Sanguis B. Vampire erobern Köln - 3. Stadium: Therapie (Seite 263 bis Seite 307)

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  • Der Untertitel "Therapie" deutet es schon an: Die Krankheit namens Vampirismus wird geheilt werden. Sie kann so nicht fortbestehen.
    Allerdings haben wir ja mehrere Alternativen zur Auswahl:
    - Die Menschen sterben aus und danach die Vampire. Weltuntergang.
    - Epis Sanguis B verhilft den Vampiren zur Bildung einer überlebensfähigen Gesellschaft.
    - Die Sache mit den Reservaten für Menschen bzw. Menschenzuchten wird verwirklicht.


    Ich schließe ja noch einige andere Möglichkeiten nicht aus:
    - Die Vampire werden tatsächlich von etwas geheilt und wieder zu Menschen.
    - Ein Faktor, mit dem jetzt noch keiner rechnet, führt zum plötzlichen Verschwinden aller Vampire und die Menscheit darf sich wieder erholen. Das kommt mir deshalb so plausibel vor, weil ich glaube, daß in der Romanrealität es schon mehrmals in der Weltgeschichte Vampire gegeben hat und es doch nicht zum Weltuntergang kam.


    Nach wie vor ungeklärt ist, wo die Seuche ihren Ursprung nahm. Einen "Ersten" muß es ja tatsächlich gegeben haben, deswegen bin ich durchaus gespannt, was es mit dem sogenannten Ersten in Düsseldorf auf sich hat.


    Kleine Kritik am Rande: Die Ansteckungsquote sei 16%. Aber irgendwie werden sehr viel mehr angefallene Personen im Buch zu Vampiren. Eigentlich praktisch alle, die schon als Mensch eine größere Rolle spielen.


    Peter

  • Hallo Peter!


    Ich freue mich schon darauf, im letzten Leseabschnitt die Auflösung mit Dir zu diskutieren. Ich schätze, da werden wir tatsächlich Gesprächsstoff haben ...
    Für den Moment setze ich mich da in dieser Hinsicht auf die Hände.



    Kleine Kritik am Rande: Die Ansteckungsquote sei 16%. Aber irgendwie werden sehr viel mehr angefallene Personen im Buch zu Vampiren. Eigentlich praktisch alle, die schon als Mensch eine größere Rolle spielen.


    Das war beim Schreiben tatsächlich ein Balanceakt.
    Ottmar, Camilla und Lola würde ich mal aus der Rechnung herausnehmen, da man die erst als Vampire kennen lernt.
    Dass Epi, Christoph und ihr Vater (wird am Rande erwähnt) "im Pack" oder gar nicht Vampire werden, halte ich wegen der Verwandtschaftsbeziehung für wahrscheinlich.
    Wir haben dann also für die "Wahrscheinlichkeitsrechnung" (wenn man sie großzügig auslegt) Thomas, Doro, "das Epi/ Christoph Pack", Senberg und den Offizier einerseits und andererseits André, Wilhelm, Sandra, Senbergs Frau. Das geht in der Tat eher Richtung 50 : 50 (oder noch mehr) als 16 : 84.
    Das war ein dramaturgischer Kompromiss, um nicht zu viele "Füllfiguren" mit "Füllhandlung" einzufügen, was den Fortgang der Geschehnisse in der Lesezeit verlangsamt hätte.

  • Aha! Aus dem Leben übernommene, als untot jedoch völlig sinnentleerte Handlungen werden in das vampiristische Sein übernommen - das erklärt(e) auch Doros Zigarettenkonsum. Ich freue mich über die Beantwortung dieser längst gehegten Frage, Bernard! :)


    Beim Lesen dieses Abschnitts habe ich mir allerdings immer wieder eine Frage gestellt:
    Nun, da Doro ja nicht mehr da ist, schließen sich Thomas & Co Sergios Rudel an - und Lola scheint das zu tolerieren.
    Wäre es für Lola mit ihrem Macht- und Kontrollstreben nicht sinnvoller gewesen die Vier IHREM Rudel einzuverleiben anstatt sie relativ unbeachachtet zu Sergio überlaufen zu lassen? So hat sie die Vier doch viel weniger 'in ihrer Hand bzw. Kralle'...?!


    Und nun gibt es also die ersten Menschen, die freiwillig Blut spenden wollen, um der Bedrohung durch ihre 'neuen Nachbarn', die Vampire, zu entgehen... Ein skuriller Gedanke!!! Aber dennoch irgendwie 'logisch'!


    Die Szene mit Christoph und dem Liebes-(Ehe-?)-Paar bzw. wie er Epi davon erzählt, fand ich ein wenig kitschig. Insbesondere die Reaktion des Mannes, der sich im Anschluss an den Tod seiner Frau / Freundin auf eine 'Diskussion' mit einem Vampir einläßt... Seltsames Verhalten irgendwie! Aber nu... soooo sehr hat es mich dann doch nicht gestört. Besonders bewegt hat mich diese Szene aber auch nicht. Komisch eigentlich... ???


    Irgendwie scheint der Vampirismus auch die Unterschiede zwischen Mann und Frau aufzuheben. Klar, Sex ist nun eh tabu... und irgendwelche Geflogenheiten und gechlechtsspezifischen Benimmregeln gelten auch nicht länger. Da wundert es eigentlich wenig, dass Thomas nun auch Frauen (bzw. weibliche Vampire) schlägt (S. 300).


    Ausgesprochen interessant - und sehr dramatisch - fand ich, dass anscheinend die Freundschaft der Vier zueinander - oder wenigstens ihr Zusammengehörigkeitsgefühl als Rudel - ihren Instinkt zur Selbsterhaltung überlagert, als Sergio 'einen Namen' von ihnen fordert.


    Tja, und nun, vor dem Hintergrund der von Peter Lancester so treffend geschilderten möglichen Szenarien gewinnt der Erfolg von Epis Forschungen natürlich eine ganz neue Dimension!


  • Die Szene mit Christoph und dem Liebes-(Ehe-?)-Paar bzw. wie er Epi davon erzählt, fand ich ein wenig kitschig. Insbesondere die Reaktion des Mannes, der sich im Anschluss an den Tod seiner Frau / Freundin auf eine 'Diskussion' mit einem Vampir einläßt... Seltsames Verhalten irgendwie! Aber nu... soooo sehr hat es mich dann doch nicht gestört. Besonders bewegt hat mich diese Szene aber auch nicht. Komisch eigentlich... ???


    Ich denke, ich weiß, warum das so ist. Diese Szene kommt zu spät. Wir haben bereits das übelste Denkbare einige Dutzend Seiten zuvor gelesen, nämlich die Sache mit dem Kind. Danach ist das hier nicht mehr wirkungsvoll.


    Peter


  • Ich denke, ich weiß, warum das so ist. Diese Szene kommt zu spät. Wir haben bereits das übelste Denkbare einige Dutzend Seiten zuvor gelesen, nämlich die Sache mit dem Kind. Danach ist das hier nicht mehr wirkungsvoll.


    Da könntest du allerdings Recht haben. Hinter der Szene mit dem Kind steht diese Konstellation der 'Geschädigten' allerdings zurück.
    Hinzu kommt außerdem, dass Christoph sich die Ereignisse ja selbst sehr zu Herzen nimmt und nicht, wie Doro und Ottmar in der besagten Szene, mit den Opfern spielt.

  • Hallo Bernard!


    Wenn ich mich als Nicht-Teilnehmer an der Leserunde zu Deiner Frage äussern darf: Dein Buch fällt u.a. deshalb aus meinem "Beuteraster", weil ich so gar keine Verbindung zu Köln habe (ausser, dass ich als Kind den Willy Millowitsch mochte ... ;)).


    Grüsse


    Sandhofer

  • Man war als Leser lange Zeit darauf geeicht, daß solche Geschichten nur im Ausland, vorzugesweise den USA spielen können. Inzwischen ist das aber nicht mehr so. Insbesondere, wenn es sich um deutsche Autoren handelt, ist der Kurs deutscher Schauplätze im Steigen begriffen.
    Ich finde das gerade gut, wenn Orte, die ich kenne, zur Kulisse für Geschichten werden. Man muß halt nur begründen können, warum gerade dieser Ort und kein anderer, prominenterer.


    Peter

  • Ich habe selbst auch keine besondere Beziehung zu Köln - mir hätte Dortmund mehr gelegen! :)


    Ne, im Ernst, ich empfinde es als Bereicherung, dass dein Buch in Deutschland spielt. Ob München, Berlin, Hamburg... egal!!!

  • peter: Ich habe dein letztes Posting hier entfernt und in den Thread 3. Stadium: Therapie (Seite 358 bis Ende). Du gehst in dem Posting auf die Auflösung und andere Punkte ein, die in diesem Teil (bis S. 307) noch nicht stattfinden. Hätte ich das Buch nicht schon beendet, hätte ich mich jetzt sicher über den Spoiler geärgert ;)


    Bitte achtet alle drauf, in den einzelnen Threads nur über die entsprechenden Teile des Buches zu sprechen, anderen wird sonst u. U. der Spaß genommen. Vielen Dank :winken:

  • Hallo ihr,


    leider hat mich am Wochenende eine fiese Erkältung außer Gefecht gesetzt, deshalb kam ich nicht früher dazu, wieder hier hereinzusehen und bin außerdem mit dem Lesen auch nicht so viel weiter gekommen, wie ich es mir gewünscht hätte.


    Nun, für mich hatte es schon einen Reiz, dass die Geschichte in einer deutschen Stadt spielt, auch wenn ich noch nie in Köln war.
    Doch kann ich mir das Geschehen in einer deutschen Großstadt besser vorstellen als z. B. in einer japanischen Großstadt, da ich mit der Kultur hier vertraut bin.
    Aber wahrscheinlich hätte mich das Buch aufgrund der interessanten Story auch dann interessiert, wenn sie in einer der großen Metropolen der Welt gespielt hätte.


    Zu dem Kapitel: Lola geht mir langsam auf die Nerven... ;) Sie ist mal wieder eine der Figuren, für die ich kein gutes Ende erhoffe. Man merkt eben trotz ihres langen Vampirdaseins, dass es sich eigentlich um einen Teenager handelt, sonst würde sie es mit ihrer Herrschsucht nicht so sehr übertreiben.


    Christoph ist also der erste Vampir, der es ablehnt, Menschenblut zu trinken. Na ja, das war abzusehen.
    Ich hatte schon damit gerechnet, dass die blonde Frau vom Verhör wieder als Vampir in der Geschichte auftaucht - da haben wir sie nun. :)
    Thomas Reaktion darauf kann ich natürlich voll und ganz nachvollziehen.


    So, leider fehlt mir gerade die Zeit für weitere Ausführungen. Ich bleibe auf jeden Fall bei der Stange und hoffe, bald wieder etwas mehr Zeit zum Lesen zu finden. :lesen:


    Bis bald! :winken:


  • peter: Ich habe dein letztes Posting hier entfernt und in den Thread 3. Stadium: Therapie (Seite 358 bis Ende). Du gehst in dem Posting auf die Auflösung und andere Punkte ein, die in diesem Teil (bis S. 307) noch nicht stattfinden. Hätte ich das Buch nicht schon beendet, hätte ich mich jetzt sicher über den Spoiler geärgert ;)


    Bitte achtet alle drauf, in den einzelnen Threads nur über die entsprechenden Teile des Buches zu sprechen, anderen wird sonst u. U. der Spaß genommen. Vielen Dank :winken:


    Ups, entschuldigung.
    Dabei war ich mir sicher, das in den letzten Abschnitt geschrieben zu haben. Offenbar doch nicht. Ich bin zerknirscht.


    Edit: Ah, ich habe die Fehlerquelle lokalisiert: Es gibt zu jedem Abschnitt des Buches 2 Threads, nur zum dritten, da gibt es drei. Und den hab ich übersehen, ich hielt 03/02 für den letzten Thread.


    Peter


  • Wieder eine Frage von mir:


    Der Hintergrund von "Sanguis B." ist ein globales Phänomen, aber die Handlung fokussiert auf Köln.
    Hätte es Euch interessiert, auch davon zu lesen, was in New York, Rio, Tokio passiert? Hätte es Euch gar mehr gereizt, wenn der Roman in einer dieser Weltstädte gespielt hätte statt in Köln?


    Nein, ich finde es gerade reizvoll, dass der Roman in einer mir vertrauten Umgebung spielt. Aber es wird ja auch deutlich, dass Köln lediglich als eine Beispielstadt dient und sich der Vampirismus auch in der übrigen Welt verbreitet. Wobei ich es schon spannend finde, zu lesen, welche Formen er in Köln annimmt und dann als Kontrast das Beipspiel Düsseldorf. Ist ja klar, dass bei denen, das wieder anders läuft ;)
    Es wäre sicher spannend, zu lesen, wie sich die neuen Gesellschaftsformen auch in anderen Metropolen entwickeln, dann würde allerdings der Roman zur unendlichen Geschichte werden.


    Claudi


  • Wieder eine Frage von mir:


    Der Hintergrund von "Sanguis B." ist ein globales Phänomen, aber die Handlung fokussiert auf Köln.
    Hätte es Euch interessiert, auch davon zu lesen, was in New York, Rio, Tokio passiert? Hätte es Euch gar mehr gereizt, wenn der Roman in einer dieser Weltstädte gespielt hätte statt in Köln?


    Zur ersten Frage eindeutig "nein", denn dort werden sich sehr ähnlich Szenen abspielen.
    Deine zweite Frage hätte ich bis vor einigen Jahren definitiv mit "ja" beantwortet, weil ich früher gar keine deutschsprachigen Autoren gelesen habe. Somit hätte ich mir eine Vampirgeschichte, die in Deutschland spielt nicht vorstellen können. Das hat sich mittlerweile geändert und mir ist es inzwischen egal in welchem Land, welcher Stadt eine Geschichte spielt, Hauptsache sie ist interessant.

    Liebgruß buttercup<br /><br />&quot;Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.&quot; Jorge Luis Borges

  • In diesem Leseabschnitt hatte ich mir zwei Stellen mit meinen Bookdarts markiert:


    S. 265 - Die Zeitungsartikel werden immer interessanter - dieser im Besonderen, da er von einem Vampir geschrieben wird und trotzdem noch eine Menge Objektivität enthält. Gibt es tatsächlich eine Osnabrücker Zeitung, die dem gerecht werden würde? ;)


    S. 292 - Thomas nennt Ottmar als Extrembeispiel einer viel zu hohen Grundaggressivität. Dem kann bzw. konnte ich an der Stelle gar nicht zustimmen. Ich habe an der Stelle regelrecht gestockt. Ich frage mich Bernard, warum du Ottmar als besonders aggressiv wahrgenommen hast. Da der Text von dir ist und sich dieser beim Schreiben entwickelt hat, nehme ich doch an, dass diese Aussage deine Meinung wiedergibt? Mir fällt auf, dass ich ganz verdrängt habe, dass Ottmar zusammen mit Doro mit dem Kind in der Villa "gespielt" hat, irgendwie hatte ich immer nur Doro vor Augen in dieser Szene... ::)


    Die Geschichte mit dem Liebespaar war übrigens auch von mir schnell wieder vergessen. Christophs verzweifelter Versuch sich von der selbstangelegten Handschelle und dem damit verbundenen Fahrradständer zu befreien und auch eine Menge anderer Szenen, sind mir wesentlich besser in Erinnerung geblieben.


    Bernard, zu deiner Frage: Die "Nähe" der Geschehnisse hat das Ganze für mich greifbarer, realistischer und umso gänsehauterregender gemacht. Ein deutscher Schauplatz war in diesem Fall sehr passend, ich hätte sicher mehr Abstand zur Story gehabt, hätte sie in einem anderen Land gespielt.


  • Ich frage mich Bernard, warum du Ottmar als besonders aggressiv wahrgenommen hast.


    In meiner Wahrnehmung haben Doro und Ottmar sich "gefunden". Bereits im ersten Stadium tragen sie Rangkämpfe aus. Das kann man als Gegnerschaft deuten, aber es zeigt auch, dass sie "die gleiche Sprache sprechen" - sie setzen sich physisch auseinander. Die Szene in der Villa, die Du ansprichst, zeigt auch, dass sie auf der gleichen Wellenlänge sind. Sie wollen jagen, kämpfen und sich durchsetzen, nicht, weil es notwendig wäre, sondern zu einem großen Teil auch, weil es ihnen entgegen kommt. Sie reagieren genervt und gereizt, wenn jemand dieses Verhalten infrage stellt.
    Wenn Thomas Ottmar mit Epi oder Christoph vergleicht, dann kann ich mir vorstellen, dass er ihn als "besonders" (oder "vergleichsweise") aggressiv wahrnimmt.

  • Mich hat das Buch natürlich erst Recht gereizt, weil es in Köln spielte.


    Leider kam dann ja wieder etwas das Köln-Düsseldorfer-Verhältnis zum Tragen, was wohl selbst bei den Vampiren keinen Halt macht. ::) ;)


    <-- Exildüsseldorfer im Kölner Umland ;D


    Ansonsten lese ich sehr gern Bücher von deutschen Autoren, die auch in Deutschland spielen. Honolulu oder Tokio hätte mich definitv abgeschreckt.


    Zu diesem Abschnitt des Buches:
    Die Entdeckung von Sanguis B direkt zu Anfang dieses Abschnitts hat mich dann ein bisschen enttäuscht, hat es mich doch sehr an die Blutkonserven-Vampire erinnnert. Irgendwie nimmt das Ganze der Geschichte natürlich wieder die Sinnnlichkeit, die ich in einem Vampirroman suche/erwarte. Aber nun gut.


    Ganz interessant finde ich die Ideen von Nicolas dem Architekten, das Leben in den Untergrund zu verlegen...


    Und bemerkenswert: Ottmar hat Probleme einen anderen Vampir zu töten, obwohl er ständig Menschen tötet. Für mich ja nun ganz logisch, warum hinterfragt Epi das? Sie hat wohl doch zuviel Ähnlichkeit mit ihrem Bruder. ::) ;)

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM