnell sind. An eine Mutation zwischen Mensch/Tier hab ich überhaupt gar nicht gedacht.


    Die Amatsúnen fand ich schon sehr schräg in ihren Vorgehensweise. :o :o
    Ich dachte auch noch, daß sie ihn mit dem Dolch entmannen.


    Wie hat er diese Wassermassen überstanden?
    Und wer hat ihn geheilt? So etwas heilt ja nicht über Nacht mal einfach so.


    Es sieht ja so aus, als ob die Handlungsstränge... aber das muss ich mir für den nächsten Abschnitt aufheben. ;)


    Nee, das sieht auch für mich so aus und ist ja auch hier schon angedeutet - wenn auch nicht direkt beschrieben. Ríyuu ist in Urtán, dort ist auch Ramu und genau den suchen doch Héranon, Léun, Arecc und Ciára.


    In der Gondel kann ich mit Arrec mitfühlen - ich hab auch Höhenangst und ich würde sterben wenn so ein Teil dann auch noch hängen bleiben würde.
    Hier kommt jetzt meine Vermutung ins Spiel - Héranon ist etwas was fliegen kann in seiner veränderten Gestalt und er wird Arrec "auffangen".


    Schaun wir mal wie es weiter geht. :lesen:

  • Genau deswegen hab ich mich schwer getan. Ich hab mich permanent gewundert wieso Ríyuu sich die Mähne kratzt ..... ich bin von einer ganz normalen menschlich-männlichen Person ausgegangen, so wie bei den Aboriginees die Spurensucher, die ja auch drahtig und wendig/schnell sind. An eine Mutation zwischen Mensch/Tier hab ich überhaupt gar nicht gedacht.


    Wenn ein Mensch viele dicke, lange Haare auf dem Kopf hat spricht man doch oft von einer Mähne (oder ist das regional?).
    Ich denke nicht, dass die Steppenläufer Mensch-Tier-gestalten sind, es wird doch auch irgendwo gesagt, dass die Jägerinnen ganz kurze Haare haben, weil es sonst beim Jagen stören würde.

  • Ich habe bei "Mähne" auch an eine Umschreibung von einem dichten Haarschopf gedacht. Allerdings hatte Ríyuu, als er die Echsen gegessen hat, Reißzähne (Position 1932). Ich habe angenommen, dass er sich vielleicht (wie Léun) in irgendetwas verwandelt hat, nachdem er die Flöte gespielt hatte. Aber vielleicht hat Pfote 2010 recht und er hatte sie schon vorher.

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  • Ich habe bei "Mähne" auch an eine Umschreibung von einem dichten Haarschopf gedacht. Allerdings hatte Ríyuu, als er die Echsen gegessen hat, Reißzähne (Position 1932). Ich habe angenommen, dass er sich vielleicht (wie Léun) in irgendetwas verwandelt hat, nachdem er die Flöte gespielt hatte. Aber vielleicht hat Pfote 2010 recht und er hatte sie schon vorher.


    Eben - wir sind in einem Gestaltwandler-Roman.


    In einem anderen Buch hätte ich bei "Mähne" vielleicht auch an viele, dicke Haare gedacht, aber so war und bin ich echt verwirrt was Ríyuu für eine Gestalt ist.


  • Ich habe bei "Mähne" auch an eine Umschreibung von einem dichten Haarschopf gedacht. Allerdings hatte Ríyuu, als er die Echsen gegessen hat, Reißzähne (Position 1932). Ich habe angenommen, dass er sich vielleicht (wie Léun) in irgendetwas verwandelt hat, nachdem er die Flöte gespielt hatte. Aber vielleicht hat Pfote 2010 recht und er hatte sie schon vorher.


    Der Mensch hat auch Reißzähne, so wie jedes Säugetier. Beim Menschen sind sie nur im laufe der Evolution kürzer geworden.
    Deswegen habe ich mir gar nichts weiter dabei gedacht, auf Gestaltwandler bin ich nicht gekommen. :winken:


    http://de.wikipedia.org/wiki/E…des_menschlichen_Eckzahns

  • Mir gefällt sehr, wie gut man die einzelnen Figuren und die verschiedenen Kulturen kennenlernt. Es wird sich dafür Zeit genommen und als Leser kann man so ein Gefühl für die verschiedenen Lebensweisen aufbauen. Auf mich wirkt das alles sehr nah, auch wenn ich natürlich nicht alles Eigenheiten verstehe - einfach weil mir da das Hintergrundwissen fehlt. Aber muss ich ja auch nicht, immerhin ist das der erste Band ...


    Der Leseabschnitt beginnt mit einer neuen Figur und einem neuen Volk. Ríyuu habe ich schnell in mein Herz geschlossen, er hat eine tragische Vergangenheit und sich trotzdem sein liebendes Herz bewahrt. Malóhuu hat fast alle seine Brüder getötet, nachdem er der neue Anführer geworden ist - daran hätte man auch zerbrechen oder sich von Hass zerfressen lassen können. Aber Ríyuu liebt seine Schwester, und natürlich Baalkò! Die Verbindung zwischen den beiden wird so sensibel und liebevoll beschrieben, dass mich das ganz schön erwischt hat und ich geschockt war, als die beiden so schnell getrennt wurden. Wir wissen ja nicht einmal, ob Baalkò überhaupt noch lebt ...


    Die Steppenläufer habe ich mir als ein etwas ... wilderes Volk vorgestellt, geprägt vom Kampf ums Überleben. Das hat sich auch bestätigt, als Ríyuu das Echsen-Nest zerstört hatte. Er tut es ja um zu Überleben, gewöhnungsbedürftig war das für mich aber schon.
    Ich liebe ja auch die tollen Beschreibungen der verschiedenen Windarten, das liest sich so schön! Und so passend, ich hab mir jeden einzelnen vorgestellt. :) Und mich auch gefragt, was für verschiedene Winde es hier gibt und wie man die nennen könnte ... Ja, ich spinne manchmal. *g*
    Was glaubt ihr eigentlich, warum Ríyuus Mutter nicht mehr mit ihm spricht? Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sie ihn dadurch schützen will. Das erregt weniger Aufmerksamkeit bei Malóhuu.


    Wegen Ríyuus Aufgabe habe ich mich erst gefragt, ob die überhaupt lösbar ist. Es würde ja Sinn machen, dass Malóhuu ihm eine unlösbare Aufgabe stellt und ihn so für immer los ist, so dass er ihm nie gefährlich werden kann. Dann habe ich daran gedacht, dass man als vogelartiges Wesen ja den Wind reiten kann. Für mich ist Ríyuu aber mehr der Träger der Flöte als ein Gestaltwandler, dann würde er ja auch immer die wichtige Flöte irgendwo liegen lassen. Allerdings reitet so eine Flöte ja auch irgendwie den Wind ;) und wer weiß, was er mit ihr noch so alles kann.


    Ha, Héranon ist also ein Schwarzbär! Dazu passt ja auch dieses leicht grummelige ... (Léun hat dafür ja das Selbstbewusstsein eines Löwen.) Und die sind bevorzugt dämmerungs- bzw. nachtaktiv. Ja, ich musste gleich mal forschen. ;)
    Die Begegnung mit Béril zeigt eine ganz andere Seite an ihm, durch die ich ihn irgendwie noch mehr mag. Und noch neugieriger auf seine Vergangenheit geworden bin. Nicht dass ich auf unzuverlässige Kerle stehen würde ... Und Beríl ist so klasse! Zu schade, dass wir sie schon wieder verlassen mussten ...


    Diese alten Götter, die es angeblich nicht mehr gibt, lassen mich natürlich auch nicht so ganz los. Wie immer bei alten Göttern. ;) Ich frage mich zum Beispiel, wie sie mit den Wesen, die die Gestaltwandler erwählen, in Verbindung stehen. Oder ob es nur "regionale" Götter sind. Wie das früher mit dem Glauben an die alten Götter war und was die Veränderung herbeigeführt haben könnte.


    Ich bin wirklich froh, dass Ciára nun bei Léun, Arrec und Héranon ist! Auch wenn mir Arrec so leid tat, als er erkannt hat, dass seine innige Freundschaft zu Léun nun wohl zu Ende geht ... Das muss ja (bis auf seine Verliebtheit) gar nicht stimmen, aber es fühlt sich für ihn so an - und das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich hätte ihn da ja am liebsten getröstet, vielleicht auch weil mich seit einiger Zeit ein ähnliches Thema belastet. Jedenfalls steht er mir viel näher als noch im letzten Abschnitt und dann kommt sein Absturz ... :o Diese fiesen Hárkyds! Was richtet so ein Biss an? Ich hoffe, dass er den Absturz überlebt - immerhin soll es da ja noch eine Veränderung geben. ;) Und was passiert eigentlich, wenn die Hárkyds mitkriegen, dass jemand ein Gestaltwandler ist? Tun sie dann selbst etwas oder melden sie das jemandem?


    Einzelne Stränge verbinden sich ja schon - Ríyuu ist ja Gúrguar und Panoris begegnet. Und im nächsten Abschnitt wird das sicher so weitergehen. Ich bin gespannt! Und ganz hibbelig wegen Arrec. Und Ríyuu. Und Léun. Und überhaupt ... Was passiert, wenn Léun Kaor beherrschen gelernt hat?


  • @alle: Wie stark habt ihr den "Bruch" zwischen der ersten und der zweiten Strophe empfunden? Schließlich wird mit Ríyuu eine völlig neue Figur (samt eigener Kultur) eingeführt. Und wie fandet ihr insgesamt die Verteilung der Handlungsstränge in der zweiten Strophe? Immerhin hat ja Ciára eine wichtige Funktion in der Handlung ...


    Ich habe das nicht als Bruch empfunden, sondern als Erweiterung der Handlung. Das ist ja auch eine gute Möglichkeit, um nicht alle Figuren auf einen Schlag einzuführen und den Leser damit möglicherweise zu überfordern, sondern erstmal einige Figuren besser kennenzulernen und danach dann eine weitere wichtige einzuführen. Ich mag viele Handlungsstränge, weil ich dadurch ein viel intensiveres und abwechslungsreicheres Bild erhalte, aber ich weiß auch, dass es viele Leser gibt, die sich damit etwas überfordert fühlen. Was anders sein könnte, wenn nicht alle Hauptfiguren gleich am Anfang eingeführt werden.



    Und hat nicht auch Héranon Panóris als eine seiner Verflossenen erwähnt? Auf diese Begegnung bin ich ja mal gespannt! Ob da noch mehr Ohrfeigen regnen?


    Panóris finde ich sehr spannend, aber auch sehr geheimnisvoll. Aber sie muss ja auch ein Spiel spielen, um ihr Ziel erreichen zu können. Sie sagte ja, dass ihr Volk auf einem Irrweg sei. Und dass sie die Flöte braucht. Sie will damit also etwas verändern, etwas das auch ihr Volk betrifft. Und sie ist eine von Héranons Eroberungen, was mich noch zusätzlich neugierig macht. ;)




    Genau deswegen hab ich mich schwer getan. Ich hab mich permanent gewundert wieso Ríyuu sich die Mähne kratzt ..... ich bin von einer ganz normalen menschlich-männlichen Person ausgegangen, so wie bei den Aboriginees die Spurensucher, die ja auch drahtig und wendig/schnell sind. An eine Mutation zwischen Mensch/Tier hab ich überhaupt gar nicht gedacht.


    An so eine Mutation habe ich auch nicht gedacht ... Bei Mähne habe ich an eine üppige Haarpracht gedacht - es wird ja auch beschrieben, dass dort Dinge hineingeflochten werden. Für mich persönlich hat das zu dem Bild gepasst, das ich von den Steppenläufern hatte. Die Reißzähne hatten mich erst etwas irritiert, aber dann habe ich sie mir als etwas ausgeprägtere, menschliche Reißzähne vorgestellt. Die den Lebensumständen und der vorhandenen Nahrung angepasst sind.



    Wie hat er diese Wassermassen überstanden?
    Und wer hat ihn geheilt? So etwas heilt ja nicht über Nacht mal einfach so.


    Da das ja gewissermaßen als Prüfung bzw. Tod durch die Götter gedacht war, musste ich da an Yleriánt denken. Ich habe keinen Schimmer, ob er zu den Göttern gehört, aber seine Flöte hat ja Kräfte, die die Welt verändern können. Also hätte er vielleicht auch besondere Kräfte, mit denen er Ríyuu so schnell heilen konnte. Er könnte ihn sich als nächsten Träger für seine Flöte ausgesucht haben, nachdem der letzte Träger nicht mehr am Leben ist. Oder es war Tímu, der letzte Träger, der seinen Nachfolger mit der Macht der Flöte gerettet hat und sie ihm überlässt. Ich tendiere zu ersterem, weil sich der Retter ja gar nicht gezeigt hat und etwas männlich-weibliches hatte. Aber wer weiß, wie einen diese Flöte verändert?

  • Ui, so viele spannende Gedanken und Fragen! Finde ich toll, vielen Dank euch allen! [Blockierte Grafik: http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=8124] Ich gehe mal eher allgemein darauf ein und hoffe, nichts Wichtiges zu vergessen ...


    Zu den Steppenläufern: An einer späteren Stelle im Buch wird Ríyuus Äußeres noch etwas genauer beschrieben. Unabhängig davon finde ich aber eure Vorstellungen superschön, Bettina und Pfote2010! Das ist ja das Tolle an Büchern: Die Romanwelt entfaltet im Kopf jeder Leserin, jedes Lesers ganz eigene, persönliche Bilder. Fast wie Zauberei!


    Die Kultur der Steppenläufer ist übrigens ein bisschen daran angelehnt, was wir über echte Löwenrudel wissen -- natürlich nicht eins zu eins, schließlich handelt es sich bei den Steppenläufern um denkende Wesen. [Blockierte Grafik: http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=8129]


    Name und Lebensweise ihrer Feinde, der Amatsúnen, sind in der Tat von den mythischen Amazonen inspiriert.



    Ríyuu hatte in den ersten Tagen einen Stein in der Linken (Hand?) getragen. Zur Verteidigung oder wofür?


    Ups, die Erklärung fehlt im Text. Sorry! Ich reiche sie also mal nach: Wenn ein Mensch ohne optische Orientierung unterwegs ist, so bewegt er sich tendenziell auf keiner geraden Linie, sondern beschreibt eine leichte Kurve. Das liegt an der (bei den meisten Menschen) unterschiedlichen Schrittlänge des linken und des rechten Beins. Ríyuu weiß (aus Erfahrung oder weil es ihm beigebracht/gezeigt wurde), dass er mit dem linken Bein minimal größere Schritte macht als mit dem rechten. Das bedeutet, dass er in der nach allen Richtungen hin gleichförmigen Steppe automatisch eine leichte Rechtskurve beschreiben und sich somit, ohne es zu wollen, auf einer (sehr großen) Kreisbahn bewegen würde. Wenn er jetzt auf derselben Körperseite (links) sein Eigengewicht erhöht, gleicht er die größere Schrittlänge durch den erhöhten Kraftaufwand aus. Mit dem Stein will er also lediglich eine gerade Marschrichtung beibehalten.


    (Hm, klingt kompliziert. Jetzt weiß ich wieder, warum ich die Erklärung weggelassen habe. [Blockierte Grafik: http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=8129])



    Heranon ist, wenn ich mich richtig erinnere fast eine Generation jünger als sein Bruder. Also muss Panoris nicht so alt sein. Vielleicht um die 30?


    Panóris Alter wird in der Tat nicht erwähnt -- hätte ich vielleicht irgendwo reinbringen sollen. Ich stelle sie mir so um die 40 vor, also nur wenige Jahre jünger als Héranon (schließlich kennen sich die beiden ja von früher her).



    Ich liebe ja auch die tollen Beschreibungen der verschiedenen Windarten, das liest sich so schön! Und so passend, ich hab mir jeden einzelnen vorgestellt. :) Und mich auch gefragt, was für verschiedene Winde es hier gibt und wie man die nennen könnte ... Ja, ich spinne manchmal. *g*


    Überhaupt nicht! [Blockierte Grafik: http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=8116]


    Übrigens gibt es eine unter Linguisten bekannte Aussage, wonach die Inuit mehrere Dutzend verschiedene Wörter für "Schnee" kennen. Davon ist das mit dem Wind natürlich inspiriert. [Blockierte Grafik: http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=8127]


    Was Tímu und die alten Götter betrifft, so spielen sie später bzw. in den Folgebänden noch eine Rolle, daher verrate ich mal noch nix ... ;)


  • Ups, die Erklärung fehlt im Text. Sorry! Ich reiche sie also mal nach: Wenn ein Mensch ohne optische Orientierung unterwegs ist, so bewegt er sich tendenziell auf keiner geraden Linie, sondern beschreibt eine leichte Kurve. Das liegt an der (bei den meisten Menschen) unterschiedlichen Schrittlänge des linken und des rechten Beins. Ríyuu weiß (aus Erfahrung oder weil es ihm beigebracht/gezeigt wurde), dass er mit dem linken Bein minimal größere Schritte macht als mit dem rechten. Das bedeutet, dass er in der nach allen Richtungen hin gleichförmigen Steppe automatisch eine leichte Rechtskurve beschreiben und sich somit, ohne es zu wollen, auf einer (sehr großen) Kreisbahn bewegen würde. Wenn er jetzt auf derselben Körperseite (links) sein Eigengewicht erhöht, gleicht er die größere Schrittlänge durch den erhöhten Kraftaufwand aus. Mit dem Stein will er also lediglich eine gerade Marschrichtung beibehalten.


    (Hm, klingt kompliziert. Jetzt weiß ich wieder, warum ich die Erklärung weggelassen habe. [Blockierte Grafik: http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=8129])


    Ich glaube das habe ich mal irgendwo gelesen.

  • Für einen Moment hatte ich überlegt, ob Ríyuu den Stein als Orientierungshilfe benutzt haben könnte. Habe es dann wieder verworfen, weil ich mir dachte: Wofür dann einen schweren Stein?! Vielen Dank für die Erklärung Manuel. Wieder etwas dazugelernt.


    Manuel: Könntest Du vielleicht die Sache mit dem Träneneid nochmal erklären und welchen Beweis Malóhuu eingefordert hat?

    Liebe Grüße,<br />Bettina<br /><br />Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.<br /><br />Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph (1788 - 1860)


  • In einem anderen Buch hätte ich bei "Mähne" vielleicht auch an viele, dicke Haare gedacht, aber so war und bin ich echt verwirrt was Ríyuu für eine Gestalt ist.


    Ich habe mir Riyuu mit Dreadlocks vorgestellt - dies kam meiner Vorstellung von "Mähne" gleich und da kann man so gut was reinflechten :)
    Dass Riyuu ein Gestaltwandler ist, habe ich gar nicht in Betracht gezogen. Ich dachte, dass er eine "Aufgabe" hat, aber ich habe keinen Hinweis gelesen, dass er auch einer ist. Oder habe ich da etwas übersehen?



    Ich reiche sie also mal nach: Wenn ein Mensch ohne optische Orientierung unterwegs ist, so bewegt er sich tendenziell auf keiner geraden Linie, sondern beschreibt eine leichte Kurve...


    Wow - davon habe ich noch nie was gehört und finde es sehr interessant!



    Manuel: Könntest Du vielleicht die Sache mit dem Träneneid nochmal erklären und welchen Beweis Malóhuu eingefordert hat?


    Dass würde mich auch interessieren.


  • Dass würde mich auch interessieren.


    Um das zu klären, zitiere ich am besten aus dem Text:


    Zitat

    Seine Mutter fällt Malóhuu in den Arm, kniet vor ihm nieder, schwört den Träneneid: Weder ihr Sohn noch Baalkò werden Malóhuu jemals seinen Platz als Stammesführer streitig machen.


    Das heißt, Másaaki schwört Malóhuu, dass Ríyuu und Baalkò ihn als Stammesführer und Vater akzeptieren und ihm zukünftig nicht als Rivalen begegnen werden. Sie weiß natürlich genau: Die beiden werden sich Malóhuu niemals unterwerfen, nachdem er ihre Brüder getötet hat. Sie schwört es ihm trotzdem -- unter Tränen (= sie weint dabei), was unter Steppenläufern eine ganz besondere Form des Schwurs darstellt --, weil sie weiß, dass ansonsten ihr eigener Sohn und Baalkò (den sie mindestens genauso sehr liebt wie Ríyuu) sterben müssen.


    Weiter heißt es im Buch:


    Zitat

    Am selben Abend: Malóhuu fordert den Beweis für Másaakis Träneneid. Ríyuu fällt es nicht schwer, Baalkò dagegen sagt später, dass er es entwürdigend fand – vor dem brennenden, von Jägerinnen umringten Zelt des vorigen Anführers, unter dem gleißend kalten Sternenhimmel und unter Malóhuus prüfenden, ungläubigen Blicken.



    Hatten Ríyuu und Baalkò vor den Augen Malóhuus Sex und waren danach keine Konkurrenz mehr für ihn?


    Das möchte ich der Leser-Phantasie überlassen. [Blockierte Grafik: http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=8129]


    Wie gesagt -- die Stämme der Steppenläufer sind echten Löwenrudeln nachempfunden. Das impliziert, dass sich die Jägerinnen dem neuen Anführer gegenüber loyal verhalten. Másaaki handelt dieser Loyalität zuwider, indem sie ihren Sohn rettet.


    Übrigens: Da Másaaki den neuen Anführer nicht in Frage stellt, aber auch gleichzeitig weiß, dass ihr Sohn und dessen Gefährte genau das tun, wendet sie sich von Ríyuu ab und spricht nicht mehr mit ihm. (Wäre sie eine echte Löwin, würde sie ihn stattdessen aus dem Rudel vertreiben -- aber die Steppenläufer sind natürlich keine "echten" Löwen.)


  • Vielen Dank für die Erklärung, Ich würde den Eid der Jungen dann so verstehen, dass sie auch weinen mussten. Also um ihr Leben unter Tränen bitten.

  • Hat bei mir leider etwas länger gedauert, da ich viel Zeit damit verbracht habe, Kontakt mit meinem Sohn (14) zu halten während er auf Schülerautausch in China war. Jetzt ist er wieder hier und ich hoffe ich bin wieder ein wenig schneller im Lesen.


    Zu dem Zwischenspiel hatte ich ja schon fälschlicherweise was in der Vorrunde gepostet. Die II. Strophe war sehr spannend und sehr bunt. Mit der Person von Riyuu kommt ein neuer Protagonist und gleichzeitig auch eine ganz andere Art von Mensch in die Geschichte. Auf der einen Seite denke ich, ist die erzwungene Suche der Erfüllung seines Namens für ihn die beste Chance raus aus dem Stamm und weg von dem verhassten Malohuu zu kommen, dass er aber auch seinen Freund und Liebhaber verliert finde ich sehr traurig. Die Amatsunen sind ja rechte Biester. Gott sei Dank konnte er ihnen entkommen und er wurde gerettet und gesund gepflegt. Ich hatte erst gedacht, dass seine Bestimmung der den Wind reitet, darauf hin deutet, dass er auch ein Gestaltwandler(Adler) ist, andererseits hatte ich das so verstanden, dass sich die Gabe der Gestaltwandelei früher zeigt und er mit 17? schon zu alt ist. Als er dann mehrfach die geschenkte Flöte ausprobiert und immer irgendetwas geschieht, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen, dachte ich schon dass er der Flötenträger sein muss, verstehe aber immer noch nicht wieso sein Name Timu ist. Nett fand ich, dass der Prinz auf die Schnauze gefallen ist bei dem Versuch die Flöte Riyuu abzunehmen. Schade fand ich, dass das Pferd sterben musste. So Panoris ist also eine Amatsune, na da gibt es sicherlich noch einige Überraschungen
    Leun, Heranon und Arrec sind auf der Flucht und auf dem Weg zu einem Weisen der Leun helfen soll die Gestaltwandelei besser zu beherrschen. Auf der einen Seite finde ich schön, dass Ciara jetzt auch bei den dreien ist, so dass Leun endlich Gelegenheit mit ihr zu reden und vielleicht auch zu knutschen. Okay Arrec tut mir ein bisschen leid, aber so ist das Leben und ich habe auch das Gefühl, dass er Leun nicht nur mit den Augen eines Jugendfreundes sieht. Ich denke seine Wünsche gehen da doch ein wenig weiter und in diese Richtung geht Leun halt nicht. Sarim ist tot, ich könnte nicht sagen dass es mir leid tut, er war ein rechthaberischer, unangenehmer mit Vorurteilen belasteter Mensch, der sich nicht scheute seine eigene Nichte zu seinem Vorteil zu benutzen. Ichbin jetzt mal gespannt, was diese Harkyds sind es machte den Eindruck einer Riesenschar von fledermausartigen, bissigen Geschöpfen. Aber wie erhalten diese Geschöpfe Befehle? Na ja mal sehen wie es weitergeht. die Spannung steigt. Und zu Deiner Frage: nein der Bruch war ja schon an Hand der Inhaltsangabe nötig irgendwann musste ja die nächste Person auftreten. Für mich passte es, dass Du hier den neuen Helden eingebaut hast, irgendwie müssen ja auch alle noch zu einander kommen und wenn alles klappt wird das ja dann in der Stadt am Salzsee, in der Riyuu schon ist (leider hatte er auch hier wieder einige unschöne Begegungen) sein. Bin mal gespannt wann der Prinz und die Amatsune wieder auftauchen und was sie dann wieder vorhaben, leider wissen sie jetzt ja, wie der Flötenträger aussieht. :buchtipp: