Sanguis B. Vampire erobern Köln - 3. Stadium: Therapie (Seite 263 bis Seite 307)

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  • Die Entdeckung von Sanguis B direkt zu Anfang dieses Abschnitts hat mich dann ein bisschen enttäuscht, hat es mich doch sehr an die Blutkonserven-Vampire erinnnert. Irgendwie nimmt das Ganze der Geschichte natürlich wieder die Sinnnlichkeit, die ich in einem Vampirroman suche/erwarte.


    Ja, das hatte ich schon vermutet, als ich Dein Posting zum Anfang der Leserunde gelesen habe. So sorry ... :(

  • Hm, das verstehe ich nicht.
    Die Sache mit den Blutkonserven und dem Tierblut etc. ist ja schon eine ewig abgegriffene Sache, und auch ich finde es gut, daß das nicht funktioniert hat.
    Aber daß dann ein Blutersatzstoff entdeckt wird und nur eine Person weiß, wie er funktioniert, das finde ich eine hochinteressante Grundlage für eine Geschichte.
    Wobei ich das Zerfleischen der Opfer eh nicht gerade sehr sinnlich fand. Und bei diesen Vampire ist auch noch alles Sexuelle erloschen. - Was ich übrigens SEHR SCHADE fand, das muß ich doch mal anmerken, hehe.


    Peter

  • Interessant ja, aber eben auch recht blutleer. :P
    Vom fehlenden Sex mal ganz zu schweigen, was ich auch schade fand. ;D

    Greetz,<br />Weratundrina<br /><br />...alll I ever wanted, all I ever needed - is here in my arms... DM

  • Sex und Erotik tauchen hier nur als Defizitgröße auf. Die Vampire haben diese Erfahrungsbereiche eingebüßt - ein Preis, den sie für ihre neue Daseinsform zahlen.


    In der Tat ist dieses Konzept etwas, was zu "Verlustgefühlen" bei Lesern führen kann, weil die Erotik in der Vampirliteratur eine große Rolle spielt. Ich wollte mich aber auf Anderes fokussieren (Tragik, Drama, Thriller, ...) und die Geschichte nicht überladen.

  • Hallo :winken:



    Die Szene mit Christoph und dem Liebes-(Ehe-?)-Paar bzw. wie er Epi davon erzählt, fand ich ein wenig kitschig. Insbesondere die Reaktion des Mannes, der sich im Anschluss an den Tod seiner Frau / Freundin auf eine 'Diskussion' mit einem Vampir einläßt... Seltsames Verhalten irgendwie! Aber nu... soooo sehr hat es mich dann doch nicht gestört. Besonders bewegt hat mich diese Szene aber auch nicht. Komisch eigentlich... ???


    Es ist wirklich eine kitschige Szene, aber störend fand ich sie überhaupt nicht. Irgendwie sind mir zwischendurch die Nicht-Vampire und ihre Gefühle ein bißchen abhanden gekommen, hier dagegen taucht mal wieder etwas Menschlichkeit auf.


    Bernard
    Ich finde Köln als Handlungspunkt gut, der Rest der Welt ist dabei allerdings wirklich ein wenig untergegangen. Es wird für mich zu wenig klar, daß es sich um ein globales Problem handelt.


    Zitat von "Weratundrina"


    Irgendwie nimmt das Ganze der Geschichte natürlich wieder die Sinnnlichkeit, die ich in einem Vampirroman suche/erwarte. Aber nun gut.


    Mir hat Sinnlichkeit nicht gefehlt und ich brauche auch nicht zwangsläufig Sex oder Sinnlichkeit, wenn ich über Vampire lese.. das hier ist eben mal was anderes ;D.


    Liebe Grüße
    Bianca

  • Dies Gemetzel vor dem Dom, da bekommt der Begriff "Schlachteplatte" doch eine völlig neue Dimension ;D


    Spaß beiseite, ich glaube ich hätte Schwierigkeiten genug Menschen zu töten um zu Überleben, aber Menschen als Tributzahlungen abzugeben, ist nochmal was anderes. Überhaupt, der arme Thomas, jetzt muss er sich wieder mit Ramona rumärgern.
    Und nun wollen sie noch ihresgleichen töten, aber jeder ist sich selbst der nächste.

    Liebgruß buttercup<br /><br />&quot;Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.&quot; Jorge Luis Borges

  • Noch ein bisschen Vermischtes von mir:

    Zitat

    Aha! Aus dem Leben übernommene, als untot jedoch völlig sinnentleerte Handlungen werden in das vampiristische Sein öbernommen


    Obwohl diese Sache, glaube ich, in einem der vorderen Abschnitte schon einmal angedeutet wurde (kann aber auch durchaus meine Interpretation sein, das dem so war), finde ich es gut, noch einmal ausführlicher darauf einzugehen. Im Prinzip steht ja auch die Frage im Raum, welchen "Sinn" das Vampirsein hat – insbesondere mit dem Blick darauf, dass die Nahrungsquelle endlich zu sein scheint.


    Zitat

    Der Hintergrund von "Sanguis B." ist ein globales Ph?nomen, aber die Handlung fokussiert auf Köln.
    Hätte es Euch interessiert, auch davon zu lesen, was in New York, Rio, Tokio passiert? Hätte es Euch gar mehr gereizt, wenn der Roman in einer dieser Weltst?dte gespielt hätte statt in Köln?


    Bernard
    Ist Köln keine Weltstadt? ;D
    Nein, es hätte mich nicht mehr interessiert, wenn es in eine Weltstadt gespielt hätte. Wäre ich im Forum nicht schon angefüttert worden, hätte im Buchladen selbst möglicherweise sogar ein solch "exotischer" Ort wie Köln zum Kauf geführt. Außerdem ist es eigentlich reizvoller zu sehen, wie eine Stadt "befallen" wird bzw. eine Gesellschaft sich auflöst, die man kennt. Dazu hat ja Erendis schon etwas ähnliches geschrieben.


    Zitat

    Die Geschichte mit dem Liebespaar war übrigens auch von mir schnell wieder vergessen. Christophs verzweifelter Versuch sich von der selbstangelegten Handschelle und dem damit verbundenen Fahrradst?nder zu befreien


    Zugegebenermaßen musste ich auch ein wenig nachdenken, konnte mich aber erinnern, dass mich die Geschichte mit dem Liebespaar während des Lesens durchaus berührt hat. Dass sie im Gegensatz zu anderen weniger deutlich im Gedächtnis ist, kann einerseits an der allgemeinen Zunahme von Gewalt und Bedrohlichkeit liegen ... Vielleicht auch daran, dass mit der Tötung des Kindes, wie Peter schreibt, schon das denkbar übelste geschehen ist. Dass ich mich an Szenen wie Christophs verzweifelten Versuch, sich von der Handschelle zu befreien, so gut erinnere, liegt sicherlich aber auch daran, dass ich die Figur länger begleiten durfte.


    Zitat

    Sex und Erotik tauchen hier nur als Defizitgröße auf. Die Vampire haben diese Erfahrungsbereiche eingebüßt - ein Preis, den sie für ihre neue Daseinsform zahlen.


    Das fand ich übrigens gerade interessant und im besonderen kennzeichnend für die neue Daseinsform (und ihre Nachteile). Die fehlende Sinnlichkeit hat mich nicht wirklich gestört.


    Liebe Grüße


    Kirsten


  • Und auch die Frage: Welchen Wert hat die Unsterblichkeit?


    Eben. Ich finde, dass ist tatsächlich eine wichtige Frage.
    Im ersten Moment ist die Unsterblichkeit problemlos positiv besetzt, aber was wird daraus (und insbesondere aus dieser Form der Unsterblichkeit), wenn man länger darüber nachdenkt.
    Was bedeutet es, dass das Leben endlich ist? Für mich. Für mein Selbstverständnis usw. usf.


    Liebe Grüße


    Kirsten


  • Was bedeutet es, dass das Leben endlich ist? Für mich. Für mein Selbstverständnis usw. usf.


    Es gibt einen hervorragenden Dialog in dem Film "Troja", sinngemäß:
    "Ich erkläre dir jetzt etwas, was sie dir in den Tempeln niemals sagen: Die Götter sind eifersüchtig auf uns, weil wir sterblich sind. Jeder Moment in unserem Leben ist einmalig. Dadurch wird er kostbar."
    Dadurch, dass man weiß, dass man nur ein Leben hat, lebt man intensiver, finde ich. Man lebt nicht besonders lange (an weltgeschichtlichen Maßstäben gemessen), aber vielleicht "mehr". Das wurde mir deutlich, als ich durch Indien gereist bin. Dort ist die Annahme, dass man unendlich viele Leben habe, in das kulturelle Unterbewusstsein eingegangen. Das hat durchschlagende Auswirkungen auf der Mentalität, der man dort begegnet.

  • Ja, ich glaube, ich erinnere mich an den Troja-Dialog.
    Und hat Claudia in "Interview mit einem Vampir" nicht auch das Problem (u.a.), dass alles um sie vergeht, während sie ewig lebt und ewig "gleich" bleibt.
    Dass mit Indien und dem kulturellen Unterbewusstsein würde mich jetzt mal interessieren. Kannst Du da Näheres zu sagen?


    LG


    Kirsten


  • Dass mit Indien und dem kulturellen Unterbewusstsein würde mich jetzt mal interessieren. Kannst Du da Näheres zu sagen?


    Leider nicht in ein paar Worten. In der Tendenz ist es eben so, dass dort allgemein als sicher gilt, dass man sehr, sehr viele Leben leben wird. Dadurch ist es nicht so erheblich, was im gegenwärtigen Leben geschieht - vielleicht läuft es ja in einem der nächsten Leben besser. Als Europäer denkt man sich eben: "Ich bin nur einmal jung", "Ich werde (hoffentlich) nur einmal heiraten", "Ich möchte einmal im Leben auf dem Times Square stehen". Als Inder ist es eher: "Ich werde noch sehr, sehr oft 16 Jahre alt werden", "In meinem nächsten Leben werde ich vielleicht als New Yorker geboren" etc.
    Das trifft nicht auf jeden einzelnen Inder zu, aber es ist eben normal im dortigen Umfeld.
    Die Konsequenzen eines solchen Mentalitätsunterschiedes sind durschschlagend. "Kulturschock" trifft die Wirkung auf einen Europäer ganz gut. Ich war mit dem Rucksack allein dort unterwegs, zehn Wochen, teilweise in Gegenden, wo man offenbar noch nie einen Weißen gesehen hatte. Das hat mein Weltbild nachhaltig geprägt. Empfehlen kann ich es dennoch nicht unbedingt. Ich habe recht viele Leute getroffen, die nach zwei Tagen Aufenthalt nur noch eines wollten: weg. ::)
    So, genug davon - mit dem Buch "Sanguis B." hat es nichts zu tun.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen